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Neuer japanischer £ustangriffaufNanking

Tokio. 22. Sept. (DJIB. Funkspruch.) Die Nach- rlchten-Agentur Domei meldet, daß japanische Flie­ger entsprechend der Ankündigung der japanischen Flotte vor Schanghai die Stadt Nanking bombardiert haben. Nach den bisherigen Fest­stellungen wurden wichtige militärische Gebäude und Anlagen und das Haupt­gebäude der K u o m i n t a n g - P a r t e i schwer beschädigt. Ferner sollen die telegraphi­schen und telephonischen Verbindungen zwischen Schanghai und Nanking unterbrochen worden sein.

Amerika und England protestieren in Tokio.

Washington, 21. Sept. (DNB.) Außenmini­ster hüll gab bekannt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten durch ihren Botschafter in To­kio gegen die japanischen Absichten, einen Luftan­griff auf Nanking zu unternehmen, protestiert habe mit der Begründung, daß die Bombar­dierung einer Zivilbevölkerung inter­nationale und humanitäre Gesetze in gleichem Maße verletze. Andererseits könne der angedrohte Luft­angriff auch die normalen Beziehungen zwischen Amerika und China stören, wenn die diploma­tischen Vertreter gefährdet würden.

Die britische Regierung hat ebenfalls durch ihren Botschafter in Tokio Vorstellungen we­gen der Bombardierung nichtmilitärischer Ziele in Nanking erhoben, weil dadurch das Leben von Nichtkämpfern einschließlich der britischen Un­tertanen gefährdet würde. Die britische Regie­rung Hot erklären lassen, daß sie sich das Recht vor­behalte, die japanische Regierung für jeden 23 e r I u ft an britischem Leben und britischem Ei­gentum verantwortlich zu machen Japan sagt größte Vorsicht zu.

DunkleAbsichtenchinesischerGeheimagenten

Tokio, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach Mitteilung des Sprechers des Auswärtigen Amtes wird Japan bei der Durchführung der angekündig­ten Bombardieruna Nankings größte Vorsicht walten lassen, um das Leben der Nichtkämpfer und der in Nanking verbliebenen Ausländer zu schonen. Außenminister hirota hat dem britischen und dem amerikanischen Botschafter in diesem Sinne

gehaltene Erklärungen abgegeben. Das Verbleiben des britischen, des französischen und des sowjet- russischen Botschafters verstärke die Absicht der japanischen Kommandostellen, gegen Nanking m i t außer st er Behutsamkeit vorzuaehen. Dazu zwinge auch eine in Tokio eingetroffene höchst eigenartige Information, der zufolge Agenten einer G e h e i m a b t e i l u n g des Nankin­ger Verteidigungsausschusses dos japa­nische Bombardement auf Nanking ausnutzen, um o«e Zerstörung der fremden Botschaf­ten am Sitz der chinesischen Zentralregierung vor­zubereiten, und diese Tat dann den japani­schen Fliegern in die Schuhe zu schie- den. In politischen Kreisen glaubt man, die Mit­teilung hiroias dahin auslegen zu sollen, daß eine gewisse Milderung der Aktion gegen Nanking Zu erwarten sei.

Auch Kanton erneut mit bomben belegt.

Schanghai. 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die südchinesische Großstadt Kanton erlebte am Mittwoch früh zwei weitere schwere Cu f t- angrisse, die von zahlreichen japanischen Flug­zeugen durchgeführt wurden. Der Oberbefehlshaber der 3. japanischen Flotte in Schanghai gibt bekannt, daß 19 chinesische Flugzeuge im Lust- kamps abgeschossenund 12 weitere Ma­schinen auf den bombardierten chinesischen Flug- Plätzen vernichtet worden feien. Auch sei eine starke Beschädigung der Flugzeughallen von Konton bemerkt worden. Aus japanischer Seite seien keine Verluste zu melden, während die chinesische Luft­waffe nach Meinung der Japaner einen empfind- lichen Schlag erlitten habe.

Oer Deutsche Zakoby in Schanghai gestorben.

Schanghai, 21. Sevt. (DNB.) Der Deutsche Jakoby, der am 14. August bei der Bomben- explosion auf dem Nanking-Road schwer oer- w u n b et worden war, ist am Dienstag an einer Embolie plötzlich verstorben. Noch in den letz­ten Tagen hatte man die Hoffnung gehabt, nach­dem eine Beinamputation zufriedenstellend verlaufen war. sein Leben retten zu können

Italien nimmt an Flottenbesprechungen in Paris teil.

Abänderung des Kontrollplans von Nyon.

Rom, 21. Sept (DNB.) Amtlich wird mit- geteill:Auf Grund der vorhergehenden Unter­redung mit dem Grafen Liano haben die Ge­schäftsträger Englands und Frank­reichs unter vorheriger Feststellung, daß die englische und die französische Regierung niemals verfehlt haben, die Stellung Italien als Mittelmeer-Grohmacht anzuerkennen im Namen ihrer Regierungen den Vorschlag ge­macht, daß die Flottensachver ständigen der drei Mächte in Bälde in Paris zu­sammenkommen, um die Abänderun­gen praktischer Art festzulegen, die an den in Nyon festgesetzten Bestimmungen vorzuneh­men wären, um die Teilnahme Italiens zu ermöglichen. Graf Liano hat von den ihm ge­gebenen Erklärungen Kenntnis genommen und den beiden Geschäftsträgern die Zustimmung der faschistischen Regierung zu der von der Pariser und Londoner Regierung vorgeschlagenen Zusammen­kunft mitgeteilt. Auch von der gegenwärtigen Phase der Angelegenheit hat die faschistische Regierung die Reich sregierung auf dem Laufen­den gehalten."

London stellt Entspannung fest.

Die englische Presse begrüßt Italiens Teilnahme.

London, 22. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter berichten eingehend über den Beschluß Italiens, an einer Konferenz der Flottenfachverständigen in Paris.Daily Tele­graph" berichtet, London vertraue fest darauf, daß man durch die Pariser Beratungen zu einem Abkommen über die Teilnahme Italiens an der Patrouille im Mittelmeer ge­langen werde. Es sei höchst wahrscheinlich, daß die italienische Beteiligung nicht für eine bestimmte Zone vorgesehen sei, sondern daß man auf gle »- cher Grundlage ein gemeinsames Ar­beiten der drei Flotten im Mittelmeer zustandebringen werdeMorning Post" sagt, der Beschluß Italiens werde in England Überall wärm­stens begrüßt werden. Eden und Delbos seien über» eingekommen, daß es keinen Zweck habe, noch ein­mal die Unterzeichnermächte des Nyoner Abkom­mens zusammenzuberufen. So habe man sich für die Tagung der Flottensachoerständigen der drei Mächte in Paris entschloßen. Das Nyon- . Abkommen selbst werde aber nicht vor der Rückkehr Mussolinis aus Deutschland abgeänbert werden. ,,Daily Mail" schreibt, Italiens Beteiligung an der Mittelmeer-Patrouille sei ein diplomatischer Nacken­schlag für die bolschewistischen Unruhestifter in Moskau. Ihre Bemühungen, die Konferenz von Nyon zum Scheitern zu bringen, seien fehlge­schlagen. Nun seien sie auch um ihre Bemühun­gen gebracht, im Mittelmeer einen Zustand der Spannung zu schaffen. An Stelle der sowjetrussi­schen Hoffnungen sei jetzt in der internationalen Atmosphäre eine wirkliche Entspannung eingetreten.

Finkelstein Heist in Genf.

Genf, 21. Sept. (DNB.) In der Völkerbunds­versammlung sagte der rumänische Außenminister Antonescu im Namen der Kleinen Entente, daß trotz aller beunruhigenden Symptome in einem gro­ßen Teil der Welt Anzeichen einer Besserung er­sichtlich seien Die Kleine Entente sei der Ansicht daß jedes Volk das Recht habe, seine eigene Lebensform zu wählen. Wenn die ideologische

Spaltung manchmal auch unvermeidlich sei und zum Bürgerkrieg führe, so müsse diese Spaltung zuruckgewiesen werden, wenn man sie au

nationalen Boden verpflanzen wolle. Der Vertreter Australiens, Bruce, sagte, die Er- fahrung, habe gezeigt, daß es unmöglich sei, die Grundsätze des Dölkerbundspaktes durchzuführen, so lange die größten Staaten der Welt dem Bunde nicht angehören.

Dann hielt es der Sowjetoertreter Litwinow- Finkelstein wieder einmal für notwendig, der Volkerbundsversammlung eine feiner sattsam be­kannten üblen Hetzreden aufzutischen, in deren Mit­telpunkt wie üblich die wüstesten Beschimpfungen und Verdächtigungen derdrei Angreiferstaaten", womit Deutschland, Italien und Japan gemeint sein sollen, standen Unter Anwendung aller jüdisch-bol­schewistischen Verdrehungskünste versuchte Lit- now-Finkelstein der Völkerbundsversammlung daher klar zu machen, daß die Sowjetunion keinerlei wirt­schaftliche ober strategische Interessen in Spanten habe. Sie sei lediglich daran interessiert, das Recht jedes Volkes zur selbständigen Bestimmung feines inneren Regimes ohne Dazwischentreten fremder Staaten und erst recht fremder Armeen zu betonen unb zu verhinbern, daß in Spanien ein neuer Aus­gangspunkt zum Angriff gegen ganz Europa ent­stehe (?) In dreister Weise wurden Deutschland und Italien verdächtigt, unter dem Deckmantel des Anti» kommunismus selbstsüchtige Ziele in Spanien zu verfolgen Litwinow-Finkelstem warf dem Völker­bund seine Passivität während des mandschurischen Konfliktes beimAngriff" auf Abessinien, beim spanischen Experiment" und bei dem neuen An­griff auf China vor und meinte, eine entschlossene Bölkerbundspolitik in einem Angriffsfall würde alle anderen Fälle erledigen. Dann würden alle Staa­ten auch die Ueberzeugung gewinnen, daß sich ein Angriff nicht lohne. Dann würden auch die frühe­ren Mitglieder wieder den Weg nach Genf finben unb, so schloß Litwinow-Finkelstein salbungsvoll unb scheinheilig,im friedlichen Nebeneinanderbe- stehen aller gegenwärtigen Regime könnte das ge­meinsame Ideal eines universalen Völkerbundes er­reicht werden."

Moskaus Giörungsfeuer.

Wie lange wird man in Paris die Hetze dulden?

Berlin, 22. Sept. (DNB.) Unter der Ueber- schriftMoskaus Pressehetze zum Mussolini-Besuch beginnt" schreibt derVölkische Beobachter": Die A u ß e n p o l i t i k e r i n desOeuvre" ent­wickelt mit der ihr eigenen Vorstellungskraft wie­der einmal einen angeblichen deutschen Putschplan gegen Oesterreich. Sie denkt sich die Sache so, daß deutsche Grenztruppen ober Schutzpolizei (!) Befehl erhielten, in Oesterreich ein» zurücken und dort eine Volksabstimmung über den Eintritt ober die Beteiligung ber Natio­nalsozialisten an ber Wiener Regierung ins Rollen zu bringen. Da bie Aufregung in Paris unb Lon­don in einem solchen Falle sehr groß wäre, würde Deutschland dann seine Polizeitruppen aus Oester­reich wieder zurückziehen. Als Beweis für diesen Putschplan gegen Oesterreich will die Außenpolitt- kerin desOeuvre" anführen können, daß ber Führer sich eine große Reliefkarte von Wien habe anfertigen lassen, auf der er bereits die städtebaulichen Veränderungen entwerfe, die er in Wien plane.

Hierzu bemerkt derVölkische Beobachter": Es gibt nichts, an das man sich nicht gewöhnen könnte, und so ist es auch zu einer schon feststehenden Tat­sache geworden, deren Ausbleiben auffallen würde, daß die bekannte Hetzpolitikenn desOeuvre" keinen

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