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ttr.1% Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, 24-August 1937

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Eichener Anzeiger

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Auch der Rankau-Paß von den Japanern besetzt.

Oer große Irrtum.

Don Or. Hans von Malottki.

In dem Kampf um die europäische Neuordnung ist eine Pause eingetreten, aber die Palermoer Rede Mussolinis und ihr Echo in der Presse der beiden Westmächte haben deutlich die Punkte er­kennen lassen, auf die sich die kommenden diploma­tischen Auseinandersetzungen zuspitzen werden. Die Rede des Duce war zunächst eine stolze und kraft­volle Bekundung des italienischen Lebens- und Selbstbehauptungswillens. Sie war darüber hinaus aber auch im besten Sinne konstruktiv und europäisch gedacht, weil sich in ihr der Grundriß jenes einzig möglichen Gleichgewichts abzeichnete, das die Voraussetzung für ein sicheres und gesichertes europäisches Leben darstellt.

Wer immer noch geglaubt haben sollte, daß sich das italienische Entspannungs- und Ausgleichsbe­streben für Frontstellungen nach Stresaer Muster mißbrauchen ließe, ist gründlich enttäuscht worden. Es ist letzten Endes der Viererpakt-Gedanke, den der Duce wieder zur Aussprache gestellt hat. Von hier aus liegt es nahe, an die ähnlich ausgerichteten Pläne zu denken, die dem britischen Premier nach- gefägt werden. Und in dieser Sicht taucht dann wieder das Westpaktproblem auf, wobei zugleich deutlich wird, daß es sich hierbei nur um das End­stadium einer Entwicklung handeln kann, die die Bei­legung der verschiedenen Spannungen unter den vier Mächten voraussetzt.

Das gilt nicht zuletzt für das englisch-italie­nische Verhältnis im Mittelmeer. Denn hier geht es, im Gegensatz zu den mehr weltanschau­lich bedingten Verstimmungen, die das italienisch- französische Verhältnis belasten, um die Abgrenzung machtpolitischer Stellungen und Zielsetzungen. Der Duce hat erneut der Ansicht Ausdruck gegeben, daß sich das Zusammentreffen der Interessen Englands und Italiens ins Positive wenden ließe. Er hat dabei das pikante Bild von dem Ausgleich zwischen demLeben" und derStraße" gebraucht. Diese Be­stimmung des Mittelmeeres als des Lebens- raumes f ü r Italien, dagegen nur der Durchfahrtsstraße für Großbritan­nien umschließt, wenn man den Gedanken zu Ende denkt, eine Art Vorherrschaftsanspruch des neuge­gründeten Imperiums. Es steht allerdings vorerst noch dahin, ob es sich hier mehr um eine rednerische Wendung oder tatsächlich um einen machtpolitischen Anspruch gegenüber England handelt.

Um so klarer tritt im Lichte dieser These die Notwendigkeit der scharfen antibolschewisti­schen Grunde in st ellung der italienischen Politik zutage. Die unzweideutige Versicherung, Ita­lien werde keine Festsetzung des Bolsche­wismus im Mittelmeer dulden, ist über­haupt einer der zeitgeschichtlich interessantesten und politisch bedeutsamsten Punkte der Duce-Rede. Da­mit ist die Gretchenfrage der gegenwärtigen Politik gestellt: Wie hältst du es mit dem Bolschewismus? Und deshalb auch der mißlaunige Antwortchor in der französischen und englischen Presse. Nichts zeigt allerdings auch deutlicher die Verwirrung und Fehl­orientierung maßgebender europäischer Mächte auf, als das. was dem Duce auf diese seine Erklärung entgegengehalten wird. Die Wirkung, die Mussolinis Friedensappell hätte erzielen können, werde, so ließ man von Varis her durch Havas scheinheilig verbreiten, durch diele antibolschewistische Front­stellungabgelchwächt". In der englischen und fran­zösischen Presse aber überschlug man sich vor mora­lischer Entrüstung. Man beschwor auf einmal leiden­schaftlich jenesS e l b st b e st i m m u n g s r e ch t der Völker" das man in all den Nachkrieasjahren, von Versailles angefanaen, kaltlächelnd beiseite ae- schoben hatte. Man müsse, so hieß es, jedes Re­gime gelten lassen, und derDaily Telegraph svrach entrüsiet von einem Kontrollrecht über die Mittelmeerländer, das sich Italien anmaße.

Es lohnt sich, dieser aelpielten Aufregung nacknu- I gehen, weil sie an das Grundübel dieser Zeit rührt und weil sie in ihrer inneren Unlogik und Unwahr­haftigkeit kaum noch zu überbieten ist. Denn es ist unlogisch und gewollte Oberflächlichkeit, den Ein­bruch des Bolschewismus in Spanien zu einer Frage des ipneren Regimes umzufällchen und sich auf das Selbstbestimmungsrecht jedes Volkes zu berufen. Schon die Entstehung des von außen ge­schürten und zur Entzündung gebrachten spanischen Brandes straft diese Haltung Lügen. Vor allem aber: eine Festsetzung des Bolschewismus auf der Aerischen Halbinsel wäre alles andere als »n innerstaatlicher Vorgang, alles an­drere als ein ..Regimewechsel", nämlich eine grund- s (genbe Verschiebung und Störung des Gleich- ,ä e w i ch t s im Mittelmeerraum. Und dies wegen der zerstörerischen und erpansiven Tendenzen des Bolschewismus, für den ja Gnomen als eigenstän­diges Gebilde völlig gleichgültig, um so wichtiger dgaeqen als Operationsbasis u n ö Aus­fallstor ist. Es ist nur die klare Erkenntnis der revolutionären Dynamik dieses Snsiems, die den Duce zu einer so entschiedenen Stellungnahme zwang. Sicher war diese Stellungnahme auch eine Rechtfertigung der Rolle, die Italien bisher tm spanischen Krieg gefnielt hat und spielt. Aber barm erschöpft sich ihre Bebeutung nicht. Denn für eine Macht, bie wie Italien bas Mittelmeer als ihren Lebensraum ansehen muß, unb bie in ben.unmit­telbaren Wirkungsbereich eines bolschewistischen Aktionszentrums in Svanien aeraten würbe, sieben elementarste Dinge auf bem Spiel. Die italienische Politik würbe von einer solchen Entwicklung m ihren vitalsten Bezirken unb Zielsetzungen getrof» : fen Wer also will sich ernsilichi rounbern ober gar ! in Entrüstung geraten, baß ber Duce bem Westen ben Oelzweig reicht, in ber bolschewistischen Frage | dagegen unerbittlich bleibt?

Tokio, 24. Aug. (DJIB. Funkspruch.) Wie Do­mei meldet, haben die japanischen Truppen den Nankau-Paß beseht. Der Pah ist ein strategisch wichtiger Punkt nördlich von Peiping.

*

Während bie Welt wie hypnotisiert auf die Kämpfe in Schanghai schaut, ist in Nordchina der Kampf ziemlich unbeachtet geblieben, obgleich dort bie Japaner nicht nur bie Kwantung-Armee, son­dern auch ihre Verstärkungen versammeln und bie chinesische Zentralregierung ihre Divisionen gegen Peiping, am Nankaupah, ber nordwestlich Peiping liegt, und um Kalgan konzentriert. Kalgan ist die Hauptstadt der Inneren Mongolei, die nomi­nell noch der Nankingregierung unterstellt war. Die Innere Mongolei ist ein Gebiet von ber hoppelten Größe Deutschlands, hat aber höchstens 600 000 Einwohner, mongolische Nomaben, die nichts mehr von der gewaltigen Expansionskraft besitzen, die sie z. B. unter Dschingis-Khan zum Schrecken Asiens und Europas gemacht hatte. Die Bannerfürsten ha­ben zum Teil das Leben in ben Jurten, ben Zelten ber nomabifierenben Mongolen, aufgegeben, woh­nen in steinernen Häusern unb nehmen Liebesgaben ber rivalisierenden Mächte entgegen.

Es ist nun von Bedeutung, daß bie japanische Kwantung-Armee am Sonntagabend Kalgan, die Hauptstadt der Inneren Mongolei besetzt hat, obgleich die Nankingregierung im Raume von Kal­gan zur Zeit rund 80 000 Mann versammelt hat unb zwei Divisionen, bie 86. und 94., im Anmarsch ind. Dadurch haben die Japaner ben Nankau - paß überflügelt unb am Montag ebenfalls besetzen können, womit gleichzeitig ihre Mandschukuo-Stel- lung nach Sübosten gesichert ist, und zwar gegen bie Nanking-Chinesen wie gegen die russischen Bol- chewisten, die bie äußere Mongolei mit ber Haupt- tabt Urga beeinflussen unb bort gewaltige Trup­penmassen angehäuft haben. Es ist bezeichnend, daß der bolschewistische Botschafter in Tokio zugegeben hat, General Blücher, der Chef der bolschewisti­schen Streitkräfte im Fernen Osten, befinde sich gegenwärtig in Urga.

Zapan will entschlossen boraeben

Tokio, 24. Aug. (DNB. Funkspruch. Ostafien- bienft des DNB.) Auf einer Konferenz der Regie­rungsparteien am Montag erklärte Kriegsmmister Sugiyama, die japanische Regierung sei ent­schlossen, mit möglich ster Beschleunigung auf eine Beendigung des Streitfalles hinzuarbeiten. Die japanischen Streitkräfte würden aus diesem Grunde nicht mehr auf die Initiative ihres Geg­ners warten, sondern selbst zu aktiven mili­tärisch en Handlungen übergehen, um die chinesischen Truppen von der Aussichtslosigkeit ihres Widerstandes zu überzeugen. Die japanische Wehr­macht sei entschlossen, die chinesische Taktik, die Ent­scheidungen unbegrenzt hinauszuziehen, nicht mit­zumachen.

Die politischen Kreise Tokios messen der erfolg­reichen Landung einer japanischen Armee an der

Für den deutschen Betrachter ist diese Entwick­lung durchaus nicht überraschend. Sie bestätigt im Gegenteil die Folgerichtigkeit ber deutschen Politik. Ist es doch immerhin bemerkenswert, mit welcher schicksalhaften Zwangsläufigkeit jetzt wiederum eine europäische Macht, aus ihren Erfahrungen und Not­wendigkeiten heraus, zu den g l e i ch en politischen Folgerungen gelangt, die sich auch f ü r D e u t s ch- l a n d mit eherner Notwendigkeit ergeben haben.

Hier handelt es sich wahrlich um echte Reali­täten, um zwingende Grundtatsachen des europäi­schen Lebens, und hier wird auch wieder einmal bie Hohlheit und innere Unwahrhaftigkeit ber von ben beiden Westmächten vertreteneneuropäi­schen These" deutlich. Der These nämlich, daß es die geschichtliche Aufgabe derDemofratien" sei, diebeiden Extreme von rechts unb von links" z u - fammenzuführen, weil sich nur so bie europäische Gemeinschaft aufbauen und verwirk­lichen lasse. Dies ist ber verhängnisvolle große Irrtum, an bem diese Zeit krankt. Er wirb überall bort sichtbar, wo heute europäische Ge­spräche geführt unb europäische Aufgaben in An­griff genommen werben, sei es Westpakt, sei es die Stabilisierung ber Verhältnisse im Mittelmeer ober schließlich bie Völkerbundsreform. Solange man im Westen an diesem Irrtum festhält, wird es deshalb auch keinen befreienden Fortschritt in ber Sicherung des europäischen Lebens geben, und ebensowenig wird Europa den verloren gegangenen Führungsanspruch im internationalen Leden zu­rückgewinnen können, solange es nicht einmal fähig ist, die größte, ihm selbst drohende Gefahr zu er­kennen und danach zu handeln.

Freilich handelt es sich hier nicht so sehr um eine Frage der reinen Erkenntnis, wie ja überhaupt die moralischen und humanen Argumente berDe­mokratien" gegen bie antibolschewistische Losung berDiktaturen" nur vorgeschoben sinb. Nicht mo­ralische Erwägungen und die angeblichen Erforder­nisse ber Toleranz, sonbern nackte macht poli­tische Interessen sinb die Quelle der west­lichen Enttüstung. Ist es doch keine Frage, daß auch England ein bolschewisiertes Spanien mit sehr gemischten Gefühlen bettachten wurde. Aber aus Gründen berhöheren Politik" glaubt man Ma° brib unb Valencia nicht fallen lassen zu dürfen, spricht man von Selbstbestimmungsrecht und Tole-

Jangtse-Mündung bei Schanghai große mili­tärische unb politische Bebeutung bei. Die Blätter erwarten, baß der Brennpunkt ber Kämpfe vom Schanghaier Stadtgebiet in die weitere Um­gebung verlegt werden wird. Man ist der Meinung, daß sich die ersten politischen Auswir­kungen Der erfolgreichen Truppenlandung in einem Appell Tschiangkaischeks an d i e aus­ländischen Konsuln in Schanghai zeige. Tschiangkaischek soll die Konsuln ersucht haben, sich um die Neutralisierung des gesamten Ge­bietes von Schanghai zu bemühen. Die japanische Presse erklärt, daß dieser Versuch zu spät komme, weil jetzt die militärische Auseinandersetzung zwi­schen den chinesischen Truppen und der japanischen Armee im Gebiete der Jangtse-Mündung nicht mehr aufzuhalten sei.

Gin Friedensappell Washingtons

N e u y o r k, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Staatssekretär Hüll appellierte an China und Japan, nicht zum Kriege zu schreiten. Beide

Schanghai, 23. Aug (DNB.) Wie der ja­panische Militärattache mitteilte, sind in der Nacht zum Montag außerhalb Schanghais japanische Truppenteile in Stärke von etwa 70 0 0 0 Mann gelandet. Sie wollen den Rückzug der im Raume von Schanghai stehenden chinesischen Truppen verhindern. Die Landung wurde mit einem heftigen Bombardement durch japa­nische Kriegsschiffe bei Wusung und einige oberhalb Wusungs auf dem Pangtse liegende Schiffe eingeleitet. An der Beschießung beteiligten sich bas japanische FlaggschiffIbzum o" unb anbere Ein­heiten ber 3. japanischen Flotte. Um bie. Mittags­stunde schlug in Schanghai eine Granate in ein Warenhaus an ber Ecke ber Nanking- und Chekiang-Road ein. Die Folgen waren furchtbar, da das Warenhaus stark besucht war unb sich auf ber Straße viele Menschen befanden. Die Fen­sterscheiben ber benachbarten Häuser platzten. Die Straße glich einem Trümmerfeld. Der Explosion ist ber 17 Jahre alte Deutsche Klaus Eckert zum Opfer gefallen. Er befanb sich in einem Omnibus in ber Nähe ber Unglücksstelle unb würbe burch die Splitter der Granate in den Kopf getötet. Allein im deutschen Paulun-Krankenhaus befinden sich 150 Verwundete, darunter einige Aus­länder. Die deutschen Aerzte und die deutschen Schwestern des Krankenhauses, in dem seit einer Woche schon mehrere hundert Verwundete in Pflege sind, leisten unermüdlich schwerste Arbeit.

Die japanische Nachrichten-Agentur Domei meldet, daß nicht eine Granate, sondern eine Flieger­bombe das Blutbad verursacht habe. Die Zahl

ranz, während man in Wirklichkeit an basG e - g e n g e w i ch t" gegen dieGefahr eines faschisti­schen Spanien" denkt. Dies alles hat mit euro­päischem Verantwortungsbewußtsein sehr wenig zu tun. Denn es ist eine der am wenigsten zu bestrei­tenden Erfahrungen, daß die ganze gefährliche Fehlentwicklung der letzten Jahre angefangen von dem Einzug Moskaus in Genf, über die Sow­jetbündnisse bis zur spanischen Tragödie mit dem Augenblick begann, wo gewisse Mächte auf die unglückselige Idee kamen, ihr machtpolitisches Spiel um den bolschewistischen Trumpf zubereichern".

Die europäische Neuordnung wird deshalb nur bann mit Erfolg unb Nutzen zu bewältigen sein,

Paris, 23. Aug. (DNB.) Havas meldet aus Marseille: Die Funkstation von Marseille hat fol- genben Funkspruch bes englischen Dampfers Naomi Julia" aufgefangen:W i r werben bombardiert. Position 42 Grad 7 Nord, 5 Grad 32 Ost (Ajaccio, Korsika). Beide Flugzeuge haben folgende Erkennungszeichen: Nr. 526 und 529, schwarzer Kreis mit weißem Kreuz und zwei schwar­zen Streifen." Das Schiff ist wahrscheiilich nicht be­schädigt worden. Der Kapitän des Schiffes hat mit­geteilt, daß dieNaomi Julia" ihre Reise nach Port Vettdres fortsetze.

Die Bombardierung hat in nationalspanischen Kreisen außerordentliche Empörung ausgelöst. Man weist darauf hin, daß, wie in den früheren Fällen, sich nationalspanische Flugzeuge überhaupt nicht aus See befunden haben und noch niemals nationalspanische Flugzeuge in die Nähe der Insel Korsika geflogen sind, an der ja keine ber nach Spanien führenden Dampferlinien vor­beiführt. Die Tatsache, daß nach Meldung bes Schiffskapitäns die Flugzeuge n a t i o n a lfp a - nische Erkennungszeichen getragen hatten, beweist, daß es sich ohne Zweifel um einen neuen Versuch der Spanienbolschewisten Han-

Völker sollten vielmehr ihre Streitfragen im Sinne derjenigen Grundsätze regeln, von denen sich die meisten Staaten der Erde in ihren internationalen Beziehungen leiten ließen. Der Staatssekretär be­tonte, daß die amerikanischen Truppen in China nicht Eroberungszwecken dienten, sondern zum Schutze der amerikanischen Staats­bürger bestimmt seien Er gab ferner der Mei- nung Ausdruck, daß bie beseitigen Streitfragen und Probleme, welche bie amerikanische Regierung unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Pazi­fischen Ozean interessiren, allerdings weit über bie unmittelbare Frage des Schutzes der 08Z..- Bürger unb ber amerikani­schen Belange hinausgingen. Die Ver­hältnisse, welche in biesem Gebiet herrschten, stüw- ben in unmittelbarem Zusammenhang mit ben all­gemeinen politischen Grunbsätzen ber Erklärung vom 16. Juli, die die Zustimmung von über 50 Staaten gefunden habe. Die amerikanische Regierung sei fest davon überzeugt, daß die in dieser Erklärung zusammengefaßten Grundsätze wirkungsvoll die zwischenstaatlichen Beziehungen regeln könnten.

der Toten betrage 500. Die japanischen Marine­behörden seien im Besitz von Beweisen, daß der Bombenabwurf von einem chinesischen Flugzeug aus einer Höhe von 3000 bis 4000 Meter erfolgt sei. Das FlaggschiffI dzum o" nahm im Verein mit einem zweiten japanischen Kreuzer die Beschießung des Putung- Gebietes am Montag wieder auf. Es entstanden mehrere kleinere BräiÄe. Japanische Flugzeuge bombardierten ebenfalls am Montag neuerlich den Nordbahnhof. Ein neuer Riesenbrand flammte in den Abendstunden in der Nähe des japanischen Marineklubs im Jangtsepu-Gebiet auf. Das Feuer breitet sich rasch aus.

Hilfsmaßnahmen für dieChinadeutschen

Berlin, 23. Aug. (DNB.) Unter Leitung des Chefs der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt sind für die Chinadeutschen Hilfsmaßnah­men vorsorglicher Art getroffen worden. Es handelt sich zunächst nur um Hilfeleistungen f ü r Frauen und Kinder in den am stärksten be­troffenen Gebieten, und zwar zur Zeit in erster Linie um Schanghai. Von hier werden in diesen Tagen ungefähr 500 Frauen und Kinder durch den Dampfer(9 n e i f e n a u" voraussichtlich nach Ma­nila oder anderen Plätzen im Süden gebracht, welche dort zunächst bei den deutschen Landsleuten Unter­kunft und Betreuung finden werden. Für Aus­kunfterteilung über die Hilfemaßnahmen steht die Leitung der A. O. der NSDAP., Berlin W 35, Tiergartenstraße 4/4a, Telephon 22 79 41, zur Ver­fügung.

Wieder ein britischer Dampfer im Mittelmeer bombardiert.

wenn man den Fehlern der Vergangenheit wirklich auf den Grund geht und mit der Korrektur an ber Quelle bes Hebels ansetzt. Daß bie geschmäh­tenDiktaturen" nicht umzudenken unb nicht um­zulernen haben, ist doch wohl kein Grunb, sich über angebliche Kreuzzugspläne gegen die Sowjetunion zu entrüsten, um so die eigene Intimität mit den roten Herren des Kremls zu entschuldigen ober gar zu rechtfertigen. Wenn in dieser Lage etwas zur Zu­versicht berechtigt, bann ist es gewiß nicht bie gei­stige Verfassung ber beiben Westmächte, sonbern bie Gewißheit, daß bas Leben unb hie Entwicklung selbst bie wahren Probleme immer gebieterischer und zwingender hervortreten lassen wirb.

beit, unter falscher Flagge Zwischenfälle zwischen Englanb unb ber Franco-Regierung hervor­zurufen unb damit bie englische Regierung zu einem Eingreifen gegen bie spanische Nationalregierung zu bringen. Nachdem die bisherigen Versuche der Valencia-Bolschewisten auf dem gleichen Gebiet ge­scheitert seien, besitze man die Frechheit, erneut mit denselben Mitteln den gleichen Versuch zu wieder­holen. Man habe dabei nur übersehen, daß Korsika außerhalb ber spanischen Dampferlinien liegt und daß Barcelona ber nächste spanische Flughafen sei, woher bie beiben Flugzeuge wahrscheinlich gekommen sinb. Man erinnert an bie von ber spanischen Nationalregierung wiedergegebe­nen Aussagen sowjetrussischer Gefan­gener, nach denen in Murcia und Cartagena Flugstützpunkte bestehen, bie über Flugzeuge mit nationalspanischen Erkennungszeichen verfügen und beren ausbrückliche Aufgabe es ist, unter falscher Flagge Zwischenfälle hervorzurufen, die man bann ber nationalspanischen Regierung zur Last legen kann.

Mißbrauch der brifiWn Paage.

ß o n b o n , 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter berichten über den Fliegerangriff

Starke Truppenlandungen Japans um Schanghai Chinesische Fliegerbombe zerstört ein Warenhaus. Auch ein Deutscher unter den 500 Todesopfern.