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Das Schachbrett China

X>on Otto Corbach.

Man ist gewöhnt, sich das moderne Japan als einEngland des Fernen Ostens" vorzu­stellen. Der Vergleich hinkt, wie jeder Vergleich; aber es stimmt, daß gewisse Gesetzlichkeiten der Entfaltung großozeanischen Verkehrs, wie sie zuerst im Atlantischen Ozean sich zeigten, auch für die Ueberwindung der größten Wasserwüste, der des Stillen Ozeans, ihre Gültigkeit bewähren mußten. Eine ähnliche geographische Lage brachte dabei für das japanische Jnselreich eine ähnliche geopolitischeKonjunktur" mit sich, wie sie Eng­land nach Erringung der Seeherrschaft im Atlantik zugutekam. Japan konnte sich aber von Anfang an die ungeheuren Fortschritte zunutzemachen, die innerhalb des abendländischen Kulturkreises auf den Gebieten moderner Wissenschaft und Technik erzielt worden waren.

Auf China mußte der Einbruch modernen Weltverkehrs in den jahrhundertelangen Frieden des Fernen Ostens ganz anders wirken. Hier handelte es sich um ein Weltreich von an­tiker Struktur, das auf Jahrtausende fast ununterbrochener Entwicklung zurückblicken konnte. Zwischen hohen Gebirgen, Steppen, Sand- und Eis- wüsten, sowie der größten Wassermasse der Erde hatte chinesische Staatsweisheit verhältnismäßig leicht Sicherheitsverhältnisse von beispielloser Be­ständigkeit schaffen können. Wohl wurde das Riesen­reich im Laufe von Jahrhunderten immer wieder von Nomadenhorden überrannt, die aus dem Wüstengürtel hervorbrachen, aber es konnte sie ver­möge zahlenmäßiger und kultureller Ueberlegenheit mit der Zeit immer wieder aus Siegern in Besiegte verwandeln. In der Küstenzone aber bedurfte es nur eines Schutzes gegen Seeräuberei. Japan fehl­ten die technischen Voraussetzungen für einen kon­tinentalen Eroberungszug großen Stils.

Störende Einflüsse, wie sie Europa in den rund 1000 Jahren zwischen dem Zusammenbruch des römischen Weltreichs und der Entdeckung Amerikas, sowie des Seeweges nach Ostindien, erlebte, erschüt­terten das alte China mit vervielfältigter Kraft innerhalb weniger Jahrzehnte. Japan verfügte, als es seine Häfen abendländischem Welt­verkehr öffnen mußte, über ein straff zusammenge­faßtes feudales Herrschaftssystem, das leicht auf eine modernekapitalistische" Entwicklung umgestellt werden konnte; China bildete ein lockeres Gefüge demokratischer Gemeinwesen antiker Kultur, das mehr durch moralische und friedlich-kulturelle Bin­dungen, als durch ein einheitliches Herrschaftssystem zusammengehalten wurde. Während die westlichen Seemächte an der chinesischen Küste sich Monopol­stellungen schufen, durchbrach das mit moderner Kriegstechnik ausgerüstete Zarenreich den Wüsten­gürtel. Schutzlos und hilflos war der uralte chine­sische Wirtschaftsorganismus den zersetzenden Kräf­ten modernen Weltverkehrs preisgegeben. Von der alten Ordnung konnte nach dem Zusammenbruch der Mandschu-Dynastie kaum ein Stein auf dem andern bleiben.

Man muß sich den Ablauf dieser gewaltigen weltgeschichtlichen Tragödie in großen Zügen immer wieder vor Augen halten, um die jeweiligen Vor­gänge innerhalb des riesigen Gebietes, das das alte China einheitlich zu organisieren wußte, unter einem abendländischen Gesichtswinkel einigermaßen begreifen zu können. Der Raum, den das alte Großchina ausfüllte, hat sich zu einem geogra­phischen Begriff verflüchtigt. Alle moderne Machtgestaltung, die innerhalb des zerstörten groß­chinesischen Rahmens eine einheitlicheSouveräni­tät" wiederherstellen möchte, kann nur auf eine Spukgestalt von der Art desHeiligen römischen Reiches" nach den Stürmen der großen Völker­wanderung hinauslaufen. Was bedeutet schließlich Nanking"? Den letzten und großzügigsten, aber deswegen nicht weniger unzulänglichen Versuch, für e i n modernisiertes chinesisches Staats wesen den Anspruch auf räumliche Ausbreitung im Rahmen des alten China durchzusetzen. In Wirklichkeit bildet auch Nanking erst ein Nebenprodukt der weltgeschicht­lichen Auseinandersetzung zwischen den führenden Weltmächten um die Vorherrschaft im indopazifischen Raume. In China vollzieht sich im Großen, wie in Spanien im Kleinen, ein Vorspiel für einen all­gemeinen Kampf um eine Neuverteilung der Herr­schaft über die Erde.

Die Nankinger Regierung befand sich, solange sie unter Führung von Tschiangkaischek mit überraschendem Erfolge immer neue Teile des alten China in den Bannkreis ihres Aktionsradius zu bringen vermochte, in der Zone einer trügerischen weltpolitischen Windstille. Die Heerhau­fen, die die bolschewistische Propaganda aus den Küstenstrichen verdrängt, in den Notstands­gebieten weiter im Innern aus die Beine zu brin­gen vermochte, erwiesen sich als Flugsand, den der stürmische Fortschritt Nankinger normaler Macht- aestaltung in immer unwirtlichere Gegenden ver­lagerte. England hatte sich auf seine Verteidi­gungslinien Singapur-Hongkong-Neuseeland zu­rückgezogen. Amerika war so sehr von inneren Spannungen in Anspruch genommen, daß es Miene machte, seine vorgeschobenen Machtstellungen im Fernen Osten aufzugeben. Das chinesische Groß- Bürgertum wähnte, eine unabhängige chinesische Machtgestaltung im Pangtsebecken gegenüber I a - p a n s Vordringen in Nordchina noch mit Kom­promissen erkaufen zu können. Zusehends wuchs sich die Herrschaft Nankings zu einer modernen Großmacht aus, die eine einheitliche fortschrittliche Entwicklung Restchinas südlich des Hoangho zu ver­bürgen schien.

Fast über Nacht hat sich dieser Sachverhalt g e - wandelt. Zwar konnten die widerspenstigen Ge­neräle Südchinas unter äußerster Anspannung der Finanzmittel Nankings gebändigt werden, aber die Wiederbelebung japanisch-angelsächsischer Spannun­gen im Pazifik in Verbindung mit einer wachsen­den japanfeindlichen Erregung in breiten chinesischen Bevölkerungskreisen und einer Galvanisierung bol­schewistischer Propaganda im Innern bereitete der weltpolitischen Atempause für Nanking ein jähes Ende.

Moskau, als Welt-Mephistopheles, ist im Fer­nen Osten nicht minder als in Westeuropa des trockenen Tones demokratischer Weltverbrüderung satt. Es verzichtet noch nicht auf Burgfriedens-Tar­nungen, aber es geht in feiner welttevolutionären Propaganda von Worten zu Taten über. Waffen­transporte lösen Druckschriftsendungen, Techniker des Bürgerkrieges bloße Agitatoren, rote Ausstände bewaffnete Aufstände ob. Man hielt denZwischen­fall" von S i a n f u für erledigt, als Tschiangkai- schek aus der Haft entlassen war und Tschanghsue- liang sich freiwillig unterworfen hatte, aber die Unbotmäßigkeit der Unterführer, die nur der bol­schewistischen Verseuchung ihrer Truppen Rechnung tragen, und der Einzug des roten Generals Mao

Oie Neuordnung des bürgerlichen Rechts.

GtaatssekretärGchlegelberger kündigt dieLnangriffnahme grundlegenderReformarbeiten an.

Heidelberg, 25. Jan. (DNB.) Auf Einladung der Universität Heidelberg sprach der Staatssekretär im Reichsjusttzministerium Dr. Schlegelber­ger. Der Staatssekretär kündigte die Aufnahme der Arbeiten zur Neuordnung des gesamten bisher im Bürgerlichen Gesetzb u ch nieder­gelegten Rechts an. Der Führer und Reichskanzler habe sich damit einverstanden erklärt, daß das R e i ch s j u st i z m i n i st e r i u m die Erneuerung dieses umfassenden Rechtsstoffes alsbald in An­griff nehme und an Stelle eines neuen Gesetzbuches einzelne der Verschiedenheit der Lebensgüter entsprechende Gesetze oorbereite. Im einzelnen ührte Staatssekretär Dr. Schlegelberger u. a. aus:

Gewiß fehlt es nicht an Rechtsvorschriften des nationalsozialistischen Staates, die die Rücksicht auf die Bedürfnisse der Volksgemeinschaft mit aller wünschenswerten Deutlichkeit verlangen. Als Ge­genstück kann jedoch die noch unverändert bestehende Vorschrift des Bürgerlichen Gesetzbuches dienen, wonach der Eigentümer einer Sache,soweit nicht das Gesetz ober Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen kann". Der Eigentumsbegriff des Bürgerlichen Gesetzbuches ist nur ein Beispiel für die Erneuerungsbedürftigkeit dieses Gesetzbuches. Er ist nur eines der vielen Kennzeichen für den übersteigerten Indivi­dualismus feiner Bestimmungen. Dem Dritten Reich ist die Aufgabe zugefallen, hier Wandel zu chaffen und den Grundsatz des Bürgerlichen Gesetz­buches:Freiheit von der Gemeinschaft" durch den GrundsatzFreiheit in der Gemeinschaft" abzulösen.

In engem Zusammenhang mit der Wiederbele­bung des Gemeinschaftsgedankens steht der Wandel in der Bewertung der Lebensgüter. Wie oll ein Gesetz zum Herzen des Volkes sprechen, das die rechtliche Ordnung und Sicherung des Vermögens an den Anfang stellt, erst in wei­tem Abstand davon Ehe und Familie behan­delt, ein Persönlichkeitsrecht nicht kennt, die Frei­heit im Recht der unerlaubten Handlungen mit dem Eigentum auf eine Stufe stellt und das Wort Ehre" überhaupt nicht in feinem Sprachschatz hat! Die Sorge des Führers und seiner Regierung für die Erhaltung und Sicherung des Bauerntums als Blutquelle des deutschen Volkes hat eine ungeahnte ideelle Wertfteigerung des Grundbesitzes zur Folge gehabt und demgegenüber das Interesse an der rechtlichen Betreuung der beweglichen Habe er­heblich zurückgedrängt. Dem Bürgerlichen Gesetz­

buch aber ist Eigentum ein einheitlicherreiner Begriff, es kennt keinen Unterschied zwischen Grund­eigentum und Fahrniseigentum. Das Zusammen­stehen aller Volksgenossen für Deutschlands Frei­heit und Wohlergehen, der Geist echter Kamerad­schaft erzeugt ein neues Gefühl für den Adel der Arbeit und muß notwendig dahin führen, daß auch für die Rechtsbetrachtung im Gegensatz zum Bürgerlichen Gesetzbuch die Gütererzeugung vor und über der Güterbewegung steht.

Die Ueberschätzung der Technik und der Kultus der Begriffe hat die Verfasser des Bürgerlichen Gesetzbuches zu einer Mißachtung des Lebens ge­führt, die denen, die für das Rechtsleben des deut­schen Volkes der Gegenwart verantwortlich sind, keine Wahl läßt. Das Bürgerliche Gesetzbuch ist ein Werk der Vergangenheit, das be­schleunigter Ablösung bedarf. Die großen Richt­linien, die für die Umgestaltung des Privatrechts maßgebend sein müssen, sind also die Abkehr vom Individualismus zum deutschen Gemeinschaftsgedanken und die Anpas­sung der Rechtsgebote an die richtige Bewertung der Lebensgüter. Soll und kann der Nachfolger des vor 40 Jahren geschaffenen Bürgerlichen Ge­setzbuches eine Kodifikation gleicher Art, also wie­der eine Zusammenfassung der Rechts­normen in einem Buch mit durchgezählten Paragraphen sein oder soll es in einzelne Gesetze aufgelöst werden? Es ist nicht möglich, das Ehe- und Familienrecht in demselben Gesetz zu behan­deln wie den Kaufvertrag, nicht möglich, dem Grundeigentum in demselben Gesetz das rechtliche Schicksal zu bereiten wie einer Fabrikware. Des­halb ist Voraussetzung für eine Wiedergeburt un­seres Rechts, daß man bie Klammern löst, mit benen bas Bürgerliche Gesetzbuch bie in ihm behandelten ungleichen Rechtsgebiete umspannt. Worauf man bei ber Neuorbnung unter keinen Um­ständen verzichten darf, ist die Durchdringung und Erkenntnis des gesamten Rechte­st o f f e 5. Eine verantwortungsbewußte Gesetzes­reform kann der wissenschaftlichen Grund­lage nicht entbehren. Nichts wäre verhängnis­voller als der Glaube, daß guter Willen das Kön­nen ersetzen kann. Zu einer guten Gesetzgebung ge­hört Nicht nur ein großer männlicher edler Sinn, eine unbedingte Festigkeit, sondern eine unendliche Umsicht und Mannigfaltigkeit der Kenntnisse.

Gesundung und Volksnähe Unseres Rechts ist nur zu erzielen, wenn man auch äußerlich die Ebenen­

unterschiede des Lebens in Erscheinung treten läßt. Zu diesem Zweck sind, abgesehen von dem sozialen Arbeitsrecht, das sich bereits vom Bürgerlichen Ge­setzbuch gelöst hat und eigene Wege geht, drei Gruppen von Rechtsnormen auszusondern: Das Recht der Personen, das Recht der Gemein­schaften und das Grundstücks - oder Bo- denrecht. Im Perfonenrecht wären vor allem die Persönlichkeitsrechte zu behandeln, also auch der Schutz der Ehre und der Freiheit, die Be­deutung des Ehrverlust für bie Fähigkeit, Träger von Rechten zu fein, bas Recht ber geistigen Schöp­fung. Hierher gehört auch bas Eherecht, das ge­samte Familienrecht und als Recht ber Geschlechter­folge bas Erbrecht. Im Recht ber Gemein­schaften, für bas ber Gebaute ber Treue leitend fein muß, wären bie Vereine unb Körperschaften zu behandeln. Dabei wäre aber auch auf die Gliede­rung in Stände und Wirtschaftsverbände Rücksicht zu nehmen. Das Grund stücksrecht müßte los­gelöst vom Recht der sog. beweglichen Sachen nicht nur den Erwerb von Grundeigentum, sondern auch den Inhalt dieses Eigentums bestimmen, daneben bie Nachbar- unb Nutzungsrechte unb bas Grund­pfandrecht behandeln. Hier fände auch feinen rich­tigen Platz das Recht der Wohnstätte und Gewerbe­stätte sowie das Grundstückspachtrecht.

Scheidet man diese drei großen Rechtsgebiete aus, so bleiben noch die Rechtsregeln übrig, die man besser als Regeln über den Rechtsverkehr des täglichen Lebens bezeichnen kann. Hierher gehören z. B. die Generalklausel über Treu und Glauben und Achtung der Verkehrssitte unb bie Grundsätze über den Wettbewerb, Vorschriften über Arbeit unb Lohn, bas Recht ber Gütererzeuo.ung unb ber Güterverteilung und schließlich bie Bestim­mungen über Gelb und Geldleihe.

Die Erneuerungsarbeiten müssen nun je nach ber Dringlichkeit auf ben verschiebenden Gebieten gleich­zeitig in Angriff genommen unb, sobald es möglich ist, in Einzelgesetzen abgeschlossen werben. Vorbehalten bleibt bann, sobald bas Programm eines Teils erfüllt ist, bie zu ihm gehörenben Ein­zelgesetze zu einer einheitlichen Gesetz» gruppe in fortlaufenber Zählung zu vereinigen. Manche der neuen nationalsozialistischen Gesetze führen ein so starkes Eigenleben, daß sie jedoch als solche erhalten bleiben müssen, so z. B. das Erbhof­gesetz, das Patentgesetz.

in Sianfu beweisen, wie wenig es sich um die Laune eines verärgerten Organes Nankings han­delte. Mag Tschiangkaischek, ber einenErholungs­urlaub" antrat, nur für eine Weilebas Gesicht verloren" haben, mag es Nankinger Silber-Diplo­matie gelingen, bie aufständische Bewegung in Schensi auf unblutige Weise vorläufig zu überwin- ben: alle Anzeichen sprechen dennoch bafür, daß bie Kuomintang auch in Mittelchina bei ihrem riedlichen Aufbauwerk mit immer neuen nachhal­tigen Störungen zu rechnen haben wird.

Es entspricht durchaus dem Wesen der weltrevo­lutionären Bestrebungen Moskaus, wenn es einer- eits Japan als Seemacht Vorschub leistet, unb anbererseits zu Lande einheimischerote Armeen" einer allgemeinen japanfeindlichen Frontbildung zur Verfügung stellen läßt. Was be­deuten schon land- unb brotlose chinesischeMu- chiks" für bie Strategie bes Weltbolschewismus? Bauern auf einem Schachbrett. UeberaU, wo es in Norbwestchina zur Bilbung örtlicherSow- jetregierungen" kam, würben auch allerhanb Orga­nisationen fürkulturellen" Aufbauaufgezogen": Kommissariate für Volkserziehung mit Abteilungen ür Schulwesen,soziale Kultur" unbnationale" Propaganda,Arbeiter- unb Bauernbanken", Kon­sumvereine usw. Selten gebieh etwas baoon über bas papierne Stabium hinaus.Leninschulen" wür­ben gearünbet unb mußten roieber geschlossen wer­ben,Klubs" unbLesezimmer" blühten auf, um nach kurzem Dasein zu verwelken, kommunistische Zeitungen unb Zeitschriften erschienen, um meist halb einzugehen. Immer roieber hieß es, diePe­riode militärischer Angelegenheiten" erheische bie äußerste Anspannung aller finanziellen Hilfsmittel. Um so besser klappten alle Maßnahmen derWeg­nahme bes Ueberflüssigen", ber Beschlagnahme jebes noch so winzigen Silberschatzes, ber Vernich­tung aller privaten Fvrberungsrechte. Alles, was über bie Fristung bes nackten Lebens unb bie Be­

hauptung notbürftiger Kleibung unb Behausung hinausging, mußte von ber Bevölkerung jener Ge­biete, die die roten Heerhaufen jeweils besetzten, geopfert werden, einem möglichst großen militäri­schen Machtapparat über die Zeit hinwegzuhelfen, bis Rubel und Waffen über die Steppen und Wü­sten Mittelasiens aus Sowjetrußland nicht mehr spärlich und langsam, sondern in rasch wachsendem Tempo massenhaft rollen konnten und bis immer zahlreichere moderne Flugzeuge in denroten" Ge­bieten landeten, ohne wieder zurückzufliegen. Jetzt ist es offenbar soweit, daß die kommunistischengro­ßen Drei", die Generäle Tschu-Teh, Mao Tse Tung und Hsu Hsiang über genügend gut ausgerüstete Trup­pen verfügen und bie Möglichkeiten für Nachschübe aus Sowjetrußland entsprechend entwickelt sind, um einer geschickt angefachtenVolksfrontbewe- aung" gegen ben japanischen Imperialismus als scheinbares Rückgrat bienen zu können.

Moskau, bas, ob heute, morgen ober über­morgen, ist nebensächlich bafür bie enbgültigen Stich- unb Losungsworte ausgibt, kommt es vor allem darauf an, möglichst alles, was in Mittel­und Nordchina an neuer Ordnung entstand, in den Schmelztiegelkommuni st ischerSchein- Ordnung zu werfen. SeineDiktatur" krankt an einem unheilbaren Mißverhältnis zwischen Wollen und Können; sie kann ihr Heil nur in einer rest­losen Auflösu g aller bestenden Ordnung in allen Ländern der Erbe sehen. Soll etwa bas Sa­chalinöl, bas es Japan nach wie vor gönnt, bazu bienen, die Wogen bes Pazifik zu glätten? Man rechnet in Moskau im Gegenteil bamit, daß es bie Glut des Widerspruches zwischen japanischem und angelsächsischem Imperialismus zur See in hellen Flammen auflodern lassen wird. Das Rätsel der weltrevolutionären Erfolge Mostaus findet in ber einfachen Erwägung seine Lösung, baß es in unruh­voller Zeit einfacher ist Bränbe zu stiften als Bränbe zu löschen.

Englische Warnungen an Eden.

Nie Gefahr einer Rückkehr zur Ideologie Wilsons.Naily Mail" fordert Verständigung mit Deutschland.

London, 25. Jan. (DNB.) Die Monatszeit­schriftA n g l o - G e r m a n Review" veröffent­licht einen offenen Brief ihres Herausgebers Car­roll an (Eben. Carroll macht bem englischen Außenminister ben Vorwurf, baß er in deutsch- feinblidjen Vorurteilen befangen sei. Ei? dürfe aber nicht vergessen, daß Deutschland die größte Kontinentalmacht unb Eng­lands Nachbar sei. Die Bemerkung Edens über Geschütze und Butter sei ein Unsinn gewesen, denn Fein Land gebe gegenwärtig mehr Geld für Geschütze aus als Großbritannien. Bei einem Be­such in den englischen Elendsquartieren müsse man sich fragen, ob es nicht besser wäre, wenn England vielleicht einige Geschütze einspare, um der Bevölkerung Brot und Butter zu geben. Auch bie ständigen Anwürfe gegen Deutschland, daß es ein Feind der Demokratie sei, könnten keinem nützlichen Zweck dienen. Es sei eine offene Frage, ob es demokratischer sei, 600 Leute zu wählen, um bie Gesetze zu machen, als einen einzigen Mann zu diesem Zwecke zu wählen. Man müsse sich fragen, ob es klug ober nützlich sei, bauernd die Regierung zu schmähen unb zu beleidigen, bie ein befreundetes Nachbarvolk m i t einer unendlich größeren Mehrheit gewählt habe, als man dies jemals in Eng­land erlebt habe. Auf ben Vorwurf, daß Deutsch­land versuche, Europa in zwei Lager zu teilen, sei zu antworten, daß England im Schlepptau Frankreichs seit 18 Jahren sich bemüht habe, Europa in zwei Lager von einer anderen Natur aufzuteilen. 18 Jahre lang habe England die gefährliche französische These unterstützt, daß Deutsch­land unter allen Umständen niedergehalten werden müsse unb nicht als gleichberechtigter Staat

auftreten dürfe. Es fei ihm wohl bekannt, daß Hitler eine ernste Verständigung zwischen Deutschland, England und Frankreich wünsche. An Eden sei es jetzt, die Wahl zu treffen und zu zeigen, daß er wirklich dem Frieden bienen wolle.

ImObserver" wendet sich (Barnin gegen die letzte Rede Edens. Er stelle moralische Forderungen auf die fast wie britischeZehn Gebote" aussehen, in einer ungewöhnlichen, ja zwischen Großmächten einzigartigen Sprache, ohne anzu­regen, daß Großbritannien deutsche Gedanken an­nehme. Das sei kein Kompromiß. Es sei auch zu befürchten, daß bas kein Geschäft sei. Ebens Plan scheine eine Rückkehr zur Jbeologie Wil­sons zu sein mit sehr viel weniger erfolgverspre­chenden Aussichten als vor 20 Jahren. Der Außen­minister solle sich hüten, bie Gefahren zu ver­schlimmern, die er zu bannen wünsche. Deutschland werde beschworen, sein Herz unb sein System zu ändern. Ein ähnliches Ersuchen werde aber nicht an Stalin unb an ben bewaffneten Kommunismus gestellt. Der Führer werde eingelaben, britische Anschauungen an die Stelle derjenigen zu setzen, die das Ideal seiner Bewegung seien. Hitlers Aufgabe habe darin bestanden, sein Volk aus ber Niederlage zu erheben, bie Versailler Unterjochung zu zerbrechen unb Deutschlanbs Ehre wieberherzustellen unb zu vermehren. England aber fordere ihn auf, seinen Vierjahresplan aufzugeben, was eine glatte Unmöglichkeit fei, denn der Dierjahresplan fei bie wirtschaftliche Grunblage ber Verteibigung. Er fei keineswegs ein Plan ber Be­schränkung unb Ausschließlichkeit. Er sei in der Hauptsache ein Plan zur Entwicklung ber inneren Hilfsquellen. Der lebenswichtigste Teil bes Vierjahresplanes, soweit er militärischer

Natur fei, werbe nicht erst 1940. sondern in w e - niger als 12 Monaten fertiggestellt sein. Dann werbe Deutschland seinen eigenen Treibstoff wie auch feinen eigenen Gummi Herstellen. Eden werde diesen Prozeß nur noch beschleunigen. Deutschland werde im Falle einer Flottenblockade unverwundbar oder sehr viel weniger verwundbar sein als dies beim letzten Kon­flikt der Fall gewesen sei. Das werde sein Ziel sein müssen, solange auch nur die geringste Gefahr eines neuen Konfliktes mit Großbritannien gegeben fei. Auf Abwendung einer Katastrophe könne man nicht hoffen, wenn Eden die Ideologie Wilsons wieder» erwecke, sondern nur im Falle eines Verfahrens, das mehr vermittelnd und weniger diskriminie­rend fei.

Das Rothermere-BlattDaily Mai l" fetzt sich für eineherzliche unb bauernbe Verftänbi- gung mit ber beuifchen Nation" ein. Die Rebe Blums über die Unteilbarkeit bes Friebens fei Unsinn, benn berUnteilbare Friebe" bebeute ben unmittelbaren unb unoermeib» liehen Krieg. Deutschland suche einen Frieben, in dem es gleich berechtigter Partner der anderen westeuropäischen Mächte sei. Es habe im­mer wieder darauf hingewiesen, daß die unaufhör­liche Wirksamkeit bes Bolschewismus die Herstellung nachbarlicher Beziehungen vollkommen unmög - l i ch mache. Deutschland sei weiter überzeugt, daß es auf Grund seiner Leistungen auf allen Gebie­ten Anspruch auf einen Platz an ber Sonne habe. Jedem Einsichtigen sei es klar, daß die Bemühungen, eine 68-Millionen-Volk von ber Beteiligung an auswärtigen Besitzungen auszufchlie- ßen, zum Scheitern verurteilt seien. Deutschland unb Italien finb bie Pfeiler der Ordnung auf dem Festland. Die Völker, die den unter­irdischen Feldzug der Bolschewisten zunichte mach­ten, haben nicht nur ihre eigenen Völker von Ter­ror unb Blutvergießen befreit, fonbern gleichzeitig Europa einen Dienst geleistet. Das deutsch-englische Flottenabkommen sei ein Beweis dafür, daß eine Verständigung zwischen Deutschland und England möglich sei, wenn man bie rich­tige Methode anwende.

Das Rohstoffproblem.

Becks Vorschlag an den Bölkerbnndsrat.

Genf, 25. Jan. (DNB.) Der Bericht des pol­nischen Außenministers Beck über die Einsetzung eines Studienausschusses für die Rohstofffrage ist veröffentlicht worden. Der Berichterstatter be« merkt zunächst, daß die Londoner Währungs- und Wirtschaftskonferenz dieses Problem lediglich von der Frage der damals schwankenden Rohstoff- preise her erörtert habe. Der damalige englische Außenminister Sir Samuel Hoare hatte erklärt, baß ber Augenblick gekommen sei, um eine Unter­suchung barüber mit Nutzen in Angriff zu nehmen, wie alle Länder auf gleichem Wege für ihren Handel Zutritt zu gewissen Rohstoffen erhalten können. Der polnische Bericht weift darauf hin, baß sich bie Lage feit ben Anregungen Sir Samuel Hoares nicht gebeffert habe, im Gegenteil habe bas Problem ber Rohstoffversorgung, das ab­wechselnd mit Kolonial-, Einwanderungs-, Handels­und Währungsfragen und mit der Sorge um na­tionale Verteidigung und Prestige vermengt und verwechselt worben sei, zu lebhaften Polemiken Anlaß gegeben. Deswegen fei es wichtig, daß ejn unparteiisches und sachverständiges Organ unverzüglich auf wirtschaftlichem Gebiet bie von ber letzten Versammlung angeorbnete U n tersuchung vornehme, b. h. daß der Rat jetzt die vorgesehene Kommission bilde, der die Auswahl der zu behandelnden Rohstoffe überlassen bleiben müsse. Es sei notwendig, in diese Kommis­sion Staatsangehörige der wichtigsten Länder auf­zunehmen, die sich hinsichtlich der Rohstoffftage in verschiedener Lage befinden. In gewissen Fragen sei die Mitarbeit von Nichtmitgliedern des Völkerbundes erwünscht. Hier kämen hauptsächlich Deutschland, Brasilien, die Vereinigten Staa»

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Sie K die Ach 8emaladmira Beilei .Kiel, 25. Jan. ( Rufern, oon den S KiegMrinesiadt 5 bekenkreinslaggen a Friedhof wurde du * Kriegsmarine-Ve " die am 19. Za ® üeben kam. / der Kapelle be- ^en unb hinterb! 7! der Oberbefehl Ardmiral Dr. h. fe nnd des A Mr und Rei. '^mch beauftre herzen ®ie * i Marine daher UNS fei jL M weilt i «J? und ihren tysfoeSl ^Qi)ni S'tt K-,r