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welche Abenteuer Sörensen auf dem Meer, in den Urwäldern und in den Gefängnissen der Feinde zu bestehen hatte, wird in diesem wahrheitsgetreuen Buch mit atemloser Spannung berichtet.

Spur i m Schnee. Herausgegeben von Ba­ron P. von le Fort und Dr. H^ H a r st e r. Mit 74 Photos und 14 Abbildungen. (Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München.) Preis Leinen 3,70 Mark. (593) Der Skilauf, so alt seine Ge­schichte ist, zum Volkssport hat er sich erst in un­seren Tagen entwickelt. Trotzdem, vieles steht heute im Skilauf schon festgefügt, was noch vor wenigen Fahren als umstritten galt. Deshalb ist es für uns 'Skifahrer einmal nützlich, Rückblick und Ausschau zu halten. Rückblick auf das Erreichte, Ausschau, wohin der Weg führt. Baron P. von le Fort und Dr. ^H. Harster beide im Führerrat des Fach- amts Skilauf und im Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele 1936 und mit ihnen die bedeutendsten Skifachleute Deutschlands, Oester­reichs und der Schweiz berichten über die einzel­nen Sportgebiete. So schreibt Jng. Straumann zur Frage der Sprungbewertung, Dr. Gunther Langes berichtet über eine Skireife in die Rocky Moun­tains, C. I. Luther behandelt die Frage des Ski­

fluges und des ärodynamifchen Skilaufes, der Vor« sitzende des Abfahrts- und Slalom-Komitees der FIS., Dr. Martin, schreibt über den Skisport in Oesterreich, Hubert Mumelter gibt in seinem Bei­trag über Tempo-Parallel-Schwüng eine lustige Er­gänzung zur Skifibel, Dr. Amstutz äußert sich über Skiausrüstung, Rudi Cranz über die Abfahrtsstrecke der Deutschen Skimeisterschaften 1938. lieber 70 schöne Bilder begeistern das Herz eines jeden Ski­fahrers.

Bastelbuch, Bandll. Mit mehreren hun­dert Bildern, Plänen und Skizzen. In Seinen ge­bunden 4,80 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. (564) Ein einzigartiger Ratgeber für Bastelarbeiten aller Art, die den Bastler aus Lieb­haberei reizen, die jeder, der ein bißchen Geschick hat, nach den Plänen, Vorschlägen, Arbeitsanwei-' jungen dieses Buches ausführen kann, der in Haus, Garten, Hof sich selber helfen will, wenn es etwas zu reparieren, neu einzurichten oder zu verbessern gibt. Da werden Werkstoffe aller Art benutzt, die ver­schiedensten Arbeitsorten und Tricks gezeigt, da wird immer Neues erfunden, erprobt, experimen­tiert; die unerschöpfliche Fundgrube für jeden Bast­ler.

Kußball der Gauliga Hessen.

Die hessischen Punktekämpfe, die am zweiten Fest­tag durchgefuhrt werden, sind deswegen von beson­derer Wichtigkeit, weil alle sechs beteiligten Mann­schaften noch gute Meisterschaftsaussichten haben. Einige Hoffnungen werden aber am Sonntag zer­brechen. Meister Spv. Kassel erreichte im Vor­spiel gegen Kewa Wachenbuchen nur ein 2:2, wird aber diesmal die Gelegenheit, einen wertvollen Vorsprung durch den Gewinn beider Punkte zu er­langen, nicht vorübergehen lassen. Hanau 9 3 darf auch das Rückspiel gegen den VfB. Groß-Au- h e i m auf eigenem Platz austragen, da die Au- Heimer mit Platzsperre belegt sind. Ob allerdings die 93er diesmal mehr erreichen als vor einigen Wychen, bleibt abzuwarten. Die Auheimer können kämpfen und nt diesem Lokaltreffen werden sie be­sonderen Ehrgeiz entwickeln. Die Borussia Fulda schaffte in der Vorrunde einen Sieg über Hessen Hersfeld auf des Gegners Platz. Zu Hause müßte es dann eigentlich auch zu einem Er­folg reichen, wenn nicht, wie so oft in den letzten Wochen, bei den Borussen wieder einmal die Un­beständigkeit Triumphe feiert.

Epielansetzungen der r.KreiSklaffe.

Gießen Gruppe A.

2. Januar: Oppenrod Lehnheim, Grünberg ge­gen Queckborn, Göbelnrod Treis, Muschenheim gegen Geilshausen.

9. Januar: Oppenrod Flensungen, Queckborn gegen Geilshausen, Grünberg Göbelnrod, Lehn­heim Müschenheim.

16. Januar: Flensungen Geilshausen, Grün­berg Muschenheim, Göbelnrod Queckborn, Lehnheim Treis.

23. Januar: Treis Oppenrod, Flensungen ge­gen Grünberg, Queckborn Lehnheim, Muschen­heim Göbelnrod.

30. Januar: Flensungen Queckborn, Lehnheim gegen Grünberg, Muschenheim Oppenrod, Geils­hausen Treis.

6. Februar: Oppenrod Geilshausen, Göbeln­rod Lehnheim, Flensungen Muschenheim, Treis Grünberg.

13. Februar: Muschenheim Queckborn, Treis gegen Flensungen, Grünberg Oppenrod, Geils­hausen Göbelnrod.

20. Februar: Grünberg Geilshausen.

Internationales Sportlerinnentreffen in Bad-7lauheim.

Auf der von-Tschammer-und-Osten-Kampsbahn in Bad-Nauheim findet im August 1938 ein internatio­nales Frauensportfest statt, an dem die besten deut­

schen Sportlehrerinnen und verschiedene Olympia­siegerinnen von 1936.mit bekannten Leichtathletinnen des Auslandes wetteifern werden.

Stand der Handball-Dezirksklaffe.

Kurze Sportnotizen.

Spiele

Gew. Unentsch.

. Verl.

Pkte.

Lützellinden

8

8

0

0

16:0

Marburg

6

5

0

1

10:2

Mtv. Gießen

7

5

0

2

10:4

Heuchelheim

8

3

2

3

8:8

Hörnsheim

7

3

0

4

6:8

Münchholzhausen

8

3

0

5

6:10

Niedergirmes

8

2

2

4

6:10

Roth

8

1

2

5

4:12

1900 Gießen

8

1

0

7

2:14

Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf bestreiten das Endspiel um den Tschammer-Pokal am 9. Januar nun doch in Köln, da das Duisbur­ger Stadion bestenfalls 36 000 Zuschauer unterbrin­gen kann, während Köln rund 80 000 Besuchern Platz bieten wird.

Die Olympischen Spiele 1 940 in To­kio werden nach dem Beschluß des Organisations­komitees vom 24. August bis zum 8. September durchgeführt.

Zwei Adler-Wagen »erden sich 1938 am 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das am 18. und 19. Juni stattfinden rvird, beteiligen. Bisher liegen die Meldungen von acht Waaen vor

Mercedes-Benz und Auto-Union roer« de en sich, wie auf einer Sitzung der Rennleiter der europäischen Autowerke bekanntgegeben wurde, am 3. Juli am Großen Preis von Frankreich mit je drei Wagen beteiligen.

*

64 6 4 3 Uebungsleiter wurden vom April bis November 1937 von den 55 Reichsbundlehrern und 10 Reichsbund lehre rinnen in 2218 Lehrgängen ausgebildet.

D i e Universität Marburg unterlag im Fußball-Freundschaftsspiel gegen die Elf der Hoch­schule für Lehrerbildung Weilburg mit 1:7 Toren.

*

Sie Oxford-Studenten unterlagen im Berchtesgadener Eishockeykampf einer Auswahl Berchtesgadener knapp mit 1:2 (0:1, 1:0, 0:1).

Tommy Farr, der englische Boxmeister, hat bereits die Ueberfahrt nach Neuyork angetreten, um sich an Ort und Stelle auf seinen Kampf mit Ex- weltmeister Jimmy Braddock, der zum 21. Ja­nuar angesetzt ist, vorzubereiten.

Bücher unter dem

Lina Staab: Jahr der Liebe. Ge­dichte. 58 Seiten. 1,60 Mark. G. Grotesche Verlags­buchhandlung, Berlin 1937. (605) Eine An­zahl der hier vereinigten Gedichte haben wir im Laufe der letzten Jahre in der Unterhaltungsbeilage veröffentlicht. Der geschmackvoll ausgestattete, gut gedruckte, schmale Band bestätigt und vertieft den Eindruck, den man von der ersten vereinzelten Be- aegnung empfing: die aus Neustadt an der Haardt stammende Dichterin gehört etwa in der Nach­barschaft von Ruth Schaumann und Hedwig Forst­reuter zu den stärksten und lebendigsten Erschei­nungen der jüngeren deutschen Frauenlyrik. Wer Herz und Ohr für das beseelte Wort, den Glanz und die geheime Beschwörung des echten Gedichtes besitzt, wird imJahr der Liebe" vieles finden, was ihm beglückend und unvergeßlich bleibt. Hier spricht eine große und klare Naturverbundenheit, hier baut sich eine geflügelte Phantasie die goldene Brücke in lockende Traumlandschaften, hier formen sich aus tiefem Erlebnis die Strophen der zarten und zärt­lichen Liebe und einer schmerzlich-bewußten Mütter­lichkeit. Hans Thyriot

A u s dem emigen Schatz deutscher Lyrik" heißt eine neue Buchreihe des Verlages Rütten & Loening in Potsdam. Die Sammlung ist um der lebendigen Wirkung willen geschaffen worden, als immerwährender Maßstab des Schö­nen, Guten und Wahren und als Sinnbild deutschen Wesens, wie es reiner nirgends spürbar ist" ... Die hübschen schmalen Bände sind ähnlich gleichmäßig ausgestaltet wie die im gleichen Verlage erscheinende Reihe der Meisternooellen deutscher Dichter und sie enthalten jeweils wenn nicht alles, so doch ge­wiß vieles von dem, was man etwa bei Goethe, bei Hölderlin oder Mörike zuerst in einer hand­lichen Auswahl zu finden erwartet, ehe man die langen Register der Gesamtausgaben durchsucht. Daß in den kleinen Bänden Quellen der kostbarsten und reinsten Dichtung aus klassischer und nachklassi­scher Zeit erschlossen sind, kann keinem Zweifel unterliegen; man kann nur wünschen, daß die schmucken Bändchen (jedes kostet geb. 1,20 Mark) eine recht weite Verbreitung finden: sie sind dazu berufen, die Freude unseres Volkes am ewigen deutschen Gedicht zu wecken oder neu zu beleben. Uns liegen die folgenden Bände vor:Das Gött­liche" von Goethe;Der heil'ge Zirkel" von Schiller; Dos himmlische Feuer" von Hölderlin;Das stille Leuchten" von Conrad Ferdinand Meyer;Trost der Welt" von Eichendorff;Der Liebe Heimat" von Mörike;Stimmen über der Tiefe" von Storm;Dankbares Leben" von Gottfried Keller; Ein feste Burg" (geistliche Lieder);Der Freiheit Morgenrot" (vaterländische Lieder). (511/520.) hth.

Ioh. Beer: Deutsche Dichtung seit hundert Jahren. Mit 24 Äildnissen, 5 doppel­seitigen Uebersichtstafeln und einem Sachweiser mit Lebenslauf und Werken von 250 Dichtern. Franckh'­sche Derlagshandlung, Stuttgart. In Leinen geb. 6 Mk. (594) Dies Buch ist keine Literatur­geschichte im landläufigen Sinne; es spricht nur von der Dichtung, die in unserer Zeit lebenskräftig ist; es will nicht, im Sinne literaturgeschichtlicher For­schung, eine Darstellung der Entwicklung deutscher Literatur seit Goethes Tod sein, obwohl die Ergeb­nisse der Forschung benutzt werden; es stellt die Dichtung in den Lebensraum des deutschen Volkes, deshalb steht die Erzählung voran, die Erzählung, wie sieDas deutsche Volk in der Geschichte",Das deutsche Volk in feinen Stämmen und Landschaf­ten",Den deutschen Menschen in seinem Lebens­gang" zeigt. Das Schauspiel und das Gedicht wer­den besonders behandelt. Das Buch ist kein Nach­schlagewerk, es will gelesen werden. Der ausführ­liche Sachweiser und die Uebersichtstafeln ersetzen alle biographischen und bibsiographischen Daten, die im Text absichtlich fortgelassen sind. Das Buch will nicht statt der Dichtung'gelesen werden, sondern nur an die Dichtung selbst heranführen. Der Verfasser besitzt als Leiter der Frankfurter Volksbüchereien zugleich Belesenheit und freies Urteil und aus feiner Zusammenarbeit mit dem Buchhandel das Ver­trauen vieler Bücherfreunde, um Führer zu wahr-

Oie Tanne.

Vvn per Gchwenzen.

Die Dezembersee donnerte an die Dünen der Nordseeinsel. Der Lichtkegel des Leuchtturms wan­derte rastlos und blitzte hier und da in die Dünen­kuppen, daß sie wie Helle Mondhügel aufleuchteten. In den Nordmulden der Hänge lag hier und dort ein wenig Schnee, kaum vom frostklaren Glanz des Hellen Sandes zu unterscheiden.

Langsam stapfte Hinnerk Kluin heimwärts. Er hatte mit den Arbeitskameraden vom Sommer und Frühherbst noch rasch ein paarSeehunde" hinter die Binde gegossen, ein paar deftige Jnselschnäpse, bevor er zum Weihnachtsfest und zur Bescherung ging. Seine Frau, die Ann, putzte den Baum im­mer allein. Hinnerk sumnste die Takte des Arbeits­liedes vor sich hin. Rarara bumm! Bei bumm ließen die Männer los, und der Rammklotz haute dem Pfahl eins auf den Kopf, daß er seufzend ein Stück tiefer in den Sandschlick versank. Oder wenn man einen schweren Stein schleppte. Rarara bumm! Da lag er. Aber es kam darauf an, wer fang. Er, Hinnerk, der Bas, gab den Takt an. Das ist sehr wichtig. Düwel ookl Hinnerk zog den linken Fuß ein wenig nach. Ja, er hinkte etwas. Das kommt davon, wenn einer dazwischen singt! Dieser Kuddel, dieser olle Kierl! Immer mußte er sich wichtig machen! Hundertmal hatte Hinnerk ihm ge­sagt:Kuddel, holl bin Mul, paß up, fingen tu ich!" Und da hatte Kuddel wieder mal seinBumm" gesungen und richtig war der schwere Stein bumm! auf Hinnerks kleinen Zeh gefallen. Weg war er. Tjä. Na, da hatte Hinnerk Denn ja nun woll die Nase voll! Er schmiß den Kuddel raus. Gab ja genug ordentliche Kerls, die Takt bei der Arbeit halten konnten und dem Baas keine Zehe abquetschten. War ja nun ziemlich übel für den Kuddel. Immerhin, er hatte ein Boot und segelte im Sommer die Kurgäste. Aber im August stand er mit einem kleinen Seehund in einem Wäsche­korb an der Mole und ließ die Badegäste für fünf Pfennig mal in den Korb gucken. Ging ihm wohl nicht besonders. War ja sonstn guter Kierl, der Kuddel ... Beim Wirt war er auch nicht gewesen. Tjä, kann man auch nichts bei maken, dachte Hin­nerk und hinkte auf fein Haus zu. Hier und da leuchteten schon die Kerzen der Weihnachtsbäume durch die kleinen Fenster der niedrigen Fischerhütten. Aber vor seinem Häuschen machte Hinnerk noch ein­mal halt. Denn er mußte sich vorerst noch mal an feinem Stolz weiden. Vor dem Häuschen war ein winziger Garten, und in dem Garten stand eine kleine Tanne. Kein anderer Fischer hatte eine

Weihnachtsbaum.

haft lebendigen Dichtung der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit zu sein.

Bruno H. Bürgel: Der Stern von Afrika. Ein Zukunftsroman. Kartoniert 2 Mark; Ganzleinen 2,85 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. (488) Aus den Spuren Jules Vernes wandelt hier Bruno H.. Bürgel, der es in allen feinen Bü­chern verstanden hat, naturwissenschaftliche Probleme anschaulich darzustellen. Auch seinStern von. Afrika" zeigt die Vorzüge des Dichter-Astronomen, der bei aller Phantasie nicht die wissenschaftliche Grundlage vergißt. In fesselnder, poetisch beschwing­ter Darstellung erzählt er jene Ereignisse aus dem Jahre 3000, die Vorbereitung des kühnen Unter­nehmens und seinen unglücklichen Verlauf. Auch die rein menschlichen Empfindungen kommen nicht zu kurz: der stille Kampf der zarten, blonden Elisabeth mit der temperamentvollen Araberin Chadidja, Staatsrätin der Vereinigten Staaten von Afrika, um den Geliebten, in dem die Siegerin die Ver­lierende ist, gibt dem tragischen Ausgang des Werkes einen versöhnenden Abschluß.

Der Fähnrich. Ein Retter-Roman von Max Niedermaier-Well. (Bergstadtoerlag, Breslau. Gebunden 4,50 Mark.) (464) Der Dichter führt in diesem Buche in das Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges zurück. Schauplatz der Erzählung ist die herrliche Landschaft der baye­rischen Grenzmark. Die kleine, reiche Stadt Diet­mering wird plötzlich von den Truppen der Erzstift- stadt überfallen. Aber eine Handvoll tapferer Leute, die gepanzerten Grenzreiter, halten benx Gegner in Schach; im letzten Augenblick schafft der Fähnrich Graf Khuenburg Hilfe. Da kommen aus dem Innern des Landes Schreckensnachrichten: die Pan­duren plündern die Dörfer! Die kleine Schar der Grenzreiter rettet die Bauern in zähem Kampf. Doch kaum beginnt das Land sich von der Kriegs­not zu erholen, da droht der Grenze neues Unheil. Vor Dietmerings Mauern stellen sich die Reiter zum letzten Kampf gegen Panduren. Der Fähnrich tötet in erbittertem Zweikampf den Führer der Feinde; doch das Schicksal der Grenzreiter ist be­siegelt. Durch ihren Heldentod befreien sie ihre Heimatstadt von der "eisernen Umklammerung der Belagerer. Das Buch hält den Leser bis zum Schluß in großer Spannung.

Svend Fleuron: Rus der fernen Wälder. Tiergeschichten. (Deutsche Reihe, Bd. 30.) 67 Seiten. Geb. 80 Pf. Eugen Diederichs Verlag, Jena. (550) In diesem für Fleurons Themen­kreis und Stil charakteristischen Bändchen findet man eine kleine Auswahl aus feinen Büchern, eine An­zahl feiner schönsten Tiergeschichten, sehr geeignet, in das Werk des Dänen einzufuhren, der vor kurzem persönlich bei uns in Gießen zu Gast war. Hier liest man beispielsweise von der nächtlichen Uhu-Jagd im Winterwalde, von Jber Liebestrommel des Spechtes, vom Junghasen Seppel, vom alten Fuchs 'vor den Bracken, und die überaus dramatische Schilderung der Ameisenschlacht. hth.

Veit Bürkle: Bernardo Philippi oder die Begegnung mit der wilden Erde. Verlag Eugen Salzer, Heilbronn. Preis in Leinen gebunden 4,20 Mark. (552) In diesem Buche ist die großartige Landnahme deutscher Bauern, Handwerker und Gelehrter mitten im Ur­wald Chiles ausgezeichnet. Bernhard Philippi hatte sie im Sturmjahr 1848/49 gerufen, in harten Jah­ren rangen sie der Wildnis Weizen- und Weideland ab und schufen im Süden von Chile ein neues Reich für ihre Kinder. Veit Bürkle hat ihre selt­samen Schicksale fesselnd beschrieben.

Peter Eckart: Blockadebrecher Marie. Verlag Ullstein, Berlin. Preis in Seinen gebunden 2,85 Mark. (531) Der Verfasser schildert die Abenteuerfahrten des Kapitän Sören- len, der im Januar 1916 den Befehl erhielt, den Sperrbrecher 15 mit einer Ladung von Waffen, Munition' und lebenswichttgem Bedarf von Wil­helmshaven nach Deutsch-Ostafrika zur Unterstützung unserer dort ini Kampf mit den Engländern stehen­den Schutztruppe zu führen. Wie der Versuch aus­ging, durch eine Sperre von mehr als zwei Dutzend englischer Kriegsfahrzeuge das Ziel zu erreichen,

Tanne. Niemand hatte auf dieser Sandinsel eine Tanne. Nur Hinnerk. Er hatte sie selbst vom Fest­land herübergeholt und hier im Windschutz des Hau­ses gepflanzt. Er hatte ihr Erde und Dung und Wasser gegeßen, und sie kam. Ja, sie kam, es wollte eine richtige Tanne werden. Die Kinder, Marie und Jörgen, die Kinder hatten sie heute mit Lametta und ein paar Glaszapfen geschmückt. Seine Tanne.

Tag, Ann, Tag Kinnings", Hinnerk trat in die Stube. Oha! Es duftete schon lieblich. Ann hatte eine Gans von der alten Tetje erstanden. Na, hof­fentlich hat sie kein Fischmehl zu futtern gekriegt! So, Jörgen, komm mal her, mein Junge, zieh Vad- ding mal die Stiefels aus. Der achtjährige Jörgen zerrt an Hinnerks Schaftstiefel.Au!" schreit Hin­nerkAu! Mein Zeh! Oh, diesen verdammten Kuddel!" Aber das duldete Ann nicht. Sich am Heiligen Abend so zu versündigen und zu fluchen. Während sie gerade dem Silberstern aufjine Spitze des Bäumchens fetzt. Noch einmal, und er kriegt nichts von der Weihnachtsgans. Hinnerk brummt eine Entschuldigung, aber immerhin, dieser Kud­del ... Dann sagt Ann, er solle sich ja man sehr freuen, daß sie überhaupt einen Weihnachtsbaum gekriegt hätten, es feien nicht mal genügend am Markt gewesen, weil der Dampfer "wegen Sturm nicht landen konnte. Und beinahe hätte sie Hin­nerks Tanne nehmen müssen. Da hat Hinnerk das heilige Fest schon wieder vergessen!Meine Tanne?? Tja, bist du denn ganz dammeiig, Deem?? Eher hält ich die Gans im Garten gegessen, bei zehn Grad Frost gefeiert meine Tanne!"

Na, nun beruhige dich man!" lachte Ann, sie steht ja noch. Und nun "hast du zwei Weih­nachtsbäume, einen binnen und einen buten. Und dabei gibts Leute, die gar keinen haben. Und jetzt steck ich den Baum an."

Und während Ann die bunten Kerzlein anzün­dete, teilt Hinnerk Malzbonbons an Jörqen und Marie aus ...damit sie fein sinnige Stimmen kriegen und sich das Christkind nicht die Ohren zu­zuhalten braucht ..."

Und wie alle Kerzen brennen und die bescheide­nen Gaben, Socken, Puppe, Trompete und Mandel­herz im Glanz der Verklärung erstrahlen, hebt Hin­nerk den knochigen Finger als Taktstock, der Baas gibt den Takt an, o du fröhliche ... eins, zwei... aber dasdrei" büeb ihm im Halse stecken. Denn er hat einen Blick zum Fenster hinausgeworfen, hat im ungewissen Mondlicht einen Schatten ge­sehen. etwas Blitzendes und mit einem Sprung fit er nm Fenster. Reißt es auf, ruft:Dis Tanne?" Schneller als Hinnerk zur Tür, ist Jorgen zum Fenster hinaus. Wie Hinnerk binuifommt lie­gen Jörgen und Klaus ringend am Boden, dabei

liegt die Tanne und Beil ... Hinnerk trennt die Jungens, führt den vor Schreck blaffen, kurzatmen- den Klaus in die Stube.Guck mal Ann, was Kuddels Jung für Weihnachtsgedanken hat. Witt mir meine Tanne stehlen!" Ann nimmt den schluch­zenden Jungen zwischen die Knie, streicht ihm das Haar aus der Stirn, zwingt ihn gütig zur Beichte. Weil der Vater doch so gern einen Weihnachts­baum gehabt hätte. Wegen dem Peter, dem jünge­ren und der Irin, der jüngsten. Und die Mutter hatte doch keinen kaufen können, denn es waren so wenig da, und die waren zu teuer und wo doch der Vater schon kein Grog kriegt und die Mutter keine Schürze und ... Unh es schien der Ann so, als ginge es da drüben bei Kuddel Remmers nicht gerade hoch her. Und dann schloß Klaus seinen ge­stotterten und geschluchzten Bericht:Und Vadding meinte, da wäre Hinnerk Kluin doch schuld, denn er hätte ihn doch gejagt, wegen dem Stein und so ..."So, meint Kuddel das ..." Hinnerk hatte irgend etwas im Hals, war da was mit der Stimme ...Und warum hast du da meine Tanne abgehackt?"

Aber nun war nichts mehr aus Klaus herauszu­kriegen. Dafür konnte 2lnn es sagen:Weil er einen Tannenbaum heimbringen wollte, weil er sein Vadding eine Freude machen wollte und weil er glaubte, du wärst vielleicht ein bißchen schuld, wenn Kuddel kein Weihnachten hat. Und weil er meint, wenn du schon binnen ein Baum hast, brauchst du kein Baum mehr buten. Ja, Klaus ist eben nochn bißchen lütt und dumm. Sonst hätte er gewußt, daß er bloß was hätte zu sagen brauchen, und du hättest ihm die Tanne, deine Tanne, ge­schenkt."

Ich hätte ihm meine Tanne ..." Hinnerk nickte. Doch. Er hatte begriffen. Sein Herz hatte längst be­griffen. Erft ging man zu Kuddel hinüber. Als er von der Tat seines Sohnes hörte, kamen ihm ganz unweihnachtliche Züchtigungsgedanken. Aber da stellte Hinnerk den Baum auf den Tisch. Mit La­metta und einem Stern. Und dann grunzten und husteten die Männer ein bißchen, die beiden Frauen lächelten, und die Kinder lachten. Dann gingen alle zu Kluins hinüber. Denn nun wollten Kluins die Gans nicht mehr alleine essen. Sie schmeckte besser zu achten, und es war ja viel Kraut und Kartoffel da, und sie schmeckte gar nicht nach Fischmehl. Aber das Schönste geschah noch vor der Gans. Das war, als Hinnerk, den Finger wie einen Taktstock hob und sagte:Paß mal upp! O du ftöhliche ... und alle mitfingen, und du Kuddel, du Derb.... Kierl, bat du nicht wedder zu früh anfgnast und mir der aanze Christhimmel auf die große Zehe fällt? Ach­tung, eins zwei", zumdrei" tarn Hinnerk

wieder nicht. Denn schon beim zweiten unterbrach Kuddel seinen Baas mit froh und gläubig dröhnen­der Stimme:O du fröhliche . .

Zeitschriften.

D a s Innere Reich" (Verlag Albert Langen / Georg Müller, München) bringt im De­zemberheft u. a. gemütvolle Holzschnitte von Lud­wig Richter und Moritz von Schwind, die Alfred Zacharias Anlaß geben zu einem Aufsatz über die Jllustrationskunst des 19. Jahrhunderts. Die Lyrik ist vertreten mit Gedichten von Weinheber, Brit- ting und Claudius, Grabenhorst, Meinhof, Kruppa, von der Dring und Röttger. Erna Brand erzählt über die Kindheit und Jugend Max Regers, Erich Brock berichtet über die große Tintoretto-Ausstel- lung in Venedig, Otto von Taube spricht über Dante und Deutschland, Willi Steinborn steuert an Hand neuer Bücher aufschlußreiche Gedanken über den Deutschen Osten bei. Besinnliches zu Fragen der Schönheit und der^Kunst zeigt dasTagebuch der Gedanken" Martin Raschkes und besondere Freude macht das vorm Schlafengehen vorzulesende Märchen für KinderDas Schlaftürlein" von Paul Alverdes. Hinweise auf neue Bücher runden den Inhalt des Heftes ab.

Die Weihnachtsnummer derI11 u ft r i r t e n Zeitung Leipzig" bringt u. a. als Anregung 3um Schenken die BeiträgeAlter und neuer Schmuck",Die Geheimnisse der Edelsteine" und den BildberichtDeutsches Silber, das. Gebrauchs- filber im Ausdruck der Zeit". Sehr geschmackvott sind die BildseitenStttteben unterm Weihnachts- baum" undZinnsoldaten" (ein Bericht vom größ­ten deutschen Zinnsoldaten-Museum in Hersbruck an der Pegnitz) atfsgeftattet. In winterliche Weihnachts­stimmung versetzt auch der BeitragLob des Ski­laufs" von Dr. Gunter Langes. Eine wettere vier­farbige Beilage enthält die diesjährigen Märchen- figuren des WHW. Gut fügen sich auch in den Rah­men des Heftes die BildberichteKerzenzieben in Schweden" undBei einem Thüringer Kunstglas­bläser" ein.

Daß sich in der Generalität des Weltkrieges wie in fäum einer anderen Führerschicht stark aus- gelesenes Erbgut fand, zeigt ein Aufsatz von I. Kothe im Dezemberheft der ZeitschriftVolk und Raffe" (I. F Lehmanns Verlag, München 15). Der BeitragNeuere Funde zur Urgeschichte des Men­schen" zeigt deren Bedeutung für Rassenkunde und Weltanschauung. Welche schwierigen Probleme die Südafrikanische Regierung zu lösen bat, zeigt Dr. Manfred Sell in feinem AufsatzRassenfragen i überall. Weih und Schwarz in Südafrika".