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OiepariserEntführungsaffäre

Frau Skoblin verhaftet.

Paris, 24. Sept (DNB.) Die Polizei setzt ihre Untersuchungen über das Berschwinden der Gene­rale Miller und Skoblin fort. Die Frau des früheren russischen Generals Skoblin wurde von Polizeibeamten auf der Straße festgenom- m e n. Angeblich hat sie die letzte Nacht in der Wohnung einer Freundin verbracht. Die Polizei glaubt, daß Frau Skoblin in letzter Minute durch einen Telephonanruf ihres Mannes über die Vor­fälle aufgeklärt worden fei. Es besteht ferner der Verdacht, daß sie genau unterrichtet ist über die Verbindungen, die 1935 zwischen General Skoblin und gewissen sowjetrussischen Krei- s e n bestanden haben sollen. Ihre Aussagen schienen so auffallend dazu bestimmt, die Flucht ihres am Verschwinden des Generals Miller vielleicht mit­schuldigen Mannes zu decken, daß sie in Poli­zeigewahrsam gehalten wurde.

Schwere Eingeborenen-Unruhen in Marokko.

Paris, 25. Sept. (DNB. Funkspruch.) Gelegent­lich der Anwesenheit des Unterstaatssekre- t ä r 5 im französischen Ministerium für öffentliche Arbeiten inMarrakeschin Marokko, der in Be­gleitung des Generalrefidenten die Stadt besichtigte, kam es zu Kundgebungen der Eingeborenen. Von Rädelsführern aufgestachelt, verließen die Mitglieder einer Gemeinde die Moschee und begaben sich, durch Zulauf noch verstärkt, in die Straßen, durch die der Zug des Unterstaatssekretärs mit seiner Begleitung kommen mußte. Auf einem Platz kam es schließlich zu einer Ansammlung von 3000 P e r s o - nen, die verschiedene öffentliche Gebäude mit Steinen bewarfen, und die auch d i e Polizei an griffen. Es wurden im ganzen etwa 30 Verhaftungen vorgenommen.

Kunst und Wisfenschast.

Deutsche Uraufführung des FilmsPatrioten".

In Berlin gelangte im Ufapalast am Zoo der von Karl Ritter geschaffene Ufa-FilmPa­trioten" zur deutschen Uraufführung. Der Film hat bekanntlich bereits bei seiner Welturaufführung während der Deutschen Kulturwoche auf der Pa­riser Weltausstellung vor einem internationalen Publikum einen außerordentlichen Erfolg erzielt. Die französische Presse hat nicht nur den künstle­rischen Wert voll anerkannt, sondern den Film auch als ein Werk bezeichnet, das geeignet ist, der Völ­kerverständigung zu dienen, da es mit größtem Ernst dem deutschen und dem französischen Patrio­tismus gleicherweise Rechnung trägt. Auch bei der Filmkunstausstellung in Venedig stand dieses Werk

im Mittelpunkt des Interesses. Die deutsche Urauf­führung, die im festlichen Rahmen stattfand, gestal­tete sich ebenfalls zu einem ungewöhnlich großen Erfolg. Die beiden Hauptdarsteller, Mathias W i e« man und Ciba Baarova, sowie der Spielleiter Karl Ritter ernteten reichen Beifall.

Aus aller Wett.

Werbeschau des deutschen Wöbels in Berlin.

Die unter der Führung bet Reichskammer für bilbenbe Künste veranstaltete Werbeschau bes beutschen Möbels würbe mit einer Kund- gcbung in Berlin eröffnet. Im Mittelpunkt ftanb eine Ansprache bes Reichskulturwalters Moral- ler, ber bie Aufgaben ber Werbeschau umriß. In seiner Wohnung schaffe sich ber Mensch seine eigene kleine Welt, in ber er Zufriebenheit finben müsse. Die Frage ber Heimgestaltung sei ausschlaggebend, weil der deutsche Mensch in seinem Heim die Kraft schöpfe für den Lebenskampf, in dem heute jeder einzelne stehe. Der Werbeschau des deutschen Mö­bels komme daher in ihren Auswirkungen neben der kulturellen auch eine nicht zu unterschätzende politische Bedeutung zu. Die Werbeschau, die im ganzen Reich durchgeführt wird und während der 4200 Schaufenster für geschmackvolle Heimgestaltung werben, erstreckt sich über die Zeit vom 25. Sep­tember bis 9. Oktober.

Ein Berner Bär für Berlin.

Im Zusammenhang mit dem anläßlich ber 700- Jahrfeier ber beutschen Reichshauptstabt gefaßten Plan, einen ber Öffentlichkeit zugänglichen Zwinger für ben Berliner Wappenbären zu errich­ten, hat ber Gemeinberat ber Stabt Bern beschlos­sen, ber Stabt Berlin einen Bären zu schenken. Der Zeitpunkt ber Ueberführung bes Bären von Bern, bas bekanntlich ein ähnliches Wappentier führt, nach Berlin ist noch nicht festgesetzt. Es sei baran erinnert, daß nach der Sage Berthold V. von Zähringen im Jahre 1191 auf der Aare-Halbinsel einen Bären er­legte und hierauf beschloß, an dieser Stelle eine Stadt mit NamenBern" zu gründen. Der Berner Bärengraben, aus dem das freundliche Geschenk kommt, ist berühmt.

Zwei vierfache Mörder hingerichtel.

In Berlin ist der der Willi Roloff hinge­richtet worben, ber durch bas Urteil bes Schwur­gerichts Prenzlau wegen vierfachen M o r b e s zum Tobe verurteilt worben ist. Roloff hat 1931 in Remlin (Mecklenburg) eine Frau, um sie als Zeu­gin eines an ihr begangenen Sittlichkeitsverbre­chens zu beseitigen, erschlagen. Er hat ferner in Linbenhufen bei Briesen (Mark) 1935 ben Land- roirt Wilhelm Kochan unb 1936 ben Landwirt Lüdke, die er unter der Vorspiegelung, ihnen eine Stellung zu besorgen, in den Hinterhalt gelockt hatte, rücklings erschlagen und erschossen, um sich in den Besitz ihres Gelbes zu setzen. Schließlich hat

er, gleichfalls in Beraubungsabsicht, den Händler Christian W o r r e s ch e k auf der Landstraße bei Bad Freienwalde (Oder) ermordet.

Am 24. September wurde ber August Janke hingerichtet, ber vom Schwurgericht in Schneidemühl wegen Morbes in vier Fällen vier­mal zum Tobe verurteilt worben ist. Janke, ber seit Jahren ein zügelloses Leben geführt hatte unb des- sen Ehe infolgebeffen zerrüttet war, hat in Barken- felbe bei Schlochau feinen Schwager Gustav Kla­witter, seine Ehefrau unb seine 7 unb l8/< Jahre alten Söhne Rubolf unb Horst mit einer Axt er­schlagen.

Eine kleltersportliche Leistung.

Die bekannten Felskletterer Hans unb Simon Flatscher von Bab Reichenhall führten in den Berchtesgadener Alpen bie erstmalige Ueberklette- rung bes Nordostgrates des kleinen Palfelhorns durch, eines aus dem Wimbachtal aufsteigenden, von bizarren Felstürmen gekrönten steilen Grates, der sich von links her zum Gipfel aufschwingt. In acht Stunden angestrengter Kletterarbett bewältigten bie beiden Bergsteiger den schweren, durch die Brüchig­keit bes Gesteins besonders gefährlichen Weg.

Hochwasser verursacht einen Fabrikbrand.

Das seit einigen Tagen in Oberitalien herrschende Hochwasser hatte in einem Außenbezirk von Mailand eigenartige Folgen. Das aus den Ufern getretene Wasser des Lambro-Flusses überschwemmte in einer Gerberei eine Grube mit ungelöschtem Kalk. Dadurch entwickelte sich eine derartige Hitze, daß sich das Holz eines Fabrikgebäudes entzündete und ein Brand ausbrach, dem Materialien im Werte von mehr als 400 000 Lire zum Opfer fielen. In Santa Margeritha Ligure ftanb nach einem ver- heerenben Wolkenbruch bas Wasser in ben Stra­ßen innerhalb weniger Minuten mehr als 1,50 Me­ter hoch. In bie Kaffeehäuser unb Läben brangen bie Wassermassen mit ungestümer Gewalt ein unb überfluteten Tische unb Einrichtungsgegenstände. Durch Hagel wurden viele Fensterscheiben zerschla­gen.

60 Verletzte bei einem Explosionsunglück in Algier.

In Algier ereignete sich eine folgenschwere E x - p I o f i o n. Das Gebäude einer Konditorei wurde völlig zerstört. Die Explosion ereignete sich im Keller des Nebengebäudes einer Konditorei in einer ber belebtesten Straßen. Außer bem Gebäube wur­den vier anschließende Geschäfte vollkommen zer­stört. Es gab im ganzen 6 0 Verletzte. Elf Schwerverletzte mußten ins Krankenhaus überge­führt werden, lieber die Ursache der Explosion ist man sich noch nicht im klaren. Man vermutet, daß ein Behälter mit komprimierten Gas explodiert ist.

Großfeuer in einer Oelanlage San Franziskos.

Ein Großfeuer zerstörte einen Teil der An­lagen der Standard Oil Companie in San Fran­

zisko. Das gesamte Industrieviertel war mehrere Stunden stark gefährdet. Explosionen großer Oelmengen erschütterten die ganze Umgebung, und Ströme brennenden Oels flössen durch die an­grenzenden Straßen. Der angerichtete Schaben wird auf zwei Millionen Dollar geschätzt.

Schwarze Pest in Manbschukuo.

Aus Mandschukuo wird das Auftreten der Schwarzen Pest gemeldet, und zwar sollen bisher über 200 Fälle dieser Seuche bemerkt wor­den fein. Um ihre Ausbreitung in den Hauptver- kehrsgebieten von Mandschukuo zu verhindern, sind zahlreiche Quarantänestationen längst der südman­dschurischen Eisenbahn und rings um Hsingking ein­gerichtet worden. Die Behörden hoffen, die gefähr­liche Seuche bald befeitigt zu haben.

Wieder ein englisches Bombenflugzeug ins Meer. gestürzt.

Ein englisches Bombenflugzeug stürzte in der Nähe der Walliser Küste in bie See. Beim Aufschlagen auf den Wasserspiegel explodierte der Benzin­tank. Don den vier Insassen des Flugzeuges konn­ten bisher drei als Leichen geborgen werdem Man befürchtet, daß auch der vierte Flieger ums Leben gekommen ist. Mit diesem Unfall hat die englische Luftstreitkraft in diesem Jahre bisher 64 Abstürze zu verzeichnen, die insgesamt 105 Todes­opfer gefordert hatten.

Flüchtiger Balencia-Bolschewist mit geraubtem Schmuck verhaftet.

DNB. Wien, 15. Sept. Bei Krems an der Donau nahm die Gendarmerie einen Mann fest, der sich durch sein Verhalten verdächtig gemacht hatte. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, daß der Verhaftete Louis Marton hieß, längere Zett in den Bolfchewiftenhaufen von ValenciaKriegs­dienst" geleistet hatte und schließlich geflohen war. Eingenäht in den Taschen seiner Kleider fand man Schmuckgegenstände von beträchtlichem Wert. Ueber die Herkunft der Kostbarkeilen verweigert der Bolschewist natürlich alle Angaben, doch steht es fest, daß sie von einer Plünderung her­rühren.

hohe Auszeichnung deutscher Konditoren auf der Pariser Weltausstellung.

Mit dem Derbandstag der französischen Kondi­toren in Paris war eine Konditorenausstellung auf dem Gelände der Weltausstellung verbunden, an der sich außer Frankreich auch Deutschland, Bel­gien, Holland, Schweden, Oesterreich, Italien und die Tschechoslowakei beteiligten. Dem Reichsinnungs­oerband des deutschen Konditorenhandwerks wurde, obwohl die von ihm ausgestellten Arbeiten an Zahl neben denen der anderen Länder zurückstanden, die höchste Auszeichnung zuerkannt. Er erhielt den Ehrenpreis des Staatspräsidenten der Franzö­sischen Republik Lebrun.

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