einseitige Unterweisung zurückzuführen, die durch einen vernünftigen Ausbildungsplan behoben werden kann.
Insgesamt sind Ostern 1937 bei den deutschen Industrie- und Handelskammern ca. 17 000 bis 18 000 industrielle Facharbeiterlehrlinge geprüft worben; die genauen Zahlen liegen noch nicht vor.
Aus -er Stadt Gießen.
Schach oder Fußball?
Ich bin kein Schachspieler, obwohl ich sonst ein Freund langsamer Bewegungen bin. Vor Jahren versuchte ein guter Bekannter einmal, mich in die Geheimnisse dieses Spiels einzuweihen. Ich hatte vorher noch niemals eine Königin erobert, hatte auch noch nie einen Turm genommen. Das find beides Dinge, die sich zur Ritterzeit wohl manchmal zugetragen haben mögen.
Der einzige Erfolg dieser Lehrstunde war ein Wutausbruch meines bis dahin ganz ruhigen Freundes. Es folgten gegenseitige Beleidigungen, die eine Fortsetzung des Spieles und der Freundschaft unmöglich machten.
Seit dieser Zeit habe ich mich dem Fußball zu- gewandt, verfolge aber das Schachspiel mit Achtung und zurückhaltender Begeisterung.
Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß Schach ein ebenso schönes, wie harmloses Spiel ist. Es beschädigt weder die Stiefel, wie z. B. Fußball oder Waldlauf, noch erfordert es große Reitkunst, wie z. B. Polo.
Weniger gefährlich als Stiergefecht und geruhsamer als Golf, kann es von jedem gespielt werden, der zwei Arme und das notwendige Verständnis für die erforderlichen Bewegungen der Figuren hat.
Run fehlt aber nach meinen jahrelangen Beobachtungen vielen Schachspielern dieses Verständnis. Sie rücken mit den Figuren hin und her, her und hin, nehmen sie auf, setzen sie wieder an den alten Platz, schließen die Augen, fühlen, mit einer Figur zwischen den Fingern, in der Luft herum, so daß man den Eindruck hat, daß sie Blindekuh spielen.
Der richttge Schachspieler muß anscheinend zuerst einmal gründlich denken, bevor er einen Zug unternimmt. Und zwar geht diese Denkarbeit derart weit, daß er sich überlegen muß, welche Wirkung sein Zug beim Gegner am nächsten Wochentag auslösen wird.
Jedenfalls ist Schach kein Spiel für Menschen, deren Kopf einen yohlen Klang gibt, wenn man mit einem Bumerang ober einem Stuhlbein daran klopft.
Wenn sich ein richtiger Schachspieler zum Spiel niederläßt, wird er vorher sicher zuerst sein Haus bestellt haben. Er wird von seiner Familie Abschied genommen haben, nachdem er sie für. acht Tage mit Unterhalt versehen hat. Auch wird er den Hund mit mehrtägigem Knochenbedarf versorgt haben.
Rur so kann er seinen Stuhl unbeschwert an den Tisch ziehen, kann seinen Kopf in die eine Hand stützen und somit jene verinnerlichte Haltung an- nehmcn, die für alle Schachspieler kennzeichnend ist.
So kann man auch verstehen, daß ein berühmter Schachspieler am dritten Tage des Spieles gar nicht bemerkt ha>Le, daß fein Gegner schon lange nach Hause gegangen war, um sich zum Schlafen zu legen.
So nur ist es auch möglich, daß richttge Schachspieler allmählich mit Spinnweben überzogen sein können, oder daß sie von fallenden Herbstblättern bedeckt werden, wenn sie im Juli eine Partie im Freien begannen.
Manche Meister, die zu Ende eines Spieles lebendig wurden, waren nickt wenig erstaunt, ihre Füße von Moos bedeckt zu sehen, während sich von ihrer Nasenspitze bis zum linken Ohr ein dichtes Spinngewebe zog.
Gerade diese Furcht vor Moos, Staub und Spinnen hält auch die Frauen vom Schachspiel zurück. Es kommt noch hinzu, daß keine Frau auch nur zehn Minuten ruhig zu sitzen vermag. Man müßte sie also zu einer richtigen Schachpartie am Stuhl festleimen oder ihr ein starkes Schlafmittel geben, was aber wiederum auf den Gang des Spieles keinen günstigen Einfluß haben würde.
Wenn dereinstens ein findiger Kopf eine Verbindung zwischen Schach und Fußball auf den Markt bringt, auf riesengroßen Feldern im Freien zu spielen, wird diese Zusammenfassung mich und tausend andere zu begeisterten Anhängern dieses bann wahrhaft königlichen Spiels machen! PK.
Susannes Tochter.
Vornan von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlins35.
2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Sabine streift langsam die Kleider über. Der Arzt sitzt am Schreibtisch und dreht den Bleistift zwischen den Fingern. Sein Haar schimmert im Licht der Lampe wie Silber. Um die Ohren herum ist es lockig, im Nacken ist es ein bißchen zu lang.
Unwillkürlich erinnert sich Sabine daran, wie oft ihre Mutter von dem schönen weißen Haar dieses Mannes gesprochen hat. Man komme sich neben ihm so wunderbar jung vor, hatte sie immer wieder gesagt, und in ihrem müden Gesicht war bann plötzlich ein ganz bestimmtes, sehr leichtsinniges Lächeln gewesen.
„Tja, Kindchen", sagt jetzt der Arzt bedächtig, ohne den Kops zu heben, „tja, Kindchen, ich muß gestehen, daß ich nicht sehr zufrieden bin. Sie sind eben nach der letzten Grippe doch wieder zu früh aufgestanden, ich habe es mir gleich gedacht. Die Lungenspitzen sind etwas angegriffen, und wir werden Mühe haben, den Schaden wieder in Ordnung zu bringen."
„Die Lungenspitzen ..wiederholt Sabine, aber ihre Gedanken sind immer noch bei ihrer Mutter. Wie fremd ihr eigentlich das Lächeln ihrer Mutter war.
Der Arzt wartet eine Weile, ob Sabine nach etwas fragen würde, aber sie nestelt nur an ihrem Gürtel und schweigt.
Da steht der alte Herr auf und geht ein paarmal nachdenklich im Zimmer auf und ab. Dann bleibt er dicht vor Sabine stehen, die nun endlich mit ihrem Anzug fertig ist, und tippt ihr leicht auf die Schulter: „Könnten wir nicht ein bißchen verreisen, hm, Kindchen? Einmal so richttg raus, aufs Land ober in die Berge?"
Da lacht Sabine hell auf. „Verreisen? Ich? Jetzt? Lieber Onkel Doktor, was benten Sie sich! Sie haben wohl vergessen, daß ich noch keine neue Stellung habe, llnb bie Leute, bie Mamas Zimmer gemietet haben, verlangen, daß ich ihnen drei Stühle
VDK und HZ. aus Pommern besuchen Gießen.
Die soeben beendete große Hessen-Nassau-Fahrt des Bannes und Jungbannes 116 in den Spessart hat so recht bewiesen, daß die deutsche Jugend in einer großen Gemeinschaft lebt, daß überall die Jugend zur Jugend findet, sei es auf Fahrt, oder im Wettkampf, ober beim Dorfgemeinschaftsabend. Bereits am vergangenen Sonntag hatte bie Gießener Hitler-Jugend Gelegenheit, als Gastgeber aufzutreten unb Kameraben und Kameradinnen aus anderen deutschen Gauen zu bewirten.
Die Hitler-Jugend des Gebietes Pommern und der Bund Deutscher Mädel des dortigen Obergaues haben sich das Ziel gesteckt, den deutschen Westen kennenzulernen und einmal den Vater Rhein aufzusuchen. In einem Sonderzug fuhren über 1000 junge deutsche Menschen in unsere Gegend. In Kassel, Marburg, Gießen und Frankfurt verließen die einzelnen Fahrtengruppen den Zug, um zu Fuß den deutschen Westen zu erwandern. Zur Begrüßung der in Gießen aussteigenden 120 Hitler-Jungen und 80 BDM.-Mädel aus den Kreisen Stargard, Anklam und Köslin hatten sich die Marine-Hitler- Jugend und Ehrenformationen des Gießener BDM. eingefunden. Pg. Michel begrüßte im Auftrage der Kreisleitung die auf dem Bahnhofplatz aufmarschierten Gäste und hieß sie herzlich willkommen. Unter Vorantritt des Spielmannszuges der Marine- Hitler-Jugend setzten sich sodann die pommerschen Fahrtengruppen und die Gießener Einheiten in Bewegung zur Jugendherberge auf der Hardt. Nach dem gemeinsam eingenommenen Mittagessen setzten
die Hitler-Jungen aus Pommern ihren Marsch fort durch das Lahntal. Die Mädel blieben den Tag über in Gießen. Unter sachkundiger Führung Gießener Hitler-Jungen besichtigten sie die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, besonders die alten Fachwerkbauten und bie Universitätsgebäube. Am Abenb hatten bie Mäbel noch Gelegenheit, von der Terrasse der alten Ruine Gleiberg einen wunderbaren Blick über das Gießener Becken mit den Ausläufern des Westerwaldes, Vogelsberges und Taunus zu werfen.
Die Gäste zeigten sich sehr erfreut über die gastfreundliche Aufnahme, die ihnen von der Gießener Jugend bereitet wurde. Ebenso bewunderten sie bie ihnen unbekannte Siedlungsform in Gestalt bes Haufenborfes, staunten über bie Art bes Fruchtbin- bens ujw. Aus den Gesprächen mit den jungen Gästen merkte man so recht, daß eine derartige Großfahrt sehr dazu angetan ist, den Blickpunkt eines Menschen zu erweitern unb zu vergrößern. Am Montagmorgen haben bie BDM.-Mäbel die Stadt wieder verlassen. Sie werden durch das Lahntal nach Koblenz wandern, van dort rheinaufwärts nach Mainz unb Wiesbaben. In Frankfurt werden sich die einzelnen Fahrtengruppen mieber treffen unb die Rückfahrt in ihre Heimat antreten.
Am Montagabend traf eine weitere Fahrtengruppe der Hitler-Jugend aus Pömmern in unserer Stadt ein. Diese hatte in Marburg den Sonber- zug verlassen und marschierte gestern nach hier. Diese Jungen werben heute morgen in Richtung zum Rhein weiter marschieren. Hk.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloriapalast, Seltersweg: „Donner, Blitz unb Sonnenschein".
(Sin schöner Abend im Reichsmütterdienst.
Der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk hatte bie Teilnehmerinnen bes beenbeten Lehrgangs in Säuglingspflege, ber in ber Kinberklinik durch- aeführt wurde, zu einer Abschlußfeier in den „Burghof" gebeten. Schwester Elisabeth Müller eröffnete den Abend und ging noch einmal in kurzen Worten auf die Hauptsachen im Lehrgang ein. Sie sprach ihre Freude darüber aus, daß alle Teilnehmerinnen sich in fröhlicher Kameradschaft bei der gemeinsamen Arbeit näher kennengelernt hätten und sich miteinander verbunden fühlten in Erinnerung an die Zeit eifrigen Lernens. Die Bescheinigungen wurden an 27 Schülerinnen verteilt. Eine Teilnehmerin, Frau Hitz, Mitglied der Frauenschaft Gießen-Nvrd, erhielt den Ehrenbrief des Reichsmütterdienstes dafür, daß sie alle fünf Lehrgänge na cf) und nach besucht hat. Frau Hitz erzählte dann von den Erlebnissen aus diesen Kursen unb gab ein Bild davon, was unseren Frauen an Wissen und Können geboten wird. Nach einer Pause bei Kaffee und gestiftetem Kuchen begann der lustige Teil des Abends. Zwei Lehrerinnen aus der Fröbelschule zeigten ein Kasperletheater mit felbftgefertigten Figuren unb führten ein drolliges Märchenspiel aus, das allgemeinen Beifall fand. Gemeinsame Spiele und Gesang beschlossen den heiteren Abend, ber wohl allen Teilnehmerinnen in bester Erinnerung bleiben wirb. Schwester Elisabeth hatte die Freude, daß einige Teilnehmerinnen sich noch zu anderen Lehrgängen verpflichteten, die nach den Ferien in Gießen stattfinden werden. F. K.
Sonntagnachmittag am „Brauhofbrünnlein".
Nicht allen Gießenern mag das Brauhofbrünn- lein bekannt sein. Es ist deshalb ein Verdienst ber AlterGameradschast 1881—1931 es lebhafter in die Erinnerung der Bevölkerung unserer Heimat zu bringen. Var Jahresfrist hatte es die Vereinigung übernommen, das Brünnlein neu $u gestalten und sie folgte damit einem Vorschlag oes verstorbenen Mitgliedes der Vereinigung, des Beigeordneten Sudheime r. Das Brünnlein plätschert unterhalb des Schiffenberges und ist leicht aufzufinden. Wohl jedermann kennt die schönen Blautannen, die den Waldrand säumen, da, wo der steile Weg zum Schiffenberg hinaufführt. Dort führt ein schmaler Weg die Schneise entlang unb kaum zwanzig Schritte van der Fahrstraße entfernt liegt ber
reparieren lasse. Das wirft meine ganzen Berechnungen für den nächsten Monat sowieso um. Ach, unb überhaupt..." Sie macht" eine hastige Bewegung mit ber Hand, unb über ihr Gesicht zieht ein Schatten. Dann lächelt sie mieber.
Der Arzt streicht sich mit einer kleinen Verlegenheit bas Haar. „Na — so unmöglich wirb bas ja nun trotzdem nicht sein. Warum sind Sie eigentlich entlassen worden?"
Sabine läßt sich auf die Chaiselongue fallen und stemmt die Hände ins Polster: „Sparmaßnahmen", sagt sie kurz. „Fünfzehn Leute sind entlassen worden, teils mit mir, teils schon einen Monat vor mir."
„Unb ist es so schwer, etwas Neues zu finben?" „Schwer? — Schwer ist zuviel gesagt. Aber schwierig. Ich will doch schließlich wieder irgendwo hlnem, wo ich Aussichten habe, auf Jahre hinaus bleiben zu können. Und mit weniger Gehalt als bisher möchte ich mich nicht zufrieden geben. Und bann —" Sie runzelt bie Brauen- legt die Hände im Schaß zusammen unb sieht einen Augenblick ftatr vor sich hin. „Ich hätte ja etwas", fahrt sie bann in lebhafterem Ton fort, „ich hätte sogar zweierlei in Aussicht: einmal in einer chemischen Fabrik, aber ich fühl' mich ber Arbeit nicht ganz gewachsen, unb bas anbere — ich weiß nicht bas Angebot war beinah zu günstig. Unb bann bin ich auch aus dem Mann nicht recht klug geworden. Uebngens, wenn ich die Stelle angenommen hätte wäre ich gleich zu einer Reise nach Tirol gekommen' Aber eben das war das Verdächtige."
„Wieso verdächtig?"
Sabine zuckt die Achseln: „Das liegt doch auf ber Hand Unb ich glaube, in biefem Fall märe sogar Mama einmal mit mir einig gemefen — sie hätte mich nie mit biefem Lyk reifen lassen."
Der Arzt horcht auf: „Lyk? Mit Ppsilon? Der Plantagenlyk?"
„Was heißt Plantagenlyk?" fragt Sabine ver- stänbnislos.
Der Arzt lacht leise unb väterlich: „Liebes Kinb es ist ungefähr so, als wenn man sagt: Maschinen- frupp. Dieser Mann soll große Kaffeeplantagen in Brasilien haben, und in den Gummi-Konjunktur- lahren soll er auch schwer am Gummi in Sumatra
Brunnen, unb ber kleine Platz, den sich die Altersvereinigung 1881—1931 als Gedenkstätte ausgestaltet hat. Die gesamte Anlage ist nach einem Plan von Architekt Schumacher gestaltet und von dem Alterskameraden Bauunternehmer V o l k- mann ausgeführt worden. Sie wirkt für jeden, ber biefen stillen Brunnenwinkel sieht, überraschend. Schöne breite Stufen führen hinab zu einem kleinen kreisrunden Plätzchen, die Treppe teilt sich halben Weges unb führt in weiteren Stufen zu einer Bank hin, die die Altersvereinigung ebenfalls aufstellen ließ. Von der Bank aus hat man dann das Brünnlein vor sich, dessen Rohr aus einer halbkreisförmigen Mauer herausragt und in lebendigem Strahl Wasser gibt. Im Halbkreis der Mauer (die, wie auch die ganze Treppenanlage, aus Plattenbafalt ber Laubacher Gegend gebaut würbe) will die Altersvereinigung nun noch ein Bronzeschild mit dem Namen bes Brünnleins und mit den Jahreszahlen der Altersvereinigung anbringen lassen.
Am Sonntag hielt die Alterskameradschaft 1881 bis 1931 eine Familienzusammenkunst an ihrem Erinnerungsplätzchen ab und vereinigte dabei zahlreiche Mitglieder mit ihren Angehörigen. Alterskamerad Balzer hielt eine kurze Ansprache, hieß alle Kameraden und Gäste willkommen und gab einen kurzen Abriß über die Geschichte der Neugestaltung des Brünnleins durch die Altersvereinigung. Er dankte insbesondere dem Architekten und dem Bauausführenden, die ihre Aufgabe mit großem Geschick lösten. Es sei an den Kameraden, das Plätzchen in Ehren zu halten, das für jeden ein Aufenthaltsplatz zu beschaulichen Stunden sein solle. Darüberhinaus soll es jeder Volksgenosse kennenlernen. Mit den besten Wünschen für einige harmonische Stunden schloß Kamerad Balzer seine kurze Ansprache. Bei Musik blieb man bis zum hereinbrechenden Abend kameradschaftlich beisammen.
Mars und Mond.
Seltenes Schauspiel am Nachthlmmel.
Am Samstag, 17. Juli, wurde der Mars vom Monde, der gerade sein erstes Viertel überschritten hatte, bedeckt. Der Mond stand so günsttg, daß gewiß viele abendliche Spaziergänger dieses Schauspiel beobachtet haben. Das Verschwinden des Mars hinter der unbeleuchteten Hälfte des Mondes erfolgte ungefähr 22.26 Uhr in der Nähe des oberen Mondrandes. Der Planet verschwand ganz plötzlich, eine Erscheinung, die sich durch das Fehlen einer Mondathmosphäre erklärt. Da die linke Hälfte des Mondes ganz dunkel war, so konnte man nur, in dem man den Rand der beleuchteten Mondhälfte zum Kreis ergänzte, ganz ungefähr die Stelle feststellen, an welcher der Mars hinter den Mond trat. Der Austritt des Mars konnte nicht beobachtet werden. Der Mond war inzwischen in den Dunst des Horizontes gelangt.
beteiligt gewesen sein. Und dieser Mann wollte sie engagieren?"
Sabine nickt betroffen: „Und ich hab' gerade gestern abend abgeschrieben, weil mir die ganze Geschichte dach ein bißchen komisch vorkam."
Der alte Arzt schlägt bekümmert die Hände zusammen: „Wenn Sie mich doch wenigstens vorher einmal angerufen hätten! Ich hab' Ihnen doch schon so oft gesagt, Sie sollen zu mir kommen, wenn Sie sich über etwas unklar sind, oder wenn Sie etwas Wichtiges zu entscheiden haben. Warum tun Sie das nicht? Wenn man erst zweiundzwanzig ist, hat man noch zu wenig Lebenserfahrung, und auch die ruhige Ueberlegung fehlt in dem Alter noch. Ist es denn jetzt wirklich schon zu spät? Wäre nicht noch Zeit, die Absage rückgängig zu machen? Vielleicht, wenn Sie jetzt gleich anrufen? Kommen Sie, mir telephonieren! Oder — soll ich?"
Sabine hat einen Schimmer von Spott im Gesicht und sehr viel Widerstreben: „Nein, diese Aufregung!" sagt sie leise. „Und wer garantiert denn, daß mein Herr Lyk auch wirklich Ihr Plantagen- Lyk ist? Und wenn er Plantagen in Brasilien hat, weshalb sitzt er dann hier? Ich weiß nicht, ich kann mir nicht helfen, bei dem Mann ist alles ein bißchen komisch."
Der Arzt fragt ungeduldig: „Wo wohnt denn Ihr Lyk?"
„Am Tiergarten. Ecke Margaretenstraße."
_ „Dann ist er es bestimmt. Und Sie müssen Ihrem Schöpfer auf den Knien danken, daß Sie gerade an diesen Mann geraten sind. Ein großartiger Mann."
„Uh je..."
„Ja, wirklich. Ich kenne ihn zwar nicht persönlich, aber ich habe schon viel von ihm gehört. Er hat ja auch irgendwo draußen, ich weiß nicht mehr wo, ein prachtvolles Krankenhaus eingerichtet und lauter junge deutsche Aerzte hinkommen lassen. Das war unerhört damals, als wir hier in Deutschland mitten in der Inflation saßen und Hunderte von jungen Aerzten nicht wußten, wohin mit sich unb ihrer Weisheit. Ja, und vorher, während des Krieges da war auch so etwas Besonderes los mit oiefem Lyk, daß alle Welt von ihm redete. Ein toller Kerl muß es sein. Und einer von denen, die mit ihrer Person und ihrer Tüchtigkeit draußen mehr Propaganda für uns machen, als ein Dutzend
Achtung! Frankreich-Reisende!
DNB. Von zuständiger Seite wird nochmclsi daraus hingewiesen, daß bei-Reisen nach Froux, rpirh ein hpfnnhprpr Nprrriprk hlirrh hip hpimnM;i.
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das Bündel 10 bis 12,
rote Rüben 10 bis
5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
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Rundfunkprogramm
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könnten wir uns wünschen!"
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wo bist du? 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis t Nachtmusik.
reich ein besonderer Vermerk durch die fjeimatliAe Paßbehörde im Reisepaß angebracht werdinl muß. Es treffen immer noch zahlreiche Reicks deutsche an der deutsch-französischen Grenze die sich aus Unkenntnis der Bestimmung biejtn'. Vermerk nicht besorgt haben. Diese Reisenden ni sen an der Grenze zurückgewiesen werden, bis d diesen Vermerk erbracht haben. Da dieser aber nur!
von der Heimatbehörde eingetragen werden karn, erwachsen diesen Reisenden oft erhebliche llnfoft«n* Es kann daher allen Reisenden nach FrankrcH nur erneut dringend geraten werden, sich biejtn Vermerk vor ihrer Abreise zu besorgen.
Gießener Dochenmorktpreise.
* Gießen, 20. Juli. Auf dem heutigen Woch^ markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutrst 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 W 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, beutf Klaffe C 9%, Wirsing, Vi kg 15 bis 18, Weißkr 12 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben 12 bis
MstostMI MMichUNg
Sabine lacht leise auf. Wie sich der gute dt Doktor ereifert! „Na, ja, also gut", sagt sie W‘
hälterin. Ob sie Herrn Lyk sprechen könne, M Sabine schüchtern.
Die Haushälterin zögert einen Augenblick. ® sei nicht gewiß, ob sich Herr Lyk noch im fifl-r befinde. Aber sie werde nachsehen ...
„Ausrede", flüstert der Arzt, der dicht n^' Sabine steht und sich bemüht, von dem Gespr^ etwas aufzufangen.
Dann hört man, wie sich die Schritte der fi^'- hälterin entfernen.
„Er ist nicht da", flüstert Sabine Pessimist^ und am liebsten würde sie den Hörer auflegcn.
Aber er ist dach noch da. Plötzlich, als ob • schon lange neben dem Apparat gestanden lM- meldet er sich. Die Stimme klingt am TeleM ganz anders, Sabine erkennt sie kaum wieder. macht sie noch schüchterner. j
Ob er ihren Brief bekommen habe, fragt sie Jawohl, den habe er bekommen. .
Ob er inzwischen schon jemand engagiert W, Eine Pause entsteht. Sabine schämt sich in dies^ Augenblick wie noch nie in ihrem Leben. y
Dann ist Lyks Stimme wieder da: „®arum fragt er hastig, „weshalb interessiert Sie das not; Haben Sie es sich inzwischen anders überleg* Unb ohne Sabines Antwort abzuwarten: „®ccn ich nun wirklich schon jemand hätte?"
Fortsetzung folgt.
Jrat franfl [*anffurt p weitere ; pg für die pn ist noch Welt kleine pgerstenang r»«$ei
Spinat 25, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grj 18 bis 25, gelb 20 bis 30, Erbsen 20 bis 30, Tomcu 30 bis 50, Zwiebeln 12 bis 15, Rhabarber 8 bis Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, % kg 6 bis 7 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg bis 45 Pf., Falläpfel 5, Pfirsiche 30 bis 40, hi beeren 30, Birnen 25 bis 45, Kirschen 35 bis Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 12 bis Johannisbeeren 15 bis 20, Pflaumen 30 bis Mirabellen 35 bis 45, Blumenkohl, das Stück bis 50, Salat 10 bis 15, Salatgurken 8 bis 25, Q? machgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Reh
wie vor möglich ist, und zwar täglich von 9 bis Uhr, Mittwochs, Samstags und Sonntags von bis 18 Uhr.
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läge: Klaviermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nack-. • nchten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhalts Z und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Opernkonzert. 0 m -
** Glimpflich abgelaufen. Heute morg kurz nach sechs Uhr ereignete sich an ber Einmll düng des Lichtenauerweges in die Marbur Straße ein Derkehrsunfall, der glücklicherweise t glimpflich ablief. Der Maurer Formhals Allendorf a. d. Lumda, der aus dem Lichtenaus weg in die Marburgerstraße einbiegen wollte, ftij mit einenf Personenkraftwagen zusammen, der d, Gießen her kommend im gleichen Augenblick Straßeneinmündung passierte. Formhals ftürü erlitt jedoch keinerlei Verletzung. Sein Moto wurde aber schwer beschädigt.
** Die Jnnenbesichtigung bes LZ „Graf Zeppelin". Die Deutsche Zeppelin-M» berei teilt mit: Wieberholte Anfragen ber lestz Tage geben Veranlassung, barauf hinzuweisen, dj bie Jnnenbesichtigung bes LZ „Graf Zeppelin" naj
, . läöweicqungi Mrchschmit! W ibaeichmäd 11 Jfi. - An
Unser sinnendes, klingendes Frankfurt. 21: Naco richten. Witterungsvorhersage für die Zeit do» a kjnf.r h 22. bis 31. Juli, herausgegeben von der Forschung' stelle für langfristige Witterungsvorhersagen, dü Reichswetterdienstes in Bad Homburg v. d. -
21.15: Frankfurt a. M., die rhein-rnainische (Stolt Hörspiel von Anton Betzner. 22: Nachrichten. 22.1-i) Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Äamenol
Diplomatenbesuche. Und der wpllte Sie also jfl auf sein Gut mitnehmen, nach Tirol?"
„Ja. Er will ein Buch schreiben. LebenserilM rungen."
„So. Interessant. Der Mann wirb audj_etn# zu schreiben haben. Kinb, nein, t
Dann melbet sich am anberen Enbe bes Drahv? steine Stimme, und Sabine erkennt die der fi^-
Mittwoch, 21. Iutt.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. ML Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.111: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Haussiai hör zu! 11.40: Nur Frankfurt: Gaunachrichiu: 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert, i.': Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus d?ü Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrstv ten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk uri Wirtschaft: Worüber man heute spricht! 16: Naco mittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 11
Der Arzt ist schon dabei, die Nummer fieroti:- zusuchen, unb stellt voll Eifer bie Verbindung ty- Sabine klopft jetzt doch das Herz, so sehr sie M auch bemüht, gleichgültig zu erscheinen.
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......also aut< sägt fie'betest phlegmatisch, „wenn es benn ourchaus fein mjft will ich noch einmal mit ihm telephonieren. UHi'; "'M ' ' ' ‘ " Ipfäu
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Dienstag, 20. Juli.
13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachi aus bem Sendebezirk. 13.15: M ttagskonzerl , Nachrichten. 14.10: Tönende Farbenspiele. 11
Volk und Wirtschaft. Was sagt uns die ZahlunP-i^: 19l bilanz? 16: Nachmittagskonzert. 18: ZeitgeschMi im Funk. 19: Klänge der Westmark. Frischaui 3 rüst'gem Wandern durchs schöne Eiselland. 21: Nock- puzweiz richten. 21.15: Balladen von Karl Loewe. Als Esti.
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