Ausgabe 
18.10.1937
 
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Aas freie Mer Hilst unsere Ernährung zu sichem.

Reichsrninister Darre über die Bedeutung des Fischfanges für unsere Fett- und Fleischversorgung.

Hamburg, 17. Okt. (DNB.) Bei einer Feier aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Fischmärkte Hamburg und Altona wies Reichsminister Darrs aus die Lage der deut­schen Fischwirtschaft hin. Vorläufig stehe uns zur Vergrößerung unseres engen Lebensraumes nur eineKolonie" zur Verfügung: d a s freie Meer. Wir machen die größten Anstrengungen, diese Kolonie für die Verbreiterung unserer Er­nährungslage heranzuziehen. Deutschland schicke zum ersten Male in größerem Umfange Wal- fanaflotten in das südliche Eismeer. Wir hofften, durch ihren Einsatz 85 OOO Tonnen Walöl für die deutsche Fettversorgung zu gewinnen. Qmar sei es gelungen, den Anteil der Jnlands- erzeugung feit 1933 von 40 auf 50 bis 55 v. H. zu erhöhen, 45 v. H. unseres Fettbedarfes müßten wir aber immer noch aus dem Auslande einführen.

Das freie Meer stelle uns weiter zur Sicherung der Ernährung in reicher Fülle auch die Fisch- nah rung zur Verfügung, die unsere Versorgung mit Eiweiß von der Einfuhr unabhängiger machen könne. Fisch sei auch Fleisch. Daher sei es gut möglich, den Fleischbedarf des deutschen Volkes zu einem erheblich größeren Teil als bisher durch den Verzehr von Fischen zu decken. 1913 seien im Durchschnitt von jedem Deutschen nur fünf Kilo­gramm Fisch verzehrt worden, bis 1936 fei der Verbrauch auf 12 Kilogramm gestiegen. In England liege der Fischverzehr mit 25 Kilo­gramm und in Japan mit sogar 50 Kilogramm noch ganz erheblich höher als bei uns. Das zeige, daß wir beim Fischoerbrauch in Deutschland noch läng st nicht die Grenze des Möglichen erreicht haben.

Um zu einer weiteren Steigerung zu kommen, mußten zwei Dinge von der Fischwirtschaft beson­ders beachtet werden: Weitgehende Stetigkeit

der Preise und Werbung für einen stärkeren Fischverzehr ausschließlich nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Festpreise für Fische könnten dann eingeführt werden, wenn einmal das Problem ter Vorratswirtschaft gelöst sei. Erreicht sei aber schon, daß die Preisschwankungen auf das ge­ringste Maß herabgedrückt sind. Die Einführung eines Preissystems sei die Voraussetzung dafür, daß der volkswirtschaftlich notwendige Ausbau unserer Fangflotten überhaupt erst feine Verwirklichung gefunden habe. Mit der P r o d u k t i o n s st e i g e - rung sei es notwendig, vor allen Dingen in den Zeiten der großen Anlandungen den Fischver- brauch zu heben. Der Erfolg sei abhängig von der Transportfrage und von der Einrichtung einwandfreier Fischläden. Die H e - ringsfänge seien in diesem Jahre glücklicher­weise besonders reichlich. Der Minister richtete an alle deutschen Hausfrauen die Bitte, sich in den nächsten Tagen und Wochen besonders dem Ver­brauch von Heringen zuzuwenden. Der He­ring sei einer unserer wertvoll st en Fische und gleichzeitig d e r b i l l i g st e.

Rach den Feststellungen des Stattstischen Reichs- amtes betrage die diesjährige Kartoffelernte 52,5 Millionen Tonnen. Das sei eine Rekord­ernte, wie sie Deutschland bisher niemals gehabt habe. Sie übersteige die vorjährige Ernte um nicht weniger als 6 Millionen Tonnen. Die Ernte könne jedoch nur dann erfolgreich verwertet werden, wenn gleichzeitig zur Verwendung in der Schweine­mast das notwendige Eiweiß futter zur Ver­fügung stehe. Diese Aufgabe habe in steigendem Maße die deutsche Fischmehlerzeugung zu erfüllen. Der Minister richtete an alle die Auffor­derung, mitzuarbeiten an dem großen Werk der Ernährungsfreiheit; denn nur dann, wenn alle | zusammenständen, könne Deutschland leben.

Krankheiten -erLlebergangszeit".

Was tut man gegen eine Erkältung?

Von Or. 3R Münchmann.

Eines der häufigsten und alltäglichsten Lei­den, das besonders in denUebergangs- zeiten", vor allem im Herbst und beginnen­den Winter eine außerordentlich große Rolle spielt, ist die Erkältung. Wohl jeder hat sie schon durchgemacht und weiß daher über ihren Verlauf ziemlich genau Bescheid. Den­noch herrschen gerade über die Erkältungs­krankheiten vielfach falsche Vorstellungen; recht oft handelt es sich bei ihnen um heim­tückische und gefährliche Leiden, die keines­wegs so harmlos sind, wie man allgemein annimmt

Merkwürdigerweise stellt die Erkältung ein bis heute ungelöstes wissenschaftliches Problem dar; trotz aller mühevollen Forschungsarbeiten ist es noch »licht gelungen, die Ursachen und das Wesen der lErkältungskrankheiten restlos zu klären. Immerhin haben die Untersuchungen der letzten Zeit einiges Licht auf dieses strittige Problem geworfen. Man nimmt an, daß die Kältewirkung allein nicht dazu ausreicht, eine sogenannte Erkältungskrankheit, wie etwa Schnupfen oder Kehlkopfkatarrh, zu er­zeugen, vielmehr gehört immer noch die Einwir­kung von Krankheitskeimen dazu. Wie ja allgemein bekannt ist, gibt es Menschen, die sich so gut wie nie erkälten, während andere bei jeder Kleinigkeit Schnupfen und Halsschmerzen bekommen; aus wis­senschaftlichen Versuchen weiß man, daß bei man­chen Menschen eine wahrscheinlich angeborene Emp­findlichkeit gegen Wärmeentzug und Kälte, eine besondereErkältungsneigung", besteht. Bei solchen Menschen werden durch das Nützliche Einströmen oon kalter Luft in die Rase die Gefäßnerven ge­reizt, wodurch es zu einer raschen Zusammenzie­hung der Blutgefäße und Blutleere der Schleim­haut kommt. Dadurch wird die Abwehrkraft der Nasenschleimhaut gegen eindringend Krankheits­keime herabgesetzt. Nach dieser anfänglichen Blut­leere erweitern sich plötzlich die zusammengekrampf- len Gefäße, es strömt viel Blut in die Schleimhaut ein, die sich rötet und anschwillt, und dieser Vor­gang scheint die Infektion der Nasenschleimhaut noch mehr zu fördern. Menschen, die derartüber­empfindlich" sind, müssen sich also ganz besonders □or Zug und plötzlicher Kälte hüten.

Katarrhe der Lustwege.

Man rechnet zu den Erkältungskrankheiten in erster Linie die verschiedenen Katarrhe und Entzün­dungen der oberen Luftwege. Wenn sich ciuch die krankhaften Prozesse im wesentlichen auf Nase, Mandeln, Rachen und Kehlkopf beschränken, !v darf man doch nie vergessen, daß bei solchen ent­zündlichen und katarrhalischen Vorgängen in mehr ober weniger schwerem Ausmaße fast immer der ssanze Organismus mit betroffen ist. Dies zeigt sich schon an der allgemeinen Benommenheit, dem Tem­peraturanstieg und dem körperlichen Schwäche­gefühl, mit dem auch anscheinend geringfügige Hals- lotarrhe oft einhergehen. Von großer Bedeutung ist ferner die Tatsache, daß Halsentzündungen mit­unter nicht auf bloßerErkältung" beruhen, fon- lern auch die ersten Anzeichen gefährlicher Jnfek- iionskrankheiten darstellen können; das ist z. B. : bei Grippe, Scharlach und Diphtherie der Fall. Die rechtzeitige Erkennung solcher Krankheiten und die Unterscheidung von gewöhnlichen Hals- und Man­delentzündungen ist dem Laien unmöglich, daher oott man bei fieberhaften Halskrankheiten umge­hend den Arzt zu Rate ziehen.

Das häufige Vorkommen von Entzündungen in Vase, Rachen und Kehlkopf ist leicht zu verstehen, Denn man bedenkt, daß diese Organe den Anfang les Luft- und Speiseweges bilden; sie haben sozu­sagen den Eingang ins Körperinnere zu bewachen. 2üe Nase stellt einen großartigen Filter- und Rei- rigungsapparat dar, kleine Staub- und Schmutz- trilchen werden von der Schleimhaut aufgefangen, ti.it Schleim umhüllt und durch feinste Flimmer- liirchen nach außen befördert. Außerdem wird die ! Ttmungsluft in der Nase vorgewärmt und damit ein wichtiger Schutz der tieferen Luftwege erzielt. Cine wichtige Besonderheit der Nase stellen ferner faire geräumigenNebenhöhlen" dar, die im An­schluß an einen heftigen Schnupfen mitunter zum Kitze langandauernder Eiterherde werden können; schließlich steht die Nasenhöhle durch einen Kanal mit dem Mittelohr in Verbindung, das also von d-r Nase ausangesteckt" werden kann.

Abgesehen vom Schnupfen, der ja die häufigste

und harmloseste Erkältungskrankheit darstellt, findet man die Rachen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkatarrhe am weitesten verbreitet. Nach Erkältungen treten oft alle diese Erkrankungen gemeinsam auf; überall kommt es zur Rötung und Schwellung der Schleim­haut, der Patient hat infolge seiner erhöhten Schleimabsonderung einklotziges" Gefühl im Halse. Manchmal besteht heftiger Hustenreiz, wobei die Sprache einen matten und heiseren Klang be­kommt. Eine sehr wichtige Ursache für Rachen- und Kehlkopfleiden stellen langwierige Erkrankungen der Nase dar, bei denen der Luftweg durch die Nasenhöhle verlegt ist und infolge der Mundatmung Rachen und Kehlkopf dauernder Austrocknung und vermehrten schädlichen Reizen ausgesetzt sind. Hals­katarrhe treten aber gelegentlich auch ohne vor­herige Erkältung auf, und zwar gewöhnlich nach dauernden Reizungen durch Dämpfe, Einatmung von Staub ober stänbige Überanstrengung ber Stimme. Bei der Behandlung solcher Leiten kommt es in erster Linie darauf an, die schädlichen Ursachen wie Staub, Rauch und Kälte zu ver­meiden und die Stimme möglichst zu schonen.

Die Mandelentzündung.

Eine besonders wichtige Rolle unter den Erkäl­tungskrankheiten des Halses spielt die Mandel­entzündung (Angina), die in verschiedenen Formen auftritt und an Häufigkeit hinter den Hals­katarrhen kaum zurücksteht. Die Mandeln haben die wichtige Aufgabe, Krankheitskeime, die von außen kommen, abzufangen und wirken gewissermaßen als Filter. Sie müssen also mehr als andere Organe des Körpers dauernd mit schädlichen Keimen kämp­fen und auf diese Weise können sie leicht selbst zu gefährlichen Krankheitsherden im menschlichen Körper werden. Mandelentzündungen und -schwel- lungen sind ein überaus häufiges Leiden, das besonders bei wiederholtem Auftreten sehr ernst zu nehmen ist! Wir wissen heute, daß jede Mandel­entzündung eine Allgemeinerkrankung des Körpers und nicht etwa bloß einen lokalen Prozeß an einer Stelle des Halses darstellt. Bei manchen Menschen besteht eine deutliche Neigung zu häufigen Mandelentzündungen; wenn hier nicht rechtzeitig Abhilfe geschafft wird, kann es zu schlim­men Folgen, wie Entzündung des Herzens, der Nieren und zu Gelenkrheumatismus kommen.

Bei den einfachen Entzündungen dieser Art sind die beiden Gaumenmandeln gerötet und etwas geschwollen; sie springen daher deutlich sichtbar zu beiden Seiten des Rachens vor. Dieses Leiden geht gewöhnlich mit geringer Temperaturerhöhung ein­her und verschwindet nach einigen Tagen von selbst. Wesentlich ernster ist Die sogenannte eitrige Mandelentzündung, die mit hohem Fieber beginnt. Hier sieht man gelbliche Belege und Pfropfe an den Mandeln, ein Bild, das dem Anfangssta- dium anderer Infektionskrankheiten ähneln kann und daher unbedingt dem Arzt zu zeigen ist. Die Pfropfe fitzen in den zahlreichen Buchten und Ver­tiefungen der Mandeln; häufig bildet sich bei diesen Fällen ein eitriger Abszeß unter der Schleimhaut, der außerordentlich heftige Schmerzen und Be­schwerden beim Schlucken verursacht. Hier ist für rechtzeitige operative Eröffnung des Eiterherdes zu sorgen. Auch die eitrige Mandelentzündung kann nach mehreren Tagen von selbst verschwinden, in anderen Fällen aber kommt es zu Wiederholungen und zu chronischen Entzündungen. Die Behand­lung der Angina richtet sich natürlich nach der Art des einzelnen Falles. Ganz allgemein empfiehlt es sich, mit desinfizierenden Mitteln (z. B. Wasser­stoffsuperoxyd) zu gurgeln, Halsumschläge anzu­wenden und vor allem auch bei der einfachen Entzündung im Bett zu bleiben.

Wenn die Mandelentzündungen nicht zurückgehen und sich wiederholen, so führt dies zu dauernder Pfropfbildung in den Nischen der Gaumenmandeln. Allmählich können sich diese unscheinbaren Organe zu höchst gefährlichen Krankheitsherden entwickeln, von denen aus dem ganzen Körper schwerer Scha­den droht. In den Buchten und Falten der dauernd entzündeten Gaumenmandeln bilden sich Schlupf­winkel für Bakterien, die eines Tages ins Blut geraten und Entzündung ter Nieren, der Gelenke, des Herzens, ja allgemeine Blutvergiftung verur­sachen können. Diese chronischen Mandelentzündun­gen und -pfropfe dürfen keinesfalls leicht genommen werden und sind rechtzeitig einer wirksamen Be­handlung zugänglich zu machen. Oft genügt es

schon, wenn man die Buchten und Nischen aus- drückt und die gelben Pfropfe entfernt; am wirk- amften und besten aber ist es, die Gaumenmandeln herauszunehmen und damit diesen gefährlichen Krankheitsherd ein für allemal zu beseitigen.

Jtunbfunfentflörung.

In Breslau wurde die schlesische Runbfunkaus- tellung eröffnet, wobei der Präsident der Reichs- runbfunffammer, Kriegler, erklärte, der Erfolg der Rundfunkpropaganda hänge von drei Faktoren ab: Gestaltung eines guten Programms, Schaffung leistungsfähiger und preiswürdiger Empfangsge­räte und ein von technischen und atmosphärischen Störungen freien Rundfunkempfang. Die techni- chen Empfangsverhältnisfe feien hier und da noch mit Sorge zu betrachten. Soweit diese ein Verschulden des Hörers selbst seien, werde man ie durch Aufklärung leicht beseitigen können. Aber las Problem der Entstörung habe bei den großen Störungszentren in den Städten noch nicht b e - riedigend gelöst werden können. Die poli­tische Rundfunkführung sei nicht gewillt, die Erfolge ihrer Arbeit einseitig von anderen Institutionen finanziell ausnutzen zu lassen, ohne daß diese ihrer­seits den guten Willen zeigten, bei der Umsatzsteige­rung, die sie dem Rundfunk verdankten, nun auch dem Rundfunk durch geeignete Entftö - rungsmaßnahmen zu helfen und die Rundfunkentwicklung, die ihnen zugute komme, nach Kräften zu fördern. Die Elektrizitätswerke feien ausschließlich Nutznießer des geroaltigen Aufschwun­ges der Rundfunkentwicklung. Präsident Kriegler erklärte, daß im nächsten Jahr drei Fernseh- Senderin Betrieb sein würden, einer in Ber­lin, einer auf dem Feldberg und einer aus dem Brocken. 16 Millionen deutsche Volksgenossen kön­nen damit vom nächsten Jahre ab am Fernseh­rundfunk teilnehmen. Dieser Entwicklung werde auch die Industrie Rechnung tragen.

Die Nolle der Brüder Kagauowitsch im Kreml.

Moskau, 16. Okt. (DNB.) Eine amtliche Ver­lautbarung besagt, daß der bisherige Volkskommis­sar für Kriegsindustrie, Ruchimowitsch, ab ge­setzt und Michael Kagauowitsch an seine Stelle getreten fei. Michael Kagauowitsch ist ein Bruder des Kommissars der Schwerindustrie, Lazar Kaga- nowitsch. Seit einigen Jahren unterstand ihm im besonderen die russische Aviatik-Industrie. Seine Er­nennung ist ein Zeichen dafür, daß der Stern der

Brüder Kaganowitsch (der dritte Bruder Jurij Ka- ganowitsch ist Parteisekretär des Gebietes Nischui- Nowgorod) im Steigen ist. Lazar Kaganowitsch hat seine maßgebliche Parteistellung als Zweiter Sekretär der Bolschewistischen Partei und als Mit« glied des Polit-Büros behalten. Auch sein Bruder, der jetzige Kriegsindustrie-Kommissar, bekleidet ein hohes Parteiamt als Mitglied des Organisations­büros. Damit find also zwei der wichtigsten Volks­kommissariate in den Händen der Brüder Kaga­uowitsch. Auch die Frau Stalins ist eine Kaga­nowitsch.

Llm die Mongolei.

In Nordchina haben die Japaner im Verfolg ihrer weitausgreifenden Offensive auch die I n - nere Mongolei zu besetzen begonnen, deren wichtigste Provinz mit ihrer Hauptstadt Kweisui den Namen S u i y u a u führt. In Japan mehren sich nun die Stimmen, die einen Vorstoß von Truppen der Aeußereu Mongolei befürchten. Zunächst hat es mit den $roei mongolischen Gebieten folgende Bewandtnis: Sie sind genannt aus dem Blickvunkt oon Peking, von wo aus Suiyuan das nähere mon­golische Gebiet darstellt und darumInnere Mon­golei" heißt, während dieAeußere Mongolei" wei­ter von Peking entfernt liegt und allmählich in die sibirische Ebene westlich des Baikal-Sees übergeht. Beide mongolischen Gebiete gelten staatsrechtlich als zu China gehörig; tatsächlich haben sich aber die Sowjetrussen feit 1921 in der Aeußereu Mongolei festgesetzt, die auch, wie jedes andere Volksgebiet in der sog.Vereinigung der Sowjet-Staaten" den Namen einer (mongolischen) Volksrepublik führt. Im März 1936 hat Moskau mit dieser Volksrepublik einen Beistandspakt abgeschlossen, ohne sich um die Souveränitätsrechte Chinas auch nur einen Deut zu kümmern, die durch diesen Beistandspakt natür­lich aufs Stärkste betroffen wurde. Die Sowjet­russen haben seit Jahren die Truppen der Aeuße­reu Mongolei militärisch ausgerüstet, auch mit Pan­zerwagen und Flugzeugen und selbst zivile Luft­linien eingerichtet. Praktisch gesehen handelt es sich in der Mongolei um sowjetrussische Streitkräfte, die in weitem Umfange motorisiert sind. Es würde na­türlich in das Spiel Sowjetrußlands vortrefflich paffen, jetzt, nach Ausbruch des chinesisch-japanischen Konfliktes, eigene Streitkräfte unter chinesischer Flagae ins Treffen zu führen. Die Japaner haben ihrerseits ihre Truppen in der Mandschurei ver­stärkt eine Tatsache, die gegenüber den Kämp­fen in Schanghai und in Nvrdchina allzu stark in den Hintergrund getreten ist. B. R.

Aus aller Well.

Der Fall Dr. Gründel.

Vor dem Landgericht in München ging dieser Tage ein Prozeß zu Ende, der sowohl wegen der Ungewöhnlichkeit des Falles als auch wegen der beteiligten Personen von Interesse ist. Der Schrift­steller Dr. Günther Gründel hat in einem An­fall oon geistiger Storung seinen Vater, Oberst­leutnant a. D., der als Offizier im Weltkriege u. a. mit demPour le msrite" ausgezeichnet worden war, in der Nacht vom 6. auf 7. Dezember vorigen Jahres erdrosselt.

Dr. Gründel, der in München Staatswissen­schaften studiert und 1922 den Dr. rer. pol. mit Auszeichnung erworben hatte, berichtete im Ver­laufe der Vernehmung ausführlich über feine lite­rarischen Werke, die dem Ziele dienen sollten, Mittel für die Ausarbeitung einer Erfindung, des schwerelosen Luftschiffes, zu bekommen. Sein Be­streben sei darauf gerichtet gewesen, sich ein Labo­ratorium anzuschaffen. Ein politisches Buch,Die Sendung der jungen Generation", ist sehr ver­breitet und in mehreren Sprachen übersetzt worden. Auf das Verhältnis zu feinem Vater eingehend, erklärte er, daß er die vergangenen Jahre mit ihm in gutem Einvernehmen gelebt habe und daß es ihm unbegreiflich fei, wie der Haß feines Vaters gegen ihn entstand. Die Spannung habe sich schließ­lich bei einer heftigen Auseinandersetzung entladen.

Obwohl er sich mit feinem Vater nach der Aus­einandersetzung wieder versöhnt habe, erklärte Dr. Gründel, hätte der Vater während seines Erholungsaufenthalts im Ausland von ihm noch­mals eine ausdrückliche Entschuldigung verlangt, die er ihm jedoch versagt habe. Dieser Umstand sei nach seiner Rückkehr der Grund zu weiteren Un­zuträglichkeiten gewesen, die schließlich in ihm den Gedanken reifen ließen, den Vater in so große Er­regung zu versetzen, daß ihn ein Schlaganfall treffe.

Der Angeklagte hatte in der verhängnisvollen Nacht den Vater geweckt und dem alten Herrn ein Schriftstück vorgelesen, daß er (Angeklagter) ver­faßt hatte, und das schwere ehrenrührige Beschul­digungen gegen den ehemaligen Offizier enthielt. Als der Vater darauf in großer Erregung aus dem Bette sprang, kam es zu einem Handgemenge, wobei der Sohn den Vater würgte und schließlich mit einem Kopfkissen erstickte.

Der Hauptsachoerständige von ber Psychiatrischen Klinik erklärte, baß es sich seiner Ansicht nach bei Dr. Orünbel um einen an geistiger Erkrankung leidenden Menschen handle, die Krankheit bestehe noch fort. Das Gericht erkannte, gestützt auf die Sachverständigen-Gutachten, schließ­lich auf Einweisung in eine Heil- und Pflege-Anstalt.

Gleichstand im Schachwellmeisterkampf.

In der 6. Partie des Schachweltmeister- schaftskampfes wählte Aljechin, der die weißen Steine führte, eine Gambitfortsetzung der Kanalvariante, auf die Euwe die richtigen Gegen­züge nicht finden konnte. Schon nach dem 12. Zuge wurde seine Lage aussichtslos. Nach dem 23. Zuge gab er auf. Der Stand ist demnach bei je zwei Gewinn- und zwei Remispartien mit 3:3 Punkten wieder ausgeglichen.

Preußisch-Süddeulsche Klassenlotterie.

Der Präsident der Preußisch-Süddeutschen Klaffen­lotterie teilt mit: Das Einschütten und Vermischen der 400 000 Losnummernröllchen für die 50. P r e u- ßisch-Süddeutsche Klaffenlotterie und her 10 000 Gewinnröllchen für die Erste Klasse dieser Lotterie erfolgt am Dienstag, 19. Oktober 1937, 9 Uhr, öffentlich im Ziehungssaal des Lotterie­gebäudes, Berlin, W 3/5, Margaretenstraße 6. Am Einschüttungstage um 9 Uhr kann sich jeder Spie­ler persönlich oder durch einen Beauftragten die von ihm gespielte Losnummer vorzeigen lassen und davon überzeugen, daß seine Losnummer in das Nummernrad gelangt. Beauftragte, die diese Nach­prüfung für die Spieler gewerbsmäßig besorgen, werden nicht zugelassen. Die Ziehung der Ersten Klasse der 50. Lotterie beginnt am gleichen Ort, am Mittwoch. 20. Oktober, morgens 8 Uhr.

hervorragende Flugleistung des Lufthansa-Flug- zeugesNordwind".

Das FlugzeugNordwind" der Deutschen Luft­hansa landete am Sonntag um 21.50 Uhr in Neu- york. Die Maschine wurde am Sonntagfrüh um 6 Uhr von dem schwimmenden Flugstützpunkt Schwabenland" bei Horta (Azoren) abgeschossen. Die Besatzung, bestehend aus den Flugkapitänen v. Engel und Henke, sowie dem Flugzeugfunker Stein und dem Flugmaschinisten R ö s e l, über­flog um 15.45 Uhr den DampferEuropa" des Norddeutschen Lloyd, dessen Fahrgäste dem Atlan­tikflugzeug begeistert zuwinkte.Nordwind" hat demnach die 3850 Kilometer lange Strecke Horta Neuyork in 15 Stunden 50 Minuten zurückgelegt.

Internationales Tanzturnier in Berlin.

Zu einem gesellschaftlichen Ereignis der Reichs­hauptstadt gestaltete sich das Internationale Tanzturnier um den Großen Preis von Europa, das unter dem Protektorat ber Reichstheaterkammer vom Reichsoerband zur Pflege des Gesellschaftstanzes im Zoo.durchgeführt wurde. 15 Paare aus zwölf Ländern zeigten ihr hohes Können, darunter das langjährige englische Meister­paar John Wells und Renee Sissons, das auch diesmal wieder den Titel der Europameister­schaft erhielt. Es ist ein erfreuliches Zeichen für den hohen Stand der Tanzkultur in Deutschland, baß die beiden teilnehmenden deutschen Paare Otto Teypel und Frau (Wiesbaden) und Wolf­ram Saure -S. Rauchhaltz (Berlin) gegen die schärfste internationale Konkurrenz den zwei­ten und dritten Siegespreis erringen konnten. Weiter folgten die Meisterpaare aus Oesterreich, der Tschechoslowakei, Dänemark, der Schweiz und Jugoslawien.

Mit dem Auto in den Rhein gestürzt und ertrunken.

Zu einem folgenschweren Verkehrsunglück kam es auf der Rheinuferstraße oberhalb von Lorch. Ein mit großer Geschwindigkeit aus Richtung- r^annshausen kommender Personenkraftwagen fuhr beim Ueberholen eines Winzerwagens gegen das Geländer der Uferstraße, überschlug sich und stürzte die etwa acht Meter hohe Böschungsmauer hinunter in den Rhein. Der Fahrer, der einzige Insasse, wurde zwischen Sitz und Steuerrad eingeklemmt und ertrank. Winzer, die in den Weinbergen in Nähe arbeiteten eilten sofort zur Hilfe herbei, aber der Fahrer war bei feiner Bergung bereits tot.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt a. 21L

Durch den Aufbau eines zenttalen europäischen Hochdruckgebietes bleibt die über Skandinavien hin­wegführende äußerst heftige Wirbeltätigkeit ohne stärkeren Einfluß auf unser Wetter. Diese wird im wesentlichen durch hohen Luftdruck bestimmt, wobei entsprechend der vorgeschrittenen Jahreszeit Neigung zu Nebelbildung besteht.

Aussichten für Dienstag: Abgesehen von Nebel- ober Hochnebelbildung vielfach heiter, trocken, Temperaturen der Jahreszeit entsprechend, im Norden meist westliche und im Süden östliche Winde.

Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 10,3 Grad Celsius, abends 9,2 Grad; am 18. Oktober: morgens 6,8 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum heute nacht 6,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Oktober: abends 9,9 Grad; am 18. Ok­tober: morgens 8,8 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs­preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. ryehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.