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Deutscher baut japanische Olympia- Bobbahn.
Die Japaner scheinen hinsichtlich der Vergebung der Olympischen Winterspiele sehr zuversichtlich zu sein. Das beweist die Tatsache, daß schon am Mittwoch der bekannte Berliner Ingenieur St. M. Zentzitzki die Reise nach dem Fernen Osten antrat, um im Wintersportgelände der Insel Sapporo im Auftrage Japans eine moderne Bobbahn zu errichten. Die neue Anlage soll sich in ihrer Konstruktion eng an die Bahnen von Lake Placid und Garmisch-Partenkirchen halten.
Das Japanische Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 1940 hat außerdem den Deutschen Werner Klingenberg, Dr Diens rechte Hand der Olympischen Spiele in Berlin, als technischen Berater gewonnen. Klingenberg trat am Dienstag die Reise nach Tofio'an, das er'über Reuyork erreichen wird. Er wird in Japan gleichzeitig seine Tätigkeit als ständiger Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees aufnehmen.
Achtfrontenkampf
der deutschen Leichtathleten.
In der Leichtathletik steht dem deutschen Fachamt eine Kraftprobe erster Ordnung bevor, eine Kraftprobe, die den Beweis für den hohen Stand unserer Leichtathletik schlagend erbringen wird. Roch dem Länderkampf gegen Dänemark am Freitag in Kopenhagen gibt es folgende Begegnungen: gegen die Schweiz in Karlsruhe, gegen Oesterreich in Nürnberg, gegen Belgien in Wuppertal, gegen Holland (Frauen) in Wuppertal, gegen die Tschechei in Dresden, gegen Polen in Warschau. Ueberall erwartet man Siege der Deutschen.
Tv. 1846 erfolgreich beim Iahn- wetturnen in Freyburg-Unstrut.
Oberturnwart Karl Müller konnte in Freyburg bei den „Reichswettkämpfen der Aelteren" im Siebenkampf (Geräte- und Volksturnen) Klasse IIIB (45 bis 50 Jahre) mit 102 Punkten den 35. Sieg bei 110 Teilnehmern erringen.
Rollschuhlaus-Gaumeiflerschast in Gießen.
Der Gau Hessen führt am kommenden Sonntag in Gießen seine Kunst- laufmeisterschaften durch. Die Vorarbeiten hat der Gießener Eisverein bereits seit einiger Zeit in Angriff genommen. Es ist zu erwarten, daß den Kunstläufern des Gaues, in Frage kommen Sportler aus Kassel, Limburg und Hanau, die Bahn sich in einwandfreiem Zustand darbietet. Denn gerade für den Kunstlauf sind, besonders was die schwierigeren Figuren anlangt, gute Bahnverhältnisse eine Grundbedingung. (Aufnahme: Brandt, Gießen.)
W
Dlelkämpse der Tümer in Greiz.
Greiz, die schöne Stadt in Thüringen, beherbergt am Samstag und Sonntag 120 deutsche Turner und Turnerinnen, Auserwählte aus allen deutschen Gauen, die sich bewerben um den Titel eines Meisters im gemischten Zwölfkampf und einer Meisterin im gemischten Achtkampf. 34 Namen wurden aus Süddeutschland genannt; davon ist Bayern am stärksten vertreten mit 10 Meldungen, dann folgen Südwest mit 8, Württemberg mit 7, Baden mit 6 und Nordhessen mit 3 Nennungen. Die stärkste Vertretung überhaupt schickt der Gau Sachsen mit 18 Turnern und Turnerinnen nach Greiz, während Ostpreußen mit nur zwei Meldungen zahlenmäßig am schwächsten vertreten ist.
Wer siegt bei den Männern?
Die Meisterschaften der Gaue haben bereits die letzte Auslese für die Titelkämpfe in Greiz gebracht. Nur die Besten werden also zur Entscheidung im gemischten Zwölfkampf antreten. Neben neun Geräteübungen stehen drei leichtathletische Prüfungen auf dem Programm. Der reine Geräte-Wettkampf
tritt also zurück zu Gunsten der Vielseitigkeit auf turnerischem und leichtathletischem Gebiet. Einer der stärksten Bewerber ist zweifellos wieder der Leunaer Kurt K r ö tz s ch , der 1933 auf dem deutschen Turnfest in Stuttgart Zwölfkampf-Meister wurde. Aber auch der Konstanzer Stadel, Beckert- Neustadt und Schreyer-München gehen aussichtsreich in den Kampf. Der Schwerpunkt bei dem Titelkampf dürfte auf den leichtathletischen Prüfungen ruhen.
Und bei den Frauen?
Aus acht Prüfungen besteht der Meisterschaftskampf der Frauen. Die Geräteübungen umfassen Pflicht- und Kürübung am Barren, eine Pflichtübung an den Ringen und auf dem Schwebebalken und die Riesengrätsche über das Langpferd. Dazu müssen die Turnerinnen ihr Können im 75-Meter- Lauf, Hochsprung und Schleuderballwurf beweisen. Auch bei den Frauen wird also größter Wert auf Vielseitigkeit gelegt. Wird es der Deutschen Gerätemeisterin und Olympiasiegerin Käte Sohne
Sntrcfe
Snlrcte, s. Hormone.
Inkubation, bei Infektionskrankheiten die Zeit vom Moment der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, ist bei den einzelnen Krankheiten verschieden, z. B. Masern 8 bis 14 Tage, Scharlach 2 bis 8 läge, Diphtherie 2 bis 5 Tage. Windpocken 14 bis 21 läge.
Inlett, eng!.. Bedeutung: Einlatz. Bezeichnung für die Hülle aus Baumwollstoff, in die Bettfedern eingefüllt werden.
Innere Sekretion, Sekretion von Drüsen, die entweder überhaupt keinen Ausführungsgang besitzen oder neben Stoffen, die durch den Ausführungsgang abgeleitet werden, noch Stoffe bereiten, welche direkt an das Blut abgegeben werden. Solche Drüsen sind Schilddrüse, Hirnanhangsdrüse, Nebenniere. Erkranken diese Drüsen und gelangt dann zu viel oder zu wenig von den in ihnen gebildeten Stoffen in das Blut, so entstehen schwere Allgemeinerkrankungen, z. V. Basedow. Kretinismus, Fettsucht, Riesenwuchs usw.
Insektenpulver, Vlütenstaub in Dalmatien wachsender Chrysan- themumarten. Insektenpulver mutz in Flaschen gut verschloßen aufbewahrt werden, da es sonst wirkungslos wird. •
Insektenstiche verursachen oft eine starke Schwellung und Rötung. Am besten hilft ein feuchter Umschlag mit 70prozentigem Alkohol. Bei Bienen-, Wespen- und Hornissenstichen zuerst den Sta-
Jnsulin
chel ausziehen. Hat man im Mo- ment des Stechens Salmiakgeist zur Hand und betupft damit die gestochene Stelle, so kann dadurch die Wirkung des Stiches wesentlich herabgemindert werden. Stiche an der Oberlippe und an der Zunge sind sehr gefährlich und bedürfen ärztlicher Behandlung. Bei Zeckenstichen hüte man sich, den „Holzbock" herauszuziehen, da der Kopf leicht abreitzt. Hier zuerst mit Olivenöl betupfen, dann die Zecke entfernen.
Inserat, lat., Bedeutung: Einsendung, Anzeige in der Tageszeitung, das wirkungsvollste Werbemittel. Familienänzeigen finden durch die Tageszeitung weite Verbreitung. Besonders günstig im Preis sind die erfolgreichen Kleinanzeigen bet Käufen, Verkäufen, Stellungsgesuchen usw.
Installateur, lat., Bedeutung: Einrichter, Handwerker, der die Anlage von Gas- und Wasser- leitungen besorgt und instand- setzt.
Instrument, Werkzeug zur Hervorbringung von Tönen. Man unterscheidet u. a. Saiteninstrumente, Holzinstrumente, Blechinstrumente und Schlagzeug.
Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon, bei dessen Fehlen Zuckerkrankheit entsteht. Das Insulin wird aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren hergestellt und ist das wichtigste Mittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit. Mutzvom Arzt in genau bestimmter Menge eingespritzt werden.
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Man nehme...
So fängt das Kuchenrezept an: Man nehme soundsoviel Gramm ... Sehr oft hängt von dem richtigen Quantum das Gelingen des Kuchens ab. Auch dazu — wie so oft im Haushalt — ist eine Küchenwaage notwendig. Eine reiche Auswahl in Küchenwaagen finden Sie bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146.
mann-Schmidt gelingen, den Titel im gemischten Achtkampf zu erringen?
Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Äuseck. Sleinbach I — 2I»en-Bufe<f 1 2:2 (0:0).
Am ersten Spielsonntag im neuen Spieljahr 1937/38 war Alten-Buseck mit seiner ersten und Jugendmannschaft zur Sportplatzeinweihung in Steinbach eingeladen. Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an und lieferten sich von Anjana bis zum Schluß ein spannendes Spiel. Alten- Buseck war technisch weitaus überlegen und konnte vorerst außer einigen Ecken nichts erreichen. Ein Tor für die Gäste wurde wegen Abseits nicht ge
geben, und einen weiteren Erfolg verhinderte die Latte. So ging es torlos in die Pause.
Nach der Halbzeit ging der Kampf im gleichen Tempo weiter, und Steinbach konnte das erste Tor erzielen. Die Gäste kämpften unverdrossen weiter, mußten aber noch ein zweites Tor hinnehmen. Die Gäste rissen sich noch einmal zusammen und konnten ihren ersten Treffer erzielen. Jetzt lief der Ball wie am Schnürchen, und die gegnerische Hintermannschaft hatte bange Minuten zu überstehen. Kurz vor Schluß fiel dann der längst verdiente Ausgleich.
Steinbad) Jugenb — Allen-Vuseck Fugend 0:4.
Hier war Alten-Busecks Jugend während des ganzen Spieles überlegen.
Kurze Sporiuotizen.
Beim Aachener Reitturnier wurde das 8d-Springen um den 'Preis des Reichskriegsministers in drei Abteilungen entschieden und erst im dritten Stichkampf von dem Belgier Ibrahim (Oblt. Mondron) mit 0 Fehlern vor dem ebenfalls für Belgien startenden Sidney (Beauduin) mit vier Fehlern gewonnen. Die Olympia-Siegerin Thora belegte den dritten Platz.
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Deutschland und H o ll a nd trennten sich beim Wasserballturnier um den Horthypokai in Budapest 1:1 (0:1) unentschieden. Frankreich schlug Oesterreich 3:2 (2:2) und Ungar» die Belgier 4:0.
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Unsere Studenten-Handballer für die Weltspiele in Paris schlugen in einem letzten Trainingsspiel am Mittwoch in Darmstadt den SV. 98 Darmstadt überlegen mit 17:8 (10:3).
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Schreiber-Blersch, die Frankfurter Radball-Weltmeister, zeigen am 18. September ihr Können in Manchester. Zusammen mit den Frankfurtern treten auch noch Kasseler Kunstreigen-Fahrer die Reise nach England an.
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Das Solitude-Rennen bei Stuttgart wird in Zukunft auf dem deutschen Motorradsport-Kalen
der nicht mehr zu finden sein, da sich die bisherige Strecke im Madenthal als ungeeignet erwiesen hat und die Neuanlage einer anderen Strecke nicht in Frage kommt.
A n der internationalen Geschwindigkeitstrophäe der FJCM. am 12. September in Monza werden sich auch die Deutschen Winkler und Kluge auf ihren 250-ccm-DKW., sowie Gall und Ley auf ihren BMW.-Kompressor- maschinen beteiligen.
Die Wasserballspiele um den Horthy- Pokal in Budapest wurden nach einem Ruhetag am Dienstag fortgesetzt. Deutschland gewann fein drittes Spiel — gegen Belgien — mit 4:3 (3:1), Holland jchlug Frankreich 4:2, und Ungarn bezwang die Oesterreicher hoch mit 9:2 (4:1).
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Kickers Offenbach schlugen in einem Fußball-Freundschastskampf am Dienstag auf dem „Biederer Berg" die Polizei Chemnitz nach gutem Spiel glatt mit 6:3 (1:0).
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Wieder geschlagen wurde der „Club" auf seiner Westdeutschlandreise. Die Nürnberger unterlagen diesmal Bor. Dortmund 2:3 (0:1).
Buntes Allerlei.
Wie den Vögeln der Tisch gedeckt wird.
Die fortschreitende Industrialisierung fügt unserer Vogelwelt schwere Schäden zu, und der Vogelschutz wird daher immer wichtiger, um diese für die Landwirtschaft so nützlichen Tiere zu erhalten. Die wichtigste Schutzmaßnahme des Winters ist die Frage der Fütterung. Solange der Boden noch offen ist, solange unter dem Laub noch Futter geholt und die Baumrinde auf Raupen und Eier untersucht werben kann, ist die Not der Vögel nicht so groß. Wenn aber die Nächte lang und kalt werben, wenn Eis und Schnee den Boden bedecken, dann beginnt ihr stiller Kampf ums Dasein, und dann muß die Fürsorge des Menschen den Vögeln über die nahrungsarme Zeit hinweghelfen. Die kalte Jahreszeit bringt der Vogelwelt schon an und für sich ungeheure Verluste, die dadurch verringert werden können, wenn , wir den Vögeln die Nahrungsbeschaffung erleichtern. Vor allem muß das Futter so gereicht werden, daß es gegen Regen und Zersetzung geschützt ist. Deshalb sind solche Futterstätten am besten, die durch ein Dach behütet werden. Vorzüglich bewährt hat sich die Futterglocke, bei der sich die Körner in einem großen Glasbehälter befinden, der unten in einen Teller mit aufgeklapptem Rand mündet. Die Vögel können vom Rand des Tellers aus das Futter fressen, und von oben rutschen stets so viel Körner nach, bis der Teller wieder bedeckt ist. Als Futter empfiehlt sich Hanfsamen. Im Walde wirb man am besten ein Futterhaus anbringen, eine bedachte, von allen Seiten offene Futterstelle, die gern von den Vögeln besucht wird. Auch der sogenannte Futterbaum ist im Wald brauchbar, wenn er so aufgestellt wird, daß auf dem Futter kein Schnee liegen bleibt. Man übergießt einen Nadelbaum mit einer Futtermischung, und zwar ist diese am besten folgendermaßen zusammengesetzt: 150 Gramm getrocknetes gemahlenes Weißbrot, 100 Gramm getrocknetes gemahlenes Fleisch, 200 Gramm Hanf, 100 Gramm gebrochenen Hanf, 100 Gramm Mohn, 50 Gramm Mohnmehl, 100 Gramm weiße Hirse, 50 Gramm Hafer, 50 Gramm getrocknete Holunderbeeren, 50 Gramm Ameisenpuppen. Diese 1000 Gramm Trockenfutter werden mit etwa 1400 Gramm Rinder- oder Hammeltalg gekocht und das Ganze heißflüssig über den Baum geschüttet. Eine wichtige Frage ist es auch, wann den Vögeln der Tisch gedeckt werden soll. Die Vögel haben bekanntlich einen raschen Stoffwechsel, der den Magen sehr schnell entleert. Während der Nacht nehmen sie aber naturgemäß keine Nahrung zu sich; finden sie am Morgen nicht gleich genügend Speise, so widersteht der durch die Nacht geschwächte Körper häufig der Kälte nicht, und die Tiere sterben. Kommen sie aber über die ersten Wintermorgenstunden hinweg, so sind sie für den Tag gerettet. Darum muß auch die Winterfütterung unbedingt am frühen Morgen einsetzen, und zwar mit Futter, das jeden Tag frisch gestreut wird. Wie rasch der Stoffwechsel der Vögel ist, zeigen Fütterungsversuche von Professor R ö h - r i g. Danach beträgt die tägliche Nahrungsmenge bei den kleinsten Vögeln 30 v. H. ihres Lebendgewichtes, bei Blaumeisen und Rotschwänzchen 20 bis 24, hei Drosseln 10 bis 12 v. H. Bei einem Versuch, der mit drei Sumpf-, einer Tannen-, einer Schwanzmeise und zwei Goldhähnchen mit einem Gesamtgewicht von nur 65 Gramm angestellt wurde, ergab sich ein täglicher Verbrauch von 1876 Raupen und Kieferspannern mit 97,55 Gramm Gewicht. Daraus sieht man, wie wichtig die Vögel zur Vernichtung des Ungeziefers find, und daß der Mensch nur im wohlverstandenen eigenen Interesse handelt, wenn er ihnen im Winter den Tisch deckt.
Geschichte eines Salamanders.
Die englischen Naturforscher warten geduldig auf ein Ereignis, das. wenn alles gut geht, erst in etwa 40 Jahren eintreten wird, auf das Ableben Sligos, des chinesischen Salamanders im Londoner Zoologischen Garten. Sligo ist, soweit man bis jetzt hat ermitteln können, ein Unikum, dem kein Salamander oder irgendein anderes Geschöpf gleicht. Unbekannt bleibt, wo er eigentlich geboren ist ober wer seine Eltern waren. Ebenso unbekannt ist die Geschichte feiner frühesten Jugend, ob feine Eltern, überrascht von seinem Aussehen und Erscheinen, ihn aus dem Schoß der Familie verstießen oder ob der arme kleine Geselle aus eigenem Antrieb sich selbständig machte. Doch gelang es ihm jedenfalls, irgendwie zum Wasser zu kommen, das für
Tiere seiner Art Lebensnotwendigkeit bedeutet. Er schlug sich durch eine einsame Kindheit hindurch, um schließlich ganz wühl und munter in einem verlassenen Entwässerungsgraben in Hongkong entdeckt zu werden. Don dort wurde er, da sein Kopf viel platter, fein Rumpf viel schwärzer und seine Gestalt viel kürzer war, als das sonst unter den Salamandern Mode ist, als eine neue Art etikettiert und nach dem Londoner Zoo gesandt. Das war vor acht Jahren, und während biejer Zeit ist kein anberer ©alamanber, ber Sligo gleicht, auf» gefunben worben. Da er also, wie es scheint, einzig in seiner Art in ber Welt basteht, so zieht er mehr unb mehr bie Aufmerksamkeit ber Wissenschaftler auf sich; verschiedene wissenschaftliche Körperschaften bewarben sich bereits bei ber Leitung bes Lon- boner Zoologischen Gartens um bie Erlaubnis, ibn nach feinem Tobe sezieren und untersuchen zu dürfen. „Na, da werden sie hübsch lange zu warten haben", sagte sein Wärter einem Besucher, „da er hier gut gedeiht und Salamander überhaupt langlebige Geschöpfe sind. Er wird wohl wenigstens noch 40 bis 50 Jahre in seinem Bassin verbringen — obwohl er natürlich auch hierin, wie in allen anderen Dingen, feinen Artgenossen unähnlich sein kann."
Sligo döste unterdessen friedlich vor sich hin am Grunde seines Bassins. Seit zwei Stunden geruhte er keinen Atemzug zu tun, und es werden noch drei Stunden vergehen, bis er sich an die Wasser- obersläche begibt, um dort seinen einzigen Mundvoll Luft zu sich zu nehmen, mit dem er den ganzen Nachmittag auskommt. „Komische Lungen hat er", erklärte sein Wärter, „er würde ja ein Vermögen damit verdienen, wenn er Mensch und Taucher wäre. Das heißt, wenn er sich überhaupt zum Arbeiten aufraffte, denn niemals sah man ein fauleres Geschöpf; kein bißchen Bewegung macht er sich — und wenn wir ihn nicht jede Woche einmal kitzeln würden, damit er aufsteht und frißt, dann würde er, glaube ich fast, selbst diese Mühe scheuen unb lieber hungern." C. K.
Vogelschuharbeit im Herbst.
Jeder, ber im Dienst bes Vogelschutzes tätig sein will, hat jetzt im Herbst wichtige Aufgaben zu erfüllen. Es ist, wie Dr. Haenel in ber Halbmonatsschrift „Der schöne Kleingarten" schreibt, zweckmäßig, Nistgeräte im Herbst aufzuhängen, möglichst noch vor Abfall bes Laubes, um bas Maß der Beschattung beurteilen zu können und den bei uns überwinternden Hauptschädlingsoertilgern, den Meisen, Uebernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Die geeignete Höhe über dem Boden beträgt für Meisen- niftfäften 2 bis 4 Meter. Die Flugöfjnung wird nach Südosten gerichtet und von Zweigen und berührenden Aesten freigehalten. Je freier der Ast' flug ist, desto eher wird das Gerät angenommen- die Höhle soll sich leicht nach vorn neigen, damit das Regenwasser nicht in das Flugloch laufen kann. Die Entfernung der Geräte voneinander beträgt im Obstgarten etwa 10 Meter. Handelt es sich im Obstgarten um eine Jungpflanzung, so schlägt man Pfähle in den Boden, die bis zur Krone der Bäumchen reichen, unb bringt hier bas Gerät an; sonst befestigt man es am besten an ben Bäumen. Die künstlichen Nistkästen bebürfen einer sorgfälligen Pflege, wenn sie ber Dogelwelt gute Dienste auf lange Jahre leisten sollen. Nicht selten stellen sich „Mieter" ein, an benen man keine Freube hat. Die Spatzen vertreiben gewalttätig jeben anberen Voael, ja, sie überbauen sogar Gelege unb Nesthocker ber Meisen. Das gleiche tun Wespen, Hummeln und Hornissen. Der Eierdieb Siebenschläfer bringt gegenbweise in großer Zahl in die Nisthöhlen ein, ein noch schlimmerer Einbringling ist bas Eichhörnchen. Lästig finb für den Vogel bie kleinen Quälgeister, bie er selbst in bie Brutstätten verpflanzt: Läuse, Flöhe, Milben. Dazu kommt, baß die meisten Höhlenbrüter auf bas alte Nest bei jeder Brut wieder ein neues darauf bauen, so daß bisweilen drei ober vier übereinanberstehenbe Nester den Brutraum vollstänbig ausfüllen. So braucht es nicht wunberzunehmen, wenn eines Tages bie früher besetzten Geräte nicht wieder bezogen werben. Da hilft nur fleißige Nachschau uno ganz grünbllche Reinigung. Deshalb barj es nicht versäumt werben, jebes Jahr im Herbst alles Genist aus sämtlichen Höhlen unb Kästen zu entfernen.


