von Frl. Lotte Braubach begrüßte die Vorsitzende Frau Luise Patz die Besucher. Der Redner des Abends, Oberst a.d. Schröder (Darmstadt), schilderte dann die Entstehung des Roten Kreuzes vom Beginn bis zue Gegenwart, nahm Bezug aus die gewaltigen Leistungen des Roten Kreuzes im Weltkrieg, ging näher ein auf die Anerkennung des Roten Kreuzes durch den Führer und betonte, daß der Nachwuchs aus der Hitler-Jugend und dem BDM. herangebildet werde. Gesangsstücke, ein Menuett, getanzt von Frl. Lotte Braubach und vier Kindern, ein Frühlingsreigen, von acht Mädchen getanzt, sowie Musikstücke einer Militärkapelle trugen zur Verschönerung des Abends bei. Der offizielle Teil schloß in üblicher Weise. Hieran schloß sich ein geselliges Beisammensein.
Kreis Alsfeld.
—.— Homberg, 20. April. Am Sonntagabend brachte die Hess.-Nass. Volksbühne Wiesbaden das Lustspiel ,Hilde und 4 PS" zur Aufführung. Die Stadthalle war gut besetzt. Die Zuhörer erfreuten sich sehr an den köstlichen Darbietungen.
preuhen.
Kreis Wetzlar.
# Wißmar, 20. April. Der hiesige Kirchen- ch o r hielt im festlich geschmückten Saal von Wolf seinen Familienabend ab, der mit einem gemeinsam gesungenen Lied, mit einem Vorspruch und einer Lieddarbietung des Chores eingeleitet wurde. Pfarrer Cappel sprach anschließend über den Zweck und die Ziele des Chores und dankte besonders dem Lehrer Schnorr, der sich seit der Gründung des Chores unermüdlich in dessen Dienst stellte und die Gesangsstunden leitete. Im weiteren Verlauf des Abends folgten in reicher Abwechselung Gesangsvorträge, Gedichte, Mundartvorträge usw. Don gebefreudigen Händen war auch für die Minderbemittelten in bester Weise gesorgt. Im Schlußwort sprach Lehrer S ch n o r r die Bitte aus, daß sich jedermann auch weiterhin für die Aufgaben des Chores einsetzen möge.
< Dutenhofen, 20. April. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale der Gastwirtschaft „Gambrinus" ihre Iähresschlußversamm- lung ab. Kameradschaftsführer Weber gedachte zunächst der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung und gab dann einen Bericht über das Leben in der Kameradschaft. Er konnte mitteilen, daß sich die Mitgliederzahl auf 119 erhöhte und die Kassenverhältnisse in bester Ordnung befunden wurden. Dem Kassenführer, Kamerad Klotz, der dieses Amt bereits seit 25 Jahren verwaltet, konnte Entlastung erteilt werden. Mit dem Amt des Fecht- warts wurde Karl Becker betragt. Aus einer Anzahl jüngerer Kameraden wurde eine Schießgruppe gebildet. Für die nächste Zeit ist die Abhaltung eines'
öffentlichen Preisschießens vorgesehen. Am Reichs- kriegertag 1937 in Kassel wird sich die Kameradschaft mit mehreren Mitgliedern beteiligen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung konnte Kamerad- schastsführer Weber zahlreiche Kameraden, die sich über Jahrzehnte hinweg um die Kyffhäuser- jache verdient gemacht hatten, auszeichnen. Ein nicht alltägliches Jubiläum kann Georg Becker begehen, der nunmehr seit 50 Jahren dem Verein die Fahne in Freud und Leid voranträgt. Er versprach, die Fahne so lange zu tragen, als es ihm feine Kräfte gestatten; er erhielt die höchste Kyffhäuser-Auszeich- nung, das goldene Jubiläumsabzeichen für 50jährige Mitgliedschaft. Mehrere Kameraden, die über 40 Jahre der Kameradschaft angehören, wurden mit Bildern des Führers oder des Generalfeldmarschalls von Hindenburg ausgezeichnet. Für über 25jährige Mitgliedschaft wurden goldene und silberne Ehrennadeln überreicht. Für 25jährige treue Dienste im Kyffhäuserbund wurden etliche Kameraden mit dem silbernen Jubiläumsabzeichen bedacht. Die Kriegerkameradschaft Dutenhofen, die im vergangenen Jahre auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hat noch einen der Gründer, und zwar Kamerad I. Agel, in ihren Reihen. Mit kameradschaftlicher Unterhaltung fand die Versammlung ihren Abschluß.
Der Mord
an dem Jagdaufseher Hoffmann.
Lpd. Frankfurt a. M., 20. April. Im Anschluß an die bisherigen Veröffentlichungen in der Presse über das Verbrechen im Jagdbezirk Friedrichsdorf teilt die Justizpressestelle Frankfurt a. M. noch mit, daß die Ermittlungen mit größtem Nachdruck betrieben werden. Am Montagnachmittag fand in Gegenwart von Oberstaatsanwalt P o t h und Staatsanwaltschaftsrat Kayser die Leichenöffnung vor dem Richter in Bad Homburg v. d. H. statt. Die Leiche wies am Hals große Würg- m a l e und eine erhebliche Anzahl von Messer- st i ch e n an Kopf und Hals auf. Zwei Halsstiche haben offensichtlich den Tod des Hoffmann durch Verbluten herbeigeführt. Die Staatsanwaltschaft begab sich nach der Leichenöffnung, ebenso wie Mitglieder der Mordkommission erneut an den Tatort nach Friedrichsdorf, um weitere Feststellungen zu treffen. Die Ermittlungen haben bisher zu zahlreichen Verhaftungen geführt. Auch liegen Anhaltspunkte für die Ermittlung der Täter in mehreren Richtungen vor. Die vorgenommenen Haussuchungen lassen auch auf weitere Vergehen schließen.
Die „Schrecken der
Lpd. Frankfurt a. M., 17. April. Die Große Strafkammer verhandelte gegen den 28jährigen Rich. Kothenschulte, den 35jährigen Otto Paetzold
und den 53jährigen Max Keil, einer Einbrechergesellschaft, die unter dem Namen „Schrecken der Nacht" bekannt war, und auf deren Konto 273 Einbrüche mit 30 000 Mark Schaden kamen. Die Bande, zu der auch noch andere Personen zählten, waren so gefährlich, weil sie durch Keil zu einer Erfindung gekommen war, auch die s ch w i e r i g st e n Sicherheitsschlösser zu öffnen. Die Angeklagten brachen in Geschäften, Büros, Antiquitätengeschäften und Schuhläden ein und erbeuteten im Einzelfall Bargeldbeträge von 5 bis 1500 Mark. Im Dezember v. I. befaßte sich das Schöffengericht mit den Angeschuldigten. Kothenschulte wurde zu zwölf Jahren Zuchthaus, Paetzold zu e l f Jahren Zuchthaus und Keil zu zehn Jahren Zuchthaus, außerdem alle zu je zehn Jahren Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht und Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Angeklagten legten Berufung ein und erreichten, daß die Sicherungsverwahrung aufgehoben wurde, während es im übrigen bei dem früheren Urteil blieb. Die Angeklagten waren bisher mit Zuchthaus noch nicht vorbestraft, was dem Gericht Veranlassung bot, die zuerst ergangene Entscheidung abzuändern.
Kirche und Schule.
Sellnröder Heimatspiel.
(D Sellnrod, 20. April. Die Aufführung eines Heimatspiels hatte am Abend des 11. April so viele Besucher in die Sellnröder Kirche gelockt, daß der Ueberfüllung wegen das Spiel am letzten Sonntag wiederholt werden mußte. Dieses „Sellnröder H e i m a t s p i e I", von Pfarrer Zulauf zusammengestellt nach geschichtlichen Ereignissen, Namen und Daten aus den Jahren des Sellnröder Kirchbaues, ist in seinen vier Bildern ein lebendiges Glaubenszeugnis aus den Tagen unsrer Väter gewesen. Mit gutem Geschick und großer Freudigkeit ist es den Darstellern gelungen, die Besucher im Geiste zurückzuführen in jene Jahre zwischen 1686 und 1698. Die geschichtlichen Zusammenhänge mit der ehemaligen Muttergemeinde Bobenhausen, die Gründung der selbständigen Pfarrei Sellnrod in den Jahren des Dreißigjährigen Krieges, das Sehnen der Gemeinde nach einem neuen Gotteshaus und das Erlebnis des gesegneten Tags der Kirch-Weihe, das alles ist in dem mehr als zweistündigen Spiel gegenwärtig'geworden. Altoertraute Sellnröder Namen sind aufgeklungen: die Schneid müll er und K n ö ß, die Müller, Rahn und Sittich; und dem verdienstvollen Erbauer unsres Gotteshauses, dem Pfarrer Simon Christoph H o d a u g, ist durch dieses Heimatspiel ein geistiges Denkmal gesetzt worden. Die Nachbargemeinden Altenhain, Höckersdorf, Schmitten und Wohnfeld sind teilweise durch eigne Vertreter
in die geschichtlichen Ereignisse des Spiels verwickelt gewesen. Dazwischen war die Aufführung belebt von Stellen urwüchsigen ländlichen Humors und reiner jugendlicher Freude, lieber allem aber stand der spürbare Reichtum eines lebendigen Christenglaubens, der als Mahn- und Segenswort hin- eingesprochen worden ist in unsere Zeit. So hat der Abend vielleicht manchem Besucher eine besondere Predigt sein dürfen. Der Erlös der beiden Aufführungen, ein Betrag von mehr als 150 Mk., dient der Förderung des Gemeindesaal- Baues in Sellnrod, das diesen Raum für sein kirchliches Gemeindeleben noch schmerzlich entbehren muß. Verschiedenen Anregungen zufolge haben sich die Spieler und ihr Pfarrer bereit erklärt, die Aufführung am Abend des Himmelfahrttages in der Kirche zu Bobenhausen zu wiederholen. Auch in dieser Gemeinde, mit der Sellnrod einst so eng verbunden gewesen ist, dürfte das Spiel regem Verständnis ausgenommen werden.
JtunOfunfproqromm.
Donnerstag, 22. April.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Gruß aus der Westmark. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. Mehr Eier — aber wie? 12: Musik für alle. 13: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk; offene Stellen. 14: Nachrichten. 14.10: Was sich unsere Hörer aus der Schweiz wünschten! Für die deutschen Soldaten des Deutschen Krieger-Kurhauses in Davos-Dorf. 15: Volk und Wirtschaft. Wenn man einen Laden kauft. 15.15: Kinderfunk: Kinder dichten und musizieren! 16: Kleine Konzertstunde. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: „Unvergeßliche Kindheit", Erinnerungen und Erkenntnisse. 17.45: Das aktuelle Buch: „Welt- kriegsende". Von Oberst Schwertfeger. 18: Blaskonzert. 19: Ein Schifflein fährt gen Südoften. Ein volksdeutscher Liederreigen des VDA. 19.40: Der Zeitfunkt bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.10: Volksmusik und Volkslieder aus dem Westerwald. 21: „Holzappel", (Ursendung). Ein Volksstück aus dem Westerwald. Von Hans A. Weber. 22.10: Nachrichten, anschließend aus dem Sendebezirk; Grenzecho. 22.35: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Kirchliche Nachrichten.
Donnerstag, den 22. April.
Gießen. Iohannesfaal. 20 Uhr: Dibelstunde, Pfarrer Ausfeld.
Sprechstunden der Redaktion.
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Der Verfügung des Herrn Reichsstatthalters — Landesregierung — nachkommend, fordere ich die Besitzer von Schweinen in der Stadt Gießen auf, die notwendigen Angaben für die Anlage der Jmpflisten in der Zeit vom 22. bis einschließlich 24. d. 2U. auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 3, zu machen. 2769C
Gießen, den 19. April 1937.
Der Oberbürgermeister: Ritter.
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die italienischen Rotweine. Rotwein ist seiner Gerbsäure wegen sehr bekömmlich.
Rotweinflecke werden, solange sie frisch sind, mit Salz bestreut, mit Schmierseife eingerieben und ausgewaschen.
Rotwerden, durch Erweiterung der Blutgefäße hervorgerufenes Erröten des Gesichtes, bei vielen Menschen ein Zeichen von Verlegenheit, das sich jedoch bei gehobenem Selbstbewußtsein verliert.
Rotwild, Edelwild der Hirscharten. Hirsche werden, wenn sie jung sind, wie Reh zubereitet, sonst als Ragout verwendet.
Rotzunge, sehr schmackhafter, zu den Schollen gehöriger Fisch, der bis zu 40 cm lang wird. DieHaut wird vom Schwanz her um ein spitzes Mesier abgerollt.
Rouge, franz., Bedeutung: rot, entbehrliches Fremdwort für rote Schminke.
Roulade, franz., Bedeutung: gerollt, mit Speck, Zwiebeln und Gewürzen zusammengerollte und gebratene Rindfleischscheibe. Ee- müserouladen bestehen meist aus Fleisch, das in gekochte Kohlblätter eingerollt ist.
Rouleau, entbehrliches französisches Fremdwort für einen aufrollbaren Fenstervorhang.
Roulette, französisch, von „rollen", Glücksspiel, bei dem eine Kugel über einer drehbaren Scheibe mit numerierten Fächern rollt und bei dem auf einzelne oder mehrere Nummern gesetzt wird.
Rubin, roter Edelstein, der zu den Korunden gehört. Der weniger wertvolle böhmische Rubin wird Granat genannt. Als Monatsstein wird der Rubin mit dem Dezember in Verbindung gebracht.
Rubinglas, rotes oder gelbes Glas, das seine Färbung durch ein in der Glasmasse feinverteiltes Gold oder Kupfer erhält. Wie bei jedem Glas wird der Wert durch Form, Farbe und Schliff bestimmt.
Rucksack, die praktischste Einrichtung, bei Wanderungen bequem sein Gepäck zu tragen. Am zweckmäßigsten sind die Norwegerrucksäcke, weil sie nicht drücken und sehr geräumig sind. Rucksäcke sind immer aus wasserdichtem Stoss hergestellt. Sie müssen nach Gebrauch nach außen gekehrt, ausgebürstet und gut gelüftet werden. Für den Rucksack gibt es besondere Aluminiumbehälter für Speisen, die zerdrückt werden könnten. Zum Rucksack beschafft man sich mehrere Leinenbeutel, um Eßwaren von Wäsche usw. trennen zu können. In der deutschen Jugend ist der Rucksack meist durch den ebenso bequemen Tornister ersetzt.
Rudbeckia, Goldball, eine im Herbst in goldgelben Ballen blühende Eartenstaude, wird oft bis zwei Meter hoch, eignet sich zur Umpflanzung von Wasserbrun- nen. Niedrige Sorten blühen margeritenähnlich, nur gelb mit schwarzer Mitte. Vermehrung durch Teilung.
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