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Ltm die Zurückziehung der Freiwilligen
Die militärische Lage vor Madrid
Aus
Vorrnachts- und Interventionsvolitik ein geschickter Zug. Aber so sehr die französische „Schn^rnocht" sich auch bemühte, diesen Gebilden durch Anleihen usw. von außen her Lebensenergien zuzuführen, — eines konnte der Quai d'Orsay nicht verhindern: d-«ß nämlich diese Verbände nur auf negativen Zielsetzungen aufgebaut waren. Eine zeitlang, vor allem solange die Nachwirkungen des Krieges noch nicht überwunden waren, mochte das gehen. Je mehr aber mit wachsendem zeitlichen und moralischen Abstand vom Krieg die wahren Interessen und Notwendigkeiten sichtbar wurden, desto unbequemer mußte eine sich nur in der mißtrauischen Beobachtung der „B^sieaten" erschöpfende Konrev- tion werden. Was zunächst und unter dem Einfluß einer entsprechenden Propaganda als Lebenserfordernis erscheinen konnte, das erwies sich nun als ein Nachteil. Starre Verbandspolitik und unfruchtbare Defensivbündnisse behinderten nur die schöpferische und befreiende Verständigung von Volk zu 93011* und die Anbahnung jener guten Nachbarschaftsverhältnisse, auf denen jeder Friede sich zu allererst aufbauen muß.
Auf diesem Unterarund von Enttäuschungen und Erkenntnissen entwickelte sich jener Selbstbesinnungsprozeß der Südoststaaten, der in Paris als eine" unwillkommene Erschütterung des Friedens-
Wann sind ihre empfindsamen Nerven durch die barbarischen Brutalitäten der sog. „Vorkämpfer der Demokratie" in Spanien erregt worden? Es sei klar, daß die unberufene Einmischung mehr Schaden als Nutzen angerichtet habe. Dadurch sei eine größere Kluft als je zuvgr zwischen zwei Völkern entstanden, die im Begriff gewesen seien, ihre Streitig« feiten beizulegen. Das Blatt wendet sich gegen die anglikanischen Priester, die eine beleidigende Sprache gegen Mussolini gebraucht hätten.
Auch „D a i l y M a i l" wendet sich mit scharfem
Falle aber glaube die Sowjetregierung Grund zur Annahme zu haben, daß tatsächlich Vertragsbrüche erfolgt seien (!). Sie fordere daher, daß der Fall geprüft werde.
Der deutsche Vertreter erklärte in Ueber- einftimmung mit dem Vorsitzenden, daß die Frage, die vom Sowjetvertreter angeschnitten worden sei, vor den Unterausschuß gehöre. Er habe jedoch sofort eine Kopie der Erklärung des Sowjetvertreters verlangt, weil er nicht wünsche, daß diese für Propagandazwecke benutzt würde. Er wünsche, überhaupt, daß verhindert würde, den Ausschuß in ein Propagandabüro z u verwandeln. Er fordere daher Garantien, daß die Arbeiten des Ausschusses nicht für Propagandazwecke und unbegründete Anschuldigungen mißbraucht würden. Wenn das nicht möglich wäre, müßte jedem Vertreter das Recht gegeben werden, die Presse über die Ausschußarbeiten zu unterrichten.
Lord Plymouth erklärte, er glaube, daß die vom Sowjetvertreter angeschnittene Frage v o r den Unterausschuß gehöre, in dessen Ermächtigung es gestellt sei, in welcher Form er die Frage behandeln wolle. Was den vom deutschen Vertreter berührten Punkt anlange, so müsse er den Ausschuß daran erinnern, daß mehrmals beschlossen worden sei, daß alle Vorgänge des Ausschusses und seiner Unterausschüsse streng vertraulich behandelt werden sollten.
kauer Kurs zu haben sind, den die Prager Regierung auf Betreiben Frankreichs steuert, und der die beiden anderen Partner der Kleinen Entente nur inneren und äußeren Belastungen aussetzen würde. Den stärksten Einwand aber tragen die französischen Wünsche in sich selbst: sie berücksichtigen nicht die lebendigen Interessen, denen diese Staaten Raum geben wollen, sondern versuchen umgekehrt, sie wieder und in verstärktem Maße in das starre System der französischen Vormachtspolitik hineinzuzwängen.
Es ist das gleiche Bild, das die Auseinandersetzungen um Belgiens künftige Stellung bieten. Hier wie dort sucht die französische Politik dem Prozeß der Selbstbesinnung entgegenzuwirken. Hier wie dort wird der krasse Egoismus solcher Bemühungen durch teilnehmende Sorge an dem Wohlergehen und an der Sicherheit dieser Staaten getarnt. So muß denn wieder einmal das Schlagwort von der „deutschen Gefahr" herhalten. Fast kein Tag vergeht, ohne daß die offiziösen Organe des Quai d'Orsay nicht zu diesem verwerflichen Mittel greifen und Belehrungen austeilen, von wo die Welt allein Gefahren zu erwarten hätte. Kein Wunder, daß in diesem Zusammenhang auch Oe st erreich mit Ermahnungen besonderer Art bedacht wird und daß der „Temps" im Anschluß an hie Budavester Reise Schuschniggs sofort mit der Behauptung bei der Hand ist, es gäbe für Oesterreich „nur eine Gefahr, nämlich die Nazi-Propaganda". In Wien wird jetzt sehr stark die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit der Donauraum-Staaten betont. Niemand wird vernünftigerweise etwas einzuwenden haben, wenn zwischen Oesterreich und der Kleinen Entente sich eine Annäherung anbahnen würde. Aber der ungezügelte Beifall und die Hintergedanken, die in der französischen Presse bei dieser Gelegenheit sofort wieder zum Vorschein kommen, sollten immerhin
bewogen. Nicht zuletzt erzwang ihn auch die Mas» sierung von neuen roten Flugzeuggeschwadern, die in der bis dahin noch niemals festgestellten Menge von 90 Flugzeugen die einzige Etappenstraße der motorisierten nationalen Armee mit Bomben belegten. Wir werden allerdings allen ausländischen Meldungen über Gefangenenziffern und Toten auf beiden Seiten mit Vorsicht gegen« überstehen. Von -einer Sprengung des Rinr's um Madrid kann keineswegs die Rede fein. Auch nach diesem abgeschlagenen Angriff auf Guadalajara kann jeder neue Angriff der nationalen Streitkräfte die Abschnürung bedeuten. Darüber ist man sich auch im Lager von Valencia vollkommen im klaren. Deshalb auch die Materialmengen, die ungeachtet der Kontrollbestimmungen laut präzisen italienischen Angaben über die französische Grenze nach dem roten Spanien herüberkommen. Der Rückschlag an der Nordfront von Madrid beweist, daß man sich auf noch sehr schwere Kämpfe gefaßt machen muß, ehe es den Nationalen gelingen wird, Madrid zu nehmen.
als genügender Grund betrachtet werden, um Vor- sicht walten zu lassen. Denn was man in Wien als Teil eines Befriedungsprogramms im Donau- raum bezeichnet, das erweckt in Frankreich ganz andere Hoffnungen.
Welche Ausmaße aber der neue Verleumdungs- feldzua angenommen hat, das zeigte am deutlichsten der Besuch des schwedischen Außen» ministers in Paris. Herr Sandler ist vom „Temps" geschmackoollerweise sofort als der Staatsmann des Nordens begrüßt worden, der sich über die „deutsche Gefahr" wohl im klaren sei. Daß demgegenüber sein dänischer Kollege, Staatsminister S t a u n i n g , es an dieser „Erkenntnis" fehlen lasse, hat diesem einen scharfen Tadel des gleichen Blattes eingetragen. Ein allzu geschwächtes oder dem deutschen Einfluß allzu fügsames Dänemark, so ließ sich das Sprachrohr des Quai d'Orsay vernehmen, könne eine Gefahr für die Sicherheit aller skandinavischen Staaten bilden. Dies ist Brunnen- oergiftung übelfter Art. Es genügt also Unnorein» genommenbeit und Unbefangenheit eines Staatsmannes gegenüber Deutschland, um ibn nicht nur öffentlich zu kritisieren, sondern seine Politik obendrein noch als eine Gefährdung dritter Staaten hinzustellen! Man sieht, woraus diese Kampagne, die selbst die „Neutralen" nicht verschont, abzielt: mit dem Schlagwort von der „deutschen Gefahr" will die französische Politik ihre ins Wanken geratenen Stellungen retten und der Gefahr eines „Ausbrechens" vorbeugen. Unter diesen Umständen wird man es der deutschen Politik nicht verübeln können, wenn sie die geistige Einstellung, die aus solchem Verhalten spricht, zur Kenntnis nimmt und sich mit gesundem Mißtrauen gegen Kollektivpläne jener wappnet, die böswillige" Verdächtigungen anderer als normales Mittel der Politik erachten
haben, die nur einige Kilometer vor jenen liegen, von denen aus der Vormarsch vor etwa 14 Tagen begonnen wurde. Fortlaufende Meldungen über Schneestürme, Regengüsse usw. zeigten, auf welche ungewöhnlichen Hindernisse die Formationen der Nationalregierung gestoßen waren. Es liegen nun auch zuverlässige Berichte darüber vor, mit welchem gewaltigen Aufwand an Material und Menschen die roten Gewalthaber dem Vormarsch begegnet sind. Dieses Material, vorwiegend französischen und russischen Ursprungs in der Hand von nicht weniger als 11 Brigaden von Ausländern unter der roten Flagge hat die offenbar durch die unerhörten Geländeschwierigkeiten und das Klima stark mitgenommenen Freiwilligen zum Rückzug
wort, die Grandi auf den „naiven" Vorschlag zur Zurückziehung der Freiwilligen gegeben habe. Die italienischen faschistischen Freiwilligen werden in Spanien bleiben, bis der Krieg über den Bolschewismus vollendet ist.
„M o r n i n g P o st" weist darauf hin, daß das Kabinett die Lage ruhig beurteile. Aehnliche Zwischenfälle seien im Nichteinmischungsausschuß schon häufig vorgekommen und die Schwierigkeiten seien stets nach einiger Zeit überwunden worden. Die Zrückziehung der Freiwilligen sei immerhin ein äußerst schwieriges Problem, besonders bei demokratischen Regierungen, die nur eine geringe Kontrolle über Staatsangehörige im Auslande hätten. Es sei daher überhaupt sehr zweifelhaft, ob der Vorschlag durchführbar sei. „Daily Erpreß" schreibt, daß die englische Regierung beschloß, alles zu unternehmen, um eine Entspannung der e n gli sch -i t ali enisch en Beziehungen zu erreichen. Die Minister tfien sich bewußt, wie gefährlich und unnötig es sei, die Entfachung einer unfreundlichen Stimmung zwischen zwei befreundeten Nationen zuzulassen, da hierdurch eine Rivalität im Mi11elmeer entstehen könnte. Dem Kabinett habe auch eir' in 24 Stunden ein gegangene Versicheruna aus Rom vorgeleaen, daß die italienische Regierung nicht die Absicht habe, das Abkommen über die Freiwilligenentsendung zu brechen. Die britischen Minister hätten beschlossen, diese Versicherung a n - zunehmen und ihr möglichstes zu tun, um den Geist des enalisch-italienischen Mittelmeerabkommens wi°derherzustellen.
Die konservative „Morning Post" schreibt, daß die englische Nationaleigenschaft, fremden Staaten die Leviten lesen zu wo l l e n, unglücklicherweise noch genau so wie vor hundert Jahren vorhanden sei. Dieser Eigenschaft danke Enaland hauptsächlich seinen Ruf der Heuchelei. Es gäbe immer noch Leute, die ausländischen Ländern und Regierungen Reaeln erteilen wollten als ob es sich um niedrigere Rassen handele. Diese Leute versteiften fick auf ihre ..moralische" UeberlegenHeit, ohne auf die bedauerliche Wirkung Rücksicht zu nehmen, hie sie damit verursachten. Ein Beispiel seien die Straßenkundgebungen. ge a e n Mussolini infolge der Ereignisse in Addis Abeba. Doch wann haben diese Persönlichkeiten 1 ihren Abscheu über die systematischen Greueltatpn i in Sowjetrußland zum Ausdruck gebracht?
London, 24. März. (DNB.) „Times" meldet, der Ausschußvorsitzende, Lord Plymouth, habe die Einsetzung eines beratenden ilssterausschusses vorgeschlagen, um die mit der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien, zusammenhängenden technischen Probleme zu prüfen. Der italienische Botschafter, Graf Grandi, habe hieraus „zum Erstaunen der meisten Aus- chußmitglieder" erklärt, daß er im gegenwärtigen Augenblick nicht in der Lage sei, in eine Besprechung dieser Frage einzutreten, da es sich nicht um ein technisches Problem, sondern um eine allgemeine Frage handele, deren Besprechung in einem technischen Unterausschuß wahrscheinlich keine praktischen Ergebnisse zeitigen würde. Nach seiner Meinung würde Italien keinen italienischen Freiwilligen aus Spanien zurückziehen, bevor der Krieg nicht durch die Niederlage der spanischen Bolschewisten entschieden worden sei. In chärsster Form wendet sich „Tribun a" gegen die antiitalienische Verschwörung der drei Staaten England, Frankreich und Sowjetrußland, die als offenkundige Helfershelfer die kommunistische Revolte in Spanien schüren und unterstützen. Das Blatt unterstreicht die entschiedene und klar?. Ant-
Sowiet-Provokalionrn im Londoner Ausschuß Scharfe deutsche Verwahrung gegen den Mißbrauch des Ausschusses zu bolschewistischer Propaganda.
systems emvtunden wird, tatsächlich aber einen erfreulichen Fortschritt darstellt. Schon die letzte Tagung des Balkan-Bundes in Athen stand sichtbar im Zeichen des Willens, neue Wege zu gehen. Förderlich wirkte dabei vor allem der Abschluß des jugoslawisch-bulgarischen Freundschaftsvertrages einerseits und die sich damals schon abzeichnende Bereinigung des Verhältnisses Italiens zur Türkei und zu Jugoslawien andererseits. Durch diese Entwicklung war der Inhalt und die ursprüngliche Zweckbestimmung der Balkan-Entente: nämlich Vorsorge gegenüber Bulgarien und Italien, im Grunde gegenstandslos geworden. Neue furchtbare Aufgaben stellten sich ein. Die Aufgabe vor allem, die als Schutz- und Defensivbündnis aufgezogene Balkan-Entente der neuen Entwicklung anzupassen und ihr ein positives Vorzeichen zu geben.
Keine Frage, daß solche geistige und politische Auflockerung nur langsam vonstatten gehen kann. Keine Frage auch, daß Rückschläge nicht ausbleiben werden. Aber der Weg ist richtig. Das bestätigt auch das Pariser Mißvergnügen über die neuen Orienfterunasversuche von denen man befürchtet, daß sie Frankreichs Stellung auf dem Balkan zugunsten Italiens ernstlich schädigen könnten. Daß sich das Unbehagen vor allem gegen die türkische und die jugoslawische Politik richtet, ist beareiflid). Denn die Türkei hatte man durch die Gründung des Balkan-Bundes mit vieler Mühe non Italien weg ins französische Lager gezogen, wahrend man Jugoslawiens in seiner Eigenschaft als Mitglied dieses Bundes und der sich mit ihm überschneidenden Kleinen Entente sich zu sein glaubte. Und nun muß man erleben, daß gerade dieser Staat die meiste Energie in der Richtung einer eigenständigen Politik entwickelt. _
Der Quai d'Orsay sollte sich eigentlich die Frage nach den tieferen Gründen all dieser das herkömm-
Die Krise des Kollektivismus.
Von Or. Hans von Malottki.
Es ist ganz nützlich, die We st paktausein - 1 andersetzungen nicht nur als ein Problem der fünf beteiligten Möchte zu betrachten, sondern sie auch unter einen allgemeineren Gesichtspunkt zu stellen. Nimmt man sie als Zeiterscheinung, dann zeigt sich sofort, daß sie lediglich einen Abschnitt jenes diplomatischen Kampfes darstellen, der gegenwärtig die ganze europäische Lage beherrscht. Dieser Kampf läßt sich überall im Grunde auf den gleichen Gegensatz zurückführen. Auf den Streit nämlich, ob die lebendigen Interessen der Völker Gestalt und Charakter der zwischenstaatlichen Friedenssicherung bestimmen, oder ob die Daseinsbedürfnisse der Staaten sich unter das Joch bestimmter unveränderlicher Theorien zu begeben hätten. Weil die europäische Politik ganz allgemein im Zeichen dieser gegensätzlichen Auffassungen und Ausgangspunkte steht, deshalb hat sich in der Westpaktdebatte auch sofort die belgische Frage als der Kern des ganzen Problems herausgeschält. Denn hier geht es um die grundsätzliche Frage, ob ein Land seinen wohlverstandenen Interessen folgen und sie durchsetzen kann, oder ob sie zugunsten eines starren Schemas vergewaltigt werden.
Der' gegenwärtig auf Belgien ausgeübte Druck der beiden Westmächte ist um so stärker, als es sich bei diesem Land um eine besonders wichtige Stellung innerhalb des von ihnen verfolgten „Friedenssystems" handelt und ähnliche Sünden wider den „unteilbaren Frieden" auch anderwärts in zunehmendem Maße zu beobachten sind. Die bevorstehende Belgrader Tagung der Kleinen Entente und der ihr vorausgehende Besuch des italienischen Außenministers Grafen Ciano und des tschechoslowakischen Präsidenten B e n e s ch in der jugoslawischen Hauptstadt, verdienen gerade in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit. Denn auch in diesem südöstlichen Raum, der vor allem in Paris stets als ein besonders verläßliches Bollwerk gegen jede Erneuerung der europäischen Politik betrachtet worden war, mehren sich die Anzeichen einer Auflockerung und Neuausrichtung, die aus den gleichen Quellen gespeist wirb, aus denen auch die neue belgische Politik ihre Kraft zieht.
Der Aufbau der Kleinen Entente und des Balkan-Bundes war vom Standpunkt der französischen
London, "25. März. (DNB.) In der Vollsitzung .des Nichteinmischungsausschusses beantragte der Vertreter der Sowjetunion, die „Note" der Valencia-Bolschewisten vor den Ausschuß zu bringen, in der diese behauptet hatten, daß geschlossene italienische Truppeneinheiten in Spanien eingesetzt worden seien. (!) Der Sowjetbotschafter forderte, daß ein Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung dieser Behauptung nach Spanien entsandt werde.
Der Vertreter Portugals verwies auf die Derfahrensoorschriften des Ausschusses, die vorsehen, daß Anschuldigungen schriftlich erfolgen und mit B e w e i s e n v e r s e h e n sein müssen. Bei einer früheren Gelegenheit habe der Sowjetvertreter schon einmal unbegründete Anschuldigungen erhoben. Es sei aber äußerst gefährlich für die Arbeit des Ausschusses und den Frieden der Welt, ein solches Verfahren fortzusetzen.
Demgegenüber behauptete der Sowjetoer- treter, daß die Verfahrensvorschriften jeder Regierung, die im Ausschuß vertreten sei, das Recht gäben, Fragen anzuschneiden, die sich auf Brüche des Nichteinmischungsabkommens bezogen, wenn Grund zur Annahme vorläge, daß solche Brüche erfolgt seien. Wenn die Brüche des Abkommens bereits festgestellt seien, sei es nicht mehr notwendig, weitere Beweise zu erbringen. Im gegenwärtigen
____ den übereinstimmenden Berichten der italienischen wie der englischen und französischen Presse ging bereits seit einigen Tagen hervor, daß in dem Vormarsch der nationalen Armee auf Guadalajara nicht nur ein Stillstand eingetreten war, sondern sich die Streitkräfte des Generals Moscardo in Stellungen zurückgezogen
liche politische Profil des Südostens verändernden Bewegungen vorlegen. Es würde dann nicht nur auf die Abneigung jener Staaten gegen fremde Be- Dornfunbungen stoßen, sondern auch auf einen Tatbestand wie den R u s s e n p a k t, der das französische Bündnissystem für die übrigen Teilhaber unheimlich gemacht und dadurch die neuen Entwicklungen noch beschleunigt hat. Auch die Zersetzungserscheinungen des innerfranzösischen Lebens waren bei solcher Gewissenserforschung in Betracht zu ziehen. Unter diesen Umständen ist es erstaunliche Unkenntnis oder bewußte Böswilligkeit, wenn das „Oeuvre" die Erklärung in der „Untätigkeit Frankreichs anläßlich der Rheinlandbesetzung" sehen will. Etwas anders liegen die Dinge denn wohl doch! Und deshalb wirb man auch in Ruhe abwarten können, ob Frankreich bei ber be- vorstehenben Belgraber Tagung der Kleinen Entente zum Ziele kommt, v
Dort steht bekanntlich ber tschechische, von ber französischen Politik unterstützte Plan zur Aussprache, die drei Partner, bie bisher nur burch einen Defensivpakt gegen Ungarn oerbunben waren, in einem Pakt mit allgemeiner gegenseitiger Beistanbsleistung zusammenzufassen. Ihre Krönung soll biese Ausweitung ber militärischen Verpflichtungen burch ein Bünbnis erfahren, das Frankreich mit ber Kleinen Entente insgesamt, an Stelle bes französisch-tschechischen Mili- tärbündnisses, abschließen würde. Gegen diese Bestrebungen, die klar das Ziel Frankreichs erkennen lassen, der Auflockerung der Kleinen Entente durch eine Gleichschaltung a u f b er Linie Daris — Prag — Moskau entgegenzuwirken, hat der jugoslawische Ministerpräsident schon in seiner letzten Parlamentsrede im voraus Stellung genommen. Es ist auch sonst kaum anzunehmen, daß Belgrad und Bukarest jetzt etwa für jenen Mos-
Tadel an gewisse Würdenträger der englischen Kirche, die anscheinend entschlossen seien, England in einen Krieg zu stürzen. Dasselbe treffe auf eine Gruppe von rosaroten und pazifistischen Journalisten zu. Die anglikanischen Priester sollten, bevor sie kriegshetzerische Worte sagten, nachdenken, daß es England fei, das den P r e i s an Blut und Leid zahlen müsse. England müsse sich unter allen Umständen von ausländischen Verwicklungen fern- halten. Es sei noch nicht genügend gerüstet, um zu kämpfen.


