Ausgabe 
20.4.1937
 
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Hr.9I Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, 20. April 1937

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Deutschlands Geburtstagsgruß an den Führer.

Führer und Volk

Von Professor Dr. Ernst Rudolf H. k e , Mitglied der Akademie für Deutsches JL cht.

Der Grundzug der neuen Volksordnung ist, daß die parlamentarische Demokratie durch das völkische Reich ersetzt worden ist. Die parlamentarische Demokratie ging von der Ideologie aus, daß in ihr der Wille des Volkes, der sich in Wahlen und Abstimmungen manifestiere, maßgebend sei. Die völkische Staatsauffassung be­ruht auf der Erkenntnis, daß der wahre Wille des Volkes nicht durch parlamentarische Wahlen und Abstimmungen'gefunden werden kann, sondern daß der Wille des Volkes nur durch den Führer rein und unverfälscht hervorgehoben wird. Es ist also zu unterscheiden zwischen dem angeblichen Volkswillen der parlamentarischen Demokratie, in dem sich nur der Widerstreit der sozialen Inter­essen widerspiegelt, und dem wahren Volkswillen des Führerreichs, in dem sich der Gesamt­wille einer echt en politischen Einheit kundgibt.

Das Volk ist eine objektive selbständige Erschei­nung; es erschöpft sich nicht in den jeweils leben­den Gliedern. So ist auch derWille des Volks" eine objektive Gegebenheit, die von der subjektivenV o l k s ü b e r z e u g u n g", d. h. den Meinungen, Bestrebungen und Befürchtungen der jeweils lebenden Volksangehörigen unterschieden werden muß. Es ist möglich, daß Volkswille und Volksüberzeugung sich decken, und es ist die Aufgabe der Führung, diesen Zustand herbeizuführen und zu erhalten. Aber es besteht keine ohne weiteres ge­gebene Identität zwischen dem objektiven Volks­willen und der subjektiven Volksmeinung. Deshalb kann der wahre Wille des Volkes niemals dadurch mit Sicherheit erkannt werden, daß man die leben­den V.olksangehörigen abstimmen läßt. Der wahre Volkswille kann in der Abstimmung hervortreten, braucht es aber nicht.

Der Führer ist der Träger des völkischen Wil­lens; er ist unabhängig von allen Gruppen, Ver­bänden und Interessenten, aber er ist gebunden an die Wesensgesetze des Volkes. In dieser Doppelung: Unabhängigkeit von aller Jnteressenbindung, aber unbedingte Gebundenheit an das Volk spiegelt sich das eigentliche Wesen des Führertums. So hat der Führer auf der einen Seite nichts mit dem Funktionär, dem Agenten oder Exponenten zu tun, die ein ihnen übertragenes Mandat ausüben und die an den Willen eines Auftraggebers gefesselt sind. Der Führer ist keinVertreter" einer bestimm­ten Gruppe, deren Aufträge er auszuführen hätte. Er ist auch keinOrgan" des Staates im Sinne eines bloß ausführenden Handlungsträgers. Er ist vielmehr selbst der Träger des völkischen Gemeinwillens; in seinem Willen tritt der Volkswille in die Erscheinung. Er wandelt das bloße Gefühl des Volkes in einen bewußten Willen; er schafft aus einem vielftrebigen Ganzen die ein­heitliche, einsatzbereite Gefolgschaft. Er bildet in sich den wahrhaften Willen des Volkes, der von den subjektiven Ueberzeugungen der jeweils lebenden Volksglieder zu unterscheiden ist. Er ist hingegeben an die objektive geschichtliche Einheit und Ganz­heit des Volkes. Deshalb ist es ihm möglich, sich im Namen des wahrhaften Volkswillens, dem er dient, gegen die subjektiven Meinungen und Ueber­zeugungen einzelner Volksglieder zu wenden, wenn diese sich von der objektiven Sendung des Volkes abkehren. Er verficht dann die objektive Idee der Nation gegen die subjektive Willkür einer irregelei-I teten Volksstimmung. In Zeiten der inneren Not kann der Führer ein Volk, das seine politische Sen­dung vergessen oder verraten hat, wieder zu sich selber leiten. Er bildet in sich den völkischen Ge­meinwillen und verkörpert gegenüber allen Einzel­wünschen die politische Einheit und Ganzheit des Volkes; er setzt gegenüber den Einzelinteressen die geschichtliche Sendung der ganzen Nation durch.

Doch ist der Führer eben als Träger des völki­schen Willens nicht selbstherrlich und jeder Bindung bar. Sein Wille ist nicht der subjektive individuelle Wille eines für sich stehenden Menschen, sondern in ihm verkörpert sich der Gesamtwille des Volkes als objektive geschichtliche Größe. Der im Führer ge­bildete Wille ist kein persönlicher Einzelwille, son­dern der Gesamtwille einer Gemein­schaft. Ein solcher Gemeinwille ist keine Fiktion, wie der angeblicheGemeinwille" der Demokratie. Sondern er ist eine politische Wirklichkeit, die im Führer ihren Ausdruck findet. Der völkische Ge° meinrville hat seine Grundlage in der p o l i t i - chen Idee, die einem Volke gegeben ist. Er ist im Volke selbst vorhanden; er wird durch den Füh­rer zum Bewußtsein erhoben und offenbart. Der Volkswille wird durch den Führer nicht aus dem Nichts erschaffen, sondern er wird entwickelt aus den Anlagen, Kräften und Aufgaben, die dem Volke gegeben sind. Der Führer entfaltet zum bewußten Entschluß was als Willenskern in der Gemein­schaft des Volkes lebendig enthalten ist.

In unzähligen Aeußerungen hat Adolf Hit­ler sich zu dieser Bindung an das Volk bekannt am nachdrücklichsten in der Reichstagsrede vom 7. März 1936, in der es heißt:Ich konnte dies alles nur tun, weil ich mich nie als Diktator meines Volkes, sondern stets nur al3 fein Führer und damit als fein Beauftragter gefühlt habe. Ich hatte um die innere Zustimmung des Deutschen Volkes zu meinen Idealen einst 14 Jahre gerungen und bin dann dank seines Vertrauens

von dem ehrwürdigen Generalfeldmarschall berufen I worden. Ich habe aber auch seitdem alle meine Kraft nur aus dem glücklichen Bewußtsein ge­schöpft, mit meinem Volke unlösbar verbunden zu sein als Mann und Führer."

Im Führer treten die Wesensgesetze des Volkes in die Erscheinung; er ist es, der sie zur leitenden Richtschnur aller völkischen Arbeit werden läßt. Er stellt, indem er diese Wesensgesetze hervortreten läßt, die gemeinsamen großen Ziele auf, die es zu verwirklichen gilt, und er entwirft den Plan, nach dem der Einsatz der völkischen Kräfte für die ge­meinsamen Ziele vorgenommen wird. Er gibt durch dieses zielende und planende Handeln dem völkischen Leben erst Sinn und Wert. Insbesondere in der Gesetzgebung, die in der Hand des Führers liegt, äußert sich dieses zielsetzende, plangestaltende Wirken. Der große Bedeutungswandel, den das Ge­setz erfahren hat, ist darin gegeben, daß es nicht

Führung gegeben ist, nur in Verbindung mit ab­soluter Verantwortung bestehen kann. Jeder, der dasFührerprinzip" als ein Instrument für bequemes bürokratisches Denken mißbraucht, ver­geht sich an dem obersten Gut der völkischen Ord­nung. Es gibt keine stärkere Verantwortung als die, die durch das Führertum begründet wird. Denn hier gibt es nicht wie im parlamentarischen System die Entlastung durch ein Parlament, sondern nur die Bewährung an der geschichtlichen Aufgabe des Volkes.

Mit der Verantwortung gepaart aber ist die Treue die der Führer seiner Gefolgschaft schuldet. Es ist ein alter Grundsatz des deutschen Rechts, daß Treue auf Gegenseitigkeit beruht; das gilt auch für die Treue als Grundlage der politischen Ordnung. Bismarck hat das in denGedanken und Er­innerungen" hervorgehoben:Das germanische Lehnrecht gibt dem Vasallen außer dem Besitz des

Scherl-Bilde rdienst-M.

mehr wie in der liberalen Zeit Schranken des so­zialen Lebens aufrichtet, sondern daß es Ziel und Plan des völkischen Handelns umreißt. Vom Gesetz des absoluten Staates aber unterscheidet sich das Führergesetz dadurch, daß es den Volksgenossen nicht bevormunden soll, sondern ihn zur täti­gen Mitgestaltung auffordert. Es begründet die Verantwortung jedes einzelnen Volksgenossen für das Gelingen des gemeinsamen Werkes. Daher begnügt sich der Führer nicht mit einer allgemeinen Aufsicht und Kontrolle über das gesetzmäßige Ver­halten der Bürger. Er stellt nicht Schranken auf für die private Willkür, sondern er ruft leben Volksgenossen zur verantwortlichen Mitarbeit an den gemeinsamen Aufgaben im Rahmen des allgemeinen Planes auf. So war die Arbeit des deutschen Volkes in den ersten Jahren der natio­nalen Wiedergeburt durch den Vierjahresplan be­stimmt, den der Führer in dem Aufruf vom 1. Fe­bruar 1933 aufgestellt hatte. Die Arbeit der näch­sten Jahre wird im Zeichen des Vier,ahresplanes stehen, den der Führer in seiner Proklamation auf dem Parteitag 1936 entworfen hat.

Die Führung beruht auf unbedingter Autori­tät, aber nicht auf bloßem äußerem Zwang. Es ist oft gesagt worden, muß aber immer wieder be­tont werden, daß Führung nichts mit bürokratischer Willkür zu tun hat und kein brutales Zwangssystem bedeutet, sondern daß sie nur v o n gegensei t i - qer Treue getragen sein kann, daß sie in der freien Einordnung ihren Ausdruck finden muß Die Führungsordnung lebt von der Treue und der Verantwortung der Gefolgschaft, zugleich setzt sie aber auch Verantwortung und Treue des Führers gegenüber feiner Aufgabe und gegenüber seiner Gefolgschaft voraus. Immer wieder hat Adolf Hitler betont, daß die absolute Autorität, die in der

Gegenstandes wenig Anspruch, aber doch den der Gegenseitigkeit der Treue zwischen ihm und dem Lehnsherrn; Verletzung derselben von der einen wie von der anderen Seite heißt Felonie. Dieses Gefühl ist die wesentliche Basis der An­hänglichkeit des preußischen Volkes an feinen Mon­archen, was psychologisch erklärlich ist, denn die Neigung, einseitig zu Heben, liegt nicht als dauernde Triebkraft in der menschlichen Seele."

Das Führertum ist eine allgemeine G e - staltungssorm im öffentlichen Leben des völ­kischen Reiches. Es gilt nicht nur für bestimmte Ein­zelbereiche, sondern ergreift alle Organisationen, Einrichtungen und Verbände, die am Gemein­schaftsleben des Volkes teilhaben. Es ist insbeson­dere nicht beschränkt auf die politische Bewegung, wenn auch in ihr der Führergedanke zuerst sinn­fällige Gestalt gefunden hat. Aber im gleichen Maße, in dem die Bewegung Volk und Reich durch­drungen hat, hat die ihr eigene politische Gestal- tungsform die Führung sich in den Bereichen des völkischen und staatlichen Lebens durchgesetzt. Die staatlichen Einrichtungen vor allem Verwaltungsaufbau, Wehrmacht, Arbeits­dienst werden ebenso wie die Ordnungen des ständischen Lebens Wirtschafts- und Kulturstände, Arbeitsfront, Betriebsgemeinschaften durch das Prinzip der Führung bestimmt. Eine politische Einheit kann nur dann bestehen, wenn ein einziger Grundsatz alle Bereiche des öffentlichen Lebens bestimmt, nur dann hat die po­litische Einheit eine einheitliche Verfassung. Dieses einheitliche und alldurchdringende Verfassungsprin­zip des völkischen Reiches ist das Prinzip der Füh­rung.

1'ner Glaube an den Führer.

Der Lebensweg des Führers ist der Lebensweg des deutschen Volkes. Die Festtage des Führers sind unsere Festtage, sie sind auch Merkmale des natio­nalen Aufstieges. Als Adolf Hitler zum ersten Male nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution seinen Geburtstag beging, verteilte die Partei im ganzen Reich an die bedürftigen Volks­genossen eine Hitler-Geburtstagsspende, die von der Gesamtheit aufgebracht war. Während noch die dunklen Elendsschatten des Novembersy- stems schwer über dem Reiche lagerten, sollte we­nigstens an diesem einen Tage, dem 20. April, kein Mensch in Deutschland hungern. So kündigte sich schon damals das größte soziale Gemeinschaftswerk der Welt an. Es begann der Endkampf gegen den Klassenstaat. Bürger und Arbeiter, Arme und Reiche fanden sich zum ersten Opfer zusammen. Ein Strahl der Freude verschönte das deutsche Antlitz.

Ein Jahr später befand sich das Reich i n d e n Anfängen des inneren Neubaues. Alles war noch im Keimen, Wachsen und Planen, die Früchte mußten später kommen. Rastlos war die Arbeit. Der Führer feierte seinen Geburtstag be­scheiden in einem kleinen Kreis engster Mitarbeiter auf einer Autofahrt nach München, wo man ihn dann erkannte und jubelnd begrüßte. Diesmal war es die Berliner SA., welche den Bedürftigen durch ein warmes Mittagessen und durch Musikvor- träge ihrer Kapellen erfreute. Inzwischen hatte das große Winterhilfswerk eingesetzt und Mil­lionen Volksgenossen von den drückendsten mate­riellen Sorgen befreit. Inzwischen reifte aber auch die weltanschauliche und seelische Einigung der Na­tion ihrer Vollendung entgegen. Die gesetzlichen j Fundamente des deutschen Einheitsstaates waren bereits gelegt. Schon winkte ein größeres Ziel.

Wiederum zwölf Monate später, am 20. April 1935, erscheint morgens in der Reichskanzlei der Stabschef Lutze, überbringt die Glückwünsche der SA. und gleichzeitig die Geschenkurkunde eines Jagdgeschwaders, das den Namen Horst Wessel" erhält. Das Geschenk ist Sinnbild eines großen Geschehens: das durch den National­sozialismus geeinigte Volk hat sich nun auch seine äußere Freiheit zurückgewonnen. Die allge­meine Dienstpflicht ist wieder eingeführt. Die neu­erstandene Wehrmacht bringt ihrem Obersten Be­fehlshaber um die Mittagsstunde des 20. April ihre Huldigung dar. Aber die Grundlage dieser Eühnen Machtentfaltung bleibt die Volksgemeinschaft. Ohne innere Kraft gibt es keinen äußeren Frieden. So spenden die deutschen Beamten eine Million Reichs­mark zum Zwecke der Ertüchtigung des deutschen Volkes, so werden in vielen Städten des Reiches wieder Sonderspenden für die Bedürftigen verteilt.

Schließlich der 20. April 1936. lieber die Char­lottenburger Chaussee vor dem Brandenburger Tor in Berlin ziehen die Abteilungen der Wehr- m a ch t, in hervorragender Verfassung und mit allen modernen Waffen ausgerüstet. Parademarsch vor dem Führer. Ein glänzendes militärisches Schau­spiel und ein sichtbares Zeichen für die schnelle Wie­deraufrichtung des deutschen Soldatentums. Auf dem linken Rheinufer, von Aachen bis Saarbrücken, liegen unsere Truppen wieder in ihren Friedens­garnisonen, und kein Fremder wagte es, , ihnen dies Recht streitig zu machen. Erneut hat sich die Richtung des nationalen Aufbauwerkes geändert: der Stabschef der SA. überreichte diesmal als Geburtstagsgeschenk eine Urkunde über die Pla­nung eines 'Opferwerkes, das alljährlich von der SA.'durchgeführt und jeweils dem Führer an fei­nem Geburtstag als Dankop f e r der Nation dargebracht werden soll. Die Einheit des Reiches ist nach innen und außen gesichert, die geistige, po- litische und militärische Freiheit zurückgewonnen, die Arbeitsschlacht geschlagen und die landwirtschast- liche Erzeugungsschlacht M vollem Gange. Nun tritt das Problem der wirtschaftlichen Unab­hängigkeit als Ganzes in den Vordergrund. Da die Kolonien noch unter fremdem Mandat stehen, müssen die Schätze des Heimatbodens bis zum Letzten ausgenutzt werden. Die Dankopfer- Siedlung gibt den Ton an.

Und wieder ist es Frühling geworden und wieder stehen wir am 20. April vor dem Führer, um ihm unseren Dank und unsere Wünsche zu sagen. Ein neues Kapitel in der Geschichte des Dritten Reiches hat begonnen. Das Programm der ersten vier Jahre ist vollbracht, und eine große Reichsausstel­lung wird den Leistungsbericht erstatten. Aber schon ist der zweite Vierjahresplan tatkräftig in Angriff genommen. Aus den Schornsteinen neuer Rohftoffabriken quillt Tag und Nacht der Rauch; Arbeiterwohnstätten wachsen aus der Landschaft; Erziehung, Bildung und Unterricht werden nach großen Gesichtspunkten umgestaltet. Der Rausch der produktiven Arbeit erfüllt das ganze Land, wäh­rend das Schwungrad der Rüstungsmaschine lang­sam auf die normale Tourenzahl kommt. Deutschland hat sich wiedergefunden .

Dies alles ersann, plante und schuf Adolf Hit­ler. So feiern wir in den Geburtstagen des Füh­rers die Wiedergeburt der Nation. Was aber kön­nen wir ihm schenken der uns alles gab? Was heißt es, Glück zu wünschen einem Manne, der nie um sein persönliches Wohl, sondern immer nur uni das Glück seines Volkes besorgt ist? Was dürfen mir ihm versprechen, dessen einsame Größe, dessen Schlichtheit und Stärke ein ewig unerreichtes Vor­bild unseres Strebens ist? Es bleibt nur dies: zu hoffen, daß die Allmacht weiterhin das Leben und