Zreitag, 22. Oktober 1Q5Z
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im Zeichen nationaler Fahnen Mit den nationalen Truppen wieder Ruhe und Ordnung ein. «ufgehört zu existieren.
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Wicklung betrachtet. Während der deutsche Preis für Gießerei-Roheisen wie bisher weiterhin bei etwa 60 RM. die Tonne liegt, war der Weltmarktpreis bis auf 95 RM. gestiegen und liegt auch heute noch mit 75 RM. über dem Jnlandniveau. Das mußte für den Teil der Verbraucher, die ihr Roheisen vom Auslande zu beziehen haben, eine erhebliche Belastung bedeuten. Diese Belastung bis zu einem gewissen Grade zu beseitigen, ist die Aufgabe der neuerlichen Zollsenkung. Man sieht, daß die zuständigen Stellen bemüht sind, die gegenwärtig in der Eisenwirtschaft vorhandenen Spannungen nach Möglichkeit, selbst auf Kosten des Reichsfiskus, zu vermindern.
London, 21.Ott. (DNB.) Die außenpolitische Aussprache im Unterhaus begann mit, einer Rede des Außenministers Eden. Im Nichteinmischungsausschuß habe er selbst keinen Ausweg mehr gesehen. In letzter Stunde sei ein neuer und sehr willkommener Beitrag durch die italienische Regierung geleistet worden. Heber den Zeitpunkt der Zurückziehung der Freiwilligen hätten sowohl die italienische wie die deutsche Regierung ihre Haltung proportionell modifiziert. Auch zur Frage der Proportionellen Zurückziehung von Freiwilligen auf beiden Seiten sei jetzt eine Lösung vor- geschlagen, die annehmbar sein sollte. Er sei der letzte, der sich einem übertriebenen Optimismus hingeben würde. Es blieben noch genug Fragen, die noch ungelöst seien. „Die nächsten Wochen würden zeigen — und ich sage absichtlich Wochen — daß die britische Regierung keine Mühe scheuen wird, um dafür zu sorgen, daß der einmal erzielte Fortschritt schnell und ungestört weitergeht."
Die Richteinmischung in Spanien müsse man scharf von einer Indifferenz gegenüber der territorialen Unversehrtheit Spaniens und den Reichsverbindungen durch das INittelmeer unterscheiden. Er wünsche klarzustellen, daß die britische Wiederaufrüstung keinerlei offene oder verborgene Tendenzen in fich berge, Rache im Wittelmeer zu üben (!). Die britische Position im Wiltelmeer sei vielmehr einfach die, das Großbritannien beabsichtige, das Recht auf feinen Weg auf dieser Hauptverkehrsader aufrechtzuerhallen. Großbritannien habe niemals verlangt, daß dieses Recht exklusiv sein solle. Solange aber die spanische Frage nicht gelüst sei, würde ein wahrer Fortschritt in der Wittelmeerfrage nicht möglich sein. Sobald dies der Fall sein würde, bestehe aller Grund zu der Annahme, daß derartige Besprechungen Erfolg haben würden.
Die Handelsspanne gliedert sich, je nach dem Gang der einzelnen Ware, in eine Großhandelsspanne und in eine Einzelhandels- spanne. Der kalkulierten Spanne am Preis stehl wiederum die tatsächlich erzielte Spanne am Umsatz des einzelnen Gutes gegenüber. Obgleich gerade im letzten Jahrzehnt eine Fülle von Material über die Berechnung der Handelsspanne veröffentlicht ist, hören die Kritiken an ihrer höhe nicht auf. Es ist daher verdienstvoll, wenn sich der Leiter der Forschungsstelle für den handel. Dr. Tiburtius, in den „Nachrichten des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit" wieder mit dem Thema der Handelsspanne befaßt hat. Auf Grund seiner Untersuchungen kommt Tiburtius zu dem Ergebnis, daß die Klagen über ein Steigen der Handelsspannen in vielen Fällen bis zum Jahre 1929 berechtigt gewesen seien, daß aber seit 1930 die absoluten Beträge der Einzelhandelskosten um etwa 25 v. h. gesenkt worden seien. Ihr Anteil am Umsatz betrage heute allerdings 25,2 gegen 21,7 v. h. Das ist darauf zurückzuführen, daß in der Zeit von 1930 bis 1935 die Umsätze um etwa 35 v.h. gesunken sind. Es wird noch dadurch zu- ungunsten des Einzelhandels verschärft, daß die Mehrzahl der Verbraucher zu geringeren Waren- qualitäten übergegangen ist.
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Der deutsche Roheisenzoll ist mit Wirkung vom 18. Oktober von 10 RM. auf 1 RM. je
Tonne herabgesetzt, also praktisch beseitigt worden. Den hauptsächlichsten Zweck der Zollsen-
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Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70 mm Breite 50 Rpf „Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/<> mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
im Lause , tritt bei d lieber« pro kWh Mindest- h Mich
Englands Lnieresse im Mitielmeer.
Eden und Chamberlain verteidigen die englische Nichieinmischungspolitik.
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der Labour-Abgeordnete Flatcher unerhörte Angriffe auf Italien und Deutschland gerichtet hatte, erklärte der Labour-Abgeordnete G r e n s e l l, daß die Labour-Party die Regierung nicht unterstützen könne.
Bimste Präsident Chamberlain
Der Eindruck in Paris.
„Das Schicksal des Krieges entschieden."
Paris, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Einnahme Gijons durch die nationalistischen Truppen lat in der französischen Presse starken Eindruck gemacht. Das „Petit Journal" spricht von einem großen Sieg, der ein rein spanischer Sieg ei. Die Lehre von Gijon beweise den Wert der Truppen des Generals Franco, ihre Begeisterung und ihre Disziplin sowie das militärische Können und die Strategie der nationalen Generäle. Das .Journal" weist darauf hin, daß Franco nunmehr > i e Gesamtheit seiner Streitkräfte u Wasser und zu Lande gegen Valencia einsetzen "önne, gleichzeitig mit dem wichtigen Erzbecken von Oviedo seien so riesige Mengen von Waffen und
Munition aus Sowjetrußland in die Hände der Nationalen gefallen, daß man mit ihnen eine ganze Division ausstatten könne. „Epoque" sagt, das Schicksal des Krieges sei jetzt entschieden. Auch der „Jour" schreibt, daß das letzte Kapitel der nationalen spanischen Revolution begonnen habe, da der Fall Gijon den endgültigen Zusammenbruch der Valencia-Bolschewisten einleite.
Heue Vrinmenvemstung französischer MrMnb'ätter.
Paris, 21. Ott. (DNB.) Französische Marxistenblätter, denen in London vom „News Chro- nicle" sekundiert wird, leisten sich wieder einen Fall übelster Brunnenvergiftung, der offenbar darauf hinauslaufen soll, einen zweiten „Fall G u e r n t c a“ zu konstruieren. Während die gesamte französische Presse die Havasmeldung aus Bayonne übernimmt, daß ein mit Flugzeugen nach Biarritz geflüchteter fowjetrusfischer General und andere sowjetrussische Offiziere erklärt haben, in Gijon seien schwere Tumulte ausgebrochen und der b 0 l - schewistische Pöbel habe Feuer in der Stadt angelegt, stellt dieses Hetzblatt die Dinge wieder einmal auf den Kopf. Es bringt eine Meldung mit der Heberschrift „F a s ch i st i f ch e Flugzeuge stecken Gijon in Brand". Natürlich soll der Leser auf die Meinung gebracht werden, es handele sich um „italienische oder deutsche Flieger". Den Beweis hat es sich allzu leicht gemacht,
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Paris, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie „Matin" aus Biarritz meldet, find vier von den sechs auf dem Flugplatz von Biarritz-Parme gelandeten bolschewistisch-spanischen Flugzeugen nach Eintreffen einer entsprechenden Erlaubnis der französischen Regierung am Donnerstag nach Sowjetspanien zurück- geflogen. Zwei Flugzeuge, die bei der Landung Beschädigungen erlitten hatten, blieben zurück. Wie der „Figaro" wissen will, begaben sich die Flugzeuge nach Barcelona. An Bord dieser zum Teil mit Maschinengewehren und anderen Waffen ausgerüsteten Apparate, befanden sich sowjet- russische Offiziere und aus Gijon ausgekniffene Bolschewisten-Häuptlinge.
denn die Aussagen der geflohenen Flieger versieht es einfach mit dem erfundenen Nachsatz: „Faschistische Geschwader haben das Feuer in Gijon verursacht". Dieses verlogene Schwindelmanöver wie auch das abermalige Gefasel von „neuen faschistischen Kriegsmateriallieferungen nach Spanien" ist so durchsichtig, daß es sofort als ein mißglückter Versuch, die europäische Öffentlichkeit von dem Zusammenbruch der letzten bolschewistischen Widerstandsnester in Nordspanien und dem grausamen Zerstörungswerk der sowjetrussischen Mordbrenner abzulenken, erkannt wird.
Frankreich gestattet Rückkehr sowjetspanischer Flugzeuge.
Salamanca, 22. Oft (DRV.) Der natio- nde Heeresbericht vom Donnerstag meldet: Die A ft u r i e n f r 0 n t ist von unseren Truppen zum Zusammenbruch geführt worden. Der ge- Ichlagene, von feinen Anführern im Stich gelassene Gegner händigte feine Waffen den siegreichen Lrupptzn aus. An den Fronten Oviedo, Ralon. Villaviciosa und Jnfiesto geht der Vormarsch unsrer Truppen unaufhörlich weiter. Der Feind geht in gefchlossenen Gruppen und ,u voller Ausrüstung in unser Lager über. Die nationalen Streitkräfte markierten von Pravia und Estamplero aus auf Avil es. Andere Kolonnen gingen von Oviedo ins ebenfalls auf Aviles vor. Gijon und Avi- I e s befinden sich bereits in der Hand der nationalen Truppen. Die Bevölkerung eilt nberall mit unbeschreiblicher Begeisterung und
Die Vorgänge im Fernen Osten bedauere England, nicht nur, weil es große wirtschaftliche Interessen im Fernen Osten habe, sondern auch weil es kurz vor dem Ausbruch des Streites m Verhandlungen mit der japanischen und der chinesischen Regierung gestanden habe, die zu einer Besserung der internationalen Beziehungen geführt haben würden. Die Besprechungen habe man unterbrechen müssen, und es sei unmöglich, sie zur Zeit wieder aufzunehmen. An der Neunmachte- konferenz in Brüssel habe die französische Regierung ihre Beteiligung zugesagt: die italienische Regierung und die Vereinigten Staaten wurden vertreten sein. Die Tagesordnung sei durch den Völkerbund bestimmt worden.
Die Erfahrungen dieser Jahre sollten eine grausame Warnung für jede englische Regierung sein. „Endlich beginnt nun unsere wachsende Stärke auf dem Gebiete der Rüstungen in Erscheinung zu treten. Die Bedeutung dessen kann kaum übertrieben werden." (!)
In der Aussprache griff der Opposntionssuhrer Attlee den Außenminister heftig an. „Die schwache" Politik der Regierung führe das Land an den Abgrund eines neuen Krieges. Nachdem
geschickt werden dürften.
Befürchtungen wegen einer Befehung der Balearen feien unbegründet. England habe wiederholte und sehr bestimmte Zusicherungen der italienischen Regierung erhalten. Er nehme diese Versicherungen als im guten Glauben gegeben an und freue sich, daß sie gegeben worden feien. Das enthebe die englische Regierung der Rotwendigkeit, diese Dinge für ernst zu nehmen.
Er hoffe, daß der Hmschwung, der am Mittwoch im Nichteinmischungsausschuß eingetreten sei, als Beginn eines Fortschrittes angesehen werden könne. Wenn erst einmal die Gefahr behoben sei, daß der spanische Konflikt sich über seine Grenzen ausbreiten könnte, so werde man an den tieferen und ernsteren Grund europäischer Hnruhe und Besorgnis Herangehen können.
Zum Schluß gjng Chamberlain auf die Neun- mächte-Kon'ferenz ein, die einen Versuch darstelle, den Frieden im Fernen Osten wieder ber- zustellen. Die Anregung Attlees. einen finanziellen und wirtschaftlichen Boykott ü b er Japan zu verhängen, lehnte der Ministerpräsident unter dem Beifall des Hauses mit der Begründung ab, daß man Frieden machen solle, nicht aber den bestehenden Konflikt noch ausdehnen. Der Antrag der Regierung aui Vertagung wurde dann mit 204 gegen 111 Stimmen angenommen.
Mit der Einnahme von Gijon hat der Feldzug n Nordspanien praktisch sein Ende gesunden. Die Truppen General Francos haben in 6V2 Monaten »in rund 400 Kilometer breites und durchschnittlich 30 bis 100 Kilometer tiefes Gebiet erobert. Diese Leistung gewinnt an Bedeutung, wenn man berücksichtigt. daß das gesamte Operationsgebiet in bis über 3000 Meter ansteigendem Gebirge liegt, in dem 3er Feind unzählige natürliche Verpestungen fand. Diwn ist nach Oviedo die größte Stadt Asturiens und einer der besten Häfen der spanischen Nordkuste. Die wichtigsten Kohlen- und Eisenerzgruben Spaniens befinden sich in der Gegend von Gijon und Oviedo und können nunmehr von den Nationalen ausge- 'jeufet werden. Nach der Einnahme von Gijon beträgt die Zahl der unter nationaler Herrschaft 1 itehen Provinzen 35, während die Bolschewisten in iur noch 15 Provinzen ihre Gewalt ausüben. Außerdem unterteilen dem General Franco die ■ Kolonien Jfni. Fernando Po und das marokkanische Schutzgebiet. Den Bolschewisten bleiben nach Ver- uft des asturischen Kohlengebietes nur noch die Gruden von UtriHas in Aragon. Diese_ liegen bereits in Reichweite der nationalen Geschütze.
Mel im befreiten Gijon.
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Die rote Schreckensherrschaft m Jnfiesto.
Gijon, 22. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Stadt Jnfiesto gehört zu den spanischen Städten, die □m meisten unter der roten Herrschaft getttten haben. Die Bolschewisten haben hier fast sämtliche Personen, deren soziale Stellung über den Durch- rfmitt herausragte, aus grausame Weise ermordet. Unter ihnen auch sechs Frauen, die sich weigerten, die von den bolschewistischen Horden georderten Gotteslästerungen zu begehen. Täglich wurden vier bis fünf rechtsstehende Gefangene aus
ben Kerkern geholt und auf dem Wege zmn Er- chießen vom Pöbel in gemeiner Weise beschimpft. Töchter der angesehensten Familien wurden zu niedrigsten Diensten gezwungen.
Oie bolschewistische Rordfroni zusammengebrochen
Gijon und Aviles in der Hand Francos.
Oie Roten laufen geschloffen zu den nationalspanischen Truppen über.
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Gijon, 21. Ott. (DNB.) Der Oberbefehlshaber Der nationalen Streitkräfte in Asturien General PIranöa teilt mit, daß das Gros der nationalen Truppen feinen Einzug in Gijon hielt unter unbeschreiblichem Jubel oer Bevölkerung. Be- onders hat zu der Begeisterung beigetragen, daß Ls durch den schnellen Vormarsch der nationalen Truppen gelungen ist, mehr als 2000 Gefangene ;u retten, ehe die Roten an ihnen ihre Mordab- stchten durchgeführt haben. Nach ihrem Einzug verunstalteten die nationalen Truppen eine Feier zum Gedächtnis der von den Bolschewisten bei Revolu- , tionsausbruch ermordeten Besatzung der Kaserne Simanoa. Von der früheren 400köpsigen Besatzung Ser Kaserne ist von den Bolschewisten n i ch t e i n einziger Mann verschont geblieben. Lastwagen'mit Lebensmitteln werden der ausgehungerten Bevölkerung erste Hilfe bringen. Auch mehrere Schiffe, die schon in den letzten Tagen Nahrungsmittel geladen hatten, find unterwegs.
Wie siebtes in derWirtschaftans?
Eine fo reiche Kartoffelernte wie in die- fern Jahr haben wir noch niemals gehabt. Im Jahre 1920 betrug die Ernte 27,87 Millionen Tonnen, im Jahre 1925 41,71 Millionen Tonnen, im Jahre 1929 40, im Jahre 1932 47,016, im Jahre 1933 44, im Vorjahre aber bereits 46 Millionen Tonnen und die Ernte dieses Jahres beläuft sich auf 52,5 Millionen Tonnen. Deutschland ist ein eigentliches Kartoffelland, aber diese Steigerung ist doch überwältigend, und sie ist hauptsächlich der nationalsozialistischen Energie zu verdanken, die aus dem eigenen Boden das Größtmögliche herauszuholen versucht, um die Grundlage der Selbstversorgung zu schaffen und die Einfuhr von entbehrlichen Lebensrnitteln zu verringern. Vor allem wird die riesige Kartoffelernte unserer Futtermittelversorgung zugute kommen, und damit wird sich die Zahl der Schweine in Deutschland vermehren. Ferner wird die Hmstellung eines Teiles unserer Ernährung auf die Kartoffeln und die daraus bereiteten Gerichte gewiß noch stärkeren Umfang an-
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Wie widersinnig die im Auslande vielfach vorhandene Annahme ist, daß Deutschland keine Erweiterung seiner Welthandelsbeziehungen wolle, geht auch aus einem Vortrag hervor, den der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, in diesen Tagen in Mülheim-Ruhr hielt. Köhler betonte ausdrücklich, daß es falsch sei, Deutschlands Streben nach wirtschaftlicher Selbstsicherung mit einem Drange nach wirtschaftlicher Abschließung gleichzufetzen. Nur auf der Grundlage wirtschaftlicher Unabhängigkeit will Deutschland künftig Außenhandelsbeziehungen pflegen, wobei allerdings die schwankende Kaufkraft ausländischer Länder ein den deutschen Außenhandel lähmendes Merkmal bildet. Neben diesem Grunde, der eine Steigerung des Welthandels hindert, ist in den letzten Monaten zu beobachten, wie im Auslande verschiedentlich mit der „kommenden Wirtschaftsdepression" operiert wird. Mit aller Schärfe wandte sich Kohler gegen die Stimmungsmacher, die mit solchen Wirtschaftstheorien nicht zuletzt häufig ihre eigenen dunklen Geschäfte fördern wollten. Deutschland hat das stärkste Interesse daran, daß sich andere Staaten eine eigene unabhängige Wirtschaft erkämpfen und zu einem Wohlstände gelangen, der sie in die Lage versetzt, deutsche Waren abzunehmen. Oberster Grundsatz der deutschen Wirtschaft ist, nur mit den Staaten Außenhandel zu treiben, die auch deutsche Erzeugnisse abnehmen. Der deutsche Außenhandel ist seit 1934 um 30 v. H., der englische und fran- zösische aber nur um 22 v. H. gestiegen. Schon allein daraus geht hervor, daß Deutschland selbst einen großen Beitrag zur Förderung des Welthandels geleistet hat.
In Frankreich hat das Ministerium Chau- temps unter dem Druck der Marxisten bereits jetzt statt wie vorgesehen, ab 1. Januar, die niedrigen Löhne der Beamten erhöht, wenn auch nicht in zureichendem Maße. Mit anderen Worten: Die Absicht, das Preisniveau zu halten und die Löhne und Gehälter nicht weiter zu steigern, ist vor der Tatsache zu Bruch gegangen, daß die Preise in Frankreich kräftig anzvgen. Davor mußte Chautemps kapitulieren. Es zeigt sich wieder einmal, daß eine Währungsentwertung, die zunächst aus den Inter-
lehnte zunächst den Vorwurf ab, daß die Regierung fung erkennt man nur, wenn man die Preisentauf außenpolitischem Gebiet schwach wäre. Die einzige praktische Frage, um die es sich heute handele, sei die, dem Friedensprinzip Geltung zu verschaffen. Wenn die englische Regierung dulde, daß der Völkerbund nicht in der Lage sei, seine Funktionen zu erfüllen, dann habe es auch keinen Zweck, immer wieder papageienhaft zu wiederholen, daß man an den Völkerbund glaube. England glaube zwar an die Grundsätze, für die der Völkerbund gegründet worden sei. Wenn der Völkerbund eine Liga aller mächtigen Nationen derWelt geblieben wäre, würde er ein wirksames Instrument sein, diese Grundsätze in die Tat umzusetzen. Gegenwärtig bedeute der Völkerbund keine Garantie mehr gegen einen Angriff. England hoffe daher, praktische Mittel zu finden, um den Frieden in der Welt wieder herzustelley.
In der spanischen Frage hätte man die Politik befolgt, zu verhindern, daß der Bürgerkrieg in Spanien zu einem europäischen Krieg werde. Vor allem müßten daher die fremden Freiwilligen wieder aus Spanien herausgeschafft werden. In der „symbolischen" Zurückziehung einer gleichen kleinen Zahl von Freiwilligen auf beiden Seiten sehe er nichts Unfaires, da der Einsatz von Freiwilligen auf der einen Seite genau der gleiche bleiben würde, wie auf der anderen. Die englische Regierung werde sich aber nicht damit abttnden, daß, während die Zurückziehung offiziell im Gange sei, neue Freiwillige oder Waffen nach Spanien
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Sicheim Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: SrSHIsche Univerfitättdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristieitung und Seschüftrftellr: Schulstrahe 7


