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Dolde und legte sie auf das Tischchen unter dem Bilde.

Dann eilte er hinaus, seinen Kameraden und seinem ungewissen Schicksale entgegen.

Büchertisch.

Paul Ernst:Der Heiland". Preis Gebunden 3,80 Mk. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. (75) Unter den Büchern, diö dem religiösen Suchen der Gegenwart den Weg zur Erneuerung und Vertiefung des Glaubens weisen, kommt dem WerkeDer Heiland", mit dem der Dichter und Denker Paul Ernst sein reiches Schaffen beschlossen hat, besondere Bedeutung zu. Cs ist eine Versdichtung, in der das Bild des Heilands in seinem Leben und Lehren unserem Volke neu geschenkt wird. In einer strengen, kraft­vollen und jedem verständlichen Sprache hat der zeitlose Sinn der Evangelien in dieser Dichtung eine Prägung gefunden, die von einem reinen, stärkenden Geist durchglüht, die Sinne läutert, die Herzen erhebt und die Seelen aufruft zu innerer Einkehr und tiefer Besinnung.

Friedrich Felger: Das Buch von Jesus Christus. Kartoniert 4,40 RM., Leinen 4,80 RM. Martin Warneck Verlag, Berlin W 9. (85.) Eine Evangelienharmonie, die sich jeder Uebermalung der heiligen Geschichte durch dichte­rische Phantasie enthält. Sie wird vielmehr in grau« feiger Versenkung in den Text des Neuen Testa­ments treuherzig, schlicht und ehrfurchtsvoll nach­erzählt. Und doch ist es, wenn diese Wiedergabe in einem Kreis von Jungen oder Alten vorgelesen wird, als hörten wir diese Geschichte wieder ganz neu. Viele werden eine solche Evangelienharmonie eher zur Hand nehmen als ein Neues Testament mit seiner Einteilung in Kapitel und Verse. Was so aus gläubigem Herzen heraus, so in Liebe er­fühlt, . geschildert wird, ohne Ausschmückung, ohne Phantasie, ohne Legendchen, wird seine Leser­gemeinde finden.

Vereinheitlichung der Krankenscheine.

Berlin, 24. März (DNB.) Der Reichsarbeits­minister hat einheitliche Vordrucke für Krankenschein und Verlängerungsschein bekanntge­geben für ärztliche und zahnärztliche Behandlung. Die Krankenscheine enthalten nicht nur die für den Kranken und für die Krankenkassen notwendigen Angaben, sondern auch die für die Honorarabrech­nung der Aerzte erforderlichen Unterlagen. Sie gel­ten einheitlich für das Kalenderviertel­jahr, in dem sie ausgestellt werden. Der Kran­kenschein für eine ärztliche Behandlung, die nach dem 20. des letzten Monats eines Kalenderviertel-, jahrs beginnt, und der Krankenschein für Zahnbe­handlung, die nach dem 10. des letzten Monats eines Kalendervierteljahres beginnt, gelten grundsätzlich auch für das folgende Kalendervierteljahr. Der Krankenschein verliert jedoch seine Gültigkeit, wenn die Behandlung nicht spätestens eine Woche nach Ausstellung beginnt. Ein Verlängerungsschein wird ausgestellt, wenn Weiterbehandlung erforderlich ist.

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Nachdem wohl der JI Minister S Reden von

men mit Frankreich entsprechend den vielumstrM- nen Militärabkommen aus dem Jahre 1920 auf- rechterhalten solle, daß ein vollständig unabhän­giger und souveräner Staat wie es das heutige Belgien sei, das unbestreitbare Recht habe, seine Sicherheit durch Generalstabsbespre­chungen zu gewährleisten. Diese Besprechungen dürften aber keinen einseitigen Charak- t e r haben. Sie müßten nicht nur Frankreich, son­dern auch anderen Ländern offen stehen. Außerdem dürfte diese Fühlungnahme der General- ftäbe keine politischenBindungen mit sich bringen, und weder die Militärpolitik noch die Außenpolitik Belgiens in die Abhängigkeit eines anderen Staates bringen.

Das Deutschtum im oberschlesischen Grenzland.

Eine Antwort auf die Kampagne der polnischen Presse.

Breslau, 24. März. (DNB.) Auf einer Ta­gung des Bundes Deutscher Osten befaßte sich Gau­leiter-Stellvertreter Bracht mit den oberschlesischen Grenzlandfragen. Gerade wir Deutschen und Natio­nalsozialisten, führte er u. a. aus, erkennen es an, daß der Angehörige eine fremden Volkes, der schon das Schicksal tragen muß, in einem anderen Staatsraum zu leben, f i ch die Liebe zu sei­nem Volk nicht nehmen läßt und womög­lich durch wirtschaftliche und sonstige Maßnahmen in seinem Volksbewußtsein noch gestärkt wird. Wir Deutschen jedenfalls wissen, daß von allen Deutschen, die in Polen, in der Tschechoslowakei oder sonstwo außerhalb des Reiches leben müssen, daß diese Deutschen immer Deutsche bleiben, und zwar weil sie Deutsche sind. Ich kann mir nicht denken, daß die polnische Presse so unsach­lich und nervös reden würde, wenn sie dieses sichere Bewußtsein der Treue jedes einzelnen Angehörigen ihres Volkstums auch im fremden Staatsraum hätte, wie wir Deutsche es haben.

DieSchlesische Tageszeitung" stellt in diesem Zu­sammenhang mit Bedauern fest, daß über allbe­kannte Störenfriede von der Art der Kattowitzer Polska Zachodnia", des Organs des polnischen Wojewoden Graszynski, hinaus die gesamte polnische Presse die Nerven verloren hat und die Klarheit und Ehrlichkeit der Erklärun­gen des Oberpräsidenten Wagner mit einer Schimpfkanonade beantwortet, die weder dem deutsch-polnischen Presseabkommen vom Jahre 1934 entspricht, noch zu einer Klärung von Problemen beiträgt, die im Interesse beider Völker und Staaten bald zu bereinigen wären. Hingegen wird man wohl auf der anderen Seite taktische Erwägun­gen als Grund der Gesinnungsänderung annehmen müssen, die schon im Hinblick auf den Ablauf der Genfer Konvention angestellt wurden und die Handhabe dazu bieten sollen, gewissen Instinkten der polnischen Grenzbevölkerung jenseits der Gren- zen entgegenzukommen. Die Absage Polens an den Minderheitenschutzvertrag von Genf und das Ende der Genfer Konvention könnte die polnische Minder­heitenpolitik zu einer höheren Warte führen. Wenn vergüte Wille dazu in den obersten polni­schen Amtsstuben vorhanden sei, dann habe er ge­rade in diesen Wochen und Monaten Gelegenheit, sich gegenüber Neidern und ungeratenen Söhnen tm eigenen Lande durchzusetzen und so seine Festigkeit zu bezeugen.

das schwerst gefährdeten

In diesen Tagen befand sich das Regiment des jungen Offiziers im Raume vor Amiens in einem schweren Gefecht. Dem Feinde war es gelungen, in letzter Stunde eine 1-----r

Bildnis einer fremden Krau.

Von Rudolf Kreutzer.

Manchmal geschieht es, daß wir für Augenblicke alles Wirkliche vergessen und uns mit unsichtbaren Händen das Seltsame und StBunberbare. anrührt, so, daß eine Erkenntnis oder vielleicht auch nur eine Ahnung, von der wir nicht wissen, aus welchem Winkel unserer Seele sie aufgestiegen, plötzlich wie ein Schatten auf unser Tun fällt und anders als sonst sich die Dinge in uns spiegeln: nicht in einem gewohnten, den Grenzen des sinnlich Wahrnehm­baren geltenden, sondern in einem fremden, nur geahnten, man könnte sagen, jenseitigen Lichte, das sei es auch oft nur einen Herzschlag lang und ferneher wie Wetterleuchten immer wieder einen geheimnisvollen Schein in unser Dasein wirft.

Vor Amiens hatte im Frühjahr 1918, im letzten Jahre des Krieges, ein junger Offizier eines baye­rischen Infanterieregiments ein seltsames Erlebnis. Mit der Vorwärtsbewegung der deutschen Truppen, die an einem Märztage des genannten Jahres wie auf den Schlag einer einzigen Sekunde im Bereich der gesamten Westfront einsetzte, war auch das Re­giment des jungen Offiziers aus der verwüsteten Mondlandschaft eines im jahrelangen Stellungskrieg erbittert umkämpften Frontabschnittes in weit nach vorne getragenem Angriff mit einemmale tn eine Gegend gekommen, an der bisher die Stürme des Krieges fast spurlos vorübergegangen waren. So unoerhergesehen und unaufhaltsam war der deut­sche Vormarsch vor sich gegangen, daß der Zivil­bevölkerung des Landes auf ihrer überstürzten Flucht kaum mehr die Zeit verblieben war, die not­wendigsten Habseligkeiten mit sich zu führen und vielfach das Vieh noch brüllend in den Ställen stand.

geholte Reserven zu schließen, und so stieß das Regiment auf einen unerwartet heftigen Wider­stand, der ihm empfindliche Verluste bereitete, und der am stärksten aus einer Richtung eingesetzt hatte, in welcher sich ein kleines Lustschloß befand, dessen Name auf der Karte mitVillers aux Erables" verzeichnet war Ungeduldig und in kaum bezähm­barer Erreguna hatte unser Ofizier, der mit den Resten seiner Kompanie dem Schlosse geradewegs gegenüberlag, immer wieder beobachtet, wie aus einem der geöffneten Fenster ein feindliches Ma­schinengewehr in die Reihen seiner Leute häm­merte und, ohne einen Befehl abzuwarten, sondern allein dem Gebote des Augenblicks und einer plötz­lichen Eingebung folgend, stürmte er, feine Kom­panie mit feurigem Anrufe mit sich reißend, im ungestümen Vorwärtsdrängen das Schloß, dessen überlebende Besatzung vor der andrängenden Wucht des Angriffes eilig die Flucht ergriff. Den Revolver in der Faust und mit springendem Atem, die Stirne unter dem stählernen Helm noch um­wittert von dem Donner des Geschehens, betrat der Offizier als Erster das erstürmte Schloß. So aber, wie manchmal in Augenblicken großen Erlebens mit einem Male aller Lärm und alle Bewegung um uns aufzuhören scheint und eine unendliche Stille zu ertönen beginnt, tausendmal fühlbarer als all der Lärm, so geschah es, daß in dem Augenblick, in welchem der Offizier, über die steinerne Treppe hin­weg in das Schloß und in die dämmernde Kühle eines sich weit vor ihm auftuenden, hochfenstrigen und mit vielen Ahnenbildern behängten Saales getreten war, alles Geschehen wie hinter einem

einem Bildnis, das in der halben Helle des Rau­mes aus einem schweren, mattgoldenen Rohmen auf ihn herniederblickte. Es war das Bildnis einer Frau, schön und unirdisch, bewegungslos und doch seltsam bewegt, ohne Alter, ohne Zeit, Mutter oder Geliebte, und je länger der Offizier in dieses Ant­litz blickte, um so eindringlicher war ihm, als habe es außerhalb des hölzernen Rahmens auch noch eine andere Wirklichkeit, als atme dieses Gesicht und fei noch einmal und auf eine andere, geheimnisvollere Weife wirklich, als fei fein Mund nicht irgendwie, sondern so geformt, wie um ein Wort zu sagen, die Hand nicht irgendwie, sondern so gestellt, wie um etwas zu tun, das anderem galt als der greif­baren und gegenwärtigen, von Raum und Licht be­stimmten Wirklichkeit, einem Unsagbaren und Ge­heimnisvollen, in das er eingedrungen, er, der Fremdling, helmbewehrt und noch heiß vom Siege.

So, indes er dastand betroffen und wie im Traume und er den Schlüssel fand und ganz in sich hinabstieg, da wo in einem tiefen Brunnen das Menschenschicksal schlummert, ergriff es ihn wie ein Schauer: Da war eine Frau, ungewiß, wann sie gelebt, nicht mehr dem Irdischen angehörig und auf einem anderen Gestirn beheimatet als er, und war doch wunderbar gegenwärtig und schickte ihr geheimnisvolles Lächeln wie einen geisterhaften Gruß herüber von dem fremden Stern und seltsame Begegnung zweier Welten da war er und empfing dies Frauenlächeln, leibhaftig und mit den irdischen Sinnen des Mannes, indem er dies bedachte, sah er sich selbst schon auf der Brücke stehen, die hinüberführte dorthin, woher der Gruß und dieses Lächeln kam und als drunten im Park vor dem Schloß plötzlich ein Maschinengewehr aufschrie, böse und bellend, da war ihm, als habe dies alles keine Macht mehr über ihn, als fei er feinen Tod bereits gestorben, einen Tod, der aus dem Lächeln eines Frauenmundes kam und nicht mehr aus den gierigen Mäulern mordender Ma­schinen.

Er trat an das geöffnete Fenster, vor dem ein Fliederbaum feine frühen Blüten im Winde wiegte; sich herniederbeugend brach er eine große weiße

schweren, lautlos fallenden Vorhang versänk und wie ein zu schwer gewordenen Mantel von ihm abfiel, was noch vor Augenblicken auf ihm gelastet hatte: Rausch und Aufruhr der Schlacht, Gefahr und Todesbereitschaft, ja selbst das kaum begriffene Wunder des erfochtenen Sieges Er stand, wie in der Bewegung eines angefangenen und unausge­führten Schrittes, den einen Fuß ein wenig vor- w----- --- y-----v. gesetzt, einem griechischen Fechter vergleichbar, in

klaffende Lücke ferner auf der vom Widerschein des Abendhimmels beglänzten Front durch eilig herbei- j Kühle des Gemaches, die Augen festgebannt von

Der Uebergang zur Vereinheitlichung des höheren Schulwesens

Berlin, 24. März. (DNB.) Reichserziehungs­minister R u st hat ftebergangsbestimmungen zur Vereinheitlichung des höheren Schul­wesens angeordnet, die im Zusammenhang mit den bisherigen Erlassen die organisatorische Schul­reform zu einem gewissen Abschluß bringen. Da es zunächst galt, die vorhandenen verschieden­artigen Schularten auf das geplante einheit­liche System auszurichten, mußten für die Durchführung der Schulreform Uebergangsbeftim» mungen gewählt werden, die jedoch nach gewissem Zeitablauf zwangsläufig zu der N e u f o r in führen.

Die Schulreform wird schon von Ostern 19 3 7 a n nach den beiden folgenden Grundsätzen durch­geführt:

1. Bei den Jungenschulen werden in der Hauptschulform, der Oberschule, zwei Pflicht­fremdsprachen gelehrt werden und in der Oberstufe die dritte Fremdsprache in der Regel nur als Wahl­fach betrieben werden. Die £) b e r ft u f e der Ober­schule für Jungen gabelt sich in einen sprachli­chen und einen naturwissenschaftlich- mathematischen Zweig.

2. Die Oberschule für Mädchen erhält auf der Oberstufe die sprachliche ober die haus- wirtschaftliche Form (Frauenschule) oder beide nebeneinander. Neben E n gl i s ch als erster Fremdsprache wird in der sprachlichen Form der Oberstufe Französisch gelehrt.

An höheren Jungenschulen sind vorgesehen die Oberschule als grundständige H a u p t f o r m, die in jeder Stadt mit höheren Schulen wenigstens einmal vorhanden sein muß, das Gymnasium und die Aufbau schule. Für die höheren Jun­genschulen, die Ostern 1937 in die grundständige Hauptform umgewandelt werden, also die Ober­schule, gilt im einzelnen folgendes:

Die Sprachenfolge.

Die Fremdsprachen sind grundsätzlich Englisch und Latein. Die' Sexta (Anfangsklasse) beginnt daher Ostern 1937 mit Englisch. Die erste Fremd­sprache, die vor Ostern 1937 begonnen ist, wird weitergeführt. In den Klassen, die mit der zweiten Fremdsprache noch- nicht begonnen haben, folgen auf Englisch oder Französisch als erste Fremd­sprache Latein. Auf Latein als erste Fremdsprache Englisch als Hauptfremdsprache.

Die zweite Fremdsprache beginnt schon im bevorstehenden Schuljahr in der Quarta (im dritten Schuljahr der höheren Schule). Ist mit der zweiten Fremdsprache bereits begonnen, so wird sie weitergeführt. Ist mit der dritten Fremdsprache nöch nicht begonnen, so wird erst in der Obersekunda eine lebende Fremd­sprache als Wahlfach eingeführt. Die durch den Wegfall einer Sprache frei gewordenen Stunden werden in erster Linie den Fächern der deutsch- kundlichen Gruppe zugewiesen, also Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Zeichnen und Musik. Sind die beiden ersten Fremdsprachen lebende Sprachen, so kann als Wahlpflichtfach der Oberstufe auch La­tein eingeführt werden. Ist die dritte Fremdsprache Englisch, so ist sie Pflichtfach und setzt in derselben /Klasse ein wie bisher. Ist mit der dritten Fremd­sprache bereits begonnen, so wird sie weitergeführt. In dem naturwissenschaftlich-mathematischen Zweig fällt die dritte Fremdsprache jedoch fort.

Aufbau der Oberstufe.

Die Schüler der jetzigen Obersekunda legen Ostern 1938 die Reifeprüfung ab. Der Lehr­stoff der bisherigen Abschlußklasse (01) wird durch geeignete Sichtung und Verteilung in den wesentlichen Grundzügen mitoerarbeitet Die Schüler der jetzigen Untersekunda wer­den Ostern 19 3 9 die Schule verlassen. Der Lehr­stoff der bisherigen Oberstufe wird in geeigneter Weise auf zwei Jahre verteilt. Wichtig ist, daß beim Uebergang in die Obersekunda die Gabelung in einen sprachlichen und in einen naturwissenschaftlich- mathematischen Zweig nach besonders festgelegten Plänen durchgeführt wird.

Die Schüler der jetzigen Obertertia wer­den in die Oberstufe übergeführt und legen nach drei Jahren, d. h. O st e r n 19 4 0, die Reifeprüfung ab. Der Stoff der bisherigen Untersekunda und Obersekunda wird im ersten Jahr der Oberstufe zusammengesaßt. Auch in dieser Klasse wird die Gabelung wie oben erwähnt durchgeführt. Damit werden im Schuljahr 1937 an allen Schulen zwei Klassen als erstes Jahr der Oberstufe nebeneinander geführt werden. Schüler, die Ostern 1937 das Klassenziel der Unter­sekunda nicht erreicht haben, werden der aus den

Obertertianern zu bildenden Obersekunda zugeteilt. Die Schüler der künftigen Obertertia treten 1938 in die Oberstufe ein. Bei ihnen und den fol­genden Jahrgängen ist ein Teil des Lehrstoffes der Untersekunda in die Stoffpläne der Obertertia 1937 zu übernehmen.

Hieraus ist ersichtlich, wie die bereits durchgeführte Kürzung der Gesa m t schulze i t für Hä­tz e r e S ch ü le r auf zwölf Jahre durch Einsparung eines Jahres an der höheren Schule erreicht und durch entsprechende Verteilung der Stoffgebiete or­ganisch durchgeführt wird. Da überdurchschnittlich be­gabte Schüler anstatt nach vier, bereits nach drei Jahren auf die höhere Schule übergehen können, besteht in diesen Ausnahme­fällen die Möglichkeit, die Gesamtschulzeit sogar a u f elf Jahre zu verkürzen.

Oie Gymnasien,

die in Zukunft als Nebenform noch bestehen bleiben, haben die Sprachenfolge Latein ab Sexta, Grie­chisch ab Quarta und Englisch ab Obersekunda. Danach werden Ostern 1937 diese Schulen in der Quarta nicht mit einer neuen Fremdsprache, son­dern mit Griechisch beginnen. Ist mit der zweiten ober dritten Fremdsprache bereits begonnen, so wer­den sie weitergeführt. Aüch hier wird ein Stunden­gewinn auf die Fächer der deutschkundlichen Gruppe übertragen. Ebenso werden die Dbertianer der Gym­nasien Ostern 1937 in die Oberstufe übergeführt. Der Lehrstoff der bisherigen Untersekunda wird in der Obersekunda miterarbeitet. Die Oberstufe der Gym­nasien, die als solche erhalten bleiben, wird nicht gegabelt.

Die Aufbauschulen,

die grundsätzlich Internate sind, denen eine sechs­jährige Grundschulzeit vorausgeht, so daß aüch hier die Gesamtschulzeit zwölf Jahre beträgt, haben Englisch als erste Fremdsprache der Anfangs­

klassen und Latein als zweite Fremdsprache von "

Berlin, 24. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Gesandten in Budapest, von Mackensen, zum Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes er­nannt. Der bisherige stellvertretende Staatssekre­tär, Ministerialdirektor D i e ck h o f f, ist für den Votschafterposten in Washington in Aussicht genommen.

Staatssekretär Dr. Hans Georg o. Mackensen wurde als Sohn des Generalfeldmarschalls 1883 in Berlin geboren. Seit 1919 gehörte er dem Auswär­tigen Dienst an. Er wurde 1920 Legationssekretär. 1922 Gesandtschaftsrat, 1923 bei der Botschaft in

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Rom, 1926 in Brüssel, 1929 in Tirana (Albanien), in Madrid wurde er 1931 Botschaftsrat, 1933 deut­scher Gesandter in Budapest, wo er dazu beitrug, die deutsch-ungarischen Beziehungen zu festigen. Staatssekretär von Mackensen ist seit 1926 mit Winifried, geborene Freiin vonNeurath, ver­heiratet.

Der bisherige stellvertretende Staatssekretär, Mi­nisterialdirektor Dieckhoff, steht im 53. Lebens­jahr. Er wurde als Sohn des kürzlich verstorbenen

der Obertertia an. Es beginnen deshalb alle diese Schulen Ostern 1937 in beiden Eignungsklassen mit Englisch. Auch hier wird eine etwa bereits begon­nene Sprache weitergeführt. Eine weitere lebende Fremdsprache kann auf der Oberstufe mit drei Sttm- den wahlfrei betrieben werden. Sind die beiden ersten Fremdsprachen lebende Fremdsprachen, so kann als Wahlpflichtfach der Oberstufe Latein ein­geführt werden. Die Anweisungen über die Ober­stufe gelten sinngemäß mit der Ausnahme, daß diese nicht gegabelt wird.

Mädchenschulen

können entweder Oberschulen oder Auf­bau s ch u l e n sein. Hier gilt für die Sprachen­folge der Uebergangszeit der Grundsatz, daß Eng- l i 1 cf) als erste Fremdsprache von Sexta und, mit Ausnahme der Frauenschule, Französisch als zweite Fremdsprache betrieben wird Die haus- rv i r t s ch a f t l i ch e Form hat Englisch als ein­zige Fremdsprache. Die gymnasialen und realgymnasialen Formen der Mädchen­schulen werden von Ostern 1937 an mit der unter­sten Klasse beginnend stufenweise umgewan - beit. Die Mädchenklassen, die mit Latein als erster und Englisch als zweiter oder dritter Fremdsprache schon begonnen haben, werden mit der bisherigen Sprachenfolge weitergeführt. Wo mit Griechisch noch nicht begonnen, ist stattdessen Englisch bzw Fran­zösisch zu lehren. Für den Uebergang der Ober­tertia und der nachfolgenden Klassen gelten die glei­chen Anordnungen wie für den Aufbau der Ober­stufe bei den Jungenschulen. Danach werden im Schuljahr 1937 auch in allen Mädchenschulen zwei Obersekunden als erstes Jahr der Ober­stufe nebeneinander geführt. Für die hauswirtschaft­liche Form gelten die für die Frauenschulen erlasse­nen Bestimmungen. Auf Nichtvollanstal- t e n sind diese Uebergangsmaßnahmen sinngemäß anzuwenden.

Bezirkspräsidenten in Elsaß-Lothringen D. geboren und war zunächst ebenfalls im Staatsdienst des Reichslandes tätig, bis er 1912 in den auswärtigen Dienst des Reiches trat. Hier war er 1914 Lega­tionssekretär in Tanger, von wo er bei Ausbruch des Weltkrieges von den französischen Behörden zwangsweise entfernt wurde. Anfang September 1914 zog er mit dem Reserve-Dragoner-Regiment 2

(Transocean-M.)

ins Feld, zunächst an die Westfront, bann in Polen, 1915 bis 1916 hatte er ein Kommando in Mesopota­mien. Von Ende 1916 bis 1918 war Dieckhoff Lega- tionssekretär in Konstantinopel, dann Generalkonsul in Valparaiso (Chile), Gesandtschaftsrat in Prag, Botschaftsrat in Washington und London. Von 1930 bis 1936 war er Leiter der Angelsächsischen Abtei­lung des Auswärtigen Amtes und bann ber neuge­schaffenen politischen Abteilung. Im August 1936, nach bem Tode der Staatssekretärs von Bülow, wurde Dr. Dieckhoff mit der Wahrnehmung der Ge­schäfte des Staatssekretärs betraut.

Keine einseitigen MMtärabmachungen

Brüssel, 25. März. (DNB. Funkspruch.) Die Libre Belguque" sagt auf die Frage, ob Belgien auch in Zukunft militärische Abkom-

Der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amts

Ministerialdirektor Dieckhoff geht nach Washington.