Ausgabe 
19.6.1937
 
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Gukslnspekkor von Vandilen ermordet.

Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag

r i ch t s h o f in Berlin ernannt.

reichte.

Der Fall Weigel kann nicht geleuanel werden

Oer Mord bei Kloster Mariaiann

und

LuftschiffGraf Zeppelin" nach Frankfurt übergesührt

EAeumanns {pecs^ilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ühces Herzens, heumonns herz-hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen heilstoffen zu« sammengeseht.'Au haben in den Apotheken für R2R. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat.

Mitglieder hervorrief. Seitdem hatte Doumergue sich vollkommen von der Politik zurückgezogen.

fache der nicht wegzuleugnenden Geschehnisse schei­tern. Zunächst muß auffallen, daß dieses sogenannte Dementi so schnell auf die Veröffentlichung des DRB. erfolgt ist, daß eine wirklich ernstliche Ueberprüfung der erhobenen Anklagen schon rein technisch nicht möglich gewesen sein kann. Weiterhin entsteht die Frage, worauf sich dieses

Der Jugendführer des Deutschen Reiches empfing den Führer der italienischen Jugend, Staatssekretär Ricci, der ihm im Auftrage des Königs von Ita­lien und Kaisers von Aethiopien das Groß- kreuz vom St. Mauritius-Orden über-

Erst wenn der Mensch tot ist, erinnert man sich 'feiner Werte und Vorzüge. Das gilt in besonderem Maße für Gaston Doumergue. Man hatte ihn im aufgeregten und von politischen Leidenschaften durch­wühlten Frankreich fast vergessen, obwohl er erst vor ganz wenigen Jahren das Land vom Rande eines Bürgerkrieges wegriß. Man war ihm damals unendlich dankbar dafür. Doch dauernde Dankbar­keit gibt es im politischen Leben nicht. Heute aller­dings, wenige Stunden nach seinem Hinscheiden, steht einem jeden Franzosen das Bild dieses Man­nes vor Augen, heute weiß man auch, was Frank­reich sich hätte ersparen können, wenn parteipoliti­sches Intrigenspiel nicht triumphiert und Gaston Doumergue sein Werk der Wiederherstellung des inneren Ausgleichs hätte fortsetzen können. Es blieb ihm nicht erspart, zusehen zu müssen, wie sein Werk zerschlagen wurde und wie diejenigen, die ihm damals wegen einer Richtigkeit ein Bein stellten, sich heute in Zugeständnissen förmlich überstürzen, um ein Unglück aufzuhalten, das sie durch eigene Un­vorsichtigkeit heraufbeschworen haben.

In der Bromberger Gegend wurde auf einem Gut i Banditen ein Ueberfall ver-

Dementi denn gründet.

Es kann sich doch zweifellos nur auf die Aus­sage der an den Mißhandlungen unmittelbar beteiligten Polizeiorgane stützen. Daß diese aber die grauenhaften Folterungen, die sie gewissermaßen unter sich an dem wehr­losen Opfer begangen haben, ableugnen, ist wohl ohne weiteres anzunehmen. Gegenüber diesem Global-Dementi steht die detail­lierte und genaue Aussage über die angewandten Methoden, die unmöglich aus der Phantasie eines Menschen geboren fein können, sondern nur von einem in dieser Genauigkeit wiedergegeben werden können, der sie s e l b st

fördert und mit beispielloser Zuverlässigkeit und

Pünktlichkeit seinen ©ubamenfabienft durchgesuhrt | bVni*t w-azuleu-m-nden Ach

gen herausgeschmuggelt. Cremer und Kreutz erhielten je 8 Jahre Zuchthaus und sechs Jahre Ehrverlust, ferner Geldstrafen von 100 000 und 60 000 Mark und Wertersatzstrafen von 216 000 und 114 000 Mark. Ohrem wurde zu vier Jah­ren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust, 50 000 Mark Geldstrafe und 119 000 Mark Wertersatz, und Hoffmann zu anderthalb Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust, 50 000 Mark Geldstrafe und

Japan lehnt Kaliberbeschränkung für Schlachtschiffe ab.

Tokio, 19. Juni. (DRB. Funkspruch.) Der japa­nische Außenminister H i r o t a lehnte den amenka- nischen Vorschlag zur B e s ch r a n k u n g d e s G e - schutzkalibers der Großkampfschiffe auf 14 Zoll (35,55 Zentimeter) ab unter Hinweis auf den Standpunkt Japans während der Londoner Flot- tenkonferenz Anfang 1936. Japan lehnte damals

ein. Zu dieser Veranstaltung sind alle Schachspieler Hessen-Nassaus eingeladen. Zu Anfang dieses Gau­turniers spricht der Leiter der Deutschen Schachge­meinschaft, Reichskultursenator und Staatspreis­träger 1937 Chefdramaturg Friedrich Bethge über das ThemaDer Weg zum Volksschach".

Die Reichskhealerwoche in Essen.

Im Rahmen der Reichstheaterwoche brachten die Essener Städtischen Bühnen die szenisch wie kostümlich mit großem Geschick neuinszenierte OperetteG a s p a r o n e" von Karl Millöcker. Als auswärtige Gäste waren neben hervorragenden Essener Kräften Margarethe S l e z a k vom Deut­schen Opernhaus Berlin und Carla Spletter von der Berliner Staatsoper sowie der von Bühne und Film bekannte Harald Paulsen mit bester Wir­kung eingesetzt. Der Essener Städtische Musikdirek­tor Albert Bittner leitete den Abend sehr zügig und charaktervoll. Der Erfolg, an dem auch die Esse­ner Tanzgruppe mit einer Reihe prächtiger Tänze erheblichen Anteil hatte, war groß.

Folgenschwerer Felssturz in Oberitalien.

Im Seriana-Tal bei Bergamo ereignete sich in der Nähe des Ortes Verkova an der Strecke Ber­gamoClufone ein schwerer F e l s st u r z. Etwa 175 000 Kubikmeter Gesteinsmassen v er schütte - t e n die Tongrube eines Industrieunternehmens und einen Stollen, wobei zwei Arbeiter getötet wurden. Auch an einem Elektrizitätswerk und den Stromleitungen wurden Beschädigungen angerichtet. Das niedergegangene Gestein verlegte den Fluß­lauf des Serio, so daß ein Stausee von 500 Qua­dratmeter Fläche entstand.

Oie Narrenkappe.

Gutes Zeugnis.

Papa Wr angel und der Marschall Vor­wärts sind sich in zwei Dingen sehr ähnlich ge­wesen. Beide liebten es, ihre Briefe möglichst kurz abzufassen, und beide folgten darin einer eigen­artigen Rechtschreibung.

Ein besorgter Vater hatte an Blücher einen Brief folgenden Inhalts ins Feld geschrieben:Lieber Feldmarschall! Mein Sohn im 19. Regiment, 2. Kom­panie, hat seit Jahr und Tag nichts geschrieben und auch auf meinen letzten Brief nichts geantwor­tet. Lebt er noch, und ist er ein guter Soldat, Feld- rnarschall, dann bitte ich um ein paar Zeilen, lebt er aber nicht mehr, oder ist er ein schlechter Sol­dat, dann Feldmarschall, bloß die Worte:Euer Sohn ist ober war ein feiger Kerl!"

Blücher schrieb zurück:Euer Sohn früßt wie ein Scheunentrescher und ist einer unserer besten Jungen!"

hat. Das Luftschiff verließ Friedrichshafen um 17.15 Uhr und landete nach planmäßig verlaufener Fahrt um 20.31 Uhr auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main unter starker Teilnahme der Bevölkerung. Vorläufig bleibtGraf Zeppelin" auf dem Luftschiffhasen Rhein-Main in der Luftschiff Halle I, tue bis auf weiteres für Besichtigungen g e - sperrt bleiben muß. Später jedoch soll das Luft­schiff für Besichtigungen freigegeben werden, worüber Näheres noch bekanntgegeben wird.

Als das LuftschiffGraf Zeppelin" das Gebiet Rhein-Mam erreichte, sandte die Besatzung ein B e - grüßungstelegramm an Gauleiter Sprenger, der bei der Landung auch zugegen war. Nach beendigter Ueberführung in die Luftschiff- Halle begrüßte der Gauleiter die vor dem Luftschiff angetretene Mannschaft. Er führte aus: Die Ueber­führung des LuftschiffesGraf Zeppelin" gibt den Beweis dafür, daß die deutsche Zeppelinlustschlffsahrt nicht eingestellt ist. Alle großen Pläne über den Ausbau der Zeppelinluftschiff-Fahrt werden Ge­stalt gewinnen. Die Siedlung der Zeppelin­reederei, das Luftschiffheim wird mit unverminder­ter Tatkraft weitergebaut, sobald alle Angehörigen der Reederei ihr Heim in der Nähe des Luftschiff­hafens erhalten können. Direktor Issel ver­sprach vollen Einsatz aller Kräfte' für die Weiterfüh­rung der Zeppelinluftschiff-Fahrt.

die Aufrechterhaltung der alten bis 1936 geltenden Flottenoerträge und die Fortsetzung der Beschrän­kungen im Bauprogramm ab und forderte dagegen die Anerkennung der Gleichheit Der japanischen Flottenstärke mit denjenigen Englands und Amerikas. Hirota erklärte, daß Japan zur Be­schränkung bereit sei, falls diese sich auf die gleich­mäßige Abrüstung aller Offensiv­waffen erstrecke. Japan stehe auf dem Stand­punkt, daß jede quantitative Abrüstung auch von qualitativer begleitet sein müsse. Daher entspräche eine bloße Beschränkung des Geschützkalibers nicht den japanischen Grundsätzen.

Kleine politische Nachrichten

Im Auftrage der Internationalen Bruckner- Gesellschaft überreichte der Präsident der Reichs­musikkammer Prof. Dr. Raabe Reichsminister Dr. Goebbels die Bruckner-Ehrenme­daille in besonderer Anerkennung der Verdienste des Ministers um Anton Bruckner und dessen Werke.

Das LuftschiffGraf Zeppelin", das seit der Rück­kehr von seiner letzten Südamerikafahrt in einer Halle des Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichs­hafen gelegen hatte, wurde am Freitag, 18. Juni, unter der Führung von Kapitäft Witte mann nach Frankfurt a. M übergeführt. An Bord befand sich vollzählig die altbewährte Stammbesat­zung des Luftschiffes, das in feinen acht Betriebs­jahren auf fast 600 Fahrten über 1,65 Millionen Kilometer zurückgelegt, über 13 000 Fahrgäste be-

Jeber den bereits gemeldeten grausigen Mord beim Kloster Mariatann in Unterkirnach (Schwarz­wald), einer Niederlassung der Schulbrüder Johan­nis von Lasalle, die ihren Hauptsitz in Rom haben, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Mörder ist der l^/sjährige Klosterschüler Peter Vogel- gelang, gebürtig aus Lötzen in Ostpreußen, der ich in den letzten Wochen im Dillinger Krankenhaus befand. Hier hatte sich Vogelgesang unbemerkt 3um Kloster entfernt, wo er sich um Mitternacht einschlich und in den Schlafsaal vordrang. Der Mörder weckte ein Opfer, den 13 Jahre glten Zögling Otto M i t - termener aus Rodalben in der Rheinpfalz, dem er sich schon früher unsittlich genähert hatte, und lockte es unter Drohungen in den nahen Wald. Dort wurde Mittermeyer, der nur Hemd und Turnhose trug, von Vogelgesang gewaltsam entkleidet, dann an einen Baum gebunden urtb mit Zweigen sowie mit einem Gürtel mißhandelt. Schließlich legte der Mörder den armen Knaben über gefällte Baum­stämme, um dann, nachdem er ihn gekreuzigt hatte, blindlings mit einem Taschenmesser auf das Opfer einzustechen. 27 Stiche wurden am Körper des Jun­gen festgestellt. Der Mörder ist geständig. Er erklärt, daß er sich bei Ausführung des Verbrechens, das in der Bevölkerung große Erregung hervorrief, in einem sexuellen Rauschzustand befunden habe. Blut­spuren weisen darauf hin, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden hat.

Nur mit Abscheu und Ekel wird man die gräß­lichen Einzelheiten der Mordtat beim Kloster Ma­riatann im Schwarzwald lesen können. Der Fall gibt Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Ent­schuldigung katholischer Kirchenbehörden, es handele ich bei den in letzter Zeit bekannt gewordenen, zahlreichen scheußlichen Verbrechen um Einzelfalle, durch die Tatsachen widerlegt wird. Im Gegenteil liegt die Auffassung nahe, daß nur verhältnismäßig wenige solcher Fälle bekannt werden, weil der von den kirchlichen Kreisen ausgeübte Druck vielfach die Aufdeckung und Ahndung derartiger Vergehen und Verbrechen verhindert.

Zuchthausstrafen fürOevifenverbrechen von katholischen Ordenögeistlicher.

Berlin, 18.Juni. (DRB.) Das Berliner Son­dergericht hatte sich mit einem Nachspiel zu dem großen Devisenprozetz gegen Angehörige des Redemptoristen-Ordens aus dem Herbst 1935 zu beschäftigen. Damals war der größte Tell der neun angeklagten Ordensgeistlichen wegen umfangreicher Devisenschiebungen zu Zuchthausstrafen verurteilt worden. Die Hauptdrahtzieher des volksfchadigen- den Unternehmens saßen wohlgeborgen i m Aus- lande, so Joseph Cremer in Luxemburg, Jo­seph Kreutz und Joseph O h r e m in Waals (Hol­land). Kreutz war Pater Provinzial der Ordens- prooinz der Redemptoristen in Bonn Sem Gegen­spieler auf holländischer Seite war Cremer als Pa- ter Rector des Redemptoristenklosters in Waals. Zur Durchführung ihrer Schiebungen, durch die der deutschen Volkswirtschaft ein Schaden von etwa 400 000 Mark verursacht wurde, bedienten sie sich des jetzt 39jährigen Friedrich Hoffmann, der nachträglich gefaßt werden konnte. Mit ihm zu­sammen wurden im Abwesenheitsverfahren auch die drei Ordensgeistlichen abgeurteilt. Hoffmann führte riesige Effektenschiebungen für den Redemptoristen- : orben durch, indem er die aus dem Auslande herein- geschmuggelten, zu niedrigen Kursen aufgekauften i deutschen Wertpapiere mit großem Gewinn an deut- - scheu Börsen verkaufte. Der Gewinn wurde dann , wieder nach den ausländischen Ordensniederlassun-

erlebt hat. Der Bericht des Gefolterten ent­hält überdies f o präzise Angaben von Ort und Zeit und selbst von Personen, daß es einer objektiven Untersuchung nicht schwer fallen würde, den Hergang in allen seinen Einzelheiten wieder zu rekonstruieren.

Im übrigen ist dies nicht der erste Fall von Mißhandlungen Reichsdeutscher in tschechischen Polizeigefängnissen. Die Berichte aller dieser Opfer stimmen aber, obwohl sie zeitlich und persönlich in gar keinem Zusammenhang stehen, fast völlig u b e re in, so daß schon auf Grund dieser Tat­sache allein an der Wirklichkeit dieses unmensch­lichen Verfahrens nicht gezweifelt werden kann.

Das tschechische Pressebüro glaubt nun einen be­sonderen Beweis für die Unrichtigkeit der Be­hauptungen darin erblicken zu können, daß der Weigel, gegen die Mißhandlungen keine Be­schwerde erhoben hätte. Man kann es Herrn Weigel durchaus nachempfinden, daß er nach diesen ungeheuerlichen Qualen, denen er ausgesetzt gewesen ist, diesen Polizeiorganen nicht die Veranlassung geben wollte, diese Quälereien noch f o r 13 u = setzen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine Beschwerde ihm nicht nur nichts genutzt, sondern ihn nur noch neuen schweren F 0 lterun - gen ausgesetzt hätte. Wenn man sich von deutscher Seite entschlossen hat, so schwere Anklagen gegen die tschechische Polizei vor aller Oeffentlichkeit zu erheben, so geschah das in der Ueberzeugung, daß diese Anklagen auf Grund d e r genauesten Ueberprüfung und sorgfältig st en E r - mittlun gen in jeder Einzelheit d e r Wahr- heit entsprechen und andere Möglichkeiten, diesen Ungeheuerlichkeiten ein Ende zu bereiten, zu­nächst nicht mehr zu bestehen schienen.

lungen kurzerhand in Abrede ge {teilt wer­den. Wenn auch von tschechischer Seite der Versuch begreiflich erscheint, sich von den schweren Anklagen, die in der ganzen Kulturwelt den empörendsten Eindruck über die in der Tschechoslowakei üblichen Polizeimethoden hervorgerufen haben, reinzuwaschen, - - ' an Der Tat-

Zwlschen Kant und den Banditen ist es zu einem schweren Kampf gekom­men, in dessen Verlauf Kant zwei Brustschüsse und einen Bauchschuß erhielt, an denen er später ver -

Wetterbericht

de» Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt

Der fast alljährlich um Mitte Juni einsetzende Kälterückfall hat den Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten. Immerhin brachte die Nacht zum Samstag, unterstützt durch Einstrahlung, krästige Abkühlung, die vielerorts die Temperaturen bis un­ter plus 5 Grad absinken ließen. Die Abkühlung der letzten Zeit gegen den wärmsten Tag der vergange­nen Hitzeperiode betrug in den Mittagswerten bis zu 20 Grad, im Tagesdurchschnitt bis zu 13 Grad. Die Großwetterlage befindet sich wohl in Umge­staltung, die langsam fortschreitende Erwärmung wird noch keineswegs beständiges Schönwetter bringen.

Aussichten für Sonntag: Veränderung und Neigung zu einzelnen Regenfällen, tagsüber nur mäßig warm, meist südliche und westliche Winde.

Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 16,7 Grad Celsius, am 18. Juni: abends 11,7 Grad, am 19. Juni: morgens 9,6 Grad, Maximum 16,9 Grad, Mini­mum 6,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 19 Grad, am 19. Juni: mor­gens 13,9 Grad, Sonnenscheindauer 6,8 Stunden.

Berlin, 18. Juni. (DNB.) Das tschecho­slowakische Pressebüro hat sich bemüßigt gesehen, auf die durch das DNB. veröffentlichte Aussage des Reichsdeutschen Weigel über die grauenhafte und menschenunwürdige Behandlung, die er während feines Verhörs im Prager Polizei­präsidium hat erleben müssen, eine Gegener­klärung zu veröffentlichen, in der die Mißhand-

N 'iionalpolitische Erziehung

Einsatz von Jungmannen im Bergbau.

Herne, 18. Juni. (DNB.) Im Hauptverwal­tungsgebäude der Bergwerksgesellschaft Hibernia fand eine Pressebesprechung statt, bei der Der Be- auftragte für den Ruhreinsatz,SS.-Standartenführer Pg. Z i m m e r m a n n, einen Ueberdlick über den erst­maligen Einsatz von Jungmannen der na t'ionalpoli tischen Erziehungsan­stalten (NPEA.) als Bergarbeiter im Ruhrge­biet gab.

Die 1933 vom Reichsminister Rust ins Leben ge­rufenen Anstalten umfassen gleich den höheren Lehr- anftalten acht Klaffen. Ihr Ziel ist die forgfalhge Erziehung einer charakterlich, geistig und körperlich auserlesenen Jugend auf soldatisch-kameradschaft­licher Grundlage zu führungsfreudigen Männern von größter Leistungsfähigkeit und echter nanonah soziallstischer Gesinnung. Die Auslese wird streng Durchgeführt, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage der Eltern. Die Anstalten nehmen Söhne aller schaffenden Stände auf. Auf ein familiär-herzliches Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft wird besonderer Wert gelegt. Jeder Drill ist verpönt. In jedem Jahr findet eine dreitägige F r u h - jahrsübung statt. Außerdem kommen die An­stalten alljährlich zu einem großen Treffen zu­sammen, bei dem die Jungmannen die Möglichkeit Haden, zwölf Tage hindurch in sportlichen und an­deren Wettkämpfen ihre Kräfte zu messen und die Pflege soldatischer Manneszucht unter Beweis zu stellen. Durch In- und Auslandsfahrten, Landdlenft und Bergwerkseinsatz erhalten sie weiter Gelegen­heit, ihren Gesichtskreis zu erweitern und w'.t Den schaffenden Volksgenossen in engere Berührung zu kommen. . .. , ,. ,

Besondere Bedeutung kommt in dieser Hinsicht dem Bergwerk seins atz zu. Der Jungmann soll Achtung vor dem Berus des Bergmannes ge­winnen, gleichzeittg aber auch als Mitglied Der Familie des Bergmannes leben und so die Lebens­bedingungen im Bergbau kennenlernen. Bereits 1936 haben Jungmannen der Anstalt Spa n d a u einige Wochen auf westfälischen Zechen gearbeitet. Zur Zeit sind rund 174 Jungmannen und neun Erzieher der Anstalten Ploen, Spandau, Köslin, Bensberg und Stuhm zu achtwochiger Tätigkeit eingesetzt. Sie arbeiten drei Wochen über Tage und fünf Wochen unter Tage. Die 15jährigen werden nur über Tage beschäftigt. Der Tagelohn bewegt sich zwischen 2 Mark und 3,54 Mark. Bisher wurden im Ruhrgebiet 20 000 Mark an Lohnen für Jung­mannen ausgezahlt, die zum größten Teil wieder den Bergarbeiterfamilien, bei denen oie Juna- mannen in vorbildlicher Weise untergebracht sind, zugute kommen. Als Abschluß findet eine Rhein- sahrt aller Jungmannen und Erzieher statt, an der neben der Leitung der Werke die DAF die HI., Betriebsführer, Ausbildungsleiter und Berg­arbeiter teilnehmen werden.

119 00 Mark Wertersatz verurteilt.

eittlichkeitsverbrechen eines Klosterlehrers.

Koblenz, 18. Juni. (DNB.) Vor der Dritten* Großen Strafkammer des Landgerichtes Koblenz hatte sich der 42jährige Franziskanerbruder F r re­de b e r t (Paul Hohmann) aus der Ordensnieder­lassung Wildmiel zu verantworten. Die Anklage warf ihm 23 Fälle vor, in Denen er als Lehrer und Erzieher an minderjährigen Schülern und Zöglingen unzüchttge Handlungen begangen hat. Hohmann war im Alter von 14 Jahren bei der Ordensniederlassung in Kreuznach eingetreten, hat den Weltkrieg mitgemacht, wurde mehrfach verwun­det und geriet in englische Gefangenschaft. Um so trauriger ist es, wie der Vorsitzende betonte, daß ein Mann, der tapfer für sein Vaterland gekämpft und geblutet hat, schließlich von der Klosterpest an­gesteckt wurde und sich in unverantwortlicher Weise an der deutschen Jugend verging. Trotz der über­einstimmenden, bis ins einzelne gehenden Aussagen seiner Opfer, von den 20 als Zeugen vor dem Richtertisch standen, und trotz der Bestätigung des Tatbestandes durch den Schulleiter Bruder Hadrian, leugnet der Angeklagte hartnäckig und be­hauptete, die Schüler seien eine Massensuggestion unterlegen. Das Gericht verurteilte den Angeklag­ten zu vier Jahren Zuchthaus und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für die gleiche Dauer ab. Der Vorsitzende erklärte, mildernde Um­stände hätten einem solchen Jugendverderber, ange­sichts der Fülle der Straftaten, nicht zugebilligt werden können. Er habe sich durch sein Verhallen selbst aus der deutschen Volksgemeinschaft ausge- schlossen. Der Angeklagte nahm im Gegensatz zu feinen vorausgegangenen Unschuldsbeteuerungen das Urteil sofort an.

Aus aller Wett.

Explosion in einer Duisburger Brauerei.

In der König-Brauerei AG. in Duisburg-Beeck ereignete sich eine Explosion, die einen Teil der Baulichkeiten zerstörte und durch die Gewalt des Luftdruckes die umliegenden Häuser beschädigte. Bei der Explosion flog zuerst der untere der beiden übereinander liegenden Kessel in die Luft und nahm den oberen Kessel mit. Glühende Kohlen wurden emporgeschleudert und verursachten in den Nach­barhäusern kleinere Brände, die von den Haus­bewohnern gelöscht werden konnten. Es regnete Steintrümmer und Eisenteile auf die benachbarten Straßen, wodurch eine Frau und zwei Kinder leicht verletzt wurden. Da die Straßen zur Zeit der Explosion fast menschenleer waren, wurde größeres Unheil vermieden. Als ein Glück ist es zu bezeichnen, daß Die Belegschaft sich nicht in den ge­fährdeten Räumen befand, sondern zur Löhnung angetreten war. Vor dem Kessel befanden sich nur zwei Heizer, Die mit nicht lebensgefährlichen Ver­letzungen geborgen werden konnten. Unter den Trümmern, mit deren Wegräumen Die Technische Nothilfe beschäftigt ist, befindet sich dagegen noch der Braumeister.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für Den Inhalt Der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. V. 37: 9326, Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch» und Steindruckerei R Lange, K-G, sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Psi mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Psi. mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

starb.

Paul-rNorphy-Gedächlnis-Turnier.

Vor 100 Jahren, am 22. Juni 1837, wurde in New Orleans (USA.) Paul Morphy geboren. Er gab dem Schachspiel einen ungeheueren Auftrieb und fand viele neue Eröffnungen, die auch heute noch für den Schachspieler wertvoll sind. Die Deutsche ^chachgemeinschaft, Gaugruppe Hessen-Nasiau. ver- anftaltet aus diesem Anlaß am 27 Juni in Frank­furt im Volksbildungsheim ein Paul-Morph y- Gedächtnis-Turnier. Es handelt sich um ein Schnellpartie-Turnier, Das in Drei Stärkegrup­pen gespielt wird. Die Spieler schätzen sich selbst

Amtlich wird in Moskau bekanntgegeben, daß durch Verordnung Des Präsidiums Des Zentral- exkutivkomitees Der Sowjetunion Der bisherige sow­jetrussische Botschafter in Japan Konstantin Kon­stantinowitsch Jurenew zum Boi schäft er der Sowjetunion in Berlin ernannt worden ist.

des Reichsministers der Justiz Dr. Gärtner den _________

Generalstaatsanwalt S rett le in Karlsruhe ßum bei Schubin von ..... -

Oberreichsanwalt beim Reichsgericht übt, bei dem der deutschstämmige Gutsinspektor Paul in Leipzig und den Generalstaatsanwalt PareyAant ums Leben kam. Xrt~

in Celle zum Reichsanwalt am Volksge-