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Donnerstag, 22. Juli1037

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187. Jahrgang

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pürt darüber waren, mit welchen Mitteln man sie in Moskau belogen, betrogen und zu dem Abenteuer in Spanien veranlaßt hatte.

Die meisten von ihnen erklärten, daß sie nie wie­der nach Sowjetrußland zurückkehren und nun ein neues Leben in einem anderen Lande Europas be­ginnen würden.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8l/3lU)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70 m m Breit» 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/o mehr.

Ermäßigte Grundpreis: Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

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Die sowjetrussischen Offiziere und Soldaten waren äußerst überrascht, daß sie auf national­spanischer Seite in absolut soldatischer Form als Kriegsgefangene behandelt wurden und sie im Gefangenenlager schon eine Anzahl von Kameraden trafen, denen es ausgezeichnet ging, die gut verpflegt und gekleidet waren, ü^er nichts zu klagen hatten und die nur em-

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Berlin, 21. Juli. (DRB.) Die französische Haltung in der Nichteinmischungs­frage erscheint wieder einmal in einem höchst eigenartigen Licht. DerVölkische Beobach­ter" ist in der Lage, festzustellen und durch ein­deutiges Tatsachenmaterial zu belegen, daß im ver­gangenen Monat ein starkes Kontingent französischer Fremdenle ------- d i e spanisch-bolschewisti. z geschickt worden ist. Das Blatt berichtet darüber folgende Einzelheiten:

der Richteinmischungspolitik für alle jene, die sie überschreiten wollten, in keiner Weise gesperrt war. Vielleicht begreift man in London an Hand dieser neuesten Tatsachen et­was besser, warum Deutschland und Italien vor allem Werl darauf gelegt ha­ben, die Kontrolle der spanischen Grenzen wieder in Gang zu bringen, bevor man sich Aufgaben zuwendel, die von vorn­herein einer außerordentlich langen Verhand­lungsdauer bedürfen, bevor sie zur Lösung reif sind.

Es kommt vor allem darauf an, jene Lücken z u schließen, durch die noch immer der rote Strom nach Spanien ungehindert fließt. Wenn da­durch verhindert wird, daß noch täglich neueFrei­willig e", wie beispielsweise die komman­dierten sowjetrussischen Offiziere nach Spanien kommen, dann wird damit in zweck­mäßiger Weise wenigstens an einer Eindämmung der Freiwilfigenfrage gearbeitet, als mit jenen Ver­zögerungsmethoden, die Frankreich mit Hilfe Mos­kaus und Valencias in London durchsetzen möchte.

Auch französische Fremdenlegionsiruppen für Dispachen.

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Am 14. Juni sei er mit neun ander en Fliegern und einem Agenten mit Z i v i l p a p i e r e n mit der Bahn über W a r s ch a uV erlin nach Paris ge­fahren man hätte ihm Papiere des Inhalts mitgegeben, daß sie die Weltausstellung besuchen wollten. Am 20. Iuni sei er dann mit dem gleichen Verkehrsflugzeug, m,t dem auch Leutnant Tozaiswb nach Valencia gebracht worden sei, nach Valencia geflogen Am 17 Juli sei er einer aus 12 sowzetrussischen Martin-Bombern bestehenden Vomberstaffel in Villafranca zugeteilt worden.

Diese drei Angehörigen der sowjetrussischen Luft­waffe haben erklärt, daß man sie völlig im Dunkeln darüber gelassen habe, wie es eigentlich in der Welt aussehe und sie. hier kämpfen sollten. Man habe ihnen immer erzählt, daß alle anderen Staaten nur darauf lauerten, Sowietrußland zu überfallen, daß in der ganzen Welt Hungersnot und Elend herrsche und nur in Sowietruß­land die Zustände erträglich und herr­lich seien Die auf der nationalspamschen Seite kämpfenden Truppen habe man Räuber und Mörder genannt und jedem von ihnen erklärt, es sei besser, sich bei einer Notlandung zu erschie­ßen, denn sonst würden sie unter grauenhaften Umständen zu Tode gefoltert.

Abschiedsbesuch beim Führer.

Berchtesgaden, 21.Juli. (DNB.) Der> t-rund Reichskanzler empfing am Mittwoch in feinem Haufe auf dem Oberfalzberg den Praf- d-nten der Gemifchten Sommiffion für Oberfchlefien, Altbundesrat Felix C a l ° n d e r forme den Prast- denten des Schiedsgerichts für Oberfchlefien, Prof. Georges Kaeckenbeeck, die sich aus Anlaß der Beendigung ihrer 15jährigen Tätigkeit in Ober- schlefien von ihm verabschiedeten.

In Würdigung ihres verdienstvollen Wirkens überreichte der Führer beiden fein Bild mit eigen händiger Widmung.

Salamanca, 21. Juli. (DRV.) Der national- panischen Luftwaffe ist es in den letzten Tagen ge­lungen, bei Madrid eine ganze Reihe von roten Flugzeugen abzufchiehen. Es handelt sich dabei vorwiegend um sowjetrussische Iagd- und Vombenmaschinen. Die Besatzung von sieben owjetrussischen Flugzeugen, darunter eine Anzahl von Offizieren, wurde gefangengenommen. Sie sind sämtlich Angehörige der aktiven sow- et russischen Luftwaffe und z. T. un­ter Vorspiegelung falscher Tatsachen über Pa­ris nach Spanien geschafft worden, um dort bei owjetrussischen F l i e g e r v e r b ä n d e n Dienst zu tun.

Die Vernehmung dieser Fliegeroffiziere hat außerordentlich interessantes Material ergeben. Am 6. Juli 1937 wurde bei Madrid der sowjet- russische Leutnant Grigory X o z a i s w b , geboren am 21. Februar 1903 in Perogow bei Moskau, abgeschossen. Bei seiner Vernehmung gab er an, daß er erst seit wenigen Tagen Dienst getan habe. Er sei am 20. Juni mit Schiff von Leningrad nach Le Havre gebracht worden. In Le Havre habe man ihn und seine Kameraden abgeholt und im Auto nach Paris geschafft. Mit weiteren 15 sowjetrussischen Piloten seien sie dann in einem ranzösischen Verkehrsflugzeug nach Valencia geflogen. Nach seinem Eintreffen in Valencia habe man ihn auf die Jagdschule Los Alcazares bei Cartagena, die unter sowjetrus - sischem Kommando stehe, geschickt. Er sei dort wenige Tage ausgebildet und schon am 5. Juli einem Frontoerband im Flughafen Alcala de He- nares östlich von Madrid zugeteilt worden.

Die Staffel habe aus 12 f orojetruf fi- schen Jagdflugzeugen mit 12 Piloten bestanden, die sämtlich Geschwadern der s o ro- jetrussischen Luftwaffe angehör­ten. Staffelführer sei ein sowjetrusfi- fcher Hauptmann gewesen. Leutnant Tozaiswb machte weiterhin sehr interessante An­gaben über den roten Wechselverkehr zwischen Sowjetruhland und Spanien. Er berichtete, daß die fowjetrussischen Flugzeugführer jeweils nach sechs Monaten durch neue Pi­loten aus Sowjetruhland abgelöst würden.

Arn 12. Juli gelang es nationalspanischen Flug­zeugen, im Luftkampf westlich von Madrid einen Martin-Bomber abzuschießen. Die Besatzung sprang im Fallschirm ab. Sie wurde von den nationalen Truppen gefangengenommen. Zu der Be­satzung des Bombers gehörten auch zwei aktive sowjetrussische Offiziere. Einer von die­sen beiden Offizieren, Michael Saikin, geboren am 8. November 1911 in Miljinka, gab an, daß er am 3. Juni von Leningrad auf dem See­wege nach Le Havre und von dort im Kraft­wagen nach Paris gebracht worden sei. Die An­gaben über seinen Transport nach Spanien decken sich völlig mit denen des Leutnants Tazaifwb. An­scheinend hat ein umfangreicher Transport von Piloten jeweils auf dem Wege Leningrad Le Havre ParisValencia stattgefunden, für den eine b e - sondere T r a n p o r t o r g a n i s a 11 o n in Frankreich eingerichtet war. Auch Saikin gibt an, daß er von Paris mit einer Reihe von Kame­raden in einem französischen Derke h r s - f l u g z e u g nach Valencia abgeflogen und dann einem sowjetrussischen Fliegerverband zugeteilt wor­den sei. Bordschütze des gleichen Flugzeuges war der Unteroffizier Alexej T s ch i r k a s s o w , gebo­ren in Gursk-Woronesch. Tschirkassow erklärte bei der Vernehmung, daß er in Sowjetruhland von seinen Staffelkameraden gefragt worden fei, ob er auf Kommando gehen wolle. Der Kommandoort sei ihm nicht genannt worden.

Oie sowjetrussische Hilfe für Valencia.

Aktive Fliegertruppen von Moskau über Paris zu den spanischen Bolschewisten

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Die offene französische pyrenaengrenze.

Warum Deutschland und Italien die Kontrolle der spanischen Grenzen fordern

6. Iuni ist der Dampfer in See gegangen. Rach Aeuherungen von Offizieren waren 600 Legionäre an Bord des Schiffes, jedoch habe man bei der Mannschaft behauptet, dah die Zahl auf 30 Offiziere und 800 Legionäre be­ziffert würde.

Etwa vier Stunden nach der Abfahrt gesellten sich zwei französische Torpedo kreuze r, oon denen der eine den NamenLe Terrible" trug, zu diesem Transport und begleiteten ihn bis Marseille. An Bord ist man der Ansicht gewesen, daß der Passagierdampfer in Wirklichkeit einen anderen Namen trüge und daß man die Be­zeichnungMarschall Lyautey", die erst vor kur­zem am Rumpf des Schiffes auf gemalt zu sein schien, nur zum Zwecke der Geheimhaltung ge­wählt habe. Bereits während der Fahrt waren die Legionäre kriegsmäßig ausgerüstet. Die Käppis mußten mit einem Ueberzug versehen werden. Die Legionäre trugen die üblichen Infanteriewaffen, jedoch ohne Munition mit sich. Die fehlenden Waf­fen und Munition sollten sie in C e 11 e oder einer anderen französischen Grenzstadt empfangen.

Die Stadt Cette liegt auf der Strecke Mont­pellierBsziersNarbonne Perpignan. Der letzte Ort hat als Verbindungsort zu Rotfpanien bekanntlich in Frankreich eine traurige Berühmt­heit erlangt. Vor der Ausschiffung in Marseille wurde den Legionären noch einmal eingeschärft, daß sie, wenn sie über das Ziel ihrer Reise befragt würden, Syrien angeben sollten."

Einerseits - anderseits.

An diesen Bericht knüpft derVölkische Be­obachter" folgende Feststellungen:

Die augenblickliche Situation in der Spanien­politik ist durch die französischen Be­mühungen gekennzeichnet, auf die eine oder andere Weise freie Hand zur Durchführung jener Linie zu gewinnen, die in der Spanienent­schließung des sozialdemokratischen Par­teitages von Marseille ohne jede Zurückhaltung preisgegeben wurde.

Als Deutschland und Italien infolge der man­gelnden Solidarität der europäischen Großmächte gezwungen waren, sich von der Seekontrolle zurück­zuziehen, zeigten sich bereits deutlich die französi­schen Absichten in der Propagierung einer ein­seitigen, allein oon England und Frank­reich durchgeführten Seepatrouille. Als dieser durchsichtige Plan dann scheiterte und im Verlauf der neuen Verhandlungen die internationalen Kon­trolleure an der Pyrenäengrenze durch Frankreich zurückgezogen wurden, war man sich in jenen Kreisen, die das Ziel der Nichteinmischung nun seit einem Jahr mit wachsender Besorgnis betrachten müssen, darüber klar, daß Frankreich einen weiteren Schritt auf dem Wege der direkten Unterstützung Rotspaniens gegangen war.

Die letzten Verhandlungen in London, die sich dadurch auszeichnen, daß Frankreich die In­gangsetzung eines wirklichen konlrollsyslems

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Berlin, 22. Juli. (DNB.) Zu den aufsehen­erregenden Aussagen sowjetrussischer Flie­ge r o f f i z i er e, die in nationalspanische Gefan­genschaft geraten sind, schreibt derP ö l k i s ch e Beobachte r":

Es ist ein eigenartiger, dafür aber vielleicht sehr heilsame^ Zufall, daß gerade im jetzigen Augenblick einer neuen Krise in der Spanienpolitik die sensa­tionellen Enthüllungen über d i e fortgesetzte rote Einmischung in Spanien bekannt werden. Das Bedeutsame an diesen Nachrichten ist natürlich nicht die Tatsache als solche, denn seit vie­len Monaten steht es bereits fest, daß aktive Angehörige der roten Armee an den Kämpfen in Spanien teilnehmen und daß Frank­reich der wichtig st e Umschlagplatz für den roten Menschenschmuggel in Westeuropa gewor­den ist.

Reu aber und für die augenblickliche Situa­tion von außerordentlicher Wichtigkeit ist der wiederum vorliegende Beweis, daß der einfachste Weg in das rote Spanien hinein über die französische Pyrenäengrenze führt und daß diese Grenze bis in die allerletzte Zeit

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und SeschSftLstelle: Schulstrahe 7

Ein am 8. Iuni 1937 mit dem Passagier­dampferMarschall Lyautey" im Marseiller Hafen eingetroffener, etwa 8 0 0 Mann star­ker Transport oon französischen Frem­denlegionären, der dann in einem außer­halb der Stadt gelegenen Lager untergebracht wurde, ist nämlich nicht wie nunmehr fest­sieht nach Syrien abgegangen, sondern an die rot-spanische Front verschickt worden.

Es hatte damals bei den zufälligen Augenzeugen der Ausladung Verwunderung erregt, daß es sich bei diesem Transport nicht um einen geschlossenen Truppenverband handelte, sondern um Legionäre, die die Abzeichen verschiedener Regimen­ter und Bataillone trugen. Da die Truppen, die ihre Waffen mit sich führten, in einem ge­schlossenen Lager untergebracht wurden, lag aber die Vermutung nahe, daß hier ein neues franzö­sisches Fremdenlegionärs-Bataillon für Syrien zu­sammengestellt werden sollte, zumal auch dement­sprechende Erklärungen abgegeben worden waren.

Die Gerüchte, die besonders in Volksfront­kreisen umliefen, daß nämlich der Fremden- legionaärtransport in Wirklichkeit nach R o t - spanien verschickt würde, werden jetzt durch die Aussagen eines Legionärs aus dem 2. Bataillon des 2. Fremdenlegio­när-Regiments, das in Meknes (Französisch-Marokko) stationiert ist, einwand­frei bestätigt. Rach seinen Angaben ist am 30. Mai beim Kompanieappell, zu dem auch sämtliche Offiziere antreten mußten, ein Regi­mentsbefehl verlesen worden, in dem die Legio­näre aufgefordert wurden, sich freiwillig zu melden, um in Rotspanien an der Seite der Kommunisten zu kämp­fen. Von seiner Kompanie hätten sich etwa 50 Mann gemeldet. Auch von den anderen Kompanien habe etwa die gleiche Zahl der Aufforderung Folge geleistet. Die betreffenden Legionäre des 2. Bataillons wurden später mit Armeetastwagen nach Easabtanca und dort an Bord des DampfersMarschall Lyautey" gebracht. Vor der Abfahrt aus Easa- blanca sind an die Mannschaften Gasmas­ken, eiserne Portionen und Ver­bandsstoffe ausgegeben worden. Am

Frankreichs Flugzeug-Industrie.

Die aufsehenerregenden Angaben eines englischen Regierungsvertreters über den Aufbau der briti­schen Luftwaffe haben seinen Pariser Kollegen nicht schlafen lassen. Der französische Luftfahrtminister Pierre C o t fühlte sich bemüßigt, gleichfalls der Öffentlichkeit einen Rechenschaftsbericht über die zu seinem Ressort gehörige Industrie zu unterbreiten. ; Der sichtliche Stolz, mit dem Pierre C o t die Zis- 1 fern der französischen Flugzeug - Pro­duktion zum Besten gab, ist nicht unberechtigt. Denn, wenn auch die von ihm genannte Plan-Zahl von 1500 neuen Flugzeugen, die das französische Luftheer im Zeitraum von drei Jahren verdoppeln : fallen, verhältnismäßig niedrig erscheint, so muß : man doch bedenken, daß damit nur die Frontflug­zeuge erster Linie gemeint sind, daß dahinter noch eine kampfbereite Reserve in gleicher Höhe, sowie ein großer Park von älteren Flugzeugmodellen besteht, die im Ernstfall gleichfalls Verwendung finden kön­nen. Man dürfte so insgesamt auf eine Zahl von 6000 verwendungsfähigen Luftfahrzeugen kommen. Das ausschlaggebende Moment für die Leistungs­fähigkeit der französischen Flugzeugindustrie ist je­doch eine erhebliche Erhöhung ihrer Kapazität, die ja auch in späteren Jahren wirksam sein wird. Das Verdienst an dieser Leistungssteigerung gebührt un­streitig dem Luftfahrtminister der Volksfront. Zwar hat man auf der französischen Rechten Herrn C o t wegen seiner bolschewistischen Neigungen und we­gen seiner Lieferungen für Rot-Spanien heftig an­gegriffen, aber seine Leistungen als Reorganisator der französischen Luftwaffe werden ihm auch von feinen Gegnern aus dem nationalen Lager nicht abgesprochen.

Die französische Luftfahrtpolitik hat vor einigen Jahren eine völlige Umstellung erfahren. Ging die frühere Idee des Generals D e n a i n dahin, das sogenannte Mehr-Zwecke-Flugzeug zu schaffen, ein Flugzeug also, das sowohl als Bomber, als auch als Jagd- und Aufklärungsflugzeug verwendbar war, fo baut man jetzt für jeden Zweck besondere Typen, wobei freilich das Aufklärungsflugzeug fast ganz unter den Tisch gefallen ist. Diesem Programm­wechsel für den Flugzeugbau liegt die Idee eines totalen Luftkrieges zugrunde, bei dem die Entscheidung durch Bombenangriffe größten Maß­stabes erzwungen werden soll. Nicht durch das Luft­duell einzelner Flieger, sondern durch den massen­weisen Einsatz schwerer und leichter Kampfmaschi­nen will man die Widerstandskraft des Gegners lähmen, und zwar sowohl in der Luft, als auch auf der Erde. Damit würden natürlich die Aufklärungs­flugzeuge, die vor allem der Unterstützung des Hee­res dienen, überflüssig. Ebenso hält man heute in Frankreich von der Flakartillerie nicht sehr viel, sondern will den Luftgegner in der Luft selbst, d. h. durch Jagdflugzeuge, überwinden.

Di^se arundsätzliche Einstellung zu einem kom­menden Luftkrieg bestimmt natürlich auch die Er­zeugungsweise der Flugzeugfabriken, die sich haupt­sächlich mit der Herstellung von Bombern und Jagdflugzeugen beschäftigen, wobei von jeder Gat­tung je zwei Typen gebaut werden, eine, die große Lasten zu schleppen vermag, und eine andere, die sich durch Beweglichkeit und Schnelligkeit auszeich­net. Um eine schnelle Serienherstellung solcher Flug­zeuge zu gewährleisten, wurde im vorigen Jahre die Verstaatlichung der Rüstungsindustrie Üurchgeführt. Hierdurch schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. Einmal wurden die Sozialisierungswünsche der französischen Marxisten befriedigt, zum andern hatte die Industrie selber einen Vorteil durch die Ver­mehrung der Produktion. Die Verstaatlichung war keinesfalls eine totale, sondern es blieb ein Drittel des Aktienkapitals im Privatbesitz der früheren Un­ternehmer. Auch wurden die führenden Manner der alten Flugzeugindustrie (Bloch, Potez usw.) mit der Leitung der neuen halbstaatlichen Gesellschaften be­auftragt. Im ganzen wurden sechs verschiedene Ge­sellschaften gebildet, die die wichtigsten Privatflug­zeugwerke, jedoch nicht alle, übernahmen. Die FN- brifationsanlagen dieser Firmen sind über das ganze Land verteilt und konzentrieren sich nicht mehr in der Umgebung von Paris, wo heute nur noch die Prototypen, d. h. die Modell" der künftigen Serienproduktion, hergestellt werden. Die e aus Sicherheitsgründen vorgenommene Jnduftriever- lagerung hat die Erzeugungskraft der Werke eher verstärkt als gemindert, weil die neuen Fabriken mit den modernsten Einrichtungen versehen werden konnten. Die wichtigsten Zentren der französischen Flugzeugindustrie befinden sich jetzt im öuben bei Toulouse im Südwesten bei Bordeaux und Roche­fort, im Südosten bei Marseille und Cannes in Mittelfrankreich bei Bourges und Clermont-Fer- rande im Westen bei Nantes und im Norden bei Meaulte und Coudedec en Caux. Die Motorenwerke (Hispano-Suiza und GnoMe-Rohne) wurden gleich­falls in die Provinz verlagert, um sie feindlichen Bombardements zu entziehen. tv-

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