Ausgabe 
23.9.1937
 
Einzelbild herunterladen

mit einem fliegerischen Können und einer soldati­schen Bravour an, die alle Hochachtung verdienen. Wie wir vom Flugzeug aus das weit gespannte Gebiet über der golden glitzernden Ostsee in Augen­schein nehmen, kommt gerade ein roter Flie­gerangriff auf (Stettin zur Wirkung, wo im Hafen einzelne Brände auflodern. Wieder über Swinemünde, geraten wir in einen neuen roten Fliegerangriff. Erst ein einzelnes Kampfflugzeug, dann in schneller Folge eines nach dem anderen stößt in steilem Sturz aus den Wolken herab. Knapp über dem Hafen drehen die Flugzeuge ab und bringen sich einige Meter über der Küste entlang in Sicherheit. Die Mündungsfeuer der Flaks ver­mitteln einen Eindruck von der weiten Spanne des Schutzgürtels um die Festung. Auch die Kriegs­schiffe unten bellen mit ihren Geschützen. Nun sind auch die blauen Flugzeuge hoch und stürzen sich auf die Angreifer. Bald sitzt jedem roten Kampf­flieger ein blauer Jäger im Nacken.

Ausländische Manövergäste

in Warnemünde.

Mittwoch trafen in Warnemünde in Flug­zeugen und mit der Bahn eine Reihe ausländischer Manövergäste ein. An der Spitze der engli- s ch e n Gäste bemerkte man den Chef des briti­schen Generalstabes Marschall Sir Cyrill De- v e r e l l, den Kommandeur des östlichen Wehr­kreises General W. E. Jronside und den Luft­marschall Langnore. Mit Marschall Bado- glio trafen an der Spitze der italienischen Gäste General P a r i a n i, Admiral Cavagnari, General Dalle und der Stabschef der Faschisti­schen Miliz General Russo ein. Auch der unga­

rische Kriegsminister General der Honved Röder ist mit seinem Adjutanten Oberst Gimesy in Warnemünde eingetroffen. Ferner bemerkte man Reichspostminifter O h n e f o r g e und Reichsver- kehrsminister Dr. Dorpmüller.

Die Verdunkelung für Berlin beendet.

Berlin, 22. Sept. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring hat an die Berliner Be­völkerung folgenden Erlaß gerichtet:

Ich habe unter dem heutigen Tage angeordnet, daß die vom 20. bis 26. September angeordneten Verdunkelungsmaßnahmen mit Wirkung vom 23. September, 6 Uhr, für das Uebungsgebiet Groß- Berlin außer Kraft gefetzt werden. Bestim­mend für diese gewährte Erleichterung war neben Rücksicht auf das gewerbliche und wirtschaftliche Leben der Großstadt vor allem die m u st e r g ü l - tige Haltung der gesamten Bevölke­rung Groß-Berlins, die die Verdunke­lungsübung im Luftschutzort Berlin zu einem vol­le n Erfolg geführt hat. Ich spreche allen an der Vorbereitung und Durchführung der Verdanke- lungsmahnahmen beteiligten Stellen, vor allem aber der Bevölkerung von Groß-Berlin Dank und Anerkennung aus.

*

Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die im Rahmen der Wehrmachts- Manöver stattfindenden Verdunkelunasübungen außerhalb Berlins weiter durchgeführt wer­den. Berlin verlassende Fahrzeuge müssen daher bei Dunkelheit auch weiterhin mit Verdunkelungs­einrichtungen versehen sein.

Japan bedauert die Verwundung Knatch VM.

England hält den Zwischenfall für erledigt. - plan einer Fern-Ost-Konferenz in London.

Tokio, 22. Sept. (DNB.) Das Auswärtige Amt gibt die Note bekannt, in der Außenminister Hirota die britische Note wegen der Verwun­dung des britischen Botschafters im Kampfgebiet von Schanghai beantwortet. Hirota erklärt, die Frage der Schuld an der Be­schießung des britischen Botschafters fei zwar nicht endg ültig geklärt; dennoch ließen gewisse Anhaltspunkte die Annahme, daß die japani­schen Flieger die Schuld treffe. Hirota versicherte, daß die japanischen Flieger niemals absichtlich, son­dern nur aus Irrtum auf den britischen Bot­schafter geschossen haben könnten. Dennoch spricht die japanische Regierung ihr tiefstes Be­dauern aus. Eine Bestrafung derSchul- digen fei allerdings nur dann möglich, wenn eine Absicht der japanischen Flieger fest- gestellt werden könnte. Zum Abschluß versicherte Hirota, daß für die Zukunft alle Vor­sichtsmaßnahmen getroffen worden seien, um die Gefahren für die Nichtkämpfenden zu be­schränken. Nach der Ueberreichung der japanischen Note hat der britische Botschafter in Tokio Sir Ro­bert Craigie im Auftrage der englischen Regie­rung dem japanischen Außenminister mitgeteilt, daß die englische Regierung die Erklärung der japani­schen Regierung mit Genugtuung entge­gengenommen habe und den Zwischenfall als abgeschlossen betrachtet.

Das Eintreffen der japanischen Antwort sowie die schwere Bombardierung Nankings durch japanische Flugzeuge beschäftigen die Londoner Morgenblätter sehr stark. Alle Zeitungen be­tonen, daß man die Angelegenheit mit dem Ein­treffen der japanischen Antwort als erledigt be­trachte. Sie heben aber gleichzeitig hervor, daß die Bombardierung Nankings im Widerspruch z u der in der japanischen Note abgegebe­nen Versicherung stehe, daß die nicht- kämpfende Bevölkerung weite st gehend verschont bleiben würde; dabei weist dieTi- m e s" allerdings darauf hin, daß man Nanking nicht als eine offene Stadt betrachten könne, da sich dort eine chinesische Garnison befinde.

In Genfer Berichten einiger Blätter wird eine Erklärung des australischen Abgeordneten Bruce hervorgehoben, der eine internationale T a - g u n g zur Beratung über die Lage im Fernen Osten anregt. Es sei möglich, daß in Kürze an alle inter­essierten Mächte eine Einladung zur Teilnahme an einer solchen Konferenz abgehen werde, die wahr­scheinlich in London stattfinden solle. Es bestehe Grund zur Annahme, daß die britische Regierung diesem Plan zustimme.

Amerika protestiert erneut in Tokio.

Washington, 22. Sept. (DNB.) Die ameri­kanische Negierung ließ durch ihren Botschafter in Tokio einen zweiten und schärferenPro- t e ft gegen d i e Luftangriffe auf Nan­king überreichen. Darin beanstandet die Regie­rung die Schaffung einer Lage, durch die der ame­rikanische Botschafter ober andere Amtsstellen vor die Wahl gestellt würden, entweder ihren Amtssitz aufzugeben oder sich ernsten Gefahren auszufetzen. Die Regierung behält sich alle Rechte vor, für sich und die amerikanischen Bürger für alle Schäden, die sich aus den japanischen mi­litärischen Operationen ergeben, Ersatzforde­rungen zu stellen. Der amerikanische Botschaf­ter ist mit seinem Stab wieder in das Botschafts­gebäude in Nanking zurückgekehrt. Das Staatsdepartement, das darüber feine Befriedi­gung äußert, betont, daß dieser aus eigener Ini­tiative gehandelt habe. Man hofft, daß damit die chinesische Verstimmung wieder beseitigt ist.

Der französische Botschafter in Tokio hatte ebenso wie die Botschafter Englands und Amerikas einen Protest gegen die Bombardierung nichtmilitärischer Ziele eingelegt und die Schonung des Lebens der Ausländer verlangt. Ferner sollte sich die japanische Regierung bereit erklären, f ü r alle Schäden, die Ausländern zugefügt wür­den, aufzukommen. Die japanische Regierung hat der ersten Bitte entsprochen, hat sich aber nicht bereit erklärt, irgendeinen Schaden zu ersetzen, der Ausländern durch die Bom­bardierung enfftehen könnte.

Dritter japanischer Lustangriff auf Nanking.

Tokio, 22. Sept. (DNB.) Die japanische Ma- kineluftflotte hat am Mittwochmittag noch einen

dritten Angriff auf die chinesische Hauptstadt durch­geführt und auch die am Aangtse gelegenen Be­festigungsanlagen bei Kiangyin, halbwegs zwischen Schanghai und Nanking, sowie die dort liegenden chinesischen Kriegsschiffe mit Bomben belegt.

Die japanischen Operationen südlich von Tientsin.

Tokio, 23. Sept. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Die japanische Offensive südlich von Peiping und Tientsin ist nun bis dicht vor die chinesischen Verteidigungsstel- l u n g e n bei Pautingiu und Tschangtschau vorge­drungen. Vom japanischen Hauptquartier werden heftige Kämpfe vor Patingfu und Tschangtschau ge­meldet. Tschangtschau sei noch nicht eingenommen worden. Die japanischen Truppen versuchten den chinesischen Widerstand bei Pautingfu durch eine Umgehung im W e st e n zu brechen und Tschangtschau im Sturmangriff zu nehmen. Bei diesen Kämpfen wird die japanische Luft­waffe besonders stark zur Störung der rückwärti­gen Verbindungen der chinesischen Truppen und zur Bombardierung der ausgebauten chinesischen Stellungen eingesetzt.

Palästina.

DieAraberempörtüberdieGenferBeschlüsse

Jerusalem, 17. Sept. (DNB.) Unter den Arabern Palästinas herrscht über die Genfer Be­schlüsse zur Palästina-Frage einmütige Empörung. Die AraberzeitungFalastin" in Jaffa überschreibt die Genfer Meldung mitKomödie und B e - trug in Genf auf Kosten der Araber". Eden, so wird von dem Blatt gesagt, fei noch mehr als der Kolonialminister Ormsby-Gore für die Interessen der Juden eingetreten; auf die Rechte und Gefühle der Araber und Mohammedaner fei er nicht eingegangen. England ziehe die Freundschaft der Juden Der Freundschaft der Araber vor. Gegen das Judengeld, das Eng­land die Augen verschlossen habe, komme die ara­bische Welt nicht an. England vertrete die Teilung, doch der Gedanke stamme ursprünglich von dem Zivnistenführer W e i z m a n n und feinemBruder" Ormsby-Gore.

Das Jüdische Pressebüro spricht von einem E r - folg der Juden. Jetzt fei wohl keine Rede mehr von der zuerst vorgeschlagenen scharfen Be­schränkung der Judeneinwanderuna oder von einem Verbot des Landoerkaufs an die Juden, da ja das Mandat Englands bis zu einer Neuregelung des Statuts weiterbestehe.

Schuh für Orthopädieschuhmacher.

Berlin, 22. Sept. (DNB.) Am 9. September ist ein Gesetz zur Aenderung der Gewerbeordnung verkündet worden, das als Ergänzung des G r o ß e n Be f ä h i g u n g s n ach w e i s es" einen Fortschritt für das Schuhmacherhandwerk bedeutet. Danach dürfen orthopädische Maßschuhe nur im Handwerksbetrieb eines Schuhmachermei­sters gefertigt werden, der eine Zufatzprüfung bestanden hat. Dieses Gesetz gibt dem gelernten Meister Schutz vor der Konkurrenz des Pfuschers, so daß er wirtschaftlichen Erfolg für seine Be­mühungen um Leistungssteigerung erwarten kann, anderseits aber schafft es Sicherheit für den Kun­den, wirklich von einem ausgebildeten Orthopädie- fchuhmachermeifter bedient zu werden. Es ist nach­gewiesen, daß die Zahl fußkranker Menschen er­schreckend hoch ist, deshalb ist die gesetzliche Rege­lung ihrsr Betreuung besonders wichtig.

Freizeit Frohe Zeit.

Freizeit Frohe Zeit heißt der Titel einer Werbebroschüre des AmtesDeutsches V o l k s b i l d u n g s w e r k". Sie soll dem Schaf­fenden zu Beginn der Winterarbeit des Volks­bildungswerkes zahlreiche Möglichkeiten einer sinn­vollen Feierabendgestaltung, besonders an den lan­gen Winterabenden, aufzeigen. Das Vortrags- wesen, das alle Wissensgebiete aus Politik, Wirt­schaft, Kultur usw. erfaßt, ist beträchtlich erweitert worden. Bedeutende Männer aus dem öffentlichen Leben sind verpflichtet worden, über Reiseerlebnisse aus fremden Ländern, über die neuesten Forschungs­ergebnisse und vieles andere mehr zu berichten. Die Elementarkurse für gutes Deutsch, Fremd­sprachen, Rechnen, Kurzschrift usw. geben jedem die Möglichkeit, sich in diesen Wissensgebieten zu ver­vollkommnen. Besonderes Interesse beanspruchen die Arbeitskreise. Wer Lust zum Musizieren

hat, der kann das Spielen unter sachkundiger Leitung rasch erlernen. Aber auch dem Bastler, Zeichner oder Schnitzer ist die Möglichkeit gegeben, in den Arbeitskreisen abends seiner Lieblingsbe­schäftigung nachzugehen. Die Lehrkräfte werden manches neue Wissen und neue Kenntnisse vermit­teln. Auch der Hinweis auf den weiteren Ausbau der Führungen, Besichtigungen und Kulturfahrten ist wichtig. Oft knüpfen sie an die in Vorträgen er­örterten Themen an. Die Arbeitspläne der Volks­bildungsstätten sind in jederKraft-durch-Freude"- Dienststelle erhältlich.

Kleine politische Nachrichten.

In Avignon ist das deutfch-franzöfi- che Studentenlager beendet worden. Die Mannschaften trennten sich mit dem Entschluß, die Begegnungen zwischen der deutschen und franzö­sischen Jugend künftig mit allen Kräften zu fördern und in ihr festes Programm aufzunehmen.

Die Leiche des verstorbenen ersten Präsidenten der tschechoslowakischen Republik T. G. Masaryk wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung

von Schloß Sana nach Prag übergeflihrt. Aus der Prager Burg wurde dec Sorg in die mächtige Säulenhalle getragen, wo aus einem Katafalk die Aufbahrung erfolgte. Hier wird die Bevölkerung drei Tage und zwei Nächte vor dem toten Alt­präsidenten vorüberziehen.

*

Reichsminister Dr. Goebbels empfing Ver­treter der e st n i s ch e n Presse und der deutschen Presse in Estland, die auf Einladung der Reichs­regierung eine 14tägige Reise durch Deutschland machten, und erläuterte in einer kurzen Ansprache Ziele und Aufgaben der nationalsozialistischen Po­litik.

Der Chef der Ordnungspolizei, General D a - luege, sagt auf diesem Wege für die zu seinem 40. Geburtstage so zahlreich eingegangenen Glück­wünsche von Partei- und Volksgenossen seinen herzlichsten Dank.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Prä­sidenten der chilenischen Republik zum Unabhängigkeitstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Kunst und Wissenschaft.

Die Stadt Halle erwirbt Händels Geburtshaus.

Als die Reichs-Händelfeststadt Halle 1935 die Wiederkehr des 250. Geburtstages ihres großen Sohnes festlich beging, wurde es nicht allein von der Stadt selbst, sondern auch von den zahlreichen Mitveranstaltern und insbesondere von den aus­ländischen Gästen als eine selbstverständliche Ver­pflichtung Halles bezeichnet, das Geburtshaus Händels in den Besitz der Stadt zu bringen. Der Anteil, den die ganze Welt und insbesondere Eng­land an den Händelfeiern nahm, bestärkte den höllischen Oberbürgermeister in seinem Plan, in dem Händelhaus eine Händel-Gedächtnis- ft ä 11 e zu errichten. Halle als der kulturelle Mittel­punkt des Gaues Halle-Merseburg löst damit eine bedeutsame kulturelle Verpflichtung ein. Der An­kauf des Händelhauses ist der Stadt aus laufenden Mitteln möglich. Es soll, sobald es in den Besitz der Stadt übergegangen ist, von Grund auf für den besonderen Museumszweck hergerichtet werden. Georg Händel, des Komponisten Vater, hat das Haus Große Nicolaistraße 5 am 30. Juni 1666 er­worben. Bis 1782 blieb das Haus dann im Besitz von Gliedern der Händelschen Familie. Zu Reich­helms Zeit (1771 bis 1782) erfolgte ein Umbau, über den wie folgt berichtet wird:Die Frau vw. Ratsmeister Reichhelm hat mir erzählt, daß ihr Großonkel, der berühmte Händel, in dem Eckhaus der Kleinen Ulrichstraße geboren wurde, und daß ihr seliger Mann eben deswegen dieses Haus vor­mals habe wieder aufbauen lassen, um es zu einem fortdauernden Denkmal des berühmten Mannes zu weihen".

Internationaler Filmwettbewerb in Como.

In Como wurde der II. Internationale Wett­bewerb für wissenschaftliche und Fre rn- denverkehrssilme vom Generaldirektor des italienischen Reiseverkehrs, Abgeordneten Bononi, eröffnet. Der erste Abend war den Aerzten gewid­met. Professor F o a von der Universität Mailand, sprach von der Bedeutung des Films für For­schung und Unterricht in der Biolo­gie und Medizin. Es wurde ein italienischer Film über Operationen, den Blutumlaus und Vi­tamine C vorgeführt. Großen Beifall fand wieder der Ufa-FilmRöntgenstrahle n". Ferner der Tobis-FilmLebenskampf im Schilf". Dom

Reichsbahnzentralamt wurdenDer gläserne Zug" undDie Fahrt ins Weite" vorgeführt.

Bei dem in Como stattfindenden 2. Wettbewerb für wissenschaftliche und Verkehrswerbefilme erzielte einDeutscher Aden d", an dem ausschließ­lich deutsche Filme gezeigt wurden, einen starken Erfolg. Zur Vorführung gelangten der Tobis-Film Klar Schiff zum Gefecht", der Propagandafilm der ReichsbahnDer Rhein von Köln bis Mainz", der von Lieberenz gedrehte KulturfilmDom Schlehenspinner und Kaisermantel", ferner der Tobis-FilmWald ohne Weg", der Ufa-Film Bunte Fischwelt" und der Reichsbahnwerbefilm

Vom Allgäu nach Oberammergau". Wie alle diese Filme, fand auch der LiebhaberfilmBommerli", ein reizender Kindersilm, starken Beifall. Den Ab­schluß des gelungenen Abends bildete der Olympia­werkfilmDer Olympia-Film entsteht". Der Ver­anstaltung wohnten neben dem Bürgermeister der Stadt Como und anderen Persönlichkeiten des Fremdenverkehrs- und Filmwesens auch Konsul Schäfer vom deutschen Generalkonsulat in Mai­land und der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Mai­land, Hillebrand, bei.

Ein neuer Film mit Hans Albers.

Die Tobis hat Hans Albers für die Haupt­rolle ihres Jacques-Feyder-FilmsFahrendes Volk" verpflichtet. Hans Albers wird als Gegen­spieler Fran^oise R o s a y s einen leichffinnigen und haltlosen Mann darstellen, der nach einem drama- tischen und bewegten Leben seine Schuld sühnt. Albers wird dieser Tage in Geiselgasteig mit den Aufnahmen dieses Films beginnen, der von der Tobis in der Herstellungsgruppe Helmut Schreiber produziert wird.

Aus aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Siebenbürgen.

Bukarest, 22. Sept. (D31B.) Bei Ciacea in Siebenbürgen ereignete sich am Mittwoch ein schwe­res Eisenbahnunglück. Ein stark besetzter Personenzug und ein Frachtzug stießen mit voller wucht zusammen. Aus den Trüm­mern wurden bisher zehn Tote und 22 ver­letzte geborgen. Der Zustand von zwölf ver­letzten ist hoffnungslos. Die Zahl der Opfer dürfte noch größer fein. Vach den bisherigen Feststellun­gen erfolgte das Unglück, weil der Personenzug von der Station Liucea zu früh abgelasfen worden war.

Fugoslawien-Vulgarien-Fahrer des NSSH. in Belgrad.

Die aus 30 Wagen bestehende Kolonne des NSKK. traf auf ihrer Befuchsfahrt durch Jugo- s l a w i e n und Bulgarien unter Führung von Korpsführer Hühnlein in der jugoslawischen Hauptstadt ein. Den deutschen Gästen war überall in Jugoslawien ein sehr herzlicher Empfang zuteil ge­worden. An der Belgrader Stadtgrenze wurden sie von Vertretern des Belgrader Automobilklubs empfangen. Die Teilnehmer an der Fahrt werden ihre Reffe über Nifch nach Sofia fortsetzen.

Jüdischer Schwerverbrecher in Warschau abgeudeilt

2m Herbst vergangenen Jahres war der Politi­schen Polizei in Warschau die Verhaftung eines be­sonders gefährlichen kommunistischen Verbrechers, des Juden David P r e ch e l, gelungen. Der Jude wurde jetzt vom Warschauer Bezirksgericht mit sechs Jahren Zuchthaus bestraft. Er hatte in Polen einen kommunistischen Geheimdienst orga- nifiert, dessen Ausgabe die Ueberwachung unzuoer- lässiger Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei war. In dieser Eigenschaft hat er mehrfach anUrteilen" der kommunistischen Meucheljustiz mitgewirkt. So war er auch an dem Mordbeschluß beteiligt, demzufolge vor zwei Jahren in den Straßen Warschaus ein Pole abgeschlachtet wurde. In den letzten Jahren vor seiner Verhaftung hat sich der Blutjude besonders für die Kolonisierung von Juden in der sowjetischen Judenrepublik Biro­bidschan eingesetzt. In Chelm wurde ferner ein Mitglied der Kommunistischen Partei der West­ukraine wegen terroristischer Betätigung zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

Gefährlicher Bienenstich.

Das jüngste Kind eines Koblenzer Einwohners trank abends zu Hause ein Glas Apfelsaft. Das süße Getränk hatte eine Biene angelockt, und ohne es zu bemerken, verschluckte das Kind die Biene. Das Insekt stach in den Schlund, der sofort stark anschwoll. Sofortige ärztliche Hilfe verhinderte schlimme Folgen Les gefährlichen Insektenstichs.

Das Wetter

vom 23. September bis 2. Oktober.

Herausgegeben von der Forschungsstelle für lang- fristige Witterungsvorausfagen des Reichswetter- dienftes in Bad Homburg vom 22. Sept, abends.

In einem großen Teile Deutschlands hat sich das Wetter erheblich gebessert, doch muß im großen unö ganzen auch weiterhin mit unbeständiger Wit- terung gerechnet werden, d. h. es werden trübe, zu Niederschlägen neigende Tage mit trockenen, wol- rtgen bis heiteren Tagen wechseln. Die Nieder- schlage werden aber im allgemeinen, vom Alpen­vorland abgesehen, nicht mehr so stark sein, wie in den beiden letzten Wochen. Die Aufheiterungen werden vermutlich im mittleren Norddeuffchland unö im Osten etwas häufiger und von längerer ä^tweffe mehrtägiger Dauer Mn, als im We° In5 Die Temperaturen werLen in den nächsten Tagen außer im Nordosten meist nte-r?cm Regelwert liegen, in der nächsten Woche ist jedoch zunehmende Erwärmung wahrscheinlich.

Die Gesamt-Sonnenscheindauer wird an den meisten Orten zwischen 30 und 55 Stunden betragen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der über Norddeutschland sich erstreckende Hoch­druckrücken gewinnt in Deutschland immer weiter an Einfluß. Somit t)at das Negengebiet, das am Mittwoch nach Südüeuffchland abwanderte und vor­übergehend nord- und ostwärts Raum gewann, er­heblich an Ausdehnung verloren und beschränkt sich heute früh im wesentlichen auf das Alpenvorland. Mit dieser Entwicklung kann für die nächste Zeit verhältnismäßig freundlichere Witterung erwartet werden.

Aussichten für Freitag: Morgens viel­fach dunstig oder nebelig, sonst heiter bis wolkig und meist trocken, nachts recht frisch, tagsüber nur mäßig warm, nördliche bis östliche Winde.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder- Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen- (eiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt'der Anzeigen: Theodor Kümmel D. A VIII 37 9090 Druck und Verlag: Bruhlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig,