manischer Vor- und Frühzeit den Teilnehmern tiefe Einblicke in das Volks- und Geistesleben unserer germanischen Vorfahren. Prof. Wuest von der Universität Münster hielt einen Vortrag über den „arischen Sonnenhelden", wobei er sich mit jenen Wissenschaftlern auseinandersetzte, die dem Germanen- und Jndogermanentum eine ethisch hohe Gottesvorstellung absprechen. Der Hauptschriftleiter der Zeitschrift „Germanien", Dr. Platz mann (Berlin), wies eine Reihe von Spuren dieses arischen Sonnenhelden in den deutschen Sagen und Märchen und in der übrigen indo-germanischen Sagen- und Märchenwelt nach. Otto Sigfrid Reuter, der Verfasser der „Germanischen Himmelskunde" sprach über „Germanische Astronomie", und Prof. Teudt beschäftigte sich mit der Tacitus-Darstellung des Ger- manicus-Krieges 14—16 n. Ehr. und behandelte insbesondere den angeblichen Germanicus-Sieg im Jahre 16, der eine ebenso vollkommene Niederlage wie die des Varus im Jahre 9 n. Ehr. gewesen sei.
Die Goelhe-lNedaille
für den Chirurgen Geheimrat Erich Lexer.
Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers Dr. Frick dem Geh. Medizinalrat Dr. Erich Lexer in München-Schwabing aus Anlaß seines 70. Geburtstages am 22. Mai 1937 mit Urkunde vom gleichen Tage die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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Geh. Medizinalrat Professor Dr. Erich Lexer, der em. Ordinarius für Chirurgie an der Universität München, habilitierte sich 1898 in Berlin, wurde dort 1902 Extraordinarius und lehrte später in Königsberg, Jena und Freiburg. 1928 wurde er Nachfolger von Sauerbruch in München; seit 1936 ist er von den amtlichen Verpflichtungen entbunden, hat aber nochmals einen Lehrauftrag er
halten. Geh. Rat Lexer ist Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften; sein bedeutendstes Werk ist die „Allgemeine Chirurgie", die bereits 20 Auflagen erreichte.
14. Deutsche Tagung für Krüppelfürsorge in Frankfurt.
In Frankfurt wurde die 14. Deutsche Tagung für Krüppelfürsorge mit sachlichen Beratungen fortgeführt. Professor Dr. Hohmann, Direktor der orthopädischen Klinik in Frankfurt, begrüßte besonders den Vertreter des Reichsministers des Inneren, Ministerialrat Eber, und den Vertreter des Reichsärzteführers. Professor Hohmann ging dann auf die Entwicklung der Fürsorge für den Körperbehinderten ein und schilderte die Ent- stehunb der Orthopädischen Universitätsklinik in Frankfurt, die als ein Musterbetrieb auf diesem Gebiete anzusehen sei. Als Geburtsjahr der neuen deutschen Krüppelfürsorge bezeichnete er das Jahr 1906, als die erste amtliche deutsche Krüppelzählung vorgenommen wurde, deren erschreckende Zahlen das Gewissen nicht mehr schlafen ließen, bis dann im Jahre 1920 das Krüppelgesetz geschaffen wurde. Die Aufgabe sei, den Körperbehinderten wieder zu einem vollwertigen Mitglied der Volksgemeinschaft zu machen, dieser Aufgabe solle auch der diesjährige Kongreß in erster Linie dienen. Dann eröffnete Professor von Verschuer (Frankfurt) die Reihe der fachwissenschaftlichen Vorträge mit dem Thema: „Was muß der Anstaltsleiter und die Fürsorgerin von den Erbkrankheiten wissen?" Erbdiagnose, Erb- belastung, Erbkrankheit und Erbgesundheit sind die Grundbegriffe, die bei der Beurteilung des Krankheitsgrades und bei der Behandlung auch der Körperbehinderten eine ausschlaggebende Rolle spielen. Zu dem Thema Arbeitsvermittlung, Berufsausbildung und Berufsbewährung der Körperbehinder
ten sprachen u. a. Pastor D. Vietor (Volmarstein), Oberlehrer Herold. (Leipzig), Professor Brandes (Dortmund) und Dr. B u s o l d , Referent des Frankfurter Arbeitsamtes.
Großer Erfolg der .,Ring"-Aufführungen unter Furtwängler in London.
Im Rahmen des Krönungsprogramms der Londoner Covent-Garden-Oper wurde die Aufführung des Ring-Zyklus mit der „Götterdämmerung" beendet. Die englische Presse äußert sich begeistert über die musikalische Leistung Furtwänglers und die Darbietungen der deutschen Sänger. „Daily Telegraph" schreibt, der große Beifall des Publikums habe gezeigt, daß Furtwängler von den Wagneroerehrern der englischen Hauptstadt von ganzem Herzen anerkannt werde. Furtwängler habe die Aufführung des Rings mit tiefstem Verständnis und mit großzügiger Gestaltungskraft geleitet. Die deutschen Sänger, unter ihnen Max L o - r e n z, Herbert Janssen, Ludwig Weber, Wilhelm Engelberger, Maria Fuchs, Frida Leider und Margarete Klose, werde man noch lange im Gedächtnis behalten.
Wechsel in der Leitung der Deutschen Akademie.
An Stelle des nach Ablauf seiner dreijährigen Amtsperiode auf eigenen Wunsch ausscheidenden Präsidenten Professor Dr. Karl Haushofer wählte der Senat der Deutschen Akademie den Rektor der Universität München, Professor Dr. Leopold K o e l b l zum Präsidenten der Deutschen Akademie. Zum stellvertretenden Präsidenten und Leiter der wissenschaftlichen Abteilung wurde für den zurückgetretenen bisherigen Leiter Professor Dr. Otto von Zwiedineck-Südenhorst Professor Friedrich von der Leyen gewählt. In dankbarer Anerkennung der hohen Verdienste um die Deutsche Akademie wurde Professor Haushofer
das große Ehrenzeichen verliehen. Zu Senatoreck wurden gewählt Professor Dr. Hermann Aubin. Breslau, Dr. h. c. Rudolf B i n d i n g - Starnberg, Professor Dr. Paul W e n tz ck e - Frankfurt a. TL und Professor Dr. Otto von Zwiedineck-Sü- d e n h o r st.
Zeitschriften.
— Mit Westtirol, Voralberg und der Ostschweiz befaßt sich das Mai-Heft des „Bergsteigers" (Verlag F. Bruckmann, München), das mit einer Fülle von wundervollen Bildern — Farbtafeln, Lichtbildern, alter und neuer Graphik — ausgestattet ist. Neben fesselnden Schilderungen von klassischen und modernen Eis- und Felsfahrten finden wir auch wertvolle volkskundliche Beiträge wie z. B. die bebilderte Abhandlung über Land und Leute im Montafon und über das Alphorn, außerdem kommen auch Meister der Erzählung zu Worte. Der Nachrichtenteil des Heftes, das unter dem Motto „Die Ferientage nahen" steht, ist ein Faden durch das Labyrinth der heutigen Reisevorschriften und beschäftigt sich außerdem mit bergsteigerischen Belangen.
tzochschulnackrichten.
Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Professor Dr. med. Wilhelm Pfannen st iel beauftragt, in der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg die Luftfahrtmedizin in Vorlesungen und — soweit nötig — in Hebungen zu vertreten. — Dem ordentlichen Professor Dr. Erich Schwinge hat der Minister ein planmäßiges Ordinariat in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Marburg verliehen.
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