des
der
ist
Alle marschieren mit?
Aus der engeren Heimat
2.0 Pf. wd 30 Pf
4. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Verschärfter Kampf gegen den Sarfoffelföfer.
DNB. Mit dem Einsetzen der Flugzeit
einem Flaschenschilü zum Feste der Traube und Weines geliefert.
Susannes Tochter.
Vornan von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35.
Im Vollzug der Verordnung des Führers über den nationalsozialistischen Musterbetrieb ist der „Leistungskampf der deutschen Betriebe" verkündet. Damit ist die deutsche Arbeitspolitik in ein weiteres entscheidendes Stadium ihrer Entwicklung von liberaliftischen zu nationalsozialistischen Grundsätzen getreten.
Die nationalsozialistische Bewegung hat den Betriebsführern durch Übertragung der Führereigenschaft ein gewaltiges Vertrauen geschenkt. Durch ihre Teilnahme am Leistungskampf sollen jetzt die Betriebsführer beweisen, daß sie dieses Vertrauens würdig sind, daß sie mitmarschieren und die Ziele Adolf Hitlers zu ihren eigenen gemacht haben. Sie sollen zeigen, daß sie — wie es ihre Führerstellung im Betrieb verlangt — die aktivsten Kämpfer in der deutschen Volksgemeinschaft für die Erringung der Ziele der nationalsozialistischen Revolution auf dem Sektor Arbeitspolitik sind.
Kein deutscher Betrieb wird sich von diesem ge-
eine Gonzenheimer Spielschar ins Leben gerufen, die nach dem Muster der Alten-Busecker Schar arbeiten wird. Bei Kaffee und Kuchen, Gesang, Tanz und Liedoorträgen verbrachten die Frauen in fröhlicher Stimmung den Nachmittag. Die Leiterin der Gonzenheimer Frauenschaft Frau Berge-Horn dankte für die wertvollen Anregungen und die gemeinsam verlebten frohen Stunden echter Verbundenheit. Erst gegen Abend fuhren die Gäste wieder in ihre Heimat zurück.
wg. Groß en-Buseck, 21. Juli. Gegenwärtig herrscht in unserem Dorfe, wie im Vorjahr, rege Bautätigkeit. Außer einer Reihe von Um- und Anbauten an Wohnungen und landwirtschaftlichen Gebäuden ist noch eine ganze Reihe von Neubauten entstanden bzw. im Entstehen begriffen. In der Wilhelmstraße wurden zwei Wohnhäuser im Rohbau fertiggestellt, in der Weißmühle wurde ein größeres landwirtschaftliches Gebäude errichtet. Weiter gehen in der Wilhelmstraße die Turnhalle, das Kleinkinder- und HI.-Heim, sowie ein weiteres Wohnhaus mit dem Innenausbau ihrer Vollendung entgegen. Der Landwirt und Küfer Heinrich Wagner erbaut in der Grünberger Straße eine neue Hofreite. Eine neue Hofreite wurde außerdem in der Bismarckftraße für den Landwirt und Schmiedemeister Heinrich Döring erstellt. Weitere Neubauten an der Nödgener Straße, auf dem Gelände der Zigarrenfabrik Rinn & Cloos und in der Weidengasse können bezogen werden. Das Wohnhaus des Landwirts Anton Scheld wird im zweiten Stock von seinem Verputz befreit und als Fachwerkhaus hergerichtet. Auch im Zuge des Straßenausbaues wird gegenwärtig viel geleistet. Die Adolf-Hitler-
Kartoffelkäfer auch in diesem Jahr an verschiedenen Orten des westlichen Grenzgebietes festgestellt worden. Wie zu erwarten war, ist er entsprechend seiner Ausbreitung in den westlichen Grenzländern zum Teil stärker in das Inland vorgedrungen. Der auf Grund vorjähriger Erfahrungen weiter ausgebaute Suchdienst des vom Reichsnährstand eingerichteten Kartoffelkäfer-Abwehrdienstes hat sowohl in Teilen des Regierungsbezirkes Trier, im Saarland, in der Pfalz und neuerdings auch in Baden zu Funden dieses Schädlings geführt. Die in jedem Fall unverzüglich eingerichteten Bekämpfungsmaßnahmen bieten die Gewähr für eine restlose Vernichtung an den Fundorten. Der Suchdienst wird es in Verbindung mit bereitwilliger Hilfe der gesamten Bevölkerung ermöglichen, daß der Kartoffelkäfer bei weiterem Auftreten sofort festgestellt und wirksam vernichtet wird.
Gietzener Vochenmarktpreije.
* Gießen, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche,
, Straße wurde mit einer neuen Teeroberfläche oer> : sehen. Der Alte Busecker Weg und die Bismarck- • straße werden kanalisiert. Da hierzu die nötigen Ar- , beitskräfte im Orte fehlen, wurden noch sechs junge Kräfte aus Worms hinzugezogen.
1 - Daubringen, 22. Juli. Der hiesige Gesang
verein „Sängerlust" veranstaltete einen Familienabend bei Gastwirt Müller. Nach dem Sängergruß begrüßte Vereinsführer O p p e r die zahlreichen Teilnehmer. Gut vorgetragene Chöre d-es Vereins sowie eine Ansprache des anwesenden Kreis- führers Müller (Gießen) füllten den Abend aus.
~Y~ Watzenborn-Steinberg, 21. Juli. Die hiesige Bäuerliche Bezugs - und Absatzgenossenschaft hatte ihre Mitglieder und deren Frauen zur ordentlichen Generalversammlung in die Dolkshalle eingeladen. Den Vorsitz führte Aufsichtsratsmitglied Johannes Philippi!. Direktor Konrad Hanack erstattete den Geschäftsbericht und wies darauf hin, daß es das erste Mal seit 1934 sei, daß auch die Frauen an der Versammlung teilnehmen. Das habe seine Berechtigung deshalb, weil der größte Teil des Volksvermögens durch die Hand der Frau als Einkäuferin gehe. Der Mitgliederstand der Genossenschaft habe sich mit 404 am Anfang des Jahres bis zum Schluß des Geschäftsjahres gehalten; 9 Mitglieder (4 durch Tod) schieden aus, 9 traten neu ein. Die durch Tod ausgeschiedenen Mitglieder wurden in üblicher Weise geehrt. Sodann erläuterte der zweite Direktor Kolm er den Geschäftsverkehr in den beiden Verkaufsstellen. Seit der Zusammenlegung sei eine Umsatzsteigerung von 8000 Mark zu verzeichnen gewesen. Aus beiden Lagern sei in dem Geschäftsjahr 1936 bei einem Umsatz von 68 207 Mark ein Gewinn von 11 963 Mark erzielt worden. Direktor Kolmer gab abschließend dem Wunsche zu weiterem festen Zusammenstehen in der Genossenschaft Ausdruck. Rechner Karl Weitz gab sodann den Rechnungsbericht der Genossenschaft bekannt. Der Gesamtumsatz betrug 102 207 Mark, das bedeutet 6100 Mark mehr als im Vorjahre. Die aktiven belaufen sich auf 44 484 Mark, die Passiven auf 43 720 Mk. Die Reserven betragen 12 000 Mark und der Reingewinn 765 Mark. Die Bilanz wurde einstimmig gutgeheißen. Die Verteilung des Reingewinnes geschieht wie folgt: 10 v. H. werden dem Reservefonds, 10 v. H. der Rücklage, 3 v. H. der Warenrückoergütung zugewiesen; 5 v. H. werden als Verzinsung der Geschäftsanteile ausgeworfen. Aus dem Vorstand schied Ludwig Schmidt V. und aus dem Aufsichtsrat Johannes Philipp II. aus. Karl Dietz und Theodor Philipp wurden einstimmig wiedergewählt.
* L i ch, 22. Juli. Gestern gegen 14 Uhr ereignete sich in den Kurven am Waldbad ein Verkehrsunfall. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen wurde an einem Hinterrad von einem vorbeifahrenden Lastzug gestreift. Die Insassen kamen dabei zum Teil mit dem Schrecken davon. Nur eine Frau aus Eckartshausen, die mit Sohn und Schwiegersöhnen mit dem Wagen unterwegs war, erlitt eine Verletzung an der Lippe und mußte in das Krankenhaus nach Lich zur ersten Behandlung gebracht werden. Der Kraftwagen wurde bei dem Zusammenstoß erheblich beschädigt.
ck) Eberstadt, 21. Juli. Heute traf hier eine Anzahl Ar beits dien st männer ein, um den Bauern bei der Ernte arbeit zu helfen. Die Arbeitsdienstmänner haben diesmal ein gemeinsames Lager im alten Schulhaus hergerichtet bekommen, wo sie während ihres Hierseins ihr Schlaf- quartier finben. — Die hiesige evangelische Frauenhilfe konnte am vergangenen Sonntag die Freude erleben, 20 Mitglieder der Gießener Frauenhilfe zu einigen unterhaltsamen Stunden zu Gast zu haben. Gemeinsam wurde der Früh» aottesdienst besucht, dann waren die Gießener Frauen in den Häusern der Mitglieder zu Gast, wo man es an herzlicher Bewirtung nicht fehlen ließ. Nachmittags versammelten sich alle im festlich geschmückten Saale von Felsing, wo Pfarrer K ö d - ding im Namen der hiesigen Frauenhilfe herzliche Worte der Begrüßung sprach. Frau Becker dankte für den liebenswürdigen Empfang. Nach gemeinsam gesungenen Liedern sprach Frau K r e u d e r vom Kreisverband Gießen über die jahrelangen freundschaftlichen Beziehungen beider Vereine.
Sommerkampfspiele (Grenzball) im Bezirk Grünberg.
+ Gründ erg, 21. Juli. Nach Erledigung der Spiele in den Unterbezirken trafen sich die Sieger aus diesen Kämpfen am Mittwoch auf dem hiesigen Sportplatz, um den Bezirksmeister zu ermitteln. Bei den Knaben beteiligten sich folgende Schulen: Beltershain, Bersrod, Ettingshausen, Göbelnrod und Weickartshain. Bezirksmeister wurde Bersrod. Bei den Mädchen waren folgende Schulen beteiligt: Bersrod, Ettingshausen, Göbelnrod, Reinhardshain und Weickartshain. Hier wurde die Schule Ettingshausen Bezirksmeister. Die beiden Bezirksmeister haben sich damit die Berechtigung zur Teilnahme an den Kämpfen um die Kreismeisterschaft, die nach den Sommerferien in Gießen ausgetragen werden, erkämpft.
Landkreis Gießen.
ZX Alten-Bufeck, 20. Juli. Am Sonntag weilte die Frauenschaft aus Gonzenheim im Taunus in unserem Ort, um der hiesigen Frauen- schast einen Gegenbesuch abzustatten. Nach ihrer Ankunft und Begrüßung waren sie mittags Gäste bei hiesigen Frauenschaftsmitgliedern. Nachmittags versammelten sich die Frauen im Garten der Gastwirtschaft Döpp, um gemeinsam mit der hiesigen Frauenschaft einige frohe Stunden zu verleben. Die Leiterin der hiesigen Frauenschaft Frau Sarg erläuterte in einem längeren Vortrag die Arbeitsweise der hiesigen Bauernspielschar und gab praktische Hinweise über die Feierabendgestaltung. Unter allgemeiner freudiger Zustimmung wurde nun auch
Susanne. Und mein Ziel war nun: eines Tages vor die beiden hintreten zu können, nein, vor allem vor Susanne, und ihr zu zeigen, was für ein Kerl ich geworden bin, was alles sie verpaßt hat, daß sie nicht mich, sondern den anderen nahm. So lächerlich das ist — nur aus solchen, doch immerhin ziemlich jugendlichen oder kindischen Vergeltungswünschen heraus, ist schließlich das aus mir geworden, was ich heute bin. Well ich tagtäglich meinen Ehrgeiz mit diesen Dergeltunas- und Racheträumereien genährt habe, weil selbst bei der nüchternsten und mühseligsten Arbeit immer der Gedanke an Susanne hinter mir stand."
Wünsch sieht aus, als ob er etwas einwenden will, doch Lyk weiß es zu verhindern: „Unterbrechen Sie mich noch nicht — es kommt noch viel verrückter. Ich habe doch später geheiratet, das wissen Sie ja, aber ich habe auch diese Frau wohl nur geheiratet, weil sie — weil. sie Susannes Stimme hatte. Sie sprach wie Susanne, und sie lachte manchmal wie Susanne. Verrückt, nicht?"
„Ja", gibt Wünsch unverhohlen zu, „ziemlich verrückt. Und was weiter?"
„Weiter? Ich brachte es zu Ansehen und Reichtum, ich lebte mit meiner Frau viel glücklicher, als lch es anfänglich vielleicht verdiente; und meine beiden Jungens wurden famose Kerle. Sie sind es noch heute. Von Susanne und Nick Lorenz hörte ich jahrelang nichts, dann ab und zu auf Umwegen über ehemalige gemeinsame Bekannte. Sie lebten ln Berlin, führten ein großes Haus und hatten ein emziges Kind, eine Tochter. Susanne muß damals sehr in ihrem Element gewesen sein... Aber dann ging es plötzlich bergab, Nick verlor fast alles, was er besaß. Gleichzeitig ging die Ehe in die -öruche, ob durch Susannes ober Nicks Schulb, bas nt?)t' W ia auch gleichgültig. Unb baß sie O^v.lich überhaupt getrennt gelebt haben unb baß Jem sich mit unbekanntem Ziel für immer aus bem dtaube gemacht hat, bas hab' ich erst jetzt von ihrer Tochter Sabine erfahren."
„Unb begegnet finb Sie sich nie wieder?"
„Nein, nie wieber. Ich glaube, bas ist von beiben weiten g^lch ängstlich oermieben worben. War ja auch gut so. Aber einmal, vielleicht vor sieben, acht taS ulAÄ bei ^nem Empfang in ber Botschaft in Buenos Aires ein junger A"ach6 auf mich zu unb sagte merkwürbig bedeut-
Ja, seine Zeit kam auch noch. Aber ganz anbers, als wir es verstauben hatten. Nicks Eltern machten nämlich eines Taaes eine ganz beträchtliche Erbschaft, unb Nick, ber bisher unser ziemlich kleinbürgerliches, enges Leben geteilt hatte, bekam plötzlich bie Mittel in bie Hanb, aufzutreten, Grand- feigueur zu spielen, sich, wie man so schön sagt, auszuleben. Er trat in einen feubalen Klub ein, hatte plötzlich Beziehungen zu anberen Kreisen, wechselte seinen Posten unb tat dabei einen ziemlich großen Sprung vorwärts — kurzum, er .avanciert^ in jeder Hinsicht. Uns beiden, Susanne unb mir gegenüber, das muß man ihm lassen, blieb er ber gleiche, ja, er gab sich sogar immer Mühe, uns' in seine neuen Kreise einzuführen unb uns mit- zuschleifen. Trotzbem hatte ich ganz instinktiv bas Gefühl, es sei besser, biefe Freunoschaft langsam eingehen zu lassen. Minderwertigkeitsgefühle? Vor allem erbitterte mich Nicks großzügige Art, uns lmmerzu einzulaben unb freizuhalten, weit mehr, als daß sie mich erfreute.
Aber Susanne war wie elektrisiert. Sie sah uns schon im Gefolge von Nick unb burch seine Beziehungen ebenfalls Karriere machen, sie ging so- gar so weit, Nick zu fragen, ob er nicht auch für mich einen besserbezahlten Posten auftreiben könne. Ich entsinne mich noch genau bes Tages. Und auch meiner Empörung. Aber Susanne zuliebe schwieg ich unb ließ bie beiben über mein Schicksal unb meine beruflichen Möglichkeiten reben unb ver- hanbeln. Es würbe ja doch nichts dabei heraus- kommen.
Aber merkwürdigerweise — es kam etwas dabei heraus. Und an diesem Punkt setzt für mich bas große Rätselraten um Susanne und Nick ein. Plötzlich hieß es, Nick habe auf bem Weg über Herrn Sowieso unb Frau Sounbso einen Posten für mich in Hamburg, bei einer Exportfirma. Zwar sei bas im Augenblick nicht so besonders günstig in puncto
wattigen Bekenntnis zum Reiche Adolf Hitlers ausschließen. Jeder wird durch seine Teilnahme beweisen, daß er gewillt ist, mitzumarschieren. Die Teilnahme am Leistungskampf wird der Ausdruck der inneren Einstellung der Betriebsgemeinschaften zum Nationalsozialismus sein.
Ich appelliere deshalb an Euch, deutsche Betriebsführer, meldet Euch zum „Leistungskampf der deutschen Betriebe" und zeigt so Euren Gefolgschaftsmitgliedern, daß Ihr mit ihnen in einer Front marschiert und Euch als Sozialisten der Tat verantwortlich fühlt für das Leben der an Eurem eigenen Werk unb damit für bie Sache bes ganzen Volkes schaffenden Menschen.
Dr. Theo H u p f a u e r, Reichsamtsleiter der NSDAP., Gesamtbeauftragter für die Durchführung des „Leistungskampfes d. deutschen Betriebe".
fam, er habe einen Gruß von Frau Susanne Lorenz für mich. Bitte, wie kam sie plötzlich dazu, nach so vielen Jahrzehnten des Stillschweigens? Und woher wußte sie, wo ich mich gerade herumtrieb? Ob sie gedacht hat, ich würde den hingespielten Faden aufareifen? Ich habe mich für den übermittelten Gruß höflich bedankt und kein Wort weiter gesagt und gefragt. Ja, und dann wurde es wieber still um Susanne.
Unb nun taucht plötzlich ihre Tochter auf! Ich benke, ich seh' nicht recht, als ich bas Bilb unter den Bewerbungsschreiben in die Hände kriege unb den Namen Lorenz lese. Das konnte doch nur Susannes Tochter sein! Und wirklich — sie ist es! Ja, und nun ist ber Faben zwischen Susanne und mir boch wieber geknüpft."
Lyk schweigt einige Augenblicke, greift nervös nach einer Zigarette, ohne sie anzuzünden.
„Sagten Sie nicht, Susanne sei tot?"
Stjt nickt; seine hellen Augen schimmern bewegt. „Ja, sie ist tot. Ihre Tochter steht allein da, und von ber ganzen Herrlichkeit, bie bie Mutter inszeniert hat und um derentwillen sie meine schönsten Mannesjahre verderben mußte, ist Sabine nichts geblieben als eine Art sich zu benehmen, wie nur höhere Töchter sich benehmen. Nicht viel also."
Wünschs Hefliegenbe, gute und immer etwas traurige Augen bekommen mit einemmal einen strengen Glanz: „Unb Sie finb nun braus unb bran, sich biefe Armseligkeit von Susannes Tochter meufje" ?"k, ^a8ert ro’r — täglichen Augenweibe zu _ '-Augenweibe?" staunt Lyk. „Ich bitte Sie! Nein, ■über stellen Sie sich das doch vor: Ich habe nun plötzlich in meinen alten Tagen, gerade in bem Augenblick, wo ich mich so ein bißchen in mich selbst zuruckziehen will, bie Frau wieber neben mir, leib» baftig neben mir, bie ich mein ganzes Leben lang nur m ber Vorstellung haben Durfte. Es ist also Susanne nicht geglückt, sich mir ganz zu entziehen. Es ist ein Kreis, ber sich schließt. Unb abgesehen Daoon: Ich habe mir boch hundertmal vorgesteltt, wie das wohl gewesen wäre, wenn ich von Susanne Binder gehabt hätte — unb jetzt kommt ihr Kind zu mir. Es ist ja zwar nicht meins, aber wenigstens doch Susannes!"
Fortsetzung folgt.
Klasse B 10, Klasse C 9^, Klasse D 9, Wirsing, >2 kg 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 18, gelb 15 bis 20, Erbsen 20 bis 35, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 12, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 35 bis 50 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 35 bis 45, Himbeeren 25 bis 30, Dörrobst 25 bis 40, Kirschen 45, Heidelbeeren 33 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 30 bis 45, Mirabellen 45, Renekloden 40 bis 50, Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 30, Einmach- gurken 2 bis 4, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
*
** Behördenangehörige erhalten U r- laub zum Reichstreffen der NSKOV. Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat anläßlich des am 31. Juli und 1. August in Berlin stattfindenden Reichstreffens der NS.-Kriegsopferversorgung angeordnet, daß den Behördenangehörigen, die Mitglieder der NSKOV. sind, auf Antrag der erforderliche Urlaub mit Fortzahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt wird, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Den Behördenangehörigen soll dadurch die Teilnahme an dem Reichstreffen ermöglicht werden.
Gehalt, aber dafür seien dort unerhörte Aussichten für die Zukunft.
Als Nick mir das auseinandersetzte, da tanzte Susanne wie besessen in der Stube herum. Und als ich zögerte, den Posten anzunehmen, weinte sie und jammerte, sie sei nun lange genug verlobt gewesen, und sie habe es satt, und dort in Hamburg sei wenigstens Aussicht, daß man über Jahr und Tag heiraten könne usw. Was sollt' ich machen — mein bester, eigentlich mein einziger Freund, riet mir mit vielen Worten zu, Susanne weinte und bettelte — ich griff schließlich zu, wenn auch ziemlich widerwillig.
Und nun kommt's: wir feiern also ein rauschendes Abschiedsfest, Susanne baut Luftschlösser ohne Ende und träumt schon von einem Häuschen draußen an der Elbe, wir überschütten uns mit Zärtlichkeiten, wir schwören uns ewige Treue — aber knapp drei Wochen, nachdem ich Susanne in Berlin zurückgelassen habe, erreicht mich ein Brief, der kühl und kurz bedeutet, daß es zwischen uns aus sein muß. Kem Warum und Wieso, nur die Tatsache, daß es eben aus ist.
Ein halbes Jahr darauf hat sie dann Nick Lorenz geheiratet. Am selben Tag setzte man mir in Hamburg den Stuhl vor die Tür."
Lyk gibt der Gardinenschnur einen Heinen Schwung, so daß der Knops mit hellem Knall gegen Die Wand schießt. Dann dreht er sich zu Wünsch herum: „Nun frage ich Sie: war das alles abgekartetes Spiel? Haben die zwei mich absichtlich nach Hamburg abgeschoben, oder war das Zufall? Und haben die beiden erst nach meiner Abreise die große Zuneigung zueinander gefaßt? Oder war das schon vorher der Fall? Wielange mag ich der Hansnarr der beiden gewesen fein? Und vergessen Sie nicht: Wenn ich das Mädel nicht gehabt hätte und nicht so schnell wie möglich hätte heiraten wollen, dann hätte ich doch studiert, dann hätte ich mein ganzes Leben von Anfang an anders aufgebaut! Und ich hätte — aber wozu jetzt noch darüber reden —• jedenfalls war es so, daß mir diese Geschichte mit Susanne einen Knacks gab, einen richtigen ernsten Knacks.
Und das Verrückteste: ich konnte Susanne nicht vergessen. Ich hab' sie weiter geliebt, in einer Art Haßliebe vielleicht. Alles was ich dachte und tat und wollte, brachte ich in Zusammenhang mit
Tödlicher Unfall eines Kindes.
Gestern abend, kaum eine Stunde nach dem Unfall in der Ludwigstraße, ereignete sich in der Marburger Straße, unweit der „Karlsruhe", ein zweiter Verkehrsunfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Der sechsjährige Willy Kraushaar, das Söhnchen des Kanzlisten Kraushaar, wohnhaft in der Marburger Sttaße, überquerte unweit der „Karlsruhe" (als es für feinen Vater eine Besorgung machen sollte) die Hauptverkehrsstraße. Im gleichen Augenblick kam ein Personenkraftwagen, der von Frankfurt her unterwegs nach Bad Wildungen war, in der Richtung nach Lollar angefahren. Das Kind geriet unter den Kraftwagen. Der bedauernswerte Junge erlitt dabei einen schweren Schädelbruch, ferner heftige Quetschungen am Kopfe. Ein Kraftwagen aus Büdingen, der kurz darauf die Unfallstelle passierte, brachte das Kind sofort in die Chirurgische Klinik. Leider erlag der Kleine heute morgen den schweren Verletzungen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Den Eltern des Kindes wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Die Polizei befaßte sich sofort mit den notwendigen Ermittlungen über die Schuld frage.
Nie unverheiratete „Frau".
Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat den Justizbehörden einen Runderlaß über die Führung der Bezeichnung „Frau" durch unverheiratete weibliche Personen zur Kenntnis mitgeteilt, in dem es heißt:
(1) Unverheiratete weibliche Personen dürfen im täglichen Leben die Bezeichnung „Frau" führen, ohne daß es einer amtlichen Genehmigung hierzu bedarf.
(2) Mütter eines unehelichen Kindes sind auch im amtlichen Verkehr als „Frau" zu bezeichnen, wenn sie vor der für ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort zuständigen Ortspol.-Behörde die Erklärung abgegeben haben, daß sie die Bezeichnung „Frau" führen wollen. Eine minderjährige uneheliche Mutter bedarf zur Abgabe der Erklärung der vorherigen Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters. Die Erklärung kann widerrufen werden. Die Ortspoliz.-Behörde teilt die Abgabe und den Widerruf der Erklärung auf Wunsch der unehelichen Mutter anderen beteiligten Behörden (Vormundschaftsgericht, Jugendamt, Wahlamt, Arbeitsamt, Finanzamt usw.) mit. Der unehelichen Mutter ist auf Anttag eine Bescheinigung auszustellen, daß sie die Erklärung abgegeben habe, die Bezeichnung „Frau" zu führen. Die Annahme der Bezeichnung „Frau" ist schriftlich ober zu Protokoll zu erklären. Bei einem Wechsel des Wohnsitzes ist die Erklärung zu wiederholen.
(3) Nimmt eine unverheiratete weibliche Person die Bezeichnung „Frau" an, so wird dadurch ihre Verpflichtung, sich bei amtlichen Erhebungen über den Familienstand wahrheitsgemäß als ledig zu bezeichnen, nicht berührt.
(4) Soweit in einzelnen Ländern besondere Vorschriften über die amtliche Bezeichnung einer unverheirateten weiblichen Person als „Frau" bestehen, bleiben diese Vorschriften weiter in Geltung, soweit sie sich nicht auf uneheliche Mütter beziehen.
Nas Fest der deutschen Traube und des Weines.
Fwd. Für diesen Herbst sind als Fest der deutschen Traube und des Weines nur zwei Tage vorgesehen. Es wird am 2 5. und 2 6. September zu begehen sein. Einstweilen erfahren wir, daß seine Durchführung etwa im gleichen Rahmen wie im Vorjahre erfolgt. Die Patenstätten bleiben im großen und ganzen die gleichen, für den rhein- mamischen Weinbaubezirk sind sie vollkommen unverändert belassen. Als Patenweine kommen die Jahrgänge 1934, 1935 und 1936 in Betracht, sie sind wiederum besonders als Patenwein gekennzeichnet. In diesem Jahre müssen sie nicht zusätzlich vom Erzeugeraebiet erworben, sondern sie können gleichzeitig auch bei dem als Patenweinhändler zu- gelassenen Händlern gekauft werden. Es sollen in diesem Jahre vor allem auch Qualitätsweine als Festwein in Sonderangeboten zugelassen werden.
Mit dem Feste der deutschen Traube und des Weines wird erstmals eine Werbung für den deutschen Schaumwein vor sich gehen. Die deutsche Schaumweinindustrie stellt zu diesem Zwecke zu einem angemessenen Preise einen einheitlichen deutschen Schaumwein zur Verfügung. Dieser Schaumwein stellt allerdings keine Sonoerfüllung zu diesem Zwecke dar, sondern er wird nach seiner Prü- fung von den einzelnen Schaumweinherstellern mit


