Aus der Stadt Gießen.
Serien als Geschenk.
Von Hans Hartmann.
Mit den schönen Maitagen steigt die Sehnsucht der Menschen nach Entspannung und Naturoerbun- denheit. Nur hinaus, der staubigen Atmosphäre und dem Einerlei der Stadt und den ewig gleichen Sonntagsspaziergängen entrinnen! Einmal aufatmen, baden in Lust, Licht, Sonne und Wasser, den alten Menschen ablegen und ein neuer Mensch werden! Jeder rüstet, studiert Kursbücher, plant Umwege, um recht viel Schönes mitzuerleben. Wir haben alle ein besseres Gewissen bei solchen Plänen, seitdem wir wissen, daß es der dankenswerten Tatkraft von „Kraft durch Freude" gelungen ist, allen Menschen ihre Erholung zu sichern. Die Worte, daß jeder Deutsche auch ein Recht auf die See und auf die Berge hat, werden nicht leere Worte bleiben, und das, was früher nur Zehnlausende erleben dursten, soll immer mehr zum Recht der Millionen werden.
Aber eine Gefahr besteht dabei: wir nehmen das Recht auf Ferien als etwas Selbstverständliches hin. Und das gerade ist es doch nicht! Denn viele haben nicht das Glück einer solchen Entspannung.
Wer denn?, so fragt mancher. Nun, da darf der Verfasser dieser Betrachtungen aus seinen Erfahrungen sprechen. Seit Jahren begegnet er Menschen, die ihm sagen: Dieses Jahr kommt ein Urlaub überhaupt nicht in Frage! Zwar würde er uns rechtlich zuftehen, und keiner könnte uns gram fein, wenn wir einfach abreisten! Aber es geht nicht! Da hat einer eine Betriebsabteilung neu übernommen; es muß allerhand umgeordnet werden, die „Maschine" muß „anlaufen" ... jetzt weggehen? Nein! Frau und Kinder wohl — die sollen ihren Ferienaufenthalt haben. Sie wollen nicht und bitten, daß der Vater mitgeht; er muß doch auch seine Kräfte schonen, sich seiner Familie und seinem Betrieb erhalten. Aber er muß fest bleiben. Nächstes Jahr vielleicht! Schon mancher hat beichten müssen, daß er seit zwei, drei Jahren keinen Urlaub hatte.
Da ist irgendwo, in einer Behörde ober einem Krankenhaus ober sonstwo, ein Teil des Personals erkrankt. Ein anderer, dessen Urlaub bereits völlig geordnet war, muß einspringen. Die bezahlte Fahrkarte ans Meer oder ins Gebirge muß zurückgegeben werden. Es geht nicht, jetzt davonzulaufen. Und zu der Entsagung muß noch die Enttäuschung hinuntergeschluckt werden. Es ist eben doch nicht wahr, daß die Vorfreude die schönste Freude ist. Sich lange vorher freuen und dann plötzlich ent- fagen müssen, das erfordert Willenskraft und seelisches Standhalten. Und wenn die Erkrankten wieder gesund sind, dann müssen sie natürlich zuerst in die Ferien. Ob dann noch Zeit bleibt, selbst zu fahren?
Jeder wird in seinem Kreise Menschen kennen, die ein derartiges Opfer bringen müssen. Und wird sich das Mitleid mit ihnen — das sicher bei allen anständig Empfindenden sehr aufrichtig ist — nicht verwandeln in ein Gefühl erhöhter Dankbarkeit, daß es uns gegönnt ist, auszuspannen? Werden wir nicht von nun an mit ganz anderem Gefühl an die Ferien Herangehen und sie als ein Geschenk entgegennehmen? Es ist gut, wenn wir uns sagen: ein Recht auf die Ferien gibt es nicht. Jedes Glück ist ein Geschenk, mag es die Reise Neuvermählter in den Frühling, mag es die Erfüllung eines Jugendtraumes fein. Und so wollen wir auch die Tage der Ferien, jeden von ihnen, genießen und hinnehmen als ein Geschenk, das sich in neue Kraft umsetzt!
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
NSLB., Kreis Wetterau; Abt. Mädchenerttehung, Hauswirtschaft unb Handarbeit: 15 Uhr Arbeitstagung in der Mädchenberufsschule. — NSG. „Kraft durch Freude" (Kurzschriftvereinigung der Deutschen Arbeitsfront): 20 Uhr Wochenend mit Tanz auf der Karlsruhe. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Etappenhase" (Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „So weit geht die Liebe nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Man spricht über Jacqueline". — Gießener Hach- schulgesellschast: 17.30 Festsitzung im großen Hör- saal der Universität; Vortrag von Prof. Dr. Werkmeister, Nebraska, über „Die Prinzipien, die der Rooseveltschen Politik zugrunde liegen". — Rett- unb Fahrturnier auf bem Walbfportplatz des VsB.-R.: 14 Uhr Geländeritt. — Heimatvereinigung „Staufenberg": 20 Uhr Mitgliederversammlung aus Burg Staufenberg.
Tageskalender für Sonnlag.
NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude": 16 Uhr Militärkonzert der Regimentsmusik des JR. 116 auf Burg Staufenberg. — Reit- und Fahrturnier: 13 bis 19 Uhr Dressur- und Eignungsprüfungen, Jagdspringen aüf dem Waldsportplatz des VfB.-R.; 20 Uhr Siegerehrung im Cafe Leib. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr 16. Morgenfeier, „Der Bürgergeneral"; 20 bis 22.30 Uhr „Die Kleiber meiner Frau". — Gloria-Palast, Seltersweg: „So weit geht die Liebe nicht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Man spricht über Jacqueline". — Gemeinnütziger Eisenbahner-Heimstätten-Verein: 20.15 Uhr ordentliche Generalversammlung im Hotel Hop- felb. — Geistliche Abenbmusik: 20 Uhr in ber Jo- hanneskirche.
Schluß der winlerspielzeit im Sladlthealer.
Aus bem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 23. Mai, findet die letzte Morgenfeier statt. Intendant Schultze-Griesheim hält eine Abschluß-Ansprache, in ber er einen Rückblick über den Aufbau des Stadttheaters in den letzten zwei Jahren unb bie Pläne für bie Spielzeit 1937/38 bekanntgeben wirb. Hierauf geht bas Lustspiel „Der Bürgergeneral" von Goethe in Szene. Spielleitung der Intendant. Es wirken mit: Maria Gerhardt, die sich in dieser Aufführung vom Gießener Publikum verabschiedet; Gert Geiger, Victor von Gschmeidler, Heinz Rosenthal, Karl Volck und Fritz Walter, der sich auch in dieser Aufführung verabschiedet. Bühnenbild Karl Löffler. Die Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endrich. Die Morgenfeier be- ainnt pünktlich um 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Arn Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Die Kleider meiner Frau", Lustspiel von Frank, statt. Spielleitung ber Intendant. Diese letzte Sonntags-Vorstellung beginnt um 20 Uhr unb enbet 22.30 Uhr. — Außer Miete.
Arn Dienstag, 25. Mai, findet eine Abschiedsvorstellung für Inge Birkrnann statt. Es geht zum letztenmal das Lustspiel „Die Kleider meiner Frau" von Frank in Szene. Spielleitung der Intendant. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — Schluß der Winterspielzeit 1936/37. ____
3um Schuh des Waldes.
Der Reichsstatthatter in Hessen — Landesregierung — hat eine Polizeiverordnung zum Schutz des Waldes erlassen, die sofort in Kraft getreten ist. In ber Verordnung wirb folgendes bestimmt:
Im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern dürfen Zelte oder sonstige Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forstpoli- z-ibchärde und nur innerhalb ber im Erlaubnisschein freigegebenen Flächen errichtet werden.
In der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober darf im Walde ober in gefährlicher Nähe von Wäldern nicht geraucht werden. Dieses Verbot erstreckt sich auch auf bie öffentlichen Wege und die zur Errichtung von Zelten und sonsttgen Lagerstätten frei- gegebenen Flächen. Ausnahmen von diesem Verbot können durch bie Forstpolizeibehörde bewilligt werden.
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Verbote werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, bie im Uneinbringlichkeitsfalle in Haft umgewandelt wird, bestraft.
NS.-Lehrerbund, Gießen.
Fachschaft 2.
Dienstag, 25. Mai, 16^ Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums Kreisversammlung der Fachschaft „Höhere Schule". Es spricht Gaufachschaftsleiter Oberstudiendirektor Dr. R a tz über das Thema: „Die höhere Schule des Dritten Reichs im Aufbau". Gäste willkommen.
Der Kreisfachschaftsleiter.
Die öcutfdie Rrbeitofront
WI- n.5.=6emeinf(hafi „Graft durch freubc"
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Sonberzug zum „Tag des Deutschen Handwerks" in Frankfurt a. IN.
Am Sonntag, 30. Mai, fahren wir einen Sonderzug nach Frankfurt a. M. zum „Tag des Deutschen Handwerks". Die Teilnehmer haben Gelegenheit, an folgenden Veranstaltungen teilzunehmen: Freisprechungsfeier in der Festhalle, Festzug des Deutschen Handwerks und an der Großkundgebung, bei der Ministerpräsident Generaloberst Göring und ber Leiter ber Deutschen Arbeitsfront Dr. L e y sprechen. Die Fahrt kostet ab Gießen 1,55 RM. Für Anschlußstrecken gibt bie Reichsbahn 75 °/o Ermäßigung. Abfahrt in Gießen gegen 8 Uhr. Kartenbestellungen werben ab sofort entgegengenommen. (3608D
Unzulässige Wohnungskündigungen.
Fwd. Der Reichskommissar für bie Preisbildung weist aus gegebenem Anlaß darauf hin, daß Kündigungen zum Zwecke von unzulässigen Mietssteigerungen einen Verstoß gegen die Preisstopverord- nung und strafbar, außerdem aber auch bürgerrechtlich unwirksam sind. Dasselbe gilt, wenn die Absicht der Mietserhöhung bei einer Kündigung verschleiert wird, indem keine Gründe angegeben oder unzutreffende Gründe vorgeschoben werden.
Zuschläge für die Gestattung der Untervermietung dürfen nur erhoben werden, soweit sie vor dem 17. Oktober 1936 erhoben worden sind. Auch die Erhöhung schon früher vereinbarter Unteroermie- tungszuschläge ist unzulässig. Falls nunmehr Vermieter die Zustimmung zur Untervermietung ohne Vorliegen ausreichender sachlicher Gründe versagen oder widerrufen, werden dagegen die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden.
Handwerkertagungen im Kreise Gießen
Die Kreishandwerkerschaft führt in diesen Tagen bie Jahreshauptversammlungen der einzelnen Innungen durch. Neben den organisatorischen Fragen werben in diesen Versammlungen in erster Linie bie Fragen besprochen, bie den einzelnen Innungen unb ben Hanbwerksbetrieben innerhalb bes Vierjahresplanes zufallen. Gerade für diese Dinge besteht innerhalb der einzelnen Handwerksberufe reges Interesse.
Die Kreishandwerkerschaft Gießen unb bie ihr angeschlosfenen Handwerker-Innungen haben als Spende für bie Opfer der Luftschiffkatastrophe „Hindenburg" als erste Rate den Betrag von 300 Mark zur Verfügung gestellt. Weitere Beträge werden folgen. In ber Jahreshauptversammlung der Maler- Innung wurde von den Mitgliedern ein weiterer Betrag von rund 60 Mark gezeichnet.
Um die Verbindung zwischen Berufsschule und Handwerk inniger zu gestalten und eine bessere Zusammenarbeit im Interesse der Ausbildung des Berufsnachwuchses zu erreichen, sind sämtliche Berufsschullehrer (Gewerbelehrer) in der letzten Ober- meistersitzunq in die Handwerker-Innungen als ordentliche Mitglieder ausgenommen worden. Die Aufnahme in die einzelnen Berufsgruppen erfolgt jeweils in ben Hauptversammlungen.
Mgliederavpell der Ortsgruppe Gießen-Bitte.
Am gestrigen Freitagabend hielt die Ortsgruppe Gießen-Mitte im Cafö Leib einen sehr gut besuchten Mitgliederappell ab.
Der Leiter bes Abends, Dr. Kopp, richtete an bie Besucher eine kurze Ansprache, in ber er die Parteigenossen insbesondere auf ihre Pflichten als politische Aktivisten des Volkes hinwies unb sie ermahnte, allezeit auf bie weitere Vertiefung der Geschlossenheit unseres Volkes in ber Gefolgschaft des Führers hinzuwirken.
Kreisamtsleiter Heß
sprach sodann über eine Reihe von Fragen des Vierjahresplans. Er schilderte zunächst die Raumnot unseres Volkes, die ebenso alt wie unser Volk selbst sei. In anschaulicher Weise schilderte der Vortragende die Entwicklung dieser Lebensfrage unseres Volkes, die beeinflußt wurde durch das Bestreben unserer Nachbarvölker, die Deutschen vom Weltmarkt auszuschatten. Der Weltkrieg brachte bann eine gewaltsame Auslösung bieser Bestrebungen, und an den Erfahrungen der Nachkriegszeit ließ er verständlich werden, wie die Absicht dieser Nachbarvölker, die deutsche Wirtschaft zu vernichten und die deutsche Arbeitskraft zu schwächen, in die Tat umgesetzt wurde. Nach dem Kriege hat es dann nicht an Versuchen gefehlt, diese Raumnot zu Überwinden. Alle Versuche mußten aber scheitern, weil sie nicht von dem Volke als lebendiger Einheit und organischem Ganzen ausgingen. Erst durch die Anerkennung dieses Lebensrechtes des Volkes konnte mit der Aufbauarbeit begonnen werden. Wie diese Bemühungen von Erfolg gekrönt waren, das ließ ber Redner an vielen Beispielen vor Augen treten.
In seinen weiteren Ausführungen schilderte ber Redner bie Bestrebungen bes Führers, die Grund
stoffe zu schaffen, die wir aus eigenem Boden nicht bergen können. Zum Ausgleich von Raumnot und Lebensanspruch war bie Durchführung bes Vierjahresplanes nötig. Die Aktion „Kampf bem Verderb" war zunächst erforderlich, damit all bas, was wir im Lande an Rohstoffen unb Lebensrnitteln besitzen, aufgespart und so eingeteilt wird, daß es auf lange Zeit verwendbar bleibt.
Als weitere Voraussetzung für bie Erfüllung bes Dierjahresplanes gab ber Vortragende bann eine Ueberficht über bie Bemühungen, durch rationelle Einteilung, sparsame Wiederverwendung von Rohstoffen und ben Aufschluß neuer Erzvorkommen, bie früher nicht abbaufähig waren, Deutschland frei zu machen von ber Auslandseinfuhr. Dazu trug bie Erzeugungsschlacht ber Landwirtschaft bei, bie sich erfolgreich auswirkte.
Zum Schluß ging ber Rebner auf bie Lebensbe- bingungen unb auf bie wirtschaftliche Lage unseres Volkes ein unb erläuterte eingehenb, wie nur durch neue Warenerzeugung und eine vernünftige Preispolitik ber Wohlstand bes Volkes gehoben werben kann, selbst wenn ber einzelne noch Opfer zu bringen hat. Mit dem Anwachsen bes Wohlstandes bes Volkes hebt sich naturgemäß ber Wohlstand bes einzelnen Volksgenossen, und nur durch das gemeinsame Opfer für das Volk wird es auch uns wieder möglich werden, ein freies und starkes Deutschland zu schaffen, wie es der Führer anstrebt. Ihm zu dienen und mitzuhelfen, muß die ernsteste Pflicht jedes Volksgenossen sein!
Mit einem Ausspruch Dr. Leys, der ein Glaubensbekenntnis zum deutschen Volke und die Betonung ber Verbundenheit von Führer unb Volk darstellte, ließ Dr. Kopp bie Versammlung aus- flingen, die in üblicher Weise beschlossen wurde.
Ehrenpreise für das Reit- und Kahrturnier.
Für bas große Gießener Reit- unb Fahrturnier ist eine Anzahl wertvoller Ehrenpreise zur Verfügung gestellt worben. So hat Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger ein großes Bilb für bas Jagdspringen Klasse M gestiftet. Weitere Ehrenpreise übergaben: Generalleutnant unb Divisionskomman- beur Oßwalb für ben Gelänberitt A (Gruppe 1); ber Reichsnährstand für bie Eignungsprüfung unb für bie Gefpannprüfung; bie Stadt Gießen für das Jagdspringen Klasse L; der Reit- und F a h r k l u b Gießen für die Dressurprüfung Klasse M; der Fremdenverkehrsverein Gießen für den Gelänberitt Klasse L; bie Bankenoereinigung Gießen für bie Dressurprüfung Klasse A; ber „Gießener Anzeiger" für bas Jagdspringen Klasse A; bie „Oberhessi - s ch e Tageszeitung" für bas Jagbspringen Klasse A; bie Firma Jhring-Melchior, Lich, für bas Glücksspringen ber Klasse A.
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Geistliche Abendmusik in der Lohanneskirche.
Man schreibt uns: Es kommen Werke von Dietrich Buxtehude, Joh. Seb. Bach unb Max Reger zum Vortrag. Daß ber Orgelchoral: „Komm, heili- ger Geist, Herre Gott" unb bie Solokantate Jubilate Domino" für Alt, Cello unb Orgel von Dietrich Buxtehube, oorgetragen werben, hat baburch feine befonbere Bedeutung, baß bas Jahre 1937 im Zeichen bes 300. Geburtstages bes berühmten norbifchen Orgelmeisters (1637 bis 1707) steht, zu bem im Oktober 1705 ein Joh. Seb. Bach pilgerte aus bem Verlangen heraus, neue unb bebeutfame Kunstelemente in sich aufzunehmen unb aus bem Können bes Meisters Nutzen zu ziehen für seine eigene künstlerische Entwicklung, lieber bie Ausbil- bung Buxtehudes ist nichts näheres bekannt; sicher ist, baß sie sich in ber Richtung ber Sweelinckschen Schule bewegte. Don feinen zahlreichen Werken, bie er bei seinen berühmten „Abendmusiken" in ber Lübecker Marienkirche zu Gehör brachte, finb nur wenige erhalten; doch zeigen diese eine solche Vollendung unb überlegene Gestaltung, daß ihr Stu» bi um für bie Kenntnis jener Zeit gerabezu unerläß. lich ist.
Präludium und Fuge in G-dur, Allemande, Sa- rabande unb Gigue aus ber Cello-Suite in G-dur und brei geistliche Lieber aus Schemellis Gesangbuch sollen aus ben Werken von Joh. Seb. Bach bargeboten werben.
Schließen wirb ber Abend mit vier Kompositionen. Max Regers Orgelchoral: „Allein Gott in der Höh sei Ehr"; Arie für Cello und Orgel; drei geistliche Lieder; Toccata und Fuge in d.
Ausführende sind Karla Fritz (Alt), Hanns Brendel (Orgel), Gerhard W e ck e r l i n g (Vio- lincello) — sämtlich aus Wiesbaden. Die geistliche Abendmusik findet bei freiem Eintritt statt.
Gießener IDodjenmarttpreife.
* Gießen, 22. Mai. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkerelbutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A W,, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, alte 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 60, rote
wenn ihn beim Nachhausekommen seine Familie schon am Tisch erwartet! Und besonders, wenn Waschtag ist! Er schätzt es sehr, daß seine Frau so gut versteht, sich die Arbeit mit den bewährten Schwarz-Weiß-Waschmitteln zu erleichtern. Ein Paket „Schwarz-Weiß"- Bleichmit für 15 Pf. z. B. gibt vergilbter odergrauerWäscheohneMü- he blütenweißes Aussehen I
Wie der Fremdenverkehrsoerein Gießen uns mitteilt, werden den beim Reit- und Fahrturnier i n Uniform erscheinenden Angehörigen ber SA. die- selben Preisermäßigungen gewährt, wie sie den Wehrmachtsangehörigen eingeräumt worben sind.
Kührertagung der alten Soldaten.
Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften hatte dieser Tage eine Führerbesprechung im „Frankfurter Hof".
Nach Erörterung einiger organisatorischer Fragen gab der Kameradschaftsführer der ehemaligen 116er, Kamerad Bill, einen kurzen Uebetblicf über die Planung des großen übertreffens am 29. und 30. Mai. Es wird nach all den getroffenen Vorbereitungen, vor allem auch durch die starke Beteiligung der Wehrmacht, ein eindrucksvolles Bild geben von stolzer Vergangenheit und hoffnungsvoller, wehrhafter völkischer Gegenwart, an der die jungen und alten Soldaten sowie die ganze Bevölkerung teilnehmen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften wird gerne der Einladung folgen und mit Fahnen und Standarten am Samstagabend an der Gedenkfeier am Denkmal und der Eröffnungsfeier in der Volks- Halle teilnehmen. Näheres wird noch bekanntgegeben.
Kamerad Trümpert gab noch bekannt, daß der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem alle Kameradschaften angehören, Fahrten nach den Kampfgebieten veranstaltet und daß Verwattungs- inspektor Häuser von der Stadtverwaltung darüber gerne Auskunft gibt.
Wie in den früheren Jahren, so wird auch in diesem Sommer von der AGSK. ein Soldatentag für alle Soldatenfamilien veranstaltet.
Der Zugverkehr zum llöepSZreffen.
Wie uns vom Empfangsausschuß des 116er-Tref- fens am 29. und 30. Mai in Gießen berichtet wird, sind die Zeiten der ankommenden Züge jetzt feftge» legt
Der Sonderzug ab Frankfurt nach Gießen fährt Sonntag, 30. Mai, in Frankfurt um 6.42 Uhr ab und trifft in Gießen um 8.57 Uhr ein. Abends ab Gießen um 20.30 Uhr, an Frankfurt 22.53 Uhr. Anschluß nach allen Richtungen.
Der Sonderzug ab Lauterbach nach Gießen fährt Sonntag in Lauterbach ab 6.20 Uhr, an Gießen 8.30 Uhr. Abends ab Gießen 19.35 Uyr, an Lauterbach 21.52 Uhr. Anschluß nach allen Richtungen.
Diese beiden Züge haben 6Oprozenttge Fahrpreisermäßigung, auch bei Anmeldung auf der Sonder- zugstrecke refp. dem nächsten Bahnhof für die Nebenstrecken.
Für die Sttecke Gelnhause n—G ießen ist Sonntagskarte zu nehmen.
Sonntagsrückfahrkarten find von der Reichsbahndirektton Frankfurt genehmigt worden für Mainz, Darmstadt und Worms.
Außerdem läßt die Bahn am 30. Mai den Zug 19.58 Uhr ab Gießen bis Nidda bis Gelnhausen durchlaufen.
Während des (Eintreffens der verschiedenen Züge veranstaltet die 116er-Regimentskapelle auf dem Bahnhofsplatze ein Konzert mit alter und neuer Marschmusik.
Der Abmarsch der eingetroffenen Kameraden erfolgt ab Bahnhof mit Spielmannszuq und Musik der Regimentskapelle und einem Ehrenzug um 9.30 Uhr ab Bahnhof durch die Stadt zum Trieb.
Die Stimmung für das Fest ist überall voll Begeisterung, so daß wir wohl mit vielen tausenden Kameraden rechnen können. Petrus hat uns auch schon gutes Wetter heruntergefunkt. Jeder 116er freut sich, daß er nach den Jahren bes Niederbruchs wieder Verbinduna aufn^bmen kann mit unserem neuen, schönen aktiven Regiment 116, das unser Führer durch seine Tat uns geschaffen hat.
Rüben, Vi kg 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Bohnen, grün, 35 bis 45, Spargel, 1. Sorte 41 bis 48, 2. Sorte 36 bis 42, 3. Sorte 27 bis 32, 4. Sorte 19 bis 22, Unterkohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 90, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, V» kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 40 bis 70, Zwetschenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
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* * Eine 70jährige. Am Montag, 24. Mai, kann Frau Maria Lang Wwe., geborene Otto, Glaubrechtstraße 9II, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag feiern.
* * Maienblasen. Von dem Turme der Johanneskirche wird am heutigen Samstag, 19 Uhr, folgendes bargeboten: 1. Choral: „O Gott, du frommer Gott", Meiningen 1693. 2. Abschied vom Walde (O Täler weit, o Höhen). 3. Volksweise: „Von des Rheines Strand". Das nächste Maienblasen findet am kommenden Mittwoch auf dem Turme der Stadtkirche statt.
* * Diehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh» (Nutzvieh-) Markt statt. Am Mittwoch folgt Schweinemarkt.
NSG. Alle ehern. 117er nach Mainz! Der Regimentsappell ehern. 117er am 5. und 6. Juni in Mainz beginnt am Samstag mit einem Begrüßungsabend in der Stadthalle. Der Sonntagvormittag bringt einen Regimentsappell im Hofe der Alice-Kaferne. Die alten Regimentsfahnen werden anwesend sein. Die Heldengedenkfeier im 117er« Ehrenhof hält Gedenken an manchen guten und treuen Kameraden. Dann kommt das große Erleben bei dem Vorbeimarsch an den alten Regimentsfahnen. Am Nachmittag ist großes Kameradschaftstreffen mit Militärkonzert, abends in der Stadthalle rheinischer Abend mit Tanz. Als Abschluß bringt der Montag eine fröhliche Rh ein fahrt. Anmeldungen nimmt Kamerad Wilhelm Weber Mainz, Gutenbergplatz 2, entgegen.
Kleine Strafkammer Gießen.
Der Jude Theodor Wallach aus Fulda war in erster Instanz vorn Amtsgericht Herbstein wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung zu einer Gefängnis st rafe von einem Monat verurteilt worden. Er war am 9. November 1936 gegen 19 Uhr mit feinem Personenkraftwagen (Limousine) auf der Fahrt von Grebenhain nach Crainfeld. Er folgte auf einem ihm unbekannten Wege einem vor ihm herfahrenden Motorradfahrer. Durch Unaufmerksamkeit bemerkte er weder ein Warnschild der Eisenbahn, das ihn auf einen unbewachten Bahnübergang der Eisenbahnlinie Vilbel—Lauterbach hinwies, noch das Läutewerk einer herannahenden Lokomotive. Es kam daher zu einem Zusammenstoß, wobei die Lokomottve den Kraftwagen des Angeklagten zertrümmerte, er selber mit geringen Verletzungen davonkam. An der Lokomotive wurde lediglich eine Lampe abgerissen.
Gegen dieses Urtel hatte der Angeklagte Berufung eingelegt mit dem Ziel der Umwandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe. Das Berufungsgericht kam zu denselben tatsächlichen Feststellungen wie der Richter erster Instanz. Bei genügender Aufmerksamkeit hätte der Unfall vermieden werden können. Die Schuld an dem Zusammenstoß trifft daher den Angeklagten, zumal der Lokomotivführer das Läutewerk rechtzeitig in Tätigkeit gesetzt hatte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hob die Kammer das Urteil erster Instanz auf und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe v o n 45 0 Mark.


