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Die Gießener Siudentenschast eröffnet das Wintersemester und den Reichsberussivettkamps.

In der Neuen Aula der Ludwigs-Universität wurde im Beisein einer großen Anzahl von Pro­fessoren und Studenten das Wintersemester und damit verbunden der Reichsberufswettkampf eröff­net. Der juristische Fachschaftsleiter Pfeil be­grüßte die Erschienenen.

Pros. Dr. Baader,

der Rektor der Universität,

sprach als Erster zu dem Thema Reichsberufswett­kampf. Die nationalsozialistische Weltanschauung er­hebe den Totalitätsanspruch und habe auch ihren Einfluß bei der Wissenschaft. Die Aufgaben, die im Rahmen des Reichsberufswettkampfes gelöst wer­den sollten, seien alle mittelbar aus dem Volke ge­nommen worden. Auch die Preisaufgaben der Uni­versitäten sollten in Zukunft mit in den Reichsbe­rufswettkampf eingebaut werden. Die Universität begrüße jede Gelegenheit, bei der der Student die Möglichkeit habe, seine wissenschaftliche Leistung un­ter Beweis zu stellen. Am Schlüsse seiner Ausfüh­rungen versprach der Rekor die Mithilfe der Profes­soren bei der Durchführung des Wettkampfes und wünschte dem 3. Reichsberufswettkampf an der Gie­ßener Universität einen guten Erfolg.

Hierauf sprach der örtliche

Wettkampfleiter Dr. Grießmann

zu den Versammelten. In diesem Jahre werde zum dritten Male zum Reichsberufswettkampf aufgeru­fen. Höchstleistung jedes einzelnen, auf welchem Po- ften auch immer er stehe, fei mehr denn je die For­derung des Tages. Diese Höchstleistung, diese Stei­gerung der Leistung sei ein wesentlicher Punkt des Reichsberufswettkampfes. Dieser solle nicht aus­schließlich ein Mittel zur Fachschulung sein, sondern durch freiwillige Mehrleistung Mitarbeit am Auf­bauwerk. Keine abstrakten Abhandlungen, die in Aktensälen abgelegt würden, sollten geschrieben wer­den, sondern Tagesfragen des deutschen Volkes soll­ten bearbeitet werden. So stehe auch als Gesamt­thema über dem 3. Reichsberufswettkampf das Thema: Die Lebensordnung des deutschen Volkes. Doller Ehrgeiz solle ein jeder danach streben, das Beste zu leisten. In diesem Sinne eröffnete Dr. Griehmann den Reichsberufswettkampf und verlas die zur Bearbeitung kommenden Themen.

Studentenführer Frank

führte u. a. aus: Immer fei es das Streben der deutschen studentischen Jugend gewesen, neue Wege zu neuen Zielen zu weisen, immer habe ein gro­ßer Teil des deutschen Studententums die Ideale Ehre, Freiheit, Vaterland, Opferbereitschaft auf die Fahne geschrieben, um den übrigen Volksgenossen auf dem Wege zum Deutschen Reiche voranzugehen. Als der Führer nun das deutsche Volk aufgerufen habe, wären die Studenten wieder mit dabei ge­wesen, und es werde das große Verdienst des deut­schen Studententums bleiben, daß an den deutschen

Hochschulen schon frühzeitig ein Bollwerk des Natio­nalsozialismus entstanden fei.

Anschließend sprach der Studentenführer über die Entwicklung der deutschen Studentenschaft von der Machtübernahme an bis in die Gegenwart und hob besonders die unter Reichsstudentenführer Dr. Gustav Adolf Scheel geleistete Aufbauarbeit in den verschiedensten Gebieten hervor. Auch wurde noch über die neue studentische Gemeinschaftsform, die Kameradschaft und über den Zusammenschluß der Altakademiker in der NS.-Studentenkampfhilfe eingehend gesprochen. Am Schlüsse seiner Rede kam Studentenführer Frank noch auf den Reichs- leistungskampf zu sprechen und rief zur Mitarbeit auf. Der Semester-Eröffnungsappell wurde mit dem Gruß an den Führer geschlossen.

Folgende Themen kommen im 3. Reichsberufs- wettkampf zur Bearbeitung:

1. Die Ernährungslage an 100 kinderreichen Fa­milien Gießens. 2. Eine Betriebsuntersuchung. 3. Deutschland und Oesterreich (Die wirtschaft­lichen Beziehungen). 4. Leib-seelische Zusammen­hänge in der körperlichen Erziehung. 5. Geschichte der Studentenschaften und studentische Bewegung: Das politische Turnen in der Studentenschaft vor 1852. 6. Bodenuntersuchung und Düngungsver­suche in der Gemarkung Reinhardshain zum Zwecke der Ertragssteigerung. 7. Neuzeitliche Gemein­schaftserziehung in Amerika und Deutschland. 8. Die Wichtigkeit der Tierseuchenbekämpfung im Dierjahresplan. 9. Die Bedeutung der Fleisch­beschau für die Volksgesundheit. 10. Die Stel­lung der Reformatoren zu den neuen Ergebnissen der Wissenschaft. 11. Holzarten und Altersklas- senverteilung des bäuerlichen Privatwaldes in der früheren Provinz Oberhessen und Untersuchung über die Möglichkeit, den Ertrag im Interesse der natio­nalen Holzerzeugung zu steigern.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

oo Langsdorf, 20. Nov. Die hiesigen Maurer haben bis in den Winter hinein Arbeit, weil eine große Anzahl von Bauern, angeregt durch eine staat­liche Beihilfe, moderne Dung - und Jauche- gruben von großem Kubikinhalt angelegt haben, eine Arbeit, die noch in vollem Gange ist. Die Ackerleute sind besonders gespannt darauf, wie die von der neuesten Düngerlehre vorgeschlagene Hoch­schichtung des Stallmistes sich bewähren wird. Je­denfalls ist die Bereitschaft des Bauern groß, mo­derne Erkenntnisse der Agrarwissenschaft anzuwen­den. Dem Vernehmen nach wird 'der hiesige GesangvereinKonkordia" in diesem Jahre noch in kleinem Kreis seiner Mitglieder die 100-Jahrfeier seines Bestehens abhalten. Er wurde im Jahre 1837 durch den damaligen Präzep­tor Johann Adam Neumann gegründet. Die evang. -kirchliche Frauen Hilfe begann ihre Winterarbeit mit einer Bibelfreizeü, die durch Frau Ohly vom Verband der evang.-kirchl.

Frauenverekne durchgeführt wurde. Die Beteiligung stieg mit jedem Abend.

A Obbornhofen, 20. Nov. Bei der hier ab­gehaltenen Wald-Treibjagd wurden 36Hasen und 2 Füchse erlegt. Der Wildbestand in unserer Gemarkung ist dank der weidmännischen Pflege der Pächter als sehr gut anzusehen. Bei der bevor­stehenden Feld-Treibjagd erhofft man auch ein gutes Ergebnis. In diesen Tagen wurden hier die Holzhauerorbeiten begonnen. Im Ge­gensatz zu früheren Jahren, in denen Erwerbslose beschäftigt wurden, erfolgt jetzt der Einschlag aus­schließlich von Kleinlandwirten.

Kreis Wehlar.

vy Rodheim a. d. Bieber, 20. Nov. Im Kraale von Bender wurde dieser Tage der Film Der Vogelhändler" gezeigt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Unweit von Abendstern ent­gleiste dieser Tage ein Güterwagen der Bieber­talbahn.

<n Bieber, 20. Nov. Die NS. -Frauen­schaf t veranstaltete im Saale von Scherer einen Werbeabend für die neugebildete Jugend­gruppe. Die Frauenschaftsleiterin hieß die Teilneh­mer herzlich willkommen. Sodann wurde ein Aus­schnitt cyi5 der Arbeit der Jugendgruppe gezeigt. Es gelangten Lieder zum Vortrag, Volkstänze wur­den aufgeführt, auch zwei kleine Theaterstücke wur­den gezeigt. Die Jugendgruppenleiterin, Fräulein Schock (Hetzlar), sprach über die Ziele und Auf­gaben einer Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft. Im Rahmen ihrer Ausführungen wurden durch die Gruppe einige gymnastische Hebungen gezeigt. Volkstanz und weitere Lieder beschlossen den an­regenden Abend. Der Stützpunktleiter forderte die weibliche Jugend zum Eintritt in die Jugendgrup­pen aus.

Rhein-Mainische Börse.

Still.

Frankfurt a. M., 20. November. Auch die Wochenschlußbörse empfing keine Belebung, da der Auftragseingang für den Aktienmarkt weiter­hin sehr klein war. Soweit anfangs überhaupt No­tierungen erfolgten, zeigten sie nur Veränderungen um Bruchteile eines Prozentes. Im Verlaufe ver­stärkte sich die auch zu Beginn herrschende freundliche Grundtendenz und auf Teilgebieten nahm das Ge­schäft etwas zu, ebenso ergaben sich vielfach mäßige Erhöhungen. Die deutsch-englischen Unterhaltungen werden weiterhin stark besprochen. Etwas stärkere Abweichungen als durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. zeigten AG. für Verkehr mit 131 bis 132,50 (131,50), Schuckert mit 170,50 (169,50), Akkumulatoren mit 229 (228), anderseits Lahmeyer mit 126 (127,50), beide Notierungen nach Pause. Von Montanwerten notierten Hoesch mit 120,50 (120), Mannesmann mit 118,25 (118,13), Verein. Stahl mit 114,50 (114,65) und Harpener mit 173,50 (174). IG.-Far­ben erhöhten sich von 158,25 auf 158,50 (157,75), leichte Besserungen hatten ferner Reichsbank mit 210,75 (210,50), Bemberg mit 142,75 (142,25), West­deutsche Kaufhof mit 58,25 (58), wogegen Daimler, Lechwerke, Mainkraft und Licht und Kraft bis 0,50 vom Hundert nachgaben.

Am R e n t e n m n r f t bestand Nachfrage. Ge­fragt wurden hauptsächlich Altbesitzanleihe des Rei­ches mit 131,45 (131), ferner blieben im Freiver­kehr Kommunal-Umschuldung mit 94,90 ünd 4proz. Rentenbank-Ablösungsscheine zu 93,75 bis 94 sowie

unnotierte Industrie-Obligationen beachtet. Außerdem zeigte das Publikum weiterhin lebhaftes Interesse für Pfandbriefe. Goldpfandbriefe wurden bei unver. änderten Kursen teilweise rationiert oder ganz ge­strichen. Rhein. Kommunal-Obligationen erhöhten sich um 0,25 auf 99,25, do. Liquidationspfandbriefe ex Ziehung auf 102 (101,65). Stadt- und Staats­anleihen lagen nahezu unverändert.

Im Verlaufe kam das Geschäft über Ansätze zu kleiner Belebung nicht hinaus. Vereinzelt erfolgten Abgaben, wodurch sich bei der Kulisse Zurückhaltung und bei einzelnen Kursen kleine Rückgänge einstell­ten. IG.-Farben 157,75 nach 158,50 Höher notier­ten nochmals Hoesch mit 121 nach 120,50 und Reichsbank mit 211 nach 210,75. Die erst später no­tierten Werte schwankten nach beiden Seiten bis zu 1 v. H., schwächer lagen Kaliaktien.

Rundsunkprogramm ,

Dienstag, 23. November.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frü», konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Sportfunk für die Jugend. 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10:Zueignung". 15: Volk und Wirt- schäft. 15.15: Frauenfunk. 16: Klaviermusik. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Kammermusik. 20: Eduard Kün- neke, ein Meister der neuen Operette. Großes Kon­zert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

lieber Osteuropa hat sich ein Hochdruckgebiet auf­gebaut, das bis Mitteldeutschland hin heiteres Wetter mit Nachtfrösten bedingt. Bei uns macht sich dagegen der Einfluß schwacher Störungsgebiete be­merkbar, die eine leichte Unbeständigkeit bedingen.

Aussichten für Dienstag: Vielfach dun­stig und meist wolkig, doch nur vereinzelt etwas Niederschlag, Temperaturen bis 0 Grad, veränder­liche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Noch teilt« wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 21. November: mittags 2,4 Grad Celsius, abends0,8 Grad; am 22. Novem­ber: morgens 0,3 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini­mum heute nacht2,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 2,1 Grad; am 22. November: morgens 1,3 Grad.

Hauptjchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Vr. Fr W Lange; für Feuilleton: 0r Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

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Danksagung

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Döll am Grabe, dem Gesangverein Germania für seinen schönen Grabgesang, der Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Abermann sowie allen, die ihm das letzte Geleit gaben, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

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