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Hl 166 Erstes Blatt
187. Jahrgang
vienstag.20.Zuli 1957
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Kulturelle Erneuerung.
Die Münchener Festtage sind vorübergerauscht. Sie haben allen, die sie miterleben durften, unvergeßliche Erlebnisse vermittelt, ein Bild deutscher Kultur alter und neuer Zeit, das lange nachleuchten wird. Auch wer nicht selbst an den Ereignissen des Tages der deutschen Kunst hat teilnehmen können, wird aus den Münchener Berichten den Eindruck gewonnen haben, daß hier in einer noch nie zuvor erlebten Weise der deutschen Kunst eirf wahrhaft volkstümliches und volksverbindendes Fest bereitet worden ist. Hier in München, das sich wie keine andere deutsche Stadt auf seine künstlerische Tradition berufen kann, haben das deutsche Volk und die deutsche Kunst zueinander gefunden und miteinander gefeiert in einer Weise, wie wir es bisher weder in Deutschland noch sonst irgendwo in der Welt kennengelernt haben. Alle die vielfältigen, farbenreichen und großartigen Eindrücke, wie sie von der Eröffnung und der Weihe des Hauses der deutschen Kunst und von dem riesigen Festzug „2000 Jahre deutscher Kultur" ausgingen, wurden zugleich überstrahlt und zusammengefaßt in der Rede des Füh-
Unser Bild zeigt den Führer und Reichskanzler während seiner Ansprache im Festsaal des „Hauses der Deutschen Kunst". — (Scherl-Bilderdienst-M.)
r e r 5, die Rückblick und Ausblick, Abrechnung und Verheißung in einem war. Es ist bei dieser Gelegenheit wieder, wie schon so oft in den letzten vier Jahren, die Feststellung zu machen, daß der Führer und Reichskanzler in seiner Staatsführung sich nicht auf programmatische Reden beschränkt, wie das bei ähnlichen Anlässen in anderen Staaten ringsum geschieht, sondern daß er dem Wort stets auch sogleich die Tat folgen läßt. Kein besseres Beispiel ist dafür zu geben, als die Errichtung des Hauses der deutschen Kunst, in dem die Nation ein wahrhaft repräsentatives Ausstellungsgebäude für hie maßgebenden und kennzeichnenden Werke ihres künstlerischen Schaffens erhalten hat — eben in der Stadt, die seit je auch als die Bewahrerin der klassischen Schätze unseres Landes einen hervorragenden und rühmlichen Platz im Kranze der deutschen Städte einnimmt. Wie schon so oft in diesen vier Jahren wurde eben jetzt in München wieder der Beweis erbracht, daß der Nationalsozialismus — auch auf kulturellem Gebiet — nicht etwa an eine Aufbauarbeit nur für ein paar Jahre ober Jahrzehnte lenkt, sondern daß das Dritte Reich als die Staats- orm des deutschen Volkes für Jahrhunderte errich- et ist und sich in seinen kulturellen Leistungen unvergängliche Denkmäler setzt.
Eine solche Planung und innere Haltung fetzt klare Verhältnisse voraus, eine reinliche Scheidung zwischen Gewesenem und Gegenwärtigem, aus dem Bie neue, schönere Zukunft erblühen soll. Das war einer der eindrucksvollsten Gesichtspunkte der großen Münchener Führerrede, daß hier mit aller Scharfe und größter Entschiedenheit der Schlußstrich gezogen wurde unter die Ausgeburten und Entartungen eines irregeleiteten Kunstbetriebes vergangener Jahre, daß abgerechnet wurde mit den Machwerken einer Pseudokunst, die nichts mit Können zu tun hatte, ja in vielen Fällen überhaupt keinen künstlerischen Empfindungen und Absichten entsprang, sondern den verderblichsten politischen Leidenschaften und einer systematischen Volksvergiftung bienen sollte.
Der Führer hat in biesem Zusammenhang auch dem Begriff einer sogenannten mobernen Kunst, die häufig wechselnd van den verschiedenartigsten internationalen Richtungen und Strömungen beeinflußt war, als das entscheidende und gültige Wertmaß den Begriff der deutschen Kunst entgegen* gestellt, die aus dem Volke hervorgeht, die dem Volke dient und auch wieder zum Volke zuruckkehrt, weil sie vom Volke erkannt, begriffen und emp- unben werden kann aus innerer Wesensverwandt- chaft Solche Kunst wird nicht den vielfachen und tüchtigen Schwankungen unterworfen fein wie die mancherlei Formen und 'Stilarten der Vergangenheit, sondern sie wird als Wesensausdruck von Dauer jein, ewig und unvergänglich — wie bas Volk selbst, bas sie heroorgebracht hat.
Nicht minder beherzigenswert ist, was m diesem Zusammenhang über die neuen Ziele und Grundlagen des beutschen Kunstschaffens gesagt mürbe, daß wir mit fälschenden unb phrasenhaften Be- niffsbilbungen aufzuräumen haben, unb bah, was wn maßgebender Stelle als Richtlinie für das kulturelle Leben im neuen Deutschland umn^ wieder verkündet worden ist, Kunst eben von Hon-
Die Ausstellung „Entartete Kunst" in München.
Eine „Verschwörung des Llnzulänglichen und Minderwertigen".
München, 19. Juli. (DNB.) Der Führer unb Reichsminister Dr. Goebbels haben in ihren großen Reben auf bem Tag der deutschen Kunst eine vernichtende Abrechnung mit denen gehalten, die die deutsche Kunst dem Verfall preisgeben wollten, und sie haben bas Enbe ber beutschen Kunst- nernarrung proklamiert, die an ber Vernichtung ber beutsche Seele arbeitete. Gerade angesichts ber ersten repräsentativen Kunstausstellung des Dritten Reiches war es eine gebietenbe Notwenbigkeit, ber Öffentlichkeit vor Augen zu führen, wieweit Verna r r u n g unb Mißhanblung ber Kunst in Deutschland gebiehen war. Der Präsident ber Reichskammer der bildenden Künste, Professor Ziegler, hat eine große Zahl von Scheußlichkeiten zu einer Schau zusammengestellt, die er unter dem Matta „Entartete Kun st" am Montagnachmittag in den Arkaden des Münchener Hofgartens eröffnete.
Die deutschen Volksgenossen, die sich durch die „Verschwörung des Unzulänglichen un d Minderwertigen" ihren gesunden Menschenverstand und ihren Instinkt nicht haben verderben lassen, standen zwar seit jeher in den Ausstellungen mit Kopfschütteln und Abscheu vor den Erzeugnissen des Futurismus, des Kubismus, des Dadaismus, oder wie diese Verrücktheiten und Verbrechen an der deutschen Kunst alle heißen mögen. Sie hatten aber noch niemals Gelegenheit gehabt, die Abgrundtiefe dieses Kun st Verfalles so klar zu erkennen, wie in dieser planvollen Zusammenstellung solcher Mißgeburten einer Afterkunst, die dem deutschen Volk als „moderne Kunst", als „große Offenbarung" angepriesen wurde.
Mit Erschütterung konnten sich die Kunstschriftleiter ber deutschen unb ausländischen Presse, die vor der Eröffnung der Ausstellung an einer Vorbesichtigung teilnahmen, davon überzeugen, welche verantwortungslose Vergeudung von Steuer- groschen arbeitender deutscher Volksgenossen mit dem Ankauf derartiger „Kunstwerke" getrieben wurde. Geradezu phantastische Schmierereien sind früher zu ungeheueren Preisen von staatlichen Museen angekauft worden. Gläubige Christen sahen in der ersten Abteilung mit Abscheu, wie weit diese Frechheit ging, mit welcher stammelnden Primitivität unter der Herrschaft des Zentrums die christlichen Symbole verhöhnt werden konnten. Dem Frontsoldaten wird das Blut in Wallung geraten angesichts von Machwerken, die das deut- s ch e Soldatentum und das Fronterleb n i s dreist besudeln. In einer anderen Abteilung offenbart sich die jüdische Rassenseele unverkennbar in typischen Beispielen ebenso wie die Versuche, den Neger in Deutschland zum Rassenideal einer entarteten Kunst zu stempeln, ober bie beutsche Mutter als Dirne ober Urweib barzustellen. Die Bilber finben burch charakteristische Aufschriften unbZitate eine lehrreiche Ergänzung, etwa wenn ein Selbstgeständnis lautet: ,.Wir tuen so, als ob wir Maler, Dichter ober sonstwas wären. Aber wir finb nur unb nichts als Wollust. Wir setzen einen riesigen Schwinbel in bie Welt und züchten Snobs, die uns die Stiefel ablecken." Mit Bedauern erfüllt eine weitere Abteilung, die nicht den Künstler treffen will, sondern darauf hinweist wie gewisse Ausstellungsleiter nur die Produkte 'erkrankter oder krankhaft veranlagter Künstler ausgenommen haben und wie der zur Mode gewordene Wahnsinn auch manche Museumsleiter erfaßt hatte.
So erkennt man in dieser Ausstellung „Entartete Kunst" eine schlagende Bekräftigung der vernichten-
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Der Führer mit den Ehrengästen auf einem Kunbgang durch die Deutsche Kunstausstellung 1937.
Unser Bild zeigt von rechts nach links: Professor Ziegler, den Führer, Ministerpräsident Generaloberst Göring, weiter links den Reichsjustizminister Dr. Gärtner. (Scherl-M.)
den Worte des Führers. Bei aller Erschütterung und bei allem Ekel, der die Besucher überkommt, wird man diese Schau aber auch verlassen mit einem Gefühl ber Befreiung, daß man bei der Anprangerung dieser Mißhandlung deutscher Kunst gewinnt. Man wird hinübergehen in bas neue schöne Haus der deutschen Kunst unb wird sich dort erfreuen an den Werken ehrlicher, anständiger deutscher Künstler.
In seiner Rede zur Eröffnung der A u s st e l - I u n g „Entartete Kun st" führte der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste
Professor S egler
folgendes aus: Wir alle stehen noch unter bem tiefen Eindruck der großen Feierlichkeiten in München, die mit der Einweihung des Hauses der deutschen Kunst verbunden waren. Alles, was Künstler ihrer Tage an Werten und Werken der bildenden Kunst geschaffen haben, ist nun in dieser einzigartigen Schau, in dem neuen herrlichen Tempel der deutschen Kunst heute dar- geboten. Bevor wir aber, wir deutschen Künstler und Volksgenossen, nach diesen Tagen München wieder verlassen, haben wir noch eine traurige Pflicht zu erfüllen, nämlich dem deutschen Volke auch vor Augen zu führen, daß bis noch vor nicht allzu langer Zeit Kräfte maßgeblichen Einfluß auf das Kunstschaffen nahmen, die in der Kunst nicht eine natürliche und klare Lebensäußerung sahen, sondern bewußt auf das Gesunde verzichteten und alles Kranke und Entartete stützten und als höchste Offenbarung priesen.
Aus den Worten des Führers am gestrigen Tage haben wir mit Begeisterung entnommen, daß mit dieser Art künstlerischer Betätigung enb gültig Schluß ist. Schluß ist auch für jene, bie in ber Systemzeit bie Reklamehelben biefer sogenannten Kunst bes Überganges unb ber Entartung
waren, die ihre Feder dazu mißbrauchten, das, was ihre Raffen- unb Gesinnungsgenossen aus Ge- schäftsgrünben anboten, nun dem deutschen Volke als die wahre Offenbarung als das Modernste auf« zuschwatzen. Wir befinden uns in einer Schau, bie aus ganz Deutschland nur einen Bruchteil dessen umfaßt, was von einer großen Zahl von Museen für Spargroschen des deutschen Volkes gekauft und als Kunst aufgestellt worden war. Sie sehen uni uns herum diese Ausgeburten des Wahnsinns, ber Frechheit, bes Nicht» fönnertums und der Entartung.
Ans allen verursacht das, was diese Schau bietet, Erschütterung und Ekel. Viele Leiter großer Museen hatten nicht eine Spur von dem Verantwortungsgefühl gegenüber Volk und Land, das erste Voraussetzung für die Gestattung der Kunstschau sein muß. Ihren Drang, nur Krankhaftes und Entartetes zu zeigen, habe ich in dieser Schau an einem Beispiel verdeutlicht.
Werke desselben Künstlers, den sie ablehnten, solange er gesund war und aus der Tiefe der Landschaft schuf, der er entstammte, fanden plötzlich ein Interests, als dieser Künstler nach seinem zweiten Schlaganfall nur noch krankhafte und unverständliche Schmierereien heroorbrachte. Und so habe ich auch von einer Reihe anderer Künstler Werke in diese Schau gehängt, die sie in ihrem Alter, in einer Zeit geiftigen Verfalles oder von Geisteskrankheit befallen geschaffen haben, und die noch bis vor ganz kurzer Zeit in unseren Museen ausgestellt wurden, während man die gesunden Werke dieser Künstler vergeblich suchte. So wurde die Malerei Selbstzweck für sammelnde Museumsleiter und diente nicht mehr dem Volke.
In Durchführung meines Auftrages, alle Dokumente des Kunstniederganges und der Kunstent-
nen herkommt, was allzuleicht übersehen ober vergessen wirb; baß eine folibe hanbwerkliche Grunb- fage, Beherrschung ber Technik bie selbstverständliche Voraussetzung für jebe Verwirklichung eines künstlerischen Gedankens sein muß. Das gilt, wie man hinzufügen darf, für bie Kunst im weitesten Sinne, auf allen Gebieten, für bie Malerei unb Architektur so gut wie für die Dichtung ober für ben Film.
Wie weit man sich, gutgläubig, ahnungslos ober gleichgültig, allermeist aber mit bösartiger Absichtlichkeit oon solchen Grunblagen unb Grunbgesetzen künstlerischen Denkens unb Empfinbens hat ent= fernen können, zeigt mit erfchreckenber Deutlichkeit bie Ausstellung „Entartete Kunst", über bereu Eröffnung burch' ben Präsidenten der Reichskammer ber bilbenben Künste wir heute ausführlich berichten- es ist kein Zufall, baß neben ber Großen deutschen Kunstausstellung im neuen Hause auch jene anbere gezeigt wirb, in welchen bie Ausgeburten, bie Entartungen unb Scheußlichkeiten eines mil'bgeroorbenen, von allen guten Geistern ver- la enen Kunstbetriebes übermunbener Zeiten bem Volke vor Augen geführt werben. Gerabe in ber Gegenüberstellung biefer beiben, in ihrer Wesenheit wie Feuer unb Wasser geschiebenen Ausstellungen ist ein kunstpolitisch unb volkserzieherisch hoch- bebeutfames Element ;u erblicken. Wir hatten nicht selbst Gelegenheit, bie Ausstellung in Augenschein zu nehmen, aber wer bie Eröffnungsrede von Professor Ziegler auf sich wirken läßt, der weiß, was er hier zu erwarten hat Ekel unb Abscheu müssen überrounben werben, auf baß wir zu neuen Zielen, zu neuen Ufern gelangen. Verirrungen, Entgleisungen, Fälschungen einer entarteten Zeit sind in biefer Ausstellung für alle
Zeiten ber Verachtung anheimgegeben. Das Volk wirb barüber richten; unb es wird in ber Ausstellung feiner wahren Kunstwerke, bie ber klassische Bau am Englischen Garten beherbergt und zur Schau stellt. Den Weg in bie Zukunft, zu neuer kultureller Blüte groß unb einbringlich gewiesen jehen. hth.
Las Ausland zur Führer-Äede
Italien.
Mailanb , 20. Juli. (DNB. Funkspruch.) Heber bie Feiern zur Einweihung bes Hauses ber Deutschen Kunst in München wirb von ber italienischen Presse zum Teil sehr ausführlich berichtet. Vor allem aber hat bie Rebe Abolf Hitlers, bie in langen Auszügen roiebergegeben wirb, stärksten Einbruck gemacht. Die Forberung bes Führers, baß bas beutsche Volk eine beutsche K u n st besitzen müsse, unb seine scharfe Abrechnung mit ben volksfremben sog. „mobernen Künstlern" ber bemokratisch-marxi- stischen Verfallszeit, denen jedes wahre Können gefehlt habe, wird nachdrücklich hervorge- hoben. Auch das Haus der Deutschen Kunst, bie Ausstellung unb bie zahlreichen übrigen Veranstaltungen am Tag ber Deutschen Kunst finben aufrichtige Anerkennung unb Würbigung. Die Berichte werben burch zahlreiche Bilber illustriert.
Paris
Paris, 19. Juli. (DNB.) Die Pariser Frühblätter berichten über ben Tag der deutschen Kunst
in München und besonders über die Rede des Führers. Ein Teil der Blätter betont schon in ben Ueberschristen, baß ber Führer ben Jmpressio- nismus, Kubismus, Futurismus unb Dabaismus, kurz ben Bolschewismus in ber Kunst verurteile.
England.
ß o n b o n , 19. Juli. (DNB.) Die größeren Lon» boner Frühblätter bringen Berichte über ben Höhepunkt ber breitägigen Feier in München, bie bas Interesse, bas man vor allem ber Rebe bes Führers entgegenbringt, erkennen lassen. Der Münchener Korrespvnbent ber „Times" jagt, ber Führer fjabe von ber Wiebergeburt ber beutschen Kunst im Dritten Reich gesprochen unb ben j ü b i » jchen Kunstbolschewismus verdammt. In demselben Sinne lautet bie Ueberschrift bes „Daily Telegraph".
Polen.
Warschau, 19. Juli. (DNB.) Die polnische Presse berichtet ausführlich über bie Eröffnung bes Hauses ber Deutschen Kunst in München. Aus der Rede des Führers wird im Bericht der Polnischen Telegraphenagentur, den die meisten Blätter wiedergeben, besonders der Fall hervorgehoben, ber mit ben früheren Moberichtungen in ber Kunst ab« rechnet unb ihnen den Grundsatz einer oolks - verbundenen deutschen Kunst gegenüberstellt. Das Haus der Deutschen Kunst selbst wird in dem Bericht als ein imponierendes Gebäude mit einfachen und strengen Linien bezeichnet.


