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Aufnahmeprüfungen für die Abteilung Handelsschule finden statt
am Mittwoch, dem 20. Jan. 1937, 2 Uhr und am Montag, dem 22. März 1937,8 Uhr
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Wir sehen die ersten Runen unserer germanischen Ahnen wie auch die Kerbhölzer aus Hiddensee mit denen noch heute rme vor Jahrtausenden die' Fischer Soll und Haben ausgleichen. Ein breiter Raum ist endlich der Entwicklung der deutschen Schrift selbst gewidmet wie sich l.e nach dem Zeitgeschmack aus der Karolinger Schrift des o Jahrhunderts die Gotische des 13., dann die Schwabacher des 16. und endlich die Fraktur entwickelt. Entscheidend für die Entwicklung wird hier einer der Schreibmeister, Johann N e u d o r f f e r, der Aeltere, der sich mit dem Formschneider und Schriftsetzer Hieronymus Andrea verbindet, in d-s en Druckerei dann 1525 die sogenannt- Durer« Fraktur ans Licht tritt. Auch die erste wirk ich brauchbare Schreibfeder aus Metall geht aus chn zurück, wenn er in einem Werk 1544 schreibt: „Die Dina aber darauß man federn macht, un damit man schreibt, sind Eysere und Kupfere Ror auch Kupfere und Mestine blechlem" Gegen Ende de- 18. Jahrhunderts st-Itt- dann, wenn auch zunächst nur in einzelnen Exemplaren und für lAo.k^phstche Zwecke, Alois Senefelder der Er Inder des Steindrucks, die erste wirkliche S °hls-d-r her Seneselder verwendete schmale Uhrfedern, die er ■ mit dem Daumennagel in einer Metallrille bog, mit ; einer Schere spaltete und durch eine primitive t Feuerbehandlung härtete.
In diesem reichhaltigen Museum er^ließt sich eine Welt für sich von unmeßbarer Weite. Hier sprechen zu uns Jahrtausende und alle Kulturen
Jftren förucfi Hindenbury-
Von der Vogelpose zur Stahlfeder
Sprache und Schrift im Wandel der Jahrtausende.
Don Dieter von der Gchulenburg.
drang, siegender Forschergeist ewiger weniger Ge- lehrten zu entziffern, zu enträtseln vermögen. Es gelang ihnen erst nach unendlichen Muhen, m an- - gestrengtester Arbeit eines ganzen Lebens allmah- lich das Dunkel, namentlich im Fruhücht der Menschheitsgeschichte aufzuhellen. Eine treue Helferin wurde ihnen dabei eine verhaltmsmaßig noch sehr junge Wissenschaft: die Archäologie. Sie mußte erst die Bahn freimachen durch planmäßige Grabungen und dem Hünengrab des Nordens wie dem altehrwürdigen Boden des Orients, den frühesten Stätten menschlicher Kultur Mesop°t— wie Uruk, Lagos, Kis, Teil, Halaf, Shamal oder Aegntens und Griechenlands, gerade etwa w der Argalis in Mykene, Nauplia, Tiryns, ln Olympia auf der Insel Aegina oder in Pergamon die Schatze ^So^steht der Besucher in ehrfürchtiger Bewunderung vor den Ergebnissen menschlichen Forschergeistes wie vor diesen Zeugen frühester menschlicher Verständigung. Da liegt so ein Tontäfelchen altsumerischer Keilschrift, der Faza- schrift, assyrisch-babylomsche, meist .wirtschaftliche Texte Aramaeisch, Demotisch, die einstige Volkssprache Eegyptens, und das spätere Koptisch der ersten christlichen Einwanderer neben den Hieroglyphen, für die uns nach einem Funde jm ü r Saint Julien zu Rosette im ägyptischen Feldzuge Napoleons 1797 ein junger französischer Gelehrter Francois Champollion nach zehnjähriger Arbeit den Schlüssel in Form einer Art von Gram-
: matik qab. Wir sehen das Griechisch Homers und ; Herodots und das Latein Virgils und des Ta« us ■ zur Zeit der Blüte Roms, als dem Kaiser Augustus : der Erdkreis zu Füßen lag Wir sehen dte Charak
tere der alten Azteken, Inkas und Mayas Msttel- und Südamerikas und in weiteren Schranken die ganzen Typen des fernöstlichen Kulturkreises: Chinesisch, Japanisch, Korsanisch, Hindustanisch, Burmesisch und Malayisch.
Jedes Schreibzubehor ist vorhanden Der Federkiel, die Vogelpose aus den Schwungfedern von Schwänen, Auerhähnen, Trappen des schwarzen Wildraben, der Gans und der Pute, die je nach ihrer Härte, die die verschiedenen Schriften verlangten, Verwendung gefunden haben, ferne1: der Staudenhalm, der Bambussplitter der fruhge- schichtlichen Völker, die flachgeschnittene Feder aus Zuckerrohr bei den Persern und Arabern, der Griffel, der Stylos aus Metall und Elfenbein mit allen
1 Aller Herren Länder sind vertreten, alle Reiche und Staaten der Welt, alle Breiten und Zonen des Erdballs, alle Striche und Gegenden der Windrose Idiome, die wir nie gehört und voraussichtlich niemals vernehmen werden, Zungen, die langst verklungen, Laute, die vor Jahrtausenden emma aus dem Menschenmund kamen, Sprachen die seit Aeonen schon tot, oder wenn ste noch leben, ihre Daseinskraft dadurch bewiesen, daß sie sich immer wieder wandelten, dem Zeitgeist entsprechend anpaßten in Wort, Schrift und Diktion, Texte endlich, Schriftzeichen, Silben-, Wort- und Buchstabenbe- ariffe oder die Kombination von allen dreien auf
der Welt.
Deutsche Studentenschast wieder in der internationalen Studentenvereinigung
München, 19. Jan. (DNB.) Während der vam 4. bis 11. Januar in Wien abgehaltenen 22. Rats- verfammlung der „Confe deration 1 n ter- nationale des etudiants (Cie) wurde der zwischen der Deutschen Studentenschaft und jener internationalen studentischen Orgamsation bestandene Konflikt bei gelegt. Die Deutfche Studentenschaft hatte seit dem Kongreß tn Brussel 1930 wegen der damals vorhandenen feindseligen Haltung gegenüber Deutschland feinerlei oW&e Beziehung zur „Cie" unterhalten und blieb lediglich an den von ihr veranstalteten sportlichen Wettkämpfen beteiligt. In Wien wurde nun der Deutschen Studentenschaft die verlangte Genugtuung gegeden, indem der Rat die Vorfälle
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Niemand aber hat vielleicht den Sinn aller Schrift so zutiefst erfaßt wie der im vorigen Jahre verstorbene Rudolf Blanckertz, der Schöpfer und Gründer des nach ihm benannten Museums in der Georgenkirchstraße nahe dem Alexanderplatz in Berlin. Mit unendlicher Liebe und Hingabe hat dieser geniale Mann alles in fünf Jahrzehnten gesammelt und zusammengetragen, was irgendwie mit der Schrift in Beziehung steht oder m Verbindung gebracht werden kann. Er stellte zugleich unter Beweis, von welchem Blldungswert und von welcher Bedeutung für die volkswirtschaftliche Aufklärung eine Sammlung sein kann, wenn sie nicht nur für den Hausbedarf oder im eigenen Interesse gedacht ist, sondern wie hier in großzügiger Weise der breiten Oeffentlichkeit, jedem, der sich für die Dmge interessiert, unentgeltlich zur eingehenden Bchch- tigung sreistreht, mit der bewußt gewollten Absicht, Wissen im An sch a u u n g s unt e rr ich t zu vermitteln. Eine Fülle an gesammelten Stucken pst sogar von unschätzbarem Wert an Kostbarkeit oder an Einmaligkeit, die hier in drei, nicht einmal besonders großen Räumen zusammengetragen wurden und in Vitrinen dicht nebenemanderliegen oder in Schaukästen, einer neben dem anderen ausgebrei-
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