Die Offenbacher Schulungswoche des VDR
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senden Truppen inspiziert, von
Bei Dargun, wo sich die Oldenburger unb Delmenhorster Jungen des Jnfanterie-Regimenis 16 in einer gewissen Bedrängnis befinden, wird Generalfeldmarschall vonBlomber
Feldbäckerei der Wehrmacht. Hier kann man den Werdegang des Kommißbrotes in allen Einzelheiten verfolgen. Die Nachbar-Halle ist zu einem großen Caf6 umgestaltet, in dem eine Kapelle die fröhliche Begleitmusik zu dem „Publikums-Examen" gibt, dem sich das K o n d i t o r h a n d w e r k mit
Kämpfe begeben hat.
Am Ostrande von Malchin durchfahren wir die Fronten und stehen unter den blauen Truppen, die im Vorgehen begriffen waren, jetzt aber sich mit einer Sperre begnügen müssen, da sie gegen die feindlichen roten Kräfte, die noch die See-Enge von Malchin halten, einstweilen machtlos sind. Es handelt sich um die 32. Division, tüchtige pom- mersche Soldaten, die schon allerlei hinter sich haben. Zuerst einmal fast vier Wochen Hebungen innerhalb des Regiments, der Division und des Armeekorps; in Verbindung damit kamen die Männer tagelang nicht aus den Kleidern und hatten mehrfach nachts kein Dach über dem Kopf. Die letzten Tage brachten Durchschnittsmarschleistungen von 60 Kilometer und mehr, dazu kam die Truppe fast täglich ins Gefecht.
Bei einer Fahrt durch das Kriegsgebiet erhält man einen Heberblick über all das, was zu einem modernen Heere gehört. Die Straßen sind belebt durch Kraftradschützen, die als Melder täalich Hunderte von Kilometer zurücklegen. Um das Manöver- bild so kriegsecht wie möglich zu gestalten, werden auch ermietete Zivilkraftfahrzeuge verwendet. Laage ist heute wichtiger Etappenort. Hier sind die Sanitätsabteilungen untergebracht, und in diesem Wehrmachtsmanöver wirkt kriegsmäßig auch die Feldpost mit. Von dem Vorteil, den Angehörigen Postkarten ohne Porto senden zu dürfen, machen die Soldaten in den wenigen freien Minuten gern Gebrauch. Im roten Gebiet sahen wir in Deckung eines Gutshofes Panzer untergebracht, die in den letzten Tagen schon mehrfach mit Erfolg angegriffen haben und von denen weitere entscheidungsschwere Eingriffe erwartet werden. Im blauen Gebiet sind bei S t a v e n h a g e n , der Geburtsstadt Fritz Reuters, leichte und schwere Batterien anzutreffen. Hier sind auch Nebelabtei- l u n g e n tätig, die die Aufgabe haben, die Enge von Malchin zu vernebeln und den Truppen helfen, sich vom Feind zu lösen.
Unser Feldherrnhügel, aus dem wir stehen, scheint eine besondere Anziehungskraft für Besucher zu haben. Der Kommandeur der Wehrmachtsakademie, General der Infanterie Adam besichtigt von hier den Verlauf des Angriffs, und dann schwebt in auffälligster Langsamkeit ein Flugzeug an uns vorüber, um nach wenigen Metern Auslauf auf einer Wiese vor uns glatt zu landen. Diesem merkwürdigen Lufttaxi entsteigen der General der Flieger Milch und als Führer des Flugzeuges Generalmajor Übet, der Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium. Und dieser seltsame Vogel, der uns da vorgeflogen worden ist, der in der Luft fast stillstehen kann, das ist F i e s e l e r s „Stör ch", der hier als Verbindungsflugzeug dient. Wenn diese Maschine auch nicht die langsamste der Welt genannt werden kann, so stellt doch bei ihr die Niedrigstgeschmindigkeit im besten Verhältnis zur Höchstgeschwindigkeit. Die Höchstgescllwindigkeit beträgt 180 bis 200 Kilometer, die Niedrigstgeschwindigkeit 45 Kilometer in der Stunde. Wenn man nun noch den Gegenwind von dieser Rechnung absetzt, dann kommt man auf eine Geschwindigkeit von 20 bis 30 Kilometer in der Stunde. D. h. also, daß man mit diesem Flugzeug sozusagen mitlaufen kann. Zum Starten braucht Fieselers „Storch" etwa 20 Meter, zum Landen nur wenige Meter; d. h. also weiter, daß dieses Flugzeug unabhängig von jedem Flugplatz ist. Praktisch kann diese Maschine, die außerdem noch den Vorteil einer guten Erdbeobachtung nach allen Seiten und nach unten hat, überall landen. General Milch berichtet dann auch, daß diese Maschine, wo lie im Wehrmachtsmanöver auftauchte, überall Aufsehen erregt hat. Während die Räume vor uns die typische Schlachtfeldleere zeigen, berichtet der General, der von Waren zu uns llerüberflog, daß das ganze Gebiet gespickt mit Truppen ist, die sich überall ausgezeichnet getarnt haben. Der Führer unserer Pressegruppe, der mit Generalmajor Übet einen Erkundungsflug unternimmt, gibt anschließenb einen eingehenden Lagebericht, während wir selbst von unserem erhöhten Blickpunkt aus nichts mehr sehen können, weil bie Truppen überall in Deckung liegen. Eine Maschine wie biefe wirb daher in Zukunst mannigfaltige Verwendung finden können, z. B. an Stelle der Fesselballone und beim Abtransport Verwundeter, die eilig operiert werden müssen.
Don unserem K. B.«Berichterstatter.
anteristen wird indessen baldige Hilfe zuteil durch rote Sturzkampfflieger, bie bie blaue Artillerie wirksam bekämpfen. Gleichsam so nebenbei werben von ben fünf roten Fliegern noch Zwei blaue Aufklärer niebergekämpft, die sich sicher glaubten, weil sie der eigenen Front nahe waren, die aber im letzten Augenblick auf diese überlegenen Gegner stießen, in die Zange genommen und vernichtet wurden.
Generalangriff der b' auen Armee
R o st o ck , 24. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den Morgenstunden des 23.. 9. trat bie blaue e r f t e Armee unter Führung bes Generals ber Infanterie von Rundstedt auf ber ganzen Front zum Angriff an, um den noch ostwärts ber See- Engen südlich des Malchiner Sees befindlichen Gegner zu vernichten. Auf dem Brückenkopf westlich Demmin heraus griffen starke blaue Kräfte in ben frühen Morgenstunben bie roten Stellungen beiberfeits von Dargun an. Bruberstorf, nörblich von Dargun, sowie bie Ortschaft Wagun, fielen nacheinanber in die Hänbe von Blau. Dargun würbe in ben Nachmittagsstunden durch Teile der 12. Division e r ft ü r m t. Um den Ort Warsow wurde mit großer Hartnäckigkeit gekämpft. Er blieb schließlich im Besitz von Rot. Die 3 2. blaue Division, auf dem Gelände westlich Stavenhagen vorstoßend, nahm am Nachmittag die Stadt Malchin. Wenig später setzten sich blaue Kräfte in den Besitz des Geländes südlich von Gielow. Weiter südlich stieß Blau zunächst bis zur Straße Groß-Giewitz—Waren vor, wo der Angriff gegenüber dem sich versteifenden feindlichen Widerstand liegen blieb. Blaue
Auf dem Schießberg bei Zettemin hat man eine ausgezeichnete Ueberfidyt über einen großen Teil des Manövergeländes. Im Augenblick ist gerade ein Angriff des 1. Bataillons des Jnfanterie- Regts. 96 im Gange, durch den ber Uebergang über bie Ostpeene erzwungen werben soll. Die Truppen, bie mit großem Schneib Vorgehen, haben in den letzten drei Tagen insgesamt 135 Kilometer zu Fuß zurückgelegt, davon 60 Kilometer querfeldein. Trotz Panzerwaffe und trotz Flieger sind bie Beine ber Infanteristen in jebem Kriege unb auch in biefem Wehrmachtsmanöver immer nochbas Wichtigste. Gewisse Marscherleichterungen burch Beförberung von Gepäck sinb geeignet, bie Marschleistungen noch zu steigern. Erfreulicherweise liegen bis jetzt nur Meldungen über einen ganz geringen Ausfall durch Fußkranke vor.
12 Meter hoch reckt sich ihr ziegelgebeckter Giebel empor. In diesem verhältnismäßig kleinen Gebäude werden dank der modernsten Mühleneinrichtung erstklassige Mehlprodukte ermahlen. In den Hallen VII unb VIII tritt man vor bie Leistungsschau ber beutschen Getränkeinbustrie. Eine ganze Seite ist von ber Likörinbustrie mit Beschlag belegt, an einer anderen hat sich eine große Milchbar aufgebaut, dazwischen liegt die „Straße" der industriell hergestellten alkoholfreien Getränke, und im Ostraum findet sich das „Wein-Zentrum", das alle deutschen Weingaue in sich vereinigt. Eine Sonderschau zeigt neue Werkstoffe für Bierleitungen. Die Wirtschaftsgruppe Maschinenbau, Fachgruppe Armaturen, gibt in Gemeinschaft mit großen Industriefirmen einen Heberblick über das bisherige Ergebnis auf dem Arbeitsgebiet ber Werkstoff-Hm- stellung.
Halle III steht unter bem Motto: Bank unb Sparkasse im Gaststättengewerbe unb Hanbwerk, Halle IV
Am sechsten Tage ber BDM.-Schulungswoche an ber Kunstgewerbeschule sprach Professor Dr. Ebe r- Hardt über „Der Raum und sein Schmuck." Ausgehend von der Einfachheit und Zweckmäßigkeit, der handgearbeiteten Schönheit alter Bauernmöbel verfolgten die Teilnehmerinnen ben Wandel des Wohnungsstils. Was wir baraus lernen können, ist die Rückkehr zu ben natürlichen Gesehen bes Raumes, zu einfacher unb zweckgebundener Wohnweise, die keinesfalls ber Schönheit entbehrt. Eine Führung burch bas Gebiet bes Buchbrucks unb der Buchbinderei durch Professor E. Engel und ein Rundgang durch das technische Schaffen der Schule und die Entwicklung ber Graphik durch Professor W. Mayer ließen ben ungeheuren Fleiß vieler Jahrhunberte ahnen, ber hier unserer Zeit bienftbar gemacht wirb. Der letzte Tag begann mit einem Besuch des Deutschen Ledermuseums. Das Museum enthält Lederarbeiten aller Zeiten unb Völker, besonders aber primitiver Kulturen, da sie ein interessantes Bild über bie Anfänge hanbwerklicher Arbeit vermitteln will. Anschließend hatten bie Schulungsteilnehmerinnen Gelegenheit, in ber Propagandaabteiluna ber I G. - Farben-Inbustrie Frankfurt a. M. bie rei- chen Möglichkeiten ber Zellstoffverarbeltung auf
Am 24. September wirb die Jahresschau für das Gast stä11en - und Beherber- gungsgewerbe unb bie Nahrungs« mittel-Hanbwerke Berlin 1 937, ver- bunben mit ber Sonderschau „D i e Küche — bas Reich ber F r a u", in ben Ausstellungshallen am Funkturm eröffnet
Ein Rundgang durch die Ausstellung führt zunächst in die Ehrenhalle des Handwerks. Der Mittelteil der „Gläsernen Galerie" ist zur Ehrenhalle des Deutschen Handwerks gestaltet. Malereien zeigen die enge wirtschaftliche Verbindung zwischen den einzelnen Gruppen des Nahrungsmittelhandwerks und feine Bedeutung für das deutsche Volk. Eine Ausstellungssensation ist eine erstmalig vorgeführte
Das Ganze ha«!
Abschluß der Herbstmanöver des IX. Armeekorps.
Was Küche und Keller bieten...
IabreSschau für das Gaststätten- und JeherbergungSgewerbe in Nerlin.
Oie Wehrmachismanöver in Mecklenburg.
OerKampjumdieMa1chinerSeen-Enge.-MiiKiefelers„Giorch"überdemManövergelände
ferbunbsrebe Edens über die Rohstoffversorgung der Welt ging aus von der guten Lage des englischen Außenhandels, unb bie englische Augustbilanz mit bem gewaltigen Einfuhrüberschuß von 37,42 Millionen Pfund scheint zu bestätigen, daß England tatsächlich maßgebend an der Belebung bes Auhenhanbels beteiligt sei. Aber Eben sieht bie Weltwirtschaftslage nur mit britischen Augen, unb er versteift sich auf Dinge, bie doch nur zeitlich bedingt erscheinen, benn bas starke Anwachsen der englischen Eisen- und Stahleinfuhr, bie erhöhte Hereinnahme von Kautschuk unb Zinn sinb boch nur burch die gewaltigen Rü st ungen Eng- langs erklärbar. England hat nicht, im Gegensatz zu Edens Auffassung, den Welthandel, sondern sich selbst einen Dienst erweisen wollen. Wenn er bei der Erörterung ber Rohstofflage u. a. darauf verweist, daß die Präferenzzölle Englands im Einvernehmen mit ben rohstoffarmen Ländern unter gewissen Bedingungen abgebaut werden könnten und daß die Hauptschwierigkeit ber jetzigen Rohstoffversorgung der notleibenben Länder daran läge, daß ihre Devisenpolitik diese Schwierigkeit schüfe, bann muß man doch sagen, daß Eden geradezu H r s a ch e unb Wirkung verwechselt, benn gerade bie Sperre, bie burch Zölle usw. gegen die Fertigwaren der rohstoffarmen Länder durch England verhängt wurde, zwang diese zu einer Devisenpolitik, die also geradezu von England heraufgeführt worden ist.
Der Reichskohlenverband, die Dachorganisation ber beutschen Steinkohlen- unb Braun- kohlensyndikate, unb das Rheinisch-Westfälische Koh- lensyndikat legen fast gleichzeitig ihre Berichte über bas Jahr 1936/37 vor. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung erhöhte sich der Bedarf an Kohle in vielen Ländern. Infolgedessen stieg die We11koh - lenförberung 1936 um 8,8 v. H. gegenüber 1935. Die Weltkokserzeugung stieg sogar um 15,6 v. H., währenb bie Brikettherstel- lung um 6,5 v. H. zunahm Die Lage bes beutschen Kohlenbergbaus im befonberen ist burch eine kräftige Entwicklung ber Förberung gekennzeichnet. Sie würbe burch umfassenbe Maßnahmen ber Regierung zum Wieberaufbau ber beutschen Wirtschaft, aber auch burch eine Erhöhung ber Ausfuhr verursacht. Auf bem Auslanbmarkt gelang es trotz ber Abwertung ber Währung in einer Reihe von Ländern, den Kohlenabsatz nicht nur zu behaupten, fon- dern auszuweiten. So stieg die Ausfuhr auf 39,00 (36,34) Millionen Tonnen. In den ersten acht Mo- naten bes Jahres 1937 stellt sich bie Steinkoh - lenförberung auf 120,5 Millionen Tonnen gegen 101,9 Mill. Tonnen im Vorjahre, bie Braun- kohlenforberung auf 118,8 gegen 101,6 Mill. Tonnen. Die Kokserzeugung betrug im Monat August 3,49 Mill. To. gegen 3,46 Mill. To. im Vormonat. Seit Jahresbeginn würben 26,88 Mill. Tonnen Koks gegen 23,32 Mill. Tonnen in der entfprechenben Dorjahreszeit hergestellt. Insgesamt liegt bie Steinkohlenförberung unter entfpre- chenber Erweiterung auch ber Braunkohlenforbe- rung um nicht weniger als 18 v. H. über ben Vorjahresziffern. Das Rheinisch-Westfälische Kohlen- synbikat verzeichnete im Geschäftsjahr 1936/37 eine Ausfuhr von 36,38 Millionen Tonnen gegen 21,10 Millionen To. im Geschäftsjahr 1932/33. Das Ruhr- kohlensynbikat befaßt sich sehr eingehenb mit ben Verkehrsfragen, ba ber burch bas Ansteigen bes Bahnverkehrs bebingte große Bebarf an offenen Güterwagen mancherlei Kopfzerbrechen verursacht.
Die Bewegung auf ben Rohstoffmärkten ist uneinheitlich, aber sie hat in ben letzten Wochen doch zu Kurseinbrüchen geführt, die nur teilweise damit zu erklären sind, daß infolge ber sinkenben Kurse auf den Effektenmärkten in ber Neuyorker Wallstreet sich bie Kapitalien roieber ben Rohstoffmärkten in erhöhtem Maße zuwanbten. Besonbers schwach lag ber Baumwollmarkt, ber Be- leihungssah von 9 Cents würbe unterschritten und bie Ernteschätzungen übertreffen alle im Laufe dieses Jahres gemachten Voraussagen. Die W o 11» auktion in Bradford verlief ebenfalls sehr flau. Während in Deutschland und Italien, und selbst in England, der Verbrauch von synthetischer Textilfaser stark zunimmt, wird von den Baumwollhandelsorganisationen festgestellt, daß der Welthandel in baumwollenen Geweben noch immer hinter der wirtschaftlichen Belebung zurückgeblieben ist. — Nur die Getreidemärkte behaupteten sich, dagegen sank der Weltoerbrauch an Kupfer, während die Produktion stieg, und infolgedessen gaben die Preise nach, aber auch die Zinkpreise sanken und ebenso bie Preise für Zinn. Die Dol-
Erbaufklärung, ber es gelungen war, hinter bie feinbliche Front zu gelangen, stand am Nachmittag in der Gegend Hohen-Wangelin (nördlich Malchow). Im Norben konnten blaue Reiter und Radfahrer bei Marlow (13 Kilometer nordwestlich Tribsee) und bei Sülze a u f dem Süd- ufer des Trebel Fuß fassen und halten hier kleine Brückenköpfe.
In der Nacht zum 23. September griffen blaue H - Boote mit gutem Erfolg einen roten Stützpunkt in ber Mecklenburger Bucht an. Ein blaues > H-Boot ging dabei verloren (durch Entscheid des Schiebsrichters). Noch in ber Nacht lief ein b l a u e r Geleitzug für Hanbelsbarnpfer aus Swine- münde mit Ostwärtskurs aus. Auf die in den Abendstunden eingehende Nachricht vom Hferwechsel blauer Kavallerie bei Marlow hat eine rote Küstenbatterie den Ort mit schwerem Flachfeuer belegt.
Nachdem die blaue Luftwaffe in ben Vortagen den roten Gegner durch ihre Angriffe emp- sindlich geschwächt hatte, wurden die H a f e n a n • lagen von Hamburg unb Bremen sowie dort befindliche Nachschubanlagen der roten Luftwaffe mit Bomben belegt, wobei gute erfolge erzielt wurden. Rot richtete den Schwerpunkt des Angriffes seiner Kampfgeschwader gegen Luft- Waffenanlagen von Blau, um bie sich fühlbar machenbe Heberlegenheit ber blauen ßuftftreittrafte zu brechen. Infolge wirksamer Gegenwehr burch Flak und Jäger blieben diesen Angriffen entschei- dende Erfolge versagt. Rote Sturzkampfoer b ä n d e unterstützten bie Operationen ber eigenen Armee burch Angriffe auf blaue Truppenan- sammlungen und rückwärtige Verbindungen bes blauen Heeres.
Linie ben Angriff anzunehmen unb ben Schutz ber rechten Flanke ber Hauptstreitkräfte sicherzustellen.
Dieses nächtliche Absetzen wurde von ben Roten nicht voll erkannt. Durch Aufklärungskräfte informiert, stießen bie roten Regimenter vor ber befohlenen Angriffszeit in ostwärtiger Richtung auf bie bisher nur noch ganz schwach besetzte Front vor. Der Widerstanb war schwach und so kamen bie Roten sehr schnell voran. Zwischen 8 unb 9 Hhr stießen sie auf die feindlichen Gefechtsvorposten, bie jeboch bis 10 Hhr auf bie blaue Hauptkampflinie zurückgebrängt würben. Blau hatte sich mit seiner Hauptkampflinie in einem sehr günstigen Gelände eingerichtet. Von Höhenzügen aus konnte ber an- greifende Gegner unter Feuer genommen werden. Rot mußte sich daher zum Angriff auf diese starke Stellung erst gründlich vorbereiten. Der Angriff erfolgte jedoch nicht mehr, ba bie Hebung um 11 Hhr abgebrochen wurde.
Den Abschluß ber Manöver des IX. Armeekorps bildete bie Kritik, bie vom Kommanbierenben General des Armeekorps, General ber Artillerie Dollmann, auf bem Mihlaer Berg gehalten würbe. Er hob besonbers bie gewaltigen Marschleistungen ber Infanterie hervor. Schon in ben Mittagsstunben würben größere Truppenteile auf den Bahnhöfen um Eisenach verladen, um in ihre Garnisonen zurückzukehren. Trotz der gewaltigen Strapazen der langen Manöverzeit machten die Truppen einen frischen Eindruck und die alten Soldaten haben erkannt, daß unser junges Heer sich seiner Väter würdig erweist.
Eisenach, 23. Sept. (LPD.) Am Donnerstag : fanden die Herbstmanöver des IX. Armeekorps i ihren Abschluß. Am Nachmittag des 22. September hatte die rote 15. Division in zwei Gefechtsgruppen von Spichra aus in ostwärtiger Richtung angegriffen und den Stadtfelder Berg und ben Westhang bes Mosebergs genommen. Teile bes Infanterie-Regiments 88 waren bis auf Uetteroba vorgestoßen, ohne stärkeren Wiberstand bei Blau zu finden. Die Masse ber Artillerie würbe auf das Ostufer ber Werra vorgezogen. Die rote 9. D i - vision hatte nörblich Creuzburg eine Ponton- , brücke über bie Werra geschlagen unb setzte das Infanterie-Regiment 36 rechts vom Infanterie- Regiment 116 auf dem Ostufer ein. Der Mihlaer Berg wurde genommen und mit dem linken Flügel der 15. Division in Uetteroba Verbindung genommen. Die blaue 29. Division war weiter im Abwehrkampf gegen den langsam Boden gewinnenden Feind. Gegenvorstöße brachten nur kleine örtliche Erfolge. In bem für die Abwehr sehr günstigen Gelänbe konnten bie Angriffe bes Gegners stark aufgehalten werben.
Da bie Angriffe am Mittwoch dem IX. Korps nicht ben gewünschten Erfolg brachten, gruppierte es sich in ber Nacht zum Donnerstag um, um am nächsten Tage mit allem Nachdruck mit bem starken linken Flügel angreifen zu können. Der Angriff wurde auf 8 Hhr festgesetzt. In der Nacht ging bie blaue 29. Division unter Zurücklassung von Nachtruppen zurück, um in einer weiter rückwärts gelegenen Stellung mit den Infanterie-Regimenter 15 unb 71 in vorberster I
textilem Gebiet kennzulernen unb eine Sammlung wundervoller Beispiele alter Webkulturen zu sehen. Eine F e i e r st u n b e „Die Deutsche Frau" in der Aula der Kunstgewerbeschule beschloß bie Schulungswoche. Zwischen auserlesenen Darbietungen des Offenbacher Symphonieorchesters zeichneten Worte und Lieder das Bild der deutschen Frau, wie es uns aus germanischer Vorzeit und der Zeit des Weltkrieges anspricht. Stolz, klar und einsatzbereit will auch die heutige Mädelorganisation sich in den Dienst ihres Volkes stellen. Dies ist, wie die Obergauführerin Else Ries zum Schluß ausführte, der Sinn ber ganzen BD1P.-Arbeit, die durch ben Offenbacher Lehrgang eine große Bereicherung erfuhr. Herzlich war darum ber Dank an bie Schulleitung unb ihre Lehrkräfte. Mit ber gleichen Hingabe unb wachsenbem Verstehen wird bas Empfangene weitergetragen werben in bie Einheiten unb in ben Ausstellungen bes Frühjahrs bie ersten Früchte zeitigen. Die untrennbare Einheit von geistiger Lebenshaltung unb ihrem kulturellen Ausdruck verpflichtet vor allem bie Jugend zu einem klaren Weg, ber in ber Offenbacher Schulungswoche einen hoffnungsvollen Anfang genommen hat. E. P.
ist die Einfuhr insgesamt um 17 Millionen Mark gesunken. Dagegen waren bie überseeischen Lieferungen im ganzen fast kaum oeränbert. Im einzelnen steht hier einem Rückgang ber Bezüge aus Afrika und Amerika eine Steigerung ber Lieferungen aus Australien gegenüber. Die Ausfuhr hat sich ebenfalls ber Jahreszeit entsprechen!) erhöht. Mit 541 Millionen Mark lag sie um runb 2 v. H. über bem Vormonatsstanb. Zum Teil beruht biefe Erhöhung allerbings auf einer Erhöhung ber Ausfuhrpreise. Gestiegen ist in erster Linie bie Ausfuhr von Kohlen und Kalisalzen. Von ben einzelnen Erbteilen haben lebiglich Amerika unb Asien mehr an Waren abgenommen als im Vormonat. Der Absatz nach Europa war im August um 11 Millionen Mark geringer als im Vormonat. Die Ausfuhr nach Afrika und Australien war kaum verändert. Die Handelsbilanz schließt im August mit einem Ausfuhrüberschuß von rund 59 Millionen Mark ab. Gegenüber dem Vormonat hat sich die Aktivität damit verdoppelt. Für bie ersten.acht Monate bes laufenben Jahres ergibt sich ein Aktw- falbo von 279 Millionen Mark.
Die beutschen Dampflokomotivenausfuhr hat in ben letzten Jahren, besonbers aber im ersten Halbjahr 1937 ganz bebeutenbe Fortschritte machen können. Es ist ben Werken bes beutschen Lvkomotivbaues gelungen, im schärfsten Wettbewerb gegen anbere Länder in zunehmendem Umfange wieder einen wesentlichen Teil der ftüheren ausländischen Absatzgebiete zurück- und sogar neue hinzuzuerobern. Das Ansehen der deutschen Gute- arbeit, bas in besonderem Maße auf bem Gebiete des Lokomotivbaues im Auslände schon immer sehr groß war, konnte durch diese Ausfuhrtätigkeit weiter wesentlich gesteigert werden. Der Ausbau ber chinesischen Eisenbahnen, ber von ber chinesischen Zentralregierung bis zum Ausbruch ber Feinbselig- feiten mit Japan eifrig betrieben würbe, hat in den letzten Jahren Ehina veranlaßt, erhöhte Auftrage an Dampflokomotiven und Tendern nach Deutschland zu vergeben, um so mehr als bie beutschen Konstruktionen in China sehr geschätzt werben. Der größte Abnehmer deutscher Dampflokomotiven ist aber nach wie vor bie Sübafrikanische Union. Im einzelnen stieg ber Wert ber deutschen Lokomottv- ausfuhr von 1,48 Millionen Mark im ersten Halb- jahr 1934 auf 1,85 Millionen Mark in der gleichen Zeit 1935, 4,28 Millionen Mark 1936 und 9,11 Millionen Mark im ersten Halbjahr 1937.
Teterow, 23. September 1937.
Währenb bie Seegefechte bei Bornholm unb Gotland und die schweren Luftkämpfe insbesondere bei Swinemünde ben ersten Tagen des Wehrmachts- manooers den Stempel aufbrückten, bereitete sich bei ben roten unb blauen Armeen bas Ringen um bie Hauvtentscheibung vor Fast unmittelbar nach Beginn ber neuen Kriegsphase kamen bie Truppen in Gefechtsberührung. Außerordentlich erbitterte Kämpfe wurden um den Besitz des mecklenburgischen Ortes Malchin geführt. Eine blaue Division geriet in ernste Gefahr, eingekesselt zu werden und versuchte infolgedessen einen Durchbruch. Schon aus dieser Tatsache ergibt sich, daß die höhere Führung in diesem Manöver vor Entscheidungen von besonderer Bedeutung gestellt wird. Auf ber Fahrt ins Kriegsgebiet treffen wir bei Malchin ben Oberbefehlshaber bes Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch, ber sich in das Zenttum der
g, ber bie kämp-
v der Bevölkerung
freudig begrüßt. Den in der Flanke bedrohten In-
_____ , . bringt eine Sonderschau des Reichsinnungsverbanberechtigtem Stolze stellt. Halle VI zeigt eine richtig-1 bes bes Bäckerhandwerks. Der Riesenraum der gehende Wassermühle unter dem Hallendach. ।Ausstellungshalle II liegt in gewissem Sinne im


