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Was die Hausfrau wissen muß!
Wenn die Hausfrau jetzt in ihren Einmach schrank greift, dann sieht sie oft mit Schrecken, daß die Vorräte immer weniger werden. Die Zahl der Marmeladegläser jst schon bedenklich klein geworden. Deshalb zu sparen oder statt der Marmelade Butter zum Brotaufstrich zu verwenden, wäre falsch, denn wir alle wissen, daß wir unseren Fettverbrauch einschränken müssen. Eine kleine Hilfe bei der Einschränkung des Fettverbrauchs ist der erhöhte Verbrauch von Marmelade. Es braucht sich auch keine Hausfrau Sorgen zu machen, wenn sie sieht, daß der eigene Vorrat immer kleiner wird. Sie sollte einmaL einen Versuch machen mit der „verbilligten Marmelade", die so preiswert ist, daß sie wirklich für jeden Haushalt erschwinglich bleibt. Durch ihre hervorragende Qualität und vielseitige Verwendungsmöglichkeit hat sie schon im vergangenen Jahre großen Anklang gefunden.
Eine Steigerung des Verbrauchs der „verbilligten Marmelade" ist deshalb sehr leicht möglich, da sie nicht nur als Aufstrichmittel zu verwenden ist. Sehr gut schmeckt den Kindern z. B. eine heiße Fruchtmussuppe mit Grießklößchen oder Magerquark, der sorgfältig mit Marmelade zu einer feinen Creme gerührt wird. Auch kalte und heiße Tunken zu Pudding und Süßspeisen lassen sich Herstellen. Es gibt ungeahnte Möglichkeiten, Frucht- mus im Speisezettel zu verwenden und durch das verschiedenartige Aroma eine willkommene Geschmacksabwechslung zu bringen. Sehr schnell und einfach läßt sich z. B. mit Hilfe der Marmelade eine kleine Torte Herstellen. Die Marmeladefüllung schmeckt stets erfrischend.
Folgende Sorten „verbilligte Marmelade" sind in den einschlägigen Geschäften erhältlich: Pflaumenmus zu 28 Pf., Rübenkraut zu 18 Pf., Vierfrucht- und gemischte Marmelade, Apfelnachpreß- gelee und Apfelkraut zu 32 Pf. je V2 Kilogramm. Da vorauszusehen war, daß unter dem Preisabbau der Konsumsorten der Verbrauch von Ein- und Zweifruchtmarmelade leiden würde, sind nun auch von den Einfruchtmarmeladen Erdbeer- und Pflaumenmarmelade in den Kreis der Verbilligung einbezogen. Der Verkaufspreis beträgt 45 Pf. je V2 Kilogramm.
Da die Marmelade wirklich für jeden Geschmack zu erschwinglichen Preisen erhältlich ist und darüber hinaus durch ihre vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten und ihren gesundheitlichen Wert eine Bereicherung des Küchenzettels bilden kann, sollte sie bei unseren Hausfrauen viel mehr Beachtung finden. Jedenfalls ist es nicht notwendig, daß bei den geringer werdenden eigenen Marmeladevorräten Sparmaßnahmen ergriffen werden, da genügend Marmelade zur Verfügung stcht.
Opernabend in Dad-Nauheim.
Em bedeutendes künstlerisches Ereignis steht Bad-Nauheim am Montag, 24. Mai, bevor. Mit dem Solisten der Berliner Staatsoper wird das Preußische Staatstheater Kassel mit Puccims Oper „Madame Butterfly" im großen Bühnensaal des Kurhauses gastieren. Die Titelpartie singt die Kammersängerin Maria C e b 0 t a r i (Staatsoper Berlin). Kammersänger Helge R 0 s - w a e n g e hat die Partie des Linkerton. Else T e - geth 0 ff (Staatsoper Berlin) und Kammersänger Alfred Borchardt fingen die Suzuki bzw. den Sharp^eß. Alle anderen Partien sind mit Solisten der Staatsoper Kassel besetzt. Das gesamte Orchester des Preußischen Staatstheaters ist eingesetzt. Musikalische Leitung Staatskapellmeister Heinz B 0 n - gartz.
Hackfleisch immer frisch herstellen.
LPD. Auf Grund einer Polizeiverordnung darf von den Metzgern in Hessen Hackfleisch während der warmen Jahreszeit nicht vorrätig gehalten, sondern es muß bei Bedarf stets frisch hergestellt werden. Die Polizeibehörden sind angewiesen, Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmung zu verfolgen. Es liegt im Interesse der Metzger und Hausfrauen, sich stets an diese Vorschrift zu erinnern, die der allgemeinen Hygiene dient.
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** Sie Oeffentliche H a nd elslehr a n- stalt der Industrie- und Handelskammer Gießen erstattet jetzt ihren Jahresbericht über das Schuljahr 1936/37. In dem Bericht wird betont, daß der in den beiden vorhergehenden Jahren angezeigte Aufschwung der Öffentlichen Handelslehranstalt weiterhin 'anhält. Die Schülerzahl belief sich nach dem Stande am 7. Mai 1936 auf insgesamt 269 (171 Knaben und 98 Mädchen), nach dem Stande vom 10. Mai 1937 auf 306 (158 Knaben und 148 Mädchen). Der Bericht erwähnt weiterhin mit Worten des Dankes an die zuständigen Stellen und der Genugtuung die Schaffung eines neuen, voll und ganz für Schulzwecke dienenden Hauses durch den Kauf und die Herrichtung des Gebäudes Werner- Wall 11. In dem neuen Schulhaus sind neben neun Klassenzimmern ein Maschinenschreibsaal, Lehrerzimmer, Direktorzimmer, Sekretariat, Wartezimmer, Laboratorium, Küche und Lebensmittelräume enthalten; ferner -verfügt die Schule über eine Turnhalle, die erforderlichen sanitären Einrichtungen und weitere für den Betrieb notwendige Räume. Die Schulleitung rechnet als Normalstand mit einer Schülerzahl von etwa 300, und sie betont, daß in dem neuen Schulhause dafür geeignete Unterkunst geschaffen ist. Die Räume sind lustig und hell; besonders begrüßt wird, daß der haus- wirtschaftliche Unterricht, Turnen und Sport in den Räumen der eigenen Anstalt durchgeführt werden können. Im übrigen enthält der Jahresbericht noch zahlreiche Angaben über das erfolgreiche Wirken der Schule und ihrer Schüler und Schülerinnen auf den verschiedensten Gebieten der Ausbildung. Besonders hervorgehoben wird ferner, daß die Zusammenarbeit zwischen der Schule und der HI. stets sehr gut war, ferner die Beziehungen zur Deutschen Arbeitsfront für beide Teile immer erfreulich und fruchtbar gewesen sind.
** Unfall bei der Arbeit. Der Zimmermann Josef Sauer aus Weinbach (Oberlahnkreis) erlitt gestern an feiner Arbeitsstätte in Gießen einen schweren Unfall. Der bedauernswerte Mann mußte mit mehreren Rippenbrüchen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.
Das Ernährungshilfswerk inGießen laust
Verstärkter Einsatz von Sammelfahrzeugen.
lieber Erwarten gut haben die Gießener Hausfrauen dem Aufruf der Kreisamtsleitung der NSD. zur Sammlung von Haushaltsabfällen, die für das Ernährungshilfswerk in Frage kommen, Folge geleistet.
Der erste Sammeltag brachte schon ein Ergebnis von mehr als 13 Zentnern, der zweite Sammeltag mehr als 20 Zentner Abfälle, und der dritte Sammeltag brachte ein weiteres erhöhtes Aufkommen von Abfällen, die damit dem Verlust und Verderb entrissen und der Ernährung des deutschen Volkes aus dem Umweg über die Schweinemästung wieder zugeführt worden sind.
Während die NSV. bisher über eiaene Schweine- ställe noch nicht verfügt und die gesammelten Abfälle daher noch an fremde Höfe ab führt, mit denen besondere Vereinbarungen getroffen sind, werden wir Ende dieses Jahres, nachdem nun auch die finanziellen Schwierigkeiten überwunden sind, in Gießen mit einer modernen Schweinemästerei am Unteren Hardthof rechnen können, die allen Anforderungen Genüge leisten wird und in der bis zu 250 Säue eingelegt werden können.
Vorerst läuft also das Ernährungshilfswerk für Gießen mit der oben angegebenen Zwischenlösung, wonach die Schweine auf fremden Höfen für Rechnung der NSV. gemästet werden.
Um dem immer mehr steigenden Anfall von Haushaltsabfällen Rechnung zu tragen, wird
ab Montag, 24. dieses Monats, täglich in Gießen gesammelt,
und zwar laufen die Wagen des Ernährungshilfswerkes (EHW.) genau so wie die städtische Müllabfuhr. Jede Hausfrau stellt also an diesen Tagen neben den Eimer der städtischen Müllabfuhr die
vorläufig noch provisorischen Kisten, Kasten und Eimer des Ernährungshilfswerkes (EHW.) bereit.
Es ist also so, daß die Wagen der städtischen Müllabfuhr und die Wagen des Ernährungshilfswerkes (EHW.) in den einzelnen Bezirken der Stadt an denselben Tagen fahren und auch zeitlich ungefähr übereinstimmen.
Die bisherigen Erfahrungen haben gelehrt, daß die zum Sammeln benutzten Gefäße nicht immer allen Anforderungen (Tragfähigkeit usw.) entsprechen. Bis zur Einführuna der für diese Abfälle vorgesehenen Sammeleimer behelfe man sich daher mit stabilen Kasten und Eimern, in denen die Abfälle möglichst ohne Verwendung von Papier zur Abholung bereitgestellt werden mögen. Es ist selbstverständlich, daß bei der Einführung einer derartigen umfassenden, regelmäßigen Sammeltätigkeit hier und da, bei dem zunächst beschränkten Einsatz von Sammlern und Fahrzeugen, die Abfälle nicht überall pünktlich abgeholt worden sind. Diese Schwierigkeiten werden aber mit der Zeit verschwinden. Sollte trotzdem keine Besserung in den einzelnen Straßenzügen oder Hausgrundstücken ein- treten, so genügt eine Mitteilung an den zuständigen Blockwalter der NSV. oder eine Postkarte an die Kreisamtsleitung der NSV., um hier Abhilfe zu schaffen.
Sie Ergebnisse sind für den Anfang außerordentlich ermutigend.
Die Kreisamtsleitung der NSV. erwartet daher von den Gießener Hausfrauen, daß sie auch weiterhin mit demselben Eifer wenn möglich noch mehr an Abfällen sammeln und daß sich für den Fall, daß es hier und da einmal nicht gleich klappt, niemand verärgern läßt und auch weiterhin seine Pflicht tut.
Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau.
Die MeuttW der Rett- und Fahriurniere.
Am 22. und 23. Mai findet in Gießen, veranstaltet vom Fremdenverkehrsverein Gießen, ein großes Reit- und Fahrturnier unter Mitwirkung der Wehrmacht, SA., SS., HI. und der Rett- und Fahrvereine statt.
Der Turniersport ist nicht eine neue, sondern eine uralte Sportart. Seitdem der Mensch das Pferd in seinen Dienst gestellt hat, gibt es einen Reitsport, der insbesondere jagdlichen und militärischen Zwecken diente.
Schon die Geschichte des Altertums gibt uns Berichte über Turniere, die, besonders von den Heerführern gefördert, als Waffenspiele abgehalten wurden. Erinnert sei hierbei auch an die großen römischen Wagenrennen.
Das Mittelalter brachte einen großen Aufschwung des Turniersports. Die Ritter zeigten bei den Turnieren ihre Geschicklichkeit und ihren kämpferischen Mut zu Pferde. Viele Reiterspiele, die heute noch überall sich großer Beliebtheit erfreuen, stammen aus der Ritterzeit. Hauptsächlich durch die Kreuzzüge wurde das edle Warmblutpferd, der Araber, in' Deutschland bekannt. Die Turniere gewannen dadurch an Lebhaftigkeit und Leistungsfähigkeit.
Die großen Reiterführer der späteren Zeit, insbesondere Seydlitz, erkannten den Wert des sogenannten Figurenreitens. Die Reiter wurden dabei in der Wendigkeit und Beherrschaung ihrer Pferde geschult, wie es im Ernstfall der Reiterkampf erfordert.
Die großen Turniere der letzten Jahre haben der Pferdezucht trotz Motorisierung eine beachtenswerten Aufschwung gegeben, den Züchtern neue
Wege gezeigt, um den gesteckten Zielen näherzukommen. Dabei haben die Wehrmacht, sowie SA.- und SS.-Reiterei sich große Verdienste erworben. Heute gliedern sich die Turniere in Material-, Eig- nungs- und Leistungsprüfungen.
In den Materialprüfungen wird das Pferdematerial in Bezug auf Gelände, Gang und Temperament geprüft.
Eignungsprüfungen haben den Zweck, Pferde als Reit- oder Jagdpferde im Alter von vier bis acht Jahren für den sofortigen Reitgebrauch zu prüfen.
Die Leistungsprüfungen gliedern sich in Dressurprüfungen, Springen, Gelände- und Dauerritte. Durch alle diese Prüfungen hat sich mit der Zeit herausgestellt, welche Zuchtlinien der einzelnen Perderassen besonders leistungsfähig sind.
Der deutschen Pferdezucht ist damit ein großer Dienst erwiesen worden, und wenn heute die deutsche Pferdezucht auf so glänzender Höhe steht, so ist es letzten Endes mit ein Verdienst des Turniersports.
Besonders günstig wirkt sich die Beteiligung am Turniersport in der Truppe aus. Die Teilnahme an Turnieren spornt Reiter und Pferd zu immer besseren Leistungen an. In den Dressurprüfungen wird eine gute Rittigkeit vom Pferd und ein feines Reitergefühl vom Reiter verlangt. Die Springprüfung und Geländeritte erfordern Mut, Entschlossenheit und frisches Vorwärtsreiten, Eigenschaften, die der Reiter in seinem militärischen Dienst immer braucht. Zugleistungen kommen der Truppe und ganz besonders der deutschen Wirtschaft zu gute.
Interesse am Turniersport bedeutet Förderung der deutschen Pferdezucht und somit Förderung der deutschen Volkswirtschaft!
Borschau aus das Neiiersportsest.
Die Vorbereitungen für das Reit- und Fahr- turnier am Samstag und Sonntag auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn stehen vor dem Abschluß. Schirmherr dieses Reitturniers ist der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, der auch einen wertvollen Ehrenpreis gestiftet hat. Weitere Ehrenpreise wutden vom Landesbauernführer und vom Oberbürgermeister zur Verfügung gestellt.
Die Turnierleitung haben Bürgermeister Professor Dr. Hamm, Rittmeister a. D. Lei- p 0 l d , Derwaltungsoberinspektor Müller, Major N 0 a ck und Universitätsreitlehrer S ch ö m b s.
Dem Ehrenausschuß gehören an: der Rektor der Universität Professor Dr. Baader, SA.- Gruppensührer B e ck e r l e Oberst und Regimentskommandeur von Berg, Oberstleutnant F e l m y, Oberst uNd Regimentskommandeur H e r r l e i n, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, Major der Schutzpolizei Koch, Kreisdirektor Dr. Lotz, SA.-Standartenführer Lutter, SS. - Standartenführer Müller, Oberstaffelführer Nagel, Generalleutnant und Divisionskommandeur O ß w a l d , Oberbürgermeister Ritter, HI. - Bannführer Rohrbach, Oberst und Regimentskommandeur Sanne, SA.-Brigadeführer Schmidt, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , Landgerichtspräsident T h ü r e, SS.-Oberabschnittssührer Prinz von Waldeck und Bankdirektor Zeltmann.
Das Schiedsgericht besteht aus den Herren Generalleutnant und Divisionskommandeur Oß- w a l d , Fabrikant Dr. Pauly, Standartenführer Wehner.
Das Preisgericht setzt sich zusammen aus: Hauptmann Dr. B r e ch t e l, Hauptmann Dr. Brandts, Landstallmeister Dr. Dender, Oberst- leutnant und Abteilungskommandeur Döring, Major K a u m a n n , Major Freiherr von Kitt- litz und Ottendorf, Rittmeister a. D. Lei- p 0 l d , •ßeutnannt Senn, Polizeioberleutnant a. D. Rettig, Major Freiherr Roeder von Diers- b u rg, Landwirt Heinrich S ch u d t, Obersturmbannführer Di erhaus, Standartenführer Wehner, Major a. D. W e d e l i n und Bankdirektor Zeltmann.
An Voranmeldungen liegen vor: 37 für den Geländeritt der Klaffe A und 18 für den der Klasse L, die beide am Samstagnachmittag ausgetragen werden.
Für die Eignungsprüfung sind 15 Meldungen, für die Dressurprüfung der Klasse A 32, für die der Klasse L 15 und die der Klasse M 4 erfolgt.
Das Jagdspringen der Klasse A hat mit 63 Anmeldungen die größte Beteiligung aufzuweisen. In der zweiten, der Klasse L, dieses Wettbewerbs reiten 30 Mann. Für die schwierige Klasse M dieses Jagdspringens sind nur 4 Voranmeldungen eingegangen.
Sehr interessant dürfte das Glücksjaqdspringen der Klasse A werden, bei dem 15 Hindernisse zu nehmen sind und an dem 34 Reiter beteiligt sein werden.
Den Gespannprüfungen im Kutschwagen mit Ein-, Zwei- und Mehrspännern werden sich 20 Gespanne unterziehen, so daß auch diese Programmnummer ein schönes Bild der reitersportlichen Geschicklichkeit bieten dürfte.
Durch die Beteiligung der Wehrmacht und der Reiter-SA. verspricht die Veranstaltung ein sehr abwechslungsreiches Schauspiel zu werden.
Der karlenvorverkaus.
Wegen der außerordentlich starken Nachfrage nach Eintrittskarten zu dieser reitsportlichen Veranstaltung hat der Fremdenverkehrsverein Gießen jetzt noch eine Kartenvorverkaufsstelle in dem Hapag- Büro im Torhaus am Seltersweg eingerichtet.
Ein Kind vom Pflug überfahren.
* Steinheim (Kreis Gießen), 20. Mai. Bei der Heimkehr vom Felde fetzte der hiesige Landwirt Adolf Hofmann seinen 6 Jahre alten Sohn, um ihm eine Freude zu bereiten, auf das vor einem Pflug gespannte Pferd. Unversehens fiel der Junge, bevor der Vater hinzuspringen konnte, von dem Pferd herab und kam dabei vor den Pflug zu liegen, der über ihn hinwegging. Das bedauernswerte Kind erlitt einen Schädel- bruch und einen Oberschenkelbruch. Es wurde nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht, wo es in ernstem Zustand darniederliegt.
Konserven nicht vergessen!
ZdR. Wir wollen unserem Grundsatz treu bleiben und nach Möglichkeit oft und reichlich Gemüie ;um Mittagessen verzehre». Wir wissen zwar, daß gerade im Frühjahr noch nicht allzu viel frisches inländisches Gemüse auf den Markt kommt, aber wir brauchen deshalb doch nicht auf das Gemüse zu verzichten! Das erscheint manchen Hausfrauen schwer durchführbar, jedoch zu Unrecht: viel zu viele Hausfrauen vergessen nämlich leider, daß wir ja nicht nur auf unsere ersten Frühgemüse angr. wiesen sind, sondern daß es noch viele gute Gemüse in reicher Auswahl in Konserven gibt. Diese haben den Vorzug, in einer Zeit, die noch verhältnismäßig wenig Abwechselung an frischen Erzeugnissen bietet, den Küchenzettel vielseitiger zu geftal. ten. Die Gemüsekonserven sind in den verschieden- sten Preislagen erhältlich und alle so preiswert, daß ihr Verzehr keine Wirtschaftskasse überbeansprucht. Auch an frischem Obst findet die Hausfrau noch nicht allzu viel vor. Sie sollte deshalb vor allein ihren Kindern ein Sonntagskompott oder eine Dbfb beilage zu Milchspeisen nicht vorenthalten: die Obi't- konserven, die auch den verschiedensten Ansprüchen und Geschmacksrichtungen entsprechen, enthalten durch ihre sorgfältige Zubereitung den Vitamin- gehalt des Frischobstes und sind also eine unbedingt notwendige Ergänzung im Rahmen der sonstigen Ernährung. Vergessen wir also nicht, die reichen Bestände an Gemüse- und Obstkonserven zu verwerten, bis uns Sommer und Herbst wieder ihren frischen Erntereichtum bescheren.
Amtsgericht Gießen.
Der Jude Js fried Wetzlar aus Gießen hatte sich vor dem Amtsgericht wegen Untreue und Unter« schlagung zu verantworten. Im Herbst 1936, in einer Zeit, in der er sehr viel im Biertunnel in Gießen verkehrte und in der di'e Fleisch- und Wurstwaren knapp waren, hatte er sich dem Wirt erboten, Fleisch- und Wurstwaren zu besorgen. Zu diesem Zwecke hat er Geldbeträge von dem Wirt bekommen und auch in gewissen Abständen Wurstwaren geliefert. Die gelieferten Waren machte» aber niemals den Betrag aus, den er von den Wirt erhalten hatte. Der Wirt wußte bis heule noch nicht, daß er es mit einem Juden zu tun hatte, da sich der Angeklagte ihm gegenüber sogar als „Oberleutnant" ausgegeben hatte. Schließlich schöpfte er aber doch Verdacht und forderte den Angeklagten auf, einen Differenzbetrag von 15 Mk. zu zahlen. Der Angeklagte hat sich auch bereit- erklärt, den Bettag umgehend zurückzuzahlen, <5 aber bis heute noch nicht getan. Da er schon einschlägig vorbestraft ist, wurde er wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung zu einer Gefäng- nisftrafe von vier Wochen und zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. Im Uneinbring- lichkeitsfalle sind je 5 Mk. der Geldstrafe mit einem Tag Gefängnis zu verbüßen.
Schöffengericht Gießen.
DH
Immer reichlich Soße- was Sie auch kochen und braten!
Den Würfel zerdrücken, mit J/4 Liter Wasser gut verrühren, aufkochen und 3 Minuten ziehen lassen
W
MAGGI
Der F. R. aus Butzbach hatte sich vor dem Schöffengericht wegen Untreue und schwerer Urkunden, fälschung zu verantworten. Als bestellter Vertreter von vier Brüdern hatte er in einer Unfallsache 0:1« der der Versicherungsgesellschaft eingenommen, di<sr Gelder aber nicht ordnungsgemäß an seine Auftraggeber abgeführt, sondern für sich behalten. Weiterhin hat er eine Bescheinigung, nach der das von der Versicherungsgesellschaft an die Brüder zu zahlende Geld aus dem Unfall durch Warenlieferung aus seinem Geschäft ausgeglichen werden sollte, mit einem ein Jahr späteren Datum versehen. Das ut» sprüngliche Schriftstück hatte überhaupt keine Datumsangabe enthalten. Der Angeklagte wurde ire- gen dieser Taten zu einer Gesamtgefängnis, (träfe von fünf Monaten und einer Geld- strafe von fünfzig Mark verurteilt. Die Geldstrafe ist im Uneinbringlichkeitsfalle mit einem Tag ®e- fcingnis für je 5 Mark zu verbüßen.
Ebenfalls wegen Untreue hatte sich der H. 64 aus Gießen zu verantworten. Er hatte Gelder im Betrage von rund 450 Mark veruntreut, um damii angeblich feine Schulden zu bezahlen, obwohl er einen ausreichenden Gehalt bezog und ihm jederzeit zur Abdeckung von notwendig entftanoeim H Schulden ein Vorschuß gewährt worden wäre. Do- mit seine Unterschleife nicht so schnell herauskow- men sollte, hatte er ein Schriftstück nicht abgefanbt Der Angeklagte war von Anfang an in vollen Umfange geständig, und es ist auch nicht abzuleuo- I nen, daß er die Tat bereut. Das Gericht erfanrti wegen Veruntreuung in Tateinheit mit Urkunden- Unterdrückung auf eine Gefängnisstrafe vd H fünf Monaten und vierzehn Tagen. II Außerdem erkannte es auf eine Geldstrafe von fünW zig Mark. Für den Fall der Uneinbringlichkeit iß II die Geldstrafe mit je einem Tag Gefängnis für i* I 10 Mark zu verbüßen.
Sodann hatte sich wiederum der H. B. aus Gcrir- | buch wegen Beleidigung, Widerstands, in Täte n- II heit mit einer Körperverletzung, zu verantworten« Einem Vollziehungsbeamten gegenüber, der aj" h tragsgemäß ein Rind pfänden wollte^ hat er fiä widersetzt, so daß es dem Beamten nicht möM war, die Pfändung vorzunehmen. Auch nachdem der Beamte sich einen Polizeibeamten zur Hilfe y holt hatte, war es ihm nicht möglich, die Pfändung II vorzunehmen, da der Angeklagte das Rind ij] | Stalle stark befestigt hatte und sich mit allen ftr,j| zu Gebote stehenden Mitteln zur Wehr setzte. Seil In renitentes Benehmen trieb ihn sogar soweit, dal Ig er dem Vollziehungsbeamten in die Hand biß- Iß nachdem die Beamten noch einen weiteren Mani W zur Verstärkung heranholten und nun zu dritt dtt« Angeklagten aus dem Stall schassen konnten, nrd H es dem Beamten möglich, die Pfändung vorzunE men. Das Gericht verurteilte ihn wegen Widrl'N ftands, Beleidigung und Körperverletzung zu ei^ [ ©efamtgefängnisftrafe von drei Mo' naten und zwei Wochen. Dem Angeklagte! wurde nahegelegt, von dem seither beschritterttD Wege endlich abzugehen, da er sonst nicht mehr ci> I dem Gefängnis herauskomme. Der Staat mirb |i allen Machtmitteln gegen solche Leute einschreilel, W die sich Beamten gegenüber, die in ordnungsgernc' I ßer Ausübung ihres Dienstes handeln, derart fr^1 und unverschämt benehmen. jM
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