Einzelbild herunterladen

IW Ri? te

11ilbnrs^n

Ä i,"«<

3 Trad Celsms, uschnee, Pulver-

Parker Schnee- Wnee, Pulver. ' H^chenhajuer lamtschneehöhe, ^cr- lehr starker n Tesamischnee« e- Ski und Ro-

l h'r ®eeres, I ^*n6 I's* l?Ä2 Ks B. Witte, D^uhlung qe, ES b?,L L°°^)einiich rttS I^ufkominende ^Absichtlich Überschlagen Mittags 4,3 »X Januar.- r- Minimum paturcn in Pi Grad; am verschlüge

anzuzeigen

Streut 5)

375 D

imtlichen ms" statt

36/D

iriger iums Gießen

ir 1937,20 Uhr

nd ndenburg irigenwerden

Dezember

SoftenberedinunS »S* La 6ie6M-

ibooo h°!t-r K-^ S&gt S! Sff* ;Ä-2S

Freitag 2O-°°77^^te SM ÄKS-- AZA.

HrJ6 Zweiter Blatt

( SATMltr. Ul» . "V-- -TT~~i

Meine Frau wird Meisterin.

Ich muß gestehen, daß mir das geheimnisvolle ! reiben meiner Frau von Woche zu Woche ver­dächtiger vorkam. Sechs Jahre hatten wir in der allerglücklichste^ Ehe gelebt, ohne daß sich am Hirn- itiel unserer Liebe je em Wölkchen gezeigt hatte, bis > mir eben doch allmählich verdächtig erschien, daß ich meine Frau in jeder Woche an einem be- ummten Nachmittag aus unserer Wohnung ent- .rnte, um erst gegen Abend wieder zurückzukehren.

Man glaube nicht, daß ich meiner Frau nicht ge­baut hätte, auszugehen oder Besuche zu machen. Iber warum geschah es so heimlich? Mußte da nicht lgend etwas Verbotenes dahinter stecken?

Niemand kann es mir daher Übelnehmen, daß h von Woche zu Woche verdrießlicher wurde, wenn er bewußte Nachmittag vor der Tür stand, und □fe ich dann an einem dieser Nachmittage meiner rrau erklärte, daß ich sie auf ihremSpaziergang" egleiten wolle!

Was nach diesen Worten geschah, kann jeder Ehe­mann erraten. Meine Frau begann zu meinen:

Nun hast du mich also wirklich mit deiner Eifer­sucht um meine Ueberraschung gebracht!"

Um deine Ueberraschung?" fragte ich etwas rat- ilis.Was für eine Ueberraschung denn?"

Daß ich Meisterin würde!" Meisterin???"

Jawohl! Meisterin der Hauswirtschaft. Ich hatte iS mir so schön ausgedacht, dich eines Tages mit lern Meisterbrief zu überraschen!"

Und dann erzählte meine Frau mir alles, was e mit ihrenSpaziergängen" auf sich hatte. Sie rahme, so berichtete meine Frau, schon seit einem halben Jahre an einem Lehrgang teil, den das deutsche Frauenwerk veranstaltete, um Meisterinnen der Hauswirtschaft auszubilden. Nicht jöe Frau könne an diesen Lehrgängen teilnehmen. Sie müsse mindestens 24 Jahre alt sein und auch chon mindestens seit fünf Jahren einen Hausstand elbständig geleitet haben. Zwei Jahre dauere die- ier Lehrgang, zu dem sich die Teilnehmerinnen jede ILoche an einem festgesetzten Nachmittag träfen, im Wirtschaften und Haushaltführen zu lernen. Lid), viel gäbe es da zu lernen! Buchführung, Er­nährungslehre, Kindererziehung! Und auch natür- ich Kochen, Nähen, Waschen, kurz alles, was eine nichtige Hausfrau wissen, können undmeistern" müsse, um ihren Hausstand so vorteilhaft zu füh- : en, wie irgendmöglich. Denn auch das gehöre zum Lierjahresplan, weil es auch für die Hausfrau gälte, in ihrer Weise zu einer gesunden Volks­wirtschaft beizutragen. Auch dienten diese Lehr­gänge dazu, daß die künftigen Meisterinnen ihrer- eits dann wieder Hauswirtschaftslehrlinge aus­bilden könnten.

Mit offenem Munde hatte ich zugehört. Das war a wahrhaftig eine ganz vortreffliche Einrichtung bes Deutschen Frauenwerkes! Und noch vortrefflicher erschien es mir, daß meine kleine tapfere Frau, ob­wohl sie doch schonMeisterin" im Haushaltführen war, sich dennoch entschlossen hatte, noch einmal zur Schule" zu gehen!

Man kann eben auch als Hausfrau nicht genug lernen! Aber was versteh^ihr Männer schon von runferer Arbeit!" Mit diesen stark betonten Worten fschloß meine Frau ihren Bericht, der mich tief be- /schämte

Muß ich noch erzählen, daß es eine wunder­schöne, zärtliche Versöhnungsfeier gab? Wohl kaum! Aber das will ich noch erzählen, daß meine Frau und ich nun zusammen darum bangen, ob sie ihren Meisterbrief auch bekommen wird, um sich den bereits vorhandenen 700 Meisterinnen der Hauswirtschaft zugesellen zu können.

Aber es wird schon werden! Was eine rechte deutsche Hausfrau ist, die steht schon ihrenMann"!

B. D.

Werte, die im Kochtopf bleiben.

Von Hilde Kries.

V. A. Ueber leergegessene Schüsseln und Teller freut sich die Hausfrau im allgemeinen sehr, sind sie doch ein Zeichen dafür, wie gut es den Ange­hörigen wieder einmal geschmeckt hat. Wenn da­gegen die Kinder in den Speisen herumstochern, oder garhochbeinig" kauen, muß etwas nicht stim­men in der Zubereitung. Vielleicht liegt der Grund in den Klümpchen, die sich in der Soße tummeln und die man durchzuführen vergaß? Oder der Kohl läßt spüren, daß wahrscheinlich ein kleines Unglück geschehen ist insofern, als seine unterste Schicht im Kochtopf sich angesetzt und einen wenig angenehmen Geruch verbreitet hat. Ja, das Umschütten ohne den angebrannten Teil genügt dann nicht, denn auch frisches heißes Wasser ist aufzufüllen, das nach dem Aufkochen nötigenfalls wieder abgegossen und er­neuert werden muß. Mag der Schaden mit dieser Methode einigermaßen behoben sein, so sind doch die verloren gegangenen Nährwerte und der Verlust an der Menge nicht zu übersehen. Dürfen wir es uns leisten, so sorglos mit unserem Nahrungsgut umzugehen? Die Antwort kann nur in einer einstimmigen Ablehnung bestehen und in dem Vorsatz, mehr Aufmerksamkeit walten zu lassen, die Flamme rechtzeitig klein zu drehen, den Topf auf schwaches Feuer zu stellen, und schließlich gibt es ja Asbestplatten, die dafür geschaffen sind, Scha­den zu verhüten.

Das Gleiche gilt für die Soßen, denen man, wenn man leider nicht aufgepaßt hat, im Fall des Anbrennens eine glühende Holzkohle oder eine rohe Kartoffel zusetzt. Und die Mehlklümpchen sind ganz und gar zu vermeiden, wenn erstens dem zerlasse­nen Fett nicht mehr Mehl zugefügt wird, als es aufnehmen kann, und wenn zweitens die kalte Flüssigkeit teelöffelweise unter tüchtigem Rühren oder Schlagen daran gegossen wird. Auf diese Weise spart man nicht nur Arbeit, sondern wieder Werte, denn das, was beim Durchrühren zurückbleibt, wan­dert doch meist unausgenutzt in den Abfall, der zwar nun den Schweinen zugutekommt, aber besser seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden sollte.

Hat man versehentlich nicht gleich genug Flüssig­keit an das Gemüse oder Fleisch gegeben, tut man gut, nur von der Seite nachzugießen, denn sonst läuft man Gefahr, daß das Gericht sich nichter- weichen" läßt, mit andern Worten, daß die Hülsen- früchte, Rüben usw. hart bleiben.

Auch bei zu dunkel gewordenem Kuchen braucht nicht immer die Schuld auf den Backofen geschoben zu werden, meist läßt sich die Hitze gut regulieren.

Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, 20. Januar ^957

Aus dem Reiche der Krau.

Kleiderpstege.

Der deutschen Hausfrau istKampf dem Verderb" zur ernsten Pflicht gemacht. Sie würde jedoch diese Mahnung nicht richtig verstehen, wenn sie sich da­bei auf die sparsame und zweckmäßige Verwen­dung der Lebensrnittel und auf die Verwertung von Abfällen aller Art beschränken würde. Auch die Kleider pflege muß einbezogen sein, nicht nur aus Gründen des guten Aussehens und der Schonung des eigenen Geldbeutels, sondern weil Textilien ein wertvoller Rohstoff sind, der pflegliche Behandlung beanspruchen darf.

Erstes Gebot: nach jedem Ausgang die Straßen­kleidung ablegen und ein H a uskleid anziehen. Die ausgezogenen Sachen dürfen aber nicht gleich in den Schrank wandern. Das wäre ein unange­brachter Ordnungssinn. Leicht ausgeschüttelt und links gewendet, werden sie über Bügel gestreift und zum Lüften aufgehängt. So wird den Ausgehklei- dern so mancher Fleck erspart, der sonst, trägt man sie bei häuslichen Hantierungen, fast unvermeidlich ist. Die Bügel sollten stets b e h ä k e l t. oder be­zogen sein, dadurch wird der Stoff geschont und die Kleider, die man sorgfältig in guter Form dar­über hängt, gleiten nicht ab.

Stricksachen und Trikotgewebe darf man nicht in der Weise wie andere Kleider über Bügel hän­gen, da sie sich sonst durch ihr eigenes Gewicht in die Länge ziehen und ihren Sitz vollkommen ver­lieren können. Für solche Kleider gibt es Bügel, deren beide Enden durch eine Querleiste verbunden sind. Ueber sie hängt man das zusammengelegte Strickkleid in der Weise, daß die Mitte auf der Querleiste liegt. Für alle Kleidung ganz ver­pönt ist das Aufhängen an Aufhängern. Man mache es sich zur Gewohnheit, kleine Schäden: lockere Druckknöpfe, eine ausgerissene Oese u. dergl. auszubessern, ehe man das gelüftete Kleid im Schrank unterbringt. Hellen Kleidern und empfind­lichen Stoffen zieht man eine aus Nessel oder alten Wäschestücken hergestellte Schutzhülle über.

Faltenröcke behalten viel länger ihr gutes

manchmal genügt schon die Benutzung eines Ther­mometers. Oder wenn trotzdem nicht die goldgelbe Farbe erzielt wird, zieht man einen Sachkundigen ZU Rate. Die Umstände, die sich vielleicht daraus ergeben, werden am nächsten Backtag doppelt be­lohnt. Dann ärgert einen keine zu schwarz geratene Stelle mehr, die mit dem Reibeisen abgeraspelt werden muß und die also auch einen Verlust dar­stellt.

Bei dem Bemühen, unser hauswirtschaft­liches Sparkonto zu erhöhen, wollen wir auch an die Speisen denken, die sich aus dem Topf

nur schwer lösen. Haben wir es nicht schon alle beim Abwaschen erlebt, daß hier noch etwas hing und dort sogar ein Eßlöffel voll Soße oder Pud­ding hätte abgekratzt werden können, wenn wir es nicht beim Anrichten so schrecklich eilig gehabt hät­ten? Ein Eßlöffel kommt zum andern, heute dies, morgen das, für den Monat oder das Jahr läßt sich aus solchen Unachtsamkeiten eine hübsche Summe errechnen, Beträge, die wir glaubten, nie für zweck­mäßige Anschaffungen, für Sammlungen usw. er­übrigen zu können. Sie versanken im Ausguß oder im Mülleimer.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

. r/L

Ur

Blusen für den Wintersport bringt unser heutiger Modevorschlag.

Aus hellgelbem, waschbarem Woll­flanell in Pulloverform ist Modell 1 geschnit­ten, das für die Reise zum braunen Sportkostüm gedacht ist. Sein langer Aermel mit Umschlag ist in Raglanform eingesetzt. Der schmale Rollkragen aus gelbem und braunem Flanell endet vorne in zwei geschlungenen Enden.

Aus hellgelb und dunkelblau gestreif- tem Flanell ist Modell 2 mit dem kurzen, in der Schulter etwas gezogenen Aermel. Für das

Vorderteil mit dem Gürtel ist der Stoff quer ge­nommen. Die beiden Brusttaschen sind eingeschnit- ten. Die Perlmutterknöpfe sind dunkelblau.

Modell 3 ist aus hellrotem Flanell, hat schmale Schulterteile wie eine Hemdbluse, dreieckige, aufgesetzte Taschen und wird durch kleine rote Kugel­knöpfe geschlossen.

Modell 4 mit den halben, in Biesen abgenähten Raglanärmeln ist aus hellblauem Woll- flanell. Die Bluse hat zwei aufgesetzte Taschen und zum Schließen kleine weiße Perlmutterknöpfe.

H.

Aussehen, wenn man die Falten besonders wenn das Kleid regenfeucht geworden ist am Saum mit Stecknadeln feststeckt.

Entdeckt man an seiner Kleidung einen trotz aller Vorsicht eingeschlichenen Fleck unbekannter Herkunft, versuche man nicht mit irgendwelchen Mitteln dem Schaden zu Leibe zu rücken, sondern übergebe das betreffende Stück zur Teilreinigung, d. h. zum Entflecken einer bewährten chemischen Waschanstalt. Die kleine Ausgabe lohnt sich.

Schweren Wintermänteln ist es bekömm­lich, wenn man ihnen von Zell zu Zeit mit dem Staubsauger den Staub entlockt, der sich gern in dichten Geweben festsetzt. Bei dünnen Stoffen ge­nügt ein kräftiges Ausschlagen, Ausschütteln und Bürsten.

Auch die Hüte verlangen eine sorgsame Be­handlung, wenn sie Form und Aussehen behalten sollen. Die jetzt wieder viel getragenen breitrandigen Kopfbedeckungen verlangen unbedingt ihren Ruhe­platz auf einem Ständer. Häufiges Abbürsten mit einer eigens für sie bestimmten weichen Bürste tut allen Hüten gut. Naß gewordene Hüte reibe man sanft mit einem weichen Tuch, möglichst in der Farbe des Hutes ab. Dann setzt man sie auf einen Ständer und gebe Kopf und Rand durch leichten Druck ihre ursprüngliche Form.

Sehr vernachlässigt werden ost die Schuhe. Wie das Kleid soll man nach dem Ausgang auch die dabei getragenen Schuhe ausziehen und gegen Hausschuhe vertauschen. Die Schuhe spanne man auf einen Leisten es gibt jetzt sehr zweckmäßige Spanner, die die Luft nicht absperren und reibe den Staub ab. Nach dem Lüften reibe man sie mit der entsprechenden Schuhcreme leicht ein und lasse sie so stehen, um sie erst vor dem neuen Gebrauch zu polieren, am besten mit einem Samtlappen. Naß gewordene Schuhe stopfe man mit Papier aus und lasse sie nötigenfalls unter (Erneuerung des Papiers trocknen; aber niemals in der Nähe des Ofens! Das Papier saugt alle Nässe aus dem Leder und ein so behandelter Schuh wird weder hart noch verliert er seine Form. S. H.

Der Reichsmütterdienst.

Die erfolgreiche Arbeit des Reichsmütter- di en st es hat ihre Anerkennung in der Anord­nung des Reichsführers SS. Himmler, des Stabschefs der SA. Lutze und des Reichsbauern- führers R. Walther Darre gefunden, nach der alle SS.- und SA.-Bräute und die Frauen der Neusiedler sich in den Kursen des Reichsmütter­dienstes für ihre Aufgaben in Familie und Volk Dorbereiten müssen. Diesem Beispiel sind mit der gleichen Forderung bereits auch verschiedene Wehr­kreiskommandos gefolat. Der Reichsmütterdjenst, der im Mai 1934 anläßlich des Muttertages ge­gründet wurde, hat also für das kommende Jahr ein reiches verantwortungsvolles Arbeitsfeld in Stadt und Land.

Ist diese verhältnismäßig junge Organisation in der Lage, den gestellten Anforderungen zu ge­nügen? Wir wissen, daß in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens bereits 637 074 Frauen durch den Reichsmütterdienst geschult wurden. Nachdem die Jahre 1934 und 1935 in der Hauptsache dem Auf­bau der Organisation dienten, galt das vergangene Jahr der Vertiefung der Arbeit. Wir haben dies auch besonders auf dem Lande feststellen können. Gerade in die abgelegenen Gebiete, wo Arzt und Schwester nur schwer zu erreichen sind, reichte die Organisation des Reichsmütterdienstes zuerst nicht hinein. Heute ist die Einsetzung festbesoldeter, fach­lich geschulter Kreissachbearbeiterinnen für den Reichsmütterdienst für jeden Kreis gesichert. Die Schulung liegt in den besten Händen. Ausge­bildete Volkspflegerinnen, Jugendleiterinnen, Ge­werbelehrerinnen und für das Land hauptsächlich Lehrerinnen der landwirtschaftlichen Haushaltungs­kunde werden im kommenden Jahre kurzen Nach- fchulungskurfen unterworfen. Diese Schulung er­folgt in der Reichsmütterschule in Berlin- Wedding. Im kommenden Jahr wird gerade für Lehrerinnen, die im Nebendienst ehrenamtlich im Reichsmütterdienst arbeiten, in engster Zusammen­arbeit mit dem NSLB. in Bayreuth eine neue Reichsmütterschule eröffnet werden. Zur Unter­stützung der Sachbearbeiterinnen im Reichsmütter­dienst dienen die zwei weiteren Reichsmütterschulen in der Rhön und im Moor des Gaues Weser-Ems.

Der Reichsmütterdienst ist heute durchorganisiert, ist in seinem Aufbau gesund und für die gestellten Forderungen einsatzbereit. Die Kurse, die nach den sachlichen Notwendigkeiten ausgerichtet sind, werden sich in Gebieten mit hoher Säuglings­sterblichkeit vor allem auf gesundheitspflegerische Fragen einstellen müssen. Koch- und Nählehrgänge sind wichtig, wo Frauen mit kleinem Einkommen eine große Familie ernähren und kleiden sollen, und dabei innerhalb ihres Arbeitsgebietes gleich­zeitig über die Fragen des Haushaltes hinaus die Ziele des Dolkshaushaltes mit verfolgen. In den gefährdeten und Grenzgebieten sind Lehrgänge in Erziehungsfragen, Heimgestaltung und Volksbrauch­tum am dringendsten. Man sieht hieraus, wie um­fassend und 'wohlüberlegt die Arbeit durchgeführt wird. Wir können voller Stolz feststellen, daß es nirgends auf der Welt eine solche Arbeits- und Lebensgemeinschaft gibt, wie wir sie im Reichs- mütterdienst des deutschen Volkes finden. H. C.

Winterliche Krankenstube.

Wenn alles im Hause gesund ist, läuft die Wirt­schaft in geregelten Bahnen. Sowie aber eins der Familienglieder erkrankt, lockert sich das ganze Ge­füge der Wirtschaftsordnung. Dann gilt die Haupt­sorge der Pflege; inan muß aufpaffen, ob der Patient etwas wünscht oder ob er in Ruhe ge­lassen sein will. Oft ist es nicht ganz leicht, im Krankenzimmer die Ruhe zu schaffen, die der Kranke haben soll. Das Zimmer ist durch Auf­wischen mit Essigwasser und durch Aufhängen von öfter erneuerten Essigtüchern kühl und frisch zu halten. Es soll auch im Winter nur mäßig warm sein. Wenn irgendmöglich, bleibt immer ein Fenster geöffnet, jedoch darf keine Zugluft entstehen.

Niemals darf man den Kranken merken lassen, daß man in Sorge um ihn ist, niemals Ungeduld zeigen. Meist erleichtert es die Pflege, wenn das Bett so gerückt wird, daß man von beiden Seiten Zugang hat. Dann kann man auch was oft sehr erwünscht ist, eine bequeme Vorrichtung zum Lesen treffen. Ein Bettisch ist meist zu kostspielig. Man hilft sich, indem man ein Bügelbrett auf zwei Stühle legt, an die man es mit dem Bezug fest­bindet. Ein leichtes Gestell in der Art eines Noten­ständers kann darauf gestellt werden, wenn der Kranke lesen will. Die Stühle werden mit Büchern beschwert.

Einfühlung ist der bessere Teil der Kranken­pflege. Ein Lichtstrahl, ein immer wiederkehrendes Geräusch können furchtbar stören, aber auch ein Fleckchen auf dem Bezug oder ein Durstgefühl, der Wunsch etwas höher zu liegen und die Erleichte­rung ist groß, wenn wie von selbst das Behagen wiederhergestellt wird. Blumen erfreuen das Auge, aber alle stark duftenden müssen aus dem Kran­kenzimmer verbannt werden.

Den Verordnungen des Arztes ist unbedingt Folge zu leisten, die guten Vorschläge der Ver­wandten jedoch mit Vorsicht zu genießen. Leib- und Bettwäsche müssen oft gewechselt werden. Beim Wechseln ist die Wäsche anzuwärmen, was am ein­fachsten mittels einer Wärmflasche geschieht. Das Laken muß straff angezogen sein, auch das Hemd darf keine galten bilden, damit das Wundliegen des Kranken vermieden wird.

Die tägliche Morgenwäsche wird nicht auf Ge­sicht, Hals, Hände und die Mundreinigung be­schränkt. Wenn es der Arzt nicht anders verordnet, wird der Kranke wenigstens zweimal wöchentlich mit lauwarmem Wasser (auf eine kleine Schüssel drei Eßlöffel voll Franzbranntwein) sehr rasch ab­gerieben und trocken frottiert, wobei alle Teile, die nicht gerade an der Reihe sind, gut zugedeckt bleiben! Zum Zähneputzen und Gurgeln ist lau­warmes Wasser mit einigen Tropfen Myrrhen­tinktur das beste.

Die meisten Frauen und Mütter wissen mit dem Thermometer umzugehen. Bei Erwachsenen legt man es in die sorgfältig abgetrocknete Achselhöhle, der Kranke preßt seinen Arm fest an die Brust, damit es ganz fest etwa sieben Minuten liegen« bleibt. Bei Kindern mißt man die Temperatur auch in der Mundhöhle, und wenn sie erhöht ist, muß nach dem Arzt geschickt werden. H. J.