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Aus -en Gießener Gerichtssälen.

Oie Haustafel der NSDAP.

Als der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley im April des vergangenen Jahres die Neuorganisation der Partei in Zellen und Blocks anordnete, ver­fügte er gleichzeitig, daß in jedem deutschen Hause zur Unterstützung der Zellen- und Blockleiter eine für das ganze Reich einheitliche Haustafel anzu­bringen sei.

Die Haustafel hat die Aufgabe, Mittler zwischen allen im Hause wohnenden Volksgenossen und den örtlichen Dienststellen der Partei und ihrer Gliede­rungen zu sein. Auf der Tafel sind die Anschriften und Dienststunden der zuständigen Ortsgruppe der Partei, der DAF., und NSV. sowie die Namen und Sprechzeiten des für das Haus verantwort­lichen Blockleiters der Partei und der Blockwalter der DAF. und NSV. verzeichnet. Der untere Teil der Tafel ist für wichtige Mitteilungen der Partei und ihrer Gliederungen bestimmt und bietet so die Möglichkeit, allen Volksgenossen auf schnellstem Wege alles Wissenswerte aus der Bewegung be­kanntzugeben. Der obere Teil der Tafel zeigt-das Hoheitszeichen der Partei und weist mit der In­schrift:Volksgenossen, braucht Ihr Rat und Hilfe, so wendet Euch an die NSDAP.!" auf die oolks- betreuende Arbeit der Bewegung hin.

Von den Hausbesitzern dürfte die Schaffung der Tafeln besonders begrüßt werden, da mit ihrer Anbringung das wilde Ankleben von Zetteln und Plakaten endgültig sein Ende gefunden haben wird.

Die Tafeln sind 65X80 Zentimeter groß und aus besonderem Material sehr fest und dauerhaft ge­arbeitet. Für die Anbringung im Freien ist eine emaillierte Tafel geschaffen worden. Die Beschaffung der Tafeln ist über den zuständigen Blockleit^r der NSDAP, möglich.

Mit der Anschaffung der Haustafel der NSDAP, wird die Bereitschaft der Hausbesitzer bewiesen, die Bewegung in ihrer volksbetreuenden Arbeit zu unterstützen, und die Tatsache bekundet, daß das jeweilige Haus unter der Betreuung der NSDAP, steht.

WHW., Ortsführung Gießen-Nord.

Am Montag, 22., und Dienstag, 23. November, wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord für den Monat November die Pfundsammlung durch- aeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Dauer des Winterhalbjahres nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, sondern auch bei allen anderen Volksgenossen die Pfund- fpende erhoben wird. Als Spenden sind vorwiegend erwünscht: Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren und Kon­serven. Selbstverständlich werden auch alle änderen Pfundspenden entgegengenommen.

WHW. Ortsgruppe Gießen-Güd.

Am Montag, 22. Nov., Dienstag, 23. Nov., und Mittwoch, 24. Nov., findet im Bereich der Orts­gruppe Gießen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frauenschaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt. Als Spenden sind vorwiegend Mehl, Hülfenfrüchte, Graupen, Nudeln, Zucker, Grieß, Wurstwaren Kon­serven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereit­zuhalten.

BOM.-Üntergau 116.

Betr. Leistungsabzeichen.

Sonntag, 21. November, treffen sich die Mädel, die das Zielwandern mitmachen wollen, pünktlich um 11 Uhr am Ludwigsplatz.

Dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr wird im Volksbad für das Leistungsabzeichen geschwommen.

Die Untergausportwartin.

LM.-Untergau 116, Gießen.

Achtung, Jungmädel!

Wir sammeln am Samstag, 20. November, in allen Standorten des JM.-Untergaues Kinder­wäsche für das Winterhilfswerk. Diese Aktion ist reichseinheitlich festgesetzt und nur von den Jung­mädeln durchzuführen. Die JM.-Gruppenführerin- nen sind für die Sammlung verantwortlich. Sie beginnen überall am Samstag um 14 Uhr. In einer feierlichen Form werden die Sachen den Orts­amtswaltern der NSV. übergeben

Die IM.-Untergauführerin kommt zur Kontrolle in die Standorte. Die Gruppenführerinnen machen bis zum 24. November einen genauen Bericht mit der Anzahl der gesammelten Gegenstände an den IM.-Untergau.

Die Jungmädel von Gießen treten am 20. No­vember um 14.45 Uhr am Brandplatz mit Wagen und Körben an.

Besprechung der JM-Gruppenführerinnen.

Am Montag, 22. November, kommen alle JM.- Gruppenführerinnen um 19 Uhr zu einer Bespre­chung auf die Dienststelle des Untergaues. An­schließend Theaterbesuch.

Von der Universität.

Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gie­ßen wird uns mitgeteilt: Der Führer und Reichs­kanzler hat den Dozenten Lic. Erich Vogelsang zum ordentlichen Professor für Kirchengeschichte in der Theologischen Fakultät der Universität Gießen und zum Direktor des Kirchengeschichtlichen Seminars ernannt.

Ein Abend in Grinzing."

Man berichtet uns: Am Samstag'hatte die Sek­tion Gießen-Oberhessen des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins ihre Mitglieder und Freunde, wie all­jährlich, zu einem Fest eingeladen. Der Saal, schön geschmückt, die Getränke (echter Tiroler), die Klei­dung, die Stimmung und die Musik, alles hatte den Charakter eines rechten Alpenfestes.

Die Einleitung dieses frohen Abends bildete ein kleines Gesangs- und Tanzstück, das in Form einer Operette einenAbend in Grinzing" mit lustigen Liebesverwicklungen darstellte. Schöpfer und Haupt­darsteller dieses frohsinnigen Spieles war Herr Karl

Kleine Strafkammer Gießen.

Gestern wurde die Berufung des K. Hassel aus Frankfurt a. M., zur Zeit in Strafhaft in Preungesheim, gegen ein Urteil des Amtsgerichts Vilbel, welches wegen fortgesetzten Betruges auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis lautete, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Ange­klagte, der schon erheblich, u. a. auch mehrfach we­gen widernatürlicher Unzucht vorbestraft ist, hatte Anfang d. I. wegen eines Magenleidens im Kran­kenhaus zu Vilbel Aufnahme gefunden. Dort ver­stand er es in kurzer Zeit, sich durch allerlei groß­sprecherische Redensarten das Vertrauen der ande­ren Patienten zu gewinnen. Er gab sich u. a. als Träger des Goldenen Parteiabzeichens und Inha­ber des Blutordens aus. Als eines Tages die Rede auf Motorräder kam, behauptete er eineyi kauf­lustigen Stubennachbar gegenüber, er sei Eigen­tümer einer BMW.-Maschine, Modell 33 und wolle diese verkaufen. Der andere ging auf den Leim. Ein fester Preis wurde nickst vereinbart. Es ver­gingen kaum ein paar Tage, als der Angeklagte den Käufer schon um 20. RM. anging, die an- «auf das Motorrad verrechnet werden sollten.

ngeklagte erhielt diesen Betrag auch. Kurze Zeit später wurde er entlassen und begab sich nach Frankfurt. Dort erschien er wiederum nach kurzer Zeit bei dem Bruder des Käufers und bat diesen um 5. RM., da er nichts zu essen habe. Auch diese sollten auf den Kaufpreis angerechnet werden. Nachdem auch dieses Geld alle war, pumpte er den Bruder wieder um 2. RM. an mit dem Bemer­ken, die Maschine stehe fahrbereit in Frankfurt und er benötige diese Summe nur zum Tanken von Brennstoff. Die Maschine ist natürlich nie vorge- ührt worden. Dies hinderte den Angeklagten jedoch nicht, nochmals um weitere 30. RM. bei dem Käufer vorstellig zu werden, der nun mittlerweile auch aus dem Krankenhaus entlassen war. Da ihm lies nicht gelang, verschwand er auf Nimmerwieder­sehen. Der Geschädigte ging daraufhin der Sache nach und erstattete Strafanzeige. Es wurde fest- gestellt, daß das Motorrad überhaupt nicht existierte.

In der gestrigen Hauptoerhandlung versuchte der Angeklagte zur Begründung seiner Berufung dem Gericht einen langen Roman aufzutischen. Er er­klärte u. a., er habe tatsächlich im Jahre 1934 in Kassel von einem ihm kaum dem Namen nach be­kannten Manne aus Hannover eine BMW.-Ma­schine gekauft und 400. RM. darauf bezahlt. Er mußte jedoch zugeben, daß er mehrere Jahre lang nichts von der Maschine gehört habe, und auch zu der fraglichen Zeit kein anderes Motorrad an der Hand hatte. Er habe aber angenommen, er könne diese Maschine noch bekommen und habe sie dem Geschädigten in gutem Glauben angeboten. Den ersten Betrag habe er von dem Zeugen nicht als Anzahlung für die Maschine verlangt, sondern um einem guten Freund einen Strafbefehl zu bezahlen. Dies sei dem Geschädigten genau bekannt gewesen. Weiterhin habe er in Frankfurt eine Maschine an der Hand gehabt, die sich jedoch als fahruntüchtig herausgestellt habe. Den zweiten Pumpversuch habe er nur deshalb unternommen, um mit dem Geld nach Kassel zu fahren und sich nach dem Verbleib der Maschine zu erkundigen.

Abgesehen davon, daß ihm das Gericht seine Ein­lassung nicht im geringsten glaubte, war auf Grund der eigenen Angaben des Angeklagten der Tat­bestand des Betruges schon gegeben, weil er zuge­standenermaßen damals nicht über eine Maschine verfügte. Im übrigen sagten die Zeugen überein­stimmend unter Eid aus, daß sie ihm das Geld nur mit Rücksicht auf das demnächst zu erwartende

Luft, dessen klare Tenorstimme in drei verschie­denen Rollen den großen Festsaal des Gesellschafts- Hauses füllte. Herr Luft wurde gut und humorvoll ergänzt durch den lustigenBumbke" (Herrn Steuerwald), und auch die jungen Damen des Vereis konnten durch ihre rhythmisch-kostümschönen Tänze wesentlich zum Gelingen des Abend beitra­gen. Eine besondere Attraktion stellte dasAbseilen" einiger waagehalsiger Mitglieder dar. Anfang und Ende bildete das schöne Grinzing-Lied, zum Schluß stoch einmal in harmonischem Duo von Frl. Wohl­fahrt und Herrn Luft vorgetragen.

Danach löste ein wiegender Tanz den anderen ab. Der echte Tiroler brachte immer mehr Stimmung unter dieDirndl und Buan". Die frohen Anhän­ger des Hochtouristen-Sportes blieben bis in die Morgenstunden in -freudiger Stimmung beisammen.

Giehener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 20. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse B 11, aus­ländische, Klasse A 11X, Wirsing, >> kg 8 bis 12 P ., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, X kg 5 bis 6 P., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, 54 kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, Vi kg 8 bis 9 P ., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, 1/io 10, Tomaten, % kg 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, Vi kg 10 bis 18 Pf., 50 kg 10. bis 18 Mark, Birnen, kg 8 bis 15 Pf., Nüsse 40 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1,05 Mark, Enten 1 bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.

* B i s auf weiteres keine Schweine­märkte. Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß 'roegen der Gefahr der Übertragung der Maul- und Klauenseuche bis auf weiteres keine Schweine­märkte in Gießen stattfinden werden.

** Perpachtung eines Chriftbaum- Verkaufsplatzes. Die Stadtverwaltung Gie­ßen schreibt die Verpachtung des Christbaum-Ver-

Motorrad gegeben hätten. Infolgedessen kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte nicht eine Milderung der Strafe verdiente, sondern im Gegenteil mit der ganzen Schärfe des Gesetzes angepackt werden müsse, und es verwarf die Be­rufung auf Kasten des Angeklagten.

Ebenfalls ohne Erfolg blieb die Berufung des H. M. aus Bad-Homburg, der vom Amtsgericht Friedberg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu. einer Geldstrafe von 40. RM. verurteilt worden war. Die Berufung beschränkte sich allerdings hier van vornherein auf das Strafmaß. Der Angeklagte war im Januar d. I. mit einem Lastzug von Fried­berg nach Hungen unterwegs. Beim Passieren der Ortsstraße von Berstadt beachtete er ein dort an­gebrachtes Varfahrtszeichen nicht und prallte dadurch mit einem entgegenkommenden, vorfahrtsberechtig­ten Personenwagen zusammen. Die Folge war, daß der Personenwagen einige Meter fortgeschleift wurde und sein Lenker Schulter- und Rückenver­letzungen davontrug. In der gestrigen Hauptver- höndlung stellte sich heraus, daß der Angeklagte, trotzdem er Berufsfahrer ist, nicht die einfachsten Verkehrszeichen beherrscht, eine Tatsache, die der Vorsitzende mit Recht als im höchsten Maße er­schütternd bezeichnete. Mit Rücksicht darauf kam natürlich eine Ermäßigung der Geldstrafe nicht in Betracht. Die Berufung wurde daher zurückgewiesen.

Amtsgericht Gießen.

Der A. R. aus Ostheim war durch amtsgericht­lichen Strafbefehl in eine Geldstrafe von 60 RM. genommen worden. Auf feinen Einspruch kam die Sache zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht. Der Angeklagte war im Juni d. I. durch den Via­dukt am Oswaldsgarten, von Heuchelheim herkom- mend, gefahren. Er wollte darauf nach links in die Kirchstraße einbiegen. Infolge feiner großen Ge­schwindigkeit war er nicht mehr Herr über seinen Wagen und prallte mit einem ihm entgegenkom­menden, vorschriftsmäßig fahrenden Personenkraft­wagen zusammen, wobei zum Glück nur L>ach- chaden entstand. Der Angeklagte gab zu feiner Ent- chuldigung an, es fei ihm ein Infekt ins Auge ge­logen, so daß er für einen Augenblick die Herr- chaft über den Wagen verloren habe. Das Gericht glaubte jedoch dem Angeklagten diese Einlassung nickst, und zwar mit Rücksicht darauf, daß er dies in der Hauptverhandlung zum erstenmal behaup­tete, während er unmittelbar nach dem Zusammen­stoß dem anderen Kraftfahrer gegenüber feine Schuld zugegeben und diesen auch veranlaßt hatte, den Wagen auf feine Kosten nach der Opelvertre- tung zur Reparatur zu bringen. Das Gericht er­höhte infolge seines Leugnens die Strafe von 60 auf 70 Reichsmark.

*

Gestern hatte sich die E. R. aus Gießen wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht zu verant­worten. Die Angeklagte hatte am 22. Mai d. I. in ihrem Garten etwas zu tun. Sie mußte dabei einen Gartenweg passieren, welcher aber durch die Ver­letzte, die sich mit einer anderen Hausbewohnerin unterhielt, versperrt war. Trotzdem drängte sich die Angeklagte an den beiden vorbei und versetzte, um besser durchzukommen, der Zeugin, die noch dazu hochschwanger war, einen Stoß, so daß diese gegen den Baum flog. In der gestrigen Hauptverhandlung behauptete die Angeklagte, sie habe bei dem Vorbei­gehen die Verletzte nur ganz wenig berührt. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß der Stoß recht erheblich war. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf 15 RM. Geldstrafe.

kaufsplatzes am Städtischen Verwaltungsgebäude an der Gartenstraße aus.

** Arbeitsjubiläen bei Poppe & C o. Am heutigen Samstag können die Arbeitskame­raden Ludwig Jammer aus Garbenteich und Heinrich Nebeling aus Burkhardsfelden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Poppe & Co. zurückblicken. Beide Kameraden haben sich das Ver­trauen der Firma und der Gefolgschaft erworben. Bei dem heute stattgefundenen Betriebsappell wur­den ihnen von der Firma, sowie von der Gefolg­schaft Ehrengaben überreicht.

* * 82 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 21. November, wird der frühere Friedhofsarbeiter Johannes M a g e l, Lindenplatz ' wohnhaft, in guter Rüstigkeit 82 Jahre alt. Der altt Herr war 40 Jahre lang bei der Stadt Gießen beschäftigt da­von 20 Jahre als Friedhofsarbeiter. Wir gratu­lieren!

* * Die Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen macht darauf auf­merksam, daß die Beiträge für Oktober bis zum 25. November noch ohne Kosten bezahlt werden können.

* * Frische Gartenhimbeeren im No­vember übermittelte uns heute Frau Som - merlad aus ihrem Garten in der Marburger Straße von einem Himbeerbufch, der in diesen Tagen noch zum zweiten Male in diesem Jahre reife Früchte trug.

* * Novemberwanderung des V H C. Gießen. Man berichtet uns: 70 VHC.er sammel­ten sich am vorigen Sonntag am Bahnhof zur ge­meinsamen Wanderung. In Garbenteich verließen wir den Zug und wanderten zunächst auf her Land­straße bis zur Ueberbrütfung der Autobahn, wo Halt gemacht und der rege Autoverkehr beobachtet wurde. Das nächste Ziel waren die Mengelshäuser Deiche mit dem Fürstenbrunnen, idyllisch in den Wald gebettet, auch in der trübsten Jahreszeit ein lohnendes Wanderziel. Die mit der Gegend besonders vertrauten Führer schlugen nun den Weg zum Pfahlgraben ein und führten die Wanderer auf diesem nach Kloster Arnsburg, wo die erste Rast gehatten wurde. Bei strahlendem Sonnenschein durchwanderten wir am Nachmittag das schöne Gottesackertal. In Lich war die Schlußrast. Im frohen Zusannnenfein mit den Mitgliedern des VHC. Lich schwanden die Stunden schnell dahin, und bald wurde zum Aufbruch für die Heimfahrt gemahnt.

Aus der engeren Heimat.

Bayerischer Volkstumsabend

in Leihgestern.

* Leihgestern, 16. Nov. Ein bayerischer Volkstumsaoend, der am vergangenen Samslug- abeni) als KdF.-Veranstaltung imLöwen" stail- fand, war ein voller Erfolg. Während die Trachten­kapelle der bayerischen Landsmannschaft Franksurt- Nied und die Plattlerabteilung der bayeri|chen Landsmannschaft Offenbach ihrem Fachamtsleiter ein Ständchen brachten und in ihren Bayerntrach­ten mit der Gamsseder an den Hüten mit Musik durch unsere Ortsstraßen zumLöwen" marschier­ten, hatte sich der große Saal bereits gefüllt. Der Fachamtsleiter der Landsmannschaften im Gau Hessen-Nassau, Pg. Gg. Heß, eröffnete den Abend und begrüßte bejonbers den Vertreter des ©014= wartes der NSG.Kraft durch Freude", Pg. Sommer aus' Frankfurt, und den Kreiswalter der NSG.Kraft durch Freude" des Kreises Wet­terau, Pg. Wenzel, sowie alle übrigen Volksge­nossen. Mit stürmischem Beifall wurden die Dar- bietenben begrüßt. Der Leiter der bayerischen Landsmannschaft Offenbach brachte zum Ausdruck, daß sie gerne der Einladung ihres Gaufachamts- letters nach Leihgestern gefolgt seien, um auch den Oberhessen einmal ein Stuck echtes bayerisches Volkstum zu zeigen.

Darauf eröffnete die Kapelle das Programm mit dem schnedig gespielten bayerischen Avanciermarsch. Nachdem noch der Vertreter des Gauwartes, Pg. Sommer, über die Eingliederung der Lands­mannschaften .in die NSG.Kraft durch Freude" und ihre kulturellen Aufgaben gesprochen, das Sieg- Heil auf den Führer ausgebracht hatte und die deut­schen Nationallieder verklungen waren, fand das Programm in reichhaltiger Abwechslung feinen Fortgang.

Ob es die unermüdliche Kapelle war, die mit ihrem Können aufwartete und mit ihrem schnei­digen Rhythmus die Volksgenossen im Saale immer wieder zum Schunkeln anregte, ob es dieBuam" undDirndl" mit ihren Schuhplattlern, oder die beiden Seppll mit ihren Handharmonikas waren, die auf ihren Instrumenten über ausgezeichnetes Können verfügten, immer wieder brausten Beifalls­stürme aus dem Saal zur Bühne herauf, die ihren Höhepunkt fanden, als der Vvrplattler der baye­rischen Landsmannschaften im Gau Hessen-Nassau, Fritz Richinger und Frau mit ihren Solotänzen aufwarteten und dann noch ihre beiden Sprößlinge ihre neuesten, vom Vater eingeübten Plattler tanzen ließen. Ein von der Plattlerabteilung gut und sicher gespieltes bayerisches VolksstückDa kannst nichts machen, als lachen", hat feine Wirkung ebenfalls nicht verfehlt.

Nachdem in der Pause auf Wunsch der Plattler­abteilung Offenbach die Sänger vom Gesangverein Liederkranz", den die Offenbacher auf feiner diesjäh­rigen Sängerfahrt gehört hatten, drei mit Beifall aufgenommene Lieder gesungen hatte, begann der zweite Teil des Programms. Jetzt gab es kein Vor­hangziehen mehr, die Verbindung zwischen Saal und Bühne war hergestellt. Der im Saale herge­richtete Stehbierstand für bayerisches Bier wurde eröffnet, schmucke Dirndl boten den Volksgenossen ihrenEnzian" und ihreSalzbrezeln" an, selbst der Mann mit denRadis" fehlte nicht. Tanzeiv- lagen der Plattlerabteilung, Liederpotpourris von der Kapelle gespielt, wo bei denluftigen Holzhacker- Buam" und ,,a' Hofbräuhaus" fröhlich mitgefun» gen und geschaukelt wurde, hielten die Leihgestemer bis in die späten Nachtstunden zusammen. Die Reihen lichteten sich erst, als die Musik gegen 2 Uhr dasMuß i denn" anstimmte.

Mit dem RufeKommt bald wieder", verabschie­deten sich die dankbaren Leihgestemer von den flei­ßigen Landsmannschaften. Sie hatten ein Stück ihrer Heimat echtes bayerisches Volkstum gezeigt.

Landkreis Giefzen.

00 Klein-Linden, 18. Nov. In einer Mit­gliederversammlung des Geflügelzuchtver- eins wurde st. a. beschlossen, am 8. und 9. Januar 1938 eine örtliche Werbegeflügelschau abzuhalten. Infolge Unterstützung durch die Gemeinde und Bereitstellung von Dritteln aus eingegangenen Lese- gelbem konnte die hiesige Volks- und Schü- lerbücherei. eine Anzahl neuer Bücher an­schaffen. Die Zahl der Bände ist damit auf 558 gestiegen.

#21 Ikendorf (L a h n), 16. Nov. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete einen kameradschaftlichen Abend. Feuerwehrhauptmann Karl Schupp hieß die zahlreichen Gäste willkom­men. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Aufführung zweier Theaterstücke, die großen Beifall fanden. Eine gute Musikkapelle unterhielt mit aus­gezeichneten Darbietungen.

V Watzenborn - Steinberg, 18. Nov. Der hiesige GesangvereinJugend­freund" feiert im nächsten Jahr fein 5 0 jäh» r i g e 5 Bestehen. Die Jubiläumsfeier soll am 5. und 6. Juni (Pfingstfeiertage) stattfinden. Das Fest wird mit einem Kommers in der Volkshalle eröffnet, bei dem die Kapelle Schleuse mitwir­ken wird. Außerdem soll zur Jubiläumsfeier ein großes Chorwerk für Chor und Orchester einftu« diert werden. Die vier Gesangvereine des Ortes haben ihre Mitwirkung zugesagt.

# Mainzlar, 16. Nov. Die Gau film­st eile der NSDAP, veranstaltete im Partei­lokal Müller zwei Filmvorführungen, die insbeson­dere für die Betriebsgemeinschaften der Didier- Werke und der Firma Rinn & Cloos (Daubringen und Staufenberg) gedacht waren. Beide Vorstellun­gen waren gut besucht. Zur Auffühmng gelangte der FilmDer Vogelhändler".

gfs. Harbach, 18. Nov. Am Pflichtabend der Frauenschaft sprach hier Frau Wrede aus Gießen über das große Aufbauwerk des Führers, das auch das gesamte Frauenschaffen umfaßt im Deutschen Frauenwerk. Sie erklärte die Ausgaben der einzelnen Arbeitsgruppen und forderte die Frauen auf, mitzuhelfen, jede an ihrem Platz. Sie betonte, daß alle diese Arbeit auf rein fraulichem Gebiet nur von Frauen geschafft werden muß, und daß die Ueherlastung der einen ober anberen nur behoben werben kann, wenn alle sich einreihen und

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Das Radiowunder - und dorh nur RM. 196.

Schwundausgleich (voll wirksam), automatische Trennschärferegelung, Leucht-Amplimeter, Stumm-Abstimmung . . . und keine Rück­kopplung mehr zu bedienen, also wirkliche Einknopfabstimmung. Der Empfang: reichhaltig und sicher. Der Klang: groß und echt (mit Baßanhebung) Wechselstrom: 166.50 + 29.50 - RM. 196. m. R. Allstrom: 184. 4- 29. RM. 213. m. R. (ohne Gleichrichter-R.) KÖRTiriG- » nevum 38 <

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