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was den Staat befestigen könnte: die Möglichkeit, auf offenem Markt zu konkurrieren, Steuerkraft, Kapital und Sicherheit bis ins letzte Dorf hinein, die die Holländer im Malaiischen Archipel so vollendet entwickelt haben.

Ein so kluger Mann wie der erste Präsident des Landes, Quezon, kennt diese Schwächen sicher­lich. Er ist sehr aktiv. Zwei Tage nach uns kam er mit dem Schiff nach Hongkong zum Besuch Kan­tons. Es ist mehr als eine Höflichkeit gewesen, aber auch die kaum zu erwartenden größten wirtschaft­lichen Erfolge der Mission sind für die Philippinen nur ein Tröpfen auf den heißen Stein. Amerika und nochmals Amerika wird die Losung bleiben. Nach dort kann man noch zollfrei ausführen und so soll es, nach dem Wunsch der neuen Herren, auch bleiben. Man wäre heute gern bereit, gewisse politische Opfer zu bringen Aber ist den Amerika­nern Manila soviel wert, wie es heute in Gestalt des Unterhaltes seiner nicht unbeträchtlichen Streit­kräfte und der Verwaltung bezahlt? Wiegt der Ex­port nach den Philippinen diesen Nachteil auf? Kaum! Es wäre möglich, daß die USA. die Ange­legenheit als Prestigefrage betrachten würden, ob­wohl Prestigepolitik das Letzte ist, was Awerika treibt.

Also Ungewißheit für den neuen Staat, wo­hin man auch sieht. Augenblicklich munkeln die Stewards und Offiziere auf den Schiffahrtslinien etwas von dem märchenhaften Goldreichtum der Inseln. Es werden Wundergeschichten von Menschen erzählt, die über Nacht Millionäre geworden seien. Sie find angefteckt worden von der Spekulations­wut der Hauptstadt, wo auch der armseligste Kuli seine wenigen Pfennige riskiert und riskieren kann, weil es Änteile von 2 Centavos gibt. In einem gewissen Teil Manilas drängen sich die Menschen zu jeder Tageszeit. Viele leben davon, daß sie am Vormittag kaufen und am Nachmittag zu höherem Kurse wieder verkaufen. Das ist möglich, denn im­mer noch steigen die Zahlen am schwarzen Brett. Manche Werte erreichten den hundertfünfzigfachen Kurs. Aber man braucht kein Bankier zu fein, um sich auszurechnen, daß die Jahresgewinne der Gold­minen in Höhe von einigen Millionen Pesos keine vielfachen Spekulationsgewinne auf die Dauer er­tragen können. Einmal muß das ein Ende haben, und dann haben landfremde Menschen den Vorteil, die Bürger Manilas den Verlust gehabt.

Nein, das ist nichts, worauf der neue Staat bauen kann. Als Tage später hinter uns in der Abendsonne der Corregidor verschwindet, bleiben alle Fragen und Probleme für uns ungeklärt. Eines nur ist sicher: Einige tausend Kilometer im Süden liegt ein Land, das auch in seinem ärmsten Teil seine Häuser zweimal im Jahre weiß am K, ein Schmuckkästchen, stets ein Fleckchen, das hnsucht vieler Menschen trägt, die beste Hoch­schule moderner Kolonialpolitik auf der Welt: N i e- derländisch-Jndien. Dorthin sollte Präsi­dent Quezon seine Schritte lenken. Dort fände er fein Ideal, nicht im politisch so unruhigen China.

Oie Lage im Kernen Osten.

Japan und die bolschewistische Bedrohung.

Tokio, 22. März. (DNB.) Im Unterhaus er­klärte Außenminister Sato, daß die Sowjets jede Tätigkeit der japanischen Schiffahrtsgesellschaften in Wladiwostok unterbunden hätten. Die Frage der Grenzkommissionen zur Festlegung der Grenzen zwischen dem Sowjetgebiet und Man- dschukuo und zur Verhütung von Grenzzusammen- stötzen sei i m m e r n o ch u n g e l ö st. Hinsichtlich der bedrohlichen Anhäufung von Sowjettrup­pe n an den mandschurischen Grenzen sei kein Fort­schritt erzielt worden trotz wiederholter Vorstellun­gen in Moskau. Bezeichnend für die Haltun-g Mos­kaus sei die angedrohte Sperrung des Eisen­bahnverkehrs bei Manschuli. Politische Kreise vertreten die Ansicht, daß Moskau entschlossen sei, den gesamten transsibirischen Verkehr nicht mehr durch Mandschukuo, sondern über Chabarowsk nach Wladiwostok zu leiten.

Die anfangs mit größter Zuversicht begrüßten japanisch-chinesischen Wirtschaftsver­handlungen in Schanghai werden plötzlich als Fehlschlag bezeichnet, da von chinesischer Seite un­erwartet politische Forderungen auf volle Wie-

Ein

Zusammenfassung aller Kräfte zum Abwehrkampf gegen den Bolschewismus.

Neuyork, 22. März. (DNB.) Auf Anregung zahlreicher antikommunistischer Organisationen ver­schiedener Länder kam im letzten Herbst eine ver­trauliche antikommuni st ische Konferenz zustande, an der 44 Vertreter aus 20 Ländern und 3 Erdteilen teilnahmen, darunter der Gesamtoerband deutscher antikommunistischer Vereinigungen e. V. Antikomintern". Die Konferenz hat es als dringend erkannt, einen antikommuni ft ifchen Welt­kongreß zufammenzuberufen, der dem geistigen Kamps gegen den roten Weltfeind in aller Öffentlichkeit einen neuen Impuls ver­leihen soll. Die Konferenz hat weiterhin einstim­mig beschlossen, zur Vorbereitung des Weltkon­gresses ein internationales Büro einzu- richten.

Die kommunistisch-bolschewistischen Lehren find ein Gift, das den Staafsförper, in den es ein- bringt aufzulockern und schließlich zu zerstören droht. Ls gilt daher, die Wirkung dieses Gif­tes zu erforschen und zu paralysieren, Wittel und Wege zu finden, wie man sich rechtzeitig dagegen schützen kann. Wann und wo dieser Antikommunistische Weltkongreß stattfinden soll, steht noch nicht fest. Die Beteiligung an ihm wird so umfassend sein, daß er wirklich die Welt­meinung und deren Protest gegen die Um­sturzarbeit der Komintern eindeutig zum Aus­druck bringt Der Kongreß soll das T r i b u - n a l werden, vor dem die bolschewistischen Welt­verschwörer abgeurteilt werden: er soll die Bahn freimachen für einen wahrhaft wir­kungsvollen Abwehrkampf. Es kann in diesem Kampfe nur ein Entweder-Oder, nur ein Für oder ein Wider geben. Wer da glaubt, daß dieser Kampf durch ein Kompromiß bei­gelegt werden könnte, der kennt nicht das wellrevolutionäre und kriminelle Wesen des Bolschewismus. Wer sich hier einer Täuschung hingibt, wird selber zum unfreiwilligen Weg­bereiter und Steigbügelhalter des Bolsche­wismus.

Die erforderlichen Mittel werden von den Or­ganisationen, die das Büro gebildet haben oder sich ihm noch anfchließen werden, durch Beiträge ge­sichert. Als vorbereitende Arbeit soll eine auf brei­tester Grundlage organisierte Aufkläruntzs- tätigf eit durch Bücher, Broschüren, Vorträge, Ausstellungen, Filme ufro. geleistet werden. An Hand von authentischem Beweismaterial soll d i e Gefahr der kommuni st ischen Wühlar­beit in allen ihren Phasen und Tarnungen als die größte Bedrohung der Kultur, des Friedens und der nationalen Wohl­fahrt und Freiheit aller Völker klar­gelegt werden. Die Art und Weise, wie die soziale und politische Aufbauarbeit als das beste positive Mittel gegen den Bolschewismus und die Ausbrei­tung seiner Umsturzbestrebungen geführt wird, muß selbstverständlich eine interne Angelegenheit des be­treffenden Landes bleiben. So muß auch der Kampf gegen den Kommunismus in den einzel­nen Ländern individuell und verschieden­artig geführt werden. Das hindert jedoch nicht eine ebenso enge Zusammenarbeit und gegenseitige Förderung der antikommunistischen Aufklärungsarbeit.

Passivität, Gleichgültigkeit und Blindheit gegen­über der Weltgefahr des Bolschewismus ist ein höchst gefährliches und verhängnisvolles Ver­hallen. Dieser Standpunkt einer bequemen Neutralität" muh vor allen Dingen überwunden werden, wenn die Welt wieder ge­funden soll und wenn zwischen den einzelnen Völkern und Ländern wieder volles gegen­seitiges Vertrauen und eine fruchtbringende Zu­sammenarbeit Zustandekommen soll. Der Kampf, um den es sich handelt, ist keineswegs ein Kampf zwischen zwei Ideologien. Es ist viel­mehr ein Kampf gegen Zersetzung, Gottlosigkeit, TerrorundUmsturz, gegen Bürgerkrieg und Roten Imperialismus ein Kampf für Glauben, Ordnung und Recht, Gerechtigkeit, Verständigung und Frieden. Das find die Ideale, denen wir bei unserem Kampfe gegen den Bolschewismus zu dienen bestrebt sein wollen.

derherstellung der Souveränität in Nordchina erhoben worden seien. Die strenge Tren­nung der wirtschaftlichen Fragen von der Politik sei die Voraussetzung für eine friedliche Verständi­gung. Die Aufwerfung der politischen Fragen würde für Japan eine Verständigung unmöglich machen. Die Aufrechterhaltung des Status quo in Nordchina sei das äußerste Zugeständnis, das die japanische Politik machen könne.

Anarchistische Terrorakte in Bulgarien.

Sofia, 22. März. (DNB.) Sonntag brachen in zahlreichen Dörfern des nordwestbulgarischen Gaues Wratza Feuersbrün st e aus. In dem Dorfe Strupen brannten 15 Häuser nieder, weitere 17 Häuser und Wirtschaftsgebäude wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch in der Bezirksstadt Bjela Slatina gingen mehrere Anwesen in Flam­men auf. Die Erregung der Bevölkerung ist um so größer, als am Sonntag ganz Westbulgarien von einem heftigen Sturm heimgesucht wurde, der zur raschen Entfachung und Ausdehnung des Bran­des stark beitrug. Da am Sonntag im Gau Wratza Gemeindewahl en durchgeführt wurden, ver­dichtete sich der Verdacht, daß die Brandstiftungen das Werk terroristischer Elemente sind, die die Wahlen stören wollten. Die Gemeinden sind seit Jahren bolschewistisch verseucht. Für einen Terrorakt spricht auch, daß im Gau Wratza nahezu 40 v. H. ungültige oder r e g i e = rungsfeindliche Stimmen abgegeben wur­den.

Rumänischer Ministerbesuch in Prag.

Prag, 22. März. (DNB.) Der rumänische Mi­nisterpräsident Tatarescu stattete in Prag dem Ministerpräsidenten Dr. Hodza einen Besuch ab. In der Unterredung wurde die feste Entschlossenheit betont in jeder Hinsicht die Leistungsfähigkeit der Kleinen Entente zu stärken. Hodza betonte in einem Trinkspruch, die Kleine Entente sei bereit, zum Ausbau der Zusammenarbeit der Donaustaaten bei­zutragen. Sie solle auf der ganzen breiten Grund­lage der gemeinsamen Interessen erfolgen und werde weitere Möglichkeiten zum Aufbaukorrekter Be­ziehungen der intensiven Zusammenarbeit mit Italien und Deutschland" gewähren. Tatarescu betonte besonders, daß sich die Kleine Entente ebenso nachdrücklich für den Frieden wie für die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen einsetze.

Militärisches Sperrgebiet aus Heia.

Warschau, 22. März. (DNB.) Eine Verord­nung des polnischen Ministerpräsidenten führt für den westlichen Teil der Halbinsel Hela in der Danziger Bucht eine Fülle von Rechtsbeschrän­kungen ein. Die Errichtung von Bauten, Straßen und Wegen, von Kanalisations-, Beleuchtungs-, Te­lephon-, Telegraphenanlagen usw., die Anlagen von Gräben und Deichen werden von der Zustimmung der Militärbehörden abhängig gemacht, ebenso die Anlage von Entwässerungs- oder Bewässerungs­einrichtungen. Weiter werden topographische und photographische Aufnahmen verboten. Endlich bedarf der Eigentums - und Besitzerwerb und die Verwaltung von Immobilien der Zustim­

mung der Militärbehörden, ebenso wie bei Miete ober Pacht. Wohnrecht und Aufenthalts­recht sind ebenfalls von der Erlaubnis der Mili­tärbehörden abhängig.

Oer Appell Francos an die Unterzeichner der Algeciras-Akte.

London, 22. März. (DNB.) Im Unterhaus erklärte Außenminister Eden, das Foreign Office habe eine Mitteilung des Generals Franco erhal­ten, die behaupte, daß Intrigen in der spa- nnischen Marokkozone gesponnen würden, um unter Verletzung der bestehenden Verträge Un­ruhen hervorzurufen. Die Mitteilung rege an, eine internationale Kommission zur Unter­suchung in der spanischen Zone zu schaffen. Die bri­tische Regierung sei jedoch der Ansicht, daß die Lage an der Grenze zwischen der französischen und spa­nischen Zone in Marokko diplomatische Schritte der Vertragsmächte von Algeciras nicht rechtfertige.

Neugliederung des ReichsfinanMinisteriurns.

Berlin, 22. März. (DNB.) Die Aufgaben des Reichsfinanzministeriums haben sich in den letzten Jahren derart erweitert, daß die bisherige Abtei­lung für allgemeine Finanzpolitik (Ab­teilung I) aufgegliedert werden muß. Aus ihr werden drei Abteilungen geschaffen werden und zwar Abteilung I für Reichs- und Länder- h aus halte sowie Finanzausgleich, Ab­teilung IV für Besoldung, Bau und Lie­genschaften, Abteilung V für Recht, Wirt­schaft und internationale Finanz­politik. Der durch diese Umbildung frei werdende bisherige Leiter dieser Abteilung, Ministerialdirektor Dr. Ol scher, wird demnächst in den Vorstand zweier dem Reich gehörenden Gesellschaften, und zwar in die Vereinigte Jndustrieunternehmungen AG. und in die Reichskreditgesellschaft AG., über­treten und so seine Erfahrungen und Kenntnisse weiter dem Reich zur Verfügung stellen. Es werden nach der Neugliederung im Reichsfinanzministerium fünf Abteilungen bestehen:

I. Reichs- und Länderhaushalte und Finanz­ausgleich.

II. Zölle, Handelspolitik und Derbrauchssteuern.

III. Besitz- und Derkehrsfteuern.

IV. Besoldung, Bau und Liegenschaften.

V. Recht, Wirtschaft und internationale Finanz­politik.

Außerdem ist im Rahmen der Abteilung II die Stelle eines General Inspekteurs des Zollgrenzschutzes geschaffen worden.

Oie Befugnisse der Verkehrspolizei erwe tert.

Berlin, 22. März. (DNB.) Nachdem praktische Erfahrungen über den Streifendien st der motorisierten Gendarmerie auf den Reichsautobahnen, den Fernverkehrsstraßen usw. vorliegen, hat der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei die Streifenführer und Offiziere der motorisierten Gendarmerie zu Hilfsbeam­ten der Staatsanwaltschaft bestellt. Da­durch erhalten sie die Vollmacht, bei Derkehrsunfällen mit kriminellem Einschlag die erforderlichen Maß­nahmen wie Festnahme der verdächtigen Per­sonen, Durchsuchung und Beschlagnahme der Wagen usw. zu treffen.

Oer Polizeidienst wird elastischer!

Berlin, 22. März. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei verlangt, daß der Polizeidienst sich elastisch den polizei- lichenVorkommnissen an paßt. Zu diesem Zweck soll künftig jedes Polizeirevier einen Plan seines Bezirkes anfertigen, in dem alle wich­tigen polizeilichen Vorkommnisse wie Verkehrsun­fälle, Diebstähle usw. laufend markiert wer­den. Der Reviervorsteher soll dadurch in die Lage versetzt werden, die Zweckmäßigkeit seines Streifendien st es dauernd zu überprüfen und der jeweiligen Situation anzupassen.

Dietrich Eckart.

Zu seinem 70» Geburtstage am 23. Mürz.

Dietrich Eckarts dramatische Werke haben seit den Tagen der nationalsozialistischen Macht­ergreifung an den deutschen Bühnen endlich Ein­gang gefunden. Als Dietrich Eckart noch lebte, war es nur wenigen feiner Stücke befchieden, eine ge­rechte Würdigung zu erfahren; denn Pressekritik und Publikum verstanden Schöpfer völkischer Lustspiele nicht, die jüdische Kunstclique schaltete ihn zielbe- wußt aus, zwölf Jahre des Elends und der Not in Berlin von 1899 bis 1911 hatten ihm Mißerfolg auf Mißerfolg gebracht.

Ein einziges Schauspiel hatte sich damals durch­gesetzt: eine Übertragung von Ibsens drama­tischem GedichtPeer G y n t". Eckart erkannte das Heldentum dieses Bauern, er lehnte die frühe­ren Übersetzungen ab, die das Heldentum für Un­geschicklichkeit ausgaben. Die jüdischen und jüdisch bestimmten Kritiker jener Jahre richteten sich natur­gemäß auch zunächst gegen diese neue und echte Erfassung der Grundgedanken Ibsens, auch dieses Werk schien eine Enttäuschung wie die bisherigen zu werden.

Dieser Kampf sollte zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung Dietrich Eckarts werden: Er erkannte, daß der Kampf gegen die jüdische Kritik ausgenommen werden mußte, daß aus dem Kampffelde der Presse zunächst die Ent­scheidung gesucht werden mußte. Denn wo das Schöpferische mit brutaler Macht unterdrückt wird, muß erst diese Macht gebrochen werden. Mit zwei satirisch-kritischen Schriften:Der große Krumme" undNochmals vor der Höhle des großen Krummen" sagte er den Geg­nern den Kampf an und setzte sich durch. Die Juden waren diegroßen Krummen", wie sie schon Ibsen genannt hatte, und sie bekämpfte er als einzelner völkischer Denker, als Hüter der wahren Kultur gegen die Herren der Kultureinrichtungen des damaligen Deutschlands. Dietrich Eckart wurde damit vom Dichter zum Pressemann, zum Jour- na listen. Er ging zwar nicht in dieser neuen Arbeit auf, denn fein großes historisches Drama Heinrich VI." beweist, wie sehr er auch später in der alten Richtung noch arbeitete, aber er ge­wöhnte sich auch daran, mit der scharfen Feder den Gegner zu bekämpfen. Theaterkritiken aus der spä­teren Zeit beweisen, daß er mit aller Schärfe auch hier seinen völkischen Standpunkt vertrat

Während des großen Krieges ruhte natürlich diese Arbeit, um so dringlicher wurde 1919 die Aufgabe.

die Presse im Kampf gegen die Mächte der Zer­setzung einzusetzen. Nun war es nicht nur eine Clique jüdischer Literaten, die die kulturelle Ar­beit zerstörten, jetzt war auch die herrschende poli­tische Macht im Bunde und in innerer Einheit mit seinen Gegnern auf künstlerischem Gebiet. Dietrich Eckart wurde in den Novembertagen 1918 zum Politiker, zum Redner. Er begann seinen An­griff auf das marxistisch-demokratilche System mit einer Zeitschrift21 uf gut Deutsch", deren erste Nummer bereits im Januar 1919 erschien.

Der Aufruf, den er an die Spitze dieser ersten Nummer setzte, zeigt die Klarkeit, mit der schon damals Dietrich Eckart die grundlegenden Gegen­sätze sah:Männer! Weniger die Politik verdirbt den Charakter, als der Charakter die Politik. Sie ist in der ganzen Welt eine unreinliche Sache ge­worden, weil die berufenen und unberufenen Führer der Völker bewußt oder unbewußt schon seit langem nur nach einem streben, nach persönlicher Macht. Dieser Drang zur Befriedigung eitelster Selbstsucht entspringt innerer Schwäche. Wer seelische Kraft in sich fühlt und daher weiß, auf was es ankommt, der weiß auch, daß bloße Macht ein leeres Prunkstück ist, welches wohl eine Zeitlang über die Hohlheit hin­wegzutäuschen vermag, aber eines schönen Tages als wertlos verworfen wird ..."

Zusammen mit seinen treuen Freunden, besonders mit Franz Ritter von Epp, gelang es ihm, die Zeitschrift über Wasser zu halten. Die Begegnung Adolf Hitlers mit Dietrich Eckart führte ihre immer innigere Zusammenarbeit und zuletzt ihre Freundschaft herbei. Die Nationalsozialistische Deut­sche Arbeiterpartei übernahm die organisatorische Aufgabe, sie vollzog den letzten Durchbruch zum Sozialismus und formulierte das Programm in aller Schärfe.

Alfred Rosenberg und Gottfried Feder waren die ersten Mitarbeiter Dietrich Eckarts beim Ausbau der ZeitschriftAuf gut Deutsch", Rosen­berg erweiterte die Front, die angegriffen werden mußte, und das Gedankengut der jungen Bewegung durch seinen Kampf gegen die Freimaurerei, durch seine Kenntnis des russischen Bolschewismus, und Feder zeigte Konsequenzen auf wirtschaftlichem Gebiet. 1922 setzte Dietrich Eckart seine Kraft und sein ganzes Vermögen für den Erwerb desVöl­kischen Beobachters" ein. Er schuf damit die erste Tageszeitung der Partei. Amann übernahm die verlegerischen Aufgaben, und Dietrich Eckart wurde der erste Schriftleiter des Parteiblattes.

Dietrich Eckart und feine Freunde standen bald im schärfsten politischen Kampf. In einem Erlaß dec Münchener. Räteregierung wurde den Ver­

fassern und Verbreitern der Flugblätter dieser Gruppe die Aburteilung durch das Revolutions­tribunal in Aussicht gestellt, wenn sie verhaftet wären. Nur rechtzeitige Flucht tonnte Eckart schließlich vor dem drohenden Geschick retten.

Später fetzte sich Dietrich Eckart mit allen Kräf­ten für Die junge NSDAP, ein. UeberaU in Bayern sprach er für die Bewegung, er wurde Ratgeber und Gefolgsmann des Führers zu­gleich. Die letzten Worte des Buches des Führers gelten Dietrich Eckart, dem Helden,der als der Besten einer fein Leben dem Erwachen feine, un­seres Volkes gewidmet hat im Dichten und im Denken und am Ende in der Tat".

Mit dem Führer, mit Heß, Streicher und anderen Getreuen saß Dietrich Eckart nach dem 9. November 1923 im Sta'delheimer Gefängnis, und in den Weihnachtstagen dieses Jahres starb er als Märtyrer des Nationalsozialismus, in seiner körperlichen Kraft von den Herren des Systems gebrochen. Seine politische und seine schriftleiterische, besonders aber seine dichterische Leistung hat weiter- qewirkt und wird für alle Zukunft die Idee weiter­tragen. H el 1 mu t Merzdorf.

Hochschulnacbrichten.

Geh. Rat Professor Dr. Erich B e r n e k e r , Ordi­narius für slawische Philologie an der Universität München, der erst vor wenigen Wochen auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt ist, ist in München im 64. Lebensjahr g e ft o r b e n. Prof. Berneker war in Königsberg geboren. 1899 erhielt er die venia legendi an der Universität Berlin, folgte dann einem Rufe als außerordentlicher Pro­fessor an die deutsche Universität in Prag, kam 1909 als Ordinarius nach Breslau und übernahm 1911 das in München neuerrichtete Ordinariat für sla­wische Philologie. Der Gelehrte hat eine umfang­reiche Tätigkeit auf dem Gebiete der baltischen und slawischen Philologie sowie der vergleichenden Sprachwissenschaft entfaltet.

Geh. Medizinalrat Professor Dr. Ferdinand Graf von S p e e, der frühere Ordinarius für Anatomie an der Universität K i e l, ist im Alter von 82 Jah­ren g e st o r b e n. Graf Ferdinand von Spee, ein Bruder des berühmten Seehelden Vizeadmiral Graf von Spee, gehörte der Universität Kiel als Privat­dozent an, dann als Prosektor des anatomischen Instituts, seit 1892 als Extraordinarius und schließ­lich von 1903 bis zu einer Entpflichtung im Jahre 1923 als Ordinarius und Direktor des Instituts. Er hat sich hauptsächlich mit der Embryologie der Säugetiere und des Menschen befaßt.

Ein gestrandeter pottval.

Ein Hefiger Potwal strandete kürzlich an der englischen Küste in Bridlington. Das Skelett ist jetzt vom South-Kensington-Museum geborgen und in der Sandgrube des Museums beerdigt worden, von wo es etwa nach Jahresfrist wieder ausge­graben werden soll, wenn das Knochengerüst von allen Fleischteilen frei geworden sein wird. Es war ein männliches Tier, 18 Meter lang und noch nicht völlig ausgewachsen. Dies ist deswegen besonders wichtig, weil fast immer Wale, die an Englands Küsten stranden, große Bullen waren, so daß man annahm, daß es immer ältere Tiere seien, die jüngere, kräftigere Nebenbuhler von der Herde weg verjagt hätten.

Der Potwal bevorzugt gewöhnlich tropische ober subtropische Gewässer, er fürchtet das Eis und ge­langt daher selten in die nördlicheren Meere. So sind es auch nur etwa ein halbes Dutzend dieser Wale, die in den letzten 25 Jahren an der eng­lischen Küste antrieben. Der Potwal gehört zu den Arten von Walfischen, die Zähne besitzen; das an­geschwemmte Tier hatte im Oberkiefer nur ver­kümmerte, von Zahnfleisch . fast verdeckte Zahn­stummel und 30 Paar spitze kegelförmige Zähne im Unterkiefer. Unglücklicherweise waren diese schon von Andenkenjägern zum größten Teil ausgebrochen worden.

Die Potwale produzieren auch noch in ihren inneren Organen Amber, einen ölhaltigen, höchst wohlriechenden Stoff, und das Walrat, ein in der Kälte schneeflockenartig gerinnendes Gebilde von Perlmutterglanz, das kosmetische Wirkung auf die menschliche Haut ausüben soll, so daß viele, so be­richtet der Sachverständige des Kensington-Museums, kamen, um sich einer Gratisbehandlung in Schön­heitspflege zu unterziehen, indem sie sich mit diesem Stoff aus dem Kadaver Hände und Gesicht ein­rieben".

Das Gewicht des Skeletts betrug 4 bis 5 Tonnen, der ungeheure Schädel, der bei dem lebenden Tier kaum merkbar vom Rumpf sich abhebt, wog allein minbeftens 3 Tonnen. Das Gesamtgewicht bes Tieres waren 59 Tonnen im ganzen. Dem Museum wirb von ben Küstenwachen jeber gestranbete Wal gemelbet, die dem Gesetz nach alsKönigliche Fische" der Krone gehören. Bei der Bergung des Riesentieres hatte man mit großen Schwierigkeiten ZU kämpfen. Der schwere Schädel versank tief in den Sand. Bald nach Beginn der 2(rbeit brach der Schädel vom Rumpf, wurde von der See hinweg­gespült und erst auf einer 10 Kilometer entfernten Sandbank wieder auf gefunden.