Itr.244 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Dienstag. Moder (957
Ehrungen für Prof. Dr. Eger.
Am heutigen Dienstagvormittag überbrachte der Studentenführer Frank Herrn Prof. Dr. Eger zu seinem heutigen 60. Geburtstage die Grüße und Glückwünsche der Gießener Studentenschaft und hob besonders die Verdienste Professor Egers in der Gießener Studentenhilfe und dem späteren Studentenwerk hervor. Dabei betonte er, daß er schon seit vielen Jahren bei der Studentenschaft den Ehrentitel „Studentenoater" habe Er bat ihn, seine Kraft weiterhin der Studentenschaft zu widmen und überreichte ihm als kleines Geschenk ein Bild vom Gießener Studentenhaus.
Die Glückwünsche der Stadt überbrachte in Vertretung des Oberbürgermeisters Bürgermeister Professor Dr. Ham m. Er würdigte die Verdienste des Jubilars um die Universität und seine stete Mitarbeit bei Dingen, die Universität und Stadt zusammen angehen. Als Anerkennung übergab er Professor Eger ein Bild der Keimzelle des Gießener Studentenhauses, nämlich ein Aquarell von dem früheren Studentenhaus im Cafö Ebel. Das Aquarell stammt von dem Gießener Maler Heil.
Der Leiter des Studentenwerks Adam überbrachte die Glückwünsche des Studentenwerkes Gießen und sprach ebenfalls von der aufopferungsvollen Arbeit auf diesem sozialen Gebiet der Studentenschaft. Er übergab im Namen des Studentenwerkes ebenfalls ein kleines Geschenk. Für den Betrieb des Studentenwerkes sprach Direktor Grebe und überbrachte dem ältesten Gefolgschaftsmitglied zu seinem 60. Geburtstag die Glückwünsche der Arbeitskameraden.
Professor Dr. Eger dankte allen Gratulanten bewegten Herzens für ihre Glückwünsche und Geschenke und sprach von seiner engen Verbundenheit zu Gießen und der Universität Am Schlüsse gab
er der Hoffnung Ausdruck, daß die geliebte alma mater Ludovicana weiter gedeihen möge.
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Professor Dr. Ege r.
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Aus der Stadt Gießen.
Architekt Meyer ZO Jahre alt.
Der Architekt und Baurat der Evangelischen Kir- chengemeinde Gießen, Hans Meyer, kann am morgigen Mittwoch, 20. Oktober, in aller Frische sein 70. Lebensjahr vollenden. Der Jubilar stammt aus Regensburg. Er kam bald nach dem Abschluß seiner Studien nach Gießen und wurde hier nach einiger Zeit Teilhaber der Firma seines älteren Kollegen Stein. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts war er an dem starken Aufschwung der Bautätigkeit in unserer Stadt beteiligt, darüber hinaus war sein Schaffen auch auswärts rege
In Gießen hat er u. a. in jenen Jahren an der Umgestaltung von Straßenzügen mitgewirkt, so bei der Alicenstraße zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße, bei der Landgrofenstraße usw. Von Bauten des öffentlichen und des Wirtschaftslebens, die seinem Wirken entstammen, seien erwähnt unser Gießener Volksbad, das er als eines der ersten Hallenbäder in Deutschland errichtete, die Höhere Mädchenschule, Verwaltungsgebäude ■ im Elektrizitätswerk, die Mitteldeutsche Creditbank (jetzige Commerz- und Privat-Bank), die Engel- Apotheke usw. Gemeinsam mit den Wiener Baumeistern Fellner und Helmer war Meyer Preisträger in dem Wettbewerb um einen Entwurf für den Bau unseres Stadttheaters, dessen Errichtung unter seiner Bauleitung erfolgte. Im Auftrage der früheren Großherzogin von Hessen konnte er den ersten Bau der Kinder-Klinik in Gießen errichten, im Jahre 1911 die künstlerischen Arbeiten für den Verkaufstag im Auftrage des früheren Großherzogs ausführen.
Seit etwa 40 Jahren ist ihm die Betreuung der Bauten der Evang. Kirchengemeinde Gießen übertragen: u. a. leitete er den Umbau der Stadtkirche, im Verlaufe des letzten Jahrzehnts nach seinen Entwürfen die Um- und Erweiterungsbauten im Evangelischen Schwesternhaus und den Bau der Krippe und der Zuflucht auf dem gleichen Grundstück. In Anerkennung seiner Tätigkeit auf diesem Gebiete wurde ihm von der früheren hessischen Regierung der Titel „Baurat der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen" verliehen.
Weiter entstanden nach seinen Entwürfen un- unter seiner Leitung die Lupusheilstätte und die Heilstätte Seltersber'g an der Gaffkystraße, die als Eigentum des Hessischen Fürsorgevereins nicht nur Heilzwecken dienen, sondern durch -hre ärztlichen Leiter in Personalunion mit wichtigen Kliniken der Universität Gießen stehen und auch der Forschung iknd der wissenschaftlichen Lehre nutzbar gemacht werden. Im Hinblick auf seine Leistungen auf diesem Saugebiete und die Förderung der Universität beim Ankauf und bei der Einrichtung der Seminare wurde Baurat Meyer von der Universität Gießen zum Ehrensenator ernannt. Neben diesen im öffentlichen Dienst stehenden Bauten sind noch zahlreiche Privatbauten unter seiner Leitung entstanden.
Das Wirkungsfeld des Jubilars erstreckte sich auch über Gießen hinaus. So baute er u. a. das Kreishaus in Wetzlar, die Heilstätte Waldhof-Elgers- thaufen, die Bäder in Eisenach, Aschersleben, Eß- |fingen, Prenzlau usw.
Unsere Stadt ist dem Jubilar zur zweiten Heimat geworden, die ihm durch sein Schaffen eng verbunden ist. In weiten Kreisen unserer Einwoh- l,erschaft und auch bei vielen Volksgenossen über >ie Grenzen unserer Stadt hinaus genießt der Jubilar alle Wertschätzung, die ihm seinen Ledens- obend verschönen wird.
Dornoiizen.
Tageskalender für Dienstag.
Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Das kleine Hofkonzert." — Gloria-Palast (Seltersweg): „Karussell." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die gelbe Flagge."
Skadttheaker Gießen.
Heute abend findet eine Wiederholung der Ope- ette „Das kleine Hofkonzert" von Verhoeven-Jmpe-1
koven-Nick statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Heinz Markwardt;* Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt; Bühnenbild: Karl Löffler. Diese Vorstellung findet als 4. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr.
BOM.-Untergau 116.
BDM.-Schwimmen Dienstag um 18.30 Uhr.
NGV. Ortsgruppe Gießen-7!ori>.
Am Montag, 18., und Dienstag, 19. d. M., wird im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord für den Mpnat Oktober 1937 die Pfundsammlung durchgeführt. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Dauer des Winterhalbjahres nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittelopferringes, sondern auch bei allen anderen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt wird. Als Spenden sin- vorwiegend erwünscht: Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Makkaroni, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen.
7lSD. Ortsgruppe Gießeu-Süd.
Am Montag, 18., Dienstag, 19., und Mittwoch, 20. Oktober, findet im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd die Pfundsammlung durch die NS.-Frauen- schaft statt. Es wird während der Dauer des WHW. 1937/38 nicht nur bei den Mitgliedern des Lebensmittel-Opferringes, sondern bei allen Volksgenossen die Pfundsammlung durchgeführt. Als Spenden sind vorwiegend Mehl, Hülsenfrüchte, Graupen, Nudeln, Zucker, Grieß, Wurstwaren, Konserven erwünscht. Selbstverständlich werden auch alle anderen Pfundspenden entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Spenden bereitzuhalten.
NSD., Ortsgruppe Mitte.
Arn Mittwoch, 20. Oktober, werden die Pfundfpen- den durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Pfund
päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. auf alle Volksgenossen.
Ausgleichsabgabe für Kelterobst.
LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Da verschiedentlich wegen der Ausgleichsabgabe für Kelterobst noch Zweifel bestehen, wird darauf hingewiesen, daß auch die selbstkelternden Gastwirte verpflichtet sind, die in der Anordnung Nr. 116 der Hauptoereiniqung der deutschen Gartenbauwirtschaft festgesetzte Ausgleichsabgabe in Höhe von 0,50 Mark je 50 Kilogramm für das diesjährig gekelterte Obst abzuführen. Soweit die Gastwirte noch nicht im Besitz des für die Uederweisung der Ausgleichsabgabe erforderlichen Formblattes sind, muß dieses umgehend bei dem Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Arndtstraße Nr. 28 angefordert werden Während die Ausgleichsabgabe auf das auf dem Formblatt angegebene Konto der Hauptvereinigung sofort nach Abschluß der Keltersaison zu überweisen ist, ist das ausgefüllte Formblatt selbst unmittelbar an den Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau einzusenden.
Musikalische Abendfeier
In der Johanneskirche fand am Sonntagabend eine musikalische Abendfeier besonderer Art jtatt. Da im Laufe dieses Sommers in Gießen und in Lich von Musiklehrer N e b e l i n g (Gießen) Organistenkurse abgehalten worden waren, hatten sich die Teilnehmer dieser Kurse, im ganzen zehn (zwei Damen und acht Herren), bereiterklärt, Proben ihres Könnens vor der Gemeinde abzulegen. Die Teilnehmer spielten Werke von I. B. Bach, I. Pachelbel. I. Ehr. Bach, I. G. Walther und G. Rundnagel. Den Besuchern wurden schöne Leistungen auf der Orgel dargeboten. Einige der angehenden Kirchen- mufifer waren in der Lage, noch weitere Instrumente zu spielen. So brachte Kursteilnehmer Kopp (Herborn) auf der Blockflöte unter Orgelbegleitung des Kurfusteilnehmers N e b e l i n g die Sonate in
Festprogramm im Lichtspielhaus.
„Die gelbe Flagge" mit Hans Albers.
Das «Lichtspielhaus Gießen veranstaltet zur Feier «ines 25jährigen Bestehens — wir haben dieser läge bereits ausführlich darüber berichtet — eine ^biläurnsfestwoche, die gestern Abend bei vollbe- sitztem Hause, in Anwesenheit zahlreicher Ehrendste, mit einem sorgfältig zusammengestellten Oteftprogramm eröffnet wurde. Die Vortragsfolge krurde eingeleitet mit musikalischen Darbietungen, v»n Mitgliedern des Musikzuges der Standarte 116 unter Leitung von Willy Fi s ch e r vortrefflich zu Erhör gebracht. Nach einer kurzen Begrüßung durch Direktor Geyer, der im Namen von Direktor 21öam Henrich und Frau Henrich die Ehrengäste uib die Stammgäste des Hauses herzlich willkom- Wn hieß und ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen b:nfte, ergriff Oberbürgermeister Ritter das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. etwa fol- gindes ausführte:
Wenn heute in einer mittelgroßen Stadt wie Retzen ein Filmtheater auf ein 25jähriaes Bestehen Rückblicken könne, und wenn dessen Besitzer und Leiter während dieser Zeit in jeder Hinsicht seinen Dann gestanden habe, dann sei das eine Leistung, bis hohe Anerkennung verdient. Als Vertreter der Stabt Gießen habe er die Freude, Herrn und Frau Henrich seine und der Stadt herzliche Glückwünsche darzubringen, ebenso auch dem Geschästs- jiljrer Direktor Geyer, der das Haus seit langen Irhren umsichtig leite. Wenn man sich in die Zeit der Fertigstellung des Lichtspielhauses (1912) zurückversetze, so müsse man sagen, daß ein solches Unternehmen damals ein unerhörtes Wagnis bedeutet hebe, als weite Kreise des Publikums dem Film ncch ablehnend gegenüberstanden und die Produk- tiln noch im Anfangsstadium steckte. Hinzu komme, doß der Film damals von fremdem, jüdischem Geiste beherrscht und verderblich beeinflußt wurde. M'f 8 friedigung könne man feststellen, daß Herr Henrich sich der kulturellen Verantwortung in feinem Unternehmen stets bewußt gewesen sei. Oberbürger- Mister Ritter faßte feine Glückwünsche zusam- jun in der Hoffnung, daß das Unternehmen die bisherige glückhafte Marschrichtung beibehalten virde, — die Bevölkerung möge dankbar anerkennen, was hier in 25 Jahren geleistet worden sei — schloß mit einem Sieg-Heil für die Zukunft.
«2-bhafter Beifall.)
Hierauf sprach als Vertreter der Filmverleiher Herr Edgar Schick, Frankfurt a. M., der in launigen Worten die Bedeutung des Jubiläums und Herrn Henrichs persönliche Leistung und vielfältige Verdienste um das Filmtheatergewerbe gebührend feierte. Er würdigte, indem er die Besucher in das Jahr 1911 zurückversetzte, die Initiative und den frischen Unternehmungsgeist des Herrn Henrich, der damals in Frankfurt mit der Gründung von „Phantasietheatern" begonnen habe, die freilich 1914 mit Kriegsausbruch für französisch gehalten und demoliert worden seien. Der Redner gedachte auch der verständnisvollen Mitarbeit von Frau Henrich an dem noch jungen Unternehmen, erinnerte an die Entstehung der ersten Gießener Filmstätte, die vom Architekten Burg und der Firma Abermann erbaut und 1927 umgebaut wurde, an die Errichtung des Filmtheaters in Bad Homburg unter der gleichen Direktion (1918) und des Gießener Gloria-Palastes 1935. Während feiner Tätigkeit als Vorsitzender des damaligem Berufsverbandes habe man Herrn Henrichs Organisationstalent und Tatkraft schätzen gelernt. Alle seine Theater seien Stätten der heutigen Kultur. Im Namen der Reichsfilmkammer beglückwünschte der Redner Herrn und Frau Henrich herzlich zu ihrem Jubiläum und dankte ihnen für die geleistete Arbeit.
Der Besitzer, Herr Adam Henrich, richtete darauf bewegte Worte des Dankes an feine Stammgäste, an den Herrn Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung, die Polizei und die Presse, mit denen er während der 25 Jahre im besten Einvernehmen zusammengearbeitet habe, ebenso auch an seine treue Gefolgschaft, die z. T. schon lange Jahre in seinen Diensten stehe. Er hoffe auf ein frohes Wiedersehen beim 30jährigen Jubiläum.
Nach einem Festprolog, verfaßt von Robert Matter, Frankfurt a. M., gesprochen von G. Hammer, und einem weiteren Musikvortrage begann das eigentliche Programm mit einer Bühnenschau: Lyon und Linday zeigten sich als Meister des akrobatischen Tanzes und ernteten für ihre z T. verblüffenden Leistungen lebhaften Beifall. Anschließend sah man die neue Ufa-Wochenschau: dann folgte der Hauptfilm des Abends und der Jubiläumsfestwoche. — *
Nach einem Roman von Fred Andreas schrieben Helmuth B r a n d i s und Otto Linnekogel das Drehbuch für „D i e gelbe Flagge". Das Buch hält sich in allen wesentlichen Zügen eng an die literarische Vorlage: so kam ein Film zustande, der uns in einem besondern Sinne für festliche Ge
legenheiten geeignet scheint, weil er seiner Wirkung beim Publikum von der ersten Szene an bis zuletzt gewiß sein kann: hier ersteht vor unfern Augen eine bunte, ferne, fremdländische Welt, hier handelt es sich um große Liebe und handfestes, männliches Abenteuer, hier ist Handlung und Spannung und auch ein gesunder Humor. Die gelbe Flagge, die schon dem Roman den Namen gab, weht über einem Passagierdampfer, der wegen Seuchenoerdachtes die gottverlassene Quarantäneftation auf einer kleinen südamerikanischen Insel San Luis Rey anlaufen muß. Dieses weltverlorene Kastell, wo die entrüsteten Passagiere zu einem unfreiwilligen und peinlich in die Länge gezogenen Aufenthalt gezwungen werden, ist der Ort, wo sich das Schicksal des ehemaligen deutschen Fliegers Peter Diercksen auf eine überraschende, erst niederschmetternde, zuletzt beglückende Weise entscheiden soll: hier lernt er zwei Frauen kennen, die sein ferneres Leben bestimmen, hier | erhält er durch einen unseligen Zufall bei der ärztlichen Untersuchung so etwas wie ein Todesurteil mit kurzer Bewährungsfrist, von hier bricht er zur Expedition in den Urwald auf, die nach einem Kampf mit Eingeborenen auf Tod und Leben irrr letzten Augenblick gerettet wird...
Der Spielleiter Gerhard Lamprecht, ein alter, erprobter und erfahrener Filmregisseur, hat die verschiedenartigen Elemente des Drehbuchs in einer flüssig und federnd ablaufenden Handlung zusammengefaßt und einen Bildstreifen herausgebracht, der so unterhaltend, beschwingt und spannend am Beschauer vorüberzieht, wie am Leser die bunt- bewegten Geschehnisse des Romans. Vom großen Regiestab seien noch Dr. Giuseppe B e c c e, der die Musik schrieb, und die Kameraleute Franz Koch und Eugen Klagemann genannt.
Darstellerisch wird der Film in den wesentlichen Szenen von Hans Albers beherrscht, dessen Spieltemperament der Handlung allenthalben sehr persönliche Akzente gibt: er ist ein Mann mit Muskeln und Gemüt, ein Mann mit trockenem Humor und sogar mit Herz. Er rennt eine verrammelte Tür ein und boxt ein paar dunkelhäutige Kavaliere in die Ecken, daß das Publikum in Entzücken gerät; aber er kann auch eine Männliche Liebeserklärung machen, ganz treuherzig, und selbst mit den gefährlichen Szenen des vermeintlichen Todeskandidaten wird er auf anständige Weife fertig.
Neben ihm zwei Frauengestalten, die in äußerer Erscheinung und Gefühlslage wirksam und reizvoll miteinander kontrastieren: Dorothea Wieck, die Krankenschwester Dolores, sanft und still in ihrer großen, hingebenden und zu edelmütigem Verzicht bereiten Liebe; die Tschechowa, jugendlich, frisch,
E-Dur von G. F. Händel zum Vortrag. Kursteilnehmer Hinkel (Lich) spielte den Violinsolo der Sonate in E=Dur von G. F. Händel und wurde auf öer Orgel von Kursteilnehmer Krämer (Muschen- heim) begleitet. Pfarrer Bechtolsheim er schloß mit Gebet und Segen die stille Feierstunde. Die Mitwirkenden bei der musikalischen Abendfeier waren: Fräulein Koch (Gießen), Frl. Endres (Beikstein) und die Herren GÖrlach (Eberstadt). Lenz (Klein-Linden), Harrafsowitz (Gießen), Krämer (Muschenheim), Bender (Grüningen), Hinkel (Lich), Weigel (Klein-Linden) und Kopp (Herborn). Einige Teilnehmer sind bereits als Organisten in ihren Heimatgemeinden tätig.
Gießener Wochen Marktpreise
* Gießen, 19. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 11%, Klasse B 11, Wirsing, % kg 9 bis 12, 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 9 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Unterkohlrabi 6 bis 8,
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Erbsen 25 bis 35, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 17, Meerrettich 30 bis 70, Zwiebeln 6 bis 7, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 dis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 10 bis 20 Pf., Nüffe 30 bis 40, Zwetfchen 16 bis 17 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.
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* * Silberhochzeit. Am morgigen Mittwoch, 20. Oktober, können Heinrich Schmidt und Frau Emma, geb. Hammel, Steinstraße 48, das Fest der silbernen Hochzeit feiern.
* * Vom V. H. C. Gießen wird uns berief) tet: Unsere Oktober-Wanderung begann in Sinn. Der Weg nach Ballersbach steigt steil an. Oesters hielten wir daher Rückschau in das Dill- tal mit Sinn, Edingen und Fleisbach, auf die Ruine Greifenstein, den Hinstein und Hirschbergkopf. Bald erreichten wir den Wald. Alte Straßen ziehen hier durch den Herborner Forst. Wir folgten dem breiten Rennweg durch die Hörre, einem Staatswald zwischen Herborn und Bellersdorf. Wiederholt bot der Weg gute Aussicht ins Aar- und Lemptal und auf die umgebenden Höhen. Eine erhabene Ruhe herrschte in dem schönen Wald. Endlich brach auch die Sonne durch, die grauen Wolken und überstrahlte mit ihrem warmen Schein den bunten Herbstwald. Nach Einkehr in Bellersdorf wanderten wir über Groß-Alten- städten nach Hohensolms, dessen hochgelegenes Schloß schon von ferne grüßte.
Schöffengericht Gießen.
Wegen Steuerhinterziehung hatte sich der F. K. St. aus Burg-Gemünden vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte hatte vom Finanzamt einen Steuer st rafbescheid über 33 0 0 Mark erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, bei der Erklärung seiner Umsatz-, Gewerbe- und
zärtlich als die Journalistin Helen Roeder aus USA. — Im Ensemble heben sich eine Reihe knapp untreffend charakterisierter Figuren heraus: Gothart Portloff (Gesekius), Aribert Wäscher (Kommandant Orveda), Erwin Klietsch (Professor Cameron), Hugo Werner-Kahle (Vertrauensarzt) und Adalbert S ch l e 11 o w (Major Bach- mair). — (Märkische-Panorama-Schneider.)
Was es alles gibt.
Im Gefängnis der jugoslawischen Stadt Mitro- vica, so meldete ein Zeitungsbericht, wurde jüngst eine halbe Million Dinar an einen Sträfling ausgezahlt, der den Hauptgewinn der jugoslawischen Staatslotterie gewonnen hatte. Das ist ganz sicher das erstemal, daß ein (Strafgefangener mit seinem Los zufrieden ist.
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In Budapest wurde eine buntgekachelte Bar eröffnet, in der es den Gästen ausdrücklich erlaubt ist, gefüllte und auch leere Cocktailgläser an die Wand zu werfen. Selbstverständlich müssen die an die Wand geworfenen Gläser — bar bezahlt werden.
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In Willaston in England heirateten ein 78jähri- ger und eine 75jährige, die in derselben Straße aufwuchsen und sich als Kinder das Versprechen gegeben hatten, zu heiraten. Zwar sagt das Sprichwort: „Versprechen und Halten ziemt Jungen und Alten!" — es ist aber nicht nötig, daß die Jungen erst s o alt werden, um ihr Versprechen einzu- losen.
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In den kalifornischen Modebädern wurden eigenartige Maschinen aufgestellt, mit deren Hilfe eine Frau den Prozentsatz feststellen kann, mit dem sie sich der Idealfigur nähert. Auch in den deutschen Modebädern gibt es Wiege-Automaten.
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Ein englischer Soldat fiel bei Truppenübungen in der Nähe von London vom Pferd und zog sich eine Schädelverletzung zu. Nach seiner Heilung ist er im Gegensatz zu seiner bisherigen mittelmäßigen Begabung plötzlich imstande, Artikel und Erzählungen zu schreiben, deren Abdruck ihm erhebliche Geldmittel einbringt. Unsereiner müht sich sein Leben lang, Artikel und Erzählungen zu schreiben, deren Abdruck erhebliche Geldmittel einbringen, unsereiner zerbricht sich darüber den Kopf, Tommy verletzte sich ihn bloß — und kann es. —eyb—


