wartigen Teilnehmer ihre Züge erreichen können. Die Vorstellungen am 1. und 4. März beginnen wie immer um 20 Uhr.
Amt Reisen, Wandern und Urlaub.
U. - F. 85/3 7 vorn 4. bis 8. März Auto- rnobilausstellung Berlin 1 9 3 7. Zu dieser Ausstellung fahren wir einen Sonderzug, und zwar vorn 4. März abends bis 8. März vormittags. Preis der Fahrt, einschl. Verpflegung und Unterkunft, fowie einer Eintrittskarte zur Ausstellung 25,50 RM. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen.
U.-F. 4/3 7 vom 2 7. Febr. bis 9. März nach Reit im Winkel. Die Karten und sämtliche Unterlagen für diese Fahrt können auf der Kreisdienststelle abgeholt werden.
Don der Universität.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der Führer und Reichskanzler hat den Dr. med. habil. Heinrich Kranz in Gießen unter Berufung in das Beamtenoerhätlnis zum außerordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen ernannt mit der Verpflichtung, die Erb- und Rassenforschung in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten.
Dem Oberarzt der Medizinischen und Neroen- klinik, Professor Dr. Büttner, wurde mit Genehmigung des Führers und Reichskanzlers von dem Präsidenten des Roten Kreuzes das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes 2. Klasse verliehen.
Wieder Schulschluß in ter neuen pestalozzischule.
Wegen erneuter Fälle von Diphtherie in einer Anzahl Klassen der neuen Pestalozzischule in den Eichgärten ist dort der Schulbetrieb von gestern ab vorläufig auf 14 Tage geschlossen worden. Die Klassenräume des Schulhauses sollen in dieser Zeit einer gründlichen Desinfektion unterzogen werden.
Gymnastik-Abend zugunsten des Winterhilfswerks.
Der Verband der Tum- und Gymnastiklehrer, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Samstag, dem 27. Februar, im Caf6 Leib einen Werbeabend, der neben Vorführungen deutscher Gymnastik auch Hebungen im Bodenturnen und Box-Schulvorfüh- rungen bringen wird. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
Kleineilzugverbindung Frankfurt—Gießen - Siegen-Köln.
Dom nächsten Fahrplanwechsel ab werden — zunächst nur während des Sommerfahrplanabschnittes — zur Verbesserung der Verbindung Frankfurt — Köln / Hagen / Ruhrgebiet über Gießen — Siegen eine Kleineilzugverbindung Frankfurt — Gießen — Siegen—Köln mit Anschlüssen in Siegen nach und von Hagen und ein Kleineilzugspaar Köln—Siegen mit Anschlüssen in Siegen nach und von Frankfurt (Main) und in der Richtung von Köln auch nach Hagen eingerichtet. Der Kleineilzug Frankurt—Köln fährt in Frankfurt um 11.47 Uhr ab, in Gießen ab 12.49 Uhr, an Köln 15.26 Uhr. Der Gegenzug verkehrt ab Köln um 7.45 Uhr, ab Gießen 10.28 Uhr, an Frankfurt 11.24 Uhr.
Alle in den letzten Tagen erschienenen Meldungen, die zum Teil von bedeutend weitergehenden Zug- vermehrungen, u. a. von drei neuen Verbindungen Frankfurt—Köln über Siegen, oder von neuen Triebwagenoerbindungen Frankfurt—Gießen—Dillenburg—Betzdorf—Köln, wissen wollen, sind, wie die Reichsbahndirektion Frankfurt mitteilt, falsch.
Die letzten Vorbereitungen zum Schaufensterwettbewerb.
LPD. Der Schaufensterwettbewerb, der auch diesmal im Anschluß an die große Vorentscheidung im Reichsberufswettkampf als Teilaufgabe vor sich geht, beginnt am nächsten Sonntag, 28. Februar. Die Schaufenster müssen bis um 12 Uhr mittags fertiggestellt sein. Aenderungen dürfen bann nicht mehr erfolgen. Die Schaufenster bleiben während der Wettbewerbslage unausgewechselt. Die Teilnehmer sind schon jetzt mit Kopf und Hand dabei, ihre Vorbereitungen zu treffen. Es ist ihnen die Aufgabe gestellt, in der Schaufenstergestaltung mit einer guten Werbeidee bei möglichst geringem Kostenaufwand und sauberer technischer Ausführung eine erfolgreiche Werbewirkung zu erzielen. Zu diesem Zweck finden im Lause dieser Woche in allen Hauptorten sämtlicher 38 Kreise des Gaues Hessen-Nassau wichtige Arbeitsbesprechungen mit fachmännischer Beratung über die Dekoration statt. An diesen Abenden werden auch die Teilnehmerurkunden, sowie die Plakatstreifen ausgehändigt, mit denen die im Wettbewerb stehenden Schaufenster gekennzeichnet werden. Entsprechend der Aufschrift „Wir werben für deutsches Gut und deutsche Leistung" sollen zur Dekoration nur deutsche Waren und deutsche Artikel verwendet werden, worunter jedoch auch solche zu verstehen sind, die in Deutschland verarbeitet und hergestellt wurden, wenn auch dafür ausländische Rohstoffe notwendig waren.
Am 1. April wird der Sporifischerpaß eingeführt.
NSG. Der Fischereiaufbau, der ebenfalls in den Vierjahresplan fällt, verlangt, daß die Binnengewässer Deutschlands so bewirtschaftet werden, daß der ununterbrochen steigende Süßwasserfischoerbrauch voll und ganz im Jnlande gedeckt wird. Zur Lösung dieser Aufgabe sind die im Reichsoerband deutscher Sportfischer zusammengeschlossenen Sportfischeroereine mfitberufen. Während der Beruf die Gewässer be- wirtschaftet, die einzeln oder zusammenhängend eine Fischnahrung darstellen, hat der Sport dafür Sorge zu tragen, alle für den Sportfischereibetrieb unren- tab en Gewässer fortlaufend so mit Fischbesatz zu versehen, daß nicht nur den Sportzwecken, sondern vor allem der menschlichen Ernährung gedient wird. Viele dieser Gewässer sind noch fischlos oder sehr fl charm: bei richtiger Pflege durch die Sport- siscyervereine werden auch diese Gewässer zu Mithelfern bei der Erzeugungsschlacht.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aber Räube- reten unb Unregelmäßigkeiten an den Gewässern untcrbunbcn werden. Erreicht wird dies durch eine scharfe Kontrolle und durch neue gesetzliche Bestimmungen, die mit Beginn der diesjährigen Angel- sportsaison in Kraft treten. Neben den etwa 10060 Mitgliedern der Deutschen Angler-Organisation gibt es noch mindestens ebensoviel unorganisierte Angler
H^erZem Opfer 5um Ausbau der Fischereiwirt: icyast oracyten.
Das Reichs- und Preußische Ministerium für Er- nabrung unb Landwirtschaft hat nunmehr dem dem Reichsnährstand angegliederten Reichsoerband Deut-
Aus dm Gießener Gerichtsfäten.
Große (Straffammer Gießen.
Der getaufte Jude Erich Rosenthal aus Gießen hatte sich vor der Großen Strafkammer wegen Sittlichkeitsoerbrechens zu verantworten. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde er wegen Vergehens gegen § 176, Ziffer 1 und 3, StGB, zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und vier Monaten und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt.
Der wegen Notzucht bereits vorbestrafte Wilhelm Müller aus Friedrichshütte bei Laubach, Vater von sechs Kindern, hatte sich wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Jugendlichen zu verantworten. Das Gericht erkannte auf eine G e - fängnis strafe von einem Jahr und sechs Monaten. Die Kosten des Verfahrens wurden dem SZngeflagten auferlegt. Drei Monate der Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf die Strafe angerechnet.
Amtsgericht Gießen.
Der H. V. aus Niederasphe, Kreis Marburg, wurde durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Uebertrehmg der Reichsstraßenoerkehrsord- nung zu zehn Tagen Haft verurteilt. In der Hauptverhandlung, die auf seinen Einspruch hin gestern stattfand, erkannte das Gericht auf die gleiche Strafe und belegte den Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens. — Der Angeklagte befuhr mit einem Personenkraftwagen, in dem noch Kameraden von ihm saßen, am 15. 11. 36 nach 10 Uhr abends den Seltersweg, fuhr zweimal auf den Bürgersteig, ohne Passanten zu gefährden. Einige Zeit danach fuhr er durch die Schloßgasse in Richtung Markt und fuhr auch hier wieder auf Passanten zu, glücklicherweise wurde aber auch hier niemand verletzt. Der Angeklagte stand, wie die Beweisaufnahme ergeben hat, unter erheblicher Wirkung geistiger Getränke und war deshalb zur Führung des Kraftfahrzeugs ungeeignet. Bei der Strafzumessung kam strafverschärfend u. a. in Be
tracht, daß em betrunkener Kraftwagenführer die allerschwerfte Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer bedeutet, so daß der Strafzweck nur durch Verhängung einer Haftstrafe erreicht werden kann. Strafmindernd kamen u. a. die Unbestraftheit des Angeklagten, sowie der Umstand in Betracht, daß der Angeklagte keinen Schaden angerichtet hat.
Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen waren fünf Angeklagte zu j e 1 0.— R M. Geldstrafe, Hilfsweise 2 Tage Gefängnis, wegen fahrlässiger Körperverletzung in Verbindung mit einer Übertretung der Reichsstraßen - Verkehrsordnung verurteilt worden. Während die Angeklagte L. R. den Strafbefehl rechtskräftig werden ließ, also die Strafe annahm, legten vier Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung ergab sich, daß sich die Angeklagten zusammen mit der durch Strafbefehl verurteilten L. R. aus Lollar, die sämtlich das Feuerwehrfest am 2. 8. 36 in Lollar besucht hatten, durch den dort genossenen Alkohol in fröhlicher Stimmung, nebeneinandergehend, teilweise eingehakt, sich auf der Straße Lollar—Saubringen in Richtung Daubringen befanden. Der als Zeuge vernommene N., sowie dessen Sohn fuhren mit ihren Fahrrädern nach ihrem Heimatsort. Während der Sohn des N. mit feinem Fahrrad an den Angeklagten vorbeifahren konnte, gelang dies dem Zeugen N. nicht. Dieser kam, da er mit der durch Strafbefehl bereits rechtskräftig Verurteilten zusammenstieß, zu Fall, wodurch er den rechten Arm brach. In der Hauptverhandlung konnte nicht festgestellt werden, daß die Angeklagte M. G. die Körperverletzung des Zeugen N. mitoerursacht hat, dagegen ergab sich, daß sie gegen die Bestimmungen der RStrVO. verstoßen hat, da sie als Teilnehmerin am öffentlichen Verkehr sich nicht so verhalten hat, daß sie keinen anderen Verkehrsteilnehmer schädigte. Die Angeklagte M. G. hätte nicht als vierte Person auf der schmalen Straße mit den anderen Angeklagten nebeneinandergehen dürfen. Da den übrigen Angeklagten eine Schuld nicht nachgewiesen werden konnte, erkannte das Gericht auf Freispruch.
scher Sportfischer die Zusage gegeben, am 1. April 1937 den Reichsfischerschein für alle Angler verbindlich einzuführen. Mit diesem Termin tritt statt der bisher freien Sportfischerorganisation eine Pflichtorganisation in Kraft. Von diesem Zeitpunkt an ist also jeder Volksgenosse, der den Angelsport ausüben will, verpflichtet, dem Reichsoerband Deutscher Sportfischer e. V. Berlin, und dem an seinem Orte bestehenden Sportfischeroerein anzugehören.
ReichsberuföwettkampftesGaststätten- und Beherbergungsgewerbes.
Von den Mitarbeitern der Deutschen Arbeitsfront, Fachgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, wurde unter rühriger Mithilfe einiger Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder in sämtlichen Räumen des Hotels Hindenburg der Reichsberufswettkampf für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe durchgeführt. Es hatten sich aus dem Kreisgebiet Wetterau 19 Jungkameraden zu friedlichem Wettkampf eingefunden.
Zu Beginn wies der Fachgruppenwalter G ölte r m a n n auf den Sinn und die Bedeutung des Reichsberufswettkampfes hin. Zunächst wurde mit den theoretischen, fachlichen und weltanschaulichen Arbeiten begonnen, deren Erledigung den ganzen Vormittag einnahm. Wenn der Vormittag schon als wirklicher Kampftag begonnen hatte, so stand der Nachmittag gänzlich im Zeichen des friedlichen Wettstreites. Im Saal bei den Kellnerlehrlingen, sowie in der Küche bei den Kochlehrlingen überbot schier einer den anderen. Die den Kochlehrlingen gestellten praktischen Aufgaben standen ausschließlich im Zeichen unseres Aufbaukampfes. So wurde gegenüber anderen Jahren von den Kochlehrlingen die Zubereitung von Fisch, Hering und Eierspeisen, sowie schmackhafter Eintopfgerichte als Aufgabe verlangt. Diese Aufgabe lösten sie in geradezu erfreulicher Weise, zumal der größte Teil der Lehrlinge dem ersten Lehrjahre angehört.
Mit großem Interesse beobachteten verschiedene Betriebsführer und Lehrmeister die Arbeiten ihrer Lehrjungen. Bei der Beurteilung der Arbeiten ist gegenüber anderen Städten das gänzliche Fehlen einer Berufsschulklasse zu berücksichtigen, deren Bildung von unserer Fachgruppe im Kreisgebiet Wetterau mit allen Mitteln angestrebt wird.
Unter Berücksichtigung dessen ist das Ergebnis zufriedenstellend. Die als Punktrichter den großen Teil der Arbeit bewältigenden Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder hatten keinen leichten Stand. Nicht unerwähnt möchten wir die aufopfernde Tätigkeit des jüngsten Küchenmeisters Vg. Klar! lassen, der mit großem Geschick die Arbeiten der Kochlehrlinge den ganzen Tag über leitete.
ßum Abschluß fand sich alles in bunter Tischreihe zusammen, um auch hier bei dem Verzehr der her- gestellten Speisen ihr Können unter Beweis zu stellen. Die in reichem Maße gestifteten Materialien machten eine fast kostenfreie Lösung der praktischen Arbeiten der Kochlehrlinge möglich.
Für den Kreisobmann Pg. H. Wagner, der den Kreis der Gastronomen schon früher verlassen mußte, sprach Pg. Bittner die Schlußworte, in denen er auf das Ziel jedes deutschen Jungen hinwies, ein Meister feines Faches zu werden und gleichzeitig ein Meister in den Reihen der Gemeinschaft unseres Führers.
Nach der Verteilung der Urkunden schloß der für die Jungen so lehrreiche Tag mit dem gemeinsamen Sieg-Heil an unseren Führer.
Musikalische Abendfeier in der Lohanneskirche.
Die 19. musikalische Abendfeier am Sonntag in der Johanneskirche stand in Musik und Wort im Zeichen der Passionszeit.
Am Anfang stand die Choralbearbeitung über .,O Mensch, bewein' dein Sünden groß" von I. Pachelbel. Die vorbachsche Zeit kennt drei bedeutende Meister der Choralbearbeitung für Orgel: Pachelbel Bohm und Buxtehude. In der rein technischen Gestaltung stützen sie sich auf ihren großen Vorgänger den Halleschen Meister Samuel Scheidt. In der Form aber gehen sie verschiedene Wege. Buxtehude läßt die Choralmelodie fast unverändert. Sie geht schlicht und ruhig ihren Weg und wird von selbständigen Stimmen kontrapunktisch umspielt. Diese Art hat auch Bach gepflegt, aber seine Gegenmelodien ,3um Choral sind aus dem Wort gewonnen. Böhm behandelt den Choral in der Art, daß er die Melodie nach Sweelimkscher Weise in üppige Koloraturen aufloit und sie über einer mehr ober minder frei erfundenen harmonischen Begleitung dahinziehen läßt.
Wieder anders bearbeitet Pachelbel den Choral sur die Orgel. Er erfindet die Choralfuge. Jeder ein
zelne Satz der Melodie wird in der Regel in einem fughettenartigen Vorspiel durchgeführt, zu dessen Beschluß der Melodieteil als Cantus firmus erscheint. Der ganze Orgelchoral besteht also aus lauter Einzel- fugen, die dadurch zusammengehalten werden, daß ihre Themen aneinandergereiht den Choral bilden. Diese Art der Bearbeitung war weit verbreitet und geübt. Außer Bach, der sie z. B. in feinem Orgelchoral „Aus tiefer Not" verwandte, erreichte keine die Höhe Pachelbels, der groß und eindringlich wirkt. Der in der Abendfeier gespielte Choral ist eines seiner bedeutendsten Werke. Herr Organist I. Diebe» ling vermittelte es groß und unaufdringlich in der Registrierung.
Nach der Schriftoerlesung folgte von I. S. Bach Präludium und Fuge in h-moll und die berühmte Passacaglia und Fuge in c-moll. Beide Stücke sind, soweit noch feststellbar, in der späteren Weimarer Zeit entstanden. Sie zeigen den Meister auf der Höhe feines Könnens. Schon das erste Werk ist in feiner Ausdehnung und Gedankenkraft eines der bedeutendsten der Örgelliteratur überhaupt. Unb erst die Passacaglia. Sie ist unter dem Einfluß Buxte- hubes entstauben, der diese Form besonders pflegte. Zu einem immer wiederkehrenden Thema bringt Bach zwanzig verschiedene Sätze. Insofern weicht der Meister von der strengen Form ab, als er das Thema nicht nur im Baß, sondern auch in der Oberstimme erscheinen läßt. Daß er bas Werk in einer Fuge enbigen läßt, ist auch auf bas Beispiel Buxte- hubes zurückzuführen, ber die Fuge aber fast immer an ben Anfang stellt. Es ist auffällig, daß wir von Bach nur ein einziges Werk dieser Art besitzen. An die Spiel- unb besonders die Registrierkunst des Organisten werden hier die größten Anforderungen gestellt, weil jedes der zwanzig Stücke seine eigene Note erfordert, daß der Zusammenhang des Ganzen nicht zerrissen werden darf.
Zwischen diesen beiden Riesenwerken stand das liebliche Trio in c-moll von I. L. Krebs. Krebs, dessen Vater schon ben Unterricht Bachs genossen hatte, war von 1726 bis 1737 zuerst als Thomaner und dann als Student Schüler des Meisters, der chn neben seinen beiden Söhnen als besonders begabt schätzte. Das zeigte sich auch in dem genannten Werk, bas sich in ber Nachbarschaft Bachs sehr wohl behauptete. Herr Nebeling spielte bas Trio klar unb burchsichtig (bas Triospiel auf ber Orgel ist immer ein Prüfstein für ben Organisten seit Bachs Zeiten). Einen gewaltigen Eindruck hinterließen die beiden Bachwerke, die ganz modern registriert, die Vorzüge des Organisten und auch der Orgel in Helles Licht setzten.
In seiner Ansprache gedachte Pfarrer Aus selb ber gefallenen Helben, die für bie Brüber und die Heimat ihr Herzblut ließen. Die Kreuze auf ihren Gräbern seien eine Mahnung für die Ueberlebenben, es ihnen an Liebe gleichzutun. Der Gesang der Gemeinde „Lasset uns mit Jesu gehen" gab noch einmal der Stimmung gemeinsamen Ausdruck, die die ganze musikalische Abendfeier beherrschte.
<9ememtefmga6eni> 6er Luthergemeinte.
Im Kirchlein auf dem Alten Friedhof fand sich am Heldengedenktag eine große Gemeinde zu einem Singabend ein. Der Kirchenchor unter Leitung von Studienassessor Reichert setzte seine zu Weihnachten bereits aufgenommenen Versuche, die Gemeinde für die Pflege alter Kirchengesänge nach den von Martin Luther in seiner deutschen Sing- messe gegebenen Anregungen zu gewinnen, fort. Nach einer einstimmenden Singweise von Schütz, die der Kirchenchor vortrug, wurde ein sechsstim- miger Kanon in den nach den vorgenannten Anregungen abwechselnden und sich steigernden Beteiligungen von Chor, Orchester und Gemeinde gelungen. Ein Flötenoortrag von Telenberg, einem Zeitgenossen Bachs, schuf die Ueberleitung zum Gememdegesang, in dessen Mittelpunkt zum sinnigen Gedenken an die Helden die Vorlesung dreier Briese gefallener Studenten stand. Der Einsatz von Solostimmen bei den Passionsgesängen trug jur Vervollständigung bei. Der Chorvortrag des „Gebets des Herrn" und ein Orgelspiel' ließen die Abendfeier ausklingen.
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.** D ie Militärversorgungsgebühr- nifse für Monat März werden beim Postamt 1 (Bahnhofstraße) am 26. Februar, die Sozialrenten am 1. März gezahlt.
** Die Landkrankenkasse für den Landkreis Gießen veröffentlicht in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil die Beitragssätze, wie sie ab 1. April in Kraft treten. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen.
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„Damals", begann Herr Hase, „fiel bas Thermometer eines Tages auf 17 Grab unter Null. Was tun? bachte ich, ba ich natürlich ben Wetterbericht aus bem Gießener Anzeiger nicht kannte. Da kam mir eine 3bee von Schiller:^ (Fortsetzung folgt .f
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Ratsherrensitzung in Grünberg.
+ Grünberg, 22. Febr. Bürgermeister DBa». ner gab bekannt, daß nach einer ihm gemach Mitteilung die Errichtung des für Grünberg gesehenen Arbeitsdienstlagers sich um jn I halbes Jahr verschoben habe und erst für i>n 1. Oktober in Aussicht genommen sei. Eine weit're Mitteilung betraf die Getränkesteuer. Diese -r, brachte nach der mit Jahresbeginn eingefül)ctn i Steuererklärung für den ersten Monat einen -tn: 40 Mark höheren Betrag gegenüber dem buch, schnittlichen Monatssatz bei der früher üblich,, Schätzung. — Für einen abgängigen u 11 e n . bie Anschaffung eines neuen gutgeheißen. Die 3j.t. träge über bie Haltung der Fafeltiere laufen 31. März ab. Nach einer allgemeinen Aussproh, über diese Frage wird auf Vorschlag von Rats^x Großhaus öffentliche Vergebung der Faselhalty,» vorgesehen. — Weiterhin wird die Anstellung ei e, Baumwarfes, der gleichzeitig als zweiter FlursU» tätig sein soll, besprochen. Vorgeschlagen wird cn? । Anfangsvergütung von monatlich 100 bis 120 M., außerdem soll die Ausbildung auf Kosten ber Qtibj erfolgen. Die Stelle soll ausgeschrieben werden
Die hiesige Ortsgruppe des Bundes ber Kindn«: reichen ersucht um Abgabe von verbilligtem Bre-n. Holz. Nach den vom Forstamt mitgeteilten Rihs, linien können pro Familie 2 Raummeter $ud> scheitholz zu einem Preise von einem Drittel j;sf bei der ersten Versteigerung erzielten Durchschnitt Preises — der Satz soll sich zwischen 1,60 Mk. 4 Mk. bewegen — abgegeben werden. Die Herren sind damit einoerftanöen, ebenso auch
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mH, daß Mitglieder der Kriegsopferversorgung, |o> weit Bedürftigkeit vorliegt, in gleicher Weise dich Vergünsttgung genießen sollen. — Gegen die Anordnung des Bürgermeisters, Ermäßigung der ge- meindlichen Sondergebäudesteuer bei Wohnung teilungen eintreten zu lassen, wie dies auch seitens des Staates geschieht, haben die Ratsherren nichts einzuwenden.
Gefechtsschießen bei Ulfa.
Das Maschinengewehrbataillon 3 Büdingen !Ä im Raume Stornfels — Ulfa — Langd vom 1. bi« 13. März (außer am Sonntag, 7. März) ein Atz fechtsschießen ab. Die Schießzeiten sind täglich ron 8 bis 17 Uhr und Samstags von 8 bis 14 M Die Landstraßen Ulfa—Gonterskirchen und Ulfa— Stornfels sind während der obengenannten Zeit für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfold über Eichelsdorf — Rainrod — CinartshaUfen me Rodheim — Hungen — Ruppertsburg.
Das im Kreis Schotten liegende gefährdete M biet wird für die Dauer der Schießübungen buch die Truppen gesperrt. Der Anordnung der AbspeiV Mannschaften ist auf jeden Fall Folge zu leist«
Gasthauseinbrecher am Werk.
* Lollar, 24. Febr. In der Nacht zum Dientzs tag wurde in der hiesigen Gastwirtschaft du He11che ein Einbruch versucht, der jedoch ntl lang, da der Täter gestört wurde und flüchtig gef)i mußte. Mehr Glück hatte anscheinend der gleiDl Täter etwas später in Ruttershausen in M Gastwirtschaft von Schön, wo es ihm gelcH burd) Herausnahme einer Fensterscheibe in W Haus einzubringen und aus dem Gastziniaia 20 Mark Bargeld und Zigaretten zu stehlen. 2114 hier gelang es ihm, spurlos zu verschwinden. $ Ermittlungen der Gendarmerie sind im Gange.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 23. Febr. Mit der im 9 3. Lebensjahr heute Heimgegangenen Dorothei! Hof, geboren zu Rödgen, ist unsere ä 11 e ft e E »I wohnerin verstorben. Bis zu ihrem 78. Lebcisil fahr war sie in der Zigarrenfabrikation tätig ’^l bis in die letzte Zeit noch geistig rege. Nach eii ul Oberschenkelbruch, den sie vor sieben Jahren erlÜ] mußte ihr ein Bein unter dem Knie amputidti rocröen. Sie ist die elfte Tote, die in diesem JE kirchlich beerdigt wird, und die vierte unter bene« bie bie Grenze ber 80 Jahre überschritten haben. |
8Alten-Buseck,22. Febr. B«i ber Brei," I Holzversteigerung im hiesigen ©emeinbcir- würben verhältnismäßig gute Preise erzielt. Es f<| steten burchschnittlich je zwei Raummeter: Buche»! scheiter 20 bis 22 RM., Eichenscheiter (rund) 11 bi 12, Kiefernscheiter (rund) 9 bis 11, Buchenknüpf | 11, Eichenknüppel 8, Buchenstöcke 9 bis 11 MI und je fünf Raummeter Buchenreiser 7 bis 8 RÄ I
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