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Nr. 275 Zweites Matt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Donnerstag. 25. November 1037

Aus dem Reiche der Krau.

Alle Zahre wieder..

Festliche Gestaltung der Borweihnachtszeit.

Die erwartungsvolle Stille der Dorweihnachts­zeit füllt sich mit dem Zauber all der großen und kleinen Geheimnisse, der Vorfreude des Gebens und Nehmens und der eifrigen Vorbereitungen auf das große Fest des Schenkens.

An den langen Abenden vereint sich die Familie unter der behaglichen Lampe und Nadel, Garne, Papiere, Leimtöpf Pinsel und Laubsäge beschäf-' Ligen fleißige Hände, die nicht früh genug beginnen können, um all die kleinen Ueberraschungen für die Lieben fertigzustellen. Verwandte und Bekannte werden bedacht und praktische Geschenke für das Winterhilfswerk angefertigt. Rechnet doch das ganze Volk heute damit, daß dies Fest der Liebe sich nicht nur auf die Familie beschränkt, sondern über den engen Rahmen hinaus es auch den ärmeren Müttern ermöglicht wird, ihren Kin­dern einen Gabentisch unter dem Lichterbaum auf­

zubauen.

Die Adventskrone wird aus Tannenzweigen geflochten oder aus einem Holzreifen angefertigt, auf dem dann zwischen den Lichthaltern bunt ge­kleidete Engelkinder ihren Reigen schreiten. Auch eine Krippe muß gebaut werden Aus Brettchen wird sie gebastelt, mit Stroh deckt man sie, und sorgfältig sägen vorsichtige Hände die kleinen Fi­guren die Heilige Familie samt den Hirten und Tieren aus, bemalen sie und stellen sie

möglichst handfest auf. Kann man solche Arbeiten verrichten, ahne in den Stimmungszauber der Christnacht zu geraten, deren Stern durch die düste­ren Spätherbsttage schon flimmernd zu sehen ist? Mutter erzählt dabei alte Märchen oder stimmt meines der vielen Weihnachtslieder an, die halblaut mitgesungen werden. Eine Wunderwelt eröffnet ssich den kindlichen Herzen und erfüllt sie mit Ehr­furcht und Freude. Zum Gesang gesellt sich der Ton der Blockflöte und eine kleine Hausmusik »erfüllt den Raum. Dazu werden die alten herr- llichen Lieder und gerade die weniger bekannten

«US lbeit

alter Zeit herausgesucht geübt.

und zwischen der Ar-

Ach, und dann geht es bald ans Honigkuchen- dacken. Sind da nicht die Rezepte der Urgroßmutter enit Syrup und Pottasche, die drei Wochen vor dem Wacken eingeteigt werden müssen? Und die schönen Obstpasten, die wochenlang trocknen müssen! Welche Freude für die ftinDer, wenn Mutter solche Arbei­ten vornimmt und sie beim Schälen der Nüsse, gbeim Auslesen des Dörrobstes, beim Mahlen der Gewürze und dem Rühren des zähen duftenden Teiges helfen können. Kommt der Nikolaus- »a g, so finden sich erste Kostproben der gemein- ssamen Tätigkeit in den Schuhen, und an den Ad- Dentsonntagen finden sich weitere Gelegenheiten, um Die Schmackhaftigkeit der selbst hergestellten Nusche­leien genau zu untersuchen.

Ungeduldig reißt man ein Blatt des vom Vater gebastelten Adventskalenders nach dem an­deren ab. Mutter versteht es herrlich, die erwar­tungsvolle Märchenstimmung der Vorweihnachts- j;eh zu gestalten. Jeder Tag ist voll Freude aber doch ach, es ist natürlich nicht Weihnachten »elbst, es soll ja nicht mehr als eine Vorbereitung, : ine Verheißung sein .. Und so erfüllen diese Wo­

chen ihren Sinn, wenn sie Andeutungen geben, wenst sie einen zarten Schein jener Kerzen ahnen oassen, die dann am Christbaum so hell erstrahlen werden... EvaLeifer.

AuslanddeuMe Frauenarbeit

Von der Grenz- und Auslanddeutschtumsarbeit, ! ie von den Frauen in der Heimat geleistet wird einmal in der Ausland-Abteilung des Deutschen Frauenwerks, zum andern in den Frauengruppen es VDA. wissen viele, die Arbeit der deutschen Frauen im Ausland um die Selbstbehauptung des iigenen inmitten fremden Volkstums ist der deut- chen Frauenwelt weniger bekannt. Und doch hat iie in derArbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland" bereits im Derbst 1933 ihre organisatorische Zusammenfassung . nd Form gefunden Die Arbeitsgemeinschaft, die :ion der Leitung der Ausland-Organisation der NSDAP, gegründet wurde, ist eine Gliederung der Bartei. Wahrend die Frauenarbeit im Ausland ins zu dieser Gründung von den verschiedensten Berbänden mit oft recht verschiedener Art der Ar- lieitsleiftung und -Durchführung wahrgenommen roor= i»en war, bildet nun die Arbeitsgemeinschaft den Nahmen, innerhalb dessen die Arbeit aus gleichem Sinn und mit einheitlicher Ausrichtung erfolgt. Or- iianifatonfch ist die Arbeitsgemeinschaft der deut- jchen Frau im Ausland in Landesgruppen, Landes- Kreise, Ortsgruppen und Stützpunkte eingeteilt. Die Verantwortung für die Arbeit hat jeweils die Leite­rn der Arbeitsgemeinschuft, die ihre Mitarbeite­rinnen und Sachbearbeiterinnen ernennt und mit lser Durchführung der Arbeiten der einzelnen Auf- («bengebiete betraut. Diese Aufgabengebiete urn- jnffen kulturelle, wirtschaftliche und soziale Fragen: iyr Umfang richtet sich naturgemäß nach der Größe leer zu betreuenden deutschen Kolonie.

Die praktische Arbeit wird im Sinne und nach igem Vorbild der Frauenorganisationen in der Hei- nat durchgeführt: eine enge Zusammenarb­eit mit öer NSV. ist hergestellt. Das W H W. und die Eintopfspenden gehören zu den '«Wehenden Einrichtungen. In allgemeiner Aufkla- rjungsarbeit, Schulungskurfen und Mutterschulungs- »lchrgängen werden die Fragen der Gesundheits- iührung von Mutter und Kind behandelt. Die Ver­schickung von Müttern und Kindern zu Erholungs­zwecken schließt sich im Bedarfsfälle an.

Der Heranbildung eines Führe rinnennach- ti u d) f e 5 widmet die Arbeitsgemeinschaft ein be­sonderes Interesse Hierfür sind Schulungskurse und Dochenendschulungslager eingerichtet. Eine beson- iere Förderung erfährt die Heranbildung des aus- [ lunddeutschen Führerinnennachwuchses durch die jetzt ron der Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz- I J I i n f in Stuttgart, der Stadt des Auslanddeutfch- Ums, eröffneteR e i ch s f ch u l e der N S. - l^rauenschaft Deutsches Frauenwerk für cnslanddeutsche Frauen", in der die jungen Mäd- i tuen von draußen für ihre spätere Volkstumsarbeit nannigfad) geschult werden. An vielen Orten besitzt ine Arbeitsgemeinschaft eigene Heime, die den Mit­telpunkt ihrer Arbeit bilden Vorträge über Welt- «mschauung, Raffenkunde, Geschichte,' Kunst, Lite­

ratur, Schul- und Erziehungsfragen, Turnen und Singen werden behandelt. In den Näh- und Hand- fertigkeitsabenden werden Gebrauchsgegenstande für bedürftige auslanddeutsche Familien hergestellt.

Diese Arbeit, die, wie gesagt, der Frauenarbeit in der Heimat angeglichen ist, findet aber unter weit schwierigeren Verhältnissen statt. Sie wird ge­tan in einer Umwelt, die oft genug kein Verständ­nis für das neue Deutschland hat und der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Widerstände bereitet Da­zu kommt, daß die deutschen Volksgenossen viel­fach sehr zerstreut in Städten und auf dem Lande

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE

leben, klimatische und Verkehrsschwierigkeiten hem­men die regelmäßige persönliche Verbindung der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wie die Be­treuung der Volksgenossen.

Dennoch wird die Arbeit mutig angepackt und durchgefiihrt Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland fühlt sich als Pionier der Hei­mat und die im Ausland lebende deutsche Frau, namentlich in den weiten Räumen der überseeischen Länder, ist an ein hartes Leben gewöhnt und verzagt nicht, sondern überwindet die Hemmungen, die sich ihr entgegenstellen. D. S.

wir tragen?

INS ERES MODEZEICHNERS

Für das Tanzkränzchen zeigen wir heute zwei jugendliche Ballkleider.

Das Kleid links ist aus altrosa Tüll über einem Unterkleid aus lavendelblauem Taft. Der fußlange Rock ist sehr weitglockig, das fast ebenso weite Unterkleid ist etwa handlang kürzer geschnitten: über der Schulter halten das Unter­kleid ganz schmale Träger. Der schmale Kragen ist aus Tüll, die kleinen Knöpfe sind aus Glas. Der halblange Aermel ist nur in der Kugel stark ge­

kraust. Die breite Schärpe ist aus lavendelblauem Taft.

Das pastellgrüne Taftkleid rechts ist erst unter der Hüfte ausfallend in vier durch­gehenden Bahnen geschnitten. Die gezogenen Teile i und der weite Ausschnitt geben dem Kleid seinen | Reiz, eine blaßrosa Blumenranke ziert den Ausschnitt. Der oben wie unten stark gelesene ! Puffärmel ist ellbogenlang. H.

Au e n Kleid...

.. . und doch viel anzuziehen.

V. A. Nicht jede Frau kann einen überfüllten Kleiderschrank haben. Dennoch möchte sie natürlich recht oft das Kleid, insbesondere das Gesellschafts­kleid, wechseln. E i n Gesellschaftskleid, einfach oder luxuriös, sucht sich ja wohl jede Frau zu schaffen. Die herrschende Mode ermöglicht nun vielfad) Kombinationen von Kleiderteilen, die je nach Verwendung die Frau sehr unterschiedlich angezo­gen erscheinen lassen. Die Geringfügigkeit des Ober­teiles eines großen Abendkleides, der kurze Rock des Nachmittagskleides, gestatten die Verbindung zu so abwechslungsreichen Variationen, daß tatsäch­lich mit einem Kleide die Existenz mehrerer Klei­der vorgetäuscht werden kann.

Die Metamorphose des Oberteiles geschieht in der Regel durch ein Jäckchen, das als solches gar nicht zu erkennen ist und wie die Gürtel- oder Schoß­bluse eines Nachmittagskleides wirkt. Dieses viel­fach aus Brokat oder Samt mit langen Aermeln geschnittene Jäckchen muß siä; natürlich der Kleid­farbe anpassen und darf nicht die Taillenlinie stö­ren. Je größer das Dekollete des eigentlichen Abendkleides ist, je füllender kann auch-das Jäck­chen sein oder je mehr können noch besonders um­genommene Latzteile die Veränderlichkeit des Klei­des erhöhen. So wird das Jäckchen immer nach­mittags als festverbundener Kleidbestandteil erschei­nen und das eigentliche Oberteil des Abendkleides nicht beeinträchtigen.

Soll sich der kurze Rock des Nachmittagskleides als Teilftück des großen Abendkleides eignen, so darf er natürlich (für Tanzende) weder zu eng noch aus zu dichtem Stoff fein. Dann läßt sich das Nach- mittagskleid leicht durck) einen wickelrockartigen, vorn mehr oder weniger offenen, hauchdünnen Tüll- überrourf zur großen Abendeleganz verwandeln. Dieser Tüllrock kann gut eine Randbetonung aus Rüschen ober Bändern erhalten, die natürlich auch wieder in Form und Farbe zum Gesamtkleid passen müssen. Wo der Ueberrourf einen längeren Rock zu verhüllen hat, kann er zweckmäßig auch so ge­schnitten sein, daß er sich gut als Umhang tragen @s bleibt der Erfindungsgabeder Trä­gerin ober ihrer Schneiderin überlassen, aus den einzelnen Bestandteilen des Verwandlungskleides (nämlich dem eigentlichen Nachmittagskleid, dem

Jäckchen, dem D^ocfüberrourf und diversen Bändern und Schals) eine mehr als einmalige Metamorphose vorzunehmen.

Selbstverständlick) muß sich die Frau der Gren­zen dieser Verwandlungskunst bewußt sein. Die Freude an der Abwechslung wird doch einigermaßen dadurch gedämpft, daß die Trägerin vielleicht selbst das Gefühl nicht los wird, nun immer dasselbe anzuhaben. Insofern brauchen die Schneiderinnen einen Triumphzug des Verwand­lungskleides wohl nicht zu fürchten. Für viele Frauen jedoch wird der Typ des Kleides, das so­wohl gleichzeitig als Nachmittags- wie auch als Abendkleid aufgemacht werden kann, eine wichtige Hilfe in ihrer Kleidernot fein. J. B.

Kleine Tivs für die Hausfrau.

VA. Zum Trocknen der nassenSchuhe stopft man sie besser mit Tüchern oder Lappen als mit Papier aus, da Stoff die Feuchtigkeit besser aufsaugt. Dann stellen wir sie nicht auf die Heizung oder den Ofen, sondern an einem mäßig warmen Ort und zwar so, daß die Sohle freiliegt. Um diese weich zu erhalten, wird sie mit gekochtem Leinöl bestrichen.

Die F e n st e r s ch e i b e n beschlagen nicht, wenn sie mit stark verdünntem Spiritus abgewaschen wer­den, dem je halb Liter 15 Gramm Glyzerin zu- gesetzt ist.

Stockflecke an Bildern und Spiegeln werden vermieden, wenn unter die vier Ecken kleine Kork­scheiben befestigt werden.

Kohlen brennen langsamer und geben stärkere Wärme, wenn sie vorher mit Sodawasser besprengt sind. Zwecks fdpieUen Anbrennens wirft man eine Handvoll Salz Darüber

Grünkohl schmeckt besser und ist leichter ver­daulich, wenn man ein Stück Schwarzbrot mit­kochen läßt.

Wenn der Kohl aus dem Topfe scharf riecht, läßt man ihn zehn Minuten lang ohne Deckel kochen.

Suppengrün wird besser ausgenutzt, wenn man es sehr klein geschnitten und vor Verwendung zur Brühe erst angeröstet hat.

Der Braten bleibt saftiger, wenn er, vom Feuer kommend nicht gleich angeschnitten, sondern erst eine halbe Stunde warmgestellt wird.

D. G.

Knusper, knusper knäuschen...

Von Krida Aisch, Äad-Nauheim.

Würde sich nicht alt und jung freuen, wenn wir diesmal ein Pfefferkuchenhäuschen bau­ten? Es ist ganz einfach. Vater übernimmt die Papp­arbeiten und Muttchen die knusprige Seite. Man macht einen einfachen Honigkuchenteig aus 750 Gramm Mehl, das wir mit 1 Teelöffel Nelken, 1 Teelöffel Zimt, wenig eingezuckerter Apfelsinen­schale, 1 Messerspitze Kardamon würzen, 4 Gramm Hirschhornsalz darunter sieben und zum Schluß 8 Gramm in einer halben Tasse Wasser aufgelöste Pottasche darunter geben 250 Gramm Honig wer­den mit 250 Gramm Zucker gekocht und noch heiß, aber nicht kochend, über das Mehl gebrüht und un­tergeknetet. Noch warm, wird der Teig dünn aus­gerollt und auf ein gewachstes Blech ordentlich glatt aufgerollt. Er muß das ganze Blech füllen.

Ist der Teig gebacken, ist er ganz hart. Darum kommt er in eine kalte Stube oder in den Keller, damit er zu sich kommt und sich gut schneiden läßt. Dies geht nach ein bis zwei Tagen. Nun wird das Haus gebaut. Da der Pfefferkuchen bei feuchtem Wetter feine Festigkeit leicht verliert, muß das Häuschen ein festes Eingeweide bekommen. Dazu nimmt man dünne Pappe. Alle Wände und das Dach werden aus einem Stück gefaltet. Das Dach wird 20 Zentimeter lang, die Wände 9 Zentimeter hoch, jede Dachfläche 7 Zentimeter breit, unten bringt man noch Stufen von 2 Zentimeter an. Da­mit näht man das Haus so, daß es etwa 8 Zenki- meter breit wird, auf eine festere Pappe auf und paßt als Giebel Pappe von der richtigen Form ein. Diese näht man fest mit den Wänden u.tO dem Dach zusammen.

Vorher schneidet man in eine Wand zwei Fen­ster, läßt dabei das Fensterkreuz stehen und klebt außen ein Stückchen rote Gelatine als Scheiben an. In das Dach schneidet man ein ordentliches Loch für den Schornstein. An einer Giebelseite wird die Tür ausgeschnitten. Nun schneiden wir uns alle diese Teile als Schablonen aus Papier und legen sie als Schnittmuster auf den Pfefferkuchen. Dann können wir diesen besser einteilen. Zuerst kommen die Wände dran, die Fenster werden an der rich­tigen Stelle ausgespart. Dann die Giebel. Sie müs­sen um soviel, wie der Pfefferkuchen dick ist, breiter werden als die Pappvorlagen. Von dem Dach schnei­den wir jede Fläche besonders zu. Es muß ordent­lich überstehn. An den Giebelseiten etwa zwei Zenti­meter, über die Hauswände muß es fünf Zentimeter ragen. Oben stoßen beide Kuchenplatten zusammen. Ehe wir das Dach auffetzen, müssen wir natürlich das Loch für den Schornstein und die Tür aus- fchneiden. Jetzt werden die Kuchenplatten einfach mit 3 Zentimeter langen Nägeln auf den Papp­deckelgenagelt" und der Rohbau ist fertig. Es fehlt nur der Schornstein. Er wird aus 4 Stück Pfefferkuchen gebaut, die so groß (ein müssen, daß das Loch nicht enger wird. Man formt zuerst den Schornstein von Papier und probiert ihn auf. Die einzelnen Schornsteinseiten werden wieder zusam­mengenagelt. Damit ist das Haus aber noch nicht fest genug. Es muß noch ordentlich mit festem Zuckerguß zusammengeklebt werden. Wir klopfen ein Eiweiß mit einem Teelöffel Zitronensaft tüch­tig, rühren nach und nach 250 Gramm Puderzucker hinein, bis die Masse gebunden ist und Blasen schlägt. Krümligen Zucker müssen wir erjt durch die Maschine drehn ober mit einer Weinflasche auf harter Unterlage glatt mangeln. Der Guß wird bald hart, muß alsbald verbraucht werden. Zuerst wird der Schornstein damit aufgeklebt, der Dachfirst uni) jede andere Nute dick damit bestrichen, auch eine offenstehende Tür aus einer harten Tafel Schoko­lade wird damit ordentlich an Haus und Boden fest geklebt, ebenso klebt man eine Bank aus einigen Pfefferkuchenstücken damit zusammen. Nun wird das Häuschen zu einem rechten Hexen-Knusperhäus- chen im Märchenwald gemacht. Das Dach, die Gie­bel, die Wände beklebt man wahllos mit bunten Bonbons, Schokoladenplätzchen, Makränchen, Nüs­sen, Rosinen usw. Alles, was man aufklebt, muß so klein sein, und womöglich mehrfach überein­ander, daß die Kleinen wirklich knuspern können, ohne gleich alles zu zerstören. So tun kleine Zuckerperlchen, auf kleine Pfefferkuchen und Plätz­chen geklebt, gute Dienste. Mit Hilfe einer Tüte oder Kuchenfpritze entstehen rings um das Dach aus Zuckerguß Eiszapfen. Auch auf dem Schorn­stein liegt Schnee. Aus kleinen Schokoladenbrezeln oder aus russischem Brot setzen wir den Zaun. Der Stall wird aus Kuchenresten gemauert mit dem Zuckergußmörtel. Den Backofen für die alte Hexe bauen sich die Kinder daneben mit Bauklötzern. Dann kann die alte Hex auch wirklichgeschoben" werden. Kleine Aestchen von Tannengrün in Kuchen­stückchen gesteckt sind die Bäume, denn ein Märchen- wald muß sein. Am hübschesten ist es, wenn mir ein kleines Weihnachtslichtchen unter das Schorn­steinloch stellen. Aber eine hineingelegte elektrische Lampe tut es auch.

Hänsel und Gretel und die alte Hex kann man fertig kaufen. Aber wir können sie auch selber machen aus Läppchen und Wollrestchen. Am besten ist dicke weiße Baumwolle, dann fressen sie bis zum nächsten Jahr nicht die Motten. Wickle über vier Finger der linken Hand einen fingerdicken Strang Garn, zart rosa ober weiß. Ziehe die Wolle von der Hand, binde oben einen Kopf mit Nähfaden ab, teile rechts und links die Arme ab und flicht diese zu festen Zöpfen. Fest am Ende zubinden mit Näh­faden, abschneiden. Die Fadenenden sind die Finger. Das untere dicke Ende wird auch noch ein kleines Stückchen als Leib geflochten. Gretel und die Hex bekommen keine Beine. Sie stehen auf den Röckchen. Hänsel bekommt zwei Zöpfe als Beine und keinen Leib. Dafür erhält er Hofen und steht auf diesen, lieber die Köpfe bindet man ganz dünne Leinen­läppchen und malt die Gesichter auf. Haar und Zöpfe werden aus Wolle am Scheitel festgenäht. Gretel erhält lange blonde Zöpfe, Hänsels Kopf wird mit aufgetrennter brauner Wolle benäht. Da­durch hat er Locken. Die alte Hex hat graue Haare aus einem alten grauen Strumpf. Sie bekommt entweder ein Kopftuch darüber oder man frisiert ihr hinten ein Nest. Als Kleidung hat sie Rock und ein großes Umschlagtuch an Stelle der Bluse, ihr Krückstock ist ein Stückchen krummer Draht oder ein passendes Stöckchen. Gretel erhält ein hohes Röckchen und eine Schürze. Hans hat ein weißes Hemd, blaue steife, etwas weite Hosen, damit er Darauf stehn kann und um Den Hals ein rotes Hals« tuch. Die Figuren sind 5 bis 6 Zentimeter hoch. >