159; 7. Oberleutnant Grisar, Art.-Rgt. 9 auf „Mak. kensen".
Jagdspringen der Klaffe M:
1. SA.-Grüppe Hessen auf „Erlkönig", 135% Wertungspunkte (Ehrenpreis des Gauleiters Reichs st atthalter Sprenger); 2. Oberleutnant Grisar, Art.-Rat. 9 auf „Mackensen", 145 Wertungspunkte; 3. SA.-Gruppe Hessen auf „Bundesbruder", 157 Wertungspunkte.
Glücksspringen Klaffe A:
1. Scharführer Walther, 2/247 Petterweil auf „Siegfried"; 2. Feldwebel Schäfer, JR. 57 Marburg auf „Derfflinger"; 3. Unteroffizier Dittmer, 7. Batt. Art.-Rgt. 9 auf „Odaliske"; 4. Unteroffizier Bohne, JR. 116 auf „Jdde".
Gespannprüfungen im Kutschwagen.
Einspänner:
dort um ihn und erhellt ein wenig sein Leben, bas' ausgefüllt wird von harter Arbeit und verantwor» tungsbewußter Pflicht. Sah.
Dornoiizen.
Tageskalender für Montag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Die ganz großen Torheiten." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Her- rin der Wildnis".
7ISOAP., Amt für Beamte.
Am Mittwoch, 26. Mai, 20 Uhr, findet im Cafe Leib in Gießen ein Gemeinschaftsabend für die Kreisabschnitte Gießen, Hungen, Grünberg, Allen- dorf a. d. Lda. und Lollar statt.
*
** Silberne Hochzeit begehen am morgigen Dienstag, 25. Mai, die Eheleute Heinrich Schneider, Buchdrucker, und Frau Ria, geb. Lehr, Jahnstraße 53.
Rundfunkprogramm.
Dienstag, 25. Mai.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Marschmusik am Morgen. 10: Schulfunk. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Senüebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn und Laune würzen das Leben! 15: ... Und was sagt der Mann dazu? 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Sonnige Welt, ein Unterhaltungskonzert. 17.30: „Das Grammophon." 18: Sozialdienst. 18.30: Konzert. 19.40: Der Zeit funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Und es blitzen die Sterne... Be- rüyrnte italienische Opernarien. 21: Don der „Fledermaus" bis zur „Katz im Sack". 22: Nachrichten
1. Brückmann, Hof Neuhof auf „Lina", Wertungspunkte 1,2; 2. Sturmmann Dreut, 1/247 auf „Nation", 1,3; 3. Fritz Schlüter, Gießen auf „Hubertus", 1,5; 4. Rottenführer E. Krauskopf, 6/147 auf .Prinz", 1,7.
Zweispänner:
1. Scharführer Reinh. Eifer, 1/247 mit „Goldine" und ,^)ans", 1,2 Wertungspunkte (Ehrenpreis des Reichsnährstandes): 2. SA.-Reiter Heinrich Eiser, 1/247 mit „Wulga" und „Gernoldi", 1,4; 3. Gefr. Meiners, 8. Komp. JR. 116 mit „Iris" und „Isolde", 16,5; 4. Wachtmeister Dresp, 7. Batt. Art.-Rgt. 9 mit „Negus" und „Prückel", 2,0.
Vierspänner:
1. 7. Batt. Art.-Rgt. 9, Unterofftzier Schöttke mit „Morgenwind", „Nebelhexe", „Justus" und „Per- soius" und Scharführer Reinh. Eifer, 1/247 mit „Goldine", „Hans , „Wulga", „Gernoldi".
Aus -er Stadt Gießen.
Oie Tankstelle.
Draußen liegt sie, wo die Enge der Stadt der ruhigen Gleichmäßigkeit der tief ins Land greifenden Ausfallstraße weicht. Tagsüber lockt sie mit der bunten Farbigkeit ihrer verschiedenen Säulen, in den Abendstunden erhellt ihr magisches Leuchten die Fahrbahn auf wette Sicht. Es ist etwas eigenartiges in diesem Leuchten, das an die roten und grünen Signallichter einer Eisenbahnstrecke erinnert und eine Romantik schafft, die zu der realen Zweckbestimmung in einem seltsamen Kontrast steht.
Denn die Aufgabe der Tankstelle ist durchaus nüchtern. Sie hat wenig mit Romantik zu tun, um so mehr aber mit der sachlichen Arbeit, die ihr für jene Fahrzeuge zugewiesen ist, die in rasendem Tempo das Land durchqueren und an der Tankstelle nur Halt machen, um den Tankwart in Anspruch zu nehmen. Der Tankwart ist die Seele der Tankstelle. Er ist ein geschäftiger Mann im blauen Monteuranzug, der schon aus der schmalen Tür »seiner engen Kabine tritt, noch ehe das Fahrzeug richtig abgestoppt hat, und mit kundigen Griffen die eisernen Klammern der Motorhaube löst, um seinen Dienst am Kunden ohne wesentlichen Zeitverlust zu erfüllen.
Der Sinn jenes englischen Sprichwortes, daß Zeit Geld bedeutet, hat gerade für die Autofahrer erhöhte Bedeutung. Und deshalb muß der Tankwart ein fixer Kerl sein, wenn er seiner Tätigkeit gerecht werden will. Autofahrer haben nicht immer nur den Wunsch nach Betriebsstoff oder Del. Sie brauchen auch Wasser für den Kühler, Luft für die Reifen, sie wollen Zündkerzen und Ersatzteile, und das alles einschließlich der schriftlichen Abrechnung in kürzester Frist. Schnelligkeit und Zuverlässigkeit ist deshalb oberstes Gebot für den Tankwart, der als moderner Straßenwächter ständig im Bereitschaftsdienst steht und des Augenblickes harrt, wo er gebraucht wird.
Und doch entbehrt feine Tätigkeit nicht einer gewissen Romantik, auch abgesehen von dem magischen Leuchten der farbigen Zapfsäulen. Seine Tankstelle ist die Cinkehrstation großer und kleiner Fahrzeuge, Personenwagen halten bei ihm und Fernlastzüge. Alle aber bringen den Lärm der Welt und den Schimmer der blauen Ferne mit, die beide gleichermaßen reizvoll sind und den Alltag wie mit einem rosigen Schein verklären. Und gleichgültig, ob der Tankwart draußen an der Ausfallstraße seine Pflicht erfüllt, oder ob er eine der vielen Tankstellen inmitten der Stadt bedient: jene Romantik, die auch im hastenden Getriebe der Gegenwart ihre Anpassungsfähigkeit beweist, ist hier wie
S.JL-'fport
Zum Abschluß 3:2-Sieg.
Manchester City vor 30 000 Zuschauern in Stuttgart 3:2 (3:0) besiegt.
Im fünften und letzten Spiel der Deutschlandreise traf der englische Fußballmeister Manchester City am Samstag vor 30 000 Zuschauern in der Stuttgarter „Adolf-Hitler-Kampfbahn" aus eine deutsche Nachwuchsmannschaft, die geschickt mit einigen erfahrenen Nationalspielern durchsetzt war. Die deutsche Mannschaft hatte einen ausgezeichneten Start, führte bei Halbzeit 3:0 und gewann 3:2, allerdings hatte sie in der zweiten Halbzeit viel Glück, da die Engländer auf Grund ihrer in diesem Spielabschnitt gezeigten Leistungen mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten.
Von den fünf Spielen deutscher Nachwuchsmannschaften gegen Manchester wurden zwei von Deutschland mit 3:2 gewonnen (Berlin, Stuttgart), in Schweinfurt siegten die Engländer mit 3:2 und die Spiele in Duisburg (0:0) und Wuppertal (1:1) entbeten unentschieden.
Heuer Segelflug-Weltrekord.
DNB. Die außerordentlich günstigen Wetterver- hältnisse beim Schlesischen Segelflugwettbewerb in Grunau (Riesengebirge) ermöglichten den Teilnehmern am Samstag schon von 4 Uhr morgens ab zahlreiche Starts. Da vor allem für Höhenflüge die Aufwinde mit 16- bis 18-Stundenmetern geeignet waren, wurde bald Jagd auf den feit 1930 bestehenden Höhenweltrekord, von Hein Dittmer in Südamerika aufgestellt, gemacht.
Nach der Landung wiesen einige Barogramme Höhen von nahezu 6000 Meter auf, eine Höhe, die Weltrekord bedeutet. Der Breslauer Segelflieger Steinig hatte ausweislich feines Höhenmessers die 6000 Meter erreicht.
Doch standen ihm Räbke (Hindenburg), Wolf (Stettin), Umbreit (Berlin) und Fösch (Cottbus) nicht viel nach, die alle weit über die 4000= Meter-Grenze kamen.
Erst nach genauer Ueberprüfung der Barogramme werden die geflogenen Höhen genau angegeben werden können.
Rund um die Anlagen.
Ueber 300 Läufer am Start. — Herrliche Kämpfe.
Der Gießener Großstaffellauf „Rund um die Anlagen" 1937 gehört nun der Vergangenheit an. Wunderbares Sonnenwetter und dichtgedrängte Zuschauerreihen gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Eine Anzahl führender Persönlichkeiten nahm an den Geschehnissen lebhaften Anteil. So waren u. a. anwesend Generalleutnant O ß - wald, Oberst Herr le in, SA.-Briaadeführer Schmidt, Kreisführer im DRL. Dr. «chäfer.
Der Staffellauf war durch die Ortsgruppenleitung Gießen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen in Zusammenarbeit mit dem Kreisfach^mt Leichtathletik auf das sorgfältigste vorbereitet. Durch die mustergültige Absperrung unserer Gießener Polizei, die dabei von der <E&L und dem Arbeitsdienst unterstützt wurde, war eine glatte und pünktliche Abwicklung gesichert. Das Erfreulichste war jedoch wohl die außergewöhnlich starke Beteiligung. Es starteten 29 Mannschaften mit insgesamt 315 Läu- fern. Der starke Aufschwung ist insbesondere dem Aufgebot von Wehrmacht, SA. und dem Arbeitsdienst zuzuschreiben. Die Veranstaltung fand ihren feierlichen Ausklang mit einem Aufmarsch der Teilnehmer und anschließender Siegerehrung — es kamen schöne Wanderpreise zur Verteilung — durch den Leiter der Ortsgruppe im DRL., Dr. König. Dieser knüpfte in seinen Ausführungen an die stolzen deutschen Siege bei den olymipischen Spielen an und wies darauf hin, daß wir weiterhin die Vertiefung des Sportgedankens als vaterländische Pflicht anzusehen hätten. Das sei auch letztlich der Sinn des Staffellaufes gewesen. Mit einem Sieg- Heil auf den Führer wurde die Veranstaltung geschlossen.
Oie Kämpfe,
haupkklafse:
Rasensport treibende Vereine, drei Kilometer (200, 200, 400, 1000, 400, 200, 200, 200, 100; 100): 1. Spieloereinigung 1900 ^-Mannschaft 6:53,6 Min.;
2. VfB.-Reichsbahn 6:56,7 Min.; 3. Spielvereinigung 1900 B-Mannschaft 7:01 Min.; 4. To. Heuchelheim 7:05,2 Min.; 5. Männerturnverein 7:06,2 Min.; 6. Universität Gießen 7:16,9 Min.; 7. Turnverein 1846 7:23,2 Min.
Es ist in dieser Klasse wohl kaum so erbittert um den Sieg gekämpft worden, wie gerade diesmal. Das Feld kam gut vom Start ab. Der MTV., der anfänglich die Führung innehatte, mußte sie bald an den VfB.-Reichsbahn abgeben. Bei der Stabübergabe an den 1000-Meter-Mann in Höhe der Brauerei Denninghoff lagen die Reichsbahnleute etwa 20 Meter vor den Männerturnern, denen in einem weiteren Abstand von zehn Metern die Studenten und dicht dahinter die 1900er folgten. Nach den 1000 Meter hatte sich das Bild schon wesentlich verändert. 1900 war an die zweite Stelle gerückt; den vorhandenen Vorsprung von etwa 20 Meter versuchte der VfB.-Reichsbahn nun mit aller Anstrengung zu halten, und es setzte ein erbittertes Ringen ein. Die Spielvereinigungsleute machten zwar Boden gut, aber erst ihr Schlußläufer konnte vorbeigehen und so den seitherigen Hauptklassensiegen einen weiteren anfügen. Verhältnismäßig gut schlug sich auch 1900s zweite Mannschaft, die an dritter Stelle vor Tv. Heuchelheim und MTV. — dieser hatte allerdings das Pech, durch Sturz eines Läufers zurückzufallen — einkam. Universität und Tv. 1846 liefen ziemlich abgeschlagen ein.
Klasse B:
Nicht Rasensport treibende Vereine, drei Kilometer (Einteilung wie Hauptklasse): 1. Skiklub 7:22 Min.; 2. Ruderklub „Hassia" 8:02 Min.; 3. 1. Kraft- und Sportklub 8:10 Min.; 4. Paddlergilde 8:11,8 Min.
Der Ski-Klub setzte sich vom Start aus an die Spitze und vergrößerte seinen Vorsprung von Läufer zu Läufer. Die drei übrigen Mannschaften hingegen lagen immer dicht beieinander.
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Vornan von Walther Kloepffer
Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.
2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Sie rauchten und spielten Karten, sie langweilten sich und fluchten zuweilen über den Nebel und die Nässe und die barbarische Kälte in den Nächten. Von den Russen sah man wenig oder nichts. Mal eine Kosakenmütze, eine Papacha, mal das Huschen eines Pferdekopfes oder winzig kleine, dunkle Gestalten. Das war alles. Die beiderseitige Artillerie, dünn gesät und auseinandergezogen in diesem Sumpfgelande, strengte sich nicht an. Es war eben eine ruhige Front, ein „Druckpunkt", wie die abgelöste Mannschaft sie bei der Stellungsübergabe bezeichnete, so lange man schön in den Löchern blieb und den Rußki nicht reizte. Gefährlich war eigentlich nur die Zeit von vier bis sieben, die Zeit der Morgendämmerung und des von der Pina aufkommenden Nebels.
Fogg stand noch immer und starrte. Fenzl hatte es sich auf einer Munitionskiste bequem gemacht und suchte Läuse. Es ging auf fünf Uhr. Man sah vielleicht fünfzig Schritte weit, dann war alles milchweiße Watte, in der da und dort Weidenstrünke und Krüppelbirken knarrten und schwankten, die die erregte Einbildungskraft immer wieder für menschliche Gestalten hielt. Es war ein bißchen unheimlich, zu denken, daß hinter dieser Nebelmauer Feinde im Anzug waren, die erst im letzten Augenblick auf- tauchen würden.
Der auf der Kleintierjagd befindliche Fenzl bekam plötzlich einen Stoß.
„Guck mal! Da rührt sich was! Rufe die anderen an die Gewehre", flüsterte Fogg. „Aber macht keinen Lärm!"
Der Gefreite Fenzl verschwand um die Grabenecke.
Durch den Nebel schritt ein Mensch, die Arme erhoben und wie tastend vorgestreckt, ein einzelner Soldat ohne Gewehr, ein Russe.
„ijeranfommen lassen — nicht schießen!" zischelte Fogg seinen Gefährten zy und überlegte, was das zu bedeuten habe. War es eine List? Kamen mehr nach? Verdammter Nebel)
Der Russe glitt näher. Er schien lautlos durch den milchigen Dunst zu schweben — spukhaft und unwirklich nahm sich das aus —, er schaute suchend vor sich hin und entdeckte endlich Foggs Helm, der über den Grabenrand ragte.
„Halt!"
„Nicht schießen, Kamerad! Allein! Ohne Waffen!" rief der Russe und streckte die Hände bettelnd in die Höhe.
„Dieser Rußki kann ja Deutsch —!" stotterte Fenzl verblüfft.
„Da in den Graben ’rein! Los!" befahl Fogg und teilte seine Blicke mißtrauisch zwischen dem Ankömmling und dem Nebel. „Wenn du Geschichten machst oder gelogen hast, geht es dir schlecht, Rußki! Was ist mit dir los? Ueberläufer? Oder auf Patrouille verlaufen?"
„Ich will zu den Deutschen", erwiderte der Russe mit gesenkten Augen. Er war jung, klein und bart- los. Er hatte ein hübsches Knabengesicht und eine Stupsnase. Fenzl griff ihn nach etwaigen Waffen ab, und die anderen staunten seine kleidsame Kosakenuniform an, die über der Brust gekreuzten Patronengurte, die hohe Pelzmütze, die verschnürte Rubaschka.
„So. Hm. Also Ueberläufer. Die Sorte I>ab’ ich gern", brummte Fogg. „Bißchen kriegsmüde, du Muttersöhnchen? Sie schießen dir wohl zuviel in der Gegend? Na, komm! Da fetz dich her! Und wenn es ein bissel naß ist, denk daran, daß wir es auch nicht besser haben. So, und nun leg los! Welches Regiment?"
Der kleine Russe schluckte bei Foggs halb spöttischen, halb gutmütigen Worten und sagte militärisch knapp:
„Zwölfte Kubankosaken."
„Division?"
„Blegatschew."
„Wieso sprichst du Deutsch?"
„War Hauslehrer. Euer Gnaden."
„Und weshalb gefällt es dir drüben nicht mehr?" Der Kosak besann sich ein paar Herzschläge lang, dann erwiderte er: „Wir greifen in einer Stunde an, Euer Gnaden!"
„Was? Wie? Ist das wahr? Kerl, wenn du mich verkohlst?"
„Kommandeur Semjonoff hat für sechs Uhr fünfzehn den Angriff befohlen", sagte der Kosak leise,
aber eindringlich. Er war ein wenig weiß um die Nasenspitze herum und atmete rasch.
„Du, wenn das Schwindel ist, haue ich dir alle Knochen kaputt, Rußki!" raunte Fogg drohend, und seine blauen Augen funkelten.
„Es ist die volle Wahrheit, Euer Gnaden!"
„Sag nicht immer ,Euer Gnaden*; das ist ja blöd. Ich bin nur Unteroffizier. Hast du sonst noch eine Aussage?"
Der Gefangene schüttelte den Kopf.
Fogg zog seine Nickeluhr zu Rate. Dann schickte er den Schützen Kern mit einer eilig hingekritzelten Meldung zurück zum Eskadronschef. Er selbst lief, was die Beine ^ergeben wollten, zu den beiden, etwas zurückgebogenen Anschlußgruppen und unterrichtete sie von der Neuigkeit. Sodann ließ er die Munition verteilen und die Stielhandgranaten scharf machen. So, nun mochten die Russen kommen.
Wie es hinausgeht, weiß man nicht. Aber das weiß man, daß man den Brüdern einen warmen Empfang bereiten wird. Es sind zuwenig Leute bei den Deutschen, ein Schützenschleier nur, und leider fehlt die Hauptsache, ein Maschinengewehr. Um sechs Uhr fünf hat Fogg den inständigen Wunsch: Wenn sie nur schon kämen! Nichts Abscheulicheres als dieses nervenfressende Hinwarten auf ein Ereignis, das nicht abzuwenden ist. Der Uhrzeiger kriecht boshaft und tödlich langsam... Endlich!
Irgendwo hinter dem Nebel klirrt ein Gewehrschloß, oder ift’s ein Spaten? Tritte tappen, ein unterdrückter Fluch knirscht... Kern, der den Rittmeister unterwegs getroffen hat, plumpst verhalten in den Graben und bringt einen Befehl. „An den Unteroffizier Fogg: Graden ist unter allen Umständen zu halten, Verstärkung kann nicht geschickt werden. Artillerie ist verständigt. Macht's gut!"
Nun schälen sich dunkle Gestalten langsam aus dem Nebel, eine Schützenschlange, die viele Arme und Beine hat und vielleicht noch hundert Meter entfernt ist. Der Grabenführer Fogg braucht keinem seiner Leute zu sagen, was er zu tun hat. Es ist ja nicht das erstemal, daß sie in so einer Schweinerei stecken, und sie sind aufeinander eingespielt wie die Rädchen einer Maschine. Fogg überfliegt mißmutig das bißchen Drahtverhau vor der Stellung. Die paar Stempen und Stacheldrähte und spanischen Reiter sind lachhaft und kaum der Rede wert. Man hat eben keine Zeit gehabt, die Stellung gründlich
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die Reihenfolge der Tabelle
dasteht. Dem Ämeiser, der die scharfen Handgram
fen Handgrano« sich aufgestapelt i kann, steht ein
ten sauber und ausgerichtet neben
hat, damit er sie dem Fenzl zureichen
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abgeben, doch bleibt unverändert.
auszubauen.Er überfliegt mißtrauisch den Gesänge- nen. Aber der kauert am Boden, tut keinen Muckser und betrachtet stumpfsinnig die hintere Grabenwand, als ob es da Gott weiß was zu sehen gäbe. Zum Schluß überfliegt Fogg seine Leute. Der Fenzl hat sich mit den Stiefeln in den Dreck gekrallt, und fein Gesicht ist lauter Anspannung und Verbissenheit. Er erinnert Fogg an ein lauerndes Tier, das mit zusammengezogenen Muskeln und nach vorn geneigt
\a * Hhirf unb ÜJhnt1 L Sodjen in M V unglücklichen Hu worben — H Zuschauer in st Italien er Hnen. Die Els köre (Ambro p, Donati (A' V (Ambrosiana' titna), Bonomi W an.
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und muß, denkt Fogg und läßt den angehaltenea Atem entweichen. Dann brüllt er mit einer wahren Jochgeierstimme: „Standvisier! Schützenfeuer!" Denn die Nachbargräben sollen es auch hören. Und pf oatim setzte er hinzu: „Männer — schießt, wo» 'rausgeht!"
Die feindliche Schlange gerät einen Augenblick ira Stocken, als unerwartet diese fürchterliche Stimme ertönt und die ersten Schüsse' lospeitschen, dann brüll sie „Urra!" und beginnt zu stürmen. Fogg schicht seine Leuchtkugel ab, die sich in lauter kleine purpurrote Sternchen zerteilt, das Zeichen für die Artiller's, und nun geht der eigentliche Spektakel erst richtig los. Handgranaten platzen, Geschütze wummern, Men' schon schreien. Die vordersten Kosaken fallen, und Öi{ Hinteren drängen zurück, von dem Feuer der Nach« bargräben wie in eine Zange genommen. Sie lasst" dabei ein Maschinengewehr im Stich, noch ehe es " Tätigkeit getreten ist. Der verratene Angriff ist eine regelrechte Panik umgeschlagen, und die kops'' losen Russen wälzen sich als heulender, wogende/ Hause nach hinten oder in Einzelflucht und nsj tollen Sprüngen. Sie verschwinden im Nebel uns hinter der nächsten Bodenwelle.
„Angriff abgeschlagen!" ruft Ameiser siegestrum fen und mit schiefem Mund und wischt sich mit den Rockärmel den Schweiß von der Stirn. „Deven es vergangen!" (Fortsetzung folgt)
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30 Mannschaften waren am Start. In der Haupt« klasse ging es um den Silbernen Schild der Stadt Marburg; hier siegte der TSV. Marburg vor dem Titelverteidiger Kurhessen Marburg. Auch bei den Jugend- und Frauen-Wettbewerben waren die Staffeln des TSV. erfolgreich. Jrn Lauf der Glie« derungen der Partei setzte sich die SA.-Brigade 48 vor dem NSFK. durch. Bei den Studenten belegte die Kameradschaft F. L. Jahn den ersten Platz.
Hessen-Preußen siegten in Kassel.
In Kassel wurde am Sonntag der traditionelle Staffellauf „K a s s e l - W i l h e l m s h ö h e" abge« wickelt. In der Hauptklasse über 4200 Meter siegte bei den Männern Hessen-Preußen Kassel mit 8:523 vor Kasseler Turngemeinde und der Aelteren Turngemeinde Kassel. Bei den Frauen (2400 Meter) blieben ebenfalls die Vertreterinnen von Hessen- Preußen in 5:28,6 erfolgreich.
Aufstiegspiele im Gau Hessen.
In Gruppe Nord des Gaues Hessen hatten der Tabellenführer FV. Breidenbach in dem FSV. Bebra einen sehr schwachen Gegner und sicherte sich durch einen hohen 8:0-Erfolg weiter die Spitze. Der bisher mit Breidenbach punktgleich stehende Verein Sport Kassel mußte einen Punkt an den VfL. Lauterbach
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wenig Schweiß auf der Stirn. Er ist ein schüchterner Mensch und nicht gerade ein Held, aber man kann ihm nichts nachsagen; denn er nimmt sich eisern zusammen, um den schwachen Körper nicht über den Willen Herr werden zu lassen. Kern unb Gsodmair spähen ins Vorgelände und umpressen die Kolbenhälse ihrer Karabiner. Beide sind entschlossene und furchtlose Männer. Jeglicher steht, wie er soll
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von Lramm/Henkel französische Tennismeister.
Ausgezeichneter Besuch und prächtiges Wetter waren dem Sonntag der französischen Tennismeisterschaften beschert. Großer Beifall empfingen oon Gramm - Henkel und Farquharson - Kirby, als sie zum Endspiel im Männerdoppel antraten, um den ersten Titelträger für 1937 zu ermitteln. Unser Davispokal-Doppel hafte den schwersten Kampf gegen Hughes-Tuckey bereit in der Vorschlußrunde hinter sich gebracht und siegte gegen den Südafrika-, ner verhältnismäßig leicht 6:4, 7:5, 3:6, 6:1.
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Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ')e zum zwölftenmal der Stadt staffel« f „Quer durch Marburg" durchgeführt.
Sonderklasse für Formationen:
Drei Kilometer (Einteilung wie bei Hauptklasse): 1. Arbeitdienst-Abteilung 5/222 Gießen, X-Mann- schäft, 7:03,3 Min.; 2. II. Bataillon J.-R. 116 7:12,6 Min.; 3. I. Bataillon J.-R. 116 7:14,4 Min.; 4. SA.-Sturmbann 1/116 7:21 Min. 5. SA.-Stan» barte 116 7:22 Min.; 6. Arbeitsdienst-Abteilung 5/222, B-Mannschaft, 7:24,6 Min.; 7. SA.-Sturmbann 11/116 -^-Mannschaft 7:41,7 Min.
Der Lauf dieser Klasse wurde allseitig mit großem Interesse verfolgt. Im ersten Teil der Strecke sah es nach einem Sieg der Soldaten aus. Auf den 1000 Meter ging jedoch der Arbeitsdienst vorbei und lief schließlich einen sicheren Sieg heraus. Die SA.-Mannschasten waren auf den 400-Meterstrecken und über 1000 Meter nicht stark genug besetzt.
Jugendklasse:
Drei Kilometer (100, 100, 100, 100, 200, 200, 1000, 400, 200, 100, 100, 100, 100, 100, 100): 1. VfB-Reichsbahn 6:57,7 Min.; 2. Spielvereinigung 1900 7:04,4 Min.; 3. To. Heuchelheim 7:16,4 Min.; 4. Tv. 1846 7:24,8 Min.; 5. MTV. 7:30,9 Min.
Nachdem anfänglich der Turnverein 1846 ganz gut im Bilde war, setzte doch bald der erwartete Zweikampf VfB. — 1900 ein. Den Kampf entschied auch hier der 1000-Meter-Mann, von dessen erlaufenem Vorsprung die DsB.-Mannschaft bis ins Ziel zehren konnte.
Frauenklaffe:
Ein Kilometer (10 mal 100 Meter): 1. Männer- turnverein Gießen 2:28 Min.; 2. VfB.-Reichsbahn 2:32,5 Min.; 3. Spielvereinigung 1900 2:34,2 Min.; 4. Universität 2:42 Min.
Der MTV. hatte eine gut ausgeglichene Mannschaft zur Stelle, die vom Start aus in Führung ging und deren Sieg auch nie in Frage stand. Der Dorjahressieger, Spielvereinigung 1900, hatte einige schwache Läuferinnen und fiel etwa in der Mitte der Strecke hinter VfB.-Reichsbahn zurück. Die Studentinnen folgten in ziemlichem Abstand.
,Ouer durch Marburg/-
Spiele
Tore
Punkte
FD. Breidenbach
5
15:2
8:2
Sport Kassel
5
13:6
7:3
VfL. Lauterbach
5
4.9
5:5
FSD. Bebra
5
1:16
0:10


