bau der Genfer Liga eine
' politischen Realitäten nicht
um die
Frieden i Äuffassunl
Illusion ist, die den ftandzuhalten vermag.
Wann sind Mietsenkungen oder Mieterhöhungen zulässig? Ein Runderlaß des Reichskommissars für die Preisbildung
London erwartet japanische Aktion in Süd-Wim llmfaffende SicherungSmahnahmen für die britische Kronkolonie Hongkong.
, ------ Jerftänbigung über den Ge
samtkomplex der mitteleuropäischen Fragen zu sondieren, deren Kern das Verhältnis zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei ist, also d i e Prager M i n d e r h e i t e n p o l i t i k. In der britischen Presse waren sehr deutliche Warnungen an die Tschechen, den Bogen, üicht zu Überspannen und durch anständige Behandlung der Sudetendeutschen den Beitrag zum Frieden zu leisten, den man von der Tschechoslowakei erwarte.
krwünschen einen dauerhastenFrieden"
Oer kriegsblinde französische Frontkämpfer Erarpini sprach in Berlin.
Ein Korruptionssumpf der Gystemzeit
Umfangreicher Bestechungsprozeß in Koblenz.
wie sie Moskau sich im Richteinmischungsausschuß erlaubt, in Kauf nehmen zu müssen meint.
Diese einseitige Verlagerung des politischen Einflusses in Genf werden die kleineren Staaten nach dem formellen Ausscheiden Italiens noch mehr zu spüren bekommen, als bisher schon. Und es ist kein Wunder, daß man sich jetzt schon in Bern und Brüssel, wo die Lage des Landes inmitten der Großmächte die Sicherstellung der politischen Unabhängigkeit von besonderer Tragweite ist, besorgt fragt, ob bei der einseitig verschobenen Mächtekonstellation in der Genfer Liga diese den in ihr ver-
Bereicherung in Ansprüche nahmen, geht aus der Feststellung hervor, daß von 1,5 Millionen Mark, die als Entschädigung für entstandene Besatzungsschäden vom Reich nach Koblenz gezahlt wurden, dem Reich nicht mehr als 14 000 Mark auf Reparationszahlungen angerechnet worden sind. Dabei hat allein der Angeklagte John 21 600 Mark Bestechungsgelder erhalten. Als der Jude Meyer 1924 das Hotel „Continental" in Koblenz übernahm, schloß John dicke Freundschaft mit ihm. John bekam von dem damaligen Leiter der Krabbenschen Druckerei in Koblenz, D u ck w i tz , im Laufe der Jahre 9000 Mark. Außerdem erhielt er von Müller im Zusammenhang mit Besatzungsschäden-Ange- legenheiten 3000 Mark und von Meyer ebenfalls 3000 Mark. Der Jude Meyer hatte sich als Pächter des Hotels „Continental" ausgegeben und 40 000 Mark Entschädigung in seine eigene Tasche gesteckt, obwohl er nur Verwalter der Erbengemeinschast war, in deren Besitz sich das Hotel zunächst noch befand. Als er 1924 das Hotel übernahm, stellte er einen weiteren Entschädigungsantrag von 11 000 Mark, von dem die Feststellungsbehörde jedoch nur 2780 Mark als berechtigt anerkannte. Auch in diesem Fall will Meyer „nicht genau unterrichtet" gewesen sein, während das Vorverfahren ergeben hatte, daß er über alle Einzelheiten im Bilde'war.
r u n g e n durchgeführt hat oder durch Neueinführung oder Erhöhung von Gebühren belastet wird. Daneben können aber auch Miterhöhun- gen zum Ausgleich sogenannter Krisenmieten erforderlich werden, die seit dem 1. Januar 1932 infolge der Wirtschaftskrise und des außerordentlichen Kündigungsrechts wesentlich ermäßigt worden sind. Die Beibehaltung solcher Kriesenmieten kann vielfach ohne Gefährdung der Wirtschaftlichkeit des Hauses den Vermietern nicht zugemutet werden, sie würde auch für den augenblicklichen Mieter gegenüber anderen Mietern eine nicht gerechtfertigte Besserstellung bedeuten. Der Erlaß sieht vor, daß Erhöhungen, die 10 v. H. der bisherigen Miete übersteigen, nur in Abständen von einem halben Jähr vorgenommen werden dürfen. — Auch bei Mieten und Pachten für Geschäftsräume können die Preisoildungsbehörden Erhöhungen und" Ermäßigungen vornehmen. Aber in allen Fällen sind die Industrie- und Handelskammern oder die Handwerkskammern zu hören. Unzulässig sind besondere Mietsicherheiten, Umzugsbeihilfen oder Abstandssummen, wobei es gleichgültig ist, ob die Forderung vom Vermieter oder dem bisherigen Wohnungsinhaber erhoben wird. Ebenso wird es für unzulässig erklärt, Instandsetzungskosten, die bisher der Vermieter getragen Ehat, auf den Mieter ohne entsprechende Mietsenkung abzuwälzen. Auch sind Kündigungen verboten, wenn sie unmittelbar den Zweck haben, aus einer Neuvermietung wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.
Oelbos in Prag.
„Völlige Uebereinstimmung der Ansichten^,
Prag, 18. Dez. (DNB.) lieber die Besprechungen des französischen Außenministers Delbos wurde eine Verlautbarung ausgegeben, in der die völlige Uebereinstimmung der Ansichten in sämtlichen Fragen festgestellt wird. Die Politik beider Staaten, die durch grundlegende Prinzipien beherrscht werde, bleibe diesen gemeinsamen Prinzipien treu, die sich bereits bewährt hätten und keine Möglichkeit der.Versöhnung ausschlössen. Diese Uebereinstimmung trete insbesondere in der gemeinsamen Zuneigung der Tschechoslowakei und Frankreichs zur Genfer Entente zutage. Beide Länder sind a^ch fernerhin überzeugt, daß der Frieden Europas und die Sicherheit der Völkex wirksam., nur durch eine allgemeine Zusammenarbeit erreicht werden können, die die Achtung vor den Rechten und Pflichten jedes Staates zum Inhalt hat. Beide Regierungen sind in ihrer Sorge um die Erhaltung des Friedens Europas bereit, jede Aktion zu unterstützen, die die Annäherung mit allen Nachbarländern erleichtern könnte. Beide Regierungen sind überzeugt, daß die bestehenden Verpflichtungen kein Hindernis für eine derartige Annäherung bilden, die vom politischen und wirtschaftlichen Standpunkt für alle interessierten Staaten und für ganz Europa vorteilhaft wäre.
Italienische Ehrung für den Gauleiter.
NSG. Frankfurt a. M, 17. De,z. Dem Gauleiter wurden gestern abend durch den italienischen Generalkonsul Marchese Ferrante di R u f f a n o die Insignien eines Großoffiziers (Verdienstkreuz mit Stern) des Ordens der Krone Italiens überreicht.
Kleine politische Rachrichten.
Der Führer empfing in Anwesenheit des Stabschefs Lutze in der Reichskanzlei 65 Nachwuchsführer der SA., die nach Abschluß einer halbjährigen Ausbildungszeit auf der Reichs- fphrerschule in München zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin eingetroffen waren. In einer kurzen Ansprache gab der Führer den jungen SA.- Männern die besten Wünsche für ihre so wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe mit auf den Weg.
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Der Führer und Reichskanzler empfing ben Vorsitzenden bes Comite France-Allemagne, ben Kriegsblinden Georges Scapini, zu einer längeren persönlichen Unterhaltung.
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Das vorläufige Ergebnis bcr zweiten Reichs- straßensammlung im biesjährigen Winterhilfswerk beträgt 4 020 808,49 Mark. Das Ergebnis des gleichen Monats aus dem Vorjahr belief sich auf 3 941 860,48 Mark. Das bedeutet eine weitere Steigerung der Spendenfreudigkeit.
bleibenden kleineren Mitgliedern überhaupt noch die Einhaltung einer wahrhaft unabhängige;, Politik nach allen Seiten hin gestattet. Selbstverständlich und mit vollem Recht tauchen denn auch in diesem Zusammenhang die alten Befürchtungen auf, daß die im Artikel 16 des Genfer Statuts festgelegten Sanktionsoerpflichtungen und das Durchmarschrecht unter der Regie der jetzt in Genf allein maßgeblichen Mächtearuppe die kleineren Länder in die schwersten Konflikte ■ zwischen ihren BundesverpflichLungen und ihren eigenen Interessen treiben müssen.
Verständnisse, die in der öffentlichen Meinung bestünden, zu beseitigen. Frankreich sei ausgeglichener, vernünftiger, be- ständiger und einiger, als seine inneren Streitigkeiten, von außen gesehen, es vermuten lassen. Der Gedanke einer Verständigung mit Deutschland sei in allen Schichten des französischen Volkes weit fortgeschritten. „Wir wissen, daß ein Konflikt zwischen unseren beiden Ländern eine große Katastrophe wäre. Wir sind Frontkämpfer, wir sind nicht feige. Aber wir kennen b e^i Krieg, unb mir wollen nicht, baß unsere Kin- b e r basfelbe erleiben müssen. Darum wünschen wir einen dauerhaften Frieden zwischen unseren beiden Völkern."
Anschließend an seinen Vortrag begab sich Scar- pini zu einem Kameradschaftsabend der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung im „Clou", wo er von Reichskriegsopferführer Oberlind - ober begrüßt wurde unb ben 3500 ehemaligen Frontkämpfern ber Reichshauptstadt die Grüße ihrer französischen Kameraben überbrachte.
feiten der Chinesen eine internationale Fliegerformation kämpfe. Sie seien 20 Mann, meist Amerikaner. Vor kurzem seien dazu 50 sowjetrussische Flugzeuge mit ihren Piloten in China eingetroffen. Er nehme an, daß sie von den Sowjets ihr Gehalt bezögen. Man erwarte, daß Sowjetrußland noch weitere Flugzeuge schicken werde.
Verdrehungen.
Berlin, 17. Dez. (DNB.) Bei der Schilderung der Zwischenfälle auf dem Jangtse hatten einige deutsche Zeitungen auf das Risiko hingewiesen, dem sich ausländische Kriegsfahrzeuge aussetzen, die sich in 'die Gefahrenzonen begeben. Diese Ausführungen nahmen englische Blätter zum Anlaß einer Polemik und kommen, dabei zu Schlußfolgerungen, die von mehreren' Berliner Blättern energisch zurückgewiesen werden. Der „Völkische Beobachter" wendet sich vor allem gegeh die Stellungnahme der „Daily News". Das Blatt meint, Deutschland habe ja in den spanischen Gewässern eine ähnliche Rolle gespielt wie die englischen und amerikanischen Kriegsschiffe in China. In Spanien sei dann das Panzerschiff „Deutschland" eines Tages bombardiert worden; Deutschland habe allerdings sofort zu Gegenmaßnahmen gegriffen unb ben Ort Almeria beschossen. Die deutschen Kriegsschiffe hielten sich in Erfüllung jener internationalen Verpflichtungen in den spanischen Gewässern auf, die die Reichsregierung im Verlauf der Nichteinmischungspolitik übernommen hatte. Das Panzerschiff „Deutschland" verkörperte in sich die Würbe jener Friedenspolitik,für die man doch T sonst in London so weitgehendes Verständnis äußert. Als der Angriff auf die „Deutschland" erfolgte, war das Schiff von den eigentlichen Kampfgebieten weit entfernt. Es war nicht etwa zwischen die kämpfenden Parteien geraten, wobei Treffer trotz der Flagge einer neutralen Macht wohl hätten in Kauf genommen werden müssen, sondern es wurde von den bolschewistischen Bombern in seinem Ruhehafen aufgesucht, und dort wurde dann der Angriff auf das Panzerschiff durchgeführt.
Der „Berliner L o k a l a n z e i g e r" sagt: Es hieße, der englischen und amerikanischen Presse auf das Glatteis ihrer falschen Argumente und hämischen Vergleiche folgen, wollten wir die Diskussion mit sachlichen Ueberlegungen fortsetzen. Es lag ihr ja nur wieder daran, Deutschland einen Hieb z u versetzen, zugleich die wirkliche Lage zu verschleiern und bestimmten ohnmächtigen Wut- 'gefühlen einen Blitzableiter zu geben. Daß dabei in der übelsten Weise der tragisch-blutige Zwiscben- fall mit der „Deutschland" herhalten muß, bei Dem deutsche Seeleute sich im Interesse des Friedens, also auch Englands und Amerikas, opfern mußten, das macht diese Angelegenheit zu einer geschmacklosen Gemeinheit. -
Berlin, 17. Dez. (DNB.) Durch einen Runderlaß hat der Reicbskommissar für die Preisbildung Vorschriften über die Durchführung volkswirtschaftlich notwendiger Mietsenkungen und Mieterhöhungen getroffen. Bei Altbauten soll ein Mietzins insoweit als volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigt angesehen werden, als er die gesetzliche Miete übersteigt. Wenn also ein Mieter ben Antrag stellt, ben Mietzins auf die gesetzliche Miete zu ermäßigen, so sollen die Preis- bildungsbehörden einem solchen Anträge grundsätzlich statt geb en. Bei den Neubauten soll von der bei ber erstmaligen Vermietung vereinbarten Miete ausaegangen werden. Die Miete ist aus Antrag des Mieters in dem Ausmaß zu ermäßigen, als der Hauseigentümer durch die in den letzten Jahren vorgenommenen Zinssenkungen entlastet worden ist. — Der Erlaß sieht die Möglichkeit einer Mietsenkung auch bann vor, wenn bereits bie erstmalig vereinbarte Miete als überhöht anzusehen war und verweist dabei insbesondere auf die durch Umbau ober Wohnungsteilung gewonnenen Wohnungen, bei denen insbesondere in den Großstädten teilweise Mieten geforbert werben, die achlich in keiner Weise zu rechtfertigen sind.
Der Reichskommissar verkennt anderseits nicht, daß in manchen Fällen auch eine Erhöhung ber Miete erfvrberlich werben kann. Wenn die Benutzungsart derart geändert wird, daß für den Vermieter eine erhebliche Mehrbelastung ent- teht oder ber Vermieter bauliche Derbeffe -
Lonbon, 17. Dez. (DNB.) Nachrichten aus bem Fernen Osten, wonach Japan sich zu größeren militärischen Operationen in Sübchina vorbereite unb die an Britisch -Hongkong grenzenbe Provinz K w a n t u n g anzugreifen beabsichtige, finben in ben Lonboner Blättern größte Beachtung. Die Blätter weisen in großen Schlagzeilen auf die S i = cherungs maßnahmen hin, die die britische Kronkolonie in Erwartung des japanischen Vormarsches trifft. Die ganze Grenze von Hongkong wird verstärkt. Britische Truppen sind zur Errichtung von fünf Beobachtungsstationen an verschiedenen strategischen Punkten der Grenze entlang eingesetzt worden. Weiter soll Hongkong meilenweit durch Stacheldrahtverhaue geschützt werden. Das 5. unb 6. Bataillon ber Raj- putana-Scharfschützen hat Befehl erhalten, sich zur Besetzung b?r Beobachtungsstationen bereitzuhalten. Tausende von Bürgern aus Hongkong sind mit Gasmasken ausgestattet und arbeiten an bombensicheren Unterkunftsräumen für den Fall, daß japanische Fliegerbomben auf die Stadt fallen.
„Evening Standard" berichtet, eine starke ja« panische Kreuzer- und Zerstörerflotte habe Hongkong vergangene Nacht in der Richtung der Kwantungküste passiert. Sechs japanische. Kriegsschiffe hätten bereits Truppen in der Pinghai-Bucht gelandet. Die Hauptstreitkraft ber japanischen Flotte bewege sich zwischen Hainan und Tinpei, in der Nähe des Perl- flußdeltas. Hier habe man 17 Schiffe gezählt. Die Japaner sollen die Insel Chekkai südwestlich von Hongkong besetzt haben unb einen großen Luftangriff auf Kanton burchgeführt haben.
Vermutlich um Herrn Selbes durch den Augen- schein davon zu überzeugen, daß man nicht gesonnen ist, sich in seinem Eigensinn durch noch so a-nftes Zureden beirren zu lassen, hat die tschechische Regierung am Tage vor der Ankunft ihres französischen Gastes im Parlament eine Verschärfung des famosen Parteiauflösungsgesetzes beantragt, wodurch der tschechischen Bürokratie die Handhabe gegeben werben soll, in wahrhaft demokratischer Weise ohne Kontrolle irgendwelcher parlamentarischer Instanzen nach ihrem Belieben lokale Gliederungen der politischen Parteien — gemeint ist selbstverständlich einzig unb allein bie Sudetendeutsche Partei Konrad Henlems — aufzulösen und dadurch gleichsam auf rattern Wege ohne großes Aufsehen befürchten zu müssen, den ganzen organisatorischen Apparat der Subetenbeutschen Partei zu vernichten. Wir möchten wünschen, daß die überschwänglichen Feiern, die man in Prag zu Ehren des französischen Außenministers veranstaltet hat, Herrn Delbos Zeit Aeßen, dieses neueste Zeugnis eines unbelehrbaren tschechischen Chauvinismus aufmerksam zu studieren, um in der Lage zu fein, in Paris und London mit der Idee aufzuräumen, als ob es nur an der deutschen Verständigungsbereitschaft liege, um den Frieden in Mitteleuropa m stabilisieren. Daß diese Auffassung nur eine sehr billige Flucht in die Allusion ist, solange ben Tschechen nicht klargemacht wirb, daß weder Frankreich noch England die Unter» druckungspolitik der tschechischen Regierung gegen- über der subetenbeutschen Volksgruppe länger zu decken willens sind, hierüber sind hoffentlich Herrn Delbos bei seinem Prager Besuch die Augen auf- gegangen. Dr. Fr.W. Lange.
Berlin, 18. Dez. (DNB.) Die aufrichtigsten und leidenschaftlichsten Wortführer für eine deutsch- französische Freundschaft sind die Frontkämpfer des Weltkrieges. Der kriegsblinde Franzose Georges S c a r p i n i ist Präsident bes Comitä France-Allemagne unb spielt im politischen Leben Frankreichs eine heroorragenbe Rolle. Daß seine Worte auch in Deutschland starke Beachtung finden, zeigte ein Vortrag, ben Scarpini vor ber Deutsch-Französischen Gesellschaft hielt. Die bisherigen Methoben zur Friebenssicherung hätten sich, so sagte er, als Ideologien erwiesen, die in der Wirklichkeit nicht Bestand hätten. Europa, das ein so großes kulturelles Erbe zu verteidigen habe, müsse sich stärker seiner wirtschaftlichen Zusammengehörigkeit bewußt werden. Das Comite France- Allemagne in Frankreich vereine seine Bemühungen mit denen der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Deutschland, um, ausgehend vom Fronterlebnis, den Gedanken einer großzügigen unb kameradschaftlichen Annäherung in alle Schichten ber Bevölkerung zu tragen. Vor allem gelte es, M i ß -
Koblenz, 17. Dez. (DNB.) Vor ber Großen Strafkammer des Landgerichts Koblenz begann der Prozeß gegen eine Reihe hemmungsloser Elemente, die Deutschland in schwerster Notzeit durch Betrug, Bestechung und Urkundensälschung um Hundert- tausende von Mark geschädigt haben. Vor den Schranken des Gerichts stehen zunächst ^Tüölf Angeklagte, darunter der frühere Stadtober- mspektor Friedrich John aus Koblenz, der Brauereibirektor Dr. Hans Müller aus Köln, der Steuerberater Rudolf Schmidt aus Köln unb ber Jude Ernst Josef Meyer, früher Besitzer bes Hotels „Continental" in Koblgnz. Durch vorgespiegelte ober übertrieben hoch gewertete Besatzungsschäden, deren Richtigkeit der Angeklagte John als leitender Beamter des Besatzungsamtes in Koblenz gegen entsprechende Schmiergelder bereitwillig bescheinigte, würbe das Reich um hohe Summen geschädigt. Auf der einen Seite wurden dem Staat enorme Steuerbeträge hinterzogen, indem die Steuern wieder unter Mithilfe des John sowie des „Steuerberaters" Rudolf Schmidt, der seine „guten Beziehungen" auszunutzen verstand, jahrelang gestundet oder ganz niedergeschlagen wurden.
Mit welch ungeheurer Skrupellosigkeit die 2(nge= klagten das deutsche Volksvermögen für ihre eigene
Der französische Außenminister Delbos hat auf seiner Reise durch Ost- und Südosteuropa, die ebenso sehr der Festigung der französischen Bündnisse wie der Bekräftigung der gemeinsamen Verpflichtungen aus dem Genfer Statut dient — beides ist ja nicht mehr voneinander zu trennen —, erfahren müssen, wie sehr gerade hier im Osten unb Sübosten aus bem Zwang der Verhältnisse heraus die-Völker sich darauf besinnen, daß ihre wahren Interessen nur in direkter Aussprache von Nachbar zu Nachbar, nur durch Anbahnung von gegenseitigem Vertrauen getragener Beziehungen sich auf die Dauer sichern lassen, niemals aber durch einen Kollektivismus, ber gegebenenfalls alle Völker rücksichtslos für einen Zweck einzuspannen sucht, der sich bei näherem Zusehen als das ganz besttmmte .Interesse einer Macht ober Mächtegruppe herausstellt, die mit ber Genfer Jbeologie ihre eigene nackte Jnteressenpolitik mehr ober weniger geschickt bemäntelt unb den Genfer Apparat für ihre eigensüchtigen Zwecke mißbraucht. Wie sehr hierüber die Auffassungen zwischen Frankreich und seinen oft» Eichen Bundesgenossen — mit Ausnahme selbstverständlich der Tschechoslowakei — schon auseinanber» gehen, hat Delbos in Warschau, Bukarest und Belgrad feststellen können trotz aller betonten Herzlichkeit, mit ber man auch dort den französischen Außenminister begrüßt hat. Aber sogar in ben doch für die breite Oeffentlichkeit bestimmten Tischreden in Warschau z. B. trat dies zutage. Während Delbos den Völkerbund und ein kollektives Sicherheits- fystem als beste Bürgschaften des Friedens pries, bekannte sich der polnische Außenminister Beck zu den zweiseitigen Abkommen als fruchtbare Methode der Verständigung und wandte sich in den Besprechungen mit Delbos, wie aus den Pariser Informationen hervorgeht, gegen die automatische Ingangsetzung des Sanktionsparagraphen der Genfer Satzung. Nicht anders scheinen die Erfahrungen des französischen Außenministers in Belgrad unb Bukarest gewesen zu sein. Von seiner Hoffnung auf eine Annäherung Polens an die Kleine Entente ober gar auf einen Anschluß Rumäniens unb Jugoslawiens an ben tschechisch-sowjetrussischen Militärpakt dürfte nichts übrig geblieben sein.
Nur der Besuch in Prag wird Herrn Delbos nicht enttäuscht haben. Auf einer Feier der tschechischen Legionäre, die während des Weltkrieges meist nach ihrer Fahnenflucht bei österreichischen Regimentern hinter der Front der Alliierten in eigenen Verbänden organisiert morgen waren, um im Kampf gegen die Mittelmächte sich ihr Recht auf einen eigenen Staat zu verdienen, ist von prominenter tschechischer Seite voller Dank an die Protektorrolle erinnert worden, die Frankreich bei Gründung der tschechoslowakischen Republik übernommen hatte. Die Tschechen haben sich ihres Gönners würdig erwiesen, sie sind zwei Jahrzehnte hindurch blinde Nachläufer der französischen Polittk geblieben unb finb ihm auch ins Lager des Bolschewismus gefolgt, ber ihnen weniger furdjterregenb erschien als eine Verständigung mit ihrem großen deutschen Nachbarn, die allerdings ohne einen grundsätzlichen Kurswechsel der Prager Regierung gegenüber der subetenbeutschen Volksgruppe nicht zu haben war. Das wollten die Tschechen nicht, sie glaubten es auch bei bem gefpannten Verhältnis Deutschlands Zu ihrem französischen Bunbesgenossen nicht nötig Zu haben. Nun ist Herrn Delbos Reise angefünbigt worben als eine Informationsreise, die er auch im Auftrage Englands unternahm, Möglichkeiten einer Verständigung über i
"Daily Telegraph" schreibt, in Hongkong sei man der Ansicht, baß die britischen Truppen ausreichend seien. Schwierigkeiten würben erst auftauchen, wenn eme größere sich zurückziehenbe Armee versuchen füllte, die Grenze von Hongkong zu überschreiten. „Daily Heralb" schreibt, die Japaner würden vielleicht bas ganze chinesische Hinterland erobern, aber Hongkong würden sie unberührt lassen. „Daily Ex- preß" sagt, Hongkong sei eine britische Kronkolorye unb damit cm Teil bes Britischen Weltliches, so wie Gibraltar. Hongkong würde notfalls mit den gesamten Kräften bes Britischen Weltreiches oerteibigt werden.
"Daily Mail" melbet aus Washington, Roose- oelt habe mit bem Abrniral der Flotte, Lea hi, ^ine Konferenz über die Lage im Fernen Osten gehabt. Die „Times" sagt, die Stimmung in Amerika laste sich in einem Satz zusammenfassen, nämlich, baß Amerika nicht gewillt sei, die Wiederholung eines Zwischenfalles, p>ie die Versenkung der „Pa- nay" zuzulassen. Das englische Kanonenboot „Lady Bi r d" „ unb das amerikanische Flußkanonenboot „O a h u", die die Ueberlebenben des „Panay". Unglücks an Bord haben, sind in Schanghai eingetroffen. An Bord des amerikanischen Kreuzers „Augusta" wird eine kriegsgerichtliche Untersuchung d?s Unglücks stattfinden, zu der sämtliche verfügbaren Zeugen hinzugezogen werden.
Sowjetrussische Flugzeuge
auf chinesischer Seile.
London, 18. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" aus Hongkong meldet, ist dort ein Amerikaner eingetroffen, der mitteilte, daß auf
Der französische Luftfahrtminister Pierre Cot weilt in London. Er hatte mit bem Luftfahrt- mi nist er Lord Swinton eine längere Besprechung. „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß England unb Frankreich in eng ft er Zusammenarbeit über alle Fragen der Aufrüstung stünden. Es sei durchaus möglich, daß ein Meinungsaustausch über Fragen der Militärluftfahrt geführt werde.
Das Kriegsgericht in Jerusalem verurteilte eine zehnköpfige Araberfamilie aus Gaza. Die Anklage lautete auf unerlaubten Waf» fenbefiö. Das Gericht sprach ein Todes» urteil aus. Acht Angeklagte wurden zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt, während ein Ange- flagter mit einem Jahr Gefängnis davonkam.
Die Debatte hierüber wirb sobald nicht zur Ruhe kommen, unb die Erkenntnis wirb wachsen, daß der idealistische Unter-


