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Frankreich besinnt sich

die bis

slöwakei sitzen in Prag!

Die Tschechoslowakei ein Aaiionalitätenstaat. i

d i e Z u siche-

rankreich auch im Falle

wählen durchgeführt werden würden. Tatsächlich

auf der

Sudeten- die Pra-

Hodza in 11000

ger Regierung verschärft.

Im Frühjahr hat Ministerpräsident

men ist. Zunächst setzte die Prager Regierung mit Massenverboten von Versammlungen, Auf­märschen und Plakatierungen ein. Daneben häufen sich Beschlagnahmen von Zeitungen und Flugblättern, von Verhaftungen selbst bei den geringsten Anlässen und von Auflösungen von Versammlungen und Beratungen, wie man sie wieder vor einigen Tagen bei der Konfe­renz der sudetendeutschen Rechtswahrer beobachten konnte, in auffallender Weise. Am vergangenen Sonntag ist es nun zu brutalen tätlichen An­griffen der tschechischen Polizei gegen die sudetendeutschen Abgeordneten Frank, Kellner, Zippelius und Richter in Teplitz-Schönau gekom­men, während die tschechischen Polizeitrupps ohne einen ersichtlichen Anlaß mit den Gummiknüppeln auf die wehrlosen sudetendeutschen Volksgenossen einschlugen und sie auf das Schwerste mißhandel­ten.

Es ist nötig, sich in diesem Augenblick die An­kündigung des Regierungsabgeordneten Schütz ins Gedächtnis zu rufen. Die schweren Kämpfe, die er für den Herbst angekündigt hat, sind bereits wie nach diesen Vorfällen gesagt werden kann im vollen Gange. Aber es ist nötig, jetzt schon festzustellen, daß die Angreifer ausschließ­lich auf der tschechischen Seite stehen. Sowohl die Versammlungsoerbote und die Auflö­sung der Kundgebungen, die durchaus willkürlich von den Organen der tschechischen Polizei herbeigeführt werden, als auch die Konfiskation Zeitungen und nun auch das provozierende Vorgehen der tsche­chischen Staatspolizei, die gegen die Abgeordneten und die sudetendeutschen Volksgenossen mit Gummi­knüppeln vorging, zeigt eine eindeutige Situation die auf nichts anderes abgestellt ist, als das Su­detendeutschtum zu reizen und einzuschüchtern.

Bei dieser Gelegenheit erinnert man sich auch der Reise des tschechoslowakischen Außenministers Dr. K r o f t a nach Paris und des Berichtes der Pra­ger halboffiziösen TageszeitungLidove Noviny", die davon sprach, daß sich Dr. Krofta von den Lei-

welchen Weg er einschlagen werde, da er, bevor er zur Sitzung gehe, noch seine Instruktionen von Moskau erhalte. AuchDaily Mail" schreibt, daß erste Hindernis bei den Besprechungen werde zwei­fellos wieder einmal von Sowjetruß­land kommen.

tern der französischen Außenpolitik r u n g geben ließ, daß Frankreich

innerpolitischer Unruhen der Tschechoslowakischen Republik mit allen zur Verfügung stehenden Mit­teln b e i st e h e n werde. Unter diesen Umständen muß man sich wirklich die Frage vorlegen, was die Prager Regierung im Schilde führt und wohin die von ihren Organen planmäßig herbeigeführten aufreizenden Handlungen führen sollen.

Die Prager Regierung versucht mit diesen Me­thoden auf jede nur denkbare Art die immer mehr zum Durchbruch kommende und unerschütterliche Geschlossenheit des S u d e t e n d e u t s ch- tu ms zu zerbrechen. Sie hat es zunächst mit der einseitigen Bevorzugung ihrer Trabanten im Prager Kabinett versucht, mit denen sie die Vereinbarung vom 18. Februar abschloß, wie seinerzeit bombastisch verkündet worden war, eineBefriedung" in der Tschechoslowakei herbeiführen sollte. Trotz aller Vor­stellungen der Regierungsparteien ist aber von einem sichtbaren Erfolg nichts zu verzeichnen und das Sudetendeutschtum hat sich wieder einmal seine Gedanken über die Vertragstreue der Prager Re-

sich die angelsächsische Oberschicht oder auch die Be­völkerungsteile, auf denen sich die Oberschicht wieder ergänzen könnte, ständig zugunsten ganz anderer früherer Einwanderergruppen verringert. Lord Horne hat diese Entwicklung als eine Gefahr für das britische Weltreich bezeichnet. Einmal, weil seine Verteidigungsfähigkeit dadurch gemindert wird, zweitens aber, weil, wie er sagt, den ,,S) ab e= n i ch s e n" ein moralischer Anspruch a u f koloniale Betätigung durch das Versagen Englands zuwächst. Im Einklang mit der jetzigen gewaltigen Aufrüstungspolitik Englands, die gerade diese sich selbst verwaltenden Kolonien, vor allem in der Entwicklung der industriellen Leistungsfähigkeit, einbezieht, hat Lord Horne den englischen Indu­striellen empfohlen, einen Teil ihrer Betriebe ein« schließlich der Arbeiterschaft nach diesen überseeischen Gebieten zu verlegen.

Der Veichsführer-SG. beim Duce.

Rom, 18. Okt. (DRB.) Eine große Parade der römischen Polizeitruppen fand vor dem Duce auf dem weiten Gelände von Villa Glori anläßlich des 12. Jahrestages der italienischen Polizei statt. Als Ehrengast sah man den Reichsführer und Chef

einen klaren Blick und menschliches Empfinden haben, an der Verständigung und Annäherung der beiden Völker zu arbeiten. Niemand aber konnte bas aufrichtiger und eifriger tun, als d i e F ü h - rer unserer kräftigen Jugend, der fran­zösischen und der deutschen. Wenn sie es verstan­den, diese Jugend zur Einigkeit zu bringen, so hielten sie damit die Zukunft Europas und der menschlichen Kultur in Händen."

Der französische Botschafter Francois-Pon­cet erklärt, die Erfahrung zeige, daß'es die Jun­gen seien, die sich weniger unduldsam als die alten gebärdeten. Die Jungen verständen es ausgezeichnet, zu disputieren und zu diskutieren, sie könnten mit Leidenschaft gegensätzliche Thesen vertreten, sie brächten es fertig, himmelweit aus­einandergehende Meinungen und Überzeugungen aufeinanderprallen zu lassen, ohne daß darunter die Kameradschaft und die Freundschaft irgendwie lit­ten. Mit dieser Gabe erteilten die Jungen der älteren Generation kostbarsten Unterricht. Es sei keine Frage, welchen großen Nutzen die jungen Deutschen und die jungen Franzosen aus einem engeren persönlichen Kontakt zögen, denn ein Volk könne s i ch niemals selbst ge­nügen; es gleiche einem Acker, der sich nach be­lebendem Dünger sehnt. Vorzüge, die der Fran­zose nicht Hube, finde man beim Deutschen; die, die

Konrad Henlein fordert erneut sudetendeutsche Selbstverwaltung

»Die einzige Gewähr für die gedeihliche Zukunst der Völker."

hat die Regierung sie nur für 480 Gemeinden aus­geschrieben und läßt damit nicht einmal 5 d. H. der angekündigten Gemeinden zu. Von 3466 sudetendeutschen Gemeinden, die eine absolute deutsche Mehrheit haben, werden kaum hundert, meist kleine unbedeutende Gemeinden zu den Wahlen zugelassen. Es ist kein Zweifel: Prag scheut eine Volksabstimmung, Prag will ihr Ergebnis mit Einsatz von Gummi­knüppeln der tschechischen Polizei, mit Versamm­lungsverboten, Zeitungskonfiskationen und Ein­schränkung aller politischen Freiheiten korrigieren.

Alles was sich bisher zutrug, ruft das Wort des Abgeordneten Schütz in Erinnerung und weist dar- ' hin, daßschwere innerpolitische Kämpfe in Tschechoslowakei" zu erwarten sind. Man wird

gierung gemacht. Die Aktion ist ins Gegenteil um­geschlagen. Sie hat die Stimmung des ~ deutschtums noch mehr als bisher gegen

Organe ---

walt sind. Es ist nicht von ungefähr, daß sich die tschechische Polizei auch an Abgeordneten v e r g r e i f t und sie mit Gummiknüppeln und Fäu­sten bedroht. Die tschechische Polizei würde das nicht wagen, wenn sie nicht völlige Freiheit in der Anwendung ihrer Mittel durch die Prager Regierung zugesichert bekommen hätte. Die Schul­digen an den politischen Kämpfen in der Tschecho-

in einer großen Rede angekündigt, daß Gemeinden in der Tschechoslowakei Gemeinde-

Frage und ihre Behandlung durch die herrschende Koalition sind ein Beweis dafür, daß ein Regime unter Umständen auch gegen das Staatsintereme handeln kann. Dieses Regime zu bekämpfen, ist ft'ir uns Sudetendeutschen aber nicht nur ein Gebot unserer Selbsterhaltung, sondern eben auch uist- sere staatsbürgerliche Pflicht. Man muß auch end­lich auf tschechischer Seite erkennen, daß es heu'te nicht mehr angeht, wie 1918 noch im Haß gegen das benachbarte Deutsche Reich zu stehen, sondern daß dieses Reich in der Gegenwart von vielten wieder geehrt und geliebt wird. Dkie Voraussetzung des guten Verhältnisses Prag Berlin ist aber die Regelung der fubeten« deutschen Frage. Daß das Verhältnis tyis heute nicht besser wurde, ist nicht unsere Schuld, sondern dies liegt in erster Reihe am Staate selb ist, der es bisher nicht verstanden hat, alle seine Bisa' ger für sich zu gewinnen." i

General Milch in London. ,

König Georg VI. empfing General der Fliegi 1 Staatssekretär Milch, Generalleutnant Stump' und Generalmajor Übet. Die beutschen Flieck > würben bem König burch ben Geschäftsträger, (^ sandten Dr. Woermann, oorgestellt. General Mil»ä stattete dem englischen Luftfahrtminister, Viscou^ Swinton, im Luftfahrtministerium einen BesuK ab. Am Abend war die deutsche Fliegerabordnu^iS Gast des Lustfahrtmmisters.

gut tun, in der ganzen europäischen Öffentlichkeit genau darauf zu achten, wie die Auseinandersetzun­gen begonnen haben. Heute steht schon fest, daß die Urheber der Kämpfe nicht das wehrlose Sudeten- deutschtum und seine politische Führung, sondern an d i e Zähne bewaffneten der tschechischen Staatsge-

der deutschen Polizei Himmler. Starker Beifall begrüßte die deutsche Abordnung, die in der Pa­radeuniform der jf bzw. der Polizei erschienen war. Ferner hatten Abordnungen der osterreichl- chen, der ungarischen, der südslawischen, der por­tugiesischen und der albanischen Polizei auf der Ehrentribüne ihre Plätze. Mussolini 1-übst er- öffnete auf einem rassigen Vollblut-Araber die Pa­rade, gefolgt von Marschall d e B o n o , Parteisekre­tär Minister Starace und mehreren Staats-

Prag, 18. Okt. (DNB.) Auf der Tagung der Sudetendeutschen Partei im Teplitzer Stadttheater führte Henlein aus: Man würde es einfach nicht verstehen, wenn ein Versammlungsredner eine Er­mahnung aus dem Grunde erhält, weil er behaup­tet, daß der tschechoslowakische Staat keineswegs ein Nattonalstaat, sondern einbeutia ein N a - tionalitätenstaat sei. Der anroefenbe Regie­rungsvertreter sah sich sogleich veranlaßt, Henlein ermahnen (!) zu lassen. Henlein fuhr fort:Das Auslanb hat sich immer wieder überzeugen müs­sen, baß ich nichts als bie reinste Wahr­heit gesagt habe. Unb so bleibe ich auch heute bei ber Wahrheit, baß unser Staat nicht ein National­staat, sondern ein Nationalitäten st aat ist." Eine neue Verwarnung ließ Konrad Henlein ruhig; er führte unbeirrt weiter aus:Ich kann biese Er­mahnung zur Kenntnis nehmen unb muß noch ein­mal ausdrücklich erklären:Unser Staat ist ein Na­tionalitätenstaat. Die Zukunft unseres Staates unb eine friebliche Entwicklung in Europa hängen da­von ab, daß man diese Tatsache zur Kenntnis nimmt und daraus d i e notwendigen Fol­gerungen zieht, d. h., daß sich in diesem Staat ein jedes seiner Völker frei entwickeln muß. Ganz Europa sieht auf uns. Europa weiß, daß hier ein Kampf ausgetragen wird und ausgetragen werden muß, ein Kampf, der Vorbild fein kann für alle Nationalitätenstaaten.

Das Vorhandensein der sudetendeutschen

Brücken zwischen den Völkern.

Die Jugend Deutschlands und Frankreichs sucht den Weg zueinander

fcfretären. Der Duce nahm bann die Parade der 6000 Mann ab, die teils zu Fuß und zu Pferd, teils auf Rädern und Motorrädern, mit Tanks und mit modern bewaffneten Kraftwagen vorüberzogen. Nach der Parade empfing der Duce den Reichs­führer jj zu einer längeren Audienz. 2lm Nach­mittag wohnte ber Reichsführer ff ben Vorführun­gen ber römischen Polizei bei. Am Abenb gab der Ches der italienischen Polizei, Excellenz B o c ch i n i, ein Essen, an dem die deutsche Delegation teilnahm.

Prag, 18. Oktober 1937.

Vor einigen Wochen hielt der Abgeordnete Schütz, der einer Prager Regierungspartei an- aehört, in Nordböhmen eine Liede, in der er u. a. sagte, daß es im Herbst dieses Jahres zu schwe­ren innerpolitischen Kämpfen in der Tschechoslowakei kommen werde. Man hat diese Kundgebung zunächst nur als eine der bekannten Redensarten aufgefaßt, wie sie gewisse Parlamen­tarier in sogenannten demokratischen Staaten gern verwenden, um ihre Reden interessanter zu gestal­ten. Nach den letzten Vorfällen in der Tschechoslowa­kei wird man annehmen müssen, daß die Voraus­sagen des Abg. Schütz nicht ganz aus der Luft gegriffen waren. Die Kämpfe in der Tschechoslowakei haben in den letzten Wochen For­men angenommen, wie dies seit Der Auflösung der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei in den Su­detenländern im Jahre 1933 nicht mehr vorgekom-

Leere 2Räumc.

Der frühere englische Schatzkanzler Lord Horne hat vor wenigen Tagen in der berühmten altertüm­lichen Guildhall, dem Rathaus der Londoner City, einige nachdenkliche Zahlen über die Bevölke­rung in den englischen, sich selbstverwaltenden unb üorroiegenb von Weißen bewohnten Domi­nions angegeben. Danach leben auf einer Quadrat- meile (2,6 Quadratkilometer) in Australien 2, in Kanada 3, in Südafrika 10, und endlich in Neusee­land 15 Menschen. Noch schwerer fällt ins Gewicht, daß die Auswanderung aus dem englischen Mutterlande in diese riesigen Räume, die vor dem Kriege noch jährlich 200 000 Menschen betrug, heute auf einen winzigen Bruchteil z u r ü ck g e g a n g e n ist und durch die einsetzende Rückwanderung fast ganz aufgehoben wird. Die englische Regierung hat sich wiederholt nach dem Kriege bemüht, zu­nächst Arbeitslose in den überseeischen Kolo­nien anzusiedeln, die besonders günstigen Wohn­raum bieten, weil hier Menschen weißer Rasse über­wiegend wieder zu Menschen weißer Rasse kommen und unter Umständen leben, die nicht schlechthin pri­mitiv genannt werden können, wenn natürlich auch jede Pionierarbeit mühevoll ist. Diese Versuche schlugen fehl. Darauf hat die englische Regierung versucht, junge Menschen im Alter von 17 bis

zu 22 Jahren nach Australien, Kanada und Südafrika zu verpflanzen. Das Ergebnis war ein Fiasko. Außerdem geht innerhalb der einzelnen Kolonien die Geburtenzahl sprunghaft zurück, so daß

wickluna im Staate in Frage stellen. Die Ursache dieser Vorfälle sehe ich darin, daß die maßgebenden Regierungsstellen in Widerspruch zu ihren ein­deutigen Zusicherungen Und Erklärungen von untergeordneten Organen desavou­iert werden, ohne daß die vorgesetzten Stellen diese Faktoren zur Verantwortung ziehen.

Die praktischen Forderungen, die ich als verant­wortlicher und durch den Wahlausgang von 1935 legitimierter Sprecher des Sudetendeutschtums aus den gestrigen Vorkommnissen, die nur ein Glied in einer langen Kette darstellen, erhebe, lauten: Un­verzügliche Inangriffnahme der Verwirk­lichung ber von mir unb meiner Partei gefolger­ten Autonomie. Ich erinnere Sie, Herr Staats­präsident, daß Sie seinerzeit im Kampf um bie Entwicklungsfreiheit Ihres Volkes bie Autonomie ber Völker in den Ländern der böhmischen Krone als einzige Gefähr für die gedeihliche Zukunft der Völker erachtet haben. Nur rasche Verwirklichung der geforderten Autonomie mit dem praktischen Ziel der Selbstverwal­tung der Desinteressen und der Besorgung der staatlichen Agenda durch Deutsche im deut­schen Gebiet vermag allein eine weitere Zu­spitzung der innerpolitischen Verhältnisse hintanzu­halten. Der Versuch der machtmäßigen Auftecht- Ierhaltung eines einseitigen tschechischen Herrschafts­verhältnisses im Nationalitätenstaat macht jede ge­rechte, wirksame und konstruktive Lösung des Na­tionalitätenproblems unmöglich.

Der Stichwahl-Sonntag der Kantonalwah­le n hat den ftanzöfischen Linksgruppen eine schwere Enttäuschung bereitet, da er, wie der vorhergehende Wahlsonntag, gezeigt hat, daß ihre Wahlparole nicht mehr zog. Die Gewinne der K o m m u n i ft e n unb Sozialdemokraten, insgesamt 102, stehen in gar keinem Verhältnis zu den rund anderthalb Tausend Gewählten, von denen die beiden marxi­stischen Gruppen nur 275 Kandidaten durchbrachten ; und die Kommunisten trotz ihrer wahnwitzigen Agi- ; tation, die mit Moskauer Rubeln bezahlt wurde, ; nur 41. Dabei hat eigentlich nur die Bannmeile ; von Paris und das Departement du Nord sozial- demokratisch bzw. kommunistisch gewählt, während ; sich das Land durchaus und im Gegensatz zu den Kammerwahlen von 1936 ablehnend verhielt. Das ist das Bezeichnende. In der ftanzösischen Geschichte hat wiederholt das Land, also der Franzose der Pro­vinz, der mehr als man gemeinhin im Auslande annimmt, wo man alles auf Paris bezieht, Frank­reich repräsentiert, mit der Waffe des allgemeinen gleichen unb bireften Wahlrechts sich zu einer Po­litik ber Mäßigung bekannt unb die zersetzenden Elemente in Paris geschlagen.

So war es 1848, als nach anfänglichem Schwan- : fen die Bauern der Provinz die Revolution über­wanden und durch die Wahl des Präsidenten Louis Napoleon dem kommunistisch-marxistischen Spuk in Paris ein Ende bereiteten. So war es, um nur einige Ereignisse zu umreißen, nach 1871, als die Männer der Provinz in Paris die Communards niederwarfen und zur Nationalversammlung in Bordeaux eine Mehrheit wählten, die sogar durch­aus monarchistisch war, allerdings an der Personen- frage ob ein Napolenonide ober ein Bourbone auseinanderbrach. Diese Gemäßigten haben, was häufig übersehen wirb, als Radikalsozialisten ober Rechtsgruppen um bie Gestaltung von Schule unb Kirche erbitterte Kämpfe unter sich ausgetragen, bie ihren Höhepunkt in ber Trennung von Staat unb Kirche unter dem Ministerium Combs erreichten. Aber das waren Angelegenheiten der inneren Po­litik, die keineswegs etwas mit Radikalisierung zu tun hatten. Erst unter dem Einfluß der marxistiichen Versprechungen und der Wirkung der Lavalschen Deflationspolitik sind 1936 einige im Grunde kon­servative Franzosen für die Volksfrontpolitik be­geistert worden, aber die Ernüchterung trat sehr schnell ein, und die Kantonalwahlen haben diesem Sichdesinnen der Franzosen sichtbar Ausdruck ge­geben. ,

Innerhalb der Rechts- und Mittelgruppen hat es nur geringfügige Verschiebungen zu Gunsten der französischen Sozialpartei des ehe­maligen Feuerkreuzlers de la Rocque gegeben. Weiter hat die von Marin beherrschte rechtsbür­gerliche Republikanische. Vereinigung gewonnen. Aber der eigentliche Kern der Volks­frontregierung, die Radikalsozialen, haben nur 526 statt 568 Gemeinde- und Arrondissements- räte gestellt. Trotz der Versicherungen ihrer Blätter hat gerade ihre schwankende Politik zu einer Ab­sage weiter Teile ihrer Wählerschaft geführt. Ob diese Polittk künftighin durch dick und dünn mit den Marxisten und Kommunisten marschieren wird, wird sich auf dem bevorstehenden Parteikon­greß in Lille zeigen. Jedenfalls hat Frankreichs Wählerschaft bekundet, daß die sozialdemokratischen und kommunistischen Bäume nicht in den Himmel wachsen dürfen. Die Parole der Sozialdemokraten aller Schattierungen war: Politisierung dieser Wah­len, die etwa den früheren deutschen zu den Pro­vinziallandtagen entsprechen, damit Stoß gegen den Senat, der von den Gemeinderäten gewählt wird, und allmähliche Bolschewisierung Frankreichs. Die Wähler haben diesen Manövern eine schroffe Ab­sage erteilt. 0.8.

Im letzten Sommer haben zahlreiche junge Deutsche und junge Franzosen gerne infame Ferienlager veranstaltet. Das Fuhrerorgan der nationalsozialistischen JugendWille und Macht" unternimmt es, aus dieser Gemeinschafts­arbeit das Ergebnis zu ziehen dadurch, daß es aus dem Lager beider Nationen vorurteilsfreie Man­ner zu Worte kommen läßt. An ihrer Spitze steht kein Geringerer als Camille Chautemps, der französische Ministerpräsident. Er er­klärt sich als Chef der Regierung auch weiterhin bereit, die friedlichen Zusammenkünfte der Jugend beider Völker in Zusammenkünften zu fördern und sagt weiter:Ich wünschte, die jungen Leute beider Nationen lebten alljährlich Seite an Seite und lernten einander auf diese Weise kennen, verstehen und schützen. Hinter unseren beiden großen Lan­dern liegt eine lange Vergangenheit voller Arbeit und Ruhm; beide haben in höchstem Maße zur europäischen Zivilisation beigetragen.Wenn es auch oft gerade durch die Lebenskraft und Tapferkeit beider Völker Zusammen st öße zwischen ihnen gegeben hat, so empfinben sie doch Hochachtung und Respekt voreinander. Und sie wissen auch, daß eine Verständigung zwischen ihnen einer der wertvo11sten Faktoren für d en Weltfrieden fein würde. Deshalb ist es Pflicht aller derer von beiden Seiten der Grenze, die

Ein offener Vries an Venesch.

Prag, 18. Okt. (DNB.) Der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei Konrad Henlein hat auf Grund der Vorfälle in Teplitz-Schönau an Präsident Benesch einen offenen Brief gerichtet, in dem es heißt:Herr Präsident! Vor kurzer Zeit hatte ich Gelegenheit, dem Herrn Ministerpräsiden­ten Mitteilung zu machen über die Auswirkung gewisser Gesetze und das Verhalten der Staatsorgane in sudetendeutschen Gebieten, wodurch in diesen Gebieten und da­mit im Staate eine unerträgliche Lage geschaffen wurde. Der Herr Ministerpräsident ver­sprach Abhilfe. In der vergangenen Woche konnte ich in London über unsere Frage sprechen. Ich habe für meine Darlegungen größ - t e s Verständnis gefunden.

Die Vorkommnisse in Teplitz und die Mißhandlungen mehrerer Abgeordneter der Sude­tendeutschen Partei stehen zu den Gesetzen und der Verfassung des Staates in krassem Wider­spruch und sind für ein tapferes und ehrliebendes Volk unerträglich. Diese Vorfälle haben mir vollends die Erkenntnis gebracht, daß unser guter Wille und unsere Warnungen offensichtlich miß­achtet werden und daß jede weitere dilatorische Behandlung der. sudetendeutschen Forderungen ka­tastrophale Auswirkungen bringen kann. Diese mögen zwar geeignet sein, zunächst uns ins Unrecht zu setzen, müssen aber eine ruhige Ent-

den Deutschen fehlten, besitze der Franzose. Es sei müßig, ausklügeln zu wollen, wer am meisten tauge. Der Deutsche esse lieber Schwarzbrot und der Fran­zose lieber Weißbrot. Es sei unsinnig, die Frage zu stellen, welches Brot besser sei. Das wichtigfte sei folgendes: F r a n z o s en und D e u t s ch e e r^ g ä n z t en sich, französisches Mittoir en bereichere den deutschen Boden. Deutscher Einfluß befruchte den französischen Geist.Mögen auch die Genera­tionen, die einmal Nutzen daraus ziehen werden, dazu beitragen, die beiden Hälften des Reiches Karls des Großen einander näher zu bringen und zwischen ihnen jene Beziehungen der gegenseitigen Achtung, der Ern t r ach t und der guten Nachbarschaft zu schaffen, nach denen die beiden Völker zutiefst sich fehnen, weil, so glaube ich, ihr Instinkt ihnen sagt, daß das Heil der europäischen Kultur davon abhängt, und weil sie sehr genau wissen, wenn sie einmal in sich gehen, daß sie, gemäß den Worten des Reichskanzlers Adolf Hitler,vielmehr Grunde haben, sich zu achten und sich zu bewun­dern, als sich zu hassen"

Fernand de Brinon,der bekannte Journa­list. zitiert die gleichen Worte Adolf Hitlers und sagt dazu:Vortreffliche Worte, die bei der Ju­gend i h re Anwendung finden muffend Gibt es ein schöneres Geschick für die Söhne der Kriegsteilnehmer, als zwischen den benachbarten Ländern Frankreich und Deutschland die Wege der Verständigung zu öffnen?" Und er fügt hinzu, daß die übergroße Mehrheit der Jugend Frankreichs ohne Rücksicht auf ihre Herkunft mit echter Sympathie der deutschen Jugend gegenüber- steht.

Von deutscher Seite erwidert Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch mit dem Wunsch, daß an den Lagerfeuern unserer Jugend die alte ©egnerfefjaft unserer Länder für immer verbrenne.Wenn wir in den törichten Fehler verfallen sollten, uns zu hassen, haben wir alles zu verlieren wenn wir uns zu einer edlen Haltung gegenseitiger auf We­senskenntnis gegründeter Achtung erheben, haben wir viel zu gewinnen: nämlich das Glück un­serer Kinder."

Wo sind die Schuldigen an demSkandal von Teplih?

Von unserem ff.-Äerichierstatter.