Lugendliche Forscher.
Als vor wenigen Monaten der National- sozialistische Lehrerbund im Verein mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, und dem Reichsmini st erum für Volksaufklärung und Propaganda seinen großen „Hilf-M:t!"-Wettbewerb „Volksgemeinschaft — Bluts gerne ins chaft" ausschrieb und eine Reihe der bedeutendsten Männer von Partei und Staat in Aufsätzen und Reden dazu das Wort nahm, in allen deutschen Schulen, ja selbst in den meisten Familien diese Appelle Widerhall fanden, da wurde es den Verantwortlichen für diese Ausschreibung erst recht klar, wie richtig eine solche Fragestellung, an das ganze deutsche Volk gerichtet, ist. Nun sind bereits Monde seit dem Beginn des Wettbewerbs ins Land gezogen, und wir haben hier und dort deutsche Schulen besucht oder haben uns berichten lassen, wie in den Klassenzimmern die Arbeit nach der Ausschreibung Raum gewonnen hat. Ein paar einfache Beispiele mögen erzählen von der Freude der Jugend an diesem Wettbewerb, mögen aber auch zugleich Zeugnis ablegen von dem Einsatz der nationalsozialistischen Erzieherschaft für eine der weitfassendsten und bedeutendsten Erziehungsforderungen unserer Tage: der Frage nach Blut und Volksgemeinschaft.
Wir treten in eine einklassige Dorfschule. Sie ist fern auf einer kleinen Insel gelegen. Pon den Wänden des Zimmers grüßen uns Tabellen. Sie zeigen, wie hier auf dem Eiland Sippe neben Sippe wohnt, von deren Wachsen und Werden verkünden, aber auch von Untergang und Verlöschen derselben. Eifrig sind die Kinder dabei, sich einzusetzen für die Erforschung des Erbgutes ihrer Heimatinsel. Da sieht man in der Mittelstufe blondhaarige Mädel und Buben beschäftigt, den Grundriß ihres elterlichen Hauses festzuhalten. Und man erkennt, wie diese Schiffer und Fischer hier nach den Gegebenheiten ihres Eilandes ihre Wohnstätten richten muhten. Skizzen von Warften und Bauformen erzählen von ständigem Kampf gegen Wind und Wellen, aber auch von dem siegreichen Bestehen dieser Fehde gegen die Elemente. Nun werfen wir noch einen Blick auf die Arbeiten der Oberstufe. Mit Tusche sind die Kinder dabei, die alten Handzeichen der Insel wiederzugeben. Vor jedem Kind liegt schon eine der gefertigten Ansichtsskizzen des elterlichen Hauses und auf dem Pulte bereits das Album, das die Arbeit beider Altersstufen sinnvoll vereinigen wird. Wir hören von dem Kollegen, daß auch schon die Kleinsten seit längerem heftig bemüht gewesen sind — ausgerüstet mit einem Fragebogen — von Haus zu Haus wichtige Aufzeichnungen über Baujahr, Besitzwechsel usw. bei den einzelnen Hauseigentümern zu sammeln. So wächst die Arbeit ihrer Zeichenstunde sinnvoll hinein ins Leben und damit in die Aufgaben des Wettbewerbes. Als wir nach wenigen Minuten wieder hinaustreten auf die Insel und den unendlich sich dehnenden wolkigen Himmel über dem Eiland sehen, das Rauschen der See hören und einige Worte mit den Bewohnern gewechselt haben, tragen wir mit uns hinein — zusammengewachsen aus dem Erleben der Schulstube und einem ähnlichen auf der Insel: ein Stück Wissen um Volkstum und Kampf und seiner Erhaltung auf einem einsamen Eiland des großen deutschen Vaterlandes.
Die Bahn führt uns weiter in den Süden des Reiches. An den Hängen des Harzes treffen wir eine Oberklasse in einem Bergdorfe gleichfalls beschäftigt, zur Lösung der durch den Wettbewerb gestellten Frage beizutragen. Hier wohnt ein Geschlecht kerniger Holzfäller, gewohnt, den uralten Tannenriesen stiller Wälder mit der Axt zu begegnen. Viele Sagen und Märchen gehen hier um. Man weiß zu erzählen von Prinzeß Ilse, von dem Werden der Roßtrappe, den Geistern der Heren auf dem Hexentanzplatz — kurz, auf diesem Boden wuchs ein großes Stück deutscher Volkspoesie. Und mitten dazwischen leben die einfachen Menschen, legen die Art an die Bäume und schichten Jahr für Jahr ihre Meiler. Was Wunder, daß man hier in unserer Dorfschulklasse nach ganz anderen Gesichtspunkten an die Arbeit gegangen ist, das Thema zu bearbeiten als dort, wo die See rauscht. Es ist den Kindern wohlbekannt, wie vor vielen Jahren nordische Menschen hierher gewandert kamen. Und nun forscht die Klasse in der Geschichtsstunde mit heißem Bemühen in dem Märchen- und Sagengut nach den Quellen ihrer einstigen Herkunft. Wir sehen, daß die Kinder von sich aus festgestellt haben, daß manche der Sagen stiller Harzwälder einmal ihren Ursprung weit, weit im Norden hatten, hier umgewandelt und auf das Land zugeschnitten wurden und jetzt längst festes Heimatgut geworden sind. Nach diesem Wissen schließt sich der Strom des Blutes mit dem der Urväter aus dem Norden. Ein wunderbares Büchlein entsteht. Auf seinem Deckel trägt es bereits die Inschrift: „Das Erbgut — ein heilig Lehen!" Ein paar Bilder von Verwandten aus dem Norden, Hausrataufnahmen unterstreichen das Ergebnis der Forschungsarbeit dieser regen Dorfschulklasse.
Es ist kurz vor den Herbstferien. Wir dürfen eine Stunde dem Unterricht einer Berliner Lyzeumklasse beiwohnen. Die junge Handarbeitslehrerin ist eben dabei, ihren jungen Mädchen zu erklären, wie jeder künstlerische Niederschlag in einer Arbeit gebunden ist an Blut und Rasse. „Das kommt", so sagt sie, „am deutlichsten zum Ausdruck in den alten Schmuckornamenten, die man in altgermanischen Gräbern fand und die sich, wenn auch in Abwandlungen, im Volke erhalten haben bis auf den heutigen Tag." Nun arbeiten sie alle daran, Lehrerin und Schülerinnen, vom Webbrettchen angefangen bis zum Spannrahmen, solches urdeutsches Schmuckwerk in sinnvolle Beziehung zum Thema des „Hilf- Mit!"-Wettbewerbes „Volksgemeinschaft — Blutsgemeinschaft" zu setzen.
Ein paar Bilder nur zeigten wir auf. Sie alle beweisen aber, wie stark hier in Wahrheit Erzieher und Jugend gemeinsam am Werk sind. H. H.
Die Hoskarte im landwirlschasllichen Veiriebe.
ZdR. Wer von der Stadt einmal wieder zu Angehörigen und Freunden auf dem Lande kommt, um mit ihnen nach der Erntearbeit mit mehr Ruhe als sonst im Jahreslauf der Landwirtschaft zu
plaudern, wird dabei auch von der „H o f k a r t e" erfahren, die zu jedem Betrieb gehört. Hofkarte mit viel Schreibarbeit am Ende — ist das so eine Son- derform des Papierkrieges? Nein, der städtische Besucher irrt mit dieser Annahme. Und er tut gut daran, sich die Hofkarte seiner Verwandten und Freunde einmal genau anzusehen. Dann sieht er, wie stark d i e P r a x i s aus den Aufzeichnungen spricht. Die Hofkarte gibt über die Größe des Betriebes, die Zahl seiner Mitarbeiter, das Kulturarten- und Anbauverhältnis, den Viehbestand, die Leistungen auf dem Acker und im Stall, das Inventar des Hofes usw. Auskunft! Wenn der landwirtschaftliche Berater die Einzelhöfe besucht, erleichtert ihm
diese Hofkarte seine Aufgabe. Mit einem Blick übersieht er die Leistungen des Betriebes und vermag schon danach zu den Ursachen vorzudringen, die beispielsweise zu Leistungsschwankungen führten. Das Erkennen dieser Ursachen, besonders von Mängeln, ist aber die Voraussetzung für ihre Beseitigung; das Wissen um vorhandene Steigerungsmöglichkeiten wiederum macht es dem Berater möglich, auf die Wege zu verweisen, die dem Betriebe finanzielle Vergünstigungen und Beihilfen zuführen. Die Erfassung aller schlummernden Leistungsreserven eines Hofes für die Gesamternährungswirtschaft erleichtert, wie es die Praxis bereits gezeigt hat, die Hofkarte.
Dorfbuch — Dorfgemeinfchafisabende.
Wegweisend für die Kommenden!
ZdR. Nach den vordringlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung des Bauerntums und feiner Scholle ist der nationalsozialistische Staat nun am Werk, in dem Landmann den Willen zur eigenen Lebensart zu stärken, seine unverbildeten Seelenkräfte zu neuer Gestaltung aufzurufen und ihm die deutsche Kultur in ihrer Gesamtheit zu erschließen. Aus der natürlichen Einschätzung der im bäuerlichen Menschen ruhenden Werte haben wir erkannt, daß es niemals darauf ankommen darf, ins Dorf etwa eine billige Nachahmung städtischer Vergnügen und Ablenkungen zu verlegen. Das Ziel ist vielmehr, Selbstbesinnung zu wecken, neues Leben aus der eigenen Kraft, Freude am eigenen, einfachen und gesunden Wesen zu entfachen. Die sichtbarste Form dieser Bestrebungen ist der Dor f- g e m e i n s ch a f t s a b e n d , die Erlebnisstätte alles dessen, was aus dem seelischen Reichtum der Ahnen sich in Lied, Tanz, Spiel und Tracht, in Sage, Märchen und Brauch tausendfältige Ausdrucks- formen geprägt hat.
Die stärkste und gemeinschaftsbildende Kraft wird dabei von dem Dorfbuch ausgehen, das vom Reichsnährstand und der Reichsjugendführung gemeinsam mit dem Amt „Deutsches Volksbildungswerk" der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" betreut wird. Im Dorfbuch wird ein getreues und klares Spiegelbild von dem gesamten Leben des Dorfes in Vergangenheit und Gegenwart ausgezeichnet. In tausendfältiger Kleinarbeit soll das Ueber- lieferte zusammengetragen und mit den lebendigen Kräften der Gegenwart zu einem wahicheitsge- treuen Bild bäuerlicher Lebensart verdichtet werden, zu einem Buche des Stolzes und der Heimatliebe, zu einem Wegweiser für die Kommenden.
lieber das äußere Dorfbild, den Menschenschlag, über Dorskultur in Sitte un£) Brauch, in Volks
sprache, Volksweisheit, Tracht und Lied, über das ständische Leben, die Erzeugungsschlacht, über alle Kämpfe, Siege oder auch Niederlagen wird das Dorfbuch der Wirklichkeit gemäß berichten. Besonders eifrig soll der Geschichte des Dorfes nachgespürt werden. In dieser natürlichen Verknüpfung von Ueberlieferung und Gegenwart sieht sich die dörfliche Gemeinschaft einbezogen in die Geschichte unseres Volkes.
In jedem Dorf wird in diesen Wochen eine A r - beitsgemeinschaft für das Dorfbuch gebildet, der im allgemeinen der Ortsgruppenleiter
Der Sammler des wliw.
im Dienfl für Did|, Denn er /////|um ist Ein Bindeglied der GemeinffiofL (ä) nur Durdi diefe Bemeinfdjofl lebst auch Du!
und der Schulungsleiter der NSDAP., der Ortsbauernführer, der Ortswart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der Referent des deutschen Volksbildungswerkes, der Bürgermeister, die Lehrer und darüber hinaus solche Persönlichkeiten angehören, deren engere Mitarbeit sich durch Erfahrungen und Kenntnisse rechtfertigt. Es wird dabei unerläßlich sein, jedem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft ein Teilgebiet zu übertragen, je nachdem, wie es dessen Bereitschaft, Befähigung oder auch Freizeit entspricht. Immer aber wird die Arbeitsgemeinschaft ihre eigentliche Aufgabe darin sehen, die tätige Anteilnahme jedes Bauern zu gewinnen, um ihm den Wert seiner bodengebundenen bäuerlichen Kultur und seines ländlichen Volkstums eindringlich vor Augen zu führen. Ho.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von K. Helling.
Elegante Zertrümmerung.
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d e f g h
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Die abgebildete Stellung ergab sich in der Partie Schmitt (Breslau) gegen Rellstab (Berlin) im Turnier zu Bad Oeynhausen. Durch einen überraschenden Problemzug gelang es Schwarz, in wenigen Zügen den Sieg zu erzwingen.
Wie setzt Schwarz am stärksten fort?
Figurenangriff.
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d____e____f__g____b
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a b c d e f g h
Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Witkin gegen Dreyer eines südafrikanischen Meisterturniers. Schwarz ist am Zuge und kann bei gutem Angriffsspiel einen Bauern gewinnen.
Was zieht Schwarz in der abgebildeten Stellung am stärksten?
Lösung der Schachaufgabe „Eine Zertrümmerung".
Weiß: Kgl, DH5, Tal, Tel, Ld5, Lf4, Sf2, Bb2, c4, ö3, g3, H4 (12). Schwarz: KH7, Db6, Tb8, Ts6, Lb7, LH6, Se5, Bb4, d6, d4, f5 (11).
1. TelX e5, d6X e5. (Nach DXa7 käme 2e7+ nebst LXH6.) 2. Lf4XH6, Ts6XH6. 3. DH5—f7+, KH7—H8. 4. Ta7Xb7, Dd6Xb7. (Nach TXb7 käme Dg8 matt.) 5. Le5Xb7, und Weiß gewinnt leicht.
Lösung der Schachaufgabe „Doppeltes Turmopfer".
Weiß: Kgl, Dc4, Tdl, Td2, Lb3, Lg3, Se2, Sf3, Ba4, b2, c2, e4, f2, g2, H2 (15). — Schwarz: Kg8,
Dc7, Ta8, Te8, Lc8, Lf6, Sf8, Sg6, Ba7, b7, c6, e5, f7, g7, H6 (15).
1. Td2—d7! Sf8Xd7 (oder LXd7? 2. 2)Xf7+ und Dg8 matt). 2. Dc4Xf7+, Kg8—H7. 3. Dd7Xe8, Sd7—s8. 4. H2—H4, Ta8—b8. 5. H4—H5! Lc8—e6. (Schwarz hofft die Dame zu fangen!) 6. h5Xg6-s-, KH7—H8. 7. Tdl—Ö7Ü (Das gleiche Opfer, das den Angriff eröffnet, folgt überraschenderweise ein zweites Mal! Der Witz dabei ist, daß der Springer f8 gefesselt ist und nach DXd7?, der Turm b8 ungedeckt steht.) 7..... Le6Xd7. 8. De8—s7, Sf8Xg6.
9. Df7Xg6, und Weiß gewann.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Literatur der Angelsachsen.
Jemand, der dem berühmten Dschungel-Dichter Rudyard Kipling einen Streich spielen wollte, übergab der Londoner „Times" ein Gedicht, das er mit Kiplings Namen unterzeichnete. Natürlich beeilte sich die Redaktion, es sofort in Druck zu geben.
Kipling las es, aber er behielt seinen guten Humor und schrieb an die „Times" nur, daß er das Gedicht „verdammenswert schlecht" fände.
Aber ebenso gefaßt schrieb ihm die Redaktion zurück: „Wir sind ganz dieser Ansicht! Wir haben es auch nur gebracht, weil wir glaubten, es fei von Ihnen!"
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Der amerikanische Dichter Theodore Dreiser äußerte im Verlaufe eines Gespräches, das er einem Journalisten gewährte, er verabscheue nichts so sehr wie die Unwahrheit. Noch nie sei eine Lüge über seine Lippen gekommen.
Sinclair Lewis, sein literarischer Antipode, las diesen Ausspruch und meinte dazu nur: „Daran ist nicht zu zweifeln, so weit ich Dreiser kenne, spricht er durch die Nase."
Konsequenz.
Der berühmte englische Dramatiker Bernard Shaw ging eines Tages mit einem Freunde spazieren. Sie stießen auf ein paar Jungen, die einen Hund mißhandelten. Shaw, ein eifriger Anhänger des Tierschutzes, erhob sofort seinen Spazierstock und nahm die Verfolgung der Bengels auf, die bei der drohenden Gefahr den Hund losließen und die Flucht ergriffen. Sie hatten jüngere Beine als der Dichter und waren bald verschwunden. Dieser kehrte ganz atemlos zurück und erging sich in wilden Ausmalungen der grimmigen Strafe, die die kleinen Uebeltäter getroffen hätte, wenn er sie erwischt hätte. „Aber ich denke, Sie sind ein strenger Gegner jeder körperlichen Züchtigung?" fragte der Freund. — „Das bin ich auch", knurrte Shaw, „aber ich habe noch nie Anspruch darauf gemacht, konsequent zu sein."
Geflüster tm Kino.
Während einer Liebesszene im Kino stieß Frau Schmidt ihren Mann an und flüsterte ihm zu: „Warum erklärst du mir nie deine Liebe auf diese Weise?" — „Ha", erwiderte der Mann, „weißt du, was der Kerl dafür kriegt?"
Oie neuen Gchweinepreise tm Ahein- Main-Gediet im Jahre 1938.
Fwd. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Schweinezählung vom 3. September zeigten einen Gesamtbestand von 25,51 Mill. Stück, d. h. ein Minus von rund 500 OOO Stück gegenüber den Ziffern um die gleiche Zeit des Vorjahres. Während die Bestände an Schlachtschweinen und Läufern mit 6,67 (5,98) bzw. 11,11 (11,10) Mill. Stück noch aus- reichen, um den Fleischbedarf in den nächsten Monaten zu decken, zeigten die Zahlen der Nachzucht ein stark rückläufiges Bild. Da infolge dieser Tatsache für das nächste Jahr Verknappungserscheinun- gen befürchtet werden müssen, muß der Bestand an trächtigen Sauen unverzüglich erhöht werden. Bei der gegenwärtigen Lage der Futtermittelversorgung ist nunmehr eine Aenderung der bereits seit längerer Zeit rückläufigen Entwicklungstendenz tm Schweinebestund dringend geboten. Seitens der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse sind daher entsprechende Verträge mit Viehhändlern, 23 er» wertungsgeuossenschaften, Bauern und Landwirten über Lieferung von 1 Million Stück Schweine in den Monaten August bis November 1938 abgeschlossen worden. Um nun auch dem Erzeuger, gestützt auf die gute Futtermittellage, einen Anreiz zu stärkerer Ausmästung zu geben und überhaupt die Schweinemast reizvoller zu machen, sind mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung die Preise für Schweine im Gewicht über 150 Kilogramm um 3 RM., für Schweine im Gewicht von 135 bis 150 Kilogramm um 2 RM. und für Schweine im Gewicht von 120 bis 135 Kilogramm um 1 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht erhöht worden. Die geltenden K l e i n ho n d e l s h ö ch ft p r e i f e für Schweine- fleisch werden durch diese Neuregelung nicht berührt.
In einer Anlage zur Anordnung Nr. 94 der HV. der deutschen Viehwirtschaft werden nunmehr die Grundpreise für Schlachtschweine auf den Schlachtviehmärkten veröffentlicht. Für die ins Rhein-Main-Gebiet fallenden Schlachtviehmärkte gelten ab 3. Januar 1938 nachstehende Grundpreise:
Schlachtwertklassen.
Frankfurt: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.
Darmstadt: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.
Mainz: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.
Wiesbaden: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.
Worms: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.
Die angegebenen Grundpreise erfahren je 50 Kilogramm Lebendgewicht vom 3.1. bis 28.5.1938 einen Abschlag von 0,50 RM., vom 18.7. bis 4.9.1938 einen Zuschlag von 3.— RM., vom 5.9. bis 2.10. 1938 einen Zuschlag von 2.— RM.
Die obere Preisgrenze darf bei allen Schlacht- wertklaffen nicht überschritten werden. Soweit eine untere Preisgrenze festgesetzt ist, darf diese nicht unterschritten werden.
Zuchthaus
für einen ungetreuen Beamten.
Lpd. Marburg, 24. Nov. Anfangs September d. I. wurde der 39jährige Postschaffner Georg Derfch in Buchenau (Kreis Biedenkopf) in Untersuchungshaft genommen, als sich bei einer Nachprüfung ergab, daß D. in Ausübung feines Amtes Unredlichkeiten begangen hatte. Die Große Strafkammer legte nunmehr D. zur Last, in der Zeit von Mai bis September 1937 in zehn Fällen die ihm zur Beförderung anvertrauten Postgelder (insgesamt etwa 450 Mark) unterschlagen, das Annahmebuch unrichtig geführt, Zahlkarten vorsätzlich vernichtet und Falschbeurkun'dungen vorgenommen zu haben. Das Urteil lautete auf ein Jahr zwei Monate Zuchthaus und 450 Mark Geldstrafe. Unter Berücksichtigung mildernder Umstände überschritt das Gericht die gesetzliche Mindeststrafe nur in geringem Maße und rechnete die Untersuchungshaft an. Der Verurteilte nahm feine Strafe sofort an.
Büchertisch.
— Margot Boger: Der Godöwols. Ein deutsches Schicksal aus Widukinds Tagen. Leinen 2,85 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (467) — Die wilden Kämpfe der Sachsen mit dem Frankenkönig Karl um die Freiheit ihres Volkes bilden den düsteren Hintergrund dieses packenden Romans. Ramwolt, der junge Edeling vom Godöhof, hält unbeirrt fest an Heimat und Götterglauben. Die neue Zeit des Friedens für das ausgeblutete Sachsenvolk findet Ramwolt als verbitterten Mann, der die Zeichen der neuen Zeit nicht versteht. Als Godöwolf geht er um, landflüchtig und wird zum — Schädling des eigenen Volkes, der endlich, sich selbst getreu, den Flammenstotz besteigt und die alte Zeit mit sich nimmt in sein Walhall.
— Charlotte Koehn " Behrens: Du bi st Dein Schicksal. Geh. 2,40, Lwd. 3,40 Reichsmark. I. F. Lehmanns Verlag, München. — 480. — Meist halten wir für unser eigenes Versagen die Fehler oder die böse Absicht der anderen für ausschlaggebend. Nur wenige Menschen gibt es, die die Schuld bei sich selbst suchen, wenn Schwierigkeiten in ihrem Leben auftauchen. Aber diese sind auf dem rechten Wege, denn nur Selbsterkenntnis führt uns zu der Einsicht: Jeder Mensch schmiedet sein Schicksal selber. Sind wir uns hierüber klar geworden, dann haben wir auch die Psicht, Herr über zeitweilige seelische Gleichgewichtsstörungen und Hemmungen zu bleiben und zu lernen, unser Schicksal selbst zu gestalten. Hier greift die Verfasserin in tiefem Verantwortungsbewußtsein helfend ein. Frau Koehn-Behrens will die in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten Erkenntnisse dem ganzen deutschen Volke nahebringen. Darum hat sie ihr Buch geschrieben in enger Verbindung mit dem Deutschen Institut für Seelenforschung uftd Psycho' therapie, dessen Leiter Prof. Dr. M. H. Göring das Vorwort zu dem Buch geschrieben hat.
Sie amdriickßicli
MAGGI8 Fleischbrühe*
Kennzeichen
Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung!


