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Regierung Dr. Hodscha dem Präsidenten der Republik das neue Kabinett vor. Der Präsident der Republik sprach seine Befriedigung über die Regierungsneubildung aus und vereidigte das neue Kabinett. Die vom Präsidenten der Republik ernannte Regierung weist dieselbe Zusammensetzung auf wie die vorhergegangene, bis auf das Finanzministerrum, das noch nicht endgültig besetzt werden konnte. An Stelle des zurückgetretenen Finanzministers Dr. Kalfus wird der Unter- richtsminister Dr. Emil Franke dieses Ministerium vorläufig leiten.
Die Lösung der Regierungskrise scheint unter sehr merkwürdigen und ungewöhnlichen Umständen erfolgt zu sein, denn die Presse der Rechten und Linken setzt die gegenseitigen Angriffe mit unverminderter Heftigkeit fort. Die tsche chisch - nationale „Lid owe Noviny" schreibt, daß die Einigung mehr der fortgeschrittenen Sommerzeit und dem Ferienhunger, als dem wirklichen Willen zur loyalen Einigung und Zusammenarbeit zu verdanken sei. Die Agrarier hätten einem Kompromiß zustimmen müssen, das aber auch durch die Nachgiebigkeit der übrigen Parteien möglich wurde. Die leichtsinnig herbeigeführte kritische Erschütterung der Regierungsmehrheit habe die Stellung der neuen Regierung Hodscha geschwächt, das Mißtrauen zwischen den beiden Lagern vertieft und die Atmosphäre zwischen den Mehrheitsparteien verschlechtert. Alles führe zu der Ueber- zeugung, daß die neugebildete Regierung nur vorläufigen Charakter habe.
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Der Vollzugsausschuß der Partei sei der Ansicht, daß die Labour-Party die Außenpolitik und somit auch das Verleid»- gungsp^ogramm der Regierung nicht gutheihen könne. Eine starke Oppositions- gruppe habe sich aber innerhalb der Partei unter Führung des Abgeordneten Datton gebildet, die der Ansicht sei. daß das Verleidi- gungsprogramm im Dienste der „kollektiven Sicherheit" liege und daß deshalb die Vorlage die Unterstützung der Partei erhalten müsse.
In der Labour-Party sind schon öfters tief» zchende Meinungsverschiedenheiten ausgetauscht, i>od) betonen die Morgenblätter, daß hier zum erstenma! „eine offene Revolte" einer füh- 'enden Persönlichkeit der Partei gegen den Doll- ) ugsausschuh be-kanntgeworden sei.
Oer Londoner Flottenvertrag in dritter Lesung angenommen.
London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Unterhaus nahm am Mittwochabend nach Ab- chluß der Palästina-Aussprache den Londoner Zlottenoertrag in dritter Lesung an.
Lloyds erhöht Iernost - Versicherung.
sichtigen Beobachter zweifelhaft fein, zumal die deutschen Splitterparteien, die gnädigst in die Regierungsgemeinschaft ausgenommen worden sind, vom sudetendeutschen Volkstum nicht einmal einen beachtenswerten Bruchteil mehr hinter sich haben. Käme es heute zu Wahlen, so würde der Ausgang für die deutschen Parteisplitter im Regierungslager vernichtend sein. Eine vorausblickende Staatsführung müßte sich vernünftigerweise darauf einrichten. Da das auch diesmal nicht geschehen ist, kann man “ von einer Fortführung der Politik verpaßter
Immer neue Verhafiungen.
Nach dem Attentatsplan gegen Oberst Koc.
Warschau, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Herausgabe der von Stunde zu Stunde erwarteten amtlichen Verlautbarung über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung des Bombenattentats auf Oberst Koc, die Licht über die Per- on des Täters und die politischen Hintergünde des Verbrechens bringen soll, wird immer wieder hinausgeschoben, da sich der Kreis der vermutlich mittelbar und unmittelbar beteiligten Personen kündig erweitert. Im Verlauf der letzten 24 Stunden wurden wiederum eine Reihe von Haussuchungen und Verhaftungen sowohl in Warschau, als auch in der Provinz durchgeführt.
Aus den bisherigen zahlreichen Verhaftungen kann geschloffen werden, daß der Kreis der an dem Attentatsversuch beteiligten Personen sich nicht auf einige wenige Menschen beschränkt, sondern daß hinter dem Anschlag eine größere Gruppe stehen muß, über deren parteipolitische Zugehörigkeit allerdings vorläufig nichts gesagt werden könne, obwohl die Untersuchung auf diesem Gebiet bereits zu bestimmten Ergebnissen geführt habe. Den verantwortlichen Stellen liegt begreiflicherweise sehr viel daran, den für dieses Verbrechen verantwortlichen Kreis bis auf den letzten Mann ausfindig und unschädlich zu machen. Bevor dies nicht gelungen ist, wird mit einer amtlichen Bekanntgabe der Ergebnisse der Untersuchung kaum zu rechnen sein.
Die Sektion der Leiche des Attentäters ergab, daß die Explosion in einem Augenblick erfolgt sein muß, als sich der Täter in kniender Haltung befand. Wahrscheinlich wollte er gerade die Bombe unmittelbar vor der Einfahrt des Tores hinlegen, das ubn- aens verschlossen war, denn sein Kopf, die Hände und die Brust wurden durch die Explosion vollständig zerrissen, während der Unterleib und die Beine fast unverletzt blieben. Man nimmt an, daß der Täter die Bombe mit der Hand eingraben wollte, da man an den Fingern Spuren von Sand fand. Er hatte sich dafür offenbar den Augenblick ausgesucht, in dem sich der patrouillierende Polizeibeamte nach Abschreiten des Weges gerade in das Haus begeben hatte, um zu melden, daß alles in Ordnung sei.
Oie „Barmherzigen Brüder" von Trier.
Neuer Klostersumpf.
Man mutz demDrittenReich bantbar sein.. ?
Trier, 19. Juli. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichtes Koblenz tagte mehrere Tage lang in Trier. Auf der Anklagebank saßen 13 jetzige und ehemalige Angehörige der Genossenschaft der Barmherzige n B rudervon Trier und zwei Angestellte des Ordens. Sie waren beschuldigt, in den Jahren 1929 bis 1936 in Bonn, Dortmund, Saffig und Saarbrücken unzüchtige Handlungen an Personen unter 14 Jahren und i an ihnen anvertrauten Zöglingen verübt, sowie wi- , dernatürliche Unzucht mit anderen Männern getrie- - ben zu haben.
Der erste Verhandlungstag war der Vernehmung ■ der Angeklagten gewidmet. Immer wieder rollten ; die schon aus so vielen anderen Gerichtsverhand- , lungen gegen römisch-katholische Geistliche bekannt- qewordenen Schreckensbilder ab, und eine Schilderung widerlichster Unflätigkeiten, die die Brüder
London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die I englische Versicherungsanstalt Lloyds hat in Anbetracht der ernsten Lage im Fernen Osten die Frachtversicherung für ganz Nordchina um
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„Eine offene Revolte."
Meinungsverschiedenheiten in der Labour-Party.
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Rege diplomatische Tätigkeit in Nanking
Nanking, 21. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) 3er englische Botschafter Knatchbull-Hug- °essen wurde am Mittwoch von T s ch i an g k a i - chek empfangen. Der japanische Geschasts- icäger suchte den englischen Botschafter auf, um ich über dessen Unterredung mit dem chinesischen Außenminister zu unterrichten. Ferner sprach auch ^russische Botschafter Bogolomow beim chme- schen Außenminister vor, so daß in Nanking eine 'ege diplomatische Tätigkeit herrschte. 2as Verhalten Englands findet hier besondere Auf- nerksamkeit, und Edens Erklärung im Unterhaus u'ber die Zurückstellung der englisch-japanischen 23er» ianblungen wird stark beachtet.
breitet worden. Die Agentur mußte später ein Dementi bringen in demselben Sinne wie die Lrklärung Duff Coopers im Unterhaus. Pamit I wurde wieder einmal eine der Zeitungsenten wider
legt, die leider geeignet sind, die englische Oeffent- [i chkeit mit Unruhe und Mißtrauen anderen Ländern
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unter sich und mit den ihrer Pflege anvertrauten Schwachsinnigen und Kranken begangen hatten, löste auch hier die andere ab. Einer der Angeklagten, der Bruder Cayus , bestellte z. B. einen Fürsorgezögling auf den Dachgarten und zeigte dem 13jährigen unsittliche Bilder, um im Anschluß daran seine verderbten Gelüste zu befriedigen. Bruder Alypius unterhielt jahrelang unerlaubte Beziehungen zu einem schwachsinnigen jungen Mann. Als diese Tatsache durch die Mutter des Zöglings dem Oberen der Anstalt gemeldet wurde, stritt der Wüstling alles ab, und der Vorsteher glaubte den Lügen des Verbrechers. Der Bruder Artemius brachte es sogar fertig, einen 67jährigen Schwachsinnigen im Bett zu überfallen und sich in der schamlosesten Weise an ihm zu vergehen. Bruder Adalbe r t o und fein Ordensgenosse Bruder Trud- bertus gaben sich in ihren gegenseitigen Beziehungen der hemmungslosesten Befriedigung ihrer anormalen Triebe hin. Bruder Luzius versuchte zwar den alten Trick, sich an „nichts mehr erinnern" zu können, aber die Zeugen litten zum Glück der Eltern vieler Vertierter und in Gefahr befindlicher Kinder nicht ebenfalls an derartigem Gedächtnisschwund. Bruder -Iovinian hatte die Unverfrorenheit, zu behaupten, die von ihm zu Protokoll gegebenen Angaben seien ihm erzwungen worden. Aber auch er mußte schließlich die Zwecklosigkeit seiner Vertuschungsmanöoer einsehen.
Erschütternd war es, die Anklagen zu hören, die viele einst Vertierte, die zur Zeugenvernehmung geladen waren, den Klosterbrüdern ins Gesicht schleuderten. Einer sprach für viele den bedeutungsvollen Satz aus: „Was mir da passiert ist, hätte ich draußen in der Welt niemals erlebt." Bezeichnend war die Bekundung eines Zeugen, dem Bruder David feine Braut abspenstig mache wollte, indem er erklärte: „Das Weib ist das größte Ekel, das auf Gottes Erde herumläuft." Bruder Didakus überrumpelte nachts kurzerhand hilflose Kranke und trieb mit ihnen seine schamlosen Manipulationen. Bruder Nazarius schließlich überfiel im Vorratsraum einen 16 Jahre alten Menschen plötzlich, warf ihn zu Boden und verging sich in der scheußlichsten Weise an ihm. Das Gericht mußte sich mit Dutzenden solcher Fälle beschäftigen.
Der einzige Lichtblick in diesem Sumps war die Tatsache, daß der als Zeuge vernommene stellvertretende Generalobere Bruder Augustin bekundete, er habe alle ihm bekanntgewordenen strafbaren Handlungen der Mitglieder mit sofortiger Entlassung geahndet. Er bekenne ehrlich:
2Han müsse dem Drillen Reich dankbar sein, daß es diese Säuberungsaktion durchführe.
In seinem Plcüdoyer führte der Staatsanwalt zunächst aus, man habe mit Genugtuung die Aeuße- rung des stellvertretenden Generaloberen vernommen, der sein Bestes getan habe. Bereits in den nächsten Tagen müsse gegen eine weitere Anzahl Ordensangehöriger Anklage erhoben werden. Wie in den bisherigen Prozessen, so habe man auch hier dieselbe Verkommenheit und Unmoral feststellen müssen. Man wolle den Klöstern zwar nicht den generellen Vorwurf machen, „Sammelbecken der Homosexualität" zu sein, aber alle Personen, gegen die sich die Anklage richtete, seien im Kloster zu jenen Verbrechen gekommen, deren man sie beschuldigte und überführte. Abkömmlinge aus anständigen und frommen Familien säßen nun auf der Anklagebank. Dafür gäbe es nur eine Erklärung: sie seien Opfer des Klostersumpfes geworden.
Die Strafen bewegen sich zwischen 3^ Jahren Zuchthaus und acht Monaten Gefängnis. In einem Falle erfolgte Freispruch. Verschiedenen Angeklagten wurde die Untersuchungshaft voll angerechnet. Ab-
Prag, 21. Juli. (DNB.) Der Präsident Republik Dr. Benesch empfing Mittwoch früh den bisherigen Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan H o d s ch a, der dem Präsidenten der Republik Bericht über das Ergebnis seiner Verhandlungen über die Neubildung der Regierung erstattete. Der Präsident der Republik genehmigte die neue Ministerliste und empfing noch am Mittwochvormittag die abtretende Regierung, der er für ihre Arbeit dankte. Sodann stellte der Vorsitzende der
Oer alle Regierungskurs in der Tschechen
Trotz Kabinettswechsel bleibt alles beim alten.—Gudetendeutschium wird gar nicht gefragt.
Von unserem ständigen AO.'Berichierstatier.
gen ist bekannt, daß der Staatspräsident Dr. B e - n e s ch ein Gegner jedweder Frontenregierung und Anhänger des Koalitionssystems ist, das die Macht im Staate so ziemlich gleichmäßig auf rechts und links verteilte. Er hat wiederholt die Zusammenarbeit der sog. gemäßigten Parteien als das beste Regime für die Tschechoslowakei bezeichnet, und zwar vornehmlich deshalb, weil ihm klar ist, daß eine ausgesprochene Linksregierung angesichts des europäischen Spannungszustandes aus einer Regierungskrise sehr leicht eine Staats- krise machen könnte. Daß es Elemente gibt, die eine solche Entwicklung in der Richtung der Dolkssrontideologie nicht ungern sähen, daß insbesondere die Kommuni st en jede Gelegenheit benutzen würden, um auch ihrerseits den marxistischen tschechischen und deutschen Parteien das Wahnbild einer tschechoslowakischen Volksfront oorzugaukeln, ist sicher. Ebenso sicher aber ist, daß eine solche Entwicklung für die Tschechoslowakei ein höchst gefährliches Spiel bedeuten würde. Alle diese Gedankengänge haben bei der Konstruktion des dritten Kabinetts Hodscha sozusagen Pate gestanden, ohne daß es gelungen wäre, die tiefgehenden sachlichen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Regierungsblocks zu überbrücken.
Wieder einmal hat man also in Prag notdürf- tig gekittet, statt die Gelegenheit zu einem grundsätzlichen Neuaufbau zu benutzen. Der Gedanke, der wirklich größten Partei im Staate, nämlich der Sudetendeutschen Partei den Auftrag zur Regierungsbildung zu geben, ist dem Staatspräsidenten bedauerlicherweise überhaupt nicht gekommen. Dr. Benesch hat wieder eine Gelegenheit zur Herstellung des Friedens im Staat versäumt. Die Gesetzesanträge Konrad Henleins, die im Rahmen der tschechoslowakischen Verfassung ein harmonisches Zusammenleben der Volksgruppen unter weitgehender kultureller und verwaltungsmäßiger Autonomie zum Ziele haben, hätten eine günstige Plattform für einen neuen politischen Start der Tschechoslowakei abgeben können. Der blutleeren Formaldemokratie des jetzigen Verfassungsgebildes wären neue, lebendige und wirklich konstruktive Gedanken zugeführt worden, ohne daß die Ansprüche der anderen Volksgruppen des tschechoslowakischen Staatswesens, soweit sie berechtigt sind, davon berührt worden wären. So, wie die Dinge nun wieder gelaufen sind, muß sich notwendigerweise der Eindruck im In- und Ausland vertiefen, daß offenbar weder der Staatspräsident, noch seine politischen Berater auf eine Mitarbeit des Sudeten- deutschtums am und im Staate Wert legen. Daß diese Haltung aber den Staat selbst in seinen Grundfestei. gefährden muß, kann für keinen ein»
London, 22. Juli. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Morgenblätter berichten, daß die fiabour Party (ine schwere Krise durchmache. Innerhalb der Partei sei eine Spaltung aufgetreten, und zwar herrschten Meinungsverschiedenheiten darüber, ob man am kommenden Montag gegen die im Unterhaus zur Aussprache kommende Ver - ieidigungsvorlage stimmen, oder ob man lief) der Stimme enthalten solle.
Prag, 21. Juli 1937.
Die Regierungskrise, die in der vorigen Doche wie ein Blitz aus heiterem Himmel aus» jrad), ist heute mit Ach und Krach wieder b e - joben worden. Herr Hodscha hat unter Opfe- :ung des bisherigen Finanzministers ein drittes gabmett bilden können, und da es die gleichen Parteien sind, die ihn auch jetzt wieder stützen, *önnte man meinen, daß alles wieder in schönster Dränung sei. In Wahrheit sehen die Dinge freilich loch etwas anders aus. Denn trotz des Kompromisses zwischen den Parteien des Regierungslagers geht die Pressefehde auf beiden Flügeln festig weiter. Und wenn es jetzt gelang, die Krise inter stärkster Einwirkung Beneschs verhältnismäßig rasch zu überwinden, so ist das zweifellos mehr auf die allgemeine Sommermüdiakeit der Minister und Parlamentarier zurückzuführen, als Iiuf ein echtes Einvernehmen.
Wie kam es zu der Krise? Unmittelbarer Anlaß war die Tatsache, daß man sich im Ministerrat nicht iber die Frage der Getreidepreise einigen konnte, weil der — nunmehr ausgebootete — S Finanzminister den von der tschechischen Agrarpartei geforderten Staatszuschuß von 80 Millionen Kronen für die Getreidemonopolgesellschaft nicht bewilligen wollte. Der Zuschuß sollte dazu bienen, iien Bauern einen höheren Uebernahmepreis zu bewilligen, ohne daß es zu einer Erhöhung der Brot- urtb Mehlpreise hätte kommen müssen. Angesichts iicr erschöpften Staatskassen, die soeben | erst noch durch ein umfangreiches Rüftungspro- gramm ganz besonders belastet worden find, glaubte 3er Finanzminister feine Zustimmung zu dieser Regelung verweigern zu müssen. Er ist in das »ritte Kabinett Hodscha nicht wieder zurückgekehrt, man hat sich über seinen Kopf hinweg zunächst ver- fiänbigt, und tatsächlich bleibt also nach außen . hin alles beim alten.
Wer aber tiefer sieht, konnte sich von Anfang an iber den politischen Charakter dieser Krise keinerlei Zweifeln hingeben, zumal die Prager Regie- lungsmehrheit, die aus völlig entgegengesetzten po- itischen Richtungen zusammengesetzt ist, niemals > ine Liebesehe mar. Infolgedessen ist auch die Stel- Ilung der neuen Regierung von vornherein nicht sonderlich stark. Ihre eigentliche Aufgabe wird für die nächsten Monate wohl nur die sein, über den Sommer Hinwegzukommen. Wenn im Herbst das Parla- ' ment wieder zusammentritt, wird sie neuen Stürmen ausgesetzt sein, und es ist zumindesten fraglich, || öb sie ihnen dann gewachsen ist, wenn auch heute | mit größter Beflissenheit betont wird, daß insbe- | lonbere außenpolitisch der alte Kurs fortgesetzt werde. Man geht wohl nicht fehl in der Umrahme, daß gerade diese Unterstreichung dazu
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Lbienen soll, die an sich völlig heterogene Regierungsmehrheit bei der Stange zu halten. Im übri-
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