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Lugendliche Forscher.

Als vor wenigen Monaten der National- sozialistische Lehrerbund im Verein mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, und dem Reichsmini st erum für Volks­aufklärung und Propaganda seinen gro­ßenHilf-M:t!"-WettbewerbVolks­gemeinschaft Bluts gerne ins chaft" ausschrieb und eine Reihe der bedeutendsten Männer von Partei und Staat in Aufsätzen und Reden dazu das Wort nahm, in allen deutschen Schulen, ja selbst in den meisten Familien diese Appelle Widerhall fan­den, da wurde es den Verantwortlichen für diese Ausschreibung erst recht klar, wie richtig eine solche Fragestellung, an das ganze deutsche Volk gerichtet, ist. Nun sind bereits Monde seit dem Beginn des Wettbewerbs ins Land gezogen, und wir haben hier und dort deutsche Schulen besucht oder haben uns berichten lassen, wie in den Klassenzimmern die Arbeit nach der Ausschreibung Raum gewonnen hat. Ein paar einfache Beispiele mögen erzählen von der Freude der Jugend an diesem Wettbewerb, mögen aber auch zugleich Zeugnis ablegen von dem Ein­satz der nationalsozialistischen Erzieherschaft für eine der weitfassendsten und bedeutendsten Erziehungsfor­derungen unserer Tage: der Frage nach Blut und Volksgemeinschaft.

Wir treten in eine einklassige Dorfschule. Sie ist fern auf einer kleinen Insel gelegen. Pon den Wän­den des Zimmers grüßen uns Tabellen. Sie zeigen, wie hier auf dem Eiland Sippe neben Sippe wohnt, von deren Wachsen und Werden verkünden, aber auch von Untergang und Verlöschen derselben. Eifrig sind die Kinder dabei, sich einzusetzen für die Er­forschung des Erbgutes ihrer Heimatinsel. Da sieht man in der Mittelstufe blondhaarige Mädel und Bu­ben beschäftigt, den Grundriß ihres elterlichen Hau­ses festzuhalten. Und man erkennt, wie diese Schif­fer und Fischer hier nach den Gegebenheiten ihres Eilandes ihre Wohnstätten richten muhten. Skizzen von Warften und Bauformen erzählen von ständi­gem Kampf gegen Wind und Wellen, aber auch von dem siegreichen Bestehen dieser Fehde gegen die Elemente. Nun werfen wir noch einen Blick auf die Arbeiten der Oberstufe. Mit Tusche sind die Kinder dabei, die alten Handzeichen der Insel wiederzu­geben. Vor jedem Kind liegt schon eine der gefer­tigten Ansichtsskizzen des elterlichen Hauses und auf dem Pulte bereits das Album, das die Arbeit beider Altersstufen sinnvoll vereinigen wird. Wir hören von dem Kollegen, daß auch schon die Kleinsten seit längerem heftig bemüht gewesen sind aus­gerüstet mit einem Fragebogen von Haus zu Haus wichtige Aufzeichnungen über Baujahr, Besitz­wechsel usw. bei den einzelnen Hauseigentümern zu sammeln. So wächst die Arbeit ihrer Zeichenstunde sinnvoll hinein ins Leben und damit in die Auf­gaben des Wettbewerbes. Als wir nach wenigen Mi­nuten wieder hinaustreten auf die Insel und den unendlich sich dehnenden wolkigen Himmel über dem Eiland sehen, das Rauschen der See hören und einige Worte mit den Bewohnern gewechselt haben, tragen wir mit uns hinein zusammengewachsen aus dem Erleben der Schulstube und einem ähn­lichen auf der Insel: ein Stück Wissen um Volks­tum und Kampf und seiner Erhaltung auf einem einsamen Eiland des großen deutschen Vaterlandes.

Die Bahn führt uns weiter in den Süden des Reiches. An den Hängen des Harzes treffen wir eine Oberklasse in einem Bergdorfe gleichfalls beschäftigt, zur Lösung der durch den Wettbewerb gestellten Frage beizutragen. Hier wohnt ein Geschlecht kerni­ger Holzfäller, gewohnt, den uralten Tannenriesen stiller Wälder mit der Axt zu begegnen. Viele Sa­gen und Märchen gehen hier um. Man weiß zu er­zählen von Prinzeß Ilse, von dem Werden der Roß­trappe, den Geistern der Heren auf dem Hexen­tanzplatz kurz, auf diesem Boden wuchs ein gro­ßes Stück deutscher Volkspoesie. Und mitten da­zwischen leben die einfachen Menschen, legen die Art an die Bäume und schichten Jahr für Jahr ihre Meiler. Was Wunder, daß man hier in unserer Dorfschulklasse nach ganz anderen Gesichtspunkten an die Arbeit gegangen ist, das Thema zu bearbei­ten als dort, wo die See rauscht. Es ist den Kindern wohlbekannt, wie vor vielen Jahren nordische Men­schen hierher gewandert kamen. Und nun forscht die Klasse in der Geschichtsstunde mit heißem Bemühen in dem Märchen- und Sagengut nach den Quellen ihrer einstigen Herkunft. Wir sehen, daß die Kinder von sich aus festgestellt haben, daß manche der Sagen stiller Harzwälder einmal ihren Ursprung weit, weit im Norden hatten, hier umgewandelt und auf das Land zugeschnitten wurden und jetzt längst festes Heimatgut geworden sind. Nach diesem Wissen schließt sich der Strom des Blutes mit dem der Ur­väter aus dem Norden. Ein wunderbares Büchlein entsteht. Auf seinem Deckel trägt es bereits die In­schrift:Das Erbgut ein heilig Lehen!" Ein paar Bilder von Verwandten aus dem Norden, Hausrataufnahmen unterstreichen das Ergebnis der Forschungsarbeit dieser regen Dorfschulklasse.

Es ist kurz vor den Herbstferien. Wir dürfen eine Stunde dem Unterricht einer Berliner Lyzeumklasse beiwohnen. Die junge Handarbeitslehrerin ist eben dabei, ihren jungen Mädchen zu erklären, wie jeder künstlerische Niederschlag in einer Arbeit gebunden ist an Blut und Rasse.Das kommt", so sagt sie, am deutlichsten zum Ausdruck in den alten Schmuckornamenten, die man in altgermanischen Gräbern fand und die sich, wenn auch in Abwand­lungen, im Volke erhalten haben bis auf den heu­tigen Tag." Nun arbeiten sie alle daran, Lehrerin und Schülerinnen, vom Webbrettchen angefangen bis zum Spannrahmen, solches urdeutsches Schmuck­werk in sinnvolle Beziehung zum Thema desHilf- Mit!"-WettbewerbesVolksgemeinschaft Bluts­gemeinschaft" zu setzen.

Ein paar Bilder nur zeigten wir auf. Sie alle beweisen aber, wie stark hier in Wahrheit Erzieher und Jugend gemeinsam am Werk sind. H. H.

Die Hoskarte im landwirlschasllichen Veiriebe.

ZdR. Wer von der Stadt einmal wieder zu An­gehörigen und Freunden auf dem Lande kommt, um mit ihnen nach der Erntearbeit mit mehr Ruhe als sonst im Jahreslauf der Landwirtschaft zu

plaudern, wird dabei auch von derH o f k a r t e" erfahren, die zu jedem Betrieb gehört. Hofkarte mit viel Schreibarbeit am Ende ist das so eine Son- derform des Papierkrieges? Nein, der städtische Be­sucher irrt mit dieser Annahme. Und er tut gut daran, sich die Hofkarte seiner Verwandten und Freunde einmal genau anzusehen. Dann sieht er, wie stark d i e P r a x i s aus den Aufzeichnungen spricht. Die Hofkarte gibt über die Größe des Betriebes, die Zahl seiner Mitarbeiter, das Kulturarten- und An­bauverhältnis, den Viehbestand, die Leistungen auf dem Acker und im Stall, das Inventar des Hofes usw. Auskunft! Wenn der landwirtschaftliche Berater die Einzelhöfe besucht, erleichtert ihm

diese Hofkarte seine Aufgabe. Mit einem Blick über­sieht er die Leistungen des Betriebes und vermag schon danach zu den Ursachen vorzudringen, die bei­spielsweise zu Leistungsschwankungen führten. Das Erkennen dieser Ursachen, besonders von Mängeln, ist aber die Voraussetzung für ihre Beseitigung; das Wissen um vorhandene Steigerungsmöglichkeiten wiederum macht es dem Berater möglich, auf die Wege zu verweisen, die dem Betriebe finanzielle Vergünstigungen und Beihilfen zuführen. Die Er­fassung aller schlummernden Leistungsreserven eines Hofes für die Gesamternährungswirtschaft erleichtert, wie es die Praxis bereits gezeigt hat, die Hofkarte.

Dorfbuch Dorfgemeinfchafisabende.

Wegweisend für die Kommenden!

ZdR. Nach den vordringlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung des Bauerntums und feiner Scholle ist der nationalsozialistische Staat nun am Werk, in dem Landmann den Willen zur eigenen Lebensart zu stärken, seine unverbildeten Seelenkräfte zu neuer Gestaltung aufzurufen und ihm die deutsche Kultur in ihrer Gesamtheit zu er­schließen. Aus der natürlichen Einschätzung der im bäuerlichen Menschen ruhenden Werte haben wir erkannt, daß es niemals darauf ankommen darf, ins Dorf etwa eine billige Nachahmung städtischer Vergnügen und Ablenkungen zu verlegen. Das Ziel ist vielmehr, Selbstbesinnung zu wecken, neues Le­ben aus der eigenen Kraft, Freude am eigenen, einfachen und gesunden Wesen zu entfachen. Die sichtbarste Form dieser Bestrebungen ist der Dor f- g e m e i n s ch a f t s a b e n d , die Erlebnisstätte alles dessen, was aus dem seelischen Reichtum der Ahnen sich in Lied, Tanz, Spiel und Tracht, in Sage, Märchen und Brauch tausendfältige Ausdrucks- formen geprägt hat.

Die stärkste und gemeinschaftsbildende Kraft wird dabei von dem Dorfbuch ausgehen, das vom Reichsnährstand und der Reichsjugendführung ge­meinsam mit dem AmtDeutsches Volksbildungs­werk" der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" betreut wird. Im Dorfbuch wird ein getreues und klares Spiegelbild von dem gesamten Leben des Dorfes in Vergangenheit und Gegenwart ausgezeich­net. In tausendfältiger Kleinarbeit soll das Ueber- lieferte zusammengetragen und mit den lebendigen Kräften der Gegenwart zu einem wahicheitsge- treuen Bild bäuerlicher Lebensart verdichtet wer­den, zu einem Buche des Stolzes und der Heimat­liebe, zu einem Wegweiser für die Kommenden.

lieber das äußere Dorfbild, den Menschenschlag, über Dorskultur in Sitte un£) Brauch, in Volks­

sprache, Volksweisheit, Tracht und Lied, über das ständische Leben, die Erzeugungsschlacht, über alle Kämpfe, Siege oder auch Niederlagen wird das Dorfbuch der Wirklichkeit gemäß berichten. Beson­ders eifrig soll der Geschichte des Dorfes nachge­spürt werden. In dieser natürlichen Verknüpfung von Ueberlieferung und Gegenwart sieht sich die dörfliche Gemeinschaft einbezogen in die Geschichte unseres Volkes.

In jedem Dorf wird in diesen Wochen eine A r - beitsgemeinschaft für das Dorfbuch gebildet, der im allgemeinen der Ortsgruppenleiter

Der Sammler des wliw.

im Dienfl für Did|, Denn er /////|um ist Ein Bindeglied der GemeinffiofL (ä) nur Durdi diefe Bemeinfdjofl lebst auch Du!

und der Schulungsleiter der NSDAP., der Orts­bauernführer, der Ortswart der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude", der Referent des deutschen Volksbildungswerkes, der Bürgermeister, die Lehrer und darüber hinaus solche Persönlichkeiten ange­hören, deren engere Mitarbeit sich durch Erfah­rungen und Kenntnisse rechtfertigt. Es wird dabei unerläßlich sein, jedem Mitglied der Arbeitsgemein­schaft ein Teilgebiet zu übertragen, je nachdem, wie es dessen Bereitschaft, Befähigung oder auch Frei­zeit entspricht. Immer aber wird die Arbeitsge­meinschaft ihre eigentliche Aufgabe darin sehen, die tätige Anteilnahme jedes Bauern zu gewinnen, um ihm den Wert seiner bodengebundenen bäuerlichen Kultur und seines ländlichen Volkstums eindring­lich vor Augen zu führen. Ho.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von K. Helling.

Elegante Zertrümmerung.

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1

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3

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1

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d e f g h

a b

a b e d e f g h

Die abgebildete Stellung ergab sich in der Partie Schmitt (Breslau) gegen Rellstab (Berlin) im Tur­nier zu Bad Oeynhausen. Durch einen überraschen­den Problemzug gelang es Schwarz, in wenigen Zügen den Sieg zu erzwingen.

Wie setzt Schwarz am stärksten fort?

Figurenangriff.

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1

d____e____f__g____b

a b

a b c d e f g h

Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Witkin gegen Dreyer eines südafrikanischen Meister­turniers. Schwarz ist am Zuge und kann bei gutem Angriffsspiel einen Bauern gewinnen.

Was zieht Schwarz in der abgebildeten Stellung am stärksten?

Lösung der SchachaufgabeEine Zertrümmerung".

Weiß: Kgl, DH5, Tal, Tel, Ld5, Lf4, Sf2, Bb2, c4, ö3, g3, H4 (12). Schwarz: KH7, Db6, Tb8, Ts6, Lb7, LH6, Se5, Bb4, d6, d4, f5 (11).

1. TelX e5, d6X e5. (Nach DXa7 käme 2e7+ nebst LXH6.) 2. Lf4XH6, Ts6XH6. 3. DH5f7+, KH7H8. 4. Ta7Xb7, Dd6Xb7. (Nach TXb7 käme Dg8 matt.) 5. Le5Xb7, und Weiß gewinnt leicht.

Lösung der SchachaufgabeDoppeltes Turmopfer".

Weiß: Kgl, Dc4, Tdl, Td2, Lb3, Lg3, Se2, Sf3, Ba4, b2, c2, e4, f2, g2, H2 (15). Schwarz: Kg8,

Dc7, Ta8, Te8, Lc8, Lf6, Sf8, Sg6, Ba7, b7, c6, e5, f7, g7, H6 (15).

1. Td2d7! Sf8Xd7 (oder LXd7? 2. 2)Xf7+ und Dg8 matt). 2. Dc4Xf7+, Kg8H7. 3. Dd7Xe8, Sd7s8. 4. H2H4, Ta8b8. 5. H4H5! Lc8e6. (Schwarz hofft die Dame zu fangen!) 6. h5Xg6-s-, KH7H8. 7. TdlÖ7Ü (Das gleiche Opfer, das den Angriff eröffnet, folgt überraschenderweise ein zwei­tes Mal! Der Witz dabei ist, daß der Springer f8 gefesselt ist und nach DXd7?, der Turm b8 ungedeckt steht.) 7..... Le6Xd7. 8. De8s7, Sf8Xg6.

9. Df7Xg6, und Weiß gewann.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

Literatur der Angelsachsen.

Jemand, der dem berühmten Dschungel-Dichter Rudyard Kipling einen Streich spielen wollte, übergab der LondonerTimes" ein Gedicht, das er mit Kiplings Namen unterzeichnete. Natürlich beeilte sich die Redaktion, es sofort in Druck zu geben.

Kipling las es, aber er behielt seinen guten Hu­mor und schrieb an dieTimes" nur, daß er das Gedichtverdammenswert schlecht" fände.

Aber ebenso gefaßt schrieb ihm die Redaktion zurück:Wir sind ganz dieser Ansicht! Wir haben es auch nur gebracht, weil wir glaubten, es fei von Ihnen!"

Der amerikanische Dichter Theodore Dreiser äußerte im Verlaufe eines Gespräches, das er einem Journalisten gewährte, er verabscheue nichts so sehr wie die Unwahrheit. Noch nie sei eine Lüge über seine Lippen gekommen.

Sinclair Lewis, sein literarischer Antipode, las diesen Ausspruch und meinte dazu nur:Daran ist nicht zu zweifeln, so weit ich Dreiser kenne, spricht er durch die Nase."

Konsequenz.

Der berühmte englische Dramatiker Bernard Shaw ging eines Tages mit einem Freunde spa­zieren. Sie stießen auf ein paar Jungen, die einen Hund mißhandelten. Shaw, ein eifriger Anhänger des Tierschutzes, erhob sofort seinen Spazierstock und nahm die Verfolgung der Bengels auf, die bei der drohenden Gefahr den Hund losließen und die Flucht ergriffen. Sie hatten jüngere Beine als der Dichter und waren bald verschwunden. Dieser kehrte ganz atemlos zurück und erging sich in wilden Ausmalun­gen der grimmigen Strafe, die die kleinen Uebeltäter getroffen hätte, wenn er sie erwischt hätte.Aber ich denke, Sie sind ein strenger Gegner jeder körperlichen Züchtigung?" fragte der Freund.Das bin ich auch", knurrte Shaw,aber ich habe noch nie An­spruch darauf gemacht, konsequent zu sein."

Geflüster tm Kino.

Während einer Liebesszene im Kino stieß Frau Schmidt ihren Mann an und flüsterte ihm zu: Warum erklärst du mir nie deine Liebe auf diese Weise?"Ha", erwiderte der Mann,weißt du, was der Kerl dafür kriegt?"

Oie neuen Gchweinepreise tm Ahein- Main-Gediet im Jahre 1938.

Fwd. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Schweinezählung vom 3. September zeigten einen Gesamtbestand von 25,51 Mill. Stück, d. h. ein Minus von rund 500 OOO Stück gegenüber den Zif­fern um die gleiche Zeit des Vorjahres. Während die Bestände an Schlachtschweinen und Läufern mit 6,67 (5,98) bzw. 11,11 (11,10) Mill. Stück noch aus- reichen, um den Fleischbedarf in den nächsten Mo­naten zu decken, zeigten die Zahlen der Nachzucht ein stark rückläufiges Bild. Da infolge dieser Tat­sache für das nächste Jahr Verknappungserscheinun- gen befürchtet werden müssen, muß der Bestand an trächtigen Sauen unverzüglich erhöht werden. Bei der gegenwärtigen Lage der Futtermittelversorgung ist nunmehr eine Aenderung der bereits seit länge­rer Zeit rückläufigen Entwicklungstendenz tm Schweinebestund dringend geboten. Seitens der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse sind daher entsprechende Verträge mit Viehhändlern, 23 er» wertungsgeuossenschaften, Bauern und Landwirten über Lieferung von 1 Million Stück Schweine in den Monaten August bis November 1938 abgeschlos­sen worden. Um nun auch dem Erzeuger, gestützt auf die gute Futtermittellage, einen Anreiz zu stärkerer Ausmästung zu geben und überhaupt die Schweinemast reizvoller zu machen, sind mit Zu­stimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung die Preise für Schweine im Gewicht über 150 Kilogramm um 3 RM., für Schweine im Gewicht von 135 bis 150 Kilogramm um 2 RM. und für Schweine im Gewicht von 120 bis 135 Kilogramm um 1 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht erhöht worden. Die geltenden K l e i n ho n d e l s h ö ch ft p r e i f e für Schweine- fleisch werden durch diese Neuregelung nicht be­rührt.

In einer Anlage zur Anordnung Nr. 94 der HV. der deutschen Viehwirtschaft werden nunmehr die Grundpreise für Schlachtschweine auf den Schlachtviehmärkten veröffentlicht. Für die ins Rhein-Main-Gebiet fallenden Schlachtvieh­märkte gelten ab 3. Januar 1938 nachstehende Grundpreise:

Schlachtwertklassen.

Frankfurt: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.

Darmstadt: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.

Mainz: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.

Wiesbaden: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.

Worms: a) 56 bis 57, bl) 55 bis 56, b2) 54 bis 55, c) 52 bis 53, d-f) 50, gl) 54, g2 u. h) 52.

Die angegebenen Grundpreise erfahren je 50 Kilo­gramm Lebendgewicht vom 3.1. bis 28.5.1938 einen Abschlag von 0,50 RM., vom 18.7. bis 4.9.1938 einen Zuschlag von 3. RM., vom 5.9. bis 2.10. 1938 einen Zuschlag von 2. RM.

Die obere Preisgrenze darf bei allen Schlacht- wertklaffen nicht überschritten werden. Soweit eine untere Preisgrenze festgesetzt ist, darf diese nicht unterschritten werden.

Zuchthaus

für einen ungetreuen Beamten.

Lpd. Marburg, 24. Nov. Anfangs Septem­ber d. I. wurde der 39jährige Postschaffner Georg Derfch in Buchenau (Kreis Biedenkopf) in Un­tersuchungshaft genommen, als sich bei einer Nach­prüfung ergab, daß D. in Ausübung feines Amtes Unredlichkeiten begangen hatte. Die Große Straf­kammer legte nunmehr D. zur Last, in der Zeit von Mai bis September 1937 in zehn Fällen die ihm zur Beförderung anvertrauten Postgelder (insgesamt etwa 450 Mark) unterschlagen, das Annahmebuch unrichtig geführt, Zahlkarten vor­sätzlich vernichtet und Falschbeurkun'dungen vorge­nommen zu haben. Das Urteil lautete auf ein Jahr zwei Monate Zuchthaus und 450 Mark Geldstrafe. Unter Berücksichtigung mildernder Umstände überschritt das Gericht die gesetzliche Min­deststrafe nur in geringem Maße und rechnete die Untersuchungshaft an. Der Verurteilte nahm feine Strafe sofort an.

Büchertisch.

Margot Boger: Der Godöwols. Ein deutsches Schicksal aus Widukinds Tagen. Leinen 2,85 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. (467) Die wilden Kämpfe der Sachsen mit dem Frankenkönig Karl um die Freiheit ihres Vol­kes bilden den düsteren Hintergrund dieses packen­den Romans. Ramwolt, der junge Edeling vom Godöhof, hält unbeirrt fest an Heimat und Götter­glauben. Die neue Zeit des Friedens für das aus­geblutete Sachsenvolk findet Ramwolt als verbit­terten Mann, der die Zeichen der neuen Zeit nicht versteht. Als Godöwolf geht er um, landflüchtig und wird zum Schädling des eigenen Volkes, der endlich, sich selbst getreu, den Flammenstotz besteigt und die alte Zeit mit sich nimmt in sein Walhall.

Charlotte Koehn " Behrens: Du bi st Dein Schicksal. Geh. 2,40, Lwd. 3,40 Reichsmark. I. F. Lehmanns Verlag, München. 480. Meist halten wir für unser eigenes Ver­sagen die Fehler oder die böse Absicht der anderen für ausschlaggebend. Nur wenige Menschen gibt es, die die Schuld bei sich selbst suchen, wenn Schwie­rigkeiten in ihrem Leben auftauchen. Aber diese sind auf dem rechten Wege, denn nur Selbsterkennt­nis führt uns zu der Einsicht: Jeder Mensch schmie­det sein Schicksal selber. Sind wir uns hierüber klar geworden, dann haben wir auch die Psicht, Herr über zeitweilige seelische Gleichgewichtsstörungen und Hemmungen zu bleiben und zu lernen, unser Schicksal selbst zu gestalten. Hier greift die Ver­fasserin in tiefem Verantwortungsbewußtsein hel­fend ein. Frau Koehn-Behrens will die in den letz­ten Jahrzehnten erarbeiteten Erkenntnisse dem gan­zen deutschen Volke nahebringen. Darum hat sie ihr Buch geschrieben in enger Verbindung mit dem Deutschen Institut für Seelenforschung uftd Psycho' therapie, dessen Leiter Prof. Dr. M. H. Göring das Vorwort zu dem Buch geschrieben hat.

Sie amdriickßicli

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