Ausgabe 
24.7.1937
 
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irJZO Zweites Blatt

Samstag, 24-Zuli 1957

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Der

Kriegsgeschichte der 4. Garde-Jnfanterie-Division, kennt das Gefühl, das dabei den einzelnen be­herrscht." I

rechend zur Verfügung. Aehnlich verhält dea meisten anderen Bedarfsartikeln de

es sich mit

des täglichen

Steuerfreie!

ibens, die ohne Schwierigkeit und was sehr

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,Land und Menschen wurden Traum,

Kampfgelände, vielfach durch Sprünge von Trichter zu Trichter, nach vorn geführt.Nur wer solches Einrücken in eine Stellung auf einem Großkampf­felde persönlich mitgemacht hat", heißt es in der

die einst mir Heimat waren.

Mich schluckt der fremde Raum ...

?mmer hat es ihn zum fremden Raum getrieben. M doch offenbarten ihm schon die frühen Wan- k ' ,Nur in deiner engsten Heimat wirst du ' m-.'-.x,fij war eine

durchkältenden Nässe tobte das Höllenfeuer der ins Unübersehbare vermehrten englischen Artillerie, Tag und Nacht, NachtundTag. Und der giftig grünliche Schwa­den tödlicher Gase kroch wie ein bösartiges Fabel-

n a t e l a n g. Die Toten, die zerschlagenen Leiber der Schwerverwundeten versanken im erstickenden Schlamm. Von röchelndem Husten durchschüttert, mit entzündeten tränenden Augen tasteten sich Gas­kranke erblindet nach hinten. Leichtverwundete quäl­ten sich unter unsäglichen Schmerzen und Mühsalen durch die verschlammten Trichter zum Verbandsplatz zurück. Länger als zwei Wochen ertrug keine Divi­sion dieses Grauen. Eine neue Truppe löste die alte all: In Lastkraftwagen herangeschaft, wurden die neuen Bataillone in der Nacht weit über das

Wer singt das Lied des deutschen Soldaten tn der Flandernschlacht?" fragt Werner Beumelburg in seinem sprachgewaltigen Kriegsbuch:Nicht die Heeresberichte, nicht die Orden, nicht die Denkmäler daheim. Es ist eine ganz stille, ganz verschwiegene Angelegenheit des Herzens. Ein Verneigen, eine wehmütige Trauer, ein Erschauern, ein Zähnezu- sammenbeißen und ein Gebet ..."

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Der englische Beamte lachte sie aus und meinte, sie könnten sich aussuchen, was sie wollten. Aber was, zum Teufel, versprächen sie sich vom Pflanzerspielen in diesen weltvergessenen öden Hochländern, wo nicht hinzukommen sei? Unsere drei Siedler marschierten los nach Süden und erreichten am vierten Tage die Bergwälder, von denen weder sie noch die Eng­länder eine Ahnung gehabt hatten.Hier ist ja Wald!" riefen sie hoch erfreut und drangen auf einem schmalen Eingeborenen-Pfade in die Wildnis ein. Jeder Schritt vorwärts zeigte ihnen neues gu­tes Pflanzungsland mit dunklem, humusreichen Ur­waldboden. Die Menge der Wasserläufe ließ erken­nen, daß hier reichlich Regen fiel, genug, um Kaffee zu bauen.Hier wird geblieben!" sagten die drei, und machten sich daran, die Lage ungefähr zu be­stimmen. Dann zeichneten sie eine grobe Skizze, umrissen- ein mächtiges Stück Land, groß genug für sich und hundert weitere Siedler, die noch kommen sollten. Die Engländer lachten, stimmten aber zu, und das Land war belegt.

Die drei ersten Siedler schlugen eine Schneise von einigen Kilometer Länge in Ost-West-Richtung durch das Dickicht, errichteten einen Steinhaufen in der Mitte und maßen von hier aus ihre Stellen aus.

^Steinhäger

Urquell

büsche in diesem Garten ohne Jahreszeiten. Und Europas Erde bebt unter den Stößen der Mam­mutgeschütze. In flandrischen Lazaretten stöhnen die Verwundeten. Unerträglich werden da die Tanztees in Surabaja mit den holländischen Zuckerpflanzern und Wiener Soubretten. So ist er hier nach Tosari geflohen, sechstausend Fuß hoch ins Vulkangebirge.

Warten. Immer nur Warten. Vier Jahre dauert nun der Krieg. Man hat es aufgegeben, Pläne zu machen. Die Deutschen hier find verbittert, nervös von der Malaria, dem Chininessen, den englischen Spionen, die ihre Zimmer heimlich durchwühlen, und dem endlosen Warten. Am Bridgetisch und beim Schach können Todfeindschaften entstehen. Ein Frösteln überläuft ihn. Langsam geht Dauthendey in sein Zimmer. Im Käsig schwatzt der Beovogel: labe, Tuan!" Guten Tag, Herr! Das abendliche Fieber überkommt ihn. Man darf sich nichts vor­machen. Ein gelbes Aszetengeficht starrt ihm aus dem Spiegel entgegen. Malariakachexie. Im Koffer der malaiische Kris, für das Würzburger Museum be­stimmt, ist vergiftet. Ein Ende, nur ein Ende!

Nebel steigen aus dem grünlichen Wasser der Reis­felder. Dauthendey liegt im Schüttelfrost auf dem ein­samen Hotelbett in der schweren, feuchten Treibhaus­luft. In dem heliotropduftenden Dunkel des Gartens zirpen Grillen schrill und quälend. Er möchte hin­ausschreien in die ewige Schwüle, den Schrei der ge­marterten Kreatur. Die Hände suchen auf dem Nachttisch das Chinin. Langsam kommt die Ermat­tung. In seinen Ohren ist das nächtliche Tosen der tausend Bergbäche aus den Schluchten. Dumpf und dunkel klingt sein Herz, wie ein Gamelang. Er liegt mit offenen Augen unter dem Moskitonetz und träumt von Schnee und Birken. Auf dem Schreib­tisch liegen die Tagebücher und ein angefangener Brief an Annie. Wird er je zu Ende geschrieben? Eine neue Welle Schüttelfrost überflutet ihn. Wenn man hier krepieren müßte, in dieser ekelhaft leeren, öden und unsinnigen Verbannung! Zweckloser, er­bärmlicher Tod. In dem Blechkasten sind Filme und die Manuskripte. Das Lied von derWeltfestlichkeit im Geiste". Da die Briefe und Masken und javani­sche Speere. Der Tod schleicht über den Korridor. Hilf mir doch! Liebes Herz in Europa!" Lautlos geht die verschlossene Tür auf. Schwarz wartet der Flur.Talte, Tuan!" krächzt der Beo.

Am 29. August 1918 schreibt der Arzt des Sa­natoriums den Totenschein aus für den Schriftsteller Maximilian Dauthendey, geboren am 25. Juli tau­sendachthundertundsiebenundsechzig in Wurzburq. gestorben in Tosari auf Java, Niederländisch In'- en.

Walter Schwerdtfeger.

öocf>fd)ulnacbrid)fen

Geh. Justizrat Professor Dr. Rudolf Stamm- ler, der hervorragende Rechtswissenschastler (em. Ordinarius für Rechtsphilosophie, Römisches und Deutsches bürgerliches Recht) begeht am 26. d. M. in Wernigerode am Harz sein 60jähriges Doktorjubiläum. Stammler, am 19. Februar 1856 in Alsfeld geboren, habilitierte sich 1879 als Privatdozent in Leipzig, wurde 1882 als Extra­ordinarius nach Marburg berufen, 1884 als Or­dinarius nach Gießen, ein Jahr später nach Halle und 1916 nach Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1921 wirkte. Von seinen zahlreichen, vielfach einflußreichen und grundlegenden Arbeiten seien genanntDie Lehre vom richtigen Recht", Theorie der Rechtswissenschaft",Rechts- und Staatstheorien der Neuzeit",Lehrbuch der Rechts­philosophie",Der Richter",Praktikum der R-chts- Philosophie" undDeutsches Rechtsleben in alter und neuer Zeit."

Geh. Rat Professor Dr. Paul U h l e n h u t h , der hervorragende Hygieniker der Universität Frei­burg i. SB., ist von der Universität Gent in Bel­gien zum Ehrendoktor ernannt worden.

Geh. Rat Professor Dr. W. Kroll, der ent- pflichtete Ordinarius für Klassische Philosophie an der Universität Breslau, ist von der Britischen Akademie zum korrespondierenden Mitglied ge­wählt worden.

Professor Dr.-Jng. Otto F l a ch s b a r t, Ordi­narius für Mechanik an der Technischen Hochschule H a n n o o e r, wurde auf Grund des § 6 des Be- rufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt.

Flandern Sommer 1917.

Oie große Materialschlacht im dritten Kriegsjahre.

Von Hans Möller.

gesucht. Schriitl N. unt. 03711 m d. Gieh. M

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Deutsche Tee-pflanzer bei Mufindi

Ostafrikanische Reiseskizzen.

Von Hauptmann a. O. Cordt von Brandis.

Schreib­schrank

nid) antik, . lauf. ges. Au! chnftl.Ana.e Lreis u. M i. d. Gien.

Ungefähr 100 Kilometer südlich Jringa im ehe­maligen Deutsch-Ostafrika geht das grasbedeckte Steppenland mit den einzeln stehenden Schirmaka­zien in ein dichtes Waldgebiet üder. Die bis dahin leichtgewellte Landschaft wird bergig, tiefe Täler trennen die Bergkuppen voneinander, und über alles breitet sich der typische Regenwald. Das Klima in diesen fast 2000 Meter über dem Meere liegenden Gebieten ist rauh und regenreich. Jetzt im Mai liegen die Temperaturen bei 15 Grad Celsius, sie sollen aber im Juni noch mehr sinken und nachts den Gefrierpunkt erreichen.

Hier in diesem Walde siedelte sich ab 1926 eine Gruppe deutscher Pflanzer an, die eigent­lich Kaffee bauen wollten. Einer von ihnen, der mich während meines dortigen Aufenthalts mit der üb­lichen afrikanischen Gastfreundschaft beherbergte, er­zählte mir die Geschichte der Siedlung Mufindi wie folgt:

Im Kriege sind Deutsche als Soldaten durch die Hochländer im Südwesten unseres Schutzgebietes gezogen und haben damals schon den Wert dieser Gegenden als Siedlungsland erkannt. In der Nach­kriegszeit hat die Sehnsucht nach dem weiten Son­nenlande wohl keinen alten Afrikaner verlassen, und als die Engländer endlich 1926 den Zuzug deutscher Siedler in das Mandatsgebiet Tanganjyka erlaub­ten, eilten viele sofort dahin und machten sich an­sässig-

Mein Gastgeber kam mit drei Kameraden nach Jringa, ging auf die englische Boma, die Bezirks­verwaltung, und fragte, ob etwas dagegen einzu­wenden fei, wenn sie in dortiger Gegend siedelten.

III.

Feldgraues Heldentum m Flandern.

Ruhm der flandrischen Schlachtenfolge im

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Es folgten Jahre der Arbeit in dem stillen Würzburger Haus. Die große DichtungDie ge­flügelte Erde" ist Frucht dieser Reise. Die Sammlung asiatischer Novellen,L i n g a m", die japanischen Geschichten derAcht Gesichter am B i w a s e e" erschienen. Verhandlungen mit Verle­gern, endloses Warten in den Direktionszimmern der Berliner Theater. Endlich, 1910, an den Litfaß­säulen die großen Ankündigungen:Die Spiele­reien einer Kaiseri n", Schauspiel von Max Dauthendey. Es war der erste große Erfolg.

Er gab ihm die Möglichkeit, seine Südseefahrt anzutreten, die Suche noch der paradiesischen Ur­welt. Es ist Mai, als er endlich im Palmengarten des Hotel des Indes in Batavia fitzt, Mai 1914. Als dann sein Schiff aus dem Bismarck-Archipel zurückkehrt und in Ambvina ankert, sind die auf­sehenerregenden Telegramme aus Europa überall angeschlagen: Krieg!

Krieg. Kann man die Bedeutung dieser Tatsache hier ermessen? Unter dieser Sonne? Aus diesem Meer, das aussieht wie Tiffanyglas, bläulich matt­weiß mit grünlichen großen Augenkreisen? Wochen und Monate-sitzt er auf Sumatra, in ©arut, tn Surabaja; immer in der Hoffnung, nach Deusich- land gelangen zu können: Mit gefälschtem Paß durch den Suezkanal. Oder über Amerika auf einem Frachtsegler. So vergeht ein Winter unter den Mandelbäumen. Allmählich verliert man das Zeit­gefühl in diesem irdischen Paradies. Manchmal sieht man im Kino einOrlogprogramm", Bilder vom Entsetzen des Krieges. Aber draußen gehen Ichone, halbnackte Javanerinnen, gemalte Battktucher eng um die Hüften geschlungen. Und die grau flimmern­den Filme mit Granattrichtern und Drahtverhauen sind ein unwirklicher Spuk. Im Hafen sterben die Schiffe für die längst die ersten Ueberfahrten nach Europa gebucht sind, wenn der Krieg beendet ist. Die Maschinen verrosten; Algen und Muscheln um- wuchern die Schrauben. In Nordfrankreich stirbt auf der Erde, aus der es geboren, das bürgerliche Jahrhundert.

Hier in den Tropen leben die Menschen ober­flächlich und unruhig wie in einer Operette. Im weißen Smoking und Empiretoiletten sitzt man im Speisesaal des Hotels, vor dem weiß und rosa blü­hende Schlingpflanzen hängen, und spricht beim Likör über die neuesten Kriegsnachnchten. Dumm und niedrig und ehrlos, daß man vor sich selber ausspeien möchte, fühlt man sich in diestr Konditorei Java wo die Luft nach Drangen und Vanille riecht, der Himmel ewig blau ist, die Palmen ewig fächeln. Ewig blühn die Feuerlilien und die Rhododendron-

Hotelzimmer auf Java.

Zum 70. Geburtstage von Max Oouchendey. LDWIhP Dauthendey läßt die Zeitung sinken. Von 5-^%% Ä. der Veranda seines Zimmers kann er den gewunde- 9^8reB Weg überblicken, der von dem Terrassengarren W&w/h ® hs Bergsanatoriums durch das malaiische Dorf To- r: Vri hinunterführt nach Surabaja. Wilde Fuchsien Gleiten ihn, Bananenstauden und Engelstrompe- «büsche mit großen weißen Blüten. Zwölftausend Kilometer hinter jener blauen Bergkette entscheidet fch in diesen Tagen an der Marne das Schicksal Üsttschlands. Gibt es Beschämenderes, als in die­ser strengen großen Zeit hier in den malvenblauen Eeidenhimmel Javas zu schauen? Gedichte HU ma- chn. über Nebel und Wolken und Reisvögel?

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Zeitschristen.

DieI11ustrirte Zeitung Leipzig" bringt in ihrer neuesten Ausgabe einen Bildbericht mit Aufnahmen von der Pariser Weltausstellung und einen reichbebilderten ArtikelDer Führer und Bayreuth" von Dr. Paul Bülow. Die übrigen Auf­sätze und Bilderfolgen schließen sich sinnvoll an den Bayreuth-Artikel an. Besondere Hervorhebung ver­dienen Wolf Braumüllers Ausführungen überDie kulturelle Sendung des deutschen Festspielsommers 1937", die von zahlreichen Aufnahmen der bekann­testen Freilichtbühnen und Festspielstätten begleitet sind. Emil Jannings, dem großen Menschengestalter, gilt ein Beitrag zum 50. Geburtstag des Künstlers. Breslau, die Stadt des diesjährigen Deutschen Sän­gerbundesfestes, ersteht in mehreren charakteristischen Bildern.

wenn auch die Ernährung der Armee ohne weiteres geregelt werden konnte, so forderte doch der dauernde Waffen- unt) Munittonsverschleiß einen erheblichen Nachschub an industriellen Rohstoffen und Fertigwaren. Die hauptsächlichsten Erz- und Kohlenvorkommen, die wichtigsten Fabrikbezirke aber befanden sich lange Zeit fast ausschließlich in roten Händen. Gute Kohle und gutes Benzin waren deshalb knapp und mußten gegen teure Devisen aus dem Auslande geholt werden. Ebenso verhielt es sich mit den notwendigen Heilmitteln, die gleich­falls aus dem Ausland eingeführt wurden. Die er­forderlichen ausländischen Zahlungsmittel verschaffte man sich durch den Verkauf von eigenen lieber* schußwaren, u. a. von Kork und, nach der Erobe­rung Malagas, von den erstklassigen Apfelsinen dieser Gegend. Inzwischen ist auch hinsichtlich des Rohstoffbezuges für militärische

«ährung.

Schon zu der Zeit, da die weiße Pesete, im Ge­gensatz zu der roten Pesete, noch einfach durch einen nachträglich aufgedrückten Prägestempel gekennzeich- net wurde, bewertete man sie an den internatio­nalen Börsen um zwei Drittel höher als das Bol- sch'wistengeld. Später, als Burgos, um den aus­ländischen und von roter Seite unternommenen Fäl­schungen zu begegnen, eigene Banknoten ausgab, hoi sich trotz gewisser Schwankungen an dem Kurs bt r nationalen Pesete wenig geän­dert. Auch die gleichbleibende Notierung der Pe­se!^ im eigenen Lande fyat das Gefühl der wirt- shiftlichen Sicherheit wesentlich gefördert. Wieder einmal zeigte sich, daß die Funktion einer Wäh- mg nicht vom nationalen Goldbesitz, den in die- skin Falle die Roten geraubt hatten, abzuhängen beucht, sondern wesentlich auf der Produk­tionskraft und dem Vertrauen des Vol-

Zwecke eine Erleichterung eingetreten, zu­nächst durch die Inbesitznahme einiger Bergwerke bei Granada, dann aber durch die Eroberung von Bilbao. Sollte Franco in absehbarer Zeit auch das restliche Gebiet an der Nordküste gewinnen können, so wäre seine Rüstungswirtschaft vollends gesichert.

Aber schon heute darf festgestellt werden, daß die geordnete Volkswirtschaft, die Franco im Gegensatz zu den Bolschewisten sich geschaffen Hot, bei der Weiterführung dieses Bürgerkrieges ein entscheidendes Wort mitsprechen wird. Die energische und kluge Handelspolitik, welche die spanische Nationalregierung außerdem treibt, und für deren Erfolg gerade aus der jüng­sten Zeit einiae Beispiele vorliegen, bildet zu die­sem innerwirtschaftlichen Aufbau eine wichtige Er­gänzung.

kes beruht.

Neben der allgemeinen Lebenshaltung aber ist eine zweite wichtige Frage die nach den mate­riellen Hilfsquellen für die kämp- fSnde Truppe. Dieses Problem, das gerade bei einer durch den Bürgerkrieg zerrissenen Gesamt­wirtschaft, bei der Blockierung ehemaliger Verkehrs­wege und Transportlinien, bei der Verhinderung de- früheren Warenaustausches in einem geschlosie-

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Sommer und Herbst 1917 ist der Ruhm des deut­schen Frontkämpfers. Verdun und Somme hatten den neuen Begriff der Materialschlacht geschaffen. Arras und Aisne hatten diesen Begriff in die Po­tenz erhoben. In der Flandernschlacht wurde die Materialschlacht zum blinden Chaos, sie überstei­gerte sich, sie überschlug sich, wurde zum Zerrbild ihrer selbst. Zu dem ungeheuren Artillerieaufgebot des Gegners trat eine erdrückende Uebermacht in der Luft. Fliegerschwärme bis zur Stärke von 15 Geschwadern brachen ms Hinterland, und mancher Tag sah gegen 1000 feind­liche Flugzeuge über den deutschen Stellungen zwi­schen dem Kanal und Armentieres.

In dieser Schlacht gab es kaum noch Graben ober Unterstand. Das Stellungssystem hatte hier in Flandern ein völlig anderes Gesicht als im übrigen Kampfgelände der Westfront. Bei dem hohen Grundwasserstand meist nur 20 bis 25 Zentime­ter unter dem Boden war es unmöglich, Stollen in die Erde zu treiben, Unterstände, Schützengräben, Verbindungsgräben usw. zu bauen. Die wenigen betonierten Unterstände waren hoch über dem Bo­den aufgesetzt und boten dem feindlichen Artillerie­feuer natürlich günstige Ziele. Größere Beton- und Eisenbeton-Hohlbauten, wie an anderen Stellen der Westfront, konnten deshalb in diesem Gelände kaum zur Verwendung kommen.Im nassen Erd- I o ch, den graunebeligen Himmel Flanderns über sich, hungernd, frierend, durchnäßt, mit zähem Kot verkleistert, lag der Ver­teidiger" so schildert der Generalstabshauptmann Ritter die übermenschliche Qual dieser Wochen. Aufgeweichtes Kommisbrot und Konservenfleisch nährte oft tagelang die Abgeschnittenen. Kein Unter­stand bot Trockenheit und Wärme, kein Graben er­möglichte eine annähernd menschliche Bewegungs­art. Vom wqssergefüllten Granqtloch zum nächsten springend oder durch schlammigen Erdbrei rutschend, quälten sich die Meldegänger, Essenträger und Ab­lösungen von vorn nach hinten und umgekehrt, stets in Gefahr, in dem Einerlei des öden Trichterfeldes sich zum Feinde zu verirren. Und über all diesem grauenvollen Kotsumpf mit seiner bis aufs Mark

verjähre:Nur in deiner engsten Heirna künstlerische Kraft finden." Griechenland Enttäuschung gewesen wie anfangs Mexiko, wo er sch mit seiner jungen Frau niederlassen wollte. Das Hellas Horners und Aischylos', das er gefunden zu heben glaubte, als er die edlen Bergzüge des Pelo- ponnes über dem Jonischen Meer erblickte, ver- nnnbelte sich. Athen war ein mondäner Badeort, farbig und teuer. Und doch trieb ihn unbezwmg- lche Sehnsucht immer wieder fort; aus dem Gucke- fafiraben in Würzburg, aus den Gärten der Pan- jtr Cafss, wo er seine Liebesgedichte träumte. Im fernher 1905 trat er seine Weltreise an. Wochen 4 Wochen von Cook zu den Sehenswurdigketten her Erde geschleppt. Aegptische Königsgraber und $a|are in Kairo. Indien, wie aus Darietekulissen aufgebaut: vom Himalaja zu den Goldpagoden von 9h gun und den Tempeln Ceylons. In stickigen ^hffskabinen, in denen unablässig die Windkreisel hüten, in Tropen-Eisenbahnwagen mit den klei- il«il Fenstern, zwischen Schrankkoffern in greUtüet= H Hotelzimmern. Chinesisches Theater, Kirschblu- lentanz in Japan, Mondnacht auf Hawai. Das Le- btn war ein Atlas aus Häfen, Seemeilen, Bretten- fiiaben und Palace-Hotels. San Franzisko, eben »m dem furchtbaren Erdbeben zu einer Wüste von L^stein und verschlacktem Eisen ausgebrannt, wir': te wie eine neue Cook-Sehenswürdigkeit. In PUmanwagen durchraste er den amerikanischen Krtinent. Nach einem halben Jahr sah er Europa deiner: aus dem Atlantik stieg Irlands schone, formte Erde.

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Am 14. August 1917 fiel in der Flandernschlacht der deutsche Theologiestudent Gerhard Gürl- l e r. Vier Tage vor seinem Heldentod schrieb er, mitten aus dieser Schlacht heraus, einen Bries in die Heimat, der das Grausen jener Taae mit unge­heurer Eindringlichkeit spiegelt. Er ist Artillerist, in einer Batterie, die dicht hinter der Infanterie steht. So erlebt er wie diese das Trommelfeuer, das Stöh­nen getroffener Kameraden, das Schreien gestürz­ter Pferde, er spürt gleich ihnen das wilde Schlagen des eigenen Herzens, Stunde um Stunde, Nacht um Nacht.Und die kurze Ruhe, die den Kämpfern vergönnt ist, gebiert in schauerlicher Stille aufs neue all den grenzenlosen Jammer in ihrem er­schöpften Gehirn. Sie haben keine Ablenkung, ha­ben nur die entsetzliche Erinnerung und das gefaßte Erwarten des Kommenden." Und weiter:Das Schlachtfeld ist eigentlich nichts als ein unge­heuerlich großer Friedhof. Außer Gra­nattrichtern, zerfetzten Baumgruppen, zerschossenen Gehöften sieht man nur unzählige kleine weiße Kreuze über das ganze Land hin, vor uns, hinter uns, rechts und links. Einer liegt neben dem an­dern, Freund neben Freund, Feind neben Feind. Und in der Zeitung kann man lesen:Friedlich ruhen sie an der Stätte, wo sie geblutet und gelit­ten haben ..., und der Donner der Kanonen grollt über ihre Gräber hin Rache für ihren Heldentod." Und keiner denkt daran, daß auch der Feind noch schießt und dann die Granaten einschlagen ins Hel­dengrab und sich der schlammige Grund nach Wo­chen über der Stätte schließt, die eines Gefallenen letzte Ruhestätte war."

Wirtschaft im Bürgerkrieg.

Nationalspanische Hilfsquellen und Lebenshaltung.

Alle Beobachter, die Spanien tn den letzten Konaten besucht haben, stimmen darin überein, dcß in den von der nationalen Regierung beherrschten Gebieten das Wirtschaftsleben völlig no r m a I verläuft, daß die Bevölkerung vielfach yn dem Bürgerkrieg überhaupt nichts verspürt, je, daß in bestimmten Volksschichten sogar eine ilcht unbeträchtliche Wendung zum Besseren seit fjginn des Kampfes zu verzeichnen ist.

Ganz allgemein läßt sich sagen, daß die L e - Y n s t) a 11 u n g im nationalen Spanien kau m gelitten hat. Zeitweilig auftretenbe Man- mlerscheinungen wurden leicht ertragen bzw. bald verwunden. Für diese glückliche Wirtschastsoerfas- jung gibt es verschiedene Gründe. Zunächst sind die zjm nationalen Spanien gehörenden Gebiete in der hmptsache Agrarprooinzen, was für die Sehens* rtütteloerforgung und damit auch für die Stim- iriung des Hinterlandes von ausschlaggebender Be­deutung ist. Dann aber hat sicherlich auch die Re­gierungsarbeit Francos erheblich dazu beige­tragen, das Wirtschaftsleben intakt zu halten. Be­kanntlich richtete der nationale Stäatschef von vorn­herein sein ganzes Augenmerk darauf, daß der mhere Schlendrian in der Landwirt- Haft aufhörte, daß die Bauern ihre Fel­ler bestellten, daß die Großgrundbesitzer ihre Lati- fjinbien nicht verkommen ließen, daß auch die agrarische Bevölkerung nicht im früheren Maße üisgefogen würde, daß überhaupt ein breite- re r Mi11elstand geschaffen und die gesamte Produktion erhöht roüroe.

Aber auch in Wohnung und Kleidung kann der an sich anspruchslose Spanier seinen Bedarf ohne Schwierigkeit decken. Obgleich die katalonische Tex­tilindustrie für die Versorgung der nationalen Ge­biete ausgefallen ist, spürt man hier kaum einen Mangel an Bekleidungsstoffen. Auch die Kohlen, die bislang vorwiegend in bolschewistisch beherrsch­ten Distrikten gewonnen wurden, entbehrt man im privaten Haushalt nicht, da nur die wenigsten Woh­nungen eine Heizung besitzen. Holz steht überdies aus-

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guter StelM n?n unb aufeinander eingespielten Wirtschaftsganzen j tier- über die zerrissene Erde.

Aussteuer m beonbers bringlich ist, bereitete allerdings der i In dieser wahrhaften Holle kämpfte der deutsche nationalen Regierung größere Schwierigkeiten. Denn IInfanterist nicht tage-, sondern machen- und m o-

hiOffibDI öid)fig ist auch preiswert zu haben sind. Hier yivlllötl wird ein weiterer Umstand sichtbar, der sich sehr legen Kaili auf die Wirtschaftsentwicklung in Franco-

' " ~ anien ausgewirkt hat: d i e Stabilität der