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r. 2<)8<Erftes Blatt

Mittwoch, 22. Dezember Mr

18Z. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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DeuGland erweist dem toten Feldherrn die letzte Ehre.

Der feierliche Staatsakt für General Ludendorff in München.

Die Aufbahrung in MnalenerGeneralkommanbo

München, 21. Dez. (DNB.) In stiller Feier rv.rden am Dienstag um 10 Uhr die sterblichen Überreste General Ludendorffs in den Fah- nrjaal des Generalkommandos des VII. Armee- top s in der Schönfeldstraße übergeführt. Am M rbezimmer in dem unmittelbar gegenüberliegen­de Josephinum holten der Chef des Generalftabes bei VII. Armeekorps Oberst B r e n_rr e ck e, und ein D"engeleit von sieben Offizieren den nur mit Helm jltji) Degen des Verblichenen bedeckten Sarg ab. Dircf) einen Ehrenspalier der Wehrmacht wurde der Scrg quer über die Straße bis zur Einfahrt des 8-"ieralkommandos getragen, wo der Kommandie- rtibe General des VII. Armeekorps und Befehls- ha er im Wehrkreis VII, General der A^llerie ».Reichenau, ihn empfing und in dem im pfe iten Stockwerk des Generalkommandos gelege- itf Fahnensaal geleitete. Hinter dem Sarg schritten W- beiden Söhne des Feldherrn, während IWi'a u Ludendorff von einem Fenster des Entenhauses aus dem eindrucksvollen Akt bei- torinte. Der Fahnensaal ist mit schwarzen Tüchern Lkjgeschlagen und mit den Fahnen und Standar- ,|lfr der Truppenteile des Standortes München ge­schmückt. Kerzen werfen ihr flackerndes Licht auf br von der Reichskriegsflagge bedeckten und mit f^ n und Degen des Feldherrn geschmückten Sarg, »essen Seiten zwei Stabsoffiziere des Heeres und bei Luftwaffe die Ehrenwache halten. Zu Füßen Hs Sarges, an dem General v. Reichenau einen Mibeerkranz niedergelegt hat, sind vier Kissen mit b-er Orden und Kriegsauszeichnungen 1 des Feld- fern ausgebreitet. Hier sieht man das Großkreuz lr- Eisernen Kreuzes, den Pour le merite mit Eicienlaub, das Großkreuz des Preußischen Roten D rordens mit Stern, das Großkreuz des Bayeri- che« Militär-Max-Zofeph-Ordens mit Stern, das sinißkreuz der Eisernen Krone mit Stern, der höch- I österreichischen Kriegsauszeichnung, die höchsten »rischen und Kaiserlich Osmanischen Auszeich- gen, das Großkreuz des Bulgarischen Tapfer- torbens und all die vielen anderen Orden, etwa n der Zahl.

im persönlichen Auftrage des Füh- s und Reichskanzlers hat Gauleiter atsminifter Adolf Wagner 10.30 Uhr im »ralkommando an der Bahre des verstorbenen §el Herrn im Beisein des Generals v. Reichenau, |!|ru Dr. Mathilde Lubendorff und des Hauses LU^ndorff das tiefempfundene Beileid des füh r e r s zum Ableben des großen Toten über- itar)t Gegen Mittag legte der Chef des General- iek'-s des VII. Armeekorps, Oberst Brennecke, und im Namen des C h ess s des General- !!a»es des Heeres, Geüeral der Artillerie 'Zeck, einen Kranz an der Bahre nieder.

München im Trauerschmuck.

Mrdig und ernst, schlicht und feierlich ist der <5önud, den München zum Tage der Trauerfeier umlegte. Prof. Georg Buchner, der Schöpfer so riBhr festlicher Ausschmückungen der Stadt, wurde wchch diesmal beauftragt, die Straßenzüge, durch fclb 'ich der Trauerzug bewegt, entsprechend dem 'CÖr- des Tages zu gestalten. Am Siegestor, r« ner feierliche Staatsakt feinen Anfang nimmt, tinnen der mittlere und die beiden seitlichen Bogen si4v»rz verhangen, so daß sie den Blick nach Norden MiHen. Die beiden seitlichen Tore tragen auf ssjsyoiirzem Hintergrund das Eiserne Kreuz i ir rchwarz mit Silber. Der mächtige mittlere Tor- titopn erhielt mit zwei langen Fahnen der alten uni der neuen Wehrmacht einen wirkungsvollen Mdt rgrund, der durch das Hoheitszeichen dües Dritten Reiches verstärkt wird. Bor den

Erti Pfeilern des wuchtigen Tores stehen vier hohe Mtzk^en, deren jeder einen großen silbernen Lor- fefeer trägt. Dor dem mittleren Tor wird auf schwarz «Mcsschlagenem Podest der Sarkophag ruhen.

j)i>t Straßenseiten beiderseits des Siegestores Uberd-n in einer Länge von etwa 100 Meter durch öitgi schwarze senkrecht zur Straße stehende M<g,en einen ernsten Abschluß erhalten. Wenn der Mmsrzug zur Feldherrnhalle sich in Bewegung sitz-, werden längs der ganzen Ludwigstraße auf 1A ohen Pylonen schwelende Feuer zum Himmel Iilün-i. Ze 50 dieser Säulen säumen die Straßen 2'H beiden Seiten. Die F e l d' h e r r n h a l l e erhielt bitchiDeren Trauerschmuck. Den rückwärtigen Teil M Halle verkleidet braunes Tuch Sechs schwarze Plenen stehen davor und werden die Halle mit tito snattgelben Feuerschein ihrer Opferschalen er- Jeden Pylon wird ein Lorbeerkranz, zieren. Bmi 'Platz vor dem Tempel bedeckt ein schmaler tiDir Teppich.

t\r dem W e g zum Marienplatz wird der tinuitrjug den gleichen Weg passieren, den General Mlr^dorff an,der Seite des Führers beim Skchchalsmarsch vom 9. November 1923 gegangen ist. lie Häuserreihen tragen hier reichen Fahnen- schrrck. An der Stelle, wo die Trauerparade ihren Awch findet, sind wieder vier schwarze hohe en errichtet, die gleichfalls Feuerschalen tragen. Hslie wird der ^arg mit der sterblichen Hülle des W1ch°rrn von der Lafette genommen und von fiimr imotorifierten Abteilung übernommen, die den Giraten Toten zur Beisetzung nach Tutzing titafJjren wirb.

Um 5 Uhr wurde die sterbliche Hülle des Generals von einem Ehrengeleit der Wehrmacht zum Sie­gestor übergeführt. Dom Fahnensaal > des Generalkommandos trugen sechs Unteroffiziere den mit dem Fahnentuch der alten Reichskriegsflagge und mit Helm und Degen des Feldherrn bedeckten Sarg in die Scbönfeldstraße, wo die Lafette und das Ehrengeleit feiner harrten. Während der Sprg, zu dessen Seiten 10 Fackelträger der Wehrmacht schritten, und hinter dem die beiden Söhne und alte Freunde des Hauses Ludeydorff folgten, auf die von sechs Rappen gezogene Lafette gehoben wurde, prä­sentierten die Ehrenkompanien das Gewehr. Lang­sam und feierlich setzte sich das Ehrengeleit unter der Führung des Kommandeurs des Jnf.-Rgts. 61, Oberst Sintzenich, in Richtung Kaulbachstraße und Schackstraße zum Siegestor in Bewegung. Die Spitze bildete eine Ehrenkompanie des Infanterie- Regiments 61. Ihr folgten die vier Ordenskifsen- träger, die Lafette mit dem Sarg, die Angehörigen des Feldherrn und vier Stabsoffiziere des Heeres und der Luftwaffe. Den Schluß des Trauergeleits bildete eine Ehrenkompanie der Wehrmacht. Nur der Rhythmus der Soldatenschritte, das Getrappel der Pferde und das Rasseln der Lafette hallt durch die dunkle, winterkalte Nacht.

Bald hatte der Zug das Siegestor erreicht, das im hellen Flammenschein von vier Pylonen aufragte. Im Paradeschritt zogen die beiden Ehren­kompanien links und rechts der Ludwigstraße auf, und während die Truppe das Gewehr präsentierte und sich die Degen der Offiziere senkten, fuhr die Lafette vor die Mitte der Durchfahrt des Sieges­tores. Der Sarg wurde von Unteroffizieren auf das hohe Podest im mittleren Torbogen des Sieges­tores gehoben, von dessen Hintergrund die Kriegs­

flaggen des alten und neuen Reiches leuchteten. Die Stabsoffiziere der Ehrenwache, die die Lafette be­gleitet hatten, zogen am Sarge auf, auf dem die Ordenskiffen gelegt wurden.

Die SevölkelMg Münchens grM den toten zeldtzmn.

Noch war die sechste P-orgenstunde nicht ange­brochen, und schon setzte in einer mehrere Stunden hindurch nicht mehr abreißenden Kette der Zu­strom der Münchener Bevölkerung ein, die dem \am Siegestor aufgebahrten toten Feld­herrn die letzte Ehre erweisen wollte. In unabseh­baren Reihen zogen die Volksgenossen an dem mit Tannebgewinde bekleideten Podest vorüber und grüßten in stillem Gedenken und mit erhobener Rechten den Feldherrn. Auf den zu Füßen des Sarges ausgebreiteten Orden- und Ehrenzeichen spiegelte sich der Flammenschein von den schwarz umhüllten Pylonen. , Silberglänzend hebt sich von dem mit den Kriegsflagqen des alten und neuen Reiches geschmückten Hintergrund des mittleren Torbogens der mächtige Hoheitsadler ab, der auf hohem schwarzem Sockel die Aufbahrungsstätte krönt, während die beiden seitlichen Torbogen in schlichtem Schwarz das Eiserne Kreuz tragen. 20 lange Trauerfahnen säumen links und rechts die Ludwigstraße. Die Farbe öer Trauer tragen auch die Pylonen, die zu beiden Seiten der Ludwig­straße bis in die Höhe der Feldherrnhalle anein­ander gereiht sind. Der Weg, den der Trauerzug zur Feldherrnhalle nehmen wird, ist schon jetzt von Tausenden gesäumt.

3n Llwariung des Trauerzuges.

Tau ende Hanen des Trouerkondnttes.

Wohl der kälteste Tag, den München bis­her in diesem Winter zu verzeichnen hatte, ist an­gebrochen. Das Thermometer zeigt in der neunten Vormittaasstunde 12 Grad unter Null. Heber den Straßen der Stadt liegt der graue Nebeldunst eines scharfen kalten Wintermorgens. In weitem Umkreis wird der Straßenbahn- und Autoverkehr umge- leitet, damit der Trauerakt in der inneren Stadt in feiner vollen Würde vollzogen werden kann. Trotzdem die Arbeit nicht ruht, und nur die Schu­len geschlossen sind, erkennt man schon außerhalb des Stadtinnern den Zug der Massen zur Ludwig st raße. Dort harren die Menschen zum Teil schon feit langen Stunden in der grimmigen Kälte unentwegt aus. Tausende wollen Abschied nehmen von Ludendorff, wollen den Führer grü­ßen un£ das junge Heer sehen, das dem großen Feldhrirn der alten Armee die letzte Ehre erweist. Längst ist die Ludwigsttaße von Soldaten im Stahl­helm abgefperrt, dahinter in lockeren Abständen das Spalier der Männer der ff. Teilweise in vielen Staffeln baut sich hinter der Absperrung wie eine lebende Mauer die Bevölkerung auf. Je näher man dem Siegestor kommt, um so dichter werden die Menschenmafsen. Langsam rückt der Zeiger vor, die Wintersonne versucht die Nebelschwaden über der Stadt zu verdrängen.

Während die Stunde des Staatsaktes immer näher rückte, war das Siegestor ununterbrochen das Ziel vieler Tausende von Volksgenossen, die am Sarge General Ludendorffs vorbeidefilierten.

Ein endloser Zug der Trauernden, von Männern und Frauen aus allen schicktten, Frontsoldaten, Kameraden, die 19.2 3 mit dem Gene - r a I marschierten. Langsam und gemessenen Schrittes ziehen sie vorüber. Dann und mpnn tritt ein Volksgenosse aus der Reihe und legt einen letzten Blumengruß neben dem Sarge nieder. Fast vier Stunden zieht so der Strom der Menschen an der Bahre vorbei.

Schon längst sind die Spalier-Mannschaften an- getreten. Bis zur Theresienstraße säumen die Män­ner im feldgrauen Rock und im Stahlhelm die beiden Seiten der Ludwigstraße,' den üblichen Weg bis zur Feldherrnhalle umrahmen die Angehörigen der Gliederungen der Partei und dahinter Tausende von Volksgenossen. Ihre Augen wenden sich nicht ab vom Siegestor. Hell schimmert der graue Stein in der matten Wintersonne und hebt sich scharf ab von dem schwarzen Tuch, das den Hintergrund des Tores verhüllt. Wie aus Erz gegossen stehen die Ofstziere der Ehrenwache am Sarge.

Jetzt rückt dröhnenden Schrittes die Ehren­kompanie an. Hinter dem Musikkorps und den Spielleuten marschieren die vier Fahnen des ehe­maligen 3 9. Infanterie-Regiments, dessen Inhaber General Luden dorff war. Hämmern­den Schrittes zieht die Ehrenkompanie des JR. 19 auf und nimmt an der Ostseite der Ludwigstraße Aufstellung.

Vier Offiziere treten vor den Sarg und nehmen die Ordenskissen ab. Dayn treten vier Gene­rale vor die Bahre, senken den Degen und neh­men zu beiden Seiten des mittleren Torbogens Ausstellung. Unbeweglich stchen sie mit gezogenem Degen.

DerReichsmegsminiflerMSargedesIeldherrn

Eine der größten Gestalten prenßisch-denlschen Soldatentums ist von uns gegangen.

Arn Sarge hält dann der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg folgende Ansprache:

In ehrfurchtsvoller Trauer steht die deutsche Wehrmacht und mit Ihr das ganze deutsche Volk an der Bahre eines genialen Soldaten, eines wahrhaft großen, deutschen Mannes. Ein Heldenleben, dessen Denken und Handeln ausschließlich Deutschland galt, ist vollendet, ein Leben, das arbeitsreich war wie das weniger Menschen, das auf die höchste Höhe des Ruhmes kührte und dem auch tiefe Tragik nicht erspart blieb. Deutschland verlor einen Mann von gewaltiger Willenskraft, einen leidenschaftlichen Kämpfer für bU Macht und die Größe der Nation.

Ungewöhnlich wie die Persönlichkeit des Generals Ludendorff ist auch fein Lebensweg. Körper­lich und geisttg gestählt durch Erziehung im Ka­dettenkorps wird dem jungen Offizier der Front­dienst zur Grundlage feines Führertums. Rasch führt ihn sein militärifcher Werdeaang aufwärts. Im Generalstab öffnet sich ihm sein eigentliches Tätigkeitsfeld. Er gelangt in die Stellung, in der er zum ersten Male zu geschichtlicher Bedeutung für Volk und Reich heranwächst. Als Chef der Auf­marschabteilung im Großen Generalstab sieht er mit fhrem Blick die zunehmende politische und mllttärijche Gefährdung Deutschlands.

Er sieht weiter als die meisten Verantwortlichen seiner Zeit. Er erkennt, daß nur die re st lose Aus­schöpfung der deutschen Wehr­kraft die Möglichkeit bietet, das Reich dem drohenden Verhängnis zu entziehen. Immer wieder erhebt Ludendorff seine warnende und mahnende Stimme. Seine kämpferische, kompro­mißlose Ratur bringt ihm hierbei den ersten großen Konflikt von geschichtlicher Auswirkung. Es gelingt Ludendorff nicht, feine wehrpoliti­schen Forderungen voll in die Tat umzusehen. Die verantwortlichen Führer finden sich mit Halbheiten ab. Der unbequeme Warner aber wird in eine andere Stellung verseht, die seiner Persönlichkeit keineswegs entspricht.

Bei Ausbruch des Weltkrieges steht Ludendorff nicht an tfer ihm gebührenden Stelle in der Obersten Heeresleitung. Aber dem begnadeten Soldaten bietet sich auch an anderer Stelle die Gelegenheit, Ruhm und Lorbeeren zu ernten. Der Hand- streich auf Lüttich einst von ihm selbst als Chef der Aufmarschabteilung vorgeschlagen scheint gescheitert. Da bringt Ludendorff an die Stelle eines gefallenen Brigadekommandeurs.In­mitten der vordersten Schützen stürmt er mit an­

feuernden Zurufen seiner Brigade voran", berichtet das amtliche Werk über den Weltkrieg. Durch den Fortsgürtel hindurch reißt er die Brigade bis in bie Stadt hinein vor.

Kurze Zeit darauf ruft ein Befehl des Ober­sten Kriegsherrn ihn nachdem O st e n an die Seite des neuen Oberbefehlshabers der VIII. Ar­mee, General v. Hindenburg. Was Gene­ral Ludendorff, Seite an Seite mit dem schon vor ihm in Walhall eingezogenen Generalfeld­marschall geleistet hat, gehört zu allen Zeiten zu den schönsten Ruhmesblättern deutscher Ge­schichte. Zunächst als General st abschef, vom August 1916 an aber unter voller Mit­verantwortung, die er selbst ausdrücklich bean­tragte, stehl er als Er st er Generalquar­tier m e i st e r an der Seite des Feldmar­schalls. 3n angespanntester Geistesarbeit durch Tag und Rächt, vier Jahre hindurch, hat er Deutschland davor bewahrt, wieder, wie so oft in vergangenen Jahrhunderten, zum Kriegs­schauplatz zu werden.An der Glut in seiner Brust, am Lichte seines Geistes entzündete sich" mit Clausewitz gesprochendie Glut des Vorsatzes, das Licht der Hoffnung aller anderen von neuem."

Der Name Lubendorff läßt nicht nicht trennen von ben Taten des deutschen Heeres unb ben Leistungen unseres Volkes im Weltkrisge: Die Kriegsgeschichte wirb ihn immer nennen, wenn sie vom Weltkrieg spricht, von ben klassischen Der- nichtungsschlachten im Osten, wie sie die Weltge­schichte nur selten einem Felbherrn vergönnt, eben­so wie von ben Abwehrschlachten im Westen unb ben Angriffsschlägen im Osten, Süben, Sübosten unb im Frühjahr 1918 an der Westfront. Aufrecht und unnachgiebig geht ßubenborff seinen Weg. Nur eingebaute bewegt ihn: L i e b e z u m V a t e r-> lanb. Nur ein Streben kennt er: ben Vernich­tungswillen bes Feinbes zu brechen. Es ist, als ob Clausewitz seine Worte auf -biefen Mann geprägt hat:Wie ein Obelisk, auf ben bie Haupt­straßen eines Ortes zugeführt finb, so steht in ber Mitte ber Kriegskunst gebieterisch hervorragend ber feste Wille eines stolzen Geistes".

Als Ludendorff Ende Oktober 1918 entlassen wirb, ist ber Weg zur Novemberrevolte frei. Der General selbst hat seine eigene unb bie Waffenehre bes beutschew Heeres bis zum bitteren Ende rein ge­halten. Mit tiefem Schmerz im Herzen hat er ben Zusammenbruch erlebt. Noch härter, kantiger und kompromißloser wurde sein Wesen. Unge­brochen blieb fein Kampfeswille. So marschiert er am 9. November 1923 neben bem Füh­re r an ber Spitze tzes Zuges zur Felbherrnhalle in München. Unerschrocken setzt er auch hier sein Leben ein für Deutschlanbs 2Bieb er gebürt. Der weltanschauliche Kampf um. bie seelische Geschlossen­heit bes deutschen Volkes hat die letzten Jahre dieses tapferen Geistes ausgefüllt.

So ist ein Mann von uns gegangen, der einst mit starker Hand ins Rad der Geschichte griff, ber Jahre hindurch mit dämonischer Willens­kraft das belagerte deutsche Volk mit sich riß. voller Ehrfurcht und tiefer Dankbarkeit sehe« wir in ihm einedergrößten Gestalten preußisch - deutschen Soldaten­tums. Seine charaktervolle Persönlichkeit ist aus ewig verbunden mit dem Heldentum der Großen Krieges. In tiefer Trauer um den Heimgang dieses großen Soldaten, aber auch voller Stolz darüber, daß Ludendorff einer der unseren war, senkt die Wehrmacht ihre Fahnen. Sein Geist wird im deutschen Volk und vor allem in der deutschen Wehrmacht weiterleben als Ansporn zu höchstem Einsatz für Deutsch­land.

Frontsoldaten ehren Ludendorff.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Der Bundesführer bes Deutschen Reichskrieger - Bundes (K y f f h ä u s e r b u n b), Oberst a. D. ^-Gruppen­führer R e i n h a r b t, erließ folgenbe Kundgebung zum Tode des Generals Lubendorff:

In der Trauer des ganzen deutschen Volkes um biefen Feldherrn nehmen wir Männer des Deutschen Reichskriegerbundes Abschied von einem großen Soldaten, dessen Name und Tat um- tränzt ist von dem Ruhme der alten «Armee im Weltkriege. Persönliche Tapferkeit, Willenskraft und Charakterstärke, unermüdlicher Arbeitseinsatz, stra­tegische Meisterschaft und das unerschütterliche Ver­trauen auf den Endsieg der deutschen Waffen ließen General ßubenöorf, an der Seite bes Felbmarschalls von Hinbenburg zu einer einzigartigen militärischen Führergestalt aufragen. Sein Name war e i n eiserner Begriff ber Front. Die' Persön­lichkeit fiubenborffs, unumstritten für ben Front- solbaten in ihrer militärischen Größe, unb sein« Feldherrnkunst, bie uns in ben schwersten Abwehr­schlachten ben Willen und die Möglichkeit des Durch­haltens und in bem Ringen von Tannenberg bis zur Großen Schlacht in Frankreich 1918 bie Sieg« beutscher Waffen gab, werben immer bas höch ste Dorbilb bes beutschen Solba - t e n bleiben. Mannhaft unb beseelt von glühenbster Vaterlanbsliede hat General Lubendorff ben Kampf für uns weitergeführt, als Deutschland ein Opfer der heimtückischen Revolte geworden war, welche die Kraft der siegreich geführten Waffen zerbrach. Bis zum letzten Atemzug galt fein Einsatz bem völkischen Deutschland, fein Kampf den überstaatlichen Fein­den unserer Nation. Ehrend und dankend senkt der Deutsche Reichskriegerbund seine Fahnen vor dem Feldherrn Lubendorff.