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Sudenburg gestiftete Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Mit besten Wünschen für Ihr wei­teres Schassen und Wohlergehen bin ich mit deut­schem Gruß Ihr (gez.) Adolf Hitle r."

Joseph Reiter, am 19. Januar 1862 in Brau­nau am Inn geboren, wirkte von 1908 bis 1911 als Direktor des Mozarteums in Salzburg und lebte später in Wien. Er schrieb die OpernDer Bundschuh",Der Totentanz" undDer Teil", fer­ner Chorwerke, Balladen und Männerchöre.

Oberspielleiler Peter Fassott in Krefeld.

Nach dem Ausscheiden von Intendant Dr. Prasch wurde der Oberspielleiter des Schauspiels, Peter Fas sott, mit der einstweiligen Leitung des Krefelder Stadttheaters beauftragt. Das Stadt­theater und sein künstlerischer Ruf gewannen, wie dem Bericht eines dortigen Blattes zu entnehmen ist, durch Fassotts Führung, was den Spielplan

wie die Jnszemerü-ngen angeht, bedeutend. Fassokk, der vom Schauspiel kommt und gerade hier große Erfolge ernten konnte, hat nun gebeten, ihn wieder mit seiner ihm eigenen Aufgabe, der Leitung des Schauspiels, zu betreuen und ihm die Verwaltungs- arbeit, die mit dem Posten eines Intendanten ver­bunden ist, abzunehmen. Die Krefelder Stadtver­waltung hat diesem Wunsche stattgegeben und die Stelle eines Intendanten des Krefelder Stadt­theaters ausgeschrieben.

Ein neues Schauspiel von h. A. Weber.

Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat das neue SchauspielDie ewige 58 r ü cf e" von 5). 21. Weber zur Uraufführung erworben. Das Schauspiel wird vom Gießener Stadttheater gelegent­lich der Gau-Theaterwoche am 18. März in Darm­stadt zum erstenmal aufgeführt werden. Das Gieße­ner Stadttheater brachte seinerzeit Webers Volks­stückHolzappel" zur Uraufführung.

Volle Llebereinstimmung BerlinRom.

Göring über seine römischen Besprechungen.

Laprl, 20. Jan. (DRV. Funkspruch.) Vor Pressevertretern gab Ministerpräsident Generaloberst Göring seiner Freude darüber Ausdruck, feststellen zu können, daß in allen feinen Besprechungen mit dem Duce und dem Grafen Liano eine volle llebereinstimmung in den schweben­den Fragen erzielt worden sei, und daß die Achse Rom Berlin ein festes Gefüge im Friedensaufbau fein werde. Italien und Deutschland würden auch künftig durch engste Füh­lungnahme und ständige gemeinsame Prüfung aller Fragen ihre llebereinstimmung zwischen ihren bei­den Regierungen dokumentieren.

Beide Regierungen hätten den festen Willen, die internationale Lage zu entwirren u. damit dazu beizu­tragen, den Frieden in Europa, der immer wieder aufs neue vom Bolschewismus bedroht wird, zu festigen. Sie würden damit den Beweis erbringen, daß die Zusammenarbeit zwischen den Staa­ten der Autorität und der Ordnung der sicher sie Garant für den Frieden ist. Die Haltung beider Staaten in der Spanien- Frage unter Berücksichtigung des vitalen Interesses gegen die Festsetzung des Bolschewismus in Spa­nien bleibe gleichmäßig dieselbe.

Englands Politik in der spanischen Frage.

Eden spricht im britischen Unterhaus.

London, 20. Jan. (DNB. Funkspruch.) Außen­minister Eden erklärte im Unterhaus u. a.: Das Jahr 1937 werde ein Jahr akuter schwie­riger internationaler Probleme, aber auch ein Jahr der internationalen Möglichkei­ten sein. Aus beiden ergebe sich die Schwere der Verantwortung, deren sich alle bewußt sein müßten. Das Parlainent müsse die Funktion eines Staatsrates ausüben, in dem alle Mitglieder nicht im Geheimen, wie in einigen Ländern, son­dern vor aller Welt ihr Aeußerstes zu einer guten Führung der britischen Außenpolitik tun müßten.

Spanien überschatte zur Zeit alle anderen Ereignisse. Obwohl der Konflikt mit unverminder­ter Heftigkeit andauere, sei die Gefahr, daß Eu­ropa in einen Krieg verwickelt werde, endgültig vermindert, wenn auch noch nicht völlig beseitigt.

Niemand dürfe glauben, daß als Ergebnis des spanischen Krieges irgendeine auslän­dische Wacht Spanien auch nur für eine Generation beherrschen werde. England würde sich einer solchen Entwicklung entschieden widersetzen und auch 24 Willionen Spa­nier würden Widerstand leisten. Fast das ein­zige, was Spanien einigen könne, wurde ein gemeinsamer haß gegen den Ausländer sein.

Das britische Interesse bestehe nicht darin, daß Spanien eine besondere Regierungsform der Linken oder Rechten haben müsse. Das würde eine Beteili­gung Englands an demKrieg der Ideologien" be­deuten, den es selbst verurteilt habe. Die Regie­rungsform in Spanien müsse eine Angelegen­heit d e s spanischen Volkes und von nie­mand anders fein. Aus diesem Grunde werde Eng­land auch weiterhin gegen die von außen kommende Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spa­niens auftreten. Diese Politik bleibe die richtige für Europa, wenn auch die Verstöße gegen das Nicht­einmischungsabkommen viel Bitterkeit verursacht hät­ten. Das französische Parlament habe in der Frei- willigen-Frage ein Gesetz erlassen, wenn alle Re­gierungen in gleicher Weise verführen, würde es besser sein als heute. Es sei ihm mitgeteilt worden, daß die Antworten Deutschlands und Italiens in den nächsten Tagen eingehen würden.

Alsdann befaßte sich der Außenminister mit dem englischen Gesetz über die Anwerbung für das Ausland. Flugzeugführern seien 40 Pfund Wochen­lohn und eine Prämie von 500 Pfund für jedes abgeschossene feindliche Flugzeug angeboten worden. In Marseille habe sich ein arbeitsloser Bergmann im Zustande der Trunkenheit überreden lassen, nach Spanien zu gehen. Es sei ihm aber ge­lungen, noch vor der Ankunft des Schiffes zurück­zukehren. Es handele sich also nicht nur um b e - geisterte Freiwillige, sondern auch um den Versuch einer regelrecht en A n - Werbung. In dieser Hinsicht sei das gesetzliche Verbot eindeutig.

Marokko.

Ein anderes ernstes politisches Thema sei Ma­rokko. Am 8. Januar habe ihm der franzö­sische Botschafter mitgeteilt, daß seine Regie­rung Nachrichten über die bevorstehende Ankunft eines starken Kontingents deutscher Freiwil­lig e r in der spanischen Zone von Marokko erhalten habe. Der Botschafter habe ihm erklärt, daß Vor­bereitungen zu ihrem Empfang, wie Bereitstellung von Kasernen und Lebensrnitteln getroffen worden seien, und daß deutsche Ingenieure an den Befestigungsanlagen bei Ceuta tätig seien.

Die britische Regierung habe ihren General­konsul in Tanger aufgefordert, über jede Tätig­keit vonRichtspaniern" in der spanischen Zone ausführlich zu berichten. Die eingegangenen Antworten feien im allgemeinen beruhigen­den Eharakters. Am 11. Januar habe der deutsche Reichskanzler dem fran­zösischen Botschafter in Berlin die positive Ver­sicherung gegeben, daß sich in der spanischen Zone keine deutschen Streitkräfte befänden und daß er auch nicht d i e Ab­sicht habe, deutsche Streitkräfte zu entsenden oder irgendeinen Teil der Zone zu besehen. Eine ähnliche Versicherung habe der britische Botschafter in Berlin vom deutschen Außen­minister erhalten.

Der spanische Oberkommissar in Tetuan habe die britischen Militärbehörden in Gibraltar zum B e - such der spanischen Zone eingeladen. Die erhaltenen Berichte seien beruhigend, die Re­

gierung werde auch weiterhin sorgfältig die Lage überwachen, denn sie sei an der Erhaltung der spa­nischen Zone sehr interessiert.

Die englisch - italienische Mittel­meer-Erklärung sei für die Befriedung im Mittelmeer von Nutzen. Der französische Außen­minister habe die Erklärung warm begrüßt, und Länder, mit denen England besonders freundschaft­liche Beziehungen unterhalte, die Türkei, Jugo­slawien, Griechenland, Aegypten hätten ihr Ein­verständnis mit dem, was geschehen sei, zum Aus­druck gebracht.

Fragen an Deutschland.

Die Aufrüstung sei ein unerläßliches Mittel zur Herbeiführung einer europäischen Regelung und Stärkung der Autorität des Völkerbundes. Aber um ein gesundes und gedeihliches Europa in einer Welt des Friedens zu schaffen, müsse die Welt ihre Rüstungsausgaben vermindern, die bereits die Lebenshaltung beeinträchtigten. Sie müsse ferner die Möglichkeiten der wirtschaft­lichen Zusammenarbeit verstehen lernen, so daß die Lebenshaltung verbessert werden könne. England teile nicht die Auffassung, daß Europa vor die Wahl gestellt sei zwischen Diktaturen der Rech­ten und der Linken. Es nehme nicht die These an, daß die Demokratien der Nährboden für den Kom­munismus feien.

Die Zukunft Deutschlands und die Rolle, die es in Europa spielen werde, beschäf­tigten heute ganz Europa in erster Linie. Line große Ration von 65 Willionen Wenschen hätte Rasse und Rationatfozialismus zu einer Welt­anschauung erhoben. Eden glaubte dann im Ramen der ganzen Welt fragen zu müssen,wo­hin diese Doktrin Deutschland, wohin sie alle anderen führen würde." Er sah von seinem schon bekannten Standpunkt aus zwei Wög- l i ch k e i t e n für die weitere Entwicklung Deutschlands. Wolle Deutschland die Stellung einer Großmacht im Wittelpunkt Europas wie­der gewinnen, die sich der Achtung anderer Staaten groß und klein erfreue, und die die man­nigfachen Gaben ihres Volkes dazu benutzt, um das Vertrauen einer Umwelt wieder herzustel- len, die zu normalen Bedingungen wieder zurückzukehren wünsche? Oder wolle Deutsch­land Verschärfung der internationalen Gegen­fähe und eine Politik einer wirtschaftlichen Isolierung?

Europa stelle sich heule ernstlich diese Fragen, denn es könne sich nicht immer weiter treiben lassen in eine ungewisse Zukunft. Deutschland habe es in seiner Wacht, nicht nur sein Schick­sal, sondern auch das Europas zu ent­scheiden. Wenn es volle und gleiche Zu­sammenarbeit mit anderen Län­dern wähle, werde es in England niemanden geben, der nicht aus vollem Herzen helfen werde, Wihverftändniffe zu beseiti­gen und den Weg zum Frieden und zum Wohlstand zu ebnen. Wan könne die Welt nicht mit Pakten und Verträgen heilen, man könne sie auch nicht mitpolitischen Weltan­schauungen" heilen, man könne sie schließlich nicht heilen mit Reden, so sehr solche Reden auch den Frieden atmen. Es müsse ein un- mihverständlicher Wille zur Zu­sammenarbeit vorhanden sein. (Dieser Wille hat auf deutscher Seite nie gefehlt!) Dieser Wille müsse sich kundkun durch den Verzicht auf eine Doktrin der nationalen Aus­schließlichkeit und durch die Annahme je­des europäischen Staates alspo­tentiellen Partner" bei einer Ge­ne r a l r e g e l u n g, eine Verminderung der Rüstungen auf einen Stand, der für die Bedürfnisse der Verteidigung ausreiche, und schließlich durch die Annahme einer in­ternationalen Regelung von Strei­tigkeiten, so daß der Völkerbund sich zum Segen aller auswirken könne. Diese Dinge mühten klar zum Ausdruck gebracht werden. England selbst habe keinen größeren Wunsch als eine unbeeinträchtigte Zusam­menarbeit mit den anderen Staaten. Es werde in vollem Maße auf derartige Wünsche eingehen, wo immer auch sie sich äußerten.

Fliegen bei jeder'

iiterungslage.

Das plötzlich zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer aufgetretene Schlechtwetter hat die Schiffahrt und den an die Erde gebundenen Verkehr auf das Schwerste beeinträchtigt. Der Flug­verkehr wickelt sich dagegen nach wie vor in glei­chem Umfange ab. Die Deutsche Lufthansa, gestützt auf die ausgezeichneten Feststellungen des Reichswetterdienstes, läßt nach wie vor ihre Ma­schinen fahrplanmäßig starten, die auch genau zur vorgeschriebenen Zeit ihren Bestimmungsort errei­chen. Gelegentlich einer Presseführung war es mög­lich, einen Einblick in die vielgestaltige und kompli­zierte Arbeit des Reichswetterdienstes zu gewinnen, der täglich die Wettervoraussagungen herausgibt. In ganz großen Zügen setzt sich die Arbeit des Reichswetterdienstes aus zweierlei zu­sammen: Aus der Feststellung des Tatbestandes und aus der Voraussage. Es würde zu weit führen, wollte man den Arbeitsvorgang des Wetterdienstes in allen Einzelheiten schildern. 17 große Wet­terwarten in Deutschland, verbunden mit vielen Tausend Beobachtungsstellen sorgen dafür, daß der Reichswetterdienst fortlaufend mit dem erforder­lichen Material versorgt wird, so daß er Vor­aussagen bis zu 48 Stunden machen kann. Es ist nun allerdings nicht so, daß die Voraus­sagungen Anspruch aus hundertprozentige Genauig­keit erheben dürfen. Aber die sorgfältige Arbeit des Dienstes hat erreicht, daß die Voraussagen b i s z u 8 5 v. H. 3 u treff en. Die restlichen 15 v. H., also die sogenannten Versager, haben ihre Ursachen in bestimmten atmosphärischen Bedingungen. So hat z. B. das aus dem Osten hereingebrochene Un­wetter ein schnelleres Tempo angeschlagen als auf

Grund der Beobachtungen zu erwarten war. E6 hat dann plötzlich hart westlich von Berlin Halt gemacht. Das sind Erscheinungen, die sich nicht im­mer haargenau voraussagen lassen. Ebenso läßt sich die Heftigkeit von Unwettern nicht immer in vollem Umfange vorher bestimmen.

Der deutsche Wetterdienst ist aber nicht nur eine Angelegenheit für den Seemann und für den Zei­tungsleser, der sich über die am nächsten Tage zu erwartenden Witterungsverhältnisse informieren will, er ist eine Angelegenheit für alle deut­schen Wirtschaftszweige, z.B. für den gesamten Verkehr einschl. Luftfahrt, für die Land­wirtschaft, für das Speditionswesen,, für die Gar­tenbauberufe und für viele andere Zweige unseres wirtschaftlichen Lebens. Ununterbrochen werden alle diese Kreise beraten. Besonders interessant ist der F l u g l u f t d i e n st. Das Flugzeug hilft mit, die Witterungsverhältnisse zu beobachten. Aus neun Flugplätzen steigen täglich zu gleicher Zeit morgens und abends Wetterflugzeuge auf, die die atmosphä­rischen Verhältnisse im Querschnitt bis zu einer Höhe von 5000 Meter feststellen. Demnächst sollen Flüge bis zu 10 000 Meter folgen. Die Feststellun­gen des Reichswetterdienstes und des Höhenflug­dienstes, wie er durch diese Flugzeuge ausgeführt wird, sind dann wieder maßgebend für die Be­ratung der Piloten aller Fluazeuge. Kein Flugzeug darf einen deutschen Flughafen verlassen, ohne daß vorher dem Piloten die Wetterberatung bescheinigt wird. Unter diesen Umständen ist es möglich, unter allen Witterungsverhältnissen einen Luftverkehrsdienst durchzuführen, weil die Piloten aufs beste informiert sind. Sbt.

Winterstürme über Land und Meer.

Schneestürme über Nord- und Ostsee.

In der Nacht zum Dienstag haben auch in Ham­burg und Umgebung die ersten stärkeren Schnee­fälle dieses Winters eingesetzt. Der scharfe Süd­ostwind hat Straßen und Plätze an vielen Stellen blank gefegt, während an anderen Stellen Schnee­verwehungen bis zu einem halben Meter entstan­den sind. Dadurch sind auf den Landstraßen und Bahnstrecken starke Verkehrsstörungen heroorgerufen worden.

Heber der mittleren und westlichen Ostsee wütet orkanartiger Südost-Sturm. Auch über dem öst­lichen Teil der Nordsee rast der Südost in Stärke 11 bis 12, der starke Schneemassen vor sich her­treibt. Der norwegische DampferTrym" hat in der Nordsee 808-Rufe ausgesandt. Der deutsche DampferSchleswig" hat auf der Unterelbe Ma­schinenschaden erlitten. Er wurde von einem Schlep­per nach Hamburg gebracht. In Saßnitz (Rügen) hielt der Südoststurm, der am Montag über Rügen in Stärke 11 dahinfuhr, am Dienstag unvermindert an. Die Schiffe im Hafen sind vereist. Der Fähr­schiffsverkehr von Trelleborg nach Saßnitz gestaltete sich sehr schwierig

Die S ch n e e st ü r m e , die seit Tagen große Teile Dänemarks heimsuchen, haben zur völligen Lahmlegung des Verkehrs auf Jütland und Fünen geführt. Auf zehn Linien der Staatsbahnen und auf 17 Linien der Privatbahnen ist der Betrieb ein­

gestellt. Schneepflüge und Hilfsmannschaften waren bisher nicht imstande, die durch meterhohe Schnee­verwehungen und vielfach auch durch umgestürzte Bäume gesperrten Strecken wieder frei zu machen. Eine ganze Anzahl von Zügen ist steckengeblieben.

Berlin im Winterkleid.

Die klaren Frosttage wurden am Dienstag in der Reichshauptstadt von einem eisigen Schnee­treiben abgelöst, das die Reichshauptstadt mit einigen Zentimetern Pulverschnee zugedeckt hat. In den Außenbezirken führten die Schneeverwehungen z. T. sogar zu Verkehrsstörungen. Die Straßen­reinigung der Stadt Berlin setzte sofort die ganze Belegschaft in Bereitschaft. 64 Schneepflüge arbei­ten, um vor allem die Hauptverkehrsstraßen zu säubern. Der erste diesjährige Schnee kostet die Reichshauptstadt rd. 10 000 Mark. Der überraschend starke Schneefall hat auch im Eisenbahnverkehr zu einigen teils empfindlichen Verspätungen ge­führt.

Trotz des Schneefalls hält die Kältewelle noch weiter an. Um 8 Uhr wurden in Berlin minus 10 Grad gemessen. Im Osten Deutschlands verzeich­net man z. B. in Breslau und Königsberg minus 13 Grad, Gleiwitz meldet sogar 15 Grad Kälte. Da­gegen hat im Westen des Reiches der Winter noch nicht feinen Einzug gehalten. Aachen hat 5 Grad Wärme. Die Temperaturunterschiede im Reich be­tragen also etwa 20 Grad.

Aus aller Well.

DerEmden"-Vesuch in Tokio.

Die Besatzung des KreuzersEmden" marschierte mit klingendem Spiel durch das reich beflaggte Ge­schäftsviertel Tokios, wo sie von den Angehörigen der deutschen Kolonie und Tausenden von Japanern stürmisch begrüßt wurde. Vor dem japanischen Kriegsheiligtum, demP afu ku n i - S ch r e i n", legte der Kommandant Kapitän zur See Loh­mann, von Priestern des Tempels empfangen, einen Kranz nieder. Der Abmarsch erfolgte durch ein Spalier van 600 japanischen Schülern ber deutsch-japanischen Mittelschule, die dieblauen Jungs" mit den deutschen Nationalliedern und durch Schwenken von Hakenkreuzfahnen begrüßten. Im Hibiya-Festsaal fand ein Militärkonzert statt, bei dem abwechselnd dieEmden"-Bordkapelle und eine Kapelle der japanischen Marine deutsche Märsche spielten. Nach Begrüßungsworten des Bürgermeisters und der Dankansprache des Kom­mandanten schallten aus der Menge immer wieder begeisterteHeil-Hitler"-Rufe.

Ausgedehnte Ueberschwemmungen in Amerika.

Das Hochwasser des Mississippi und des Ohio sowie ihrer Nebenflüsse überflutete große Ge­biete in den Staaten Illinois, Missouri, Tennessee, Arkansas, Indiana, Pennsylvania und West-Vir­ginia. Viele tausend Personen haben ihre Dörfer und Farmen verlassen und befinden sich auf der Flucht vor den Wassermassen. Zahlreiche Fabriken in den überschwemmten Gebieten sind geschlossen und zahlreiche Bergwerke stillgelegt. Bisher sind sie­ben Menschen in den Fluten umgekommen.

Schwere Slreikunruhen in Detroit.

Etwa 2000 Streikende versuchten in De­troit (USA.) Arbeitswillige der Briggs-Karosserie­werke am Betreten der Fabrik zu hindern. Von Lautsprecherwagen wurden die Streikenden zudem zu Gewalttätigkeiten aufgefordert, während Hetzer, tue sich unter die Menge gemischt hatten, zum Sturm auf die Fabrik drängten. Die Polizei trieb schließlich die Menge mit Tränengasbom- b e n auseinander. Der Aufruf der Automobilarbei­tergewerkschaft zum Streik wurde von der 1800 Mann starken Belegschaft nur zum allerkleinsten Teil befolgt. Trotzdem mußten die Briggs-Werke infolge des wüsten Streikterrors geschloffen werden. Der Raubmörder Stollenwerk zum Tode verurteilt.

Der Vorsitzende des Berliner Schwurgerichts ver­kündete das Urteil in dem Mordprozeß gegen den 22jährigen Hans Stollenwerk und die 32 Jahre alte Meta Schröter. Stollenwerk wurde wegen Raubmordes, begangen in der Nacht zum 26. De­zember o. I. an dem Kraftdroschkenführer Erich H e g e h o l z zum Tode verurteilt. Die Schröter erhielt wegen Beihilfe sechs Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust.

Devifenfchmuggel zwischen Gdingen und Danzig.

In Gdingen wurde ein großer Devisen- schmuggel aufgedeckt, bei dem die jüdische Mit­wirkung nicht fehlte. Bei der Ausfuhr von Gdin- nach Danzig fand man in den ausgehöhlten Füßen eines Möbelstückes 5000 Schweizer Franken. In der Wohnung eines jüdischen Händlers in Gdingen wurden ausländische Devisen im Werte von mehr als 200 000 Zloty gefunden, die bereits in verschie­

denen Verstecken zum Transport über die Grenze untergebracht waren. In der Angelegenheit sind bisher zehn Personen verhaftet worden. Es handelt sich um Mitglieder einer Schmugglerbande, die mit den schwarzen Börsen in verschiedenen Tei­len Polens in Verbindung gestanden hat.

holländisches Privatflugzeug in Frankreich abgestürzl.

Bei Pontorme, in der Nähe von Senlis, ist ein holländisches Privatflugzeug a b g e ft ü r g t. Die vier Insassen kamen ums Leben. Alle vier Insassen waren Holländer, die von Paris nach dem Haag zurückkehren wollten. Nach Bekundungen eines Bau­ern, der auf dem Felde arbeitete, ist die Ursache des Unglücks das Abbrechen eines Flügels. Tatsächlich wurden auch Bruchstücke des Flugzeuges in 800 m Entfernung von der Absturzstelle gefunden.

Vier Todesopfer einer keffelexplofion.

Ein folgenschweres Explosionsunglück, das bisher vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert hat, ereignete sich in der oberösterreichifchn Stadt Wels. In einer Großmol­kerei war ein Eisgenerator ausgebessert und zur Erprobung unter Ueberbrud gesetzt worden. Plötzlich barst der Dampfkessel der Anlage unter furchtbarem Knall. Zwei Monteure waren auf der Stelle tot, zwei Arbeiter starben nach der Einlieferung ins Spi­tal, während zwei Schwerverletzte mit dem Tode ringen. Außer diesen Opfern sind noch zahlreiche Leichtverletzte zu beklagen. Der größte Teil des Ge­bäudes wurde zerstört.

Büchertisch.

Die Dach- undHohlstein-Jndustrie. (Die Falzziegelwerke Carl Ludowici, KG. a. 21., Jock­grim). Band 36 der SchriftenreiheMusterbetriebe deutscher Wirtschaft". 103 S. und 33 Tafeln. Halbl. 2,30 RM. Verlag I. I. Arnd (Uebersee-Post), Leip­zig CI. (396) Die Schrift ist geeignet, dem Leser durch die Schilderung der Arbeitsmethoden eines ihrer Spitzenbetriebe ein anschauliches neues Bild zu bieten von den wenig bekannten Leistungen dieser riesigen Industrie. Auch diese Industrie ar­beitet mit wissenschaftlicher Genauigkeit und bis ins kleinste durchdachten Herstellungsmethoden, denn diese modernen Großbetriebe der Dachziegelindustrie verfrachten heute ihre Erzeugnisse über ganz Deutsch­land. Das Buch ist lehrreich nicht nur für jeden Architekten und jeden, der sonst berufsmäßig mit dem Bauen zu tun hat, es bringt auch jedem Nicht­fachmann und jedem Baulustigen Neues und Wis­senswertes.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantworllich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vorn 1. Juni 1935 gültig.