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(Sin doppeltes Jubiläum

Wanderfahrten

noch

Die psingstireffen der lunsmädel

guten Jahren bis 200 000 Mark eintragen sollen. Heut ist dieser Reichtum noch schimmernde Hofi-

TNarburg Wittelsberg Holzhausen Amöneburg Kirchhain.

nung ein Blütentraum, den der Frühlingsgast mit immer neuem Entzücken genießt: Es blüht am

NSG. In der Woche nach Pfingsten werden im Bereich des Obergaues Hessen-Nassau die Psingstireffen der Jungmädel durchgeführt. Im fröhlichen Wettstreit messen sich die Grup­pen miteinander, um im Erlebnis der Ka­meradschaft und Landschaft neuen Auftrieb für ihre weitere Arbeit zu erhalten.

Wir fahren in den hellen Morgen hinein. Auf den Straßen wimmelt es von Fahrzeugen aller Art und Wandergruppen. Obstbäume blühen am Wege und gelber Ginster, lieber Aeckern und Wiesen schwingt Lerchentrillern, und voll Licht steht der Buchenwald.

Dort auf einer Lichtung entdecken wir einen weißen Kranz um hohe, schmale Wimpel. Die Gie- ßener Jungmädel haben eben ihre Morgenfeier be­endet. Die Obergaufungmädelführerin spricht zu ihnen von der ordentlichen und sauberen Haltung, die jedes Jungmädel auch in den kleinsten Dingen, in seinem ganzen Denken und Tun verpflichten. Ein Beispiel tadelloser Disziplin geben Frankfurter Gruppen, die sich draußen auf Sportplätzen oder Waldwiesen zum sportlichen Wettkampf gesammelt haben. In manchem blassem Gesicht, aus manch ärmlicher Kluft lesen wir die Schwierigkeiten seines Zuhause, die es dem Mädel nicht leicht machen, neben der sorglosen Kameradin zu bestehen, aber gerade dann wissen wir, daß in diesen Jungmädeln heute eine große Freude und Treue wachgerufen

Ein anderes Bild an der Bergstraße. Auf dem großen Rasenplatz zu Füßen der Odenwaldberge mit ihren Ruinen und dem weiten Blick in die dun­stige, hügelige Ferne flattern bunte Bänder vom Maibaum, um den die Mädel sich gesammelt haben. Die Ziehharmonika führt einen lustigen Tanz an, an dem sich alle bis zum kleinsten Neuling beteilt» I gen. Unerschöpflich sind die fröhlichen Tanz- und Wanderlieder, bis die ganze Gesellschaft etwas müde ist, und die einzelnen Gruppen ihre Künste zeigen; Lagerzirkus, Kasperle- und Stegreifspiel locken immer mehr Zuschauer an und machen die Mädel selbst stolz und froh. So wie hier ist es im

Rheinisches Frühlingsland

Von 3. Sitting-Wiesner.

Es blüht, es blüht am Rhein! Mehr noch als in dem weich schwingenden Gehügel des RHein­tz a u e s , wo alles auf Anmut gestimmt ist, be­geistert dies überschwengliche Blühen und Prangen hier, in derheroischen" Landschaft des Mittel­rheins voller Felsschroffen, grauen Ruinengemäuers, verwitterter Städtchen. Alles scheint verzaubert im silbernen Frühlingslicht, in hauchzarten Nebeln, die das ewige Wallen und Wogen des machtvollen Stromlaufes überschweben. Klänge und Farben ind erwacht, die winterlang schliefen. Von unge­zählten Kirchen, Klöstern, Kapellen läutet Früh­lingsfreude übers rheinische Land. Kahles Gestein chimmert im flutenden Glanz. Das dunkle Reben­gitter der hoch ansteigenden Wingerte wird zu grünen Gewinden über den warm besonnten, duf­tenden Schollen, und wie farbige Inseln des lieber- Ks, wolkig weiß, rosig getönt, breiten sich längs seines die Obstkulturen, Kirschen und Pfirsiche.

Da sind Osterspay, Ober- und Niederspay, Kestert, Eamp und andere Obstplätze, da ist Sal­zig, dessen Kirschen bis England gehen und m

und der Lindauer Kapelle vorbei. Gesamtwanderzeit 4% Stunden.

Bieber Bubenrod Dicke Eiche Naunheim wehlar.

Vom Bahnhof Bieber führen uns rote Kreuze, zumeist durch schönen Hochwald nach dem hoch­gelegenen Hofgut Bubenrod, der leider seit kurzem seine gastlichen Pforten wieder geschlossen hat. Hier stoßen wir auf die vom Dünsberg kommenden gelben Striche, die uns nunmehr auf der ganzen Wander­strecke begleiten. Wir überschreiten hinter dem An- wesen den Schwarzbach und gelangen nach einer Weile zur Dicken Eiche, einem altehrwürdigen Natur­schutzdenkmal. Der Platz um den mächtigen Baum ist mit zahlreichen Ruhebänken versehen. Wir wenden uns von hier rechts durch den Wald und gehen dann abwechselnd über Wiesen und durch Wald, unterwegs prächtige Ausblicke in das Lahntal, auf Garbenheim, Stoppelberg, Wetzlar und den Taunus genießend. Nach geraumer Zeit erreichen wir an der Dorflinde auf einem Hügel Naunheim und auf der Straße l weiter über Niedergirmes den Bahnhof Wetzlar.

Wanderzeit 3% Stunden.

Diese Wanderung führt nur in ihrem ersten Teil durch Wald, ist daher vorwiegend für kühlere Tage geeignet. Von Marburg, wohin wir Sonntagskarte benutzen, folgen wir bis zum Lichte Küppel, wo sich uns, wie auch schon unterwegs, prächtige Ausblicke erschließen, blauen Kreuzen. Hier treffen wir gelbe Kreuze, denen wir nunmehr nachgehen. Einem stillen Waldtälchen aufwärts folgend, kommen wir über die Schröcker Gleiche (schöne Aussicht ins Hinterland) durch das Dörfchen Moischt nach Wittelsberg. In der Nähe des Dorfes liegt der Kirchberg mit der Kirche und einem alten runden Wartturm, von dem sich eine reizvolle Fernsicht bietet. Ohne Zeichen wan­dern wir nun weiter über Holzhausen mit Schloß Neu-Potsdam inmitten herrlicher Parkanlagen und Roßdorf, später an der Eenigenburg vorbei nach dem hochgelegenen Amöneburg. Die Rundsicht von der Ruine des ehemaligen Klosters ist hervorragend schön und frei bis zu den Bergen der Rhön, des ~ lsbergs, Taunus, Westerwalds und Sauerlands.

dem Wege zum Endziel Kirchhain kommen wir an zwei historischen Stätten, dem Friedensstein

Und dann packt Wanderlust die Alfen und die Jungen. Noch ist die Luft klar wie Kristall, es wandert sich wonnig im ersten zarten Laubschatten Wir haben längst die blumenbunte Parklandschaft von Bad Salzig abgegraft, das weife Waldmeer um das benachbarte alte Römerstädfchen Bo^mD mit seinen vielen blühenden Gärten, seinen Aus­sichtshöhen. m ,

Wir sind in die Felsenge des Bornhofener Tales gestiegen, das die jenseitige Bergwand zer- reifet. Unten am Rhein das uralte Kapuziner,läster Barnhafen, van Obstbäumen umbluht. Droben aber hacken schwarz und duster die feindlichen Bruder, die RuinenLiebenstein" undSterrenberg , Schlucht undStreitmauer" trennen die Burgen. Unmittelbar über dieser vielbesuchten Statte der Romantik, die heut durch anmutige ©artenanlagen verschönt und nicht minder mit einem blichen Rheinblick geschmückt ist, streichen dann nach beiden Seiten die R h e i n h ö h e n w e g e Jeder Rhem- fahrer sollte sie kennen, denn nur auf wefen Pfaden erfaßt man völlig den Hauber rheinischer Natur

Wir nehmen das Fruhschfif der großenKoln- Düsseldorfer" rheinauf nach St. Goarshausen, über dessen schieferblanker Häuserzeile Bur g K a tz auf schroffem Felsen thront. Aber anderes lockt uns beut, ein Burgenkleinod abseits vom Wege: Reichen­berg über dem Hafenbachtal. Stimmungsvoller Auf­takt ist das wunderschöne Schweizertal, zwischen dessen Schluchtwänden Kaskaden schäumen, alte Mühlen klappern, lieber bie aussichtsreiche Fe höhe" dann zum stolzen Felsenschloß, architektonisch wohl eins der bemerkenswertesten im Rheinland. Graf Wilhelm von Katzenelnbogen erbaute es 1284 in orientalischem Stil, der auch den Jnnenräumen die besondere Note gibt. Kreuzgewölbe bilden die Dächer; durchbrochene Decken lassen den Säulen­schmuck oberer Räume erkennen. Zwei prächtige Granitsäulen am malerischen Schloßhof sollen aus

Weißbindermeister Karl Konrad Boller zu Lang-Göns, Verbandsdirigent des Verbandes oberhessischer Posaunenchöre und Dirigent des Lang-Gönser Posaunenchores, feierte an Pfingsten ein doppeltes Jubiläum. Er war unter den goldenen Konfirmanden und beging gleichzeitig den Tag, da er vor 50 Jahren seine Tätigkeit in der Posaunen­chorsache begann. Sein Vater, der als Schäfer dem Sohn in stillen Abendstunden auf der Deichsel der Schäferhütte das Blasen beigebracht hafte, schickte ihn gleich nach seiner Konfirmation in den Posau- nenchor Klein-Linden, den ältesten in Hessen. Von dort aus wurde dann vor 48 Jahren der Lang- Gönser Posaunenchor gegründet. Dem Jubilar wurde bei Gelegenheit der Feier der goldenen Kon­firmation am zweiten Pfingstfeierfage ein neues Kuhlo-Flügelhorn mit Widmung von der Kirchen- gemeinbe geschenkt. Möge er noch lange den Stab führen und seiner von ihm besonders geliebten Bachschen Kirchenmusik dienen.

wird die Hochstraße ein einziger Panoramaweg, ein unvergeßlicher Höhenbummel, bis der Weg sich nach Braubach senkt und eins der fraulichsten Stadt­bilder Braubach mit seiner hochgefürmfen Marks- dura vor uns liegt.

Wir schlendern durch die engen Gassen des kleinen, mehr als tausendjährigen Sfadtwesens, das noch Wehrgänge und Reste feines Mauerwalles hat. Glanzstück aber ist seine Burg, bie einzige un- zersförf gebliebene Ritterburg am Rhein. Ihr Ge­burtsjahr ist nicht mehr fesfzustellen, jeboch gehörte Butzbach" 1200 den Herren von Eppstein, 1437 wurde dem hl. Markus bie Vurgkapelle geweiht; nach ihr hieß sie Markus- (Marks-) Burg. Kapelle, Rittersaal, Kemenaten, Burgsrieb alles einfach, wie bie alte Zeit baute geben ein mittelalter­liches Bild, das derVerein zur Erhaltung deut­scher Burgen" bewahrt hat.

Am Schluß eines wundervollen Wandertages laßt sich gut dort oben fitzen, vor der alten Schänke, wo der Blick in glanzverklärte Weite geht, läßt sich's träumen von alter und neuer Zeit. Drunten strömt der Rhein, schlingt einen mächtigen Bogen um die Bopparder Hamm", deren Wein uns im Glase blinkt. Und wie bunte Bänder ziehen zu beiden Seifen Anlagen, Gärten, Obsthaine mit: Es blüht am Rhein!'

Daseins zu freuen.

Mit frommem, kindlichen Herzen müssen wir den Frühling in uns aufnehmen und alles andere ver­gessen, bann wird er uns zum Erlebnis. Auch lächeln sollst bu roieber. Du hast ben Wald erreicht, stehst aufatmenb still und schaust die schwellende Pracht. Da ein Ruf: Der Kuckuck! Lächelst du dann nicht? Ja, dieser Schalk im Walde zaubert ein Lächeln in dein Gesicht. Helle, sonnige Kinder­tage steigen vor deinem Geiste auf, Tage, an denen du mit Deinen Kameraden am Bache die Weiden schnittest und die ersten Pfeifen klopftest. Damals rief auch der Kuckuck, und die Buben neckten ihn mit luftigen Reimen.

Alle, die vergrämt durch die Welt gehen, sollten aufhorchen und der Stimme des Kuckucks lauschen, an sonnenhellen Tagen hinaus in den Wald man- dern.

So kann eine Wanderung in die frische Frühlings- natur Wunder tun. Die Wanderlust steckt uns ja allen im Blut, und mir sagen: Wandern ist Leben! Darum hinaus in die Weite! Blumenduft und Vo- gellieb locken. Willst du da im Zimmer hocken?

Hhn.

Die Kosten des Verfahrens mürben dem Angeklagten ; auferlegt. ,

Das unverschämte freche Verhalten des Juden, der > beim Betreten des Gerichfsfaals vor der Urteils­verkündung das Gericht mit dem deutschen Gruß grüßte, zog ihm eine scharfe Rüge des Vorsitzenden

Amtsgericht Gießen.

Der Fr. T. aus Lich hatte mengen fahrlässiger , Körperverletzung in Tateinheit mit einer Über­tretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über zwei Monate Gefängnis erhalten, weil er am 23. Dezember 1936 mit feinem Liefer­wagen (Lastkraftwagen) auf der Straße von Nieder- Befiingen nach Ober-Bessingen durch verkehrswidri­ges Verhalfen bie Körperverletzung eines Motor­radfahrers verursacht Haffe. Beim Ueberholen eines vor ihm fahrenden Pferdefuhrwerks sah er ein ihm entgegenkommendes Motorrad zu spät, so daß ein Unfall unvermeidlich war. Der Motorradfahrer kam zu Fall und verletzte sich schwer. Weiterhin wurde das eine Pferd des Fuhrwerks angefahren und so verletzt, daß es nofgeschlachtet werden mußte. Da der Angeklagte nicht vorbestraft ist und schon lange Jahre als Fahrer sich bewährt hat, zum anderen der Unfall des Motorradfahrers heute keine Folgen mehr zeitigt, verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertrefung der RSfrVO. zu einer Geldstrafe von 60 Mar k. Im Un- einbringlichkeifsfalle sind je 5 Mark mit einem Tag Gefängnis zu verbüßen. Außerdem hat der Ange­klagte die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 20. Mai. Hier wurde am zweiten Pfingsttag zum erstenmal die g 0 l d e n e Konfirmation gefeiert. Von den 39 am zwei­ten Pfingsttag 1887 Konfirmierten leben noch drei­zehn Männer und neun Frauen. Außer drei aus­wärts Wohnenden waren alle Jubilare zur tveter vereinigt. Sie gingen geschloffen zum Gottesdienst, in dem der Pfarrer über das BibelwortIch lasse dich nicht, du segnest mich denn" predigte, und in welchem der Kirchenchor zu Ehren der Zumlare zwei Lieder sang, und nahmen am heiligen Abend­mahl teil. Der Nachmittag und Abend vereinigte die Jubelkonfirmanden mit ihren Gatten bzw. Gattin­nen zu froher Nachfeier in einem unserer Sale bet froher Unterhaltung. ~ .

T Kloster Arnsburg bei Lich, 21. uRai. Trotz der regnerischen Vormittagsstunden fanden sich am Psingstbiensttagnachmittag im Kloster Arnsburg nahezu 1500 Personen zusammen, um das Iäh­re s f e st ber evangelischen Erziehungs- a n ft a 11 für Mäbchen festlich zu begehen. Un­ter ben schattenspendenden alten Buchen des ,'Psafi fenfteins" begann um 14 Uhr ber Festgvttesdienst. Weit in den Waldesdom hinaus erklangen die ge­meinsam gesungenen Choräle der großen Festge- meinbe, begleitet von ben Sttmmen ber Pa saunen. Die Festansprachen hielten Pfarrer Roh r ich t (Nieber-Ramstabt) und Kirchenrat Dr Ziegler (Kork in Baben). Die Mäbchen bes Rettungshauses hatten mit ihrer Schwester zwei mehrstimmige Lie- ber für bie Feier eingeübt, bie gut gefielen. Nach ber Kaffeepause fand im Klosterhof. vor der Kirche, bie Nachfeier statt. Wieder wandte sich Kirchenrat Dr. Ziegler an bie Versammelten, um sie mit Gottes Wort zu erbauen. Pfarrer L e n z (Darm­stabt), einstmals Stiftsbechant von Lich, erzählte aus ber Geschichte bes Arnsburger Rettungshauses im verflossenen Jahre und ermahnte, nicht stille zu stehen in der Arbeit der Inneren Mission Gegen Abend kehrten die Teilnehmer in die Dörfer und Städte ber Umgebung zurück.

Großer Eierdiebstahl.

LPD. F r a n k f u r t a. M., 21. Mai. Zum Scha­den einer Frankfurter Lebensmittelgroßhanblung wurden seit einigen Monaten von einem Ange­stellten und vier Kraftfahrern der geschädigten Firma, welche die Eier von der Zentrale an die Filialen zu liefern hatten, jeweils 2 00 bis 300, zum Teil auch mehr Eier gestoh­len, die der Vater und ein Bruder des Angestell­ten im Hausierhandel verkauften.

Vom Glück des Wanderns.

Nichts gibt es auf der Welt, das uns mehr er­leichtert, bas uns mehr Freube schafft, als eine Wanderung ober ein Aufenthalt in neuer Um­gebung. Oder willst bu warten, bis bir ber Arzt verordnet, baß bu endlich einmal ausspannst? Wie oft ist es bann zu spät!

Denk boch einmal zurück, als bu vor Jahren m die Berge fuhrst! Wie unendlich fern lag deine All- tagsroelt hinter dir, schon am Abend des ersten Tages! Die vielen Reiseeindrücke, die vielen Men- chen, mit denen du zusammenkamst, all dies schuf eine starke Wand, die sich schützend vor dich stellte. Und erst in den nächsten Tagen! Meintest du nicht, du seiest schon wochenlang dort in den Bergen? Ja, das gab eine Entspannung, eine Erholung, wie bu es nie für möglich gehalten hättest. Ein ganz neues Lebens- unb Glücksgefühl erfüllte bein Herz. Jeder Tag echöhte dieses Gefühl, und noch heute denkst bu nur mit frohen Augen an biefe Zeit zurück.

Es gibt Augenblicke im Leben, ba möchte man an allem verzweifeln. Nichts, nichts macht bir mehr Freude. So kann bas nicht weitergehen, benfft bu. Aber siehe! Es geht boch weiter. Tag für Tag steigt bie Sonne höher. Der Winter ist vergangen, unb ber Frühling ist wenn auch langsam gekommen. Unb so folgt auch auf bas größte Leid ganz lang­sam wieder Lebenslust, Freude am Dasein.

Diele Menschen wissen es immer noch nicht, daß uns die Natur das innere Gleichgewicht wieder geben kann. Den größten Schmerz, das bitterste Leid, wir werden davon geheilt draußen im Früh­lingswald. Amsellied, Bienensummen und gaukelnde Schmetterlinge zeigen uns den Weg zur Ruhe. Wir sehen auf einmal alles mit anderen Augen. Unser Herz atmet auf und wird heiter. Ist die Not noch so groß, der Frühling hilft immer wieder, und leise kommt die Hoffnung auf bessere Zetten.

Du schaust schon bei einem Gang durch die Flu­ren auf, wenn die Lerchen trillernd in die Luft stei­gen. Hörst du dann nicht auch Stimmen in deinem Innern? Lassen sich die kleinen Sänger von den kalten nassen Tagen der letzten Wochen irremachen? Nein! Unermüdlich erheben sie sich wieder in die blaue Himmelsluft, um zu jubilieren und sich ihres

Rheintal und im Taunus, im Westerwald wie am Main. Feier und Tanz, Lied und Sport füllen den Tag und entscheiden die Bewertung jeder Gruppe, denn wer den besten Tanz, den ordentlichsten Sport, das feinste Lied und die straffite Disziplin aufwei­sen kann, der erhält eine besondere Auszeichnung, die meistens in einer Freifahrt für die ganze Gruppe besteht.

Wenn dann am Sonntag die letzten Fahnen ein- gezogen unb bas letzte Marschlied verklungen sind, Dann bedeutet dies für unsere Jungmädel nicht bas Ende eines schönen Erlebnisses, sondern Ansporn zu noch größerem Einsatz, noch besserem Gelingen im nächsten Jahr.

Oie $rau gestattet den Urlaub der Familie.

Auch diese Aufgabe fällt der Frau zu, den Ur­laub ihrer Familie so zu gestalten, daß er zu rich­tiger Freude und Erholung wird. Aber, abgear­beitet ist ja nicht nur der Vater ihrer Kinder, sondern auch sie, die Hausfrau und Mutter, unb wer sollte von ihr, bie treu für bie ihren sorgt, verlangen, baß sie nun auch bie Last bes Reise­leiters tragen soll. Hat sie nicht schon genug Vor­bereitungen für ben sehnsuchtsvoll erwarteten Ur­laub zu treffen? Hier steht ihr ein hilfsbereiter unb zuverlässiger Reisemarschall zur Verfügung: Das Reisebüro hat eine große Auswahl von Vor- schlügen für jebe Familie bereit: Gesellschaftsrei» fen an bie See unb ins Gebirge, mit bem Reise- omnibus unb in ber BahnVereint reisen oetrennt erholen" ist bie Devise, mit ber bas Reisebüro zur Teilnahme an seinen Gesellschafts­reisen aufforbert. Keine Sorgen mehr, wo wir schlafen unb essen unb trinken werben. Schon bas ist bie schönste Vorfreube, wenn bie Mutter bie vielen bunten Prospekte, bie sie im Reisebüro be­sorgen kann, nach bem Abenbbrot auf bem gro­ßen Tisch ausbreitet, unb in Gebauten sind schon alle weit fort in sonnigen Ferientagen, im schönen Deutschlanb.

der Kaiserpfalz Karls des Großen zu Ingelheim in diese Bergeinsamkeit gerettet worden sein. Mancher­lei Interessantes an kostbarem Hausrat, Rüstungen, Waffen zeigt das Durghaus.

Das eindrucksvolle Bild der Feste hoch über stiller, grüner Talwelt folgt uns noch eine Weile, wenn mir nun zum Rheinhöhenweg aufsteigen. In mehrstündiger Wanderung bringt er uns nach Bad Braubach, in den Bereich ber Marksburg, des anderen Burgenwunders dieser Rheinseite. Es ist ohne Zweifel eine ber herrlichsten Höhenwande­rungen bes Rheinlanbes, mit köstlicher Mannig­faltigkeit ber Eindrücke. Wir streifen hochgelegene Dörfer, Lierscheib, Nochern, Prath, Lykershausen mit immer wechselnden Blicken auf den spiegelnden Strom und seine bewegte Umwelt. Stundenweite Hochwälder breiten sich um uns, Sonne durchgoldet helles Buchenlaub; Vögel jubeln ihr Frühlings­glück in diese heitere Welt; Primeln und Anemonen überklettern den braunen Blätterboden.

Aus Wald und Schlucht wieder hinauf zu be­sonderer Pracht der Höhe: zum Fünftäler­blick hoch über waldgefüllten Gründen, zur un­vergleichlichen Wilhelmshöhe am Hang des Drei­spitz, von deren Felskanzel der Blick senkrecht 200 Meter tief zum Rhein, zur mächtigen Fleckerts- wand, zu den Höhen des Hunsrück geht. Von hier