llr.M Zweites Blaff
Kießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Aus der Wett des Films
'65.
Musikinstrument, wie im Strumpf
wolf oder Steppenhund, im Film den Neuling.
Leierkasten, der = Bekanntes hier die Äufnahmekamera.
auch ein bedeutendes Anwachsen der Filmtheaterbesucherzahl zur Folge. 1932 wurden 235 Millionen Besucher gezählt, 1935 bereits 298 und nach den letzten statistischen Erhebungen 1936/37 weit über 360 Millionen! Äährend vor der Machtübernahme die deutschen Filmtheater nur teilweise organisiert waren, sind heute die Theaterbesitzer ausnahmslos durch die Fachgruppe Filmtheater erfaßt und Mitglieder der Reichsfilmkammer. Neben Maßnahmen zur allgemeinen und wirtschaftlichen Hebung des Berufsstandes, zur fachlichen Weiter- und Fortbildung, wirkten sich insbesondere solche kultureller Art fruchtbar aus. Die Zahl der Filmtheater ist von 4962 im Jahre 1934 heute auf über 5300 gestiegen!
Wenn man sich die vier Jahre nationalsozialistischer Filmführung noch einmal vergegenwärtigt, so
Darstellers in der Rede.
Neger, der = Im Film vom Rassengesetz ausgenommen, wenn es sich um die schwarze Tafel handelt, auf welcher die Dialogtexte verzeichnet stehen.
Plaudertasche, die = Scherzhaft für Mikrophone
Rhabarber, der = Aus der Bühnensprache übernommen, soviel wie Volksgemurmel.
Saft, der = Sinnbild für Kraft und Leben, der elektrische Strom für Beleuchtungszwecke.
Salat, der = Der „Verhedderte" Filmstreifen.
Schießen, das = Die im allgemeinen harmlose Tätigkeit der Kameramänner.
Schleier, der, vorzugsweise in der Verbindung „den Schleier nehmen^ gebrauch^ wer dabei ans Kloster denkt, begeht einen Irrtum. Der Aufdruck wird vom Kameramann gebraucht; Schleier ist das Tuch vor dem Objektiv, durch das ein Gesicht im Bild weich erscheint.
Nichts gefährdet die Wirkung eines historischen Films so sehr als ein Anachronismus, etwa, das nicht in die Zeit paßt. Ich erinnere mich an eine Szene, die in einem Salon zur Zeit Friedrichs des Großen spielte. Die Herren und Damen des Hofes saßen in ihren Kostümen aus der Zeit der brokatenen Stühle herum. Als die Hauptdarstellerin eintrat, zeigte es sich, daß für sie kein Sitzplatz da war. Der Regisseur ließ den Kameramann abstoppen. In aller Eile wurde der nächstbeste Sessel herbeigebracht — und der ganze Film war verdorben! Der Hilfsarbeiter hatte irgendeinen modernen Rohrstuhl erwischt, und dieser unerwünschte Blickfänger erzielte einen Heiterkeitserfolg.
Einem anderen unaufmerksamen Aufnahmeleiter passierte es, daß er bei einer Aufnahme, die das antike Rom zum Schauplatz hatte, die Straßendahnschienen auf den Vordergrund des Bildes bekam. In einer historischen Darstellung des amerikanischen Bürgerkrieges zündete sich der General der Südstaaten seine Zigarette aus einem Jupiter-Streich- holzbüchlein an, lange bevor auch nur das Schwefelholz überwunden war. Warum nicht gleich mit einem Sprungfederfeuerzeug?
Um derlei störende Irrtümer zu vermeiden, beschäftigen heute die großen Filmgesellschaften einen sogenannten Kontrolleur. Jetzt kann es nicht mehr Vorkommen, daß 3.23: Christoph Kolumbus ein Selbstgespräch unter einer elektrischen Laterne in seiner Geburtsstadt' Genua hält. Der Ehrgeiz eines guten Kontrolleurs ist es, bis ins kleinste wahrheitsgetreu zu sein. Als in'Hollywood ein Film gedreht wurde, der die Fremdenlegion zur Umwelt hatte, studierte der verantwortliche Kontrolleur seinen Schauplatz in allen Einzelheiten. Die Militür- baracken von Sidibel-Ades wurden von innen und außen photographiert. Sogar die gedrechselten Beine der Schlafpritschen wurden vermerkt!
Ein Hilfsregisseur, der aus den schwarzen Statisten einen Negertrupp zusammengetrommelt hatte — in einem Afrikasilm wurden Senegalesen verlangt —, war nicht wenig erstaunt, als sein Kontrolleur alle nicht flachnasigen tiefdunkelhäutigen Darsteller ausmerzte. Die Senegalesen, mußte er sich belehren lassen, sind reinrassige Neger, bei denen hochnäsige Typen nicht vorkommen. Eine derartige Genauigkeit kostet eine Menge Geld. Aber selbst der strengste Kritiser konnte bei dem in Amerika aufgebauten Afrika keinen Verstoß gegen das Lokalkolorit finden. ______________________
Abfahren - Lehnwort aus der Sprache der Hoch- und U-Bahnschaffner, soviel wie Beginn der Aufnahme.
Äbklingeln = Stammt ebenfalls aus dem Wortschatz der Verkehrsbeamten, bedeutet den Befehl, die roten Lampen einzuschalten, die jedem den Zutritt zu den Aufnahmeateliers sperren.
Abwürgen = Aus der Kriminalistik übernommener Begriff, soviel wie fehlerhafte Regulierung der Lautstärke durch den Tonsteuerer im Lichtspieltheater.
Alte, der - Ziemlich respektlose Bezeichnung für den Spielleiter. Siehe auch „Regisseur".
Anschneiden, z. B. eines Darstellers = aus der Sprache der Wursthändler übernommen, ein wie dort unblutiger Vorgang, nämlich die photographische Teilaufnohme eines Darstellers oder einer Filmszene.
Ausleuchten = Die Lichtprobe.
Dreh, der = Bedeutet im Gegensatz zur Alltagssprache keinen gemeinen Trick, sondern ganz schlicht die Aufnahme an sich.
Eiertanz, der - Keine Ballettübung oder Schaunummer einer Varietebühne, vielmehr der erste Gehversuch des Kojoten (siehe diesen).
Galgen, der = Nach Brockhaus: Vorrichtung zum Strafvollzug (Tötung' durch den Strang). Hier: Vorrichtung zum Aufhängen der „Plaudertasche". Siehe unter P.
Hase, der = Nicht der Mann, der keine Zeitung liest, auch nicht das schmackhafte Wild, sondern die
Rhabarber, Dreh und Eiertanz.
Hundert Worte Film-Deutsch.
Mele hundert Themen werden in Deutschland alljährlich den jungen Studenten für ihre Doktorarbeit gestellt. In scharfsinnigen Untersuchungen wird da beispielsweise dem Urgrund der Sprache nachgeforscht. Die Sprache ist ein lebendiger Organismus, ist ein Baum, der immer neue Zweige treibt, Blutenknospen ansetzt und sie zur Entfaltung bringt. Wie hat nicht allein der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte die Sprache bereichert! Wieviel neue Ausdrücke haben uns die Luftfahrt und der Rundfunk beschert und nicht zuletzt auch der Film.
Schon das Wort Film ist früher nicht bekannt gewesen; es ist aus dem Englischen übernommen worden, hat sich aber längst Bürgerrecht im Deutschen erworben. Welch köstlicher Witz leuchtet aus dem Wort „Kientopp", dessen Ursprung nie aufgeklärt werden konnte und das allein eine Untersuchung wert wäre. Wieviel Neues es auf dem Gebiete des Films zu lernen gibt, wie alte, jedem vertraute Wörter eine völlig neue Bedeutung erhalten haben, das wird jedem deutlich, der auch nur einmal durch ein Filmatelier gegangen ist und der Sprache der Darsteller und des technischen Stabes gelauscht hat. Es wäre an der Zeit, ein Wörterbuch der Filmsprache zusammenzustellen. Hier sei ein kleiner Versuch gemacht:
Filmkomparsin in der ersten kleinen Rolle.
Kojote, der - Nach Brehms Tierleben der Prärie- — Bezeichnung für
Sinter den Kulissen des Films.
Von allerlei „kleinen Irrtümern" und ihrer Ausmerzung.
Äon Hans B. Magenseil.
Loch, das = Im Straßenpflaster ebenso peinlich wie im Film; das Steckenbleiben des
geschadet haben. — Zarah Leander ist die Gloria Vane: ihre Aehnlichkeit mit der Garbo im Gesichtsschnitt und der tiefen Stimmlage ist in einigen Bildern überraschend; außerdem hat sie, im Gegensatz zu ihrer ersten deutschen Rolle, hier wirklich etwas zu spielen, und sie spielt es so, daß man sich wünscht, dieser Darstellerin einmal vor einer wirklich großen und ernsthaften Aufgabe zu begegnen. Birgel gibt den Albert elegant und gepflegt als einen Kavalier der viktorianischen Zeit von äußerlich blendender und tadelloser Haltung; auch nimmt er die psychologisch schwierige Gestalt sehr geschickt, so daß der Mann nicht geradezu wie em kalter Schuft, sondern eher wie ein bedenklich schwacher und schwankender Charakter wirkt. Neben den beiden zeigen sich im großen Ensemble einige darstellerische Leistungen, die man im Gedächtnis behält, so die von Hilde von Stolz sehr überzeugend gegebene Fanny Hoyer, dann Lina Lossen als Vorsteherin des Zuchthauses und Lissi A r n a als Nelly. Unter den männlichen Mitwirkenden seien Victor Staat, Jürgensen, Ziegel, Tiedtke und Hübner hervorgehoben. _ (Ufa.) Hans Thyriot.
ft) gegenseitig überspitzten und bekämpften, während es um die Vorteile des einen gegenüber denen des a deren ging, vereinigt.die Reichsfilmkammer fämt- l je Gruppen der im und am Film tätigen Mengen. Der „Jch"-Standpunkt liberaliftischer Jahre ht der „Wir"-Auffassung weichen müssen. Immer Ifttebt, mit allen Fachgruppen und Fachausschüs- sli eng zusammenzuarbeiten und auch mit der Wirt- sc aft, der Kunst und der Technik in Fühlung zu Sibert, hat die Führung der Kammer jederzeit die Töglichkeit, alle Veränderungen rechtzeitig zu er- Hnen und ihre Auswirkungen für die Gesamtheit z. überprüfen.
Man arbeitet planvoll und auf lange Sicht. Was lüher unsicher und unsolide war, ist abgelöst durch chliche Eignung und persönliche Zuverlässigkeit. :.-r deutsche Film, der einmal in dem Ruf übler ^schäftemacherei stand, ist zum Faktor im Kul- t rieben der Nation geworden.
Künder des Umschwungs, der sich seit der Macht- Üx'rnahme vollzogen hat, ist der deutsche Film jetoft. Er ist anständig und sauber geworden, gut im allgemeinen Durchschnitt und ausgezeichnet in seinen Spitzenleistungen. Die internationalen Erfolge des Aschen Filmschaffens sind bekannt und brauchen licht einzeln angeführt zu werden. Erinnert sei nur 01 die letzten Erfolge gelegentlich der Jnternatio- noCen Film-Kunstausstellung in Venedig im August les vergangenen Jahres, bei deren Abschluß eine incrnationale Jury dem deutschen Filmschaffen die Nisten Preise zuerkannte. Auch der hohe Stand bes deutschen Kulturfilmwesens ist allgemein bekannt. Jedoch wird es interessieren zu erfahren, daß in der Zeit vom 1. Juli 1936 bis zum 30. April 1<37 vierzig Kulturfilme das bedeutsame y ädikat „ft aatspoli"tisch wertvoll" erhiel- teu und 52mal das nicht minder bedeutsame Prädikat „künstlerisch wertvoll" erteilt wurde.
Die Qualitätssteigerung des deutschen Films hatte
Aufgabe: den deutschen Film zum Musterfilm zu rochen.
Man war von vornherein bedacht, den berufsstän- tsichen Aufbau organisch durchzuführen. Denn t ging ja nicht um eine Organisation, die um ihrer sl bst willen vorhanden sein sollte, sondern um einen Jr aktiven Arbeit bereiten berufsständischen Zu- scmmenschluß, in dessen Mittelpunkt Kultur und Hensch stehen sollten. Der Grundgedanke des ftän- j'chen Ausbaues verlangt die Eingliederung des Sizelnen in die Gesamtheit seines Berufsstand^ Während in den früheren Jahren die verschiedenen Sitereffentengruppen und Verbände des Films rein «rtschaftlich orientiert waren, ihre Forderungen
Deutscher Film von heute.
Von Hans Steinbach, preffereferent der Michsfilmkammer
Dom Rummel- und Kirmesplatz, von der „Wun- t»rhalle" und „Attraktionsschau", von den ersten furzen Stummfilmstreifen führt die Entwicklung des silms in knapp 40 Jahren zum Lichtspieltheater, 11r Filmkunst internationaler Bedeutung, die den Tonfilm kennt und nun darangeht, den farbigen i'ilm in ihr Schaffen einzubeziehen. Aus dem „Kin- hpp", aus dem Film, den man als „Ware" anfah, ruröe im neuen Deutschland das Kulturgut Film, U volkstümlichste Kunst. Der gesicherte wirtschast- lche und kulturelle Ausbau, den die berufsständische Hieberung des deutschen Filmes kennt, ermöglicht je künstlerische, kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung und Höherführung. Für die Siche- img der wirtschaftlichen Ordnung und für die Wah- tmg der kulturellen und künstlerischen Rechte ist die «eid)5filmfammer, verankert in der Reichskultur- j.mmer, geschaffen worden. Sie kennt nur eine
kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß dem deutschen Filmschaffen ein maßgebender Platz in der Welt geschenkt wurde. Das deutsche Filmschaffen, dem die Staatsführung ihre Impulse gibt, geht immer wieder angeregt, ausgerichtet und gefördert durch Reichsminister Dr. Goebbels und betreut durch die Reichsfilmkammer und ihren Präsidenten Staatsminister a. D. Professor Dr. L e h n i ch , an die Gestaltung des filmkünstlerischen und filmwirt- schaftlichen Aufbauwerkes. Namen künstlerisch hochstehender deutscher Filmwerke sind so allgemein bekannt, daß man sie in diesem Zusammenhang nicht noch einmal anzuführen braucht. In ihrer Gesamtheit werden sie Ansporn sein, nicht nachzulassen in dem Willen, den deutschen Film als Ausdruck deutscher Kultur und Kunst führend in der Welt zu sehen.
In Hollywood hat man die Aufnahmen für einen großen, in Alaska spielenden Goldgräber- und Trapperfilm abgestoppt, um erst eine Frage zu klären, die, wie man meinen sollte, geklärt sein müßte: kommt der Skunk als Pelztier in Alaska vor? Der Verfasser der Filmhandlung glaubt ja, und ein Skunk spielt eine entscheidende Rolle in seiner Geschichte. Es steht diesem Verfasser reichliches Kopfzerbrechen bevor, wenn die Entscheidung ausfällt, daß Skunks niemals in Alaska gefunden werden. Bis jetzt haben sich sechs der Fachleute dafür, drei dagegen entschieden.
So staunt der Laie, wenn er in den Regiebemerkungen eines Kontrolleurs Fragen wie folgende Heft: Wie sieht die Uniform eines englischen Landbriefträgers aus? Wie sind die eisernen Tore beschaffen, die den Khyber-Paß in Nordindien sperren? Um welche Stunde wird in der Westminster- Abtei zelebriert? Wie sah das Innere des St. Petersburger Restaurants „Hermitage" um Jahr 1914 aus? Und so weiter.
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Als der Film „Königin Christine von Schweden" fertig war, glaubten die Kontrolleure, den Vogel abgeschossen zu haben. Sie hatten die Architektur der Zeit, ihre Kostüme, ihre Transportmittel und Gebräuche studiert und sich nicht damit zufrieden gegeben, irgendeinen beliebigen Ausländer als tp- pifchen Vertreter feines Landes mitwirken zu lassen. Jeder einzelne war einer genauen Prüfung auf feine Rassenmerkmale unterzogen worden. Jedes Wort, jede Einzelheit in Aufputz und Ausstattung war auf feine Echtheit hin genau geprüft worden.
Und dann kam aus dem Kreise der Zuschauer eine Zuschrift, die dennoch einen Schnitzer nachwies. In einer Szene nämlich, in der ein Schriftstück, das im Auftrag der Königin gedruckt worden war, gezeigt wird, ist dieses Blatt in der sogenannten Cheltenham-Schrifttype gedruckt. Der Tadler, selbst ein Buchdrucker, wies in seiner Zuschrift mit Recht nach, daß diese Type erst einige Jahre später, nachdem die Szene spielt, erfunden worden war. Als der Kontrolleur daraufhin seine Angaben prüfte, sand er, daß er ausdrücklich erwähnt hatte, das Schriftstück müsse in römischen Schrifttypen gedruckt sein. In der Hitze des Gefechts war dieser Punkt übersehen worden — und der Irrtum fertig!'
„Zu neuen Ufern."
Gloria-Palast.
Dies ist die Geschichte der schönen und berühmten Zugerin Gloria Dane, die Geschichte einer großen Silbe und eines großen Opfers, beginnend im mdorianischen London, sehr traurig endend m Ebnep in Australien. Gloria Vane stößt mit ihren eoagten Chansons im Adelfi-Theater einige Pun- ar-er vor den Kopf, aber die elegante Welt jubelt 11 zu; sie liebt den leichtsinnigen und eleganten iir Älbert Finsbury, der eines Tages mit einem 'siizierspatent in der Tasche nach Australien ab- eii't und ihr verspricht, sie nachkommen zu lassen, ■otialb er drüben ein wenig Karriere gemacht habe. )c er vor der Abreise drängende Schulden zu beulten und nicht Geld genug hat, begeht er eine L chselfälschung, die nicht lange verborgen bleibt. Ihl Albert zu retten, beschuldigt sich Gloria selbst e- Verbrechens, wird verurteilt und in das bc= Tiigtigte Zuchthaus Paramatta bei Sidney depor- ie-t — ein jäher Sturz von der Höhe des Ruhms, 1 die Hölle der Frauenstrafkolonie, indessen Albert chiell Karriere macht. Ein viktorianischer Erlaß ei attet in dem frauenarmen Lande den Depor- ie-ten die Heirat, wenn bei der „Liebesparade fr Mann Gefallen an ihnen findet und es wagen ■®il. Auch Gloria findet einen, der sie hebt, aber ie kann Albert nicht vergessen, läuft jenem davon, jrot Albert und kommt eben recht, als auf einer tanzenden Gesellschaft feine Verlobung mit der lichter des Gouverneurs bekanntgegeben wird. )boria sucht sich verzweifelt und erfolglos in einem ;higeltangel cane Existenz zu gründen; dort findet ss eines Ibends Albert, der, aufs neue von ihr 1?,nubert, ein neues Leben mit ihr anfangen will; tb r nun ist es zu spät, Gloria hat erkannt, daß i 1 Opfer vergebens war, ihre Liebe ist erloschen, V- weist ihn ab. Albert nimmt sich das Leben, A ria weiß als einzigen Ausweg nur den Ruck - ins Zuchthaus; dort sucht und findet sie der tcitmäfjige Gemahl, der sie aus Paramatta erlöst ia|„ und rettet sie vor der verzweifelten Flucht in ihr altes Elend zurück. Und diesmal folgt sie ihm ftiCig, für immer, „zu neuen Ufern". — Diese Havel ist einem Roman von Lovis H. Lorenz ^gebildet; Detlev S i e r ck und Kurt Heuser jt)rieben das Drehbuch. Sierck führte auch Regie;
1 unterstrich die unmittelbar theatralische Wirkung !■:« Stoffes durch eine krasse Gegenüberstellung von anten Gesellschaftsszenen und realistischen Zucht- in'sepisoden, durch ein schroffes Nebeneinander der [bien Lebenslinien, die sich in äußerster Gegen- li/igfeit überschneiden. Eine stärkere Konzentration h letzten Szenen würde, wie wir glauben, nicht
Samstag, 25. Oktober 1957
Wie filmt man Menschenaffen?
Äon Pool Eipper.
Zunächst: es gibt kein unfehlbares Rezept, um mit Erfolg Menschenaffen zu filmen! Aber ich kann aus mehr als fünfjähriger Erfahrung wenigstens ein paar Ratschläge hierzu erteilen.
Am wichtigsten sind sestschließende Knöpfe an allen Taschen der Kleidung. Es läßt sich nämlich nicht vermeiden, daß man im Laufe des Filmens mit einem Drang oder Schimpansen in Tuchfühlung kommt, und diese so klugen, für alles Neue interessierten Tiere haben leider keinen Respekt vor dem Eigentum anderer Lebewesen. Taschentücher, Geldbeutel, Messer, Feuerzeug, Schnur, saure Bonbons und was sonst ein Filmmann in der Tasche hat, ist schnell auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Es wäre jedoch auch falsch, sich vor der Filmarbeit die Taschen zunähen zu taffen; man braucht sie dringend, um wenigstens zeitweise den Belichtungsmesser, die Sonnenblenden, das Entfernungsgerät und einige noch unbelichtete Filmkassetten unterzubringen. Nebenbei gesagt: von den letzteren hat man nie genug Vorrat. Es gehört zu den schlimmsten Heimtücken jedes Kurbelkastens, daß er rasend schnell auch die größte Menge Film am Objektiv vorüberzieht, so, daß immer dann die Spule ab« gelaufen ist, wenn sich etwas Schönes ereignet.
Als unerläßlich habe ich ferner erkannt, daß sich der Menschenaffenfilmer von aller Eitelkeit und vom „Ordentltch-aussehen-wollen" freimacht. Der Hosenstoff ist noch immer nicht erfunden, der heil und ganz eine solche Tätigkeit seines Besitzers übersteht; jedes Hemd wird verblüffend schnell mit vielen Luftlöchern und Dreiangeln geziert, und weder den Schuhen noch den Strümpfen tut das Klettern, Kriechen, Rutschen, das Benagen durch Affenzähne, das Zwicken von Affennägeln gut. Ganz abgesehen davon, daß die meisten Menschenasfen-Kinder gar zu gern überall ihre Visitenkarten in Form von nassen Flecken zurücklassen. Auf des Filmers Haut ist das noch am harmlosesten, weil Seife unfehlbar hilft. Und für Schrammen, Kratzer, kleine Rißwunden gibt es medizinische Pflaster, blaue Flecken heilen von selbst.
Neben diesen äußeren muß der Menschenaffen- Filmer auch noch innere Tugenden besitzen, am allernotwendigsten — Geduld! Eine Stunde in grotesk unbequemer Haltung reglos auszuharren, ist zwar lang, aber noch das kleinste Hebel. Schlimmer, wenn ein Gorilla hartnäckig zwei Sonnentage hindurch zwar die interessantesten Handlungen ausführt, jedoch stets mit abgewandtem Gesicht. Ihn stört leider das Kamera-Auge. Es kann aber auch geschehen, daß man dreimal in einem Monat von Berlin nach Dresden fahren muß, weil zur Abrundung des Filmberichts über den dortigen Schimpansen noch eine kleine Szene fehlt. Zwar ist der gute Charlie keineswegs widerborstig, doch beim ersten Versuch reichte das Licht nicht, beim zweiten kam fortwährend Eifi, die Stubengenossin, ins Bild gelaufen, und beim drittenmal transportierte die Kamera nicht. Das kommt schmerzlicherweife auch zuweilen vor.
Aber sonst ist das Filmen von Menschenaffen ein reines Vergnügen, vorausgesetzt, daß man Wetterglück hat, gute Helfer und die richtigen Tiere am richtigen Ort. Das Kurbeln geht dann von selbst.
„Steinhägcr-
UrqUell
Standing Girl = Ersatz für den Star beim Aus- leuchten einer Szene.
Storchschnabel, der = Die Holzklapper, deren Zusammenschlagen den Beginn einer Filmaufnahme anzeigt.
Strippenzieher, der = Soviel wie Kabelleger.
Synchron - Gleichlaufend, daher Synchronität -- gleichmäßiger Ablauf.
Tausender, der = Kein Schein, wohl aber ein Scheinwerfer von 1000 Ampere.
H.J,
Die synchronisierte Revolte.
Zwanzig starke Manner bekommen Zulage.
Es war einmal ein Film, in dem ging eine Revolte vor sich. Der Held des Films, der auch die Revolte anzettelte, bekam eine Gage von — na, es war viel Geld. Er behauptete, es wäre wenig, weniger als wenig!
Wahrscheinlich war aus diesem Grunde eine Nachsynchronisation nötig. Bei der Stelle, wo die wütenden Revolteriche ihrem Opfer nachfetzen, war der Ton weggeblieben. Die Rasenden fuchtelten mit ihren Mistgabeln und Käsemessern in der Lust herum, sie rissen die unrasierten Mäuler auf, aber sie blieben stumm wie die Fische in Omamas Gold- fischglas.
Das konnte, das durfte nimmer so fein und. bleiben!
Man bestellte also den Synchronisationsraum und zwanzig Männer mit gewaltigem Brustumfang. Diese Männer durften aussehen, wie sie wollten. Sie durften Brillen tragen, sie brauchten sich nicht zu schminken wie ihre Kollegen im Atelier, sie wußten, daß von ihnen nichts weiter begehrt wurde als ihre Stimme. Und ihre Aufmerksamkeit!
Wenn nämlich der Aufnahmeleiter, der gespannt dem Ablauf des Filmstreifens folgte, seine Arme in die Luft schmiß, dann war das für sie das Zeichen, loszubrüllen, das ihnen die Zähne summten.
„Fangt ihn! Haut ihn! Gebt ihm Saures!" Was man eben so bei einer Revolte brüllt.
Das Schwierige war nur, das Gebrüll mit dem Vorgang auf der Leinwand in Einklang zu bringen. Es kam auf den Bruchteil einer Sekunde an. Der Tonstreifen mußte mit dem Bildstreifen ein Ganzes werden, verstanden?! Kunststück, wenn der Aufnahmeleiter in Schweiß geriet!
Eine Revolte mit Ordnungsliebe, mit Harmonie, mit prägnantem Einsatz. Ja, gibt’s denn bös...?
Der Synchronisationsraum widerhallte von dem Kampfgeschrei. Die Männer mit dem großen Brustumfang bekamen eine Zulage, aber der Held des Films bekam nichts. Er zog sich grollend auf fein Schloß am Meer zurück...


