Donnerstag, 22. Juli 1937
Nr.!68 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Liebe".
C 62
mortens.
mannigfaltigen Fer- höhere und niedere einzelne Bestandteile
Spielen ömerifaner
Erkenntnisse jener unendlich mentwirkungen, welche durch pflanzliche Organismen bzw.
Wie fall ein Mödel heute 01 Schlank, sportlich und — natürlich braungebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es wirkt
schützend und bräunt zugleich!
Monaco, ter lang?
!i Wagen, gesteuert tegen. Die al au' der Italien mit
Wieder ein Sommerfest beim Gießener Arbeitsdienst.
Der große Erfolg des Sommerfestes des vorigen Jahres unserer hiesigen Arbeitsdienstabteilung 5/222 im Lager „Justus von Liebig" am Philosophenwald, ist wohl noch jedem, der dabei war, in bester Erinnerung. Der große Erfolg veranlaßte die Lagerleitung, auch für dieses Jahr wieder ein solches Som- merfest zu veranstalten. Schon ist man eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt, denn den Besuchern aus der Stadt und aus der ländlichen Umgebung soll etwas geboten werden. Es werden, das wird besonders die reifere Jugend interessieren, drei Tanzplätze hergerichtet. Kapellen der Arbeitsdienstabteilung und Angehörige des Musikzuges der SA. werden 'musizieren und zum Tanze aufspielen. Selbstverständlich wird für Abwechslung während der kurzen Tanzpausen gesorgt sein. Es wird wieder ein lustiges Variete veranstaltet, bei dem Feuerschlucker
Universität Dorpat: Ansangsstadium der
In sausender Fahrt geht es weiter über Ouder- narde mit seinem herrlichen gotischen Rathaus nach Brüssel. Es ist eine Residenzstadt, umgeben von riesigen Parks und Wäldern, die es an künstlerischem Reichtum und geschmackvollen Bauten mit mancher andern Hauptstadt Europas ausnehmen
und Hypnotiseure auftreten, der stärkste Mann der Welt wird sich produzieren und ein elektrisches Wunder wird gezeigt. Wer gute Augen hat, wird auch einen dressierten Floh zu sehen betommen. Und alles wird von den Arbeitsdienstmännern selbst aufgeführt, denn immer befinden sich unter den vielen Kameraden des Lagers einige Künstler, die für Unterhaltung sorgen können. An den Schießbuden wird jedermann seine Künste zeigen können. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Ein Wein- zelt wird ebenfalls errichtet, so daß es an der nötigen Stimmung nicht fehlen roirb. Selbstverständlich werden auch die Kinder auf ihre Rechnung kommen. Kasperl-Th-eater, Würstchen-Schnappen, Sack- und Eierlaufen werden stattfinden. Nach all dem zu schließen, dürfte das bevorstehende Sommerfest am kommenden Sonntag im Arbeitsdienstlager „Justus von Liebig" wiederum zu einem großen Erfolg werden.
reitag und Zwar: am > Uhr, am wstag von
. insgesamt t der Sie« rs. Beran« aale Sport« ! ihrerseits gäbe West« s „Troßen n für die emertet, in lf Punkten unben der Kilometer, vormittags Stlhr!
hten ber jatis wurde Ziegen vor Deutschland orett siegte d England, r besiegten jaarlem bit tischen Tor« 16 (2) uni r bekannte Münchener lerotion
1 o r b von lugust 1924 i Talminen Dola unter«
kann. Innerhalb dieses Rahmens ist es unmöglich, die wunderhübschen Kirchen, die gepflegten Boulevards und die zahlreichen anderen Bauten aufzuzählen, um einen Eindruck dieser Stadt zu vermitteln. Doch eines verdient besonders erwähnt zu werden: das ist die Grand'Place, an der das Rathaus und das Königshaus liegen. Es ist ein künstlerisch so einheitlich und geschlossen wirkender Platz, wie er sonst wohl nur in Venedig mit seinem Markusplatz wiederzufinden ist. Auch keines der Bürgerhäuser fällt stilistisch aus dem Rahmen heraus.
Aus der Heimfahrt berühren wir schließlich noch ‘ Namur am Zusammenfluß von Sambre und Maas. Diese hübschgelegene Stadt wird überragt von ihrer Zitadelle, von der man einen großartigen Blick auf beide Täler hat. Die Fahrt durch das Maastal bis Lüttich bildet leider den Abschluß der sehr lehrreichen Fahrt. Langsam ist die Dunkelheit hereingebrochen. Erst spät in der Nacht langen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an, Überladen mit den gewaltigen Eindrücken dieser vielseitigen Zwei-Tage-Reise, die uns in ihrer gedrängten Kürze doch ein anregendes und lehrreiches Bild des belgischen Lebensstils vermittelte.
----------- X
Sport und (Gymnastik im Kurort.
Wer eine Badekur gebraucht, der trinkt gewöhnlich nach Verordnung des Badearztes seinen Brunnen, nimmt seine Bader, inhaliert, gurgelt, hält Diät (oder auch nicht) und teilt im übrigen seinen Tag bedachtsam nach Schonung und Der- gnügen (soweit wie möglich) ein. Eine schöne und nützliche Neuerung ist, daß die Kurorte immer mehr bestrebt sind, ihren Gästen Gelegenheit zu Sport und Gymnastik zu bieten. Pros. Lampert berichtet in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift" als Beispiel, was Bad Homburg in dieser Hinsicht tut. Da wird am Morgen auf einer Kurparkwiefe eine allgemeine Gymnastik ohne Geräte für jedes Alter. Gesunde und Kranke abgehalten, barfuß oder Sandalen, Sporthose oder Schwimmanzug. Qtatür* lich ohne Zwang, aber die Erfahrung lehrt, daß das fröhliche Beispiel Hemmungen überwindet und alle, Junge wie Alte, anlockt. Dann gibt es eine besondere Heilgymnastik für Leicht- und Schwer- kranke ; dazu gehört auch Atemgymnastik. Schließlich werden sportliche Spiele, vom Medizinball bis zum Golf, und Leichtathletik in jeder Form unter Leitung eines Sportlehrers getrieben. Die Darlegungen in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift" zeigen, daß selbstverständlich Art und Maß der körperlichen Betätigung dem Befinden des kranken Kurgastes angepaßt werden muffen, aber richtig abgemessen, bilden Sport und Gymnastik ein wesentliches Hilfsmittel der Badekur.
dizinischen Verwendung. In der Einleitung seines großen Werkes über die Arzneipflanzen sagt Professor Dr. med. et phil. Georg Dragendorff, ehemaliger Ordinarius an ter ......... ~
„Wir sind heute erst in dem
Aus der Stadt Gießen.
Heilpflanzen, ein Gegen der Heimatscholle.
V. A. Arzt, Apotheker und häusliche Gesundheitspfläger gebrauchen seit Uroätertagen Heilkräuter. Der größte Teil aller volksheilkundlichen Pflanzen wächst auf deutschem Boden, in Wald und Flur oder auf sorglich angebautem Kulturlande, und es ist erfreulich, feststellen zu können, daß die Wertschätzung heimischer Heilpflanzen zunimmt, und zwar nicht nur im Haushalt, sondern auch in Fachkreisen.
So alt die Verwendung der Heilpflanzen ist, so weite Möglichkeiten erschließen sich noch ihrer me-
Dornoiizen.
Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Land der
Omnibusfahrl am 24./2S. Juli 1937 nach Düsseldorf.
Wegen der großen Nachfrage führen wir vorstehende Fahrt am 24.725.7.1937 nochmals durch. Für diese Fahrt steht uns ein moderner Reiseomnibus zur Verfügung. Abfahrt: 24.7.1937 um 14 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront. Rückkunft: 25.7.1937 gegen 24 Uhr. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließlich Fahrt, Uebernachtung mit Frühstück in Düsseldorf und Eintrittskarte zur Ausstellung 13,50 R2N. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen. 48520
Unterbannführer Dinsing schwer verunglückt.
Wieder ein Verkehrsunfall in der Ludwigstraße.
Die kritischen Verkehrsverhältnisse an der Lud- wigstraße haben wieder ein Opfer gefordert und diesmal wertvolle junge Menschenleben in große Gefahr, ja in Lebensgefahr gebracht. Gestern kurz nach 18 Uhr fuhren der frühere Verwaltungsstellenleiter der Gießener HI. Edmund Schneider (jetzt in Bad-Nauheim) zusammen mit Unterbann- sichrer Fritz Dölsing (der auf dem Soziussitz saß), mit dem Motorrad vom Ludwigsplatz her bte Ludwigstraße entlang nach der Unterführung zu. An der Ecke Ludwigstraße — Bleichstraße fuhr, als die Motorradfahrer diese Stelle passierten, im gleichen Augenblick aus der Bleichstraße heraus, vom Hindenliurgwall her, ein Fernlastzug der Reichsbahn auf die Kreuzung. Der Führer des Motor- rades vermochte das Kraftrad nicht mehr rechtzeitig zum Stehen zu bringen und fuhr gegen den Lastwagen. Bei dem Zusammenprall wurde Unterbannführer Vö Ising vom Soziussitz aus mit großer Wucht gegen den Lastkraftwagen geschleudert, und zwar jo unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch bzw. Schädelbasisbruch erlitt, der seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik notwendig macht. Der bedauernswerte junge Mann, der sich bei allen, die dienstlich oder persönlich mit ihm in seiner Eigenschaft als Bann- Adjutant und Unterbannführer zu tun hatten, aller Wertschätzung erfreut, liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Der Führer des Kraftrades kam mit leichteren Verletzungen davon. Die Frage nach der Schuld an diesem Unfall ist noch nicht völlig geklärt. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.
,e Trance
•öfrbeau» Qnbsmann Wnübet [ Knuten len brüten
Jet*.
re Strecke Wie <5tei« lur.Herg. .dafür 16 ter Her. iftung vor J. Spanier Menäeni itten. $on ßifte ent.
N Stelle.
uns nach Gent. Jeder von uns hat schon auf der I ten Zeit, um die „letzte Post" zu hören. Unter dem Schulbank von dem in allen Erdteilen bekannten^--'-......”,r nn h,P
Genter Altar der Brüder van Eyck gehört. In wenigen Minuten stehen wir ergriffen vor diesem einzigartigen Kunstwerk, das sich in der Kathedrale St. Baron befindet. Es ist uns unverständlich, wie noch vor wenigen Jahren ein Teil des Seitenflügels gestohlen werden konnte. Auch die anderen Kirchen, der Belfried und das Rathaus zeigen reinste Hochgotik aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Man kommt in der Tat nicht aus dem Staunen heraus. — Nicht anders ist es in B r ü g g e, dem nordischen Venedig, mit feinen vielen Kanälen und den südländisch anmutenden Brücken. Gewaltige Ausmaße hat wieder der Marktplatz, während die Straßen der Innenstadt sehr eng sind. Der Belfried, das Wahrzeichen der Tuchmachergilde, der Justizpalast, das Rathaus und zahlreiche Kirchen legen Zeugnis ab von dem einstigen ungeheuren Reichtum der flandrischen Städte. Der Tuchhandel und die Schisfahrt hatten sie reich gemacht. Die künstlerischen Bauten teilen uns auf Grund ihrer gotischen Stilform mit, daß alle diese Städte ihre Blütezeit in den gleichen Jahrhunderten, nämlich in der Epoche der deutschen Hanse, erlebt haben. Erst die Bedrückung durch die Spanier und die Handelskonkurrenz der Engländer und Holländer verurteilen diese Städte zu immer größerer Bedeutungslosigkeit.
Ostende enttäuscht. Vielleicht hat das Wetter ein wenig schuld. In diesem einstmals vornehmsten Bad muß man sich auf der verlassenen Strandpromenade durch riesige Lautsprecher die Ueber- tragung der hinreichend bekannten schnellen französischen Marschmusik anhören. Unser Auto bringt uns weiter vorüber an den denkwürdigen Schleusen von Nieuwport, die 1914 auf höchsten Befehl geöffnet wurden, das ganze Gebiet überschwemmten und damit den deutschen Vormarsch in diesem Gebiet zum Stocken brachten. Noch heute ist bei Dirmuiben unmittelbar an der Yser die belgische Stellung erhalten. Jeder Soldat, der in dem Schlamm und Schmutz Flanderns gelegen hat, kennt diesen „Botengang". Teilweise nur wenige Meter entfernt befand sich auf dem anderen Ufer des Flüßchens der deutsche Schützengraben. In dieser Gegend lösen sich die Zungen unserer mitfahrenden Kriegsteilnehmer. Sie finden trotz der veränderten Landschaft den Verlauf der deutschen Front wieder und erzählen dann von ihren Erlebnissen, so daß sich vor unseren Augen noch einmal das schreckliche Geschehen abwickelt. Heute überragt diese Gegend, weithin sichtbar, das gewaltige Flandernkreuz, zu dem die Flamen jährlich einmal pilgern, um den Gedanken an ihre politische und gesetzliche Gleichberechtigung wachzuhalten.
Nach Ypern kommen wir gerate noch zur rech-
Zn zwei Tagen durch Belgien.
Von Or. Inh Zessel.
Auf dem Programm steht eine große Zahl von Sehenswürdigkeiten, an denen Belgien so sehr reich ist. Außerdem sollen die Schlachtfelder und die deutschen Heldenfriedhöfe besichtigt werden. Unter voller Ausnutzung des Tageslichtes werden 900 Kilometer bewältigt, was einer Durchquerung Deutschlands von Norden nach Süden entspricht. Durch bie Beteiligung mehrerer Kriegsteilnehmer verspricht die Fahrt recht interessant zu werden.
Bereits um 5 Uhr morgens verlassen wir Bonn. Nach zwei Stunden ist Aachen in Sicht. Der eigenartige Dom und das imposante Rathaus laden zu einem Vergleich mit den folgenden Kunststatten em. Auf die gründliche Kontrolle der deutschen Grenzbeamten folgt die kurze Abfertigung durch die Vertreter des belgischen Staates. Auf dem Höhenrücken der Ardennen geht es auf der Straße nach Lüttich entlang. Das sinnvolle Denkmal eines nach dem Feinde ausschauenden Reiters erinnert uns an die Stelle, wo der erste Belgier in Erfüllung ferner Pflicht für fein Vaterland gefallen ist. Em Haus an der Straße trägt noch Aufschriften deutscher Landwehrtruppen, die hier ihr Quartier bezogen hatten. Bald daraus sehen wir unmittelbar neben der Chaussee die neuen, gewaltig ausgebauten Forts der Belgier, die sich heute im einem viel größeren Umkreis um L ü 11 i ch herumziehen. Die Gegend um Lüttich mit seiner gewaltigen Eisen- und Kohlenindustrie ist für diesen Staat das, was für uns Das Ruhrgebiet bedeutet. Die Stadt selber vermag uns nicht anzuziehen. Als unser Auto das gegenüberliegende Maasufer erklommen hat, machen wir Hau beim Fort Loncin, das bei dem deutschen Ansturm durch General Emm ich und seinen Stabschef L u d e n b o r f f zusammengeschossen würbe. Die für bie bamalige Zeit äußerst stark gepanzerten Geschütztürme bes Forts würben ein Opfer der schweren deutschen Artillerie und sind nach dem Kriege zum Heldenfriedhof erklärt worden. Erne große Anzahl tapferer Belgier liegt noch heute unter den Trümmern begraben. Man wollte sie nicht m ihrer Ruhe stören. Es ist ein schauriges Erlebnis als ein bei» gischer Teilnehmer dieser Kriegsgeschehmsse die Steine zum Reden bringt. . ,
Auf der Straße nach Brüssel kommen wir durch Löwen. Das weltberühmte Rathaus m seiner reinen Gotik ruft unsere Bewunderung hervor uno läßt uns, ebenso wie an den späteren Kunststatten erkennen, daß unsere deutschen Soldaten keine Barbaren gewesen sind, sondern die wertvollen Gebäude geschont haben. Brüssel durchfahren mir um es auf dem Rückweg genauer anzuschauen. Die Fahrt fuhr
Disziplin und Kameradschaft zeichnen die <53. aus
Gauleiter Sprenger besuchte Gebietszeltlager der HL.
Nach einer hervorragenden Bewirtung — in Belgien ißt man gut und viel, außerdem mit unserem Geld sehr billig — geht die Fahrt weiter an englischen und kanadischen Friedhöfen vorbei nach L a n g e m a r ck , das für jeden Deutschen zum Inbegriff deutschen Heldentums geworden ist. Tief ergriffen stehen wir vor den schlichten Holzkreuzen. Es herrscht eine feierliche Sonntagsruhe. Die Aufschriften auf den Gedenksteinen künden davon, daß hier zahlreiche deutsche Studenten ihr blühendes Leben auf dem Altar des Vaterlandes geopfert haben. Unsere Kriegsteilnehmer lassen uns noch einmal die ganzen Kampfhandlungen miterleben. Nicht viel anders ist es auf dem Friedhof zu Poel- c a p e 11 e. Wieder stehen wir stumm an den Mahnmalen deutschen Heldentums. Wir alle empfinden die tiefe Verpflichtung, ihnen nachzueifern, wenn das Vaterland uns ruft. In dem völlig wieder auf- gebauten Dorf, wo jeder Bauer erneut seiner friedlichen Arbeit nachgeht und die Spuren des Weltbrandes verwischen hilft, steht noch heute als Andenken ein von den Deutschen zerschossener Tank. Der dritte, weniger bekannte Friedhof, ten wir besichtigen, wird uns zum größten Erlebnis. Ein älteres Ehepaar ist mit uns gefahren, um am Grabe seines einzigen Sohnes in stiller Wehmut einen Lorbeerkranz niederzulegen. Ihre einzige Sehnsucht war es, noch einmal einige Minuten stummen Gedenkens an der Ruhestätte ihres auch für uns alle geopferten Jungen zu verbringen. Andachtsvoll verharren wir ebenfalls und können mit- empfinden, welche große Lücke in manches Familienleben gerissen ist. Es läßt sich nicht mit Worten wiedergeben, was jeder einzelne in Erinnerung an eine kaum vernarbte Wunde empfunden haben mag.
berg bei Roßdorf das nächste Ziel. Der Gauleiter traf die Lagermannschaft in einzelnen Gruppen beim Sportdienst an. Hier war man unter lauten „Hau-ruck"-Rufen beim Tauziehen, dort wurde unter sachkundiger Anleitung Boxunterricht erteilt. Das Blindboxen fand den ungeteilten Beifall der um den Ring Herumsitzenden. Auf der anderen Seite wurde dem Ballspiel gehuldigt und über drei, vier und fünf Jungen ging es im Hechtsprung bei der anderen Gruppe. Die braungebrannten Körper glänzten in der Sonne, und allen, gleich ob es Pimpfe aus Darmstadt und seiner Umgebung, ob es Hitlerjungen Frankfurter Betriebe waren, sprach die Freude des Zeltlageraufenthaltes aus den Augen.
Im Zeltlager bei H e u b a ch im Odenwald konnte der Gauleiter über zweihundert Hitlerjungen und Pimpfe aus dem Bann 98 (Hanau) besichtigen. Trotzdem sie erst einige Tage im Lager weilten, war ihnen doch deutlich der Erfolg bes Aufenthaltes in der freien Natur und in der herrlichen Lagerkameradschaft bei reichlicher Verpflegung und guter ärztlicher Obhut anzumerken. Sie alle möchten gerne länger als vorgesehen im Lager bleiben, doch Hunderte und aber Hunderte warten schon darauf, in den nächsten Wochen ebenfalls die Zelte zu beziehen.
Gauleiter Sprenger sprach dem Gebietsführer zum Schlüsse dieser Fahrt Dank und Anerkennung sowohl für die neuartige und erfolgreiche Idee der Hessen-Nassau-Fahrt, als auch die vorbildliche Einrichtung der Gebietszeltlager aus, die als Stätte der Disziplin und Kameradschaft erhalten bleiben und Jahr für Jahr die Jugend des Gaues in ihrer Freizeit aufnehmen werden, um sie zu ganzen Kerlen zu schmieden, die im späteren Leben den für sie bestimmten Platz voll ausfüllen können.
E. R.
pflanze Arnica ist „Bergwohlverleih". Die getrocknete und pulverisierte Wurzel gab man früher in Bier gegen Blutungen, Durchfall, Fieber; die Blüten wirken magenkrampfstillend; Blütenextrakt — mit Weingeist ausgewogen — gibt ein Wundmittel, wie Arnica auch zu Salben für Umschläge und Einreibungen gern verwendet wird. Bemerkenswert ist ein Hinweis von sachkundiger Seite, der besagt, daß Arnicablüten an Wirksamkeit den Chinarinden gleichwertig seien. Bestandteil zahlreicher Hustenmittel ist der Eibisch; man kann bas aromatische Pflanzengewürz aus manchem Hustenzuckerbonbon unb Brusttee herausschmecken. Eibisch löst Verschleimungen unb beruhigt bie At- mungsoraane. Bebauerlicherweise fast vergessen ist ein unteres, altbewährtes Mittel gegen Katarrhe ber Luftwege, ber aus ben Blüten bes Veilchens gewonnene schön blaue Veilchensirup. Auch bie Wurzel enthält Stoffe, bie sehr wirksam gegen Bronchitis, Keuchhusten und sogar für Linderung des Hustens bei der Tuberkulose sind. Die Stoffe der Veilchenpflanze sind lösend und Auswurf befördernd; auch verarbeitet man sie zu einem Gurgelwasser bei Halsschwellungen. Der Leinsamen ist bewährtes Mittel in der volkstümlichen und in der wissenschaftlichen Medizin; man nimmt ihn zu erweichenden Umschlägen äußerlich. Wenn der westfälische Bauer sagt: „Wärmot es für alles got", so ist das natürlich übertrieben, bezeugt aber doch das hohe Ansehen des Wermut im deutschen Volke. Anerkannt ist vor allem die Wirkung von Wermuttee und Wermutwein gegen Verdauungsbeschwerden und zur Appetitanregung. Die Blüten der Schlüsselblume wirken harn- und schweißtreibend, werden auch aus diesem Grunde bei Nierenleiden angewandt, die Wurzel wirkt schleimlösend.
*4
„ n' 3«.
von bcm
sS
6e.
NSG. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger nahm am Mittwochnachmittag in Begleitung von Gebietsführer Brandt auf einer Fahrt durch den Gau Gelegenheit, einige Gebietslager und Teilnehmer der Hessen - Nassau - Fahrt 1 9 3 7 zu besichtigen. Er konnte sich von der großartigen Organisation dieser Aktion und von ihren alle Erwartungen Übertreffenden erfreulichen Auswirkungen auf die Jugend des Gaues Hessen- Nassau überzeugen.
Strahlende Sommersonne lag über den Taunuswäldern, als Fahrtgruppen des Offenbacher Son- derzuges mit Hitlerjungen und Pimpfen des Bannes 2/87 in das Dörfchen Wehr heim einmarschierten und auf dem Marktplatz zur Begrüßung Aufstellung nahmen. Der politische Leiter des Ortes gab der Freude aller über den unerwarteten Besuch bes Gauleiters Ausdruck und bekannte stolz, daß es in der Gemeinde seit zwei Jahren keine Arbeitslosen mehr gäbe. Alt und jung sei auf dem Felde, um das Einbringen der Ernte zu sichern. Der Gauleiter wünschte den Fahrtgruppen der Hitler-Jugend ein offenes Auge für die Schönheiten der Heimat, die sie nun erwanderten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie gut erholt, von der Sonne gebräunt und für die weitere Arbeit gekräftigt nach glücklichem Fahrtverlauf in ihren Bann zurückkehren werden.
In Ufingen, das ebenfalls zum Empfang der „Hessen-Nassau-Fahrer" reichen Flaggenschmuck angelegt hatte, konnte der Gauleiter weitere Fahrtgruppen begrüßen und wünschte ihnen gleichfalls für ihre Fahrtentage gute Kameradschaft untereinander. Mit einem zackigen Lied verabschiedete sich die Hitler-Jugend von ihrem Gauleiter und ihrem Gebietsführer.
Nach kurzem Aufenthalt in der BDM.-Führerin- nenschule bes Obergaues auf Schloß Heiligenberg war bas Gebietszeltlager auf bem Reh -
solcher veranlaßt werben, ebenso ber Veränberun- gen im gefunben unb kranken Körper, welche biese Organismen birett ober burch ihre Stofswechsel- probufte bewirken können."
Dieser wissenschaftliche Ausblick ist um so wertvoller, als er auf gesundheitlichen Erfahrungen fußt, bie uns unsere Altvorberen in reicher Menge überlieferten, ba sie sich der Heilpflanzen mit Erfolg bedienten, als manch anderes Heilmittel ihnen noch nicht zur Verfügung stand. Es mag deshalb ein Blick auf einige Arzneikräuter getan werden, bie nur Beispiele für alle bie Möglichkeiten geben sollen, in benen Krankheiten ober milbere Beschwernisse es wünschenswert machen, im Fachgeschäft — Apotheke ober Drogerie — ober in ärztlicher Konsultation sich über die jeweils in Betracht Eommenben Heilkräuter unterrichten zu lassen. Es ist babei notroenbig, zu erwähnen, daß neben harmlosen, wenn auch wirkungsvollen Kräutern es auch solche gibt, bie man vorsichtig unb am besten nur mit sachlicher Beratung anroenbet.
Zu ben ältesten Helfern gehört bie Raute. Noch kürzlich führten alle Apotheken als Desinfektionsmittel Rautenöl. Befonbers soll bie Raute auch blut- unb barmreinigenbe Kraft besitzen. Bis in bie Neuzeit hinein verzehrten bie Bauern ber Ostmark im Frühjahr ein Brot, bas mit Rautenhäcksel bestreut war, zur Reinigung bes Magens unb Appetitanregung. Der Löwenzahn gehört gleichfalls zu ben blutreinigenben unb blutbilbenben Kräutern. Als „Bauchwehkräutel" erfreut sich bie Schafgarbe in ber Volksmebizin hoher Beliebtheit; man gibt ben Tee bei Unterleibsbeschwerben unb Blasenschwäche; Umschläge aus einem Absub ber Schafgarbe legt man auf Wunben und Geschwüre. Vom Thymian gewinnt man ein gelbrotes, ätherisches Del, es ist gärungsvertreibend und kann guten Dienst bei Darmoerstimmungen tun; zu Hustenmitteln wird gern Thymian genommen; ob Thymianöl oder -tee wirklich Gallensteine lösen zu helfen vermag, ist immerhin prüfenswert und nicht unwahrscheinlich. Die Pfefferminze lindert mit ihrem Tee Magenschmerzen, Darmkoliken, und sie fehlt deshalb in den meisten städtischen Haushalten nicht. Ebenso ist in allen Schichten der Bevölkerung die Kamille vorrätiges Hausmittel wegen der Vielseitigkeit ihrer Verwendungsmöglichkeit. Ihr Tee ist schmerzlindernd, krampfstillend, eignet sich zu Mund- und Rachenspülungen, zu Gesichtsdampfbädern bet Erkältungen der Luftwege; äußerlich — als trockene ober feuchte Warmpackung — bewährt sich bie Kamille bei Behanb- lung von Geschwüren unb Entzünbungen. Wertvoll ist bie Wurzel bes Salbrian; Salbriantropfen beruhigen bie Nerven — zumal auch bie Herznerven unb Magennerven — unb geben ruhigen Nachtschlaf.
Der beutsche Volksname ber berühmten Heil-
„Rosmarin unb Salbeiblätter fenb* ich bir zum Adschiebsgruß" beginnt ein altes Volkslieb. Rosmarin ist seit öfterster bie Blume ber Liebe, benn ihr Duft soll so reinigenb wirken, baß er böse Geister abhält, bie bem Eheglück schaben könnten. In ber Volksheilkunbe vertreibt Rosmarinöl bie quälenben Geister, bie ben Körper zwicken, nämlich bas Rheuma. Salbei hingegen vertreibt Nachtschweiß unb bamit oft genug auch Alpbrücken, gibt also gute Träume unb läßt bann wohl — bas mag ber Hintergebanke bes Liebes sein — bie Liebenden ooneinanber träumen. W.
I ten Zeit, um bie „letzte Post" zu hören. Unter bem Torbogen von Menin, ber zur Erinnerung an bie 35 000 hier gefallenen Engländer errichtet ist, wird jeden Abend um 21 Uhr zur Ehrung der englischen Helden des Weltkrieges ein Marsch von zwei belgischen Kameraden geblasen. Wieviel eindrucksvoller würde diese an sich feierliche Handlung auf deutschem Boden gestaltet werden! Ypern, das durch die Beschießung stark gelitten hatte, ist vollkommen wiederaufgebaut worden — mit deutschem Repa- rationsgelb. Die öffentlichen Gebäude hat man sogar wieder in derselben Form errichtet. Nur einige Trümerreste neben der Kathedrale erinnern noch an das trostlose Aussehen während des Völker-


