Ausgabe 
21.6.1937
 
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Kohlen von Fischer

Gießen, Alicenstraße 4244, Telefon 3172 und 3176

42.75 bis 43 (42,45), während RWE. 0,65 v. H. ver­loren auf 133,25. Etwas niedriger lagen ferner Conti Gummi mit 194,25 (196), Westdeutsche Kauf­hof mit 59,25 (60) und Reichsbank mit 215,75 (216).

Der Rentenmarkt war weiter still. Altbesitz­anleihe leicht gefragt und auf 126,45 (126,25) er­höht, Kommunal-Umschuldung unv. 94,05. Deko- sama Neubesitz waren weiter in kleinen Beträgen angeboten 61 (62,50) Hamburger Neubesitz 30,50 (31).

Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit klein, auch bit Kursveränderungen waren unbedeutend. Daim­ler Motoren etwas erholt auf 138,90 nach 138,25, IG.-Farben weitere 0,13 v. H. höher mit 167,40. Kaliwerte kamen bis zu 4 v. 5). höher zur Notiz,

Salzdetfurth 165 (161), Aschersleben 122 (118,13), Westeregeln 123 bis 124 (120), im übrigen zeigten die erst später notierten Werte nur geringe Ab­weichungen.

Am Rentenmarkt lagen Gold- und Liqui­dationspfandbriefe unverändert, ebenso Kommunal- Dbligationen und Stadtanleihen. Von Industrie- Obligationen erhöhten sich 5 v. H. Eisenbahn Bank auf 92,50 (92), baaegen bröckelten 4,5proz. Krupp auf 99 (99,25). ab. *

Im Freiverkehr lagen Neue Wayß & Frey- taq fest und lebhafter mit 153,50 bis 156 (153 bis 155), Adlerwerke unv. 115,25, Pokorny blieben mit unv. 146 gesucht. Tagesgeld unv. 2,'50 v. H.

Lröffllllngs-Vahirradreimell Gießen 1037.

Ausgezeichneter Sport.-Siegreiche Fahrer der Nationalmannschaft. Lor 3000 Zuschauern aus dem Waldsportplatz.

Der Gießener Nadfahrerverein von 1885 hatte es wieder einmal übernommen, ein Bahnradrennen zu veranstalten. Der Verein setzt damit eine schone Gepflogenheit fort. Die Bahnradrennen sind schon zu einem festen Bestandteil des Gießener Sportpro-, gramms überhaupt geworden. Welcher Beliebtheit jie sich erfreuen, ging äußerlich schön daraus her­vor, daß etwa 3000 Zuschauer die Aschenbahn des Waldsportplatzes umlagerten. Das Wetter war dem Radrennen außerordentlich günstig: nicht zu kalt, nicht zu warm! Reibungslos wurde in der Zeit von drei Stunden das Programm abgewickelt. Aus­gezeichnet funktionierte die Verständigung des Pu­blikums durch die Lautsprecheranlage. Die Sani­tätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz stand für Hilfeleistungen zur Verfügung. Glücklicherweise brauchte sie nicht einzugreifen. Es ereignete sich kei­nerlei Unfall. Die sportliche Leitung lag wieder in den bewährten Händen von August Deibel. Ihm stand der bewährte Stab von Zielreichtern, Star­tern, Zeitnehmern und Fahrtbeobachtern zur Seite. Unter den zahlreichen Zuschauern sah man auch Bürgermeister Prof. Dr. Hamm, der damit er­neut fein Interesse für das sportliche Leben in un­serer Stadt bewies.

Auf die Minute pünktlich wurden die Rennen gestartet. Während einer Pause hatte man Gelegen­heit durch Lautsprecherübertragung einen dramati­schen Ausschnitt aus dem Endkampf um die Fuß­ballmeisterschaft zu hören, gerade den entscheidenden Teil des Spieles.

Der Verein hatte, das bewies der Verlauf der Rennen, ausgezeichnete Fahrer verpflichetet. Die Liste der Startenden wies folgende Namen auf: Geyer, Fries, Bär, Linnemann (sämtlich Frankfurt am Main); Gelpke, Neuwied; Horn, Prinz, Frei, Weiler, Kopp, Breuer und Schorn (sämtlich Köln); Buchhaister, Ferschke, Heidenreich, Lein (sämtlich Kassel); Rothbür und Heger von Mannheim und die Gießener Neumann (1885) und Preis (Germania"). Schorn und Bär trugen das Trikot der Nationalmannschaft.

Die Nennen.

Flieger - Hauptfahren: Es gab vier hochinteressante Vorläufe. Die beiden Gießener konn­ten sich für den ersten bzw. für den zweiten Zwi­schenlauf qualifizieren, wenn sich auch Neumann dem besseren Frei und Preis dem hervorragenden Geyer beugen mußte. Den dritten Vorlauf gewann Bär nach hartem Kampf mit Breuer, und den vier­ten Vorl-auf brachte erwartungsgemäß Schorn an sich. Im ersten Zwischenlauf lieferten sich Bär und Breuer einen unerhört harten Kampf, in den ein­zugreifen der Gießener Preis keine Chance hatte. Güt schnitt Neumann (Gießen) im zweiten Zwi­schenlauf ab, indem er den zweiten Sieger stellte. Gegen Schorn konnte aber auch er nicht aufkom­men. Im Entscheidungskampf schälten sich dann die Besten heraus: Schorn, Bär, Breuer, Neumann, so war die Reihenfolge, in der die Fahrer das Ziel

F WU

Die Sieger aus dem 50 - Kilometer - Mann­schaftsrennen. Von links nach rechts: Linnemann (Frankfurt), Neumann (Gießen), Schorn (Köln) und Bär (Frankfurt), die mit Rundengewinn das Rennen für sich entschei­den konnten. (Aufnahme: Neuner, Gieß. Anz.)

MLnzverbrechen

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Mundraub

Münzverbrechen, s. Falschgeld.

Muss, gefütterter Handwarmer aus Pelz, Samt ober Seide, auch mit eingearbeiteter Handtasche. Die FüÜung, die zweckmäßig aus Daunen besteht, muß durch Aus­schütteln locker gehalten werden. Muffs verwahrt man im Som­mer am besten in einer motten­dichten Blechbüchse.

Mull, feines weiches Musselin­gewebe, bas nicht gestärkt wirb Mull reinigt man mit lauwar­mem Wasser.

Multiplizieren, lat., bie Berech­nungsart. bei ber eine Zahl mit der anderenmal genommen wirb. Das Ergebnis heißt Pro­dukt. deutsch Endsumme

Mumps ist eine ansteckende Erkrankung, wird auch Ziegen­peter genannt. Mit leichtem Fieber kommt es zu einer Schwellung ber Ohrspeichelbrüse, Schmerzen beim Oessnen des Munbes. Wichtig ist zu wissen, daß zwischen ber Ohrspeichelbrüse unb der männlichen Keimdrüse Beziehungen bestehen, daher kommt als Nachkrankheit der Mumps eine sehr schmerzhafte Hodenentzündung vor. Behand­lung des Mumps: Laue Um­schläge, die stündlich wechseln, oder (Einreibung der geschwollenen Stelle mit warmem Oel unb einem Watteverbanb Viel gur­geln mit Kamillentee ober Sal­beitee Bettruhe. Arzt!

Munbatmung kommt vor bei Verschluß des Nasenatemweges infolge von Polypen, Rachen­mandel- oder Schleimhautschwel­lung ber Nase auch bei großer

körperlicher Anstrengung. Kin- ber, die ständig mit offenem Mund atmen, sind einem Arzte vorzustellen, weil dann meist Wucherungen bestehen, bie ent­fernt werben müssen Mundgeruch, übler, meist infolge schlechter Zahnpflege, aber auch bei Magenverstimmungen, nach längerem Hungern, bei Entziin- bungen der Mundschleimhaut und besonders bei chronischen Entzündungen ber Manbeln. Erunbübel beseitigen lassen. Etwas verbecken kann man den üblen Mundgeruch durch Pfeffer­minzbonbons, die man im Mund zergehen läßt, oder durch häu­figes Mundspülen mit käuflichen Mundwassern.

Mundpflege, ein unerläßlicher Teil ber täglichen Körperpflege. Man reinige bie Zähne mit einer guten Borstenbürste und einem guten Zahnpflegemittel täglich früh und abends Daraus achten, daß alle Speisereste aus den Zahnzwischenräumen ent­fernt werden, da sonst leicht die Zähne foul werden Gurgeln mit gutem Mundwasser. Ein sehr gutes Mundwasser ist folgende Mischung; % Gramm Vanillin wird in 25 Gramm Alkohol ge­lost und davon 15 bis 20 Trop­fen auf etwa zwei Eßlöffel voll Wasser genommen Mit dieser Mischung kann man auch den Zungengrund abbürsten Mundraub. Wer Nahrungs- oder Eenußmittel (z. B. Obst) ober anbere Gegenstände bes haus- wirtschaftl. Verbrauchs (Holz) in geringer Menge unb unbebeu- tenbem Mert zum Zwecke Des

passierten. Der Sieger bewies wieder einmal seine überragende Fahrtechnik.

Das Punktefahren war das schnellste Ren­nen des Tages. Jede zweite Runde bedeutete Wer- tungs-, allo Spurtrunde. Hier lag anfänglich Preis (Gießen) in Front. Er überschätzte aber seine Kräfte und fiel nach der sechsten Wertung etwas ab. Alle anfeuernden RufeHeini! Heini!" konnten ihm nicht helfen. Immerhin reichte es noch zum dritten Sieg. Für die letzten vier Wertungen schob sich Linnemann klar in den Vordergrund. Er erzielte 21 Punkte, Rothbür stellte den zweiten Sieger mit 20 Punkten und Preis den dritten Sieger mit 18 Punkten. Kameradschaftlich teilten sich die Fahrer zum Schluß und für die Ehrenrunde in den Blu­menstrauß mit der Siegerschleife.

Das Jugendpunktefahren ließ bald er­kennen, daß der Nachwuchs des Gießener Rad­ports im wahrsten Sinne des Wortesnicht von chlechten Eltern" ist. Sie fühlten sich alle, die sieben Fahrer, auf der Bahn recht sicher. Um den ersten Platz in den Einzelwertungen gab es zwar keinen Kampf, denn Stange (Germania" Gießen) war dem Feld stets weit voraus. Um die Plätze wurde aber um so heftiger gekämpft. Stange leistete sich den Scherz und überrundete bald nach Beginn das ganze Feld und machte dadurch den Schiedsrichtern das Amt kompliziert. Der junge talentierte Fahrer verfügte selbst am Schluß des Rennens sichtlich noch über erhebliche Kraftreserven. In der Reihenfolge: Stange, Haßler, Schmidt und Eberhardt (sämtlich Germania" Gießen), kamen die Jugendfahrer ins Ziel.

Schorns phantastische Leistung im Mannschäftsfahren.

Den Höhepunkt des Nachmittags bildete das 50-km-Mannschaftsfahren, das über 125 Runden führte. Wertungen gab es jeweils nach 15 Runden. Der Gießener Neumann fuhr mit Schorn, Preis mit Breuer. Die übrigen Paarungen lauteten:

Geyer-Fries, Bär-Linnemann, Gelpke-Horn, Buch- haister-Ferschke, Heiderich-Lein, Rothbur-Heger, Prinz-Frei und Weiler-Kopp. Die Fahrer gingen zuerst in verhaltenem Tempo los. Kurze Zeit blieb das Rudel beisammen. Dann gab es einige Aus­reißversuche und das brachte das Feld ins Tempo. Zwischen der 20 und der 30. Runde wurde ein un­gemein scharfes Tempo vorgelegt, da Schorn und Neumann den Versuch zu einem Rundengewmn machten und diesen auch tatsächlich in blendender Fahrtechnik erzielten. Dann schlossen sie dem Feld auf. Bär-Linnemann gewannen ebenfalls eine Runde. Dabei blieb es dann. Das Feld mußte re­signieren. Der weitere Rennverlauf wurde nach rote nör von Schorn und Neumann bestimmt. Neumann fuhr immer auf den guten Platz im Rudel und Schorn zeigte in den Spurts eine wahrhaft phan­tastische Leistung. Immer wieder schoß er auf der Gegengeraden aus dem Feld hervor und lag reflel3 mäßig' in der Zielkurve vorne. So war es in sieben von ächt Wertungsspurten. Außerdem wurden auch Prämien ausgefahren, deren größte Anzahl eben­falls an Schorn fielen. Seine Leistungen versetzten das Publikum in aufrichtige Begeisterung und wa­ren um so hoher zu werten, als ihm seine Gegner den Sieg wahrhaftig jedesmal sehr sauer machten. Ueberraschend zäh erwiesen sich hier auch Neumann und Preis. Breuer allein gelang es als Einzigen, im letzten Wertungsspurt Schorn um Radlänge ab­zuhängen. __

So beschlossen Schorn und Neumann mit 33 Punkten und Rundengewinn als Sieger das Ren­nen. Als zweite Siegermannschaft folgte Bär- Llnnemann mit 14 Punkten und ebenfalls mit Rundengewinn (der über Punktwertung steht), als drittes Paar passierten Preis-Breuer das Ziel mit 22 Punkten und den vierten Sieger stellten die Frankfurter Geyer-Fries mit 9 Punkten

Die gesamte Veranstaltung wurde für den Rad­fahrerverein von 1885 wieder zu einem großen Erfolg.

Schalke 04 Deutscher Fußballmeister.

Der Endkampf um die deutsche Fußball-Meister­schaft 1936/37 gehört der Vergangenheit an, der Entscheidungskampf der beiden alten Rivalen Schalke und 1. FC. Nürnberg ist vorbei. Die tapferen West­falen haben in einem dramatischen Kampf den Titel­verteidiger vor 100 000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion verdient mit 2:0 (1:0) geschlagen und damit zum drittenmal dieViktoria" errungen. Vor drei Jahren holte sich Schalke ebenfalls in Ber­lin gegen den 1. FC. Nürnberg mit 2:1 seine erste deutsche Meisterschaft, die die Knappen ein Jahr später in Köln gegen VfB. Stuttgart mit 6:4 er­folgreich verteidigten.

Nach dem wochenlangen schönen und heißen Wet­ter ging ausgerechnet der Tag des deutschen End­spiels im Regen unter. In den Mittagsstunden öffneten die Wolken ihre Schleusen und ein mehr­stündiger Regen prasselte nieder, so daß aus diesem Grunde auch der Einmarsch der italienischen Füh- reranroärter mit der Hitler-Jugend ausfallen mußte. Die Fußballfreunde aber ließen sich nicht abhalten, dem Endspiel beizuwohnen. Schon frühzeitig setzte der Anmarsch zum Reichssportfeld ein, das in dem diesigen Grau nicht den sonst gewohnten Anblick bot.

Die Mannschaften traten in der vorgesehenen Auf­stellung an, also mit

Schalke: Klodt; Bornemann, Schroeißfurth; Gellesch, Tibulski, Berg; Kalwitzki, Szepan, Fört- gen, Kuzorra, Urban.

1. FC. Nürnberg: Köhl; Munkert, Billmann; Uebelein I., Carolin, Oehm; Gußner, Eiberger, Frie­del, Schmidt, Uebelein II. Schiedsrichter: Alfred Birlem (Berlin).

Schalke 04 hat durchaus verdient gewonnen, die Mannschaft zeigte die weitaus gleichmäßigere und bessere Leistung und hatte keinen schwachen Punkt aufzuroeisen. Ueberraschend gut diesmal sogar die gesamte Abwehr, die Nürnbergs kurzmaschiges An­griffsspiel immer wieder zerstörte und einfach nicht zu überwinden war. Die überragenden Kräfte waren jedoch Friß Szepan, der schon gegen Ende der ersten Halbzeit und auch nach dem Wechsel an Stelle des verletzten und nach Rechtsaußen gehenden Tibulski Mittelläufer spielte, und Ernst Kuzorra. Ueber der­artige Spielerpersönlichkeiten verfügte der Club nicht, zumal sein Spielführer Seppi Schmitt wegen eines groben sportlichen Vergehens an Kalwitzki in der 15. Minute nach der Pause des Platzes verwiesen wurde. Am besten war der Club noch in der Ab­wehr, doch erreichte der Titelverteidiger bei weitem nicht seine beste Leistung.

Schalke hatte durchweg mehr vom Kampf und ge­wann verdient. In der 23. Minute fiel der Füh­rungstreffer. Kuzorra setzte Pörtgen mit einer Steil­vorlage ein, der Mittelstürmer zog noch zwei gegne­rische Spieler auf sich, gab weiter an Urban, der blitzschnell einschoß. Köhl konnte den Ball nur be­rühren, aber nicht mehr aufhalten. Das entscheidende zweite Tor fiel in der 34. Minute der zweiten Halb­zeit durch den jetzt Halbrechts spielenden Kal­witzki, der zwei Gegner überspielte, dann noch Köhl aus dem Tor lockte und ins teere Tor halbhoch einsandte. Reichssportführer von Tschammer und Osten überreichte der siegreichen Mannschaft den Siegerkranz und beglückwünschte jeden Spieler Schalkes.

Ergebnisse der Aufstiegspiele zur Bezirksklasse.

Watzenborn-Steinberg Niedergirmes 4:1.

Unentsch. Verl.

Teutonen und

An dem Aufstieg der

1

2

0

1

0

folgt aus:

Verein Steindorf W.-Steinberg Niedergirmes Jahn Offenbach Heuchelheim

1

1

3

5

6 der

Pkte. 11:3 10:4 8:6 ' 3:11

2:12 Stein-

Spiele

7

7

7

7

7

Offenbach Steindorf 1:3.

Die Teutonen von Watzenborn wußten, worum es ging und darum fetzten sie alles Können ein und gewannen das Spiel verdient mit 4:1.

Wider Erwarten verloren die Offenbacher mit 1:3 gegen Steindorf. Dies ist aber nur dadurch zu er­klären, daß ihr Mittelstürmer Hans Büch den Verein bei diesem Spiel im Stich ließ.

Die Hoffnungen der Niedergirmeser, doch noch den Anschluß zu finden, sind jetzt endgültig als ge­scheitert anzusehen.

Nach diesen Ergebnissen sieht die Tabelle wie

Gew.

5

4

4

1

1

dorfer ist nicht mehr zu rütteln, ganz gleich, wie die nächsten Spiele ausgehen werden.

Ungeschlagener Fußbatt-Aaumeister verliert gegen ÄtB.

Der VfB-Reichsbahn Gießen hatte sich für ver­gangenen Samstag einen großen Gegner verpflich­tet und zwar den Spieloerein Kassel. Früher hat der VfB. schon manche Spiele mit diesem Gegner ausgetragen. Der Abschluß war leider etwas spät zu Stande gekommen. Wenn sich auch für einen Samstag zirka 700 Zuschauer eingefunden hatten, so hätte die Zuschauerzahl doch hoher sein können, zumal hier ein wirklich gutes Spiel gezeigt wurde.

Dem korrekt und sicher leitenden Schiedsrichter Gutmann- Wetzlar stellten sich die Mannschaften in der Ausstellung:

Kassel: Oklenburg; Pape, Heukeroth II; Schwarzwälder, Heukeroth I, Herwig; Kannstein, Müller, Annacker, Beyer, Podgorski.

Gießen: Gottschalk (2. Halbzeit Ruppel); Möhl, Krämer; Krämer, Thron, Berlenbach; Szpo- nick, Goldglück, Bach, Radtke, Wilhelm

Wenn man geglaubt hatte, VfB.-Reichsbahn Gie­ßen würde um eine ehrenvolle Niederlage zu kämp­fen haben, so zeigte der Spielverlauf daß VfB. in biefer Aufstellung auch einen Gegner der Gauliga zu schlagen versteht. Bach vom VfB. zeigte sich als talentierter Mittelstürmer. Er war immer Herr der Lage und setzte die Halben und auch die Außen­stürmer gut ein. In der 7. Minute fiel das erste Tor für die Gießener, durch Vorlage von Bach an Szponick, der einschoß. Trotz mehrfacher Behinde­rung durch Kasseler Spieler setzte sich Bach durch und erzielte den zweiten Treffer für den VfB Der Halbrechte Radtke hatte Pech mit feinen Schüssen und verfehlte stets das Tor. Die Torchancen auf der VfB.-Seite waren größer, als die auf der Gegen­seite. Die Läuferreihe zeigte nicht nur große Auf­

bauarbeit, sondern verstand es, in gegebenen Augenblicken den Gegner abzustoppen. Die Ver­teidigung der Grünweißen war ballsicher und gab dem Gegner roenia Gelegenheit, ihre Torschüsse an­zubringen. Als Schlußmann stand in der ersten Halbzeit Gottschalk, welcher eine sehr große Leistung vollbrachte. In der zweiten Halbzeit spielte Ruppel im Tor, er paßte sich dem Tormann der ersten Halbzeit gut an.

Bei Kassel war der Tormann gut und konnte die beiden Tore nicht verhindern, die Verteidigung vereitelte viele schöne Angriffe der Gießener. Die Läuferreihe der Kaffelaner zeigte sich auch von der besten Seite und bediente den Sturm ausgezeichnet. Ausgezeichnet spielten der linke Läufer und der Mittelläufer. Der Sturm der Kaffelaner brachte gefährliche Momente in das Spiel, aber das Flü­gelspiel ließ zu wünschen übrig.

Das Spiel wurde beiderseits fair durchgeführt. Die Zuschauer verließen sichtlich befriedigt den Platz.

Sportverein 1920 Lollar.

Lollar II kombiniert Wieseck I 2:2 (1:1).

Wiesecks erste Mannschaft trat gestern zu einem Freundschaftsspiel gegen Lollar an. Das Spiel kam erst in letzter Minute zustande. Die zweite Mann­schaft trat mit vier Jugendspielern an und lieferte Wieseck ein gleichwertiges Spiel. Wieseck fand sich rascher und war am Anfang leicht überlegen. Ein Elfmeterball, den Lollar zugesprochen bekam, wurde verschossen. Im Gegenangriff erzielte Wieseck seinen ersten Treffer. Kurze Zeit später glich Lollar aus. Mit 1:1 ging es in die Pause. In der zweiten Halb­zeit spielte Lollar überlegen, doch waren es wieder die Gäste, die den Führungstreffer erzielten. Lollars Mannschaft ließ jedoch nicht locker und erzwang kurz vor Schluß des Spieles den Ausgleich. Der Schiedsrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter.

Deutschlandflug 1937 gestartet.

Reges Leben und Treiben herrschte am Sonntag schon in aller Frühe auf den 15 Ausgangsflugplät­zen des vom NSFK. veranstalteten Deutschland­fluges, der gegenüber früher erschwerte Bedingun­gen aufweist. Nicht mehr der Einzelne steht im Vor­dergrund, sondern die Dreiermannschoft, die Kette unter ihrem Verbandsführer. Zunächst wurde vom Startplatz noch Startverzögerung wegen des Wet­ters gemeldet, bald liefen aber bei der nun für acht Tage in Rangsdorf tätigen Deutfchlandflugleitung die Meldungen vom Start aller 62 Dreieroerbände ein. Auch die fünf von Rangsdorf gemeldeten Ber­liner Verbände, an ihrer Spitze Korpsführer des NSFK., Generalmajor Christiansen, hotten sich um 7.30 Uhr in die Luft erhoben und strebten ihren Tageszielen zu. Schon nach kurzer Zeit wurde bekannt, daß im ganzen Reich sich die Wet­terlage erheblich verschlechtert hatte, so daß wegen Regen und Nebel eine Anzahl von Flugplätzen ge­sperrt werden mußte. In Königsberg, Bremen, Bielefeld, Halle, Leipzig und Breslau war das Wetter besonders schlecht.