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Ilr.nO Erstes Blatt

187. Jahrgang

Mittwoch. 26. Mai 1957

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zur Arbeit und zum Frieden Gestalt hat. Nach diesem Wunsche übergebe ich

Gegner gestanden hat. Politische Gegensätze werden am besten dadurch überbrückt, daß man sich das gemeinsame Interesse an kulturellem Fortschritt der Welt klar macht. In Be­tonung dessen, daß wir Deutsche diese kulturelle Gemeinsamkeit in vollem Umfange würdigen und zum Zeichen des Dankes für die Gastfreundschaft, die uns die französische Nation hier in ihrer

Hauptstadt gewährt, hat Deutschland eine besondere Ehre darin gesetzt, auf dieser Ausstellung würdig vertreten zu sein. Das Deutsche Haus will einen Querschnitt durch das technische, wirtschaftliche und künstlerische Können unseres Volkes geben. Es will der Welt zeigen, daß das deutsche Volk ein Volk der Arbeit ist. Ein Volk der Arbeit aber ist immer auch ein Volk des Friedens. Mögen die Besucher dieser deutschen Leistungsschau in alle Welt das Be­wußtsein hinaustragen, daß in diesem Hause das Bekenntnis zur Arbeit und

einer Luftexpedition gehöre, die die Valencia- Bolschewisten Bilbao zu Hilfe gesandt hätten. Dieses bolschewistische spanische Flugzeuggeschwader sei in der Gegend von Lerida überdie französische Grenze geflogen und dann quer durch Frank­reich über Hendaye nach Spanien eingeschwenkt,

gewonnen , ,

das Deutsche Haus seiner Bestimmung.

her schon viel zu viel Ausländsanleihen. Ebenso wenig bringe er politische Vorschläge mit. Er stellte aber fest, daß die Lage, unter der jetzt alle Völker litten, geändert werden müsse. Das deutsche Volk sei zur Zusammenarbeit mit allen bereit und er sei überzeugt, daß das französische Volk den gleichen guten Willen habe. Dr. Schacht gab der Hofnung Ausdruck, daß seine Fühlungnahme in Paris die Atmosphäre zur Verständigung bessern werde, die man in Deutschland ebenso wünsche wie in Frankreich.

Dr. Schacht erinnerte daran, daß Frankreich und Deutschland lange ohne Handelsvertrag lebten. Er habe aber die Hoffnüng, daß die Ver­handlungen in nicht zu langer Zeit zum Abschluß gelangen würden. Auf die Frage nach einer inter­nationalen Wirtschaftskonferenz ant­wortete Dr. Schacht, er glaube nicht, daß van Zee- land eine solche Konferenz vorbereite. Die Idee sei verfrüht. Eine solche Konferenz sei unzweck­mäßig, solange man nicht wisse, was man erreichen wolle und könne. Das zeige das Beispiel der Lon­doner Konferenz von 1933. Die Frage, ob Deutsch­land eine Herabsetzung der Zinsen for­dern werde, beantwortete Dr. Schacht mit dem ein­leuchtenden Satz:W ie.jeder Schuldner..." Er hoffe, gerade in dem heutigen Frankreich Ver­ständnis dafür zu finden, daß es ungerecht sei, einen Zinssatz von 7 v. H. zu verlangen. Als jemand wissen wollte, wie viel Deutschland zu zahlen be­reit sei, erklärte Dr. Schacht:So wenig wie m ö g l i ch." Schließlich gab Dr. Schacht Auskunft auf die Frage, ob Deutschland in Frankreich an­dere Dinge kaufen wolle als Rohstoffe: Wenn Frankreich die Schulden herabsetzen würde, könnte man d i-e ersparte Summe für solche Käufe verwenden." Dr. Schacht schloß mit der Hoffnung, daß sein Pariser Besuch dazu beitragen werde, viele Mißverständnisse zu be­seitigen.

Gin bolschewistisches Flugzeug wiederinFrankre?ch,noiaelandet,

Paris, 26. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Jour" meldet, daß wiederum ein bolschewistisches spanisches Flugzeug in der Gegend von Pau ge­landet sei. Der dänische Oberst Lunn habe zwar erklärt, von der Sache nichts zu wissen, indessen seien die bolschewistischen spanischen Fliegeroffiziere in voller Uniform auf dem Place Royal von Pau spazierengegangen. Es bleibe die Frage, ob dieses Flugzeug zu dem bolschewistischen Geschwader gehöre, das am Montag Jrun und San Sebastian in Richtung Bilbao überflogen und in einem Luftkampf mit den nationalen Jagdfliegern drei Maschinen verloren habe. Eines der abge­stürzten Flugzeuge sei ins Meer gestürzt. Der Flieger, der schwimmend das Ufer erreichte, er­klärte den nationalen Militärbehörden, daß er zu

Genfer Scheinblüte.

Die Liga der Nationen macht wieder von sich reden. Von Beginn dieser Woche an hält sie eine Reihe von Sitzungen ab, die wohl so etwas wie eine neue Blüte des politischen Lebens an den Ufern des Genfer Sees heroorzaubern soll. Wir fürchten, es ist eine Scheinblüte. Denn die Delegier­ten reisen Heuzutage mehr aus alter Gewohnheit nach Genf als aus einem aktuellen Anlaß. Die Frühjahrstagung gehört nun einmal zum diploma­tischen Jahresprogramm der demokratischen Welt, wenn auch die großen und wichtigen internationa­len Entscheidungen woanders getroffen werden. Der Apparat des Genfer Sekretariats ist zwar nach wie vor in ständigem Betrieb, verschickt Einladungen und empfängt Anträge, aber er bewegt sich dennoch nur im Leerlauf. Es ist nicht mehr wie e i n st im Mai ...

Die diesjährige Maitagung besteht gewissermaßen aus drei Abschnitten: der 97. Ordentlichen Tagung des Völkerbundsrates, am 24. Mai begin­nend, der 18. Außerordentlichen Tagung der V ö l - kerbundsversammlung, die am Mittwoch einsetzt, und vielleicht einer Vorstandstagung der sogenannten Abrüstungskonferenz, die Frankreichs ständiger Vertreter Paul-Boncour vor einiger Zeit aus dem Dornröschenschlaf zu wecken versuchte. Die Ratstagung umfaßt im ganzen 18 Punkte, von denen die Mehrzahl völlig nebensäch­liche Fragen behandelt. Erwähnenswert sind nur zwei Punkte, die einmal die Locarnofrage und zum anderen den französisch-türkischen Streit um das Sandschak-Problem betreffen. Ge» rade an diesen beiden Beispielen wird aber klar, wie sehr der Völkerbund heute zu einer Statisten­rolle auf der weltpolitischen Bühne verdammt ist. Denn wenn man sich über die Rechte der türkischen Minderheit im Sandschak Alexandrette geeinigt hat, so ist das allein auf die zw e i s e i t i g e n Ver­handlungen zwischen Paris und Ankara zurück­zuführen. Der Völkerbund ist an dieser Regelung ganz unbeteiligt geblieben. Ebenso verhält es sich mit der Frage, wie man den alten Locarnovertrag durch einen neuen Westpakt ersetzen könnte. Dieses Problem wird fortlaufend auf diplomGtischem Wege unmittelbar zwischen den europäischen Groß­mächten erörtert, wobei alle Beteiligten davon über­zeugt sind, daß die an sich schon schwierige Aufgabe gänzlich unlösbar würde, wenn matt auch noch die Genfer Institution zur Beratung hinzuziehen wollte. Auch die Aufrichtung der belgischen Unab­hängigkeit geschah ohne die Mitwirkung des Völ, kerbundes, ja, der berüchtigte Sanktionsartikel 16 der Genfer Satzung war sogar das einzige Hinder­nis, um diese Unabhängigkeit vollkommen zu ma­chen. Der Genfer Rat hat also nicht den geringsten Anlaß zum Eigenlob.

Eher schon könnte die am 26. Mai beginnende Völkerbundsversammlung eine Gelegenheit zur Selbstbeweihräucherung bieten. Sie soll sich nämlich mit der Ausnahme Aegyptens in den Völ­kerbund befassen. Denn wenn auch die Verhand­lungen auf der Kapitulationskonferenz in Mon­treux durch französische Sonderwünsche erheblich in die Länge gezogen wurden, so kam doch schließlich infolge des allgemeinen moralischen Drucks und in­folge der klugen Taktik des ägyptischen Minister­präsidenten Nahas Pascha ein Abkommen zustande, das dem Pharaonenlande endlich seine Souveräni­tät und damit auch seinen Eintritt in den Genfer Bund gewährleistet. Die Liga wird es sicherlich nicht versäumen, diesen Erfolg der ägyptischen Regierung ihrem eigenen Konto gutzuschreiben und dieLega­lität" des Befreiungsaktes rühmend hervorzuheben.

Es zeigen sich auch einige dunkle Wolken am Genfer Horizont. Mit Unbehagen erinnert man sich der Verwirrung, die auf der letzten Tagung der Ex­kaiser von Abessinien unter den Delegationen anrichtete. Weit davon entfernt, der Realität der Dinge Rechnung zu tragen und das italienische Imperium anzuerkennen (bas soll vielleicht erst im Herbst geschehen) möchte man doch die Lage nicht weiter verschlimmern und hat deshalb den Negus veranlaßt, diesmal von einer Schweizer Reise ab­zusehen. Dagegen werden die Genfer Diplomaten in ihrer Mitte den Vertreter des b o l s ch e w i st i - scheu Spaniens begrüßen, was nicht nur einen dekorativen Sinn, sondern auch einen sehr realen Zweck hat. Denn der neue Außenminister des Va­lencia-Ausschusses, Herr Giral, hat den Rat auf­gefordert, mit der Untersuchung der Frage der ausländischen Intervention" in den spanischen Krieg fortzufahren, und der Generalsekre­tär des Völkerbundes hatte nichts eiligeres zu tun, als diesem Anträge stattzugeben. In den Kreisen der internationalen Diplomatie ist man davon nicht sehr entzückt, und selbst die Engländer und Fran­zosen würden es lieber sehen, wenn das heikle Thema ganz dem Londoner Nichteinmischungsaus­schuß vorbehalten bliebe.

Es läßt sich überhaupt die Beobachtung machen, daß das Ansehen der Genfer Liga selbst in den Demokratien Westeuropas immer tiefer sinkt. So mußte erst kürzlich der britische Ministerpräsident Baldwin in einer großen Rede vor der Oeffent- lichkeit zugeben, daß das politische System, in dessen Mittelpunkt der Völkerbund stehen sollte, in der letzten Zeit sichtlich in Verfall geraten ist und vom größten Teil der Welt mit kritischen Augen be­trachtet wird. Nicht weniger aufschlußreich ist ein Artikel derTimes", der auf den großen Prestige- verlust hinweist, den der Völkerbund in letzter Zeit erlitten habe. Es heißt da, die in letzter Zeit in . der europäischen Lage eingetretene Entspannung sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß größere : Kräfte als der Völkerbund am Werke seien, um die , politische und wirtschaftliche Befriedung zu fördern. : Wir können dem Londoner Blatt nur Recht geben.

Die Methode der direkten Verständigung

Reichswirlschastsminister Dr. Schacht eröffnet das Deutsche Haus auf der pariser Weltausstellung

P a r i s , 26. Mai. (DNB.) Bei der Eröffnung des Deutschen Hauses auf der Pariser Weltausstellung am Mittwochvormittag führte Reichswirtschafts­minister Reichsbankpräsident Dr. Schacht u. a. folgendes aus:

Ich empfinde es als eine besondere Ehre und Freude, daß mich der Führer und Reichs­kanzler beauftragt hat, ihn bei der feierlichen Er­öffnung des Deutschen Hauses dieser Ausstellung zu vertreten und der französischen Nation, ihrem Präsidenten und ihrer Regierung aus diesem An­laß die Grüße der Reichsregierung und des deut­schen Volkes zu überbringen.

Die internationale Ausstellung Paris 1937 nennt sich eine Ausstellung der Kunst und Technik im Leben der Gegenwart. Diese Worte umfassen nahezu alle Gebiete des geistigen und materiellen Schaffens, angefangen von den kleinsten Notwendigkeiten des täglichen Lebens bis hinauf zu den großartigsten Leistungen von Kunst und Wissenschaft. Damit ist dieses Haus ein getreues Spiegelbild der gesamten Kultur und Zivilisation der Gegenwart. Welche Anregungen von einer solchen Weltausstellung ausstrahlen können, mag Ihnen ein Blick auf jenes gewaltige Bauwerk ver­deutlichen, das der Pariser Weltausstellung von 1889 ein bleibendes Andenken gesichert hat. Ur­sprünglich nur gedacht als Wahrzeichen der Aus­stellung, wurde die kühne Eifenkonstruktlon des Eiffelturmes zum Symbol des technischen Fortschrittes der Neuzeit. Eisen und Stahl sind seitdem zum führenden W e r k st o f f u n - ferer Zeit geworden. Unsere stählernen Mesen, die hochragenden Skelette moderner Bauten, die Ströme und Meeresarme überspannenden Brücken zeigen, was die Technik aus dem damaligen Impuls zu schaffen vermocht hat.

Die Katastrophe des W e l t k r i e g e s hat alten Volkswirtschaften, Siegern und Besiegten, so schwere Wunden geschlagen, daß es heule noch nicht gelungen ist, sie zu heilen. Die Politik jener unglückseligen Zeit hat der Menschheit fünf Jahre Krieg, zwölf Jahre Repa­rationspsychose und sechs Jahre Weltwirtschaftskrise gebracht. W»r können dieses Unglück leider nicht mehr unge­schehen machen. Um so gebieterischer aber ist das verlangen, endlich einmal die unseligen Kriegsfolgen zu beseitigen und alle Kräfte in den Dienst des wirtschaftlichen und sozialen Neuaufbaues zu stellen. Ich freue mich, feft- siellen zu können, daß sich die Erkenntnis dieser Notwendigkeit allenthalben immer starker durch­setzt, daß überall das Bestreben wachst, eine lebensbejahende Politik an die Stelle einer lebensverneinenden zu fetzen. Noch aber ist nichts Durchgreifendes gefche- h e n, um die Wett von dem D r u rf u n f r a g - barer Schuldverpflichtungen, von dem Prokrustesbette der (Hearingoerträge, von dem Unsicherheitsfaktor labiler Währun­gen und von der Ungleichheit der Rohstoff

Begrüßung in Paris.

Deutschland zu wirtschaftlicher Zusammen­arbeit bereit.

Paris, 25. Mai. (DNB.) Reichsminister Dr. Schacht ist mit seiner Gattin und seiner Beglei­tung im Flugzeug um 17 Uhr auf dem Flughafen Le Bourget eingetroffen. Zu feiner Begrüßung hatten sich der französische Wirtschaftsminister, Spinasse, die Gattin des französischen Handels­ministers, B a st i d, der französische Botschafter in Berlin, Francois-Poncet und Frau, der deutsche Botschafter, Graf W e l c z e k, der Lan­desgruppenleiter Frankreich der NSDAP., Schleier, der Reichskommissar Ministerialdirektor R u p p e l, der Direktor im französischen Handels­ministerium, Alphand, und der Führer der deut­schen Handelsvertragsabordnung, Botschaftsrat Hemmen, eingefunden. Reichsminister Dr. Schacht begab sich zunächst zum Deutschen Haus auf der Weltausstellung um es in Augenschein zu neh­men. In der deutschen Botschaft fand dann ein Essen statt, an dem u. a. der französische Minister­präsident Leon Blum Wirtschaftsminister Spi­nasse, Handelsminister B a st i d und der Kolo­nialminister M o u t e t mit ihren Damen teil« nahmen.

*

Dr. Schacht erklärte der Presse, er habe den Auf­trag, das französische Volk anläßlich der Ausstel­lung zu begrüßen.Ich «bin nicht Politiker, sondern Wirtschaftler und besitze keine Zuständigkeit, über politische Dinge Erklärungen abzugeben", fuhr Reichsminister Dr. Schacht fort. Das sei die Auf­gabe anderer. Er habe keine Pläne im Koffer. Die Politik erschwere die Wirtschaft oft, aber doch müsse man sich den Erfordernissen der Politik anpassen. Dr. Schacht wiederholte, daß er keinerlei A n - leihen in Paris suche. Er habe von früher

Dk. Schachts Eröffnungsansprache.

Gemeinsames Zniereffeam kulturellen Fortschrittüberbrücktpolttische Gegensätze.

Oer Reiseverkehr zur Weltausstellung.

Berlin, 25. Mai. (DNB.) Der Reichsinnen­minister veröffentlicht eine Verordnung über den Reiseverkehr mit Frankreich während der Weltaus­stellung vom 25. Mai 1937 bis zum 30. November 1937. Danach sind Pässe deutscher Staats­angehöriger mit Wohnsitz oder ständigem Auf­enthalt im Inland für Reisen nach oder durch Frankreich nur gültig, wenn öer Geltungs­bereich des Passes von der zuständigen Paß­behörde ausdrücklich aufFrankreich erstreckt ist. Der Zusatz über den Geltungsbereich des Passes lautet:Gültig auch für Reisen nach und durch Frankreich während der Dauer der Pariser Welt­ausstellung 1937". Der Zusatz ist für Inhaber von Dienstpässen, Ministerialpässen und Diplomaten­pässen nicht erforderlich. Deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz oder ständigem Aufenthalt im Aus­land haben dies, wenn sie aus dem Reichsgebiet nach Frankreich reifen wollen, der Paßnachschau- behörde nachzuweisen. Ein deutscher Staatsange­höriger, der ohne den Zusatz aus dem Reichs­gebiet ober auf einem Umweg in oder durch Frank­reich reift, wird mit Geldstrafe beftraft.

Deutschland auf derJnternationalen Lustsahrt- ausstelllilia in Brüssel

Besuch des Generals der Flieger Milch.

Brüssel, 25. Mai. (DNB.) Am Mittwoch­nachmittag wird der Staatssekretär des Reichsluft­fahrtministeriums, General der Flieger Milch, der Eröffnung der Internationalen Luftfahrtausftellung in Brüssel beiwohnen. Deutschland stellt seine neue­sten Erzeugnisse auf dem Gebiet des Flugzeugbaues, des Motorenbaues, der Flugzeugausrüstung und des Segelflugzeuges aus. Der Stand Deutschland liegt unmittelbar am Haupteingang der Aus­stellungshallen. Gleich bei seinem Eintritt wird der Besucher durch das zweimotorige Großflugzeug der Junkersflugzeugwerke Ju 48 gefesselt. Unter den Flächen dieses Flugzeuges ist ein Exemplar des Schwerölmotors Junker Jumo 205 ausgestellt, mit welchem die Ju 86 ausgerüstet ist. An Originalflug­zeugen werden ferner gezeigt der Lehrzweckezwei­decker der Firma Aroda-Flugzeugwerke G. m. b. H. AR 96, das zweimotorige Reiseflugzeug GO 146 der Gothaer Waggonfabrik AG., das Sport- und Uebungsflugzeug Bücker-Jungmann und das Klemm- Flugzeug Kl 35. Diese Schau modernster deutscher Flugzeuge wird ergänzt durch Modelle neuester Flugzeugtypen verschiedener deutscher Firmen. Gene­ral der Flieger Milch traf Dienstag abend mit der su 52Walter v. Bülow" in Brüssel ein. Zu seiner Begrüßung hatte der Minister für die Landesver­teidigung die Generale 2 ur inier und Jsse- r e n t a n t, die Kommandeure der belgischen Luft­streitkräfte, auf den Brüsseler Flughafen entsandt.

Versorgung zu befreien. Ich habe keinen Zweifel, daß der Schlüssel zu all diesen Wirt- schaftsschüdlingen in den Händen der Po­litik liegt. Sobald die Welt einmal die Ge­wißheit eines gerechten und dauerhaften Frie­dens hat, wird die Wirtschaft leichte Arbeit haben.

Dürfen wir die Hoffnung haben, daß von der internationalen Ausstellung in Paris ein An­stoß in der Richtung der Dölkerver- söhnung ausgehen wird? Die Ausstellung trifft zeitlich in glücklicher Weife mit den Handels- vertragsverhandlungen zusammen, die zur Zeit zwischen unseren beiden Ländern geführt werden, nachdem eine fast dreijährige Zeitspanne ausreichende Vereinbarungen über den gegenseiti­gen Handelsverkehr hat vermissen lassen. Die deut­sche Regierung ist mit der französischen in der Ueberzeugung einig, daß der neue Vertrag eine Auflockerung der zur Zeit geltenden Clearing­bestimmungen mit sich bringen soll. Die Zusage der deutschen Regierung, die erforderlichen Devisen be­reitzustellen, eine Zusage, die durch ein bestimmtes, zwischen Einfuhr und Ausfuhr herrschendes Ver­hältnis sichergestellt wird, wird dem Handel der beiden -Länder größere Freiheiten bringen können, als es ein Zwangsclearing vermag. Der deutsch-französische Handel muß zum Besten der beiden Nationen mindestens auf seine alte Höhe gebracht werden

Die Wünsche, die Deutschland bei der poli­tischen und wirtschaftlichen Befriedung der Wett vertritt, erscheinen nur deshalb manchmal schwer verständlich, weil eine fundamentale Wesenheit des deutschen Lebens nicht genügend begriffen wird. Lassen Sie mich einmal etwas aussprechen, was die wenigsten Menschen wissen: Mil Ausnahme der international garan­tierten Schweiz ist Deutschland das ein- zige Land derWelt, welches über keine ausreichende koloniale Ernäh­rungsgrundlage für seine Bevölkerung verfügt. Die Politik sollte sich endlich einmal klar machen, was diese groteske Tatsache für eine große Nation bedeutet. Wer diesen Zu­stand aufrechterhatten will, wird niemals das darin liegende Unruheelernent beseitigen, wer diesen Zustand ändern will, wird den Frieden Europas und damit der Wett auf Generationen sichern können.

Die französische Weltausstellung von 1937 ift die erste umfassende internationale Ausstellung, an der das nationalsozialistische Deutschland teilmmmt. Daß mir diese Ausstellung in einem guten Maße be- chtckt haben, mag zeigen, daß Deutschland nicht daran denkt, sich vom Welthandel ab- z u s ch l i e ß e n , daß es vielmehr an dem Wieder­aufbau eines gesunden Welthandels tätigen An- teil nehmen will. Ich nehme es für ein günstiges Omen dak diese Ausstellung und unsere Beteiligung ---- , , . . ~ . -

gerade in der Hauptstadt desjenigen Landes statt- um entlang der kantabrischen Küste Bilbao zu findet, das einmal in der ersten Reihe unserer1 erreichen.