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Der Duce.

Mussolini der Soldat.

Das Geburtshaus Mussolinis stand zu Predappio in der Romagna, wo sein Vater Ales­sandro ein gefürchteter Revolutionär Schmied, Gastwirt und Bürgermeister war und seine Mutter Rosa die Kinder des Dorfes als Lehrerin unter­richtete. Am Sonntag, 29. Juli 1883, erblickte ihr Erstgeborener B e n i to , der seinen Namen nach Benito Juarez, dem Freiheitshelden der Mexikaner erhielt, das Licht der Welt. Seine Jugend verlief wie die seiner meisten Gefährten, er trieb sich auf den Feldern und Wiesen herum und lernte bald, sich vor seinen Kameraden mit der Faust Respekt zu verschaffen, ein echter Junge, der sich in jeder Lage zu behaupten verstand. Abenteuerlich verlief sein weiteres Leben, er war Laufbursche bei einem Weinhändler in Lausanne in der Westschweiz und abends Student. Schon als Zwanzigjähriger redi­gierte er gemeinsam mit dem Advokaten Barboni die WochenschriftDie Zukunft des Arbeiters". Als Sekretär derSozialistischen Wahlvereiniguna" in Forli wie als Gründer und Leiter der Wochenschrift Der Klassenkampf" machte er viel vor sich reden, weil er in diesem Blatt schärfste Kritik an den fal­schen Sozialisten übte. Der spätere Faschist kündete sich bereits an.

1904 wird er zum aktiven Militärdienst im II Bersaglieri-Reaiment zu Verona eingezogen, seine Vorgesetzten sahen ihn wegen seiner sozialisti­schen Einstellung zunächst scheel an, aber seine her­vorragenden Leistungen wandelten den Argwohn rasch in Anerkennung um. 1914 gründete er den Popolo d'Jtalia", 1915 kam er an die Front und wurde schwer verwundet: mehr als 40 Wunden be­deckten seinen Körper. Zum Korporal befördert, setzte er sich unermüdlich, und zwar vor allem jour­nalistisch, für die Hebung der italienischen Wider­standskraft ein. Nach dem enttäuschenden Friedens­schluß kämpfte er gleichermaßen gegen die unfähige Regierung wie gegen die bolschewistische Gefahr. Bereits im Mai 1919 gründete er in Mailand die faschistischen Kampfverbände, welche bald eine aus­gesprochen antimarxistische und streng nationale Rich­tung einschlugen. Im Herbst 1922 trat er den be­rühmten Marsch auf Rom an, wobei er den bereits Geschichte gewordenen Ausspruch tat:Wenn ich vorgehe, folget mir, wenn ich zurückweiche, tötet mich, wenn ich falle, rächet mich!" Am 28. Oktober des gleichen Jahres gelangte er in den Besitz der staatlichen Macht, in den folgenden Jahren bildete sich das ganze, auf die Führung durch den Duce einigerichtete System des autoritären Staates aus.

Aber niemals könnten wir der Persönlichkeit Mussolinis gerecht werden, wenn wir in ihm ledig­lich den großen Staatsmann und Politiker er­blicken würden. Der Duce ist und diese Tatsache tritt eigentlich tagtäglich in seinem Leben hervor vor allem auch Soldat, und zwar im besten und edelsten Sinne des Wortes. Er hat die Schrecken des modernen Krieges am eigenen Leibe kennen­gelernt, ist wegen Tapferkeit vor dem Feinde zum Korporal befördert und schwer verwundet worden, er weiß genau, wie es den Soldaten au der Front und in der Feuerstellung zumute ist, denn er ist, genau wie der Führer, vor zwei Jahrzehnten einer unter den Millionen gewesen, die ihre schwere Pflicht im Kampf für die Verteidigung des Volkes erfüllten. Frontsoldaten aller Länder pflegen un­gern über ihre Kriegserlebnisse zu sprechen, denn ihnen Hegt nichts daran, viel von dem zu reden, was sie in diesen vier Jahren des mörderischen Ringens als selbstverständliche Pflichterfüllung an­sahen. Uns ist über den Frontsoldaten Mussolini manches bekannt, und wenn wir zu seinem Kriegstagebuch greifen, dann blickt uns aus jeder Zeile das Gesicht eines Kämpfers entgegen, der seinen Kameraden und Vorgesetzten das höchste Lob zollt, der aber möglichst wenig von sich selber spricht. Kurz und knapp ist die Sprache seines Kriegstagebuches, oft ist es nahezu im Telegramm- til gehalten, enthält über manche Geschehnisse nur tichwortartige Angaben. Wenn wir nicht wüßten, ) Mussolini ein Meister der Rede ist, aus diesem Kriegstagebuch (schreibt er doch selbst in seinem Vorwort in aller Offenheit u. a.: ,Lch erkenne meiner Prosa keine besonderen literarischen Vor­züge zu.. ") würden wir dies schwerlich entnehmen können. Aber darum ist es gerade um so packender und eindringlicher, weil es alle überflüssigen Worte, alles schmückende Beiwerk vermeidet und nur die Tatsachen, welche aber eine um so deutlichere Sprache sprechen, zu Wort kommen läßt.

Als der Soldat Mussolini an die Front kommt, da hat er als Journalist bereits einen guten Namen. Nach kurzem Frontdienst erhält er den Befehl, sich beim Regimentskommando zu melden. Der Oberst macht ihm einen Vorschlag, über den- Mussolini in seinem Kriegstagebuch u. a. schreibt: .....Sie sollen

hier bei mir bleiben. Sie sind immer in der ersten Linie und dort auch dem Artilleriefeuer ausgesetzt Sie sollen Leutnant Palazzeschi einen Teil 'seiner administrativen Arbeit abnehmen und in der Frei- zeit die Geschichte des Regimentes während des Krieges schreiben." Der Soldat Mussolini antwortet seinem Regimentskommandeur:Ich ziehe es vor, bei meinen Kameraden im Schützen­graben zu bleiben." Und als einige seiner Käme- raden ihm ihre Verwunderung über diese Ableh­nung zum Ausdruck bringen, erwidert er:Ich bin im Krieg, um zu kämpfen und nicht um zu schreiben!"

Zwei Stellen aus feinem Tagebuch seien hier angeführt, weil sie zeigen, wie der Soldat Musso­lini unter seinen Kameraden lebt, wie er sie liebt und mit ihnen fühlt. Lassen wir Mussolini selbst zu Worte kommen:Was mich in diesem ersten Schützengrabenmonat am meisten verblüfft und ge­rührt hat, ist der unglaubliche Stoizismus, den die verwundeten italienischen Soldaten an den Tag legen. Mein Unterstand ist am Saumpfad gelegen. Mein Fenster geht auf die Straße. Alles geht an mir vorbei. Ich habe Hunderte von Verwundeten gesehen. Die Leichtverletzten, die zum Beispiel am Arm verwundet sind, gehen allein ins Spital. Man­cher, dessen Fleisch von Sprengstücken zerfetzt ist, raucht ruhig eine Zigarette. Dieser Stoizismus ist durch die Atmosphäre bedingt, in der man lebt Kein verwundeter Soldat will sich vor den Kame­raden beim Anblick des eigenen Blutes schwach und furchtsam zeigen. Das ist aber nicht der einzige Grund, es gibt einen tieferen. Man klagt nicht wegen einer Wunde, wenn man ständig in Lebens­gefahr ist. Die Wunde ist weniger arg.' Wie immer es auch sei, das wundervolle Schweigen dieser demütigen Söhne Italiens angesichts des Schmer­zes, den das durch den glühenden Stahl zerrissene Fleisch bereitet, ist ein Beweis der herrlichen Wider­standskraft unseres Stammes."

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Unser Bild zeigt Mussolini als Korporal der Bersaglieri in einer Gefechtspause an der Front. (Scherl-Bildarchiv-M.)

Und an anderer Stelle:Unser Krieg ist, wie alle anderen, ein Stellungskrieg, ein Krieg der gegenseitigen Zermürbung. Ein trübseliger Krieg. Einer, Der Verzicht, Geduld und Zähigkeit erforoert. Bei Tag hält man sich unter der Erde auf, bei Nacht kann man ein wenig freier und ruhiger leben. Jeder Reiz früherer Kriege ist ver­schwunden. Sogar das Gewehr wird überflüssig. Den Angriff auf einen Schützengraben macht man mit Bomben, mit den mörderiscyen Handgranaten. Dieser Krieg widerspricht völlig dem italienischen .Temperaments Doch haben wir uns durch unsere wundervolle Anpassungsfähigkeit an den Schützen­grabenkrieg gewöhnt, an den Krieg im Schlamm, tänüig der feindlichen Hinterlist ausgesetzt, ein Krieg, der das Nervensystem auf eine sehr harte Probe stellt. Der Widerstand, den Männer, die aus Gegenden kommen, in denen es niemals schneit, der Kälte und den Beschwerden des Hochgebirges entgegensetzen, ist erstaunlich. Oft habe ich' in den Gesprächen meiner Kameraden die Behauptung ge- hört: .Wenn wir in der Ebene auf offenem Felde wären, wären wir mit den Oesterreichern schnell ertig geworden!<" Und als er am 23 Februar 1917 beim Einschießen eines Bombenwerfers (ein Pro­jektil explodierte im Geschützrohr) schwer verwundet und ins Lazarett geschafft wird, da gelten, kaum daß er wieder die Besinnung erlangt hat. seine ganzen Gedanken dem Vaterlande, dem kämpfenden Heer. Wie Clemenceau in Frankreich das Volk und die Armee unermüdlich zum Siege aufrief, so zog auch Mussolini nach der Niederlage von Caporetto von Stadt zu Stadt, um Italien aüfzurütteln:Kein Rückzug! Kein Kompromiß! Standhaft und fest!

Vorwärts zum Siege!" rief er, und die Jugend des Landes jubelte ihm zu.

Wäre Mussolini nur Staatsmann und Politiker gewesen, niemals hätte er den Marsch nach Rom antreten und siegreich durchführen können. So aber war er Soldat, und weil er Soldat war und Sol­daten führen konnte, gelang ihm das Werk: die Schaffung eines neuen Italiens. Viel zu sehr ist Mussolini Realpolittker, um nicht zu wissen, daß ein Land, welches seine nationale Ehre und Würde hochhält, über eine starke Wehrmacht verfügen muß, um jederzeit einem Angriff entgegentreten zu können. Was der italienische Staatschef auf dem Gebiet der Wehrhaftmachung des Volkes in den wenigen Jahren geleistet hat, das hat sich in den letzten Jahren gezeigt, und seine Feuerprobe im Krieg gegen Abessinien bestanden. Mussolini nimmt an jeder Verbesserung der Ausrüstung stärksten An­teil, es gibt kein neues Geschütz und feinen neuen Tank, der ihm nicht bekannt ist. Bei den großen Manöoern weilte er unter seinen Soldaten, die ihn begeistert begrüßen, weil sie wissen, daß er einer der ihren ist. Mit seinen alten Frontkameraden kommt er oft zusammen, immer freut er sich, wenn eine Abordnung des Regiments, in dem er den Krieg mitmachte, ihn aufsucht. Und seine ganz be­sondere Sorge gilt den Kriegsverletzten, den Kriegs­müttern und Waisen. So hat der Soldat Musso­lini sein ganzes Leben gekämpft, seine Arbeit ist nicht vergeblich gewesen, denn das Volk, welches er führt, ist erfüllt von einer heldischen Gesinnung und von einer Hingabe an das Vaterland, die allen Söhnen dieses Landes zur Ehre gereicht. D. S.

Münchens Festkleid zu Ehren Mussolinis.

München, 21. Sept. (DNB.) Zu Ehren des italienischen Regierungschefs legt die Hauptstadt der Bewegung ein außerordentliches Festkleid an. Die künstlerische Oberleitung der Ausschmückung Mün­chens liegt in den Händen von Prof. Georg B u ch - n e r. Die Bahnsteighalle im Münchener Hauptbahnhof wird in einen Fahnenwald ver­wandelt. Lange, breite Fahnen in den Farben der beiden Nationen hängen von der oberen Glasdecke herab. Das Weiß der italienischen Fahnen trägt das goldene Fascio-Zeichen. Die Schalterhalle ist in imposantem Rot gehalten. Breite Stoffbahnen wölben sich über die mächtige Halle. Goldene Lorbeergirlanden winden sich von Tuch zu Tuch. Die Stirnseite der Halle ist mtt den ita­lienischen Farben ausgeschlagen. In der Mitte trägt ein riesiger Lorbeerkranz ein großesM", das auf beiden Seiten flankiert wird von dem goldenen Fascio-Zeichen.

Beim Verlassen des Bahnhofes fällt der Blick auf die mächtigen Säulen, die, in grelles Gold ge­kleidet, riesige Fascio-Symbole tragen. Die Giebel- eite des Bahnhofmittelbaues ist in ihrer ganzen Länge rot verkleidet. In der Mitte des Feldes er- hebt sich ein 12 Meter hoher Adler. Dann wird das Auge gebannt von einem mächtigen Triumph­bogen, der dem Bahnhofsgebäude gegenüber er­richtet und in gedämpftem Rot gehalten ist. Baldachinartig wallen die italienischen und die deut­schen Fahnen auf dem Bahnhofsplatz. Hohe, schlanke Fahnenmaste säumen das weite Rund.

Vor dem Rondell am Karls platz ist ein Erntekranz mit einem Durchmesser von sechs Meter auf vier hohen, adlergekrönten Pylonen in einer Höhe von elf Meter über dem Boden ange­bracht. Die um das Rondell liegenden Häuser tragen Fahnen in den italienischen Farben. Die Neu - Hauser und die Kauffunger Straße leh- neu sich in ihrem Schmuck an den des Tages der Deutschen Kunst an. Die Häuser sind mit sattem Rot verkleidet. Don den Dächern wehen die ita­lienischen Fahnen mit dem goldenen Fascio-Zeichen. Besonders künstlerisch ausgestaltet ist der Ma­ri e n p l a tz. Hier ragen an schlanken Masten d i e Wappen und Farben aller 31 deutschen Gaustädte und von über 30 italienischen Städten empor. Die Diener-Straße ist in pompejani- s ch e s Rot getaucht. Am Max-Joseph-Platz vor dem Nationaltheater sind an Masten und Pylonen Sinnbilder der Bühnenkunst angebracht Ernst und feierlich ist der Schmuck der R e s i d e n z- st raße. An der Stätte des 9. November ist ein breite schwarze Fahne mit den Sigrunen über die otrafee gespannt. Die Häuserfronten sind mattbraun ausgehängt. Don hohen Pylonen werden Feuer aus Opferschalen lodern.

Aeußerst harmonisch ist der Uebergang von der truft gehaltenen Residenzstraße zur helfen Lud- wigstraße, die das Rot der Bewegung zeigt. Grün umkränzte fünf Meter hohe Pylonen mit plastischen Figuren gekrönt, umgeben den Odeonsplatz. In der oon-der-Tann-Straße herrscht helles Rot. Die P r i n z r e g e n t e n - st r a ß e ist in pompejanisches Rot gekleidet. Dal- dachinförmig hängen die deutschen und italienischen Fahnen mit den Hoheitszeichen in Gold herab. Der Friedensplatz ist mit einem Kranz von ita» lienischen und deutschen Fahnen geschmückt Der Königliche Platz soll nur durch die Wucht seiner Monumentalität wirken. Die beiden settlichen

Kunstausstellungsgebäude sind mit Tüchern in ge­dämpftem Rot verkleidet. Don den Propyläen hängen die Fahnen der beiden Länder. Die mittlere Fahne trägt ein großes goldenes M So wird München sich in einem Festkleid zeigen, das der hohen künstlerischen Stellung der Hauptstadt der Bewegung und der Stadt der deutschen Kunst eben­so würdig ist wie der Bedeutung des Besuches.

Gernot

über seine Deutschlandreise.

Paris, 21 Sept. (DNB.) Der ehemalige Mi­nisterpräsident und jetzige Kammerpräsident Her - r i o t gab über seine Reise durch Mitteleuropa, die ihn auch nach Deutschland und Oesterreich führte, der ZeitungProgrös de Lyon" einige Erklärungen ab. Nachdem er über Oesterreich einige freundliche Worte gesagt hatte, faßte er feine Ansicht über Deutschland in folgenden Worten zusammen:Ich habe auch ganz Bayern durchquert. Ich kann die vollkommene Höflichkeit der deutschen Be­hörden nur loben. Sie war untadelig, und ich danke ihnen. Aber rede man uns doch nicht von der Not dieses Volkes, von dem Hunger und seiner Schwäche! Ich habe bei der Durchfahrt in vielen Städten und zahlreichen Dörfern nicht nur eine gesunde und starke Jugend gesehen, son­dern ein Volk mitten in der Arbeit. Ich habe auch, das muß ich sagen, oiel Uniformen und viele Soldaten gesehen. Ich bin zurück­gekommen und davon beeindruckt. Warum sollte ich es verbergen? Der Eindruck, den ich In erster Linie habe, ist der, daß Frankreich mit viel Aufmerk­samkeit beobachtet wird. Man fragt sich und man fragt uns, ob die demokratischen Regierungen den Mut haben werden, b i eJ e Disziplin anzu- rv e n d e n und sich aufzuerlegen, die Ländern wie Deutschland eine so offenkundige Starke geben, eine Stärke, die nur noch wachsen wird"

Weiter erklärte Herriot, daß nach seiner tiefften Ueberzegung als alter Pazifist das Schicksal des Friedens zu einem großen Teil an das des Franken geknüpft ist Der Wert der fran­zösischen Währung erscheine gleichsam als ein Maß- stab des französischen Wollens und Mutes Er habe in der deutschen und österreichischen Presse über die Schwankungen des Franken und über die Außen- Handelsbilanz Frankreichs Betrachtungen gelesen, die ihm sehr viel zu denk en geben.

Bolschewistische Agitation in Tangonyika.

L o n d o n , 21. Sept. (DNB.) Reuter meldet: Ein- geborenen-Unruhen im Moshi-Gebiet in der Nähe des Kilimandscharo in Tanganyika (ehem. Deutsch- Ostafrika), die mit der Unzufriedenheit der Einge­borenen über die Kaffeepreise Zusammenhängen. Allerdings wird seit kurzem von Südafrika aus eine spürbare bolschewistische Agitation ge­trieben. Die Behörden bemühen sich mit allen Mit- teln, des Aufstandes Herr zu werden. Neben Po- Ilzelpatrouillen ist jetzt auch die britische Luft- wo°fse zu dem Patrouillendienst mit herangezogen

Ich diene Hindenburg!

Von Ministerialrat Or. Karstedt, Berlin.

Wer einmal genötigt war, in der Oeffentlichkett um Geldspenden zu werben, wird mir bestätigen, daß es erfreulichere Beschäftigungen gibt. Und doch! Nun mich anläßlich des bevor st ehenden 9 0. Geb urtsta ges Hindenburgs das Kuratorium der Hindenburg-Spende als feinen ehrenamtlichen Geschäftsführer beauftragt hat, die Oeffentlichkett erneut anzugehen, überwiegt letzten Endes das Gefühl der Freude, einen kleinen Teil des Dankes abtragen zu dürfen, den jeder von uns dem großen alten Manne schuldet

Sieben Jahre lang, von seinem 80. Geburtstage bis zu seinem Tode, habe ich Hindenburg dienen dürfen, indem ich unter feiner Aufsicht und nach seiner Weisung die Geschäfte der von ihm 1927 er­richteten Stiftung führte, Jahre, die mich vor allem dem Menschen Hindenburg in seiner abgeklärten Güte, aber auch mit seinem gesunden Menschenverstand und seinem treffenden Urteil nahe- brachten. Ein so warmes Herz er für die Nöte aller hatte, die in ihrer Bedrängnis Hilfe von ihm erwarteten, so skeptisch aber war er auch, wenn solche Bitten in einen ihn verhimmelnden Schwulst gekleidet waren. Es gab keinen natürlicher emp­findenden Menschen als Hindenburg, und wenn er auch weit von weichlicher Gefühlsseligkeit entfernt war, so konnte er doch gelegentlich unter vier Augen Töne anschlagen, die dem Hörer ans Herz griffen. So, wenn er auf den von ihm so hoch verehrten alten Kaiser Wilhelm I. zu sprechen kam und aus seinem glänzenden Gedächtnis Einzelheiten plastisch entstanden, oder wenn er nach einem Dor­ttag, in dem ich ihm 1932 gerade in der wirrsten Zeit Deutschlands Mitteilung von so viel klingenden Sympathiekundgebungen zur Hindenburg - Spende gemacht hatte, mir sagte:Ich freue mich, daß es doch noch Leute gibt, die gut von mir denken. Manchmal möchte ich glauben, ich hätte überhaupt keine Freunde mehr." Solche Worte, hinter denen man das Gefühl der Bitterkeit und der Verein- famung spürt, wurden zum Antrieb für um so intensivere Arbeit, wenn man dann wieder merkte, mit welch inniger Dankbarkeit er die Hingabe der­jenigen würdigte, die in dem Wirken für und um ihn ihrer Verehrung Ausdruck gaben.

Ich diene Hindenburg!

Der große alte Mann ruht feit drei Jahren an der Stätte, die das Entstehen seines Ruhmes sah. Aber es wird allen, die mit und unter ihm arbeiten durften, so gehen wie mir: Seine schlicht-gütige Art taucht vor dem geistigen Auge immer wieder auf, aneifernd und mahnend zu dem Grundsatz: Der Einzelne ist nur ein dienendes Glied des Ganzen! So mag und soll er in uns weiterleben als der Heros und zugleich der menschlich so Große!

Und in diesem Sinne bitte ich meine deutschen Volksgenossen:

Wenn jetzt nun zum 90. Geburtstag Hin- denburgs der Ruf der Hindenburg-Spende an Euch geht, so denkt daran, daß Ihr ihn ehrt, indem Ihr feine Schöpfung, die Hindenburg-Spende, unterstützt, sein Denkmal sozialen Denkens und Fuh- lens erhalten helft und damit die Möglichkeit gebt, in Hindenburgs Sinn weiter zu wirken. Dann umschließt jede Gabe das stolze Bekenntnis:

3d) diene Hindenburg'

Beitrage zur Hindenburg-Spende nehmen bis zum 30. September d. I. die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, alle Banken, Postanstalten, Sparkassen und das Postscheckkonto der Hindenburg-Spende Berlin 73800 entgegen.

personalverönderungen in der Kriegsmarine.

Berlin, 21. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat ernannt: den Vizeadmiral Boehm zum Kommandierenden Admiral der Marinestation der Nordsee: die Konteradmirale Stobwasser zum Chef des Erprobungskommandos für Kriegs­schiffneubauten, Densch zum Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte, Marschall zur Der- fügung des Flottenchefs gestellt, minder zum

Der Führer und Reichskanzler ernannte den Vize­admiral Böhm zum Kommandierenden Admiral der Marinestatton der Nordsee. (Scherl-M.)

Jnsvekteur der Wehrwirtschaftsinspektton X, v o n Schrader zum II. Admiral der Nordsee: die Kapitäne zur See Graßmann zum Inspekteur der Marineartillerie, Schniewind zum Chef des Marinewehramtes im Reichskriegsministerium Patzeg zum Chef des Marinepersonalamtes im Reichskriegsministerium, Hormel zum Komman­danten des Marinearsenals Kiel. Der Abschied ist bewilligt: dem Admiral Schultze Kom­mandierender Admiral der Marinestatton der Nord- ee: dem Vizeadmiral Feige, Inspekteur der Marineartillerie: den Konteradmiralen v. Schrö- der, Festungskommandant in Swinemünde, von

Snfpefteur der Wehrwirtschaftsinspek- hon X Es sind ferner ernannt: Die Kapitäne zur See Fänger zum Festungskommandanten in Wilhelmshaven, von Stosch zum Festungskom- Mandanten m Cuxhaven, von Seebach zum Festungskommandanten in Swinemünde, Riedel jjim Abteilungschef im Reichskriegsministerium, .viert a jt zum Kommandanten von Wesermünde, Schenk Zum Chef der Zentralabteilung der Marinewerft Wilhelmshaven, S l e v o g t zum Chef des Stabes beim II Admiral der Ostsee, der Fre- gattenkapitän L e i ß n e r zum Leiter der Kriegs« mannedienststelle in Königsberg.