frr.248 Drittes Statt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bereiten)
Samstag. 23. Gttober (<)57
von
fol-
Rege Vauiäiigkeit in Gießen im Sommer 1937
In der
br, die dann ein schönes Kartafselfeuerchen an-
auch noch et- kommen noch grünen Grase und verwertet
sie mußte ihm waren endlose
die Dummheit damals vergeben schwieg, er sagte noch einige leise dann hängte er behutsam ein ...
Er wartete eine halbe Stunde, dann das Gespräch mitteilen. Es
sche bis
Ochsen ........
Bullen und Kühe . . . .
/ Minder .
Pferde........
Schweine.......
Spanferkel.......
Kälber und übriges Kleinvieh
Abendfeier. — Oberhessischer Kunstverein: 11 13 Uhr Ausstellung.
Richard-Wagner-Abend im Stadttheater.
20 098
3 733
17 637
1624
131 592
169
105 121
Ochsen . .
Bullen . .
Kühe . . .
Rinder . .
Pferde . .
Kälber . .
Schweine
Schafe . .
Ziegen . .
Schaflämmer
Ziegenlämmer
Minuten, qualvoll und voller Unsicherheit. Dann schreckte ihn das Schrillen des Apparates hoch.
Er preßte den Hörer an das Ohr, mit einem schmerzhaften Druck, daß ihm die Hand davon schmerzte.
„Hier Jonny", sagte er kurz und fast heiser.
„Ja", sagte sie dann leise. „Ja ... Ich hatte schon gedacht, daß du mich lange vergessen hättest ..." Er hörte kaum noch hin, was sie sagte, er jagte mit dem Wagen hinüber zu dem großen roten Gebäude der Telephonzentrale, um zwanzig Minuten darauf nach Dienstschluß eine kleine, ein wenig verheulte Irene in Empfang zu nehmen, die nur noch einmal kurz „Jonny" sagte, ehe sie sich mit einer wilden Bewegung, in der alle Angst und Sehnsucht der vergangenen Tage lag, in seine Arme nehmen ließ...
Ein geschmuggelter Apollo.
In Athen traf die Nachricht ein, daß eine farbige Apollo-Statue aus der besten griechischen Zeit, die seit Januar 1932 als für Griechenland verloren angesehen wurde, in Paris wieder aufgefunden ist. Die Statue war zuerst in Anaoysson bei Sunion von Bauern aufgesunden worden, die systematische, aber ungesetzliche Ausgrabungen machten. Der Führer der Leute, der verhaftet wurde, gab die Auffindung einer Statue, die einen Apollo mit Locken darstellte, zu; an dem zwei Meter großen Bildwerk fehlten die Beine unterhalb der Knie. Die Beine wurden aus einer Basis mit Inschrift in einiger Entfernung gefunden. Wegen ihres großen Gewichtes wurde die Statue in der Mitte durchgebrochen und schließlich an einen Antiquitätenschmuggler für 38 000 Drachmen verkauft. Der Käufer hatte sie in Paris verborgen und versuchte sie dort weiter zu verkaufen. Der Anführer der Bauern war inzwischen zu acht Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 82 Millionen Drachmen verurteilt, die Mittäter kamen mit geringeren Strafen davon. Die griechische Polizei stellte Nachforschungen an dem verschwundenen Apollo an, die schließlich zu der Auffindung in Paris führten, wo der Mann, der sie von den Schmugglern übernommen hatte, dazu gebracht wurde, sie der griechischen Gesandtschaft zu übergeben.
Als erfreuliches Ergebnis eines Rundganges zwecks Feststellungen über die Bautätigkeit in Gießen dürfen wir feststellen: im verflossenen Sommer wurde der Bau vieler Häuser begonnen und zum Teil auch schon beendigt.
Beginnen wir auf der Höhe des Rodtberges: Dort hat die Opel-Motorwagen-Berkaufsgesellschaft an der Straße nach Marburg eine Werkstätte mit Wasch- und Wagenpflegeraum erstellt, die in Kürze in Betrieb genommen werden kann. Etwas weiter nach der Stadt zu, an der Ecke W i e s e ck e r Weg, hat die Firma Neils & Kraft eine ähnliche Werkstatt mit großem Kellerlager errichtet, die im Rohbau fertig ist und zu Ende des Jahres ebenfalls bezogen werden dürfte. In'der Thoma- straße finden wir ein neues zweistöckiges Wohnhaus, in der Menzel st raße ein Zweifamilienhaus, am Anfang der Marburger Straße
Baublöcke mit etwa 40 Volkswohnungen zu je 2V2 Zimmer erstanden, die Ende des Jahres bezugsfertig sind. Ein neues Zweifamilienhaus in der Schott st raße ist schon bewohnt, und in der Schiller st raße hat eine Schreinerei ihren Betrieb durch einen Erweiterungsbau vergrößert.
In der Fröbelstraße und im Tannen- weg wurden drei neue Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus erbaut. Auch im Alten Röd - g e r Weg, neben der Volkshalle, steht ein neuerbautes Zweifamilienhaus. In der Grünber- ger Straße sind im Laufe des Sommers zwei Zweifamilienhäuser und ein öffentliches Verwaltungsgebäude entstanden. Das Ostmarken- viertel hat sich um fünf Einfamilienhäuser vergrößert. Ecke Kaiseralle/Straße Am Nahrungsberg hat die Stadt Gießen ein neues Derkaufsgebäude errichten lassen. In der Verlängerten Garte nstr aß e wurden ein Einfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus erstellt. Im Schiff enber - g e r W e g hat die Baufirma Frese sechs Baublöcke mit etwa 70 Wohnungen im Rohbau fertiggestellt. Im Sandkauter Weg entstand eine Werkstätte für Bürobedarfsartikel, die Firma Bännin- ,ger hat ihre Fabrikräume vergrößert und die Fir- •’ma Gail ihre Betriebsräume ausgebaut.
Die Verlängerung der Wilhelm st raße wird durchgeführt. Im Günthersgraben find vier Zweifamilienhäuser entstanden, demnächst wird die Straße ausgebaut werden. In der Frankfurter Straße erweiterte die Automobilfirma Krahn & Co. ihre Reparaturwerkstätte und errichtete bei dieser Gelegenheit einen Ausstellungsraum. Westlich der Frankfurter Straße, Am Steg, ist ein Wohnhaus erweitert. Die Liebig st raße soll verbreitert werden, die Arbeiten sind im Gange und werden wohl in nicht allzulanger Zeit beendet fein.
Auf der anderen Seite der Lahn war die Bautätigkeit ebenfalls rege. An der Klinkelschen Mühle sind umfangreiche Erweiterungsbauten vorgenommen; die Lagerräume werden mit moderner Einrichtung, mit Aufzügen usw. versehen. In der Harnrnstratze ist ein Wohnhaus erweitert, und eine Firma hat dort ihre Lagerräume vergrößert. Im Grünen Weg werden zwei Zweifamilienhäuser demnächst bezugsfertig sein. Hinter der Krofdorfer Straße sind mehrere Blocks Volkswohnungen für insgesamt etwa 40 Familien in Ausführung begriffen.
Die Feststellung, daß eifrig gebaut wurde, ist also berechtigt.
Geschäft brauchte. Es wurde langsam Zeit, daß sich die Dinge änderten...
Es stand nicht mehr ganz so schlimm mit Jonny, wie der Senior es annahm, als an der Ecke Bleibtreustraße Irene Vogt zu ihm in den Wagen stieg. In schneller Fahrt ging es über die breite Autostraße an den See hinaus. Auf freien Strecken legte er ganz leicht seine Hand auf ihre Schulter. Sie ließ es sich gefallen.
Er kannte Irene jetzt genau drei Tage. Er wußte noch nicht viel von ihr, weder ihre Adresse noch ihren Berus. Aber sie war ganz anders als viele Frauen, die er bisher gekannt, viel zurückhaltender und irgendwie auch ein wenig mütterlich und besorgt um ihn trotz ihrer neunzehn Jahre. Er hatte solche Dinge bisher kaum gekannt, irgendwie rührte es ihn. So hatte er zuerst mit ihr getanzt und dann cm Wiedersehen verabredet.
Sie saßen draußen in dem kleinen erleuchteten Gartenlokal am Wasser und tranken sich zu.
Es ging gegen Mitternacht, die Promenade unten am Wasser lag verlassen. Sie hatte glänzende Augen bekommen von dem Wein, stumm nickte sie, als er sie aufforderte, dort unten, im Dunkel der Bäume und in der Stille noch ein wenig zu laufen. Ganz von sich heraus und ohne Umstände hängte sie sich dort unten in seinen Arm.
„Schön?", fragte Jonny.
„Ja", sagte sie leise. „Schön, Jonny." Sie blieb vor ihm stehen, sah ihn ruhig an. Es war ganz still um sie, nur die kleinen Wellen plätscherten ein wenig gegen das Ufer. „Der ganze Abend, uni) auch daß du gekommen bist." Sie beugte sich ein wenig zurück, als er sie in die Arme nahm und küßte, sie legte ihre Hände fest gegen seine Schultern. Stumm staüden sie sich in der halben Helligkeit von den fernen Lichtern her gegenüber.
„Der Wagen", sagte Jonny, „und den Wein und diese ganzen Abende kannst du haben, kleine Irene, wenn du jetzt ganz bei mir bleibst . Und als er ihr Zurückweichen spürte und ihr jähes Erschrecken. „Und schöne Kleider, alles was du willst!!" Ein wenig fassungslos stand er vor ihr, als sie sich mit jähem, harten Ruck von ihm losgerissen hatte.
„In", sagte sie leise. „Wein und Kleider, und sogar dein Äuto spielst du aus." Er spürte den harten spöttischen Ton in ihrer Stimme, er fühlte, wie dumm er in diesem Augenblick gewesen war und wie plump. Er stand noch immer unbeweglich, als sie ihn mit kurzen, hastigen Schritten verlassen hatte.
liebt du in das Mädel bist. Wenn sie dich trotzdem heiraten will, so wie du bist, wenn sie dir
könnte..." Er Worte für sie,
19 140
3 995
26 299
56 052
4 046 195 210 324 438
26 711
2 094
92
287
Insgesamt 279 974
Für die Zeit von 19 0 2 bis 19 3 6 liegen genbe Zahlen vor:
Aus der Stadl Gießen.
Oie letzten Früchte.
Wenn der Bauer seine Kartoffeln ausmacht, blei- l»n hier und da einige in der Erde stecken, oder sie r erden wohl aus dem Boden herausgeschleudert, hnn aber wieder eingetreten. Wir wissen alle, daß djf den Getreidefeldern nach der Ernte die Aeh- r n von Kindern gelesen werden. Es kommen da et recht ansehnliche Mengen zusammen. Bei den ! artoffeln ist es ebenso! In guten Jahren — |:?uer ist es so — kommt es vor, daß sich Leute oif den abgeernteten Kartoffeläckern nicht nur 1 nige Pfund, sondern Säcke voll Kartoffeln auf- I: sen.
Man begrüßte deshalb die halbamtliche Erklä- lung, die vor kurzem an dieser Stelle erschien, und rorin aufgefordert wurde, vom Leserecht auf den leeren Aeckem recht ergiebigen Gebrauch zu ma* den. Es darf bei uns nichts umkommen, auch rcht die versteckten Kartoffeln, die nach einem Re- gn immer deutlich zu sehen sind.
" Wenn man nun einen Gang durch die Baum- isücke, die da jedes Dorf umgeben, kracht, wird nun noch manchen Apfel und manche Birne aus i m bunten Laube aufheben können. Sollen sie Scherben? Nein! Auch die Besitzer der Bäume Iwerden nichts einzuwenden haben, wenn diese letz- tirt Früchte gesammelt und verwertet werden. Es güt noch manchen schönen Apfelkuchen oder auch en schönes Kompott.
Da kommt ein Kleingärtner mit seinem Wägel- tm daher. Auch der Besen und die Schaufel feh- i» nicht daraus. Er sammelt das „Gold auf der L:raße", denn er hat ja kein Vieh im Stalle then, aber sein Garten braucht Dung. Eben in tf-sen Tagen gehen ja die Bauernfuhrwerke unun- tnbrochen. Da gibt es Mist genug. Der Gartenbesitzer, der eine zahlreiche Kinderfchar hat, hat irmer einen schönen Vorrat an Dung, erhält doch ij'es Kind für ein Wägelchen voll einen Groschen. )is ist der Dünger wohl auch wert. Warum soll
BOM. Unterbau 116.
Wichtiger Dienstbefehl.
Betr.: Ueberweisungsfeier.
Die Mädel des Orchesters treten am Samstag, 23.10., um 17 Uhr, zur Wiederholungsübung am Hotel Schütz an. Die Feier selbst findet am Sonntag, 24.10., im Kleinen Saal des Hotels Schütz statt. Antreten in tadelloser Kluft um 9.30 Uhr morgens.
BetrNS.-Frauenschafts-Ueberwei- j u n g s f e i e r.
Diejenigen Mädel, die durch ihre Gruppenführerin zur Ueberweisung in die Jugendgruppe der NS.- Frauenschaft gemeldet wurden, treten am 24.10. zur Ueberweisungsfeier im Kleinen, Saal des Hotels Schütz, Bahnhofstraße, um 10 Uhr morgens in tadelloser Kluft an. Die Mädelgruppenführerinnen übernehmen eine nochmalige Benachrichtigung der betr. Mädel. Die Untergauführerin.
Donnerstag, 4. November, „Richard - Wagner • Abend", erstes Orchesterkonzert des großen Städti- schen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertverein im Stadttheater Gießen. Leitung: Paul Walter. Als Solist wurde Jean Stern vom Frankfurter Opernhaus verpflichtet.
Spielplan des Sladtthealers vom 24. bis 31. Oktober.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 24. Oktober, findet die Erstausführung der Operette „Drei alte Schachteln" von Walter Kollo statt. „Drei alte Schachteln" beherrschen nach wie vor den Spielplan der deutschen Bühnen. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim Pope Ika, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Bühnenbild Karl Löffler. Diese Operette wird in der Dienstag-, Mittwoch- und Freitag-Miete nicht gegeben. Die Vorstellung beginnt 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete!
Dienstag, 26. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Uta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Dienstag-Miete, 5. Vorstellung.
Mittwoch, 27. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr, „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete, 5. Vorstellung.
Freitag, 29. Oktober, Beginn 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Erstaufführung „Eine Nacht in Venedig", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung Joachim P 0 p e l k a. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freitag-Miete, 6. Vorstellung.
Samstag, 30. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr, zum letzten Mal, „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Birabeau. KdF.-Miete, Gruppe II (2. Vorstellung). Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen.
Sonntag, 31. Oktober, 11.30 bis 12.45 Uhr, dritte Morgenoeranstaltung „Slawische Tänze", musikalische Leitung Joachim P 0 p e l k a , Choreographie Irmgard Zenner. Platzmieter auf allen Plätzen 25 Pf. — 19 bis 21.45 Uhr 1. Opernaufführung der Spielzeit „Der Wildschütz", Komische Oper.
Dlinden-Konzert in der Neuen Aula.
Am kommenden Montag, 20 Uhr, veranstaltet die Konzertgemeinschaft deutscher blinder Künstler Hessen in der Neuen Aula ein Konzert.
Vornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Ortsgruppe Süd: 20.30 Uhr Studentenheim, Leih- gesterner Weg, Vortrag des Reichsstoßtruppredners Professor Dr. Kötteritz. — NS.-Lehrerbund Gießen-Land: 15 Uhr „Burghof" Bezirksversammlung. — Stadttheater: N^rG. „Kraft durch Freude" 20.15 bis 23.15 Uhr „Die Dorothee". — Gloria- Palast (Seltersweg): „Zu neuen Ufern"; 16 Uhr und 22.30 Uhr Scherber Variete-Schau. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge"; auf der Bühne Karl Scherber, Varietekünstler.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr „Drei alte Schachteln". — Gloria-Palast (Seltersweg): 11 Uhr Vortrag des Sportfahrers Paul Schweder; — „Zu neuen Ufern", — 22.30 Uhr Scherber Variete- Schau. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge"; auf der Bühne Karl Scherber, Varietekünstler. — Johanneskirche: 18 Uhr 21. Musikali
hat ein Baugeschäft neue Lagerräume und Garagen für Geschäftszwecke geschaffen. In der Werra- und in der Schott st raße sind vier
1 auf der Straße liegen bleiben? Und die Wiesen? Geben sie uns ns? Selbstverständlich. Ueberall ) guten Champignons aus dem >i7vor. Auch sie wollen gesammelt .ei.
Insgesamt 638 338
Die Gesamtzahl, die sich aus diesen Zahlenreihen ergibt, ist imposant genug! Nahezu eine Million Tiere aller A r t wurden im Schlachthof zu Gießen in den 50 Jahren seines Bestehens geschlachtet; genau beläuft sich die errechnete Zahl auf 938 338 Tiere.
Wenn man bedenkt, daß die Schlachttiere und das Schlachtgut ständiger Prüfung auf Qualität und Genießbarkeit unterworfen waren und es heute mehr denn je sind, so läßt sich auch erkennen, wie hoch die Bedeutung des Gießener Schlachthofs in ! hygienischer Hinsicht im Hinblick auf die Dolksge- I sundheit einzuschätzen ist.
E rten wieder gute Dienste tun.
So gibt es noch gar viele „Früchte", die wir nicht achtlos liegen lassen sollen. Wer seine Augen a^rnacht und ein wenig an die Zukunft denkt, der m-rb nun auch in diesen Tagen, wenn die Bauer nach ihrer Meinung alles heimgeholt haben, !nc-fi) gar vieles ernten können.
| Sir dürfen auch die letzten Früchte Nicht ver- i $eren! H.
ASOAV. - Amt für Bolkswobifahrt.
Kreisamtsleitung Welterau. Gießen.
Die Pproräume der Kreisamtsleitung befinden fid ab heute nicht mehr Löberstraße 9, sondern 6» e t h e st r a ß e 3 4. Die Telephonnummer (2297) ist »dieselbe geblieben.
Hitler-Jugend.
Deute Samstag tritt das Orchester der Spielschar i iir" 17 Uhr zur Probe am Hotel Schütz an und ist ^«urch vorn anderen Dienst am Samstag befreit.
ner Schlachthofes, also in den Jahren 1 8 8 7 bis 1901, wurden geschlachtet:
SvZahreSchlachtimgen im Gießener Schlachlhof
Volkswirtschaftliche Bedeutung in Zahlen.
Die Bauern fahren ihre Rüben ein. Ein Teil 1 )i5 Krautes fällt vom Wagen und bleibt unbeachtet ligen. Die Hühner aber wollen doch Grünfutter, 'taum also liegen lassen? Haben wir doch alle eilige Gefäße, die mir luftdicht abschließen können. 1 jo hinein in diese Kleinsilos!
| ^do ist es auch mit dem Kartoffelkraut. Es hin- 1 b“t beim Umpfügen des Ackers und wird deshalb 0 an den Wegrand gesetzt, zur Freude der Kin-
^Jm Dienste der Dolksernährung wird im Gießener Schlachthof, dessen Geschichte gestern im „Gießener Anzeiger" behandelt wurde, seit 50 Jahren eine Arbeit geleistet, die in ihrer Gesamtheit schwer zu überblicken wäre, wenn nicht Zahlen zu Hilfe stünden, die Jahr für Jahr von der Verwaltung des Schlachthofes sorgfältig zusammengetragen worden sind. Es mag hier weniger interessieren, wie die Inanspruchnahme des Schlachthofes Jahr für Jahr verlief, vielmehr wollen wir uns darauf beschränken, das Ausmaß der Arbeit zahlenmäßig in zwei Etappen darzustellen.
In der ersten Hälfte des Bestehens des Gieße-
Es ging in den Abend, als Jonny oben im Privatkontor erschien und noch Korrespondenz zu erledigen begann. Schmidt senior wunderte sich über nichts mehr. Seit drei Wochen arbeitete der Junge wie ein Teufel, war nicht aus dem Geschäft zu kriegen und hatte eines Abends sogar die Büttenkarten kurzerhand zerrissen. Es mußte etwas geschehen sein, aber der Junior bekam ja kein Wort über die Lippen. Kopfschüttelnd verließ der alte Schmidt den Raum, um den Jungen arbeiten zu lassen.
Jonny Schmidt nahm den Hörer auf und rief den Kundendienst an. Er hatte eine Bestellung für einen Kunden, eine eilige Sache, über die der andere gleich morgen früh unterrichtet werden mußte. Jonny gedachte' morgen früh nicht im Geschäft zu erscheinen, er spürte genau, daß es zuende war mit seiner Kraft. Heimlich würde er in Ferien gehen, erst von dort aus schreiben. Vielleicht vergaß er in dem kleinen Nest leichter die Dinge, die ihin um Irene und die damalige dumme Stunde im Gedächtnis herumgingen.
Er schreckte zusammen, er richtete sich jäh auf. Drüben meldete sich die Stimme des Fräuleins vom Amt,, eine wöhlvertraute, nie vergessene Stimme.
„Irene", sagte er atemlos. „Hier ... Jonny ..." Er konnte kaum sprechen vor Erregung.
Einen Augenblick blieb es drüben still, „Ihren Auftrag bitte", sagte dann drüben eine kühle Stimme. Und als er noch immer auf sie einsprach, verkündete ein kleines Knacken im Apparat, daß man drüben eingehängt hatte.
Er überlegte fieberhaft, dann wählte er noch einmal. Er riß sich zusammen, er wußte, es gab jetzt nur noch eine Gelegenheit, um ihr das zu sagen, was er ihr zu sagen hatte. „Nehmen sie bitte alle Gespräche für meine Nummer in Empfang und teilen sie sie mir nach Verlauf einer halben Stunde mit", sagte er kurz und sachlich, ehe er den Hörer wieder einhängte.
Er starrte auf den Apparat, die Gedanken gingen ihm wild durcheinander. Wenn er jetzt sich selber anrief, seine eigene Nummer wählte, so mußte Irene drüben sein Gespräch in Empfang nehmen und aufzeichnen. Mit einem kurzen Ruck nahm er den Hörer wieder auf und wählte feine Nummer.
Kundendienst!"
„Ein Gespräch an Jonny Schmidt von Johann Schmidt", sagte er. „Du hast dich vor drei Wochen ziemlich saublöd benommen, mein Junge, du warft zu verwöhnt und hattest es zu leicht mit den Frauen. Aber du haft sicher viel zugelernt in diesen Wochen, du weißt erst jetzt, wie wahrhaft ver-
zinden können. Aber auch der Kleingärtner kann fit dieses Kartoffelstroh holen und verbrennen oder nr den Komposthaufen setzen. Kartoffelkraut ent- hi t eine Menge Kali, und dieser Dünger kann im
Äbesgespräch ausKundendiensi
23on UDo Wolter
Die Leute sahen auf, als Jonny zu ihnen her- iiiuerfam. Sie hatten etwas übrig für den jungen ifj-f, der vor zwei Jahren von der Schule weg ir»d) den Unfall des alten Schmidt das große Ge- . h: ft übernehmen mußte und bald Schwung und , iempo in den schon ehrwürdigen Betrieb gebracht rte. Auch heute war, als der junge Chef sich \t ersten schweren Kisten selber auflud, der große, tfnamgs so unüberwindlich scheinende Wagen in liner halben Stunde ausgeladen. Der Junge steckte |ii: seinen zweiundzwanzig Jahren immer selber mrien drin im Betrieb, fuhr oft genug selbst einen fetigen und ging auf Tour, lud ab und hatte da- n immer noch Zeit für die ganze Geschüftskorre- yendenz, so daß es lein Wunder war, daß die !i»gen des alten Schmidt jetzt mehr als doppelt 0 öoiel unterwegs waren wie früher. Alle siebzig tenn bei „Schmidt und Schmidt" schworen auf a ny, obgleich er es wohl, wie es ziemlich offen- nbig war, mit den Frauen ein bißchen wild hielt- iti in dieser Hinsicht selbst durch den alten Schmidt lift zur Raison gebracht werden konnte...
Echmidt senior sah brummig auf, als Jonny sich tat) dem Abendessen ziemlich früh vom Tisch erhob urio verschwand. Heiraten sollte der Kerl, ver- iinmich! Auch Schmidt senior hatte seine lockeren 2o;|e vor dreißig oder vierzig Jnhren gehabt und r^tele Erinnerungen hielten ihn vor allzu großer Üribigt zurück. Nur eins stand fest. „Jonny" hatte j f 'ich nie genannt, sondern auch damals stets Jo- iim. Immer wieder regte ihn die Geschichte mit er doppelten Visitenkarten auf, weil sie der sicht- ifte Beweis für Jonnys letzten Rest von UnsoU- itcit waren.
Wenn Jonny mit Geschäftsfreunden zu tun hatte, ta Ausführung I, auf solidem Karton und in c>l»chten Buchstaben gesetzt, in Aktion. „Johann ckmidt, Möbeltransport und Lastzüge", sowie die ■ ^gehörige Adresse. Nummer II war durchaus
i at und in der Hauptsache für Damenhände be» mimt. Sie enthielt auf bestem Bütten und in il.'ien Schnörkeln nichts weiter als „Jonny iinibt" und ein wenig darunter „Telephon i'"789". Wie oft hatte Schmidt senior schon den i:aer hingeschmissen, wenn am anderen Ende wie- ir eine neue Stimme nach dem Jungen flötete. DD nie hatte er von Jonny etwas Solides vor- f?llt bekommen, eine junge Frau, wie sie das
Das \ \


