Deutschland nimmt Abschied von Ludendorff
Der feierliche Staatsakt vor der Feldherrnhalle
das
er am Mahnmal zum i rische Partei 4,4 d Zahllose Volksgenossen i die Radikalzaraniste
In die Klänge des Liedes vom guten Kameraden mischt sich der Donner der 19 Salutschüsse. Fahnen und Standarten grüßen den Toten. Die Musik geht über zum Alexandermarsch, dem Regimentsmarsch der ehemaligen 39er. Nach dem Führer legen der Reichskriegsminister, General der Fnfanterie Bock in Vertretung' von Generaloberst Frhr. von Fritsch Generaloberst Göring sowie ein Vertreter von Generaladmiral Raeder Kränze am Sarge nieder und drücken noch einmal den Angehörigen des Verstorbenen die Hand. Der feierliche Staatsakt für den großen Soldaten Ludendorff ist zu Ende.
Der Sarg wurde unter Trommelwirbel wieder zur Lafette getragen, und unter Vorantritt der Ehrenkompanien von Heer, Marine und Luftwaffe, setzt sich das Trauergeleit in Bewegung
Der Träuerzug geht vorbei am" Mahnmal zum Marienplatz. Ueberall stehen l ~ "
Unfer Dildtelegramm zeigt den Führer urrd Obersten Befehlshaber der Wehrmacht vor dem Sarge des Toten nach der Kranzniederlegung an der Feldherrnhalle.- — (Scherl-M.)
Beileidstelegramm Kaiser Wilhelms.
21 m ft erb am, 21. Dez. (DNB.) Wie aus Doorn gemeldet wird, hat der frühere deutsche Kaiser der Witwe des Generals Luden dorff ein Beileidstelegramm gesandt und den Generalfeld- marschall Mackensen beauftragt, ihn während der Beisetzungsfeierlichkeiten zu vertreten.
dann den Sarg von der Lafette und tragen ihn zu dem mit Tannenreis geschmückten Kraftwagen der motorisierten Staffel der Aufklärungsabteilung 7. Mit drei Ehrensalven nimmt die Trauerparade Abschied von dem toten Feldherrn. Dann entschwindet die motorisierte Staffel den Blicken, voraus ein schwerer und ein leichter Panzerspähwagen, dann ein Kraftradschützenzug, dem die Wagen mit den Trägern der Kränze und der Orden folgen.
Oie Wahlen in Rumänien
Keine Mehrheit für die Regierung Totarescu?
Letzte Fahrt zur Feldherrnhalle.
9.55 Uhr. Die Repräsentanten der neuen deutschen Wehrmacht sind eingetroffen. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, und als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres General der Infanterie Bock. Vorher schon haben sich der Kommandierende General des VII. Armeekorps, General der Artillerie von Reichenau, und der Kommandierende General des Luftkreises V, General der Flieger Sperrte, eingefunden. Wenige Minuten vor 10 Uhr ist der Führer eingetroffen. Mit
Die feierliche Aufbahrung im Fahnensaal des Generalkommandos des VII. Armeekorps. Stabsoffiziere hielten die Ehrenwache am Sarg. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Das Korps der in Berlin beglaubigten Mili-' tärattaches war unter der Führung seines Doyen, des polnischen Militärattaches Oberstleutnant Szymanski beim Staatsakt für General Ludendorff in München fast vollständig vertreten und ehrte im Auftrage seiner Armeen den toten Feldherrn. Neben den Vertretern der im Weltkrieg mit Deutschland verbündeten Armeen wurde insbesondere der französische Militärattache General Renaideau bemerkt.
B u k a r e st, 22. Dez. (DNB.) Bis zum Mittwochabend ist noch kein endgültiges Wahlergebnis bekannt gegeben worden. Es dürfte voraussichtlich vom Hauptwahlausschuß festgestellt werden, der am 28. Dezember Zusammentritt. Auf Grund privater Zählungen wird übereinstimmend behauptet, daß die Regierung keine 40 o. H. der Stimmenzahl erhalten hat und somit in der neuen Kammer nicht über eine Mehr- cfk*f verfügt. Nach einer Zusammenstellung des , Adeverul" haben das Regierungskartcll 37,5 v. H., bie Nationalzaranisten 19,4 v. H., die Partei „Alles ur das Land" (früher „Eiserne Garde") 16,1 v. H., bte Natwnalchristliche Partei 9,7 v H., die unqa- rische Partei 4,4 v. H., Georg Brotjonu 4,3 v. H., 2,3 v.H. und kleinere Par-
teien, die kein Mandat erhalten, zusammen 6,4 v. H -anbere Schätzungen werten ben Regierungsanteil etwas höher. Das Regierungsblatt Viitorul stellt auf Grund der Tatsache, daß die Wahlen völlig frei gewesen seien, als wesentliches Ergebnis einen Ruck ch rechts fest. Besonders gut habe die Partei ..Alles für das Land" abgeschnitten, die an Dritter Stelle und in manchen Bezirken an zweiter SteUe ftebt. Die Regierung werde versuchen, bis zum 17 Februar, dem Tage des Parlamentszusam- mentntts, eine Mehrheit zu finden. Sollte die jammer nicht arbeitsfähig sein, so liege bie weitere Initiative bei ber Krone.
Während sich die Regierung jeder Stellungnahme zu Dem Wahlergebnis enthalt, hat Manin, ber Thef der Nationalzaranistischen Par
tei, bereits bie Forberung auf Uebernahme ber Regierungsgewalt erhoben, ba bie Nationalzaranisten bie stärkste Partei geworben seien. Vaiba-Voevob. ber Führer der Rumänischen Front, hat in Klausenburg das Wahlergebnis als Anzeichen für den großen Aufschwung der nationalen Bewegung begrüßt. Jede Regierung müsse diesem Aufschwung Rechnung tragen. Vaida- Voeood erörterte die verschiedenen Möglichkeiten einer Regierungsbildung und forderte von der jeweiligen Opposition wohlwollend- Duldung der Regierung. Wenn das nicht möglich sein sollte, so habe unter dem Druck der höheren Gewalt der König die Aufgabe, Öfen Staat zu retten.
Oie Kämpfe um Teruel. .
Paris, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus den aus Spanien hier eintreffenden Berichten ergibt sich, daß die Kämpfe um Teruel an- dauern. In einem Heeresbericht aus Salamanca wird erklärt, daß die nationalspanischen Streit-
Der Trauerzug in den Straßen Münchens. (Scherl-Bilderdienst-M.)
erhobener Rechten grüßt er den Verewigten. Sechs Offnere heben den Sarg auf die Lafette, vier Generale nehmen zu den beiden Seiten des Sarges Aufstellung, hinter ihnen die Träger der Orden. Die Fahnen des ehemaligen J.-R. 39 haben sich an die Spitze der Ehrenparade gesetzt. Dahinter folgt die Ehrenkompanie. Unmittelbar hinter dem Sarg schreitet d e r F ü h r e r. In der zweiten Reihe gehen Generalfeldmarschall yon Blomberg, Generaloberst Göring und General der Infanterie Bock. Stumm und ernst grüßen entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten die Menschen, die hinter dem Spalier längs der Lud- wigstraße stehen, den feierlichen Zug
In der Feldherrnhalle stehen vor ben Stanbbilbern ber beiben bayrischen Heerführer sechs 1 hohe schwarze brennenbe Pylonen mit silbernen Kränzen, wie sie auf dem ganzen Wege vom Siegestor her errichtet worben sinb. Zu beiben Seiten ber Stufen stehen sämtliche Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre, Reichsstatthalter, Gauleiter unb stellvertretenbe Gaulfeiter. Auf der anderen Seite die Kommandierenden Generale der Wehrmacht und eine große Zahl von Generalen der alten Wehrmacht. Vor der Feldherrnhalle sieht man die Offiziere ber Obersten Heeresleitung, auf den obersten Stufen ber Halle eine Aborbnung des ehemaligen I.-R. 39, dessen Chef Ludendorff war. Auf den Tribünen sieht man Offiziere und Führer der SA., der SS., des NSKK. und NSFK., die Generalarbeitsführer, die Obergebietsführer und Gebietsführer der HI., die politischen Leiter und viele Männer aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie dqs Münchener Konsularkorps.
An zwei höhen Flaggenmasten weht die schwarz- weiß-rote Fahne mit dem Eisernen Kreuz. Infanterie-Regiment 61 und 19 stehen zu beiden Seiten des Platzes in Trauerparade. Mit dem Glockenschlage 10 ertönen die ersten militärischen Kommandos zur Ausrichtung der Parade. Feierlich und ernst tönen die Klänge des Trauermarsches, von dumpfem Trommelwirbel unterbrochen. Im langsamen Paradeschritt kommt die Ehrenkompanie heran, hinter ihr die Lafette mit dem Sarge.
Des Führers Abschied:
Der Führer tritt in bie Nähe ber Angehörigen Lubendorffs. Die Lafette ist in bie Resibenzstraße eingefahren. Der Sarg mit ber Fahne bes JR. 39 wirb von ber Lafette gehoben unb unter Vorantritt ber Orbenskissenträger, benen vier Generale folgen, auf bem Podest an den Stufen der Feldherrnhalle niedergestellt. Reichskriegsminister Generalfeldmärschall v o n Blomberg würdigt nun noch ein» mal in der schon gestern von uns veröffentlichten Rede die unsterblichen Verdienste des Generals Ludendorff um Reich und Volk.
Darauf tritt der Führer näher an ben Sarg heran. Die Trauerparabe präsentiert, und der Führer legt einen Kran, nieder. (Er verabschiedet sich von seinem treuen VUtkämpfer mit den Worten: „General Ludendorff, im Hamen des geeinten deutschen Volkes lege ich in tiefer Dankbarkeit diesen Kran, vor dir nieder".
frafte an ber Teruel-Front den Wider st and des Feindes, der große Verluste erlitten habe, gebrochen hätten unb baß bie nationalspanischen Truppen, die in Teruel liegen, ihren Stanbort mit helbenhaftern Wiberstand oerteibigen. Eine Havas-Melbung aus Puebla Dalverbe besagt, daß die nationalspanische Besatzung von Teruel in dem im nördlichen Stadtteil gelegenen Seminar, das außerordentlich gut zu verteidigen ift, Wider- stand leistet. Sowjetspanische Abteilungen versuchten, das Gebäude zu umzingeln. Unsere Karte veranschaulicht den Frontverlauf vor Beginn der letzten Kämpfe. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Oie Tschechoslowakei verstärkt die Befestigungen an der österreichischen Grenze.
Wien, 22. Dez. (DNB.) Die tschechoslowakischen Grenzbefestigungen nehmen nunmehr auch gegen Oesterreich immer größeren Umfang an. Die Klagenfurter „Freien Stimmen" erklären, baß man in letzter Zeit besonders stark ausgebaute Zonen am Kerschbaumer Sattel, bei Gmünd, im Thayaabschnitt, bei Nikolsburg unb Feldsberg und entlang der March feststellen konnte. Die starken Befestigungen des Preßburger Brückenkop- f e s und die Errichtung von Geschützstellungen seien besonders gut zu beobachten. Für das nächste Jahr müsse man die Errichtung ftarfer Panzer- werke auch an der österreichischen Grenze erwarten. Bisher beständen die Befestigungen hauptsächlich aus Feldanlagen, betonierten Unterständen, Maschinengewehrnestern usw. Wieviel Not und Drangsalierungen ber deutschen Bevölkerung aus ben tschechischen Befestigungsarbeiten erwachse, könne gar nicht geschildert werben.
Landon
unterstützt Roosevelts Außenpolitik.
Washington, 22. Dez. (DNB.) Alfreb Lan- dorn, Roosevelts Gegner im letzten Wahlkampf und auch heute noch unbestrittener Führer ber republikanischen Oppositionspartei, hat sich voll unb ganz hinter bie Außenpolitik bes Präsidenten gestellt. Er beglückwünschte Roosevelt in einem Telegramm zu dem energischen Nein, das dieser dem Gesetzentwurf entgegensetzte, der eine Kriegserklärung von einem Volksentscheid abhängig machen ollte. Landon verurteilte ferner die Haltung von Politikern aus beiden Parteien, die durch ihr pazi- istisches Geschrei im Ausland den Eindruck erweckten, als ob das amerikanische Volk kein Vertrauen in die von Roosevelt geführte Außenpolittk habe. Eine solche Haltung könne aber nur zu einer Behinderung dieser Außenpolitik führen.
Roosevelt antwortete in seinem Danktelegramm, diese Meinung Landons sei ihm eine große Hilfe in diesen sorgenvollen außenpolitischen Zeiten. Die Haltung Landons sei pattiottsch unb gebe so dem ganzen Volk ein gutes Beispiel. Amerika wünsche den geraden Kurs des Friedens mit allen Nationen weiterhin zu steuern; aber in feiner langen Geschichte habe Amerika stets die Theorie zurückgewiesen, daß man in völliger Sicherheit leben könne, wenn man vergesse, daß man ein Teil einer großen Welt von Nationen sei. Und als solcher Teil der Welt sind wir zu einem gewissen Grad von Mitarbeit, ja sogar von Führung verpflichtet bei dem Versuch, sich dem endlichen Ziel eines allgemeinen Friedens zu nähern. i
13 neue Todesurteile in Stalins Tieick.
Moskau, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) In einem großen politischen Prozeß in Tiflis wurden fünf leitende Beamte der georgischen Zentralstelle für Getreideaufbringung zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die Angeklagten waren der Verübung von Sabotageakten bezichtigt worden. In Archangelsk wurden acht Funktionäre der Forstwirtschaft wegen konterrevolutionärer Umtriebe unb Schädlingsarbeit nach einem mehrtägigen Prozeß zum Tode verurteilt.
Chinesischer Straßenbau nach Sowjetrußland?
London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Einer Londoner Meldung zufolge soll ein riesiges Aufgebot von Chinesen damit beschäftigt fein, eine rund 5000 Kilometer lange Straße zu bauen, bie bie Provinz Szetfchuan, bem gegenwärtigen Sitz ber Regierung Tschiangkaischeks, mit Sowjetrußland oerbinben soll. Nach Fertigstellung biefer Straße sollen Waffentransporte aus Sow» jetrußlanb nach China nur noch 14 Tage benötigen, anstatt wie bisher mehrere MonutL.
hinter bem Ehrenspalier. Hinter dem Sarg schreiten die Kommandierenden Generale v. Reichenau und Sperrte mit den beiden Söhnen unb dem Schwiegersohn des Toten. In der nächsten Reihe gehen Reichsstatthalter General Ritter v Epp, Ministerpräsident Siebert, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagne.r, Staatssekretär Generalmajor Hofmann und als einer ber Mitmarschierer vom 9. November 1923 Oberstleutnant Krü - bei. Es folgt bas Konfularkorps. Es reihen sich an Generale ber alten und der neuen Wehrmacht und viele andere ^rauergäste.
Auf bem Senblinger Torplatz, wo auf vier hohen Pylonen Opferflammen zum grau verhangenen Himmel lobern, wurden an ber Lafette ein gemeinsamer Kranz aller ausländischen Militärattaches und weitere Kränze von der bulgarischen, finnischen, österreichischen, ungarischen, national- spanischen, türkischen, englischen und amerikanischen Armee niedergelegt. Die sechs Stabsoffiziere heben
die schwarz ausgeschlagene Gruft getragen. Die Trauerparade marschiert auf, die' Mysik spielt Lieblingslied des Feldherrn „Ich hab' mich ergeben, mit Herz und mit Hand". Kurze Zeit später wird unter ben Klängen bes Präsentiermarsches ber Sarg in bie Gruft gesenkt. Die Trauerparade ekweist bie Ehrenbezeugungen. Drei Ehrensalven krachen über die Gruft. Das Lieb vom guten Kameraden beschließt bie kurze militärische Feier, an bie sich noch unzählige Kranzniederlegungen anschließen.
Die Beisetzung in Tutzing.
Das verschneite traute Dorf am Starnberger See, das sich der General als Ruhesitz für bie letzten Lebensjahre erwählt hatte, empfing ben Toten im Lichte ber bleichen Wintersonne. Um 13.30 Uhr traf bas Ehrengeleit mit dem Sarg ein. Ein Bataillon des JR. 40 (Augsburg) empfing mit präsentiertem. Gewehr den toten Heerführer. Dann fuhr der Kraftwagen mit dem Sarg zum Heim Ludendorffs. Acht Stabsoffiziere trugen den Verewigten in e i n' Arbeitszimmer zur letzten Aufbahrung für den engeren Freundeskreis. Nach 15 Uhr er olgte die Beisetzung: Die acht Stqbsoffiziere bringen den Sarg wieder aus dem Haus unb heben ihn auf bie Lafette, während bie Musik ben Präfentiermarsch spielt. Der Trauerzug bewegt sich nun zu bem idyl- lisch gelegenen Friedhof? Hier wirb der Sarg vor
Alfambtä,
Mbarraan
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