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Nr 500 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Zreitag, 24. Dezember (057

Volksweihnachtsfeiern in Gießen.

Stimmungsvoller Verlauf aller Veranstaltungen und große Freude der Kinder.

Gießen-Ost (Großer Hörsaal der Universität): Herzliche Begrüßung

-x zwischen Kreisleiter Backhaus und dem Nikolaus.

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Gießen-Süd (Studentenheim): Dem liebevollen Nikolaus wurde mancher schöne Vers auf^esagt.

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Wie überall im Reiche, fanden am gestrigen Don­nerstagabend auch in Gießen Volksweihnachts­feiern statt, die von den Ortsgruppen der Partei veranstaltet und von der NSV. mit reichen Gaben für die Kleinen ausgestattet waren. Es war für alle Teilnehmer, die Kleinen und die Großen, ein prächtiges Erlebnis, das ihnen in dieser Feierstunde bereitet wurde. Die Politischen Leiter, viele An­gehörige der NS.-Frauenschaft, Mädels vom BDM. und vor allem die NSV und ihre Mitarbeiter haben sich um den schönen Verlauf der Feiern Jn hohem Maße verdient gemacht; ihnen allen ge­bührt der herzliche Dank der Allgemeinheit. Kreis­leiter Backhaus wohnte den verschiedenen Feiern bei und dokumentierte durch seinen Besuch die innige und sorgsame Betreuung, die von der Par­tei gerade auch diesen ' Feiern zuteil wurde. Ueber- all schieden die beschenkten Kinder und ihre Eltern mit herzlichem Dank und mit dem Willen zu treuer Gefolgschaft in den Marschkolonnen des Führers von den abendlichen 'Feiern, lieber den Verlauf der Veranstaltungen in Gießen ist folgendes zu berichten:

Ortsgruppe Gießen-Nord.

Der Saal des Cafe Leib bot am gestrigen Don­nerstagabend zu der Volksweihnachtsfeier Der Orts­gruppe Gießen-Nord ein festliches Bild; ein etwa drei Meter ini Durchmesser großer Adventskranz und viel Tannengrün an den Pfeilern und Emporen des Saales waren der würdige Schmuck zu dieser Feierstunde. Zwei große Tannenbäume mit vielen Lichtern bereicherten das schöne Bild. Etwas über 600 Kinder mit ihren Müttern oder Vätern oder mit älteren Geschwistern fanden sich als Gäste der Ortsgruppe und der NSV. voll froher Erwartung ein.

Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte die Kin­der und ihre Eltern mit herzlichen Worten, wobei er auch kurz auf die Bedeutung dieser Dolksweih- nachtsfeier hinwies und zugleich allen Helfern und selbstlosen Mitarbeitern für die warmherzige För­derung bei der Vorbereitung dieser Feierstunde ge­bührend Dank sagte. Sodann hörten die Kleinen und die Großen die Uebertragung der Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels mit aufmerk­samer Spannung an.

Anschließend folgte der lokale Teil der Feier­gestaltung. Eine Jungmädelschar des BDM. sang in feierlicher Weise ein Weihnachtslied. Dann rich­tete ^-Untersturmführer H 0 r n eine kurze An­sprache an die Kinder und ihre eitern/in der er in eindringlichen und packenden Worten auf den großen Wandel der deutschen Weihnachtszeit, ^vie überhaupt auf die glücklichere Gestaltung des deut­schen Lebensschicksals seit der Machtübernahme durch den Führer hinwies, weiter den Sinn der deutschen Weihnacht als Fest der Familie im Geiste unserer Ahnen hervorhob und schließlich an die große Dankespflicht aller Deutschen gegenüber dem Führer erinnerte, dem allein wir alle es zu danken haben, daß uns im deutschen Vaterlande jetzt wieder glück­lichere Zeiten und damit auch schönere Weihnacht als vor der Machtübernahme beschieden sei. Diesem Dank für den -Führer sollten alle deutschen Men­schen durch ihre Treue und ihre eifrige Mitarbeit am Wepke des Führers zum Ausdruck bringen.

Die Aufführung des MärchenspielsFrau Holle" durch die Jungmädel vom BDM., bei der die Kleinen mit großer Begeisterung dabei waren, be­reitete auf den von der kleinen Gesellschaft sehn- lichst erwarteten Besuch des Nikolaus vor. Kaum war das Märchenspiel zu Ende, so erschien denn auch der weißbärtige Alte in seiner bekannten Ge­stalt, von den Kindern mit lautem Jubel begrüßt. Stürmisch äußerte sich die Freude der Kleinen, als der Nikolaus sich mitten unter das kleine Volk mischte und in seiner bekannten Art mit den Buben unb Mädels umging. Dann folgte die Bescherung der Kinder, die für diese natürlich her Höhepunkt der Feier war. Da gab es Spielzeug für Buben und Mädels in großer Menge, ferner für jedes Kind einF Tüte mit prächtigem Backwerk eine große Brezel und Aepfel. Mit strahlendem Gesicht nahmen die Kleinen die Gaben in Empfang, und erfüllt von großer Freude marschierten sie mit ihren dankbar begrüßten Geschenken heimwärts. Mit den Kleinen erlebten auch die vielen Großen bei der schön verlaufenen Feier eine herzliche Weih­nachtsfreude.

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Die Ortsgruppe Ost hatte sich zum Volksweih­nachtsfest im Großen Hörsaal der Universität zu­sammengefunden. Ein großer Weihnachtsbaum brachte von vornherein schöne Weihnachtsstimmung.

Nach der Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels begrüßte Ortsgruppenleiter K r e u - 4er die Kinder und die Eltern Pg. Geiger lev riete dann mit einem GedichtAdvent" die Stunde der Volksweihnacht ein Die Jungmädelgruppe Ost trug einige Weihnachtslieder vor, denen ein Lied­

satz für drei Blockflöten folgte, und führte den Kleinen das Märchenspiel vonHänsel und Gretel" vor. Mit großer Aufmerksamkeit- verfolgten sie das Spiel von der Mutter, die ihre Kinder in den Wald schickte und dem Hunger preisgab, wie Hän­sel und Gretel zum Knusperhäuschen kamen, indem die Hexe mit ihren beiden großen Katzen hauste. Die Gesichter der Kleinen wurden erst wieder froh, als es Gretel gelang, die böse Hexe in den Feuer­ofen zu stoßen. Erfreut über ihre Rettung plün­derten Hänsel und Gretel das Hexenhäuschen voll­ends aus, sie ließen aber auch die Kinder im Saale an ihrer Freude teilhaben, indem sie die Lebkuchen und Pfeffernüsse mit ihnen teilten.

Lautes Pochen an der Tür kündete denNiko­laus". schnell freundete er sich mit den Kleinen an, und bald war die richtige Gemeinschaft zwischen Kinder und Nikolaus hergestellt. Einige Buben und Mädels erfreuten durch schön aufgesagte Gedichte: Wenn der Nikolaus auch eine große Rute mit sich führte, von der er aber keinen Gebrauch zu machen brauchte, so war er doch nicht so böse, wie es an­fangs schien, denn für jedes Kind hatte er etwas mitgebracht. Für die Buben Flieger, Tanks, Bur­gen', Gewehre, Pferdeställe, Handwerks- und Bau­kasten, Laubsägen, ja sogar einen richtigen großen Fußball, für die Mädchen Puppenstuben, große und kleine Puppen, Teddybären, kurzum, für jedes hatte er das rechte gefunden. Aber auch an Leckereien hatte er gedacht und zu jedem Geschenk noch eine große Tüte Süßigkeiten mitgebracht. Wie strahlten die Gesichter Der Kleinen ob der vielen schönen Sachen, die ihnen beschert wurden. Viele konnten es gar nicht erwarten und probierten ihre Autos, Tanks und Flieger gleich an Ort und Stelle aus; sie waren alle.wunschlos glücklich

Propagandaleiter B a h s dankte in seinem Schluß­wort, in dem er auch des Führers gedachte, allen denen, die sich in den Dienst der Sache gestellt hatten; ganz besonderen £)ant sagte er der NS.- Frauenschaft, den Spendern der Geschenke, der NSV und der Marine-HI. .Gießen, die in vielen Bastelabenden" in unermüdlicher Arbeit Burgen, Pferdeställe, Puppenstuben usw. herstellten. Nur durch eine solche enge Zusammenarbeit war es. möglich, den 240 Kindern der Ortsgruppe eine so große Freude zu bereiten.

Ortsgruppe Gieken-Güd.

Zu der gestrigen Volksweihnachtsfeier in der Ortsgruppe Gießen-Süd war die Tageshalle des Studentenhauses in weihnachtlicher Art festlich aus­gestaltet worden. Aus langen weißgedeckten Tischen, die mit Tannengrün, Aepfeln und Lichtern verziert waren, waren für jedes Kind ein Teller mit Kuchen und eine Tasse Kakao bereitgestellt. Ueber 300 Kin­der mit ihren Eltern waren der Einladung gefolgt, auch eine große Anzahl von Ehrengästen war zu Der Feier 'erschienen.

Nach Dem LieDLeise rieselt Der Schnee ...", Das JungmaDels von Der Ortsgruppe Gießen-Süd zum Beginn sangen, begrüßte Ortsgruppen-Propaganda- leiter B l i nz i g die Gäste aufs herzlichste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es uns allen wieder vergönnt sei, bei Lichterglanz und strahlen­den Kinderaugen zusammen zu sein. Wenn man mit den Kleinsten der Kleinen feiere, dann würde jeder an seine eigene Jugendzeit erinnert. Viele Hände hätten diese Weihnachtsfeier vorbereitet. Sein Dank galt vor- allem der NSV. und ihren Helfern und auch der NS.-Frauenschaft der Ortsgruppe Süd, die durch ihre Mithilfe sehr zum Gelingen der Weih­nachtsfeier beigetragen habe. Hoffentlich werde diese Weihnachtsfeier bei allen in Erinnerung bleiben.

Nun wurden unter dem strahlenden Lichterbaum Märchen erzählt und noch Lieder gesungen, außer­dem erfreuten die Jungmädels Die KinDer Durch Die Aufführung eines kleinen Theaterstückchens, betitelt Frau Hslle" Herzhaft griffen Dann Die Kleinen Dem Kuchen und Dem Kakao zu. Mitten in Der Hoch­stimmung erschien, jubelnd begrüßt, Der Nikolaus. Ohne Zögern trugen verschieDene KinDer Dem Niko­laus ein WeihnachtsgeDicht vor, dann verteilte Der Weihnachtsmann an Die Kinder Spielsachen und eine große Tüte mit Zuckerplätzchen. Strahlend zogen die Kinder mit ihren Geschenken wieder an ihren Tisch.

Am Schlüsse Der wohlgelungenen Feier richtete Ortsgruppenleiter Holländer noch einige Worte an die Kinder und die Eltern. Er sprach von dem Lichterglanz und Den frohen Kinderaugen und er­innerte an die früheren Jahre, wo es noch anders in Deutschland aussah. Unser Führer werde sich freuen, wenn er höre, daß in allen Orten des Rei­ches Die KinDer aller StänDe beim strahlenden Weihnachtsbaum fröhliche Stunden verlebt hätten. Ortsgruppenleiter Holländer faßte den Dank zusammen und brachte auf den Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil aus.

Ortsgruppe Gießen-Mitte.

In der mit Adventskränzen und dem Lichterbaum schön geschmückten Turnhalle am Oswaldsgarten saßen an langen Tischreihen die 275 Kinder, die die Ortsgruppe Gießen-Mitte gestern zu ihrer Weih­nachtsfeier eingeladen hatte. Zwischen den Tassen und einem in mühseliger Kleinarbeit von der NS.- Frauenschaft hergestellten kleinen Geschenk standen Die brennenDen Kerzen unD Die Kuchenteller, Die zunächst Die ganze Aufmerksamkeit Der Kleinen auf sich lenkten.

, Gespannt lauschten Die Kleinen unD deren Eltern Den herzlichen Worten, die Reichsminister Dr. Goebbels zu der deutschen Jugend sprach. Nach­her begrüßte namens der Ortsgruppe Mitte Orts­gruppenleiter Weber die zahlreich erschienenen Volksgenossen mit ihren Kindern, wobei er herzliche Worte des Dankes an die NS.-Frauenschaft fand, die durch ihre großen Opfer an Zeit und Klein­arbeit so viele Weihnachtsfreuden schaffen half. Er dankte aber auch seinen Mitarbeitern von der NSV. und der Partei unD allen SpenDern, Die Dem Ge­meinschaftserlebnis so schönen AusDruck verliehen.

Mit Schargesängen unD GeDichtvorträgen unD vor allem mit Dem Märchenspiel vom Rumpelstilzchen bereiteten Die JungmäDel Den kleinen Gästen viele Freude. Das Erscheinen des Weihnachtsmannes nahmen die Kleinen mit gemischten Gefühlen auf, aber die größeren von ihnen beantworteten seine Fragen mit stürmischer Freude. Daß dem Weih­nachtsmann die zwei Mädels, die er in seinen riesen­großen Sack gesteckt hatte, wieder entschlüpften, machte ihnen -allen großen Spaß, hoffentlich beher­zigen sie aber seine gutgemeinten Ermahnungen, sich als deutsche Kinder artig gegenüber ihren Eltern und dankbar gegenüber dem Führer zu zeigen, der ein großes Herz für sie hat.

Die schönen Geschenke, die der Weihnachtsmann jedem von ihnen mitgebracht hatte, nahmen die Kleinen dankbar entgegen. Dann gab es Schokolade und viel Kuchen, betten sie eifrig zusprachen. Nur mühsam übertönte Die Hauskapelle Die muntere Unterhaltung unD das Tassengeklimper. Mit dem Treugruß und dem Gesang der Nationallieder statteten Eltern und Kinder ihren Dank an den Mann ab, der ihnen diese schöne Weihnachtsfreude bereitete.

Aus der Stadt Gießen.

Weihnachtslicht.

... über die da wohnen im finsteren Lande, scheinet es helle."

Weihnachten sind nicht nur Tage fröhlicher Ge­genwart, sie bringen auch Stunden innigen Er­innerns Je älter man wird, um so mehr: Je langsamer Die Füße vorwärtsgehen, um so mehr wandern Die GeDanken rückwärts, in Die Vergan­genheit." UnD man kommt ins Sinnen Darüber, wo unD wann auf Dem Lebensweg Weihnachtstage einmal ganz besonderen Glanz gehabt haben, von wo noch heute ihr Licht und ihr Klang einen grüßt als ernste und Doch frohe Erinnerung. Drei Weih­nachten finD's, Die mir an meinem Weg befonDere Lichter gestellt haben, unD Die ich nie missen möchte.

Weit liegt es zurück währenD ich Diese Worte schreibe, wird es mir bewußt, daß es gerade 50 Jahre sind, das erste Weihnachtsfest, Das mich immer wieDer grüßt aus früher Kindheit. Damals gab es im heimatlichen Dorf nur in wenigen Fa­milien Ehriftbäume, auch Das elterliche Haus ge­hörte Dazu. Aber in Dem Jahr war Daheim kein Weihnachtslicht. In einer Schar von Buben unD MäDchen zogen wir KinDer aber, wie Das so alte Sitte war, mit Durch's Dorf, um unter Den weni­gen Christbäumen unsere Lieber zu fingen und vom Christkind uns grüßen zu lassen. Es war kein großer Schatz von Liedern, die wir konnten, nur Drei rourDen immer gesungen, Die aber be­herrschten wir unD boten wir Dar mit großer Freude und auch innerer Ergriffenheit:Vom Him­mel hoch, da komm ich her",Lobt Gott, ihr Chri­sten allzugleich", undEhre sei Gott in Der Höhe". So hatten wir uns auch an Diesem Weihnachts- abenD in Die Stube eines befreundeten Bauern­hauses schüchtern hineingeschoben, es wollte ja nie- manD vorangehen. Die wenigen Christbaumlichter leuchteten, unsere Lieder erklangen, zuerst etwas zögernd, dann aber fest und froh, und die alte Hausmutter reichte uns aus ihrer Schürze Gebäck und jedem einen Apfel, im damals obstarmen Dorf ein ganz besonderes Geschenk. Wie bescheiden war das alles. Aber der Glanz der Lichter, der Klang der Lieder, der Empfang auch der geringen Gaben bereiteten uns Weihnachten. Und das Kindes­gemüt, vorher von nur ahnend begriffenem Leid überschattet, nahm teil an der großen Freude und sah seinen Weg hell gemacht in dem Licht, das Gott in dieser heiligen Nacht über der notvollen Welt hat aufleuchten lassen. Das Kind hatte teil an der tiefen Wirklichkeit der Weihnacht, deren Botschaft unverändert durch die Zeiten klingt ... über die da wohnen im finstern Lande, schei­net es Helle."

Jahre sind dahingegangen. Manches Frohe durfte man erfahren in - Kindheit und Jugend/manches Weihnachtsfest im Elternhaus und im Freudeskreis feiern. Und Da kommt wieDer ein Weihnachtsfest, Das von feinem Glanz auch heute, nach Jahr­zehnten, noch nichts eingebüßt hat. Wir saßen zu­sammen im großen Saal einer Arbeiterkolonie. Es mögen wohl 150 BrüDer von Der Landstraße ge­wesen sein, die da eine Weihnachtsgemeinde bilde­ten, vom kecken 19jährigen, dem Das Leben wohl noch verheißungsvolle Romantik bietet, der aber txotz seiner jungen Jach re schon von der Heimat los­gelöst ist, bis zum 76jährigen, der über Höhen und durch Täler in doppeltem Sinn gegangen ist, aber vom vielen Sehen und Wandern müde ward an Leib und Seele. Wie bunt war dgs Schicksal dieser Menschen, deren Lebensweg von fremder und eigener Schuld überschattet war und dadurch in die Irre geführt hatte. Wie oft wurde bei der Andacht an gewöhnlichen Abenden in diesem Kreis Das kindliche Abendlied gewünschtMüde bin ich ... Hab' ich Unrecht heut' getan". Und nun war Weih­nachten. Eine Gruppe von Alten und Jungen hat Die Lieder ausgewählt als erstes steht DaAlle Jahre wieDer kommt Das Christuskind". Wir hören Das Weihnachtsevangelium unD fingen unermüdlich unsere alten Weihnachtslieder, erstaunlicherweise meist aus feiern Gedächtnis. Dazwischen das Er­zählen hin und her. Die Erinnerungen gehen sicht­bar durch den Raum: Männer grüßen ihre Frauen, Väter ihre Kinder und Kinder ihr Elternhaus, aus Dem gar mancher vor vielen, vielen Jahren aus- gezogen ist. Und was liegt ajtes zwischen Damals unD heute! Auch. sonst locke"Schwätzer verstum­men mit ihrem Witz. Unser Leben ist hineinaestellt in Das Licht Des Kindleins, über Dessen Geburts- geschichte unD Dessen ganzem Mannesleben ja auch etwas von Heimatlosigkeit liegt, damals und heute er farii in fein Eigentum und die Seinen nah­men ihn nicht auf." Menschenseele hört die tiefen Klänge der WeihnachtsbotschaftIch bin gekom­men, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist", ja es ist die große, befreiende Wirklichkeit ... über die da wohnen im finsteren Lande, schei­net es Helle."

Jahre fröhlichen Schaffens zogen dahin. Dann kam der Krieg. Wir feierten Weihnachten im kalten Winter 16 auf 17 tief in Rußland Drin. Ein alter Schuppen ist mit viel Grün zur Christkirche ge­schmückt, Lichter mit oft erstaunlichem Behelfs auf- gesteckt auf Der mächtigen Tanne Wenige Stunden vorher, am späten Nachmittag, haben wir am Grab zweier Kameraden gestanden. Manche von

Gießen-Nord (Cafe Leid): Große Berge von Spielsachen türmten sich auf den Tischen. (Aufnahmen (4]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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Gießen-Mitte (Turnhalle Oswaldsgarten): Erwartungsvoll umdrängten die Kinder den Nikolaus bei der Gabenverteilung.