Donnerstag, 25. November M7
187. Jahrgang
Nr. 275 Erstes Statt
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den meisten britischen Militärs hatte, und die er, nachdem er Premierminister geworden war, mit der ganzen Brutalität seines Charakters und der Heftigkeit seines Temperaments in eine Schmälerung der Befugnisse des Oberbefehlshabers umzusetzen trachtete. Es ist selbst für uns erschütternd zu lesen, wie Lloyd George sich nicht gescheut hat, selbst die Franzosen als Kronzeugen für die angebliche Unfähigkeit des englischen Oberbefehlshabers zu gewinnen, und wie er immer wieder darauf hingearbeitet hat, den englischen Oberbefehlshaber einer französischen Obersten Heeresleitung zu unterstellen. Mag man ihm auch dabei zugute halten, daß er, selbst unter Verzicht auf das Prestige des englischen Heeres, alles daran setzte, einen einheitlichen Oberbefehl der Alliierten zu schaffen aus der Einsicht heraus, daß'nur eine einheitliche Führung den Krieg gegen die Deutschen zu gewinnen vermöge, so kann man doch verstehen, daß die hinterhältigen Rankünen, mit deren Hilfe der Premierminister sein Ziel zu erreichen suchte, den geraden, aufrechten Charakter des britischen Oberbefehlshabers auf das schwerste kränken mußten. So ist das Verhältnis zum Premierminister vielleicht das bitterste Kapitel in den Kriegserinnerungen des Feldmarschalls, der nicht einmal nach glücklich beendetem Feldzug von dem Kabinett die Ehrung erhielt, auf die er wohl mit Recht Anspruch zu haben glaubte.
Sachlich lagen die Meinungsverschiedenheiten, wie wir schon oben angedeutet haben, vor allem in Sir Douglas Haigs Zermürbungstaktik, für die er an der Westfront ungeheure Opfer an Menschen und an Material brachte, die der Premierminister auf dem Balkan besser angewandt wissen wollte. Aber nicht nur Lloyd George, smtdern auch fast jeder seiner Kabinettskollegen wartete dem Feldmarschall mit phantastischen Vorschlägen für die schnelle Beendigung des Krieges auf. „Soldaten und Politiker", so schreibt Duff Cooper, „bewegten sich mit ihren Gedankengängen in derartig von einander abweichenden Bahnen, daß die von ihnen gesprochenen Worte kaum noch der gleichen Sprache anzugehören schienen." So waren auch die vielen Besuche der „Zivilisten" im Hauptquartier für den Feldmarschall eine Quelle des Unbehagens, und fast noch mehr Zeit und Kraft, als die Führung des Heeres, kosteten dem Feldmarschall die vieleit Verhandlungen mit den englischen und französischen
Chamberlain sah sich veranlaßt, auf diesbezügliche Anfragen im Unterhaus alle diese Spekulationen nicht nur als unverantwortlich, sondern auch als h ö ch st unrichtig zu bezeichnen. Wir möchten sie als freche und unverschämte politische Verleumdungen, ihre Verbreiter als internationale Brunnenvergifter brandmarken! Mit solchen publizistischen Gangstermethoden kann man dem nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr kommen! Wie oft sollen wir es sagen: Es ist bei uns nicht üblich, dem Minister eines befreundeten Landes, der nach Deutschland kommt zwecks „Förderung des Wunsches zur Schaffung eines engeren gegenseitigen Verstehens", Forderungen zu stellen und ihm die Pistole auf die Brust zu setzen! Alle Kombinationen in dieser Richtung tragen also schon von vornherein den Stempel der Lüge auf der Stirn! Wir sind mehr denn je überzeugt, daß, solange diesen internationalen Brunnenvergiftern, die jede Fühlungnahme zu lügenhafter Hetze benutzen, nicht das Handwerk gelegt ist, alle politischen Besuche und Besprechungen zwecklos sind und nur zu einer Verwirrung der internationalen Lage beitragen können.
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London, 25. Rov. (DRB. Funkspruch.) Die Londoner Presse befaßt sich mit dem bevorstehenden Besuch des französischen Ministerpräsidenten C h a u- temps und des französischen Außenministers D e l b o s in London. Der „Daily Telegraph" erwartet, daß die W e l t w i r t s ch a f t s p r o b l e m e bei den englisch-französischen Besprechungen eine Rolle spielen werden, „mit besonderer Berücksichtigung der Forderungen der nicht zufrie- denge st eilten Staaten auf freieren Zugang zu den R o h st o f fe n und den Zielen auf Ueberseeausbreitung". Die britische Regierung habe gehofft, daß der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis auch nach London hätte kommen können. Ihm sei eine informelle Einladung zugegangen, doch habe er sich entschuldigen lassen. Die „Daily Mail" schreibt, nach dem Zusammenbruch der Brüsseler Konferenz glaube man in Washington, daß Amerika jetzt seine Geste zur internationalen Zusammenarbeit getan habe und daß das beste, was Amerika jetzt tun könne, sei, sich mit eigenen Dingen zu befassen.
Englische Kriegführung.
In kaum einem anderen Lande ist die militärische Seite der Führung im Weltkrieg Gegenstand so lebhafter Auseinandersetzungen gewesen wie in England. Das mag zum Teil an der eigenartigen Stellung des kleinen englischen Berufsheeres liegen, das weder gesellschaftlich noch gefühlsmäßig so mit dem Leben der Nation verbunden war wie die preußische oder auch die französische Armee. Zum anderen müssen wir aber auch feststellen, daß der Krieg in England die stärkeren und vor allem die eigenwilligeren Persönlichkeiten in den Reihen der „Zivilisten" hervorgebracht hat, sehr im Gegensatz zu Deutschland, wo ja die militärischen Führer die weit stärkeren Naturen waren. Und diese englischen „Zivilisten" maßten sich nicht nur eine sehr scharfe Kritik an militärischen Dingen an, sondern glaubten auch mit dem schönen Selbstbewußtsein des Dilettanten, der von allen Dingen etwas zu verstehen meint und besonders in einem so absolut parlamentarisch regierten Staate wie England eine große Rolle spielt, selber das Kriegführen sehr viel besser zu verstehen als die gelernten Militärs, die bei ihnen sehr schnell in den Geruch des verkalkten Bürokraten und ideenlosen Gamaschenknopfs kamen,
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Laufbahn mit Leib und Seele, geblieben ist. Uns Deutsche mag besonders ein Besuch interessieren, den er 1895 Berlin abgestattet hat, wo ihn, wie sein Biograph feststellt, die deutschen militärischen Kreise mit ausgesuchter Höflichkeit empfingen. „Man bot ihm jede erdenkliche Erleichterung und hinsichtlich der ihm gewährten Gastlichkeit wurde nicht das geringste verabsäumt. Während seines Aufenthalts lernte er manchen Deutschen persönlich kennen und schätzen. Alles in allem", so schließt Duff Cooper, „gewann er einen angenehmen Eindruck vom deutschen Volke, den selbst das Kriegsfieber niemals auszulöschen vermochte."
Douglas Haig war Mitarbeiter des durch feine Bemühungen um eine Verständigung mit Deutschland auch außenpolitisch hervorgetretenen Kriegsministers Lord H a l d a n e bei der Reorganisation des britischen Generalstabes nach preußischem Muster und beim Aufbau einer Territorialarmee, die im Weltkrieg nach den ersten vernichtenden Schlägen in Flandern die Grundlage für das neue britische Heer der allgemeinen Wehrpflicht abgeben sollte. Douglas Haig hat seinem Kriegsminister von damals auch in den Jahren die Treue gehalten, in denen blinder Deutschenhaß Lord Haldane in den Augen vieler Briten zum Verräter gestempelt hatte, und noch am Abend seines feierlichen Einzuges in London im Juli 1919 erschien der siegreiche Feld- marschall zu Fuß im Hause Lord Haldanes, um dem noch von aller Welt Boykottierten einen Band der im Druck erschienenen Kriegsdepeschen mit der Widmung zu überreichen: „Dem größten Kriegsminister, den England jemals hatte". Das war der schlichte Dank Sir Douglas Haigs für den Mann, der vor dem Kriege das Größte für Englands Rüstung getan hatte.
Die ersten Monate des Krieges laben Sir Douglas Haig als Armeeführer unter dem Oberbefehl von Sir John French, von dessen optnm- stischer Grundanschauung den ernsten^nüchternen Schotten eine ganze Welt trennte. So konnten mannigfache Reibungen und schließlich auch eine persönliche Entfremdung nicht ausbleiben. Namentlich die mangelnde Unterstützung, die Haig in der Schlacht bei Loos im Sommer 1915 von dem Oberbefehlshaber erfahren hatte, machte den innerlichen Bruch zwischen den beiden Feldherren unheilbar, zumal es nicht in Haigs wortkarger zurückhaltender
Schaffung einer Atmosphäre hin zu tun, in der künftige und mehr konkrete Beratungen fruchtbringend sein könnten. Versuche, den Gang der Dinge zu f or c i e r e n, würden eher einen neuen Rückschlag herbeiführen. Es handele sich um eine Aufgabe schrittweiser Vorbereitung, die, wenn die Halifax-Reise wirklich Nutzen bringen sollte, die kommenden Monate a u s f ü l l e n müsse.
Die Regelung der Kriegsschulden zwischen London und Washington.
London, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der „Daily Expreß" meldet, daß nach Abschluß der Handelsoertragsoerhandlungen zwischen England und den Vereinigten Staaten im nächsten Jahr Besprechungen über eine endgültige Regelung der englischen Kriegsschulden ausgenommen würden. Man erwarte, daß die Amerikaner zunächst einmal die volle Bezahlung der Kriegsschulden verlangen werden, die nach dem Kriegsschuldenabkommen von 1922 auf 920 Millionen Pfund festgelegt worden sei. Die Amerikaner würden jedoch das Zugeständnis machen, daß die von England von 1923 an gezahlten Zinsen von 415 Millionen Pfund insgesamt als Kapitalabtragung gelten sollten. Man werde England auffordern, die noch ausstehende Summe von 505 Millionen Pfund in Zehn-
s sprachen haben. . . . ,
Sir Douglas Haig war Schotte, wie so viele itüchtiqe Männer des britischen Weltreichs Cr hat Jbie übliche militärische Laufbahn durchschritten, war iüberall dort, wo es in den letzten Jahrzehnten für »einen englischen Offizier Lorbeeren zu pflücken gab, iin Indien, im Sudan und in Südafrika, wo er »Generalstabschef von Sir John French war, den »er später einmal im Oberkommando des britischen -Heeres ablösen sollte. Wichttg für seine Stellung :»u den Problemen der Weltkriegsstrategie ist es jfestzustellen, daß Douglas Haig Kavallerist war, iund es auch während seiner ganzen militärischen
auszutauschen.
„Llnveramortt ich und höchst unrichtig." Lügenhafte Erfindungen
des „Manchester Guardian".
Berlin, 24. Nov. (DNB.) Die Nationalsoziali- tische Parteikorrespondenz schreibt: Der „M a n ch e - ter Guardian" liefert neuerdings ein Muster- tück lügenhafter Berichterstattung. Er berichtet, daß leutscherseits in den Besprechungen mit Lord Hali- ax „Forderungen" gestellt worden seien: Deutschland fei bereit, dem Völkerbund unter
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einer Reihe von Bedingungen, die sich auf bestimmte Punkte des Versailler Vertrages und die Anerkennung der italienischen Oberhoheit über Abessinien beziehen, wieder beizutreten. England werde von Deutschland aufgefordert, einer Reorganisation des tschechischen Staa- t e 5 nach dem Muster des Schweizer Bundessystems zuzustimmen, wobei das Sudentenland den Charakter eines Schweizer Kantons erhalten solle. England werde aufgefordert, sich zu verpflichten, der österreichischen Regierung keinerlei diplomatischen, politischen oder militärischen Beistand zu geben. Deutschland verpflichte sich, die Kolonialfrage für eine Periode von sechs Jahren nicht auf zugreisen, und verspreche, später keinerlei Flotten- oder Militärbasen in seinen früheren Kolonien einzurichten. Deutschland verpslichte sich, den Frieden in Spanien wieder herzustellen, sobald die britische Regierung die Regierung in Salamanca de jure anerkannt habe usw.
Die Korrespondenz schreibt dazu: Wir wissen nicht, aus welcher trüben Quelle diese „Informationen" stammen, aber wir wissen, daß sie von Anfang bis Ende lügenhafte Erfindungen sind! Der englische Ministerpräsident
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Natur lag, Menschen zu überzeugen oder durch Verbindlichkeit für sich zu gewinnen. Das hat ihm auch als Oberbefehlshaber, der er im Dezember 1915 an Stelle von Sir John French wurde, die größten Schwierigkeiten gemacht, besonders auch 'im Verkehr mit den französischen Verbündeten.
Hier ist das Eingeständnis seines Biographen von Interesse, daß es wahrscheinlich kaum zwei Völker gebe, die einander schwerer verständen als das englische und das französische. „Keine wenigen Meilen eines Salzwasserstreifens", so sagt Duff Cooper, „haben irgendwo in der Welt solchen entfremdenden Einfluß ausgeübt, wie es die Straße von Dover tat. Vielleicht ist des Rätsels Lösung darin zu suchen, daß beiden Völkern eine tief» wurzelnde Überheblichkeit eigen ist, die zu selbstbewußt ist, um laut in Erscheinung zu treten, die aber doch in jedem Einwohner der beiden Länder die Ueberzeugung wach erhält, daß sein Volk jedem anderen der ganzen Erde überlegen ist. Daher gibt er sich keinerlei Mühe Ausländer zu verstehen, von denen er nichts lernen kann. So wird der Engländer den Franzosen stets ein wenig komisch finden, und seinerseits hält der Franzose den Durchschnittseng- länder für einen Narren. Der englische Offizier", so schreibt Duff Cooper weiter, „ist sicher nicht toleranter als seine übrigen Landsleute und so stark wirken sich die Traditionen seiner militärischen Erziehung aus, daß es ihm schwer fällt, einen mit einem Spitzbauch versehenen Menschen, der womöglich einen Zwicker trägt, offenbar keinen Wert auf den Schnitt seiner Uniform legt und dem Sport gegenüber sich gleichgültig verhält, als tüchtigen Soldaten und Führer, anzuerkennen. Umgekehrt scheinen dem Franzosen gewisse Eigenheiten, wie die Wichtigkeit, die der Engländer seinem Aussehen beimißt, seine reiterlichen Passionen, seine Exaktheit in den Formen der Ausbildung, die peinliche Sauberhaltung seiner Uniform und seiner Ausrüstung, wenig oder nichts mit dem Begriff kriegerischer Tüchtigkeit zu tun zu haben."
Es ist begreiflich, daß derartige im Gefühl begründete Verschiedenheiten die Schwierigkeiten, die in der Führung eines jeden Bundesgenossenkrieges liegen, ins unermeßliche steigerten. Dazu kam für die Stellung Haigs erschwerend hinzu die schlechte Meinung, die Lloyd George von ihm wie von
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sobald sie ihren Phantasien auf militärischem j Gebiet nicht zu folgen vermochten. Wir kennen aus : den umfangreichen Kriegserinnerungen von Chur- s ch i l l und Lloyd George, um nur die Promi- 1 nentesten dieser militärischen Dilettanten zu nennen, die selbstbewußte Verachtung, mit der sie über die ' beiden Oberbefehlshaber des in Nordfrankreich kämpfenden englischen Heeres geurteilt haben; wir wissen aber auch, daß sie in ihrer vernichtenden 1 Kritik über die Kriegführung der Feldmarschälle Sir John French und Sir Douglas Haig den Rücken gestärkt bekamen durch eine Reihe nam- , Hafter, namentlich jüngerer, englischer Militärs, so daß sich während des ganzen Weltkrieges zwischen 'der englischen Obersten Heeresleitung, dem Reichs- generalstabsches und den Ministerien in London und schließlich dem englischen Beauftragten im Obersten Kriegsrat der Alliierten in Paris eine in ihrer heftigen Form für unsere Begriffe geradezu beispiellose Fehde abgespielt hat, die auch nach dem Kriege in den zahlreichen Denkschriften und Erinnerungsbüchern der Mithandelnden und ihrer Biographen fortgesetzt wird.
Es ist vor allem die Frage, ob die Entscheidung an der Westfront erzwungen werden kann, wie die englischen Oberbefehlshaber und mit ihnen ein großer Teil der maßgebenden französischen Heerführer meinen, oder ob man versuchen müsse, durch einen großen Schlag auf einem der Nebenkriegs- schauplatze den Endsieg für die Alliierten herbei- , zuführen. Churchills Gallipoli - Unternehmen war /zwar nicht sehr ermutigend ausgegangen, nichtsdestoweniger verfocht Lloyd George, von französischen Politikern unterstützt, mit Leidenschaft die ! These, daß mit einem Durchbruch an der Balkanfront der Krieg siegreich beendet werden könne, auch die Forcierung der italienischen Offensiven spielte in den militärischen Plänen Lloyd Georges .eine erhebliche Rolle. Es sind namentlich die furchtbaren Menschenopfer und der ungeheuerliche Mum- tionsverschleiß, die die Zermürbungsstrategle des »englischen Oberbefehlshabers Sir Douglas Haig ge- : kostet hat, die Lloyd George zum Sprachrohr der »erbitterten Kritik an diesen Schlachten m Flandern :und Nordfrankreich gemacht hat, in denen Hundert- itausende britischer Soldaten aus allen Teilen des ! Weltreiches, oft kaum notdürftig ausgebildet, ihren !Tod gefunden hatten, ohne daß ein anderes Er- । gebnis hatte erzielt werden können, als ein paar I hundert Meter granatendurchwühlten Bodens und i vielleicht das Bewußtsein, dem zur Abwehr gezwungenen Feinde schwere Verluste an Reserven und Material zugefügt zu haben.
Cs ist begreiflich, daß in der öffentlichen Meinung > Englands Lloyd Georges Anklage lebhaften Wider- Ihall gefunden hat, daß aber auch die Militärs nicht > geschwiegen hab'n. Der zweite britische Oberbefehls- !Haber im Weltkrieg Sir Douglas Haig, gegen iben die Vorwürfe Lloyd Georges sich vornehmlich richten, hat noch zu seinen Lebzeiten durch Veröffentlichung seiner Feldzugsberichte zur Klärung ider vielen aufgeworfenen Streitfragen beizutragen »versucht. Tiefer hat der gegenwärtige Erste Lord Iber britischen Admiralität und ehemalige Knegs- iminister im Kabinett Baldwin, der durch seine .glänzend geschriebene Talleyrand-Biographie auch .als Schriftsteller von Rang bekannt gewordene 'Duff Cooper, die Probleme der englischen iKrieqsührung beleuchtet in seinem neuen „ Buch
H a ifl, ein Mann und eine Epoche , das »soeben auch in deutscher Uebersetzung mit einer !Reihe von interessanten Bildern im D o r h u t - Verlag, Otto Schlegel G. m. b. H. Ber- IIin SW 68 (Preis in Leinen geb. 10,50 Mark), erschienen ist. Duff Cooper führt eine scharfe Klinge, iroo es nottut, aber im aUgemeinen legt er ftd) ! Zurückhaltung auf und befleißigt sich emer nchücht- I fjeit der Darstellung, wie sie dem Wesen seines : Helden gemäß sind, dem auch seine erbittertsten l Gegner niemals einen durch und durch anständigen »Charakter und vornehmste Handlungsweise abge-
tr»d)emi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis:
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Chamberlain zum Halifax-Besuch.
Oer britische Premierminister gegen unverantwortliche Sensationshascherei englischer Blätter
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London, 24. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain erklärte im Unterhaus, daß der Halifax - Besuch in Deutschland völlig privat und inoffiziell gewesen sei. Wie das Haus aber wisse, sei vereinbart gewesen, daß Halifax den Führer sehen sollte. Vereinbarungsgemäß habe dieser Besuch dann am 19. November in Berchtesgaden stattgefunden, wobei Halifax vom Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath begleitet gewesen sei. Während seines Besuches habe Halifax auch Gelegenheit gehabt, Generaloberst Göring, Dr. Goebbels und andere prominente Persönlichkeiten ( in Deutschland zu treffen. Diese Unterhaltungen seien vertraulichen Charakters gewesen, und das Haus werde nicht erwarten, daß er in diesem Stadium eine weitere Erklärung über sie abgeben werde. „Ich bin jedoch zufrieden, daß der Besuch wertvoll im Hinblick auf die Förderung des Wunsches zur Schaffung eines engeren gegenseitigen Verstehens gewesen ist, ein Wunsch, von dem ich glaube, daß er ganz allgemein in beiden Ländern empfunden wird."
Die konservative Abgeordnete Horsbrugh ragte darauf den Ministerpräsidenten, ob er die Vermutungen kenne, die über diese Unterhaltungen in der englischen Presse erschienen feien? Chamberlain erwiderte, er wolle klarmachen, daß diese Spekulationen nicht nur unverantwortlich andern auch höchst unrichtig gewesen seien. Aus eine weitere Anfrage erklärte Chamberlarn, daß die französische Regierung natürlich noch nicht über das Ergebnis der Besprechungen informiert worden sei. Der französische Ministerpräsident und der Außenminister hätten eine Einladung nach London zum Zwecke eines Meinungsaustausches über die internationale Lage für den 29. und 30. November angenommen. Auf die Frage der linksradikalsn Abgeordneten Rathbone, ob die englische Regierung es nicht für ratjam halte, freund- chafttiche Ministerbesuche mit Prag und Mos- ’au auszutauschen (!), erwiderte Chamberlain: „N e i n". Der Außenminister habe kürzlich Gelegenheit gehabt, den tschechoslowakischen Außenminister in Ge n f und Litwinow-Finkelstein i n Brüssel zu sprechen und mit ihnen Ansichten
Die „Times" sagt, Chamberlains Erklärungen zu den Pressespekulationen über die Halifax- Besprechungen, die er als „nicht nur unverantwortlich", sondern auch als „höchst ungenau" hingestellt habe, würden wegen ihrer heilsamen Wirkung begrüßt. Die Wirkungen solcher Spekulationen könnten höchst schadenbringend sein. In der Tat sei.........- — --- ... ~
der augenblickliche Zweck des Besuches in Deutsch- .Millronen-Jahresraten tm Lause der
• k ersten Schritt auf die I nächsten 50 Jahre zu zahlen.
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitätLdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulsttahe 7


