Britische Ernüchterung.
Einige englische Zeitungen, die noch vor gar nicht langer Zeit dem Bolschewismus mit einem überaus milden Urteil begegneten, ja, sich über die deutsche Rassengesetzgebung unendlich mehr ereiferten als über das furchtbare Massenelend im Reiche des roten Zaren, haben sich jetzt ermannt und d i e jung st en Hinrichtungen mit Worten von erfrischender Deutlichkeit begleitet. Sie haben das GPU.-Jubiläum schmucklos eine „Schlachthausfeier" genannt, sie haben von dem einzigen, dem russischen Staatsbürger verbliebenen Recht gesprochen, das darin bestehe, in aller Stille ohne Warnung hinterrücks erschossen zu, werden. Und eine Zeitung hat sogar den Mut aufgebracht, sich gegen die Mitläufer Moskaus, gegen die „Menschenrechtler" und sonstigen „Freunde der Sowjetunion" im eigenen Lande mit einer Bemerkung zu wenden, die man ihr auf der Linken so rasch nicht vergessen wird. Sie erklärte wörtlich: „Einer Tatsache kann man sicher sein. Wenn Deutschland oder Italien oder irgendein anderes Land auch nur einen Bruchteil der von Stalin durchgeführten Hinrichtungen begangen hätte, so würden unsere Roten und Rosaroten die Alderthalle mit einem G e - heulder Entrüstung erfüllen, und zwar nicht nur einmal, sondern Woche um Woche. So aber hört man nicht einmal ein Geflüster, wenn Stalin sein Schlächterwerk oollführt."
Hoffen wir, daß die maßgebende englische Presse bei dieser lauten Tonart verbleibt, und nicht eines Tages auch wieder in ein Geflüster oder in ein verderbliches Schweigen zurückverfällt. Hätte sie schon früher angefangen, dem britischen Bott Stalin in seiner wahren Gestalt vorzuführen, so wäre in der europäischen Polittk sicherlich manches anders und besser gelaufen. Denn auch Eden hätte schließlich einer brittschen Oeffenttichkeit, die mit Massenmördern auf Regierungssesseln nichts zu tun haben will, Rechnung tragen müssen. So aber war es die englische außenpolitische Führung, die den Bolschewisten Gelegenheit gab, im Zuge des Spanienkonflikts das Hauptwort zu führen und auch in Genf-das gleiche verderbliche Sjnel zu treiben. Widerstand gegen die politischen Intrigen der blutdürstigen Bolschewisten wurde üon, englischer Seite nicht geleistet, kein Wunder also, wenn Moskau das Hinnehmen Englands in der Praxis als brittsche Unterstützung bewertete.
Wie peinlich für die Herren im Foreign Office, jetzt in den großen Londoner Zeitungen Betrachtungen zum sowjetrufsischen Schreckensregiment lesen zu müssen, die ihnen mit Ausdrücken abgrund- ttefen Entsetzens zu Gemüte führen, mit w e m sie sich in Genf und im Nichteinmischungsausschuß eingelassen haben und wen sie geradezu ermutigten, als sie es ablehnten, nach den Angriffen auf die „Deutschland" und die „Leipzig" den Gesetzen der internattonalen Solidarität Rechnung zu tragen. Genug dieser Erinnerungen. Wir nehmen nicht an, daß die großen Londoner Blätter morgen schon wieder vergessen haben, was sie eben an Derurtei- lung der Bolschewisten aussprachen. Wir erwarten, daß sie nun, nachdem sie sich zu einer klaren Beurteilung des Sowjetsystems durchgerungen' haben, zu ihrem Teil michelfen werden, Europa vor den Schrecken des, Bolschewismus zu bewahren. D. S.
Enge Zusammenarbeit der französischen und britischen
Lustwaffe.
London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" meldet aus Paris, daß bei den Besprechungen zwischen dem französischen Luftfahrtminister Cot und Lord Swinton ein Übereinkommen erzielt worden sei, daß die beiden Luftfahrtministerien England und Frankreich technische Informationen aus tauschen werden. Die Möglichkeit bestehe, daß e'ine französische technische Mission britische Fabriken besuchen und die britischen Herstellungsmethoden studieren werde. „News Chronicle" erklärt, die Luftfahrtmission werde sich nicht mit politischen .Vorschlägen, wie z. B. einem Luftpakt für Europa befassen, sondern einen engen Kontakt zwischen dem französischen und dem britischen Stab der Luftstreitkräfte Herstellen und praktische Probleme der Verteidigung der beiden Länder beraten. Besonders dringend sei die Frage der Verteidigung von London und Parias sowie der industriellen Gebiete Nordfrankreichs. und Englands gegen Luftangriffe. Zur Zeit des Locarno-Paktes habe England seine Beobachterposten in Belgien gehabt, heute sei die Lage infolge der neuen belgischen Außenpolitik anders. Daher sei ein englisch-französischer Plan für die Verteidigung in der Luft über dem Kanalgebiet notwendig. „Daily Telegraph" schreibt, daß Großbritannien mit Interesse und Genugtuung das Programm-zur Vergrößerungderfran- zösischen Luftwaffe betrachte, zumal es diese mit den neuesten Maschinen ausrüsten solle. Die französische und die britische Regierung wünschten enge Zusammenarbeit in allen Flotten- und Luftwaffenangelegenheiten, die beide Länder berührten.
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Luftfahrtminister C o t erklärte auf einem Empfang zu Ehren bet Teilnehmer am Weitstreckenflug der Luftwaffe nach Madagaskar und Jndochina, Frankreich habe npt diesem Flugmanöver zunächst in Afrika und den französischen Kolonien seine Macht demonstrieren wollen. Frankreich wisse nun, daß es innerhalb weniger Stunden seine Geschwader von Europa nach Afrika entsenden könne, deren Bombardie- rungs- und Feuerfähigkeit ungeheuer seien. Das Eingreifen solcher Geschwader in eine Land- oder Seeschlacht würde entscheidend sein. Frankreich wünsche für sich und die anderen ein freies M i t t c l m e e r. Zur Zeit des Luftmanövers sei diese Freiheit infolge gewisser Fälle von Seeräuberei (Cot verschweigt bezeichnender Weise, daß es sich um Sowjetangriffe auf die Schiffahrt im Mittel- meer handelt) bedroht gewesen. Diesen Augenblick habe man absichtlich zur Vorführung dieser Luftdemonstration gewählt gehabt.
Oer ehemalige amerikanische Staatssekretär Kellogg f.
London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus St. Paul im amerikanischen Staat Minnesota wird gemeldet, daß Frank Kellogg im Alter von acht- zig Fahren an den Folgen eines Schlaganfalls, der ihn vor 7 Wochen traf, gestorben ist. Kellogg war ovn 1925 bis 1929 Staatssekretär unter Präsident Coolidge. Er entwarf und unterzeichnete den Briand-Kellogg-Pakt im Namen der Vereinigten Staaten im August 1928. Der Plan verfolgte den Zweck, den Krieg zu ächten. Die
Der Deuischland-Vesuch von Lord Halifax Hal seinen Zweck bet persönlichen Fühlungnahme und Klärung der Probleme erreicht. Ministerpräsident Chamberlains im englischen Unterhaus.
London, 21. Dez. (DNB.) Im Unterhaus wurde heute die außenpolitische Aussvrache durch den Führer der Opposition, Major Attlee, eröffnet. Er kritisierte die britische Regierung, deren Haltung nicht energisch genug sei. Genf habe das Recht und die Pflicht, China in seinem Kampf zu unterstützen. Es könne China mit Waffen versorgen und Japan Waffen verweigern. Er beklagte, daß die Lebensmittelversorgung in Sowjetspanien ge- ährdet sei. Man eröffne diplomatische Verhandlungen, bevor man die diplomatische Anerkennung gewähre. Die britische Regierung setze sich aufs falsche Pferd und spiele das Spiel des Gegners.
Ministerpräsident Ehambeilain
bedauert, daß man es für notwendig gehalten habe, eine öffentliche Aussprache über die Außenpolitik in einem Augenblick abzuhalten, in dem es schwer ei, irgend etwas zu sagen, was Gutes tun könnte, und in dem es leicht sei, vieles zu sagen, was Schaden stiften könnte. Unter Anspielung auf das englische Wort für Porzellan (China) erklärte Chamberlain dann, oaß ein Porzellanladen nicht der sicher st e Platz sei, um ein Säbel- duell auszutragen. Wenn die Opposition keine Verantwortung für iöie Sicherheit des Porzellans empfinde, so sei das jedoch bei der Regierung der Fall.
Chamberlain wandte sich dann den Besprechungen von Lord Halifax mit Hitler zu. Diese Verhandlungen hätten vertraulichen Charakter gehabt. Er sei daher nicht in der Lage, irgend etwas zu sagen. Es hatte sich um Besprechungen und nicht um Verhandlungen gehandelt, und daher seien keine Vorschläge gemacht, keine Versprechungen gegeben und keinerlei handel abgeschlossen worden. Das uns vorschwebte und was wir erreichten, war eine persönliche Fühlungnahme zwischen einem Mitglied der britischen Regierung und dem deutschen Reichskanzler und, wenn möglich, auf beiden Seiten ein klares Verstehen der Politik und der Ansichten der beiden Regierungen. Ich glaube, wir haben jetzt eine verhältnismäßig bestimmte Vorstellung der Probleme, welche nach Ansicht der deutschen Regierung gelöst werden müssen, wenn wir zu einem Zustande Europas kommen sollen, den wir alle wünschen. Dies muß ein erster Schritt für eine allgemeine Anstrengung fein, um zu dem zu gelangen, was man manchmal eine „A l l g e - melnbereinigung" genannt hat und zu einer Lage, in der vernünftige Beschwerden beseitigt, Verdachtsmomente fallen gelassen werden können und das Vertrauen wieder hergestellt werden kgnn. Das seht offensichtlich voraus, daß alle diejenigen, die sich an einer solchen Anstrengung beteiligen, einen Beitraa für dieses gemein- fameZieleleisten müssen. Anderseits muß es klar fein, daß Schlußfolgerungen weder
beschleunigt noch erzwungen werden können, daß ein weiteres Studium und eine weitere Prüfung des Problems erfolgen muh. Das sich bisher ereignet hat, ist nur ein Vorläufer für eine fruchtbringende Zukunft. In der Zwischenzeit glaube ich, daß der Sache des Friedens kein größerer Dienst erwiesen werden kann, als wenn die Presse beider Länder Zurückhaltung.und Toleranz beweist, gleichgültig, ob sie Tagesereignisse von ihrem Gesichtspunkt aus darstellt oder ob sie die Politik oder Persönlichkeiten kommentiert.
Chamberlain behandelte hierauf den Besuch der französischen Mini st er. Die Harmonie, die sich zwischen den beiden Regierungen in allen wichtigen Fragen herausgestellt habe, sei für die brittsche Regierung eine Quelle tiefer B e - friedigung. In der Folge habe Delbos Gelegenheit gehabt, einen kurzen Meinungsaustausch mit Reichsaußenminister von Neurath in Berlin zu führen. Bei diesen Besprechungen sei weder von der einen noch von der anderen Seite ein Versuch gemacht worden, die Freundschaft zu schwächen, zu der man auf der einen oder anderen Seite gelangt sei.
„Wir glauben", erklärte Chamberlain, „daß, obwohl die verschiedenen Länder verschiedene Methoden haben, ihre eigenen Angelegenheiten zu regeln, es etwas gibt, was ihnen allen gemeinsam ist. Es ist ihr natürlicher Dunsch, ihre eigene Lage zu ver- bessern. Da wir glauben, daß die Erfüllung • dieses Wunsches nur mit Hilfe anderer erreicht werden kann, und zwar durch wahre Verständigung, sind wir der Auffassung, daß jede Anstrengung, die Harmonie zu fördern und berechtigte Beschwerden zwischen den Völkern zu beseitigen, sehr wohl später ihren eigenen Lohn in sich tragen kann, wenn es sich Herausstellen sollte, daß es sich um einen Beitrag für das allgemeine Wohlergehen der
Welt gehandelt hat."
Dann sprach Chamberlain über Spanien. Attlee habe Gerechtigkeit für die Regierung Spaniens verlangt. Es fei nicht klar, ob eine Gerechtigkeit, wie Attlee sie für Spanien verlangt habe, Einmischung auf einer Seite heiße (Beifall). Das fei der ganze Unterschied zwischen der Polittk der Regierung und der der Opposition. Die Opposition wünsche Einmischung auf einer Seite, während die Regierung ein Gleichgewicht zwischen beiden Seiten zu halten bestrebt sei.
Chamberlain wandte sich weiter den letzten Vorgängen auf dem Jangtse zu. England habe ständig seine guten Dienste angeboten, damit dieser Streit beendet werden könnte. Das heiße jedoch nicht, daß England gleichgültig gegenüber seinen internationalen Verpflichtungen sei, oder daß es seine Pflicht vergäße, britische Interessen zu schützen. Die japanische Regierung müsse nun beweisen, daß sie an die Interessen und Rechte der Ausländer denke.
Der Austritt Italiens aus der Gen
fer Entente bedeute, daß die Genfer Institution in ihrem gegenwärtigen Zustand unfähig fei, alle Funktionen auszuüben, die ihr übertragen wurden. Diese Lage müßte allen denen Sorge ver- Ursachen, die immer noch an die Ideale einer internationalen Zusammenarbeit glaubten.
Chamberlain stellte am Schluß seiner Red^ fefL daß Attlees Erklärungen darauf hinausgingen, Großbritannien solle sich zum Polizisten der Welt machen. Attlee unterbrach den Ministerpräsidenten und erklärte, das sei in der Tat d a $ Ziel Genfs. Wenn die Regierung nicht immer nur die englischen materialistischen Interessen berücksichtigt hätte, befände sich England heute in einer viel besseren Lage. Chamberlain erwiderte, das scheine ihm nur eine, Wiederholung der Ansicht zu sein, daß Großbritannien die Pflicht habe, Interessen in der ganzen Welt zu verteidigen. Al; ein Mitglied der Opposition hier dazwischenrief: „W i e st eht e s mit den anderen?" geriet Chamberlain sichtlich in Erregung, nahm den Kneifer von der Nase und wies mit dem Zeigefinger auf die Mitglieder der Dppofition: „Wollen die Mitglieder des Unterhauses, die das sagen, uns mitteilen, wie wir andere zu fassen kriegen f o H e n ? Sind sie völlig blind und taub gegenüber dem, was sich ereignet hat? Haben sie die An- ftrengungen vergessen, die wir gemacht haben, um andere Mächte auf unsere Seite zu ziehen? Das scheint mir nur zu zeigen, daß die Dppofition i n einer unwirklichen Welt lebt. Die Opposition versucht nur einer verstümmelten Genfer Institution Pflichten aufzuerlegen, die sie in der gegenwärtigen Form nicht erfüllen kann, und sie versucht ferner, der Regierung die Schuld für Dinge aufzulegen, die unvermeidliche Begleitumstände der gegenwärtigen Beschaffenheit der Genfer Entente .sind. Wir lassen uns in unserer Politik nicht treiben", so erklärte der Ministerpräsident schließlich, „wir haben ein endgültiges Ziel vor uns, nämlich eine allgemeine Bereinigung der Beschwerden der Welt ohne Krieg. Der (pinn bestehe nicht darin, daß man Drohungen äußere, sondern daß man versuche, persönliche Kontakte herbeizufüh. ren. Nur durch freundschaftliche und offene Erörterungen zwischen den Völkern dürfe man hoffen, eine Lage zu fthaffen, in der die Besorgnis wieder verschwinde." (Lauter und lebhafter Beifall.)
Zum Abschluß der Aussprache wandle sich Eden der Kolonialfrage zu. 3n ge- wissen Kreisen sei behauptet worden, daß England die Absicht habe, zu einem lleberein- kommen mit Deutschland auf dem kolonialen Gebiet auf der Grundlage eines Austausch- g e s ch ä f t e s zu gelangen, das auf Kosten anderer Kolonialmächte getätigt werde. Der britischen Regierung liege nichts ferner, als auch nur ein derartiges „Projekt" zu erwägen. Die Behauptungen seien gänzlich unbegründet. Genau so wenig wie England das Kolonialproblem auf kosten anderer Mächte zu lösen wünsche, versuche Großbritannien, die Lösung europäischer Schwierigkeiten auf kosten anderer Mächte in Europa zu finden.
Vertragsmächte verpflichteten sich darin, auf den Krieg, insbesondere den Angriffskrieg, als Werkzeug ihrer Polittk zu verzichten. Der Plan enthielt allerdings keine Definierung des Angriffskrieges und sah keine Maßnahmen gegen Friedensbrecher vor. Kellogg wurde nach Ablauf der Amtsperiode des Präsidenten Coolidge Richter am Internationalen Gerichtshof im Haag. 1935 schied er aus Gesundheitsgründen von feinem Amt.
Roms Antwort an Eden.
Rom, 21. Dez. (DNB.) Die Erklärung Edens im Unterhaus über die italienische Propaganda im Nahen und Mittleren Osten werden von den römischen Morgenblättern als gegenstandslos und überraschend zurückgewiesen. „Messaggero" weist darauf hin, von zuständiger englischer Seite habe man als Ausrede für das Nichtzustandekommen einer Wiederannäherung mit Italien nacheinander das „Piratenwesen im Mittelxneer", die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen in Spanien benutzt und greife nun nach der „italienischen Propaganda in Palästina". Es wäre interessant, die Araumente zu kennen, die man in London noch erfinden werde, um den „schlechten Willen der englischen Regierung" zu verschleiern. Der „Popolo d'Itafia" schreibt, die italienischen Zeitungen seien-nicht schuld, wenn ihre Berichte aus Palästina für England ungünstig lauten und wenn die Araber Palästinas mehr Sympathie für Italien als für den „britischen Unterdrücker" und seinen französischen Verbündeten „als Unterdrücker des nahen Syrien" empfinden. Für die Vorgänge in Palästina fei allein die britische Regierung verantwortlich. Die „Stampa" erklärt, daß Eden die Hauptveranttvortung dafür trage, daß die internationale Lage an einem toten Punkt angelangt sei. Wolle er die Schuld auf den arabischen Nachrichtendienst des italienischen Sendes Bari abwälzen? Das sei lächerlich und grotesk. In Wirklichkeit habe der Leiter des Foreign Office nach feiner Rückkehr von der Brüsseler Kon- ferenz alles aufgeboten, um eine Zusammenarbeit mit den Machten der Achse Rom—Berlin z u vereiteln. Heute müsse man feststellen, daß Eden seinen Zweck erreicht habe, doch habe es nicht den Anschein, daß er damit die wahren Interessen seines Landes fordere.
? DeihastungSaktion gegen die Sudetendeutsche Partei.
Prag, 21. Dez. (DNB.) Wie das fudetendeutsche Tagblatt „Die Zeit" berichtet, wurde die Bezirksstelle der Sudetendeutschen Partei für Tan.n- wald in Tiefenbach von der Staatspolizei durch- fucbt. Es wurden verschiedene Schriftstücke beschlagnahmt. Die Polizei verhaftete den Leiter des Bezirks, Landesvertreter D r e ß l e r, den Bezirksgeschäftsführer I o h n und den Bezirkswerbeleiter U m a n n. Die Staatspolizei nahm auch in der Wohnung des Kreisgeschäftsführers Wagner und in der Bezirksgefchäftsstelle in Gadlenz eine Haussuchung vor. Wagner wurde in Haft genommen,
ferner der Angestellte der Kreisgeschäftsstelle W a - berfich und der Geschäftsführer des Bezirks Gablenz, Seiboth. Der Abgeordnete der Sudeten- deutschen Partei, Oberlik, intervenierte bei der Gab lenzer Polizerdirektion, wo ihm aber keine Auskunft erteilt wurde.
Japanische Truppen landen in Südchina.
Hongkong, 21. Dez. (DNB.) Acht japanische Kriegsschiffe haben am Montag d i e Befestigungen von Amoy beschossen. Die Kriegsschiffe führten diesen Vorstoß von der Insel Kinmun her durch, die gegenwärtig 30 japanischen Schiffseinheiten als Flottenbasis dient. Gleichzeitig mit der Beschießung von See her erfolgten Bombenangriffe aus der Lust. Die chinesische Zeitung „Saotang Pao" meldet, daß in der Bias- bucht 10 000 japanische Soldaten gelandet worden seien, die den Auftrag erhalten hätten, die Bahnverbindung zwischen Hongkong und Kanton zu unterbrechen. In Kanton soll große Bestürzung herrschen. Die Chinesen flüchten zu Tausenden in das Europäerviertel auf der Insel Schamien. Die brittschen Staatsangehörigen sollen von den brittschen Behörden bereits aufgefordert worden fein, sich für den Abtransport bereitzuhalten. Nach chinesischen Pressemeldungen breitet sich das Riesenfeuer in Tsingtau immer weiter aus.
Nach einer Mitteilung des III. japanischen Geschwaders haben japanische Seeflugzeuge Lan- tschau, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Kansu, überflogen und eine ^Flugzeughalle bombardiert. Dabei wurden acht Flugzeuge sow- jet ruf fisch er Produktion, die in und bei der Halle standen, vernichtet. Anschließend entwickelten sich Luftkämpfe, bei denen die Japaner zehn Flugzeuge, ebenfalls sowjetrussischer Herkunft, zum Absturz brachten.
Scharfes Vorgehen gegen die Marxisten in Japan.
T o k i o , 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Durch Polizeistreifen wurden rund 370 Personen wegen linksradikaler Betätigung f e ft genommen, darunter der Vorsitzende des Exekutivkomitees der sogen. Proletarierpartei Kato, der Mitglied des japanischen Reichstages ist. Die linksradikalen Wühler treiben unter dem Deckmantel sozialer Fürsorge für Frontsoldaten und deren- Angehörige geheime Agitation nicht nur in China, sondern auch in Japan, um sich besonders Einfluß auf die Soldaten zu verschaffen. Hauptziel der Verhafteten xvar die Herbeiführung eines Umsturzes nach Richtlinien des Kominternkvngresses von 1935 in Mos- kau, der zum Kampf insbesondere gegen Deutschland und Japan aufrief, und die Bildung „internationaler Volksfronten" einleitete. Innenminister Suetsugu befahl Auslösung
der unzuverlässigen Parteien und Verbände. Dir: Verhafteten werden staatsgefährlicher Umtriebe in. Verbindung mit den Komintern angeklagt, aus- gehend von der Arbeiter- und Bauernpartei, der Proletarierpartei und den Gewerkschaftsverbänden.
Eine Weihnachtsgabe der Beamtinnen des Gaues Hessen-Nassau für Schlesier.
NSG. Wie die Beamtinnen des Gaues Hessen- Nassau zum Geburtstage des Führers 90 Korbwagen mit Erstlingswäsche zur Verfügung stellten, wie sie am Muttertag Hunderte von alleinstehende bedürftige Mütter betreuten und am Nikolaustag in verschiedenen Städten des Gaues Kinder bedürf' tiger Volksgenossen mit Kaffee und Kuchen bewittr- ten und ihnen ein Geschenk aushändigten, so ifl durch ein zusätzliches Opfer der weiblichen Beamten auch für Weihnachten wieder ein umfangreicher Lager an Wollwaren, Bettwäsche, Herren- uni Frauenunterklevdern, Strümpfen, Schuhen, Kinder- Neidern und eine Sammlung von Spielsachen M'i fammengetragen worden. Mit Genehmigung M Reichsamtsleiters Hilgenfeldt werden diesmal d« gesamten Spenden der Deapttinnen des Gaue- dem Bund „Deutscher D ft $ n" für die schb fische Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Die Gaureferentinnen des Reichsbundes der Deutschen Beamten waren im Juni zu einer Tagung in Schü sien. Bei den Teilnehmern ist damals der Gedanle: aufgetaucht, ihre Verbundenheit mit den Menschen an der deutschen Ost grenze dadurch zu bekunden daß sie ihnen über die Leistungen des Winterhilfe wertes hinaus eine zusätzliche Hilfe zu ko mm en lassen» werden. Der Wert der gespendeten Gegenstände be» trägt rund 6000 Mark. 31 schwere Pakete wurden an 25 Ortschaften Oberschlesiens abgesandt. Dee Bund „Deutscher Osten" wird die Gaben an bedürftige Volksgenossen verteilen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler hat bea im Reichs- und Preußischen Ministerium für di« kirchlichen Angelegenheiten tätigen Konsistorialrct Dr. Adalbert von Han st ein unter Belassung i® feiner Dienststelle zum Landgerichtsrat bei bei® Landgericht Berlin ernannt.
Das Panzerschiff „Deutschland" ist i® Begleitung der Torpedoboote „Falke", „Möwe'.. „Greif" und „Kondor" und des Tankschiffes „Wollin" in Neapel eingelaufen, wo das Geschwader bis Anfang des nächsten Jahres bleibt, um den Besatzungen Gelegenheit zu geben, die Feiertage ti® Kreise der Deutschen Kolonie und der über Weihnachten ebenfalls in Neapel weilenden ,^dF."'sil' tauber zu verbringen.
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Der Führer und Reichskanzler hat &- Exzellenz General der Infanterie a.D. von Eise"' hart- R o t h e zu seinem 75. Geburtstag telegW phisch seine Glückwünsche übermittelt


