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Weihnachtsfeier für Veteranen der Einigungskriege

(Scherl-Bilderdienst-M.)

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larbeit, die sich unter dem

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Deckmantel religiöser Sekten tarnte.

Aus aller Welt

19 Tote bei einem Einsturzunglück

Das englische Kriegsgericht in Nablus (Palästina) hat wiederum ein Todesurteil gegen einen Araber gefällt, in dessen Besitz Waffen ge­funden wurden.

der sei-

der er- un-

Der neue Bizekönig von Aethiopien, der Herzog von Aosta, ist in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea, eingetroffen, wo ihm durch die Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil wurde. Marschall G r a z i a n i, der frühere Dize- könig, wurde mit dem Großkreuz des Malteser­ordens ausgezeichnet.

hellen Flammen.

Ein Säbelschlucker verschluckte sich.

Ein etwa 36jähnger Straßenarbeiter aus

In Asuncion, der Hauptstadt Paraguays, haben kommunistische Elemente einen Hand- streich versucht, um sich der Wache des Kriegs­ministeriums zu bemächtigen. Der Handstreich wurde jedoch mit Waffengewalt vereitelt. Das Banden­oberhaupt wurde dabei getötet. Im ganzen Land herrscht Ruhe und Ordnung.

Die ungarische Polizei führte einen ent­scheidenden Schlag gegen die unterirdisch? k o m m u-

Zauberer und Säbelschlucker zu ver­zeichnen Dabei hat sich jetzt ein folgenschweres Un­glück ereignet. Als er bei seinen Vorführungen sich die Säbelklinge 15 Zentimeter tief in den Schlund steckte, verletzte er sich durch eine un­geschickte Bewegung. Er konnte wohl den Säbel wieder herausziehen, dach starb er bald darauf an innerer Verblutung.

Lokomotive fährt in einen Personenzug.

Auf dem Bahnhof Kottbus fuhr eine Güterzug- lokomotive beim Rangieren auf einen haltenden Personenzug auf. Etwa 20 Personen wurden durch Glassplitter leicht verletzte eine Frau erlitt einen Schädelbruch und mußte ins Krankenhaus ge­bracht werden. Der Sachschaden ist gering.

in Italien.

Ein folgenschweres Unglück hat sich in Nacht zum Mittwoch in der Nähe von Fortt eignet. Wahrscheinlich infolge der anhaltenden.

Keine Llmgehung der Feiertagsvezablung.

Berlin, 22. Dez. (DNB) Nach Anordnung des Ministerpräsidenten Gormg vom 3. Dezember 1937 haben die Gefolgschaftsangehörigen in diesem Jahre Anspruch auf den Arbeitsverdienst ür die am 25. Dezember 1937 (1 Weihnachts­eiertag) und am 1 Januar 1 938 ausfallende Arbeitszeit Es ist berichtet worden, daß in einzel­nen Fällen versucht wurde, durch unbegrün­dete Entlassungen vor Weihnachten die Feiertagsbezahlung zu umgehen Ein solcher Versuch wäre nicht nur verwerflich, sondern auch vergeblich, denn Umgehungen der Anordnung kön­nen den Änspruch auf die Feiertagsbezahlung nicht beseitigen. - '

Wetterbericht

des Neichswftterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Ein zu Beginn der Woche in der Höhe einsetzen- der Warmluftzustrom brachte bereits in 2000 Meter Höhe Temperaturen über 0 Grad. Der sich dabei als Regen ausbildende Niederschlag kam in der Kaltluft zum Gefrieren und führte zu verbreiteten Glatteisbildungen Die Bodenkaltluftschicht über Westdeutschland wird nunmehr von der Warmluft­masse ausgeräumt Dabei kommt es durch Mischung der verschiedenen Warmluftmassen zu verbreiteten Nebelbildungen. Im Westen des Reiches wird in den Gebirgen voraussichtlich Tauwetter eintreten.

Aussichten f ü r Freitag: Vielfach neblig, bewölkt bis bedeckt, bedingt Neigung zu Regen­fällen, Temperaturen über 0 Grad, in Gebirgen Tauwetter.

Aussichten für Samstag: Neblig, be­deckt, nachts leichter Frost, keine wesentlichen Niederschläge.

Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 2,4 Grad Celsius, abends 1,8 (9raD; am 23. Dezember: morgens 0,6 Grad. Maximum1,7 Grad, Mini­mum heute nacht2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends + 0,2 Grad: am 23. Dezember: morgens + 0,1 Grad Celsius.

Wintersport-Wetterdienst.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 3 Grad, 65 Zentimeter Gesamtschneehöhe, leichter Bruch- harsch: Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Bedeckt,5 Grad, 38 Zentimeter Gesamtschnee­höhe, leichter Bruchharsch: Ski Und Rodel gut.

Rhön. Wasserkuppe: Mieselnd,1 Grad, 53 Zentimenter Gesamtschneehöhe, vereist, Ski mäßig, Rodel gut. Gersfeld: Bedeckt,1 Grad, Schnee­höhe 12 Zentimeter, Pappschnee: Ski und Rodel mäßig.

Sauerland. Winterberg: Heiter,4 Grad, 50 Zentimeter Schneehöhe: Ski und Rodel sehr gut.

Schwarzwald Feldberg: Bewölkt,10", 60 Zentimeter Schneehöhe, leicht verharscht: Ski und Rodel gut.

Cosima Wagner.

Nach persönlichen Erinnerungen. Zum 100. Geburtstage: 25. Dezember. Von Margarete von Olsers.

französischen Stadt St. Etienne pflegte in ner Freizeit vor Zuschauern seine Talente al

iljren Gast erschien. Und ich erinnerte mich, daß meine Tante auf mein Befragen, wie Cosima aus- sähe, geantwortet hatte, sie erinnere an jene Ritter des Mittelalters, die strengen und stolzen Hüter auf den Grabplatten gotischer Kirchen... ja, so sah sie aus mit den sckarf geprägten Zügen, der auf­rechten und doch leichten Haltung. Aber im Ge­spräch wurde die Strenge gelöst, aus den Augen Cosimas strahlte jugendlich frisches Leben und Temperament, und zuweilen war da auch ein Aus­druck von Losgeldstheit und schmerzlicher Ver­sonnenheit, vorherrschend aber eine bezaubernde

trotz der bewußt gefühlten Krönung ihres Lebens durch die Ehe mit Wagner, nie |o fagten mir die, die sie nahe kannten das Gefühl der Schuld Bülow gegenüber verloren und trug schwer daran bis zuletzt. ,

Bulow selbst aber begreift nach langen Jahren der Verzweiflung und des Zerrissenseins, daß er Cosima einst nicht verstanden und gewürdigt hatte. Auch er fühlte sein Maß an Schuld deutlich und bewußt, er beugte sich dem Geschick. Dt-e ganze Zartheit und Ehrfurcht vor dem Wesen Cosimas und ihrem unsagbaren Leid klingt aus dem Tele­gramm, das er ihr unmittelbar nach dem Tode Wagners sandte:Soeur, il laut vivre! Er sand damit das rechte Wort für sie, tue in ihrem Schmerz um den Toten niederzubrechen drohte ..

Ja, sie mußte weiterleben, auch nachdem die Sonne ihres Lebens, Richard Wagner, erloschen war. Und wieder bewährt sich ihre Treue. Sie sieht ihre Lebensaufgabe von jetzt an in der Weiterfort­führung des Werkes von Bayreuth. Sie, die bisher wie kein anderer vom höchsten Verstehen erfüllt das Schaffen ihres Mannes gefördert, hatte zu feinen Lebzeiten nie einen Einfluß auf die äußere Ge­staltung der Festspiele in Bayreuth ausüben wollen. Nun aber wurde sie nach dem Tode des .Meisters" bewußt dieMeisterin", sie wurde die Hüterin der Tradition und darüber hinaus die geniale Fort­gestalterin des großen Werkes. Niemand hätte das in dem Maße und mit dem gleichen Verstehen ver­mocht wie Cosinza. Ihr verdanken wir Bayreuth in feiner jetzigen Gestalt, ihr verdanken wir, daß Waaner im deutschen Volke unsterblich geworden ist.

Eine Bestimmung Cosimas vor ihrem Tode ist charakteristisch für die sich vor dein Genie Wagners Beugende und sich allzeit ritterlich Bewährende. Sie wollte nicht, daß bei ihrer Beisetzung in Bay­reuth an der Seite ihres Mannes, mit einem per­sönlichen Worte ihrer gedacht würde. Auf ihren Wunsch aber las der Geistliche, der die Bestattung vornahm, das dreizehnte Kapitel des 1. Korinther­briefes aus der Heiligen Schrift vor.

Als ich einmal als Kind bei meiner Tante, der Künstlerin Marie von D l f e r s , war, in deren Haus die alten gesellschaftlichen Traditionen des berühmten BerlinerGelben Saales" noch auf­recht erhalten wurden, erschien zu einem ihrer Tee­abende auch Cosima Wagner. Und es ist mir ein sehr lebhaftes Bild von ihr im Gedächtnis ge­blieben: ich sehe sie auf dem alten, von Schinkel entworfenen Empire-Sofa sitzen, sie trug ein schwar­zes Kleid, das in wundervollen Falken um ihre schmale hagere, aber vom Alter ungebeugte Gestalt fiel. Ihr weißes Haar lag locker und weich gewellt um ihre Schläfen: sie trug es kurz seit dem Tode Wagners, dem sie die Fülle ihres berühmten Gold­haares mit in den Sarg gegeben hatte. Sie saß x sehr aufrecht neben meiner Tante, die, obwohl zehn Jahre älter, weißgekleidet mit ihrem schneeigen Lockenkopf und rosigem Gesicht, kindlich zart gegen

Der Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen veranstaltete in Berlin für seine ältesten Mitglieder, die an den Kriegen 18 6 4, 1866 und 1870/71 teil? genommen hatten, eine schöne Weihnachtsfeier. Der Präsident des Verbandes, General­leutnant Freiherr von Matter, hielt eine Ansprache. Helferinnen vom Roten Kreuz überreichten die Weihnachtspakete. Von links: der fast 100jährige Berthold Hecker, August M a r q u a r b t (95 Jahre alt) und Karl Schröder (92 Jahre). (Scherl-Bilderdienft-M.)

frauenhafte Güte.

Cosima sieht nicht nur äußerlich einem Ritter ähnlich, sie hat auch in ihrem Wesen etwas von ihnen", hatte mir meine Tante gesagt, ja sie kenne kaum jemand, der jo, aufrecht und furchtlos sein Panier durch das Leben trage, edel in des Wortes wahrster Bedeutung, leidenschaftlich für das kämp­fend, das sie einmal als recht und gut erkannt habe. Ehrfürchtig sah ich zu der Frau hinüber, die mir so geschildert worden war. Ich hörte das Wort Bayreuth, das mir schon ein Begriff war, ünd sah, wie Cosimas Augen in edler Begeisterung leuchteten und fühlte die Bewegung meiner Tante.

Ihre gegenseitige Bekanntschaft lag weit zurück. Als sie einander zum ersten Male begegneten, war Cosima achtzehn Jahre alt gewesen und hatte noch ihren Mädchennamen Cosima Liszt getragen. Es war die Zeit, als sie mit ihrer Schwester Blandine bei Frau von Bülow wohnte und Musikunterricht bei dem jungen Freunde ihres Vaters, dem Wagner­schwärmer Hans von Bülow, nahm. Auch den schönen, früh verstorbenen Bruder Cosimas, Daniel Liszt, hatte meine Tante noch gekannt, und ich habe manchmal mit ihr sein Grab auf einem der Berliner Friedhöfe besucht. In der Berliner Ge­sellschaft wurden Blandina und Cosima, die Töchter der schönen Gräfin d'Agoult und Liszts, nicht überall gern ausgenommen. Es wurden Bedenken geäußert. Meine Großmutter machte hierin eine Ausnahme, ja, sie soll einer Bekannten, die ihr Befremden darüber, aussprach, daß sie die Töchter Liszts bei sich sähe, sie habe doch noch junge Töchter im Hause, lächelnd geantwortet haben:Wenn es mit der Tugend meiner Töchter so schwach bestellt ist, daß sie nicht einmal Blandina und Cosima Liszt sehen können, soll es mir leid tun". So tarnen die Töchter Liszts oft in denGelben Saal" und musizierten auch gelegentlich dort: denn Cosima hatte viel von dem Genie des Vaters geerbt. Liszt selbst hat dort gespielt, und meine Tante konnte sich schwer von einem Flügel trennen, den seine Finger berührt hatten.

Diese Einstellung meiner Großmutter hat Cosima nie vergessen. Ein charakteristischer Zug ihres ritter­lichen Wesens war die Treue, und immer hat sich Cosima Wagner auf der Höhe ihres Ruhmes dank­bar derer erinnert, die dem jungen Mädchen einst freundschaftlich entgegenlraten und die später in den schwersten Zeiten ihres Lebens zu ihr hielten.

Damals in Berlin kam die Ehe Cosimas mit Hans von Bülow zustande, die sich so verhäng­nisvoll für ihr beiderseitiges Schicksal auswirken sollte. Es war die Kunst, die die so wesensverschiede- nen jungen Menschen zusammenführte und die Begeisterung für Waaner. Hans von Bülow hatte sich mit der ganzen Kraft seines Künstlertums als Vorkämpfer für den damals verkannten Meister und seine Schöpfungen eingesetzt, und gerade in diesem Kampf für das Genie Wagners verstand ihn Cosima, die leidenschaftliche Verehrerin des Meisters, den sie persönlich bisher nur flüchtig als Halberwachsene tennengelernt hatte. Es ist bezeich­nend für Cosima, daß sie sich nach jenem Konzert mit Bülow verlobte, in dem er eine Niederlage mit der Erstaufführung derTannhäuser"-Ouoerture er­litten hatte. Der so überaus sensible Künstler war nach diesem Mißerfolg ohnmächtig im Künstler­zimmer zusammengebrochen. Cosima erwartete die Rückkehr des von Publikum so tief Verletzten, trotz der späten Stunde in der Wohnung seiner Mutter: sie fühlte, daß sie ihm beistehen müsse, und konnte keine Ruhe finden. Bülow war tief bewegt über dieses zarte Verständnis und empfand Cosimas Gegenwart gerade in diesem Augenblick als einen so großen Trost, daß er ergriffen äußerte, wie un­sagbar schwer ihm der Gedanke sei. daß sie Berlin wieder verlassen würde. Cosima erwiderte, dann wäre es ja das Einfachste, sie bliebe für immer...

Damit waren sie verlobt. Zwei Menschen kamen in Mitgefühl und gemeinsamer Bewunderung zu­sammen und glaubten, darauf ihren Bund gründen zu können. Zwei Menschen, wie man sie sich charak­

terlich nicht verschiedener denken kann. Bülow nervös, kränklich und in sich befangen, empfand sich elbft als den schutzbedürftigen Teil Cosima mit ihrem scharfen männlichen Verstand, ihrer Selbst­disziplin, ihrer Neigung, dasSchwerste still zu tragen" und zu verbergen, nahm alle Lasten auf ich. Sie war leidenschaftlich und hingebungsvoll. Büloro, in tiefster Seele verletzbar, aber äußerlich kühl, achtete dessen nicht. In der schwersten Zeit ihres Lebens, als Cosima Wagner wieder gesehen hatte und von einem Sturm Der Leidenschaft für ihn erfaßt worden war, einer Leidenschaft, gegen die sie vergebens ankämpfte, ahnte Bülow, in die Kunst des Meisters mit gleicher Leidenschaft Der­en kt, überhaupt nichts von den Kämpfen, die seine unge Frau durchmachte.

Wagner spricht in dieser Zeit oft von einer .wilden" Cosima, von ihrerZurückhaltung ihm gegenüber",ihrem düsteren Schweigen". Ein besse­rer Menschenkenner als Bülow, wird er den Gl und der ungleichen Stimmungen Cosimas schon damals geahnt haben, er, dessen Herz von der gleichen Liebe zu schwingen begann. Aber auch er rang mit sich um des Freundes willen und empfand es alsein unglückliches Verhängnis, daß der, der ihn wie kein anderer auf künstlerischem Gebiet erfaßte, nun als Dritter zwischen ihm und Cosima stand". Und unter Tränen und Schluchzen" besiegelten Cosima und Wagner einige Zeit später nach dessen eigenen Wortendas Bekenntnis, sich angehören zu wollen", ja noch nach vielen Jahren, als sie das tiefste Glück in ihrer Ehe gefunden hatten, ist bei Wagner um Bülows willenvon einem grenzenlosen Unglück" die Rede.

Und Cosima? Sie, deren etilem ritterlichem Wesen Treue eigentümlich war, eine seltene Treue, hat

gemein heftigen Niederschläge, die in den letzten Wochen ganz Wittelitalien heimgesucht haben, ist das auf einem Felsmassiv gelegene mittelalterliche Schloß von Eursercoli einge stürzt. Die Ge­steinsmassen rutschten in die liefe und begruben dabei drei am Fuße des Berges stehende Arbeiter- Häuser. 19 Angehörige von acht Familien wurden dabei unter den Gesteinsmassen begra­ben und fanden den Tod. Nur eine Person kam wie durch ein Wunder mit dem Leben davon und konnte Hilfe herbeirufen. Sofort begaben sich die Feuerwehr, die Polizei und eine Kompanie des 3R. der Stadt Fortt an die Unglücksstätte und begannen mit den Räumungsarbeiten. Bis jetzt konnten fünf Tote geborgen werden.

Neuyorker Lincoln-Tunnet dem Verkehr übergeben.

Der Lincoln-Tunnel, der unter dem Hud- sonfluß hindurch den Neuyorker Stadtteil Man­hattan mit Weehawken im Staate New Jersey ver­bindet, wurde nach dreieinhalbjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Der Tunnel ist 1564 Meter lang und hat bis zur Fertigstellung eines Parallel­tunnels, der 1941 vollendet werden soll, zwei Fahr­bahnen für gleichzeitigen Verkehr in entgegengesetz­ter Richtung. Als besonders neuzeitlich gelten die Ventilationsanlagen des Tunnels, dessen Wände mit weißen Fliesen ausgestattet sind, während die Decke aus einem die Helligkeit erhöhendem, nicht glänzendem Glas besteht. Im Verlauf der Bau­arbeiten kamen 15 Menschen ums Leben.

Ostjüdische Devisenschieber in Oesterreich verhaftet.

Kriminalbeamte fanden kürzlich in dem Koffer der Ostjüdin Klara Zahnstecher (richtig Spindel), die von Prag nach Wien reifte, 500 0 0 0 Tschechen- krönen v e r st e ck t. In ihrer Begleitung befand sich der Antwerpener Diamantenhändler Kain Da­vid Fajbusiak. Die beiden boten den Kriminalbe­amten die Hälfte des Betrages an für den Fäll, daß sie von der Verhaftung absehen würden Selbst­verständlich mußten sie mit auf die Polizei Dort stellte sich heraus, daß beide einem Schieberkonsor­tium angehörten, das von fast allen mitteleuro­päischen Deoisenbehörden schon seit langem gesucht

wird. Sie werden nun nicht nur wegen Devisen- schiebung, sondern auch wegen Amtsbestechung an­geklagt.

Jüdische Händler nach Steuerhinterziehung aus Danzig geflüchtet.

Die aus Polen stammenden Juden G i l l e r - mann und Hirzhorn, die nad), Danzig zuge­wandert waren, unterhielten hier ein ziemlich um­fangreiches Getreidehandelsgeschäft. Jetzt wurden sie wegen des dringenden Verdachts, umfangreiche Steuerhinterziehungen begangen zu haben, verhaftet. Auf ihre Versprechungen hin, das Danziger Gebiet nicht zu verlassen und eine Kaution zu stellen, wurden die beiden aus der Hast ent­lassen. Vorsichtigerweise hatte man ihnen die Pässe abgenommen. Die beiden Juden hatten aber solch ein schlechtes Gewissen, däß sie sich falsche Pässe besorgten und zusammen mit dem Bruder Giller- manns, der an dem Geschäft beteiligt ist, aber nicht verhaftet worden war, die Flucht ergriffen.

Theaterbrand in Bukarest.

Im Theater Vox-Ersorie, Bukarests größtem Varietetheater, brach während der Erstaufführung einer Revue ein Brand aus, der schnell auf den Dachboden Übergriff. Die mitwirkenden Tänzerin­nen suchten eilends das Freie zu erreichen. Unter den Zuschauern brach eine ungeheure Verwirrung aus. Zahlreiche Personen wurden verletzt, ohne daß vorerst festzustellen ist, ob die Verletzungen ernster Natur sind. Der Dachstuhl stand alsbald in

Ziehung

der Arbeitskesch ffung<*1<>tterie.

M ü n cf) e n, 22. Dez. iDNB.) Auch die 10. Reichs­lotterie für Arbeitsbeschaffung wurde mit ihren 6000000 Losen jn knapp drei Monaten ausoerkaust. Ein schöner Beweis dafür, daß sich das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ein­mütig zu den großen Plänen des Führers in der Arbeitsbeschaffung bekennt. Fast einer halben Million Volksgenossen hat die Ziehung der Lotterie, die am Mittwoch in der Münchener Tonhalle stattfand, eine Weihnachtsfreude bereitet. Der Hauptgewinn zu 50000 RM. iel in beiden Abteilungen (also beim Doppellos 100 000 RM.) auf Die Losnummer 2 808 761.

3n Luftkämpfen über Nanttchang 23 chinesische Flugzeuge vernichtet.

Tokio, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Domei-Meldung haben japanische Flugzeuge die Hauptstadt der Provinz Kiangsi, N a n t s ch a n g, angegriffen und den dortigen Flugplatz mit Bom­ben belegt, wobei 6 chinesische Flugzeuge zer- tört wurden. Nach dem Bombardement fliegen 20 chinesische Flugzeuge zum Gegen­angriff auf. Es entwickelten sich heftige Luft­kämpfe, bei denen laut Domei 17 chinesische Flug­zeuge abgeschossen wurden.

Meine politische Nachrichten.

Die deutsch-finnischen Wirtschafts­verhandlungen haben zur Verlängerung des Handelsvertrags vom 24. März 1934 und des Der- rechnungsabkommens vom 2. Oktober 1934 um ein weiteres Jahr geführt. Entsprechend der wesent­lichen Steigerung des Warenverkehrs und aus­gehend von der Erwartung, daß die deutsche Aus­fuhr nach Finnland im Jahre 1938 sich mindestens auf der gleichen Höhe wie im Vorjahr halten wird, konnten die vertraglichen Einfuhrmöglichkeiten für finnische Waren wesentlich gesteigert werden.

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Der Hauptunterausschuß des Nichteinmi­schungsausschusses befaßte sich am Mitt­woch mit technischen Einzelheiten des Planes zur Zurückziehung ausländischer Frei­williger und behandelte auch die Frage der Zu­erkennung von Rechten Kriegführender.